Katharina Schmitz
Ausgabe 1517 | 26.04.2017 | 06:00 3

Schluss mit dem G8-Gemurkse

Bildung Bayern schafft das Turbogymnasium wieder ab. Nicht die einzige Schulreform seit Pisa, die Schüler zu Versuchskaninchen machte

Schluss mit dem G8-Gemurkse

Die junge Generation hat kaum noch Freiräume

Foto: Andreas Reeg/Agentur Focus

Das Kind ist in den Brunnen gefallen, wie man so schön sagt, das Schulkind, um genau zu sein. Denn die überstürzte Verkürzung der Gymnasialzeit, das sogenannte G8, entpuppt sich, kurz gesagt, als Bockmist. Das Turbogymnasium war ein Schnellschuss, dem jeder pädagogische Vorlauf fehlte. Der Lehrplan des G9 wurde nicht reformiert, sondern einfach wie eine Ziehharmonika auf acht Jahre zusammengequetscht. Der Lernstoff der Abiturienten quoll dabei seitlich heraus und verwandelte sich zu Mehrarbeit auf dem Rücken der Schüler. Seitdem müssen Schüler einfach länger in der Schule bleiben. Und auch danach ist noch nicht Schluss. Sie müssen zu Hause, also nachmittags oder sogar bis in die tiefe Nacht hinein, büffeln – Hausaufgaben machen und teilweise Stoff mit ihren Eltern durchnehmen, der eigentlich Teil des Schulpensums ist. Das ist reines Bulimielernen. Auch die Eltern wurden mit der Einführung des G8 überrumpelt. Sie wurden nicht gefragt, ob sie das G8 gut finden. Daher gehen die Eltern auf die Barrikaden. Vor allem jene, die in der eigenen Familie erleben, wie viel und wie sinnlos ihre Kinder büffeln müssen. Sie müssen mitansehen, wie sehr die sture Paukerei und der Konkurrenzkampf ihre Töchter und Söhne veränderten.

Die G8-Murksreform reiht sich in viele der Bildungsreformen der letzten 15 Jahre seit dem großen Pisa-Schock ein. Keiner weiß, was sie gebracht haben. Aber sie sind nun einmal da, und es ist ja ein ganzer Wust an Reformen: die Vervielfältigung der Formen von Sekundarschulen von vier (Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule) auf rund 15: Gemeinschaftsschule, Sekundarschule, Regelschule, Stadtteilschule, Oberschule, ISS und so weiter Zu den Reformen gehören auch noch die Ganztagsschule, die flexible Anfangsphase, die frühe Einschulung, die Inklusion und, natürlich, das berühmte Turbogymnasium, die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre. Das Problem ist: Wenn eine Reform wie die des G8 sich als Flopp erweist, gelingt ihre Zurücknahme nie ohne neuen Ärger. Auf Deutsch: Man kann nicht vor die Reform zurück.

Rolle rückwärts

Das bedeutet: Das Image des Gymnasiums ganz allgemein lässt sich nicht so leicht wieder aufpolieren. Auch nicht mit bayerischem Hauruck. Edmund Stoiber führte das G8 vor knapp 15 Jahren in einer Nacht- und Nebelentscheidung ein. Und Horst Seehofer schafft es nun, ebenfalls über Nacht, wieder ab. Beide Male stellten die Ministerpräsidenten die gerade amtierenden bayerischen Schulminister praktisch kalt. Die Rückkehr zum G9-Abitur sei eine „historische Entscheidung“, heißt es nun. Aber: Was sollte das Ganze eigentlich?

