Lutz Herden
02.09.2014 | 13:32 309

Es führt kein Weg zurück

Ukraine Die Präsidenten Putin und Poroschenko haben sich auf eine Feuerpause im Donbass geeinigt. Zuvor war der Konflikt in den vergangenen Tagen weiter eskaliert

Es führt kein Weg zurück

Raketeneinsatz der ukrainischen Armee im Osten

Oleksander Ratushniak / AFP

Wer hat in den vergangenen Tagen gegen wen in der Ostukraine gekämpft? Schwer zu sagen. Gibt es Veranlassung, den Aussagen des ukrainischen Präsidenten Glauben zu schenken, wenn er von Aggression und dem Einmarsch russischer Truppen redet. Dass es diese Vorwürfe gibt, damit war zu rechnen, falls die eigene Armee Terrain verliert und in die Defensive gerät. Und das gar sie seit dem Treffen Putin-Poroschenko in Minsk.

Ohnehin ist Poroschenkos militärische Expertise nicht über jeden Zweifel erhaben. Des öfteren schon hat er verkündet, es seien nur noch Tage bis die Aufständischen im Osten geschlagen seien. Man stehe vor der Einnahme von Lugansk und Donezk. Dass dabei eine beachtliche Überschätzung des eigenen Militärpotenzials im Spiel war, lässt sich kaum leugnen. Der Staatschef selbst rügt inzwischen das Oberkommando in Kiew. Die Freiwilligen- und Reservistenverbände der Territorialverteidigung im Raum Mariupol und Ilowaisk südöstlich von Donezk seien nicht adäquat ausgerüstet. Auch Soldatenmütter protestieren, Teile des Equipments wie Schuhe und Helme sollen durch Sammlungen in der Bevölkerung an die kämpfenden Verbände gegangen sein.

Wie auch immer sich Russland engagiert – sei es durch einen Waffen- und Munitionstransfer, durch Freiwillige und Ausbilder, Propaganda und humanitäre Hilfe – man kann in der gegebenen Situation nicht ernsthaft erwarten, dass eine russische Regierung tatenlos zusieht, wenn im Donbass Großstädte und deren vorwiegend russische Bevölkerung mit schwerer Artillerie zusammengeschossen und eingekreist werden.

Entscheidender jedoch ist Folgendes: Petro Poroschenko und seine Paten im Westen haben entweder übersehen, ignoriert oder unterschätzt, dass Russland längst über das Stadium hinaus ist, sich durch die Ukraine-Krise in die Defensive treiben zu lassen und eine Rückkehr zum Status quo anzustreben, wie er mit der Janukowytsch-Administration gegeben war.

Überaus heikle Frage

Der Konflikt hat eine Phase erreicht, in der Moskau ungerührt die von den Amerikanern dominierte, von der NATO militärisch und von EU ökonomisch abgesicherte postpolare Ordnung Europas herausfordert und Defizite ihrer Machtprojektion aufdeckt. Es werden Konsequenzen eines von außen forcierten Machtwechsels in Kiew deutlich. Einige EU-Regierungen dürften erschrocken registrieren, worauf sie sich eingelassen haben. Man sieht sich einer Kraftprobe mit Russland ausgesetzt, aus der es keinen Ausweg gibt, wenn der in einer Selbstaufgabe der Aufständischen oder einem Zurückweichen Moskaus bestehen soll.

Diesen Konflikt beherrscht nun die überaus heikle Frage, kann der Westen durchsetzen, dass eine pro-westliche Regierung gegen die Interessen der Ostukraine und Russlands installiert und gehalten wird? Wenn ja, wie und zu welchem Preis? Russland schraubt ihn hoch, auch wenn dadurch irreversible Schäden für das seit 1990 entstandene Ost-West-Gefüge entstehen. Putin weiß, dass die NATO wegen eines Fanatikers wie des ukrainischen Premiers Jazenjuk nicht den großen Krieg riskieren wird. Und die NATO weiß das eben auch. 

Es fällt auf, wie deutsche Politiker bis hin zu Kanzlerin Merkel kurz vor dem Bündnis-Gipfel in Wales insistieren, dass es nur eine politische, keine militärische Lösung geben könne. Waffenlieferungen werden ausgeschlossen. Norbert Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, mahnt im Welt-Interview, die NATO solle maßhalten, es liegt keine „Bedrohung eines NATO-Landes durch Russland vor."

Bisher wurde gemutmaßt, Präsident Wladimir Putin habe keinen Masterplan für den Umgang mit der Ukraine. Das Muster Krim verbiete sich für den Donbass. Sollte es anders kommen, werde Russland weltpolitischer Ächtung verfallen und das total. Wer sagt eigentlich, dass es Moskau um die Ukraine als Objekt der Begierde geht? Deren Zustand taugt viel mehr zum Präzedenzfall, um dem Westen vor Augen zu halten, was passieren kann, wenn er Hegemonie in diesem Teil Osteuropas ebenso durchsetzen will wie in Nordafrika (Libyen), im Nahen Osten (Irak) oder in Mittelasien (Afghanistan). Weltordnungs- und Statusfragen sind mit diesem Konflikt unlösbar verbunden, besser: verschweißt.

Schwer zu verstehen

Man kann Russlands Präsidenten von Boris Jelzin über Wladimir Putin bis zu Dmitri Medwedjew nicht ernsthaft unterstellen, nach 1990 West-Integration verweigert zu haben. Allerdings wollten sie dabei nie auf das Bedürfnis verzichten, als Großmacht behandelt zu werden. Ein Status, wie er der Russischen Föderation dank ihrer Geschichte, Größe und Ressourcen, aber auch internationalen Verpflichtungen bis hin zur ständigen Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat nicht ernsthaft bestritten werden kann. Freilich ging das Vertrauen in die Bereitschaft des Westens, dies anzuerkennen, lange vor dem Ukraine-Konflikt immer mehr zurück. Zunächst gegenüber den USA, dann gegenüber der Europäischen Union und deren Führungsmacht Deutschland.

Mehrfach hat der Kreml sein Unverständnis über die Motive des Westens zum Ausdruck gebracht, von Afghanistan, über den Irak und Libyen, bis zu Mali und Gaza (Israel ist in dieser Hinsicht Teil des Westens) zu intervenieren und eine längst nicht mehr beherrschbare Bürgerkriegszone von Nordafrika bis Mittelasien zu schaffen. Für Wladimir Putin war da nicht nur Zynismus im Spiel. Ihn befremdete die kaum zu überbietende Irrationalität einer Politik, die sich erkennbar gegen die Verursacher richtete. Katastrophaler als in Afghanistan und derzeit im Irak kann die Bilanz des westlichen „Demokratie-Exports“ kaum sein. Dass auch die Ukraine dem unterworfen wird, überforderte möglicherweise die Vorstellungskraft der russischen Führung. Um so entschiedener die Reaktion, seit der putschartige Janukowytsch-Sturz in Kiew über die Bühne ging.

Globaler Rückhalt

Doch irrt, wer glaubt, aus Russland sei dadurch ein international isolierter Staat geworden, der mit dem Rücken zur Wand steht. Erst am 16. Juli hat Wladimir Putin im brasilianischen Fortaleza zusammen mit den Staatschefs der anderen BRICS-Staaten Brasilien, China, Indien und Südafrika diesem Staaten-Verbund ein finanzielles Rückgrat verschafft. Gegründet wurden die BRICS-Entwicklungsbank mit Sitz in Shanghai und ein Contigent Reserve Arrangement (CRA), ein dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vergleichbarer Kapitalstock mit zunächst 100 Milliarden Dollar an Einlage. Der CRA ist zur Kreditvergabe ebenso autorisiert, wie er die Währungsstabilität der BRICS-Staaten garantieren soll. Wenn sich China an solchen Strukturen beteiligt und mit 41 Milliarden Dollar größter Einleger des Fonds ist, wird kein symbolischer Akt zelebriert, sondern ein Konkurrenzunternehmen installiert, um die Dominanz Europas und der USA auf den Kapitalmärkten einzuhegen. Das kann die Wirksamkeit finanzieller Restriktionen der EU gegen Russland tangieren.

In ähnlicher Weise bietet die Shanghai Cooperation Organization (SCO/kurz Shanghai-