In die Ferne reisen...

Glosse über das Reisen in die Ferne
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Wenn die Menschen verreisen, also sich ihren wohlverdienten Urlaub gönnen, in dem sie an einen fernen Ort fahren, den sie nicht kennen, könnte man umgekehrt feststellen, das die Bewohner jenes fremden Ortes sich genau dahin begeben, wo die „Urlauber“ her sind und sich deren Heimat befindet. So zieht es einen in die Fremde, weil man das Altbekannte ja nur zu gut kennt. Die Einheimischen des fernen Ortes könnten über die „Urlauber“ spöttisch denken: „was ihr hier seht, das kennen wir schon eine Ewigkeit lang und warum den weiten Weg zu uns, das lohnt sich doch garnicht“. Die Urlauber werden lachen und feststellen:“aber wir kennen euren Ort mit all seinen Sehenswürdigkeiten doch garnicht und freuen uns deshalb, ihn erkunden zu dürfen“. Aber auch die Einheimischen des fernen Ortes, könnten die Reise in das Land der „Urlauber“ ins Auge fassen, weil es auch für sie dann etwas Neues ist, was es zu erkunden gäbe, auch wenn es für die „Urlauber“ verständlicherweise uninteressant und langweilig wäre, weil sie ja aus der Gegend stammen. Also verhält es sich so, dass das „Fremde“ interessant und neugierig macht und dass das „Gewohnte“, also die Heimat, eher uninteressant und langweilig geworden ist, weil man ja bereits alles kennt und somit den Entschluss fassen sollte, in die Ferne aufzubrechen, an einen Ort, den man nicht kennt, der aber aus diesem Grunde neugierig macht und einlädt ihn mit Verve zu erkunden. Die Einheimischen dort, werden aber wie die „Urlauber“ denken und ihrerseits in die Ferne aufbrechen, an einen unbekannten Ort, den sie neugierig erforschen und erkunden, so dass auf Seiten der „Urlauber“ wie auf Seiten der „Fremden“, dass gleiche Bedürfnis entsteht, in die Ferne zu ziehen, weil man das „Gewohnte“, die Heimat, in und auswendig kennt und es zu langweilig wäre, es ausgiebig zu erkunden. Somit ist das „Fremde“, das Unerforschte, welches den Ausschlag gibt. Es macht neugierig und will mit Eifer erforscht und erkundet werden, was aber nur möglich ist, wenn man sich aufmacht, den beschwerlichen Weg in die Ferne endlich anzutreten.

13:03 21.04.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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