Die GEMA des Grauens

Irgendwie Links Mit Beiträgen zu Urheber- und Leistungsschutzrecht, neuen GEMA-Zwistigkeiten, den Folgen der Transparenz, sich auflösenden Büchern und dem Geschäftsmodell Facebooks
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Mittwoch, 27.06.12

Copyright: Britischer Regulierer stellt Warnhinweismodell vor, Heise

“Die britische Regulierungsbehörde Ofcom hat am Dienstag einen neuen Entwurf für das geplante Warnhinweisverfahren bei Urheberrechtsverletzungen durch Internetnutzer veröffentlicht und zur Konsultation gestellt. Dem Vorschlag zufolge melden Rechteinhaber mutmaßliche Verstöße an die großen Provider. Die Zugangsanbieter warnen die betroffenen Kunden schriftlich, dass ihr Anschluss im Zusammenhang mit Rechtsverletzungen aufgefallen ist.“

Die GEMA verklagt Musikpiraten e.V. wegen Nutzung eines Creative Commons-Songs, Ronny, Kraftfuttermisschwerk

“»Dragonfly« wurde unter dem Pseudonym »Texas Radio« zum Wettbewerb eingereicht. Dieses Pseudonym wird von den Musikern Electronico und ElRon XChile genutzt, die beide nicht wünschen, dass ihre bürgerliche Identität mit ihrer Tätigkeit als Musiker in der Band texasradiofish verknüpft werden kann. Das deutsche Urheberrechtsgesetz sieht explizit die Möglichkeit der pseudonymen und anonymen Veröffentlichung vor und gewährt so veröffentlichten Werken eine 70-jährige Schutzfrist. Innerhalb dieser sind auch die Lizenzbedingungen der Creative Commons-Lizenzen nach Ansicht der Musikpiraten voll gültig – was eine Lizenzforderung der GEMA kategorisch ausschließt.”

Leistungsschutzrecht für Presseverleger: Gesetzesinitiative ist auch volkswirtschaftlich abzulehnen, Andre Meister, Netzpolitik

“Es könnte sogar sein, dass die Verlage zukünftig zahlen müssen, wenn sie von Google gelistet werden wollen. Haucap verglich dies mit der Regalgebühr im Einzelhandel. Auf manche Artikel können Supermärkte nicht verzichten, andere müssen zahlen um in die Regale zu kommen. Falls Google beispielsweise ein Listing auf Android-Geräten anbieten würde, könnten manche Verlage sogar zukünftig Geld an Google bezahlen statt andersrum.”

Ein Archiv des Grauens, Sascha Lobo, SpOn

“Mit dem Internet rückt die Frage, ob man aus der Geschichte lernen kann, unangenehm nah. Das Netz ist Geschichtsschreibung in Echtzeit, bis in die kleinsten Details hinein. Man wird lernen müssen, das auszuhalten und weder zu resignieren noch zynisch zu werden. Die EU-Kommission veröffentlichte im Januar 2012 ein einigermaßen hanebüchenes Papier, in dem ein "Recht auf Vergessenwerden" gefordert wurde. Aus Sicht der Bürgers auf die Politik wäre ein "Recht auf Vergessenkönnen" seelenschonender. Wenn auch ebenso unrealistisch.“

Sobooks-Projekt: „Das Buch löst sich im Digitalen auf“, Daniel Lenz interviewt Christoph Kappes, Buchreport

“Wir möchten zunächst einige Themen aus dem Fokus rücken, darunter DRM - harter Kopierschutz ist für uns keine Option. Hinzu kommt, dass das Buch, der Inhalt, für uns nur eine Dimension ist und der Austausch darüber eine andere. Die Social-Funktionen bilden bei uns eine zweite Dimension. In diesem Prozess soll der Autor im Mittelpunkt stehen – wir begreifen uns als Dienstleister für den Autor, dem wir ermöglichen wollen, seine Leser zu finden und Geld zu verdienen. “

Has Facebook ruined Silicon Valley or just changed it?, Mathew Ingram, GigaOm

“The fundamental shift behind what Davidow is describing is that consumers are not really Facebook’s customers — as more than one person has pointed out, they are actually the product that is being sold. Since users don’t actually pay cash for the services they get, they have to pay for them in some other way, and in most cases it’s with the information they provide by using the network. So Facebook devotes huge amounts of its time and resources to figuring out how to get users to share more, and that’s what Davidow sees as exploitation.“

Die Überschrift der Netzschau ist jeweils ein Mashup der verlinkten Artikel-Titel

13:33 27.06.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Jan Jasper Kosok

Online-Journalist und Hausmeister in Kreuzberg
Jan Jasper Kosok

Kommentare