Die Rückkehr zum G9 ist eine halswirbelgefährdende Rolle rückwärts in der bayerischen Landespolitik. Edmund Stoiber hatte seinerzeit die verkürzte Schulzeit damit begründet, man wolle „Kinder so gut wie möglich auf die Zukunft einstellen“. Das ist eine dieser Politiker-Null-Aussagen, die übrigens nicht nur aus CDU/CSU oder FDP kommen. Auch Berlin wollte sich etwa mit der umstrittenen Früheinschulung von Kindern mit fünf Jahren für die Zukunft rüsten. Noch mehr gebundene Ganztagsschulen sollten im ganzen Land dafür sorgen, dass Eltern und Kinder über die Woche ganz im Sinne des globalisierten Kapitalimus vollzeitbeschäftigt sind. Was als Vereinbarung von Familie und Beruf gedacht zu sein scheint, assoziiere ich eher mit schlecht gemachtem Sozialismus. Die Ganztagsschule hat nämlich einen Haken: Sie verschult das Leben der Kinder und Jugendlichen komplett. Es bleibt kaum mehr freie Zeit – und es bleibt vor allem keine Zeit mehr, um sich als Jugendlicher autonom sozial zu entwickeln: Die Ganztagsschule pädagogisiert große Teile der Freizeit von Jugendlichen. Eine feindliche Übernahme. Zu Recht beklagt der jüngste Kinder- und Jugendbericht, dass die junge Generation kaum noch Freiräume hat.

Zu meiner Schulzeit Ende der 1980er Jahre gab es schon eine Art „Binnendifferenzierung“, um einen Fachbegriff aus der Didaktik nicht ganz sachgerecht zu bemühen, damit ist gemeint, „individuellen Begabungen und Interessen einzelner Schüler in der Klasse gerecht zu werden“. Ich erinnere eine solche Binnendifferenzierung zuallererst unter den Bundesländern. Galt doch ein Abitur aus Bayern oder Baden-Württemberg schon damals als Oho. Wir in Rheinland-Pfalz gehörten dem Mittelfeld an. Einen verlotterten Ruf hatten traditionell Bremen und Berlin. Wenn man also ein Reifezeugnis aus Bundesland X vorzuweisen hatte, wurde man beim Abi-Schnitt von vielleicht 2,1 auf 3,0 inoffiziell abgestuft (Bremen!) oder, umgekehrt, hochgestuft (Bayern!).

Binnendifferenzierung konnte freilich auch zwischen zwei Gymnasien ein und derselben Kleinstadt stattfinden. Die Schüler in Wittlich zwischen Mosel und Trier wechselten öfter vom Cusanus-Gymnasium auf das Peter Wust, weil sie es „unten“ im Cusanus nicht packten. Das Wust lag oberhalb der Stadt, früher war ein Internat angeschlossen, die Anforderungen waren vergleichsweise läppisch. Das größte Ärgernis für die Autorin, die eine Realschule besuchte, war, dass ihr Notendurchschnitt von 2,3 in der 10. Klasse nicht ausreichend war, um am Gymnasium zu bestehen, auch am Wust nicht. Der Direktor hatte augenscheinlich den für diese Zeit klassischen Klassendünkel, er ließ mich vorsprechen. Ob ich mir das Gymnasium denn zutrauen würde? Meint, zugespitzt gesprochen: Wir Bauernkinder vom Land waren in den 1980er Jahren ähnlich benachteiligt wie ein türkisches Migrantenkind in, sagen wir: Dortmund. Die Integrationsleistung der Bayern liegt übrigens, Studien beweisen das, höher als bei den Bundesländern mit mehr integrativen Schulen.

An dieser Stelle kurz etwas über das sogenannte dreigliedrige Schulsystem, also die Sortierung der Schüler auf Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Die Debatte wird hier genauso emotional und polarisiert geführt wie um das Turboabitur. Mit meinen persönlichen Erfahrungen müsste ich definitiv für Abschaffung sein. Stichwort: Zementierung von sozialer Selektion. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der sukzessive Umbau in zweigliedrige Schulsysteme – Gymnasium plus Gesamtschule – Chancengleichheit besser herstellen kann. Beweise gibt’s jedenfalls noch keine.

