S21 Mehdorn wirft den TÜV raus

Erst TÜV dann Eba ? Endlich. Erster begrüßenswerter Fortschritt im Projekt Stuttgart 21 ! "Umstrittener Sprecher legt Amt nieder" ! Jetzt kann nur noch Mehdorn helfen.
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Endlich. Erster begrüßenswerter Fortschritt im Projekt Stuttgart 21 !

"Umstrittener Sprecher legt Amt nieder" ! Original Schlagzeile der SWR-Meldung vom 08.10.2014. Nun endlich passiert wirklich mal etwas bei S21, der erste reale Projekt-Fortschritt ! Der Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm, Wolfgang Dietrich, zieht sich zum Jahresende aus seiner Funktion zurück, die er seit 2010 innehatte. Bahn-Konzernvorstand Volker Kefer : "Mit seinem Namen verbindet die Deutsche Bahn transparente, offene, authentische und konstruktive Projektkommunikation." Keine Ahnung, von wem Kefer hier sprach, ganz offensichtlich nicht von Wolfgang Dietrich. Möglich, dass ihm seine Sprechzettel vertauscht wurden wie weiland Helmut Kohl zur Neujahrsansprache. 'Authentisch' wohl schon. 'Transparente, offene, und konstruktive Projektkommunikation' ? Der Propaganda-Lautsprecher ?

Seine Spreche " Bereits länger schon geht es nicht mehr um das 'Ob', sondern um das 'Wie'. Das Projekt, zu dem Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm gehören, sei nach [ … ] der Erörterung der Planungen auf den Fildern gefestigt." hat ungefähr dieselbe Bedeutung, wie wenn Frau Merkel einem ihrer Vasallen "das vollste Vertrauen" ausspricht. In Klar-Sprech : Achtung, gleich krachts, ich war's nicht und ich weiß von nichts. Und überhaupt: war was ?

Ausgerechnet, "nach der Genehmigung für eine erhöhte [Grund-]Wasserentnahme und der Erörterung der Planungen auf den Fildern [Flughafenbahnhof] sei das Projekt gefestigt" ?! Ihm muß wohl die grüne Tinte ausgegangen sein. Flughafenbahnhof : alles ungeklärt. Nesenbachdüker ? Außer mirakulösen Andeutungen der Bauherren nichts konkret. Doppelte Menge Grundwasserentnahme : genehmigt ja, aber machbar ? Mit welchen Folgeschäden für die Vegetation im Park und den gesamten (Mineral-)wasserhaushalt ? Ruht der Bahnhofsturm nun auf Eichen- oder Eisenpfählen, was für dessen Standfestigkeit bei der verdoppelten Wasserentnahme von fundamentaler Bedeutung ist ? Die DB verweigert Erkundungsbohrungen und seit einem Jahr hat keiner mehr danach gefragt.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/bahnprojekt-stuttgart-21-umstrittener-sprecher-legt-amt-nieder/-/id=1622/nid=1622/did=14307434/1pmypcx/

Nachfolge noch unbekannt. Irgendein ausgedienter TV-Spaßmacher wird sich schon finden lassen. Vielleicht würde Nicole Razavi gerne die Rolle übernehmen ? Die Gegenspielerin von Winfried Hermann, die z.B. überhaupt nicht verstehen will, was es an dem bis 2016 laufenden hochproblematischen Verkehrsvertrag mit der DB auszusetzen geben könnte. Und für die jede Kritik an S21 ein Sakrileg ist. Ist auch logisch, wo doch über ihre Beratertätigkeit für den für S21 tätigen holländischen Grontmij-Konzern ein Teil ihrer Weisheit direkt ins Projekt mit einfließt, so nebenbei zu ihrem Nebenjob als CDU-Landtagsabgeordnete.

http://www.kontextwochenzeitung.de/politik/146/neuer-filz-bei-stuttgart-21-1964.html

Nicht auszuschließen ist allerdings, wenn im Rahmen der anlaufenden General-Rochade bald Hartmut Mehdorn die Gesamtleitung des konsolidierten Mega-Schlamassels BER-S21 übernehmen wird , daß er Wowereit als neuen Nett-Sprecher und Beruhigungs-Onkel mitbringen wird.

Die Parallelen zwischen S 21 und BER werden immer offensichtlicher. Oder: beabsichtigte Gemeinsamkeiten ? Mehdorn, ick hör Dir trappsen !

Mehdorn wirft den TÜV raus (Meldung SZ vom 19.08.14)

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/berliner-flughafen-ber-mehdorn-wirft-den-tuev-raus-1.2094544

Der soll sich geweigert haben, den sogenannten Nordpier abzusegnen. Begründung: Das eingebaute Diesel-Notstromaggregat sei zu schwach gewesen, zudem hätten Teile der Blitzableiter gefehlt. Die Prüfinstanz für Sicherheit weigert sich, gehorsam abzunicken ?! Raus !

