Gewerkschaften schüren Illusionen in die SPD

Bsirske Die Gewerkschaften sollten aus Hartz IV und Minijobs gelernt und die SPD aufgegeben haben, müsste man meinen, die Wahrheit ist anders
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Die Gewerkschaften sind eigentlich die Vertretung der ArbeitnehmerInnen. Die wenigsten Gewerkschaften in Deutschland, haben ihre Rolle in den letzten Jahren wirklich ernst genommen, eine positive Ausnahme stellt häufig die Gewerkschaft verdi dar, die mit Streiks und Arbeitskämpfen zeigte, dass sie ihre Rolle versteht.

Frank Bsirske, der Vorsitzende von verdi, gilt als einer der linkeren Gewerkschaftsbosse in Deutschland, einer derjenigen, der auch Kampagnen gegen das europaweite Spardiktat und die neoliberale Politik der Wirtschaft unterstützt. In einem aktuellen Interview mit der Bild zeigt allerdings auch Bsirske, dass er es immernoch nicht geschafft hat sich von der SPD und deren Politik zu lösen, die den Interessen der Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder widerspricht:

BILD: Glauben Sie, dass es in Deutschland mit einem Kanzler Peer Steinbrück wirklich gerechter zuginge?

Frank Bsirske: „Als Kanzlerkandidat hat Steinbrück konstruktive Vorschläge zur Bekämpfung massenhafter Armutslöhne, mangelnder Steuergerechtigkeit und drohender Altersarmut vorgelegt. Deshalb: Ja, ich glaube, dass Deutschland mit Steinbrück als Kanzler ein gerechteres Land würde!“

BILD: Wie glaubwürdig ist Steinbrücks Wandlung zum mitfühlenden Sozialpolitiker?

Bsirske: „Ein kluger Kollege von Ihnen hat geschrieben, Steinbrücks Programm als SPD-Kanzlerkandidat sei die Rückabwicklung der Politik des Finanzministers Steinbrück. Genau so ist es – und das begrüßen wir.“

Dabei verkennt Bsirske, dass weder SPD noch CDU in der Regierung die Positionen der ArbeitnehmerInnen vertreten, einzig die Linke vertritt konsequent gewerkschaftliche Forderung. Sie fordert die Abschaffung der Leih- und Zeitarbeit, sie fordert einen Mindestlohn von 10 Euro und sie fordert ein Gesellschaftssystem in dem nicht die Reichsten sich auf Kosten der Ärmsten bereichern. Diese Forderung würde so ziemlich jedes Gewerkschaftsmitglied unterschreiben, da es aus der Sicht eines Arbeitnehmers nur Verbesserungen geben kann, wenn der Reichtum dieser Gesellschaft besser verteilt ist, als das aktuell der Fall ist.

13:27 04.01.2013
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