Ich finde, die alten Schulformen werden diskreditiert. Die Hauptschule zum Beispiel, die bei uns auf dem Land einmal als solide Kaderschmiede für Handwerksberufe galt. Oder die Sekundarschule, in Berlin oft ein Schreckgespenst für ehrgeizige Eltern, die fürchten, dass ihr Kind auf eine pluralistische Schülergesellschaft trifft, weniger euphemistisch gesagt: auf Kinder mit niedrigem sozialen Status, in den Bildungsstudien nennt man sie oft Kinder aus der unteren Dienstklasse.

Das neoliberale Kind

Ich kenne das Argument, dass in der Industrie 4.0 die Qualifikationanforderungen immer komplexer werden, zum Beispiel ist aus dem Automechaniker der Kfz-Mechatroniker geworden. Andererseits, wer vom Abitur spricht, egal ob G8 oder G9, muss die Abiturquote nicht vergessen: die Entwertung der Allgemeinen Hochschulreife. Die Abiturquote pendelt seit 2011 zwischen 53 und 59 (!) Prozent. Könnte es ein Fehler im Bildungssystem sein, wenn die Eintrittskarte selbst für kaufmännische Ausbildungsberufe längst das Abi-Zeugnis ist? Es herrscht ein Akademisierungswahn – der zu Lasten des Handwerks geht, nicht zu vergessen der Berufsschulen, einst eine solide Karrierestation. Einerseits.

Andererseits klagen die Universitäten, dass das Bildungsniveau heutiger Studenten und Studentinnen nicht gut ist. Hat das Niveau der Hochschulreife vielleicht etwas mit dem G8 oder G9 zu tun? Hat nicht die Inflation der Abiture genau mit jenem Doppeljahrgang an G8- und G9-Absolventen begonnen, die gleichzeitig Abitur machten? Genau so war es. Und der Abiturinflation, mit der massenhaften Einführung von Gesamt- und Gemeinschaftsschulen weiter angeheizt, folgte die Noteninflation nach. Die Bildungsrevolution entwertet ihre Aufsteiger. Nur so kann man erklären, dass mehr Abiture paradoxerweise in die Abstiegsgesellschaft münden.

Und es sind ja so viele Reformen, deren Zusammen- oder Gegeneinanderwirken nicht mehr dechiffrierbar ist. Permanenter Wandel der Didaktik, alles für die heterogene Schülerschaft und die globalisierte Wirtschaft. Das individualisiert beschulte Kind ist in Wahrheit ein neoliberal präpariertes Kind. Parallel nimmt der Bürokratieaufwand für Lehrer ständig zu. Schuld sollen freilich die Helikoptereltern sein, jene Eltern also, die der Schule nicht mehr trauen und ihren Nachwuchs unter verschärfte Beobachtung stellen. Wer kann es ihnen verdenken?

Deutsche Schulen stehen zu Recht im Verdacht der zu frühen Auslese, daran muss gearbeitet werden. Man fragt sich nur, warum ausgerechnet Bildungsexperten so oft die falschen Schlüsse aus den Missständen ziehen. Die Fans der Gemeinschaftsschulen propagieren immer noch das gemeinsame, individuelle, projektorientierte Lernen. Alle wollten vom Musterland Finnland abschauen, wo Kinder – angeblich – bis zur 9. Klasse so lernen. Nun rutscht der Klassenprimus im Ranking langsam ab. Der Lehrer als Lernbegleiter, der Schüler als sein eigener Projektmanager, das klingt nicht gut und funktioniert nicht immer. Man kann es so illustrieren: Begabte werden nach unten gezogen, mittelmäßige Schüler nicht genug gefördert – und die schlechten vergessen.

Die neuen Bundesländer sagen zu Recht, das G8 habe sich bewährt, aber der Fokus im Westen muss darauf liegen, ebenfalls das zu behalten, was sich bewährt hat. Aktionismus ist kein guter Reformanlass. Und Alarmismus kein guter Ratgeber. Seit Jahren mutiert die Schule zu einem Experimentierfeld, Kinder und Eltern sind Versuchskaninchen. Die Zeit meiner dreijährigen Oberstufe gehörte zur schönsten meines Lebens. Für mich war Schule nicht zuletzt auch ein Ort, Opposition zu üben, früher gegen die Welt da draußen. Heute gegen schulreformerisches Gemurkse.

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 15/17.

Kommentare (3)

Frank H. Sauer 27.04.2017 | 02:10

Wie schon der Philosoph Richard David Precht sagte: "Wir brauchen keine Bildungsreform, sondern eine Bildungs-Revolution." Gute Ansätze dafür gibt es ja bereits längst. Allerdings müssten wir alle - besonders die sog. Etablierten - mächtig umdenken.

In einem älteren Artikel habe ich das mal versucht zu erläutern. Hier ein winziger Auszug:

Die konkrete Frage ist: "Warum lernen wir in der Schule fast nur Dinge, die völlig unwichtig sind und uns im Leben nicht wirklich weiterbringen?" Für viele ist Schule eine ziemliche Zeitverschwendung. Und obendrein bringt es eine Menge Frust, Stress und Orientierungslosigkeit.

Seit über 20 Jahren bin ich nun als Trainer und Coach in der sogenannten Erwachsenenbildung tätig und habe zwischendurch auch hunderte Jugendliche in einem Berufsorientierungsprogramm (BOP) intensiv begleitet und betreut. Daraus resultieren schreckliche Erkenntnisse, die auf das großflächige und vielschichtige Versagen des Systems Schule zurückzuführen sind.

Meister Eckhart (1260-1328) führte den Begriff "Bildung" in die Deutsche Sprache ein. Er beschrieb es als das "Erlernen von Gelassenheit", mit dem Ziel, der Mensch soll Gott ähnlich werden.

Eine ausführlichere Definition des Begriffs Bildung finden Sie hier >>

Heute haben wir eine "schulische Ideologie", die ihren wesentlichen Ursprung im 19. Jahrhundert hat und als sogenanntes "preußisches Schulsystem" international Vorbildcharakter genoss. Es wurden militärisch anmutende Gebäude und Strukturen geschaffen, in denen fleißige, aufmerksame, ordentliche und willfährige Bürger "gebildet" bzw. gezüchtet werden, um staatlichen und wirtschaftlichen Interessen zu dienen.

Es ist offensichtlich, dass der über Jahrhunderte definierte Zweck von Bildung mit der heutigen Schule und dem Studium überhaupt nichts mehr zu tun haben. Das ist sehr interessant und sollte uns nachdenklich machen. Wo doch schon vor hundert Jahren einem bekannten Vordenker und Impulsgeber klar war, dass die Schule auf dem Holzweg ist:

Nicht gefragt soll werden: Was braucht der Mensch zu wissen und zu können für die soziale Ordnung, die besteht – sondern: Was ist im Menschen veranlagt und was kann in ihm entwickelt werden?

So sind die Inhalte der meisten Lehrbücher unwichtig, überholt oder schlichtweg falsch. Einige sogar schädlich.

Die größte Fehlleitung des Schulsystems ist, dass alle kreativen Aktivitäten eines Menschen zu akademischen "Fächern" gemacht wurden - bei genauer Betrachtung könnte man dies als "brutale Schändung von unbequemen und nicht skalierbaren Fähigkeiten" bezeichnen. Die Entfaltung der Persönlichkeit des Schülers (Individuum) ist so nicht möglich und wird systematisch unterdrückt.

Wir haben ein Schulsystem, das mit wahrhaftiger Bildung (siehe Definition) nichts zu tun hat. Ein sog. verbriefter "Bildungsauftrag der Schulen" kann demnach mit einem stringenten Lehrplan nicht erfüllt werden.

Wir stehen heute vor der Aufgabe, ein zeitgemäßes Bildungssystem zu entwickeln, das insbesondere die nachstehenden Faktoren berücksichtigt:

1. Die Anforderungen an zukünftige Berufe sind nicht erfassbar, da es sie in dieser Form und Ausprägung nie gab. Wir müssen also verstärkt das Selbstlernen (Autodidaktik) wieder lernen.

2. Steigender Non-Konformismus: Das allgemeine Infragestellen und Hinterfragen von gesellschaftlichen und politischen Belangen, welches eine Kultur des offene Dialogs benötigt.

3. Zu viele Informationen in immer kürzerer Zeit und unsortiertes Gesamtwissen haben uns orientierungslos gemacht. Wir brauchen eine richtige Einordnung von Wissen.

Selbststudium ist das beste Lernen. Alle Menschen brauchen den Freiraum und genügend Inspirationsquellen, sich freiwillig zu interessieren und zu studieren.

Kinder bringen sich selbst die kompliziertesten Dinge bei, oft solche, bei denen Erwachsene nicht mithalten können. Diese Fähigkeit ist uns angeboren und wird durch Lehrpläne, Stillsitzen & Co massiv beschädigt.

Für das Selbststudium stehen uns heute schon phantastische Mittel zur Verfügung. Wir sollten diese Potentiale nutzen.

Wir wissen, dass Coaching eine Methode ist, um das Bewusstsein für aktuelle Vorgänge, Problemerkennungen und Lösungsstrategien zu erhöhen. Und durch ehrliches und unmittelbares Feedback (Reflektion) kann Coaching ergänzend in allen Bereichen der Bildung eingesetzt werden.

Ein "coachender" Lehrer ist ein interessierter und emphatischerSparringspartner, der Wert auf die Persönlichkeit des Schülers legt und dabei den Akt der Wissensvermittlung richtig dosiert sowie das für den Schüler individuell wichtige Wissen hervorhebt. Er lotet mit dem Schüler (Coachee) Optionen seiner Lebensgestaltung aus und sucht das dafür wichtige und richtige Wissen aus.

Beim Lernen ist die Qualität zunächst wichtiger als die Quantität. So ist die Note 1 (sofern es überhaupt noch Noten [= externe Bewertungen] in dieser Form geben sollte) das Ziel, bevor man zur nächsten Lernstufe weitergeht.

Der Schüler benotet sich - mit Hilfe (Feedback) seines Coaches - selbst und erst wenn er zufrieden mit seiner Qualität ist, erhöht er die Geschwindigkeit (oder andere Quantitäten) bzw. geht zur nächsten Lektion.

Nicht nur Führungskräfte, sondern Lehrer als Coaches auszubilden ist hier eine mögliche Lösung des Hauptproblems.

P.S. Das Wort "Schule" stammt übrigens aus dem Lateinischen Begriff "schola", der u.a. "Ruhe" bedeutet; dieses lateinische Wort wurde abgeleitet aus dem griechischen Begriff "scholḗ" und heißt übersetzt u.a.: gelehrige Unterhaltung, Muße, Rast und Vortrag.

BigDet 29.04.2017 | 17:18

Ach, wenn das alles so einfach wäre. Hier werden Behauptungen aufgestellt, die nicht begründet, geschweige denn erklärt werden. Es wird ein Ideal gepriesen, wie schon in den 70er Jahren, ein selbstständiges Lernen der Schüler/innen durch „Handlungsorientierten Unterricht“. Der gut vorbereitende Lehrer (sehr selten), der den nach Wissen dürstenden Schüler/innen nur begleitend und stützend beisteht. Seit über vier Jahrzehnten diskutiert, ohne dass ein Ende abzusehen ist.

Was wird nicht angesprochen:

„Motivation“, der alles entscheidende Faktor des Lernens. Die in den Familien von klein an praktizierte, oder auch nicht, „Erziehung“ ihrer Kinder. Die akzeptierte und gelebte „Verantwortung“ einer jeden Person dem anderen gegenüber.

Da können allgemeingültige gute Inhalte in einem fantastisch gut geschnürten Lehrsystem verbunden werden, wenn der Mensch nur in einem der drei Faktoren nicht mitmacht, kann selbst dieses Ideal nicht klappen. Und hier haben wir die Ursachen unseres unvollkommenen Schulsystems.