Das Urheberrecht in der Honigfalle

Irgendwie Links Heute mit Beiträgen zur GEMA und Anonymous, Twitter, Otto Waalkes und dem Urheberrecht, Monopolen und Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Montag, 09.07.12

GEMA honeytraps Anonymous, loggs IRC-Chats , Nerdcore

“Letzten Sommer startete Anonymous die Operation GEMA, jetzt sind die Ermittlungsakten geleaked und zeigen, dass die GEMA informiert war, die Behörden den IRC-Chat loggte und Test-DDoS-Angriffe auf die eigenen Server gefahren wurden. Interessant, um das mal vorsichtig zu formulieren.“

"Twittern ist Kunst" , Paulo Coelho interviewt von Maximilian Probst & Kilian Trotier, Zeit

“Heute hast du als Schriftsteller mehrere Wege, um dich auszudrücken. Du kannst 140 Zeichen auf Twitter schreiben oder fünf Absätze im Blog, oder du kannst ein Buch rausbringen. Ich sehe eine Zukunft, in der der Titel des »Schriftstellers« nicht länger für Menschen reserviert ist, die Bücher schreiben. Wir haben eine ganz große Bandbreite an Möglichkeiten.”

Typischer Fall: Otto Waalkes lehnt für Nachwuchs-Künstler die Art Inhalte-Nutzung ab, die ihn mit groß gemacht hat, Leander Wattig

“Viele Künstler scheinen recht ratlos zu sein. Das Urheberrechts-Dilemma wird zwar erkannt, nicht aber Auswege aus dem Dilemma. Daher wird im Zweifel eher auf die strikte Durchsetzung des bestehenden Urheberrechts gesetzt, allein schon um die eigenen Einkünfte zu sichern, was sehr verständlich ist. Ich unterstelle aber auch mal, dass vielen Künstler nicht immer komplett bewusst ist, was die konsequente Durchsetzung des bestehenden Urheberrechts in der heutigen Internet-Zeit an Restriktionen bedeuten würde. Leider kommt in Deutschland von den etablierten Künstlern auch wenig Input, was neue Geschäftsmodell-Ansätze betrifft. Die Ratlosigkeit scheint doch zu überwiegen.”

Beim Urheberrecht müssen Monopole nicht gerechtfertigt werden. Warum?, Marcel Weiß, Neunetz

“Das Bemerkenswerteste an der Urheberrechtsdebatte ist, dass diejenigen beschimpft werden, die für eine Einschränkung der Monopolrechte argumentieren, während diejenigen, die eine Maximalisierung der Monopole fordern, nie darlegen müssen womit sie das begründen.“

Alan Rusbridger: the quiet evangelist, Peter Wilby, New Statesman

“The truth is that the Guardian may not get to the future. Nor may any other newspaper. The entire industry may easily fall off a cliff, as the music recording industry did. “It’s going to be like shipbuilding, coal mining, agriculture,” says Emily Bell, the Guardian’s former head of digital content who is now a professor at Columbia Journalism School in New York. “It has happened to every industry and it will happen to journalism. The days when journalists lived in ways commensurate with the top layer of urban society are gone. We’ve felt the push, but haven’t yet really felt the pain.”“

Dazu auch: Could the newspaper that broke the hacking scandal be the next to close?, GQ

Die Überschrift der Netzschau ist jeweils ein Mashup der verlinkten Artikel-Titel

13:45 09.07.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Jan Jasper Kosok

Online-Journalist und Hausmeister in Kreuzberg
Jan Jasper Kosok

Kommentare 1