Meinungsfreiheit, aber nicht für alle

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Meinungsfreiheit ein Gut, das man verteidigen und hochhalten muss?
Wir erinnern uns an die Proteste der muslimischen Bürger weltweit, welche durch dänische Karikaturen des Propheten Mohammed hervorgerufen wurden. In der europäischen Welt wurden diese Karikaturen eisern verteidigt, da sie verständlicherweise der Meinungsfreiheit unterliegen und diese ein Gut ist, was verteidigt werden sollte. Nun hing vor einigen Tagen Yvonne Ploetz, eine Bundestagsabgeordnete der Linken, ein Plakat in ihrem Bundestagsbüro auf, das eine Parodie der"Ohne dich ist alles doof" Bilder ist. Dieses Plakat zeigte ein als Soldaten verkleidetes Schwein mit einem Pfeil "ich - doof". In einer Ecke, ebenfalls in Schweineform: "Feldwebel - doof". Außerdem: "Gesprengt werden - doof", "Landminen - doof", "Wüste - doof", "Gewehr - doof", "Panzer-doof".
Diese Karikatur des Militärs musste aber auf die Beschwerden eines FDP-Abgeordneten abgehängt werden. Auch wurde erwogen, Anzeige zu erstatten, da das Plakat beleidigend sei.
Wie lässt es sich nun erklären, wenn man einerseits die Meinungsfreiheit verteidigt, diese aber bei kritischen Themen wieder verbietet.
Kann es sein, dass man die Meinungsfreiheit nur verteidigt, wenn sie die eigene Meinung widerspiegelt? Ist die Meinungsfreiheit ein Gut, dass wir einsetzten dürfen, wenn wir die Missachtung von Rechten in anderen Ländern oder Kulturen anprangern, dabei aber vollkommen vergessen, dieses Gut auch in Deutschland zu verteidigen?
Es kann definitiv nicht sein, dass die Karikatur, die Frau Ploetz aufgehängt hat, wieder abgehängt werden muss. Man muss die Meinungsfreiheit verteidigen egal wann, wo und ob sie der eigenen Meinung entspricht.

23:12 22.04.2010
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