Glückliche Briten!

Snippet Warum Meister Eder seine Werkstatt abschließen sollte.
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Glückliche Briten. In einer Urwahl haben sie abgestimmt über den Verbleib in der europäischen Gemeinschaft. Die Schotten und Nordiren sollen weniger Glückshormone nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses entwickelt haben. Die Urdemokratie der Moderne, erwarten sie keine platonischen, altgriechischen Gedanken, will sich auf eine Insel zurückziehen, die sie nie verlassen hat. Nein, haben sie gesagt zu einem gemeinsamen Europa. Knapp! Gegen ein Europa der Bürokratie, der Überregulierung und der Zuwanderung haben sie gestimmt. Seit Jahren sollen Ausländer aus dem Nordosten der Insel, also Schotten, in Urlaubszeiten in Cornwall eingefallen sein. Unerträglich! Die Schwatten und Inder aus dem Commonwealth sollen angereichert durch Polen, farblich schwach zu unterscheiden von Rumänen und Krauts, das gesamte Dienstleistungswesen im Bankenwesen, in Pubs, in Fußballklubs und selbst das Arschabwischen in Krankenhäusern und Pflegeheimen übernommen und durchseucht haben. Sie wehren sich dagegen, die Briten, die Restbriten, und freuen sich mehrheitlich über das Abstimmungsergebnis, weil sie die Tätigkeiten, bis auf wenige Ausnahmen, wenn sie dazu befähigt wären, würden selbst ausfüllen wollen.

Die Rugbynation der Waliser, oft gedemütigt durch den östlichen Nachbarn, nein, russische Flugzeuge sollen derzeit die Insel nicht überfliegen, erstrahlen in einer Disziplin während der Europameisterschaft in Frankreich, die England erfunden haben soll, aber nicht mehr effektiv wegen der ausländischen Durchdringung ausüben kann. Ein Anstieg von Bewerbungen im Kranken- und Pflegebereich ist aktuell noch nicht zu verzeichnen. Stolz sind die Briten über die Brexitabstimmung, die Waliser über die erfolgreiche EM-Teilnahme, die Schotten verhandeln in Brüssel unabhängig von Britannien der EU angehören zu können, in Nordirland wird Bomben basteln trainiert, während die Engländer wahrscheinlich die Nationalmannschaft in allgemeine Dienstleistungen aussourcen werden.

Referenden, demokratische Ur- oder Basisstimmungen, ohne Aufsicht von Meister Eder, in der sich mehrere, teilweise eingefärbte Pumuckl miteinander streiten, waren bislang nur als Kampf der Kobolde aus Irland bekannt. Pittiplatsch, der Liebe, hat mit Schnatterinchen vor, während und nach der Abstimmung geschwitzt, in der Kellersauna. Die Briten, abgestimmt haben sie freiheitlich für den Brexit. Der Pitti und die Schnatterente stritten sich schwitzend, weil der Eder die Schreinerei nicht abgeschlossen und die Kobolde ihr Unwesen auf Marktplätzen, in Pubs und in den Kloakenkanälen der Medien treiben konnten. Der Nadelöhr hätte die Schneiderei mit Mauern, Stacheldraht und Fußfesseln gesichert, um dem Lieben und dem Geschnatter Einhalt zu gebieten.

Einige Briten, nicht alle, sollen nach der Abstimmung Hormonstöße bekommen haben. Ein wirtschaftliches Wachstum kann daraus nicht abgeleitet werden. Andere haben sich stoßlos in das Privatleben zurückgezogen. Murdocksche Volksabstimmungen geprägt durch die SUN in Britannien, ein Traum für jeden Basisdemokraten in Deutschland, weil der Murdock hat hier, also bislang, auch für die Zukunft ist es noch nicht absehbar, kaum, vielleicht auch keinen Einfluss in der Medienlandschaft, es sei, er kauft sich bei einem deutschen Konzern ein, um einen HartzIV-Hinrich oder einen Florida-Rolf wahrheitsgemäß zu erlügen und gegen Ausländer mit einheimischen Pass brandschatzend zu schreiben. Wo war eigentlich Pastor Gauck, als in seinem evangelisch geprägten Dunstkreis der Freiheit in Rostock-Lichtenhagen Ausländer angezündelt werden sollten?

Urdemokratisch ist die sonnige Entscheidung für den Brexit gefallen. Restzeitig allemal. Die Briten, die Engländer und die Waliser, Restbestände des alten Weltimperiums, haben für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt, bevor das Ceta-, und TTIP-Abkommen abgeschlossen wurde. Glückliche Restbriten. Der Austritt aus der EU kann oder wird die wirtschaftliche Entwicklung der Briten in England und Wales vielleicht behindern. Aber ohne Ceta und TTIP dürfen die Konzerne die Umzugskosten und den Erwerb von Toilettenpapier selbst organisieren und bezahlen.

Borkhard Behrens-Bochem

10:25 08.07.2016
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