"Das kann ich noch besser ", dachte sich da der Maut-Dobrindt : die Stilllegungsgenehmigung für den Kopfbahnhof wird nicht einfach abgenickt ? Wie, da sind Gesetze vor ? Dann ändern wir eben schnell mal die Gesetze ! Konnten wir die (womöglich fremd-ländischen) Privatbahnen nicht per Maut ( sprich, überhöhte Trassengebühren der DB Netz AG) abschrecken, Teile des Kopfbahnhofs für ihre Verkehrsleistungen weiter betreiben zu wollen, dann ziehen wir ihnen einfach den Bahnhof unter den Schienen weg. Ganz legal, wie das gesamte S21-Glücksspiel, in diesem Fall via neu geschaffener 'Lex S21'.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/streit-mit-privaten-bahngesellschaften-dobrindt-plant-lex-s21/-/id=1622/nid=1622/did=14309840/zgjcko/

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-lex-s-21-soll-projekt-helfen.faea9e65-6659-49e6-bd56-8432f9a1b4f5.html

Allerdings weiß man auch nicht so recht, was man von der Stuttgarter Netz AG halten soll, deren "Aktuelle Situation" auf ihrer Homepage im März 2013 stehen geblieben ist und die auf direkte Anfragen nicht reagiert.

Jedenfalls, der heiße Draht namens Pofalla zwischen DB (100 % Eigentum des Souveräns) und Politik (Vertreter des Souveräns …) scheint schon bestens zu funktionieren, auch vor Pofallas offiziellem Wechsel. Wobei, mit Dobrindt im Aufsichtsrat der DB gibt es den noch viel direkteren Weg. (Wie sagten früher einmal die Leute dazu ? Interessenskonflikt ? ).

Aber egal, Herrn Grube wird sehr daran gelegen sein, mit Dobrindt und mit MdB Pofalla noch möglichst oft in dessen politischer Restlaufzeit zusammen zu treffen, denn : damit bessert er sich schließlich sein Gehalt auf !

Wie bitte ? Ja wirklich. Laut 'Kontraste' vom 20.03.204 werden Grubes Boni nicht etwa nach gesteigerten Fahrgastzahlen oder erfolgreicher Verkehrsverlagerung auf die Schiene bemessen, sondern ein Viertel von Grubes persönlichem Bonus (geschätzt 1 Mio. Euro) hängt von der politischen Beziehungspflege ab. Konkret : "von mehr als 30 Treffen im Jahr mit Politikern". Explizit : "Regelmäßige Treffen mit MP Kretschmann zu Stuttgart 21".

Also, leckere Boni für selbstverständliche Tätigkeiten eines Bahn-Vorstandsvorsitzenden.

Wirklich lecker.

http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-vom-20-03-2014/bahnchef-grube--extra-gehalt-fuer-politiker-treffen.html

5,4 Mrd. Euro preiswert für einen Flughafen ! Im Vergleich zu einem tief gelegten acht-gleisigen Eisenbahn-Haltepunkt für 6,5 Mrd. ist das tatsächlich geradezu billig. Also, was folgt daraus . . . ? Keiner eignet sich besser als Ober-Gesamt-Projektleiter für einen konsolidierten BER_S21-Schlammassel !

http://www.tagesspiegel.de/berlin/kostenfalle-ber-fuer-mehdorn-sind-5-4-milliarden-euro-preiswert/10083064.html

In der Nachforderung von 1,1 Mrd. enthalten (laut 'biztravel' vom 23.06.14): 168 Mio. für "zusätzliche Bau- und Planungsleistungen".

http://biztravel.fvw.de/index.cfm?event=print.article&cid=4070&pk=132764

Die zusätzlichen Planungskosten werden nur einen Tag später plausibilisiert, wenn der 'Spiegel' am 24.06.14 mitteilt, dass "der (nach achtjähriger Tätigkeit für BER ) kurz zuvor geschasste Planer der sogenannten Anlage 14 (die funktionsuntüchtige Entrauchungsanlage !) gar kein Ingenieur war, sondern lediglich technischer Zeichner

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ber-planer-am-berliner-flughafen-war-gar-kein-ingenieur-a-977163.html

bekommt man eine Idee, wie die Planung der Brandschutz-Anlagen für die Stuttgarter Tiefstation vonstatten gegangen sein könnte. War es vielleicht sogar dieselbe Person ? Gehobene Synergien sozusagen.

Nachdem die Nobelpreise jetzt alle vergeben sind, fehlt noch der Alternative Nobelpreis für die Produktion virtueller Scheinwelten durch dauerfeste Optische Täuschungen . Anwärter wäre das Kommunikationsbüro S21 mit der eisern durchgehaltenen Visualisierung eines scheinbar ebenen Tiefbahnhofs. (Unfreiwillig) witzig war ja z.B. die gelungene Kombination von Text (nahe an der Wahrheit) und Bild (Täuschung) in der Stuttgarter Zeitung vom 5. Oktober 2014. Der wahrheitsnahe Text, der Risiken des Schräg-Bahnhofs beschreibt, ist garniert mit dem altbekannten Reklamebild scheinbar waagrechter Bahnsteige.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-neue-zweifel-an-der-sicherheit-gutachter-warnt-vor-unfallrisiken-im-geplanten-tiefbahnhof.85f69b18-4429-4ea6-b78a-d082f03bdb75.html

Vermutlich ist die zweidimensionale grafische Darstellungsfähigkeit überfordert damit, abzubilden, wie die Bahnsteige über ihre gesamte Länge jeweils 6 Meter höher oder tiefer enden.

Kann sich aber jeder, der möchte, auch selbst ausmalen.

Guten Rutsch !

22:32 13.10.2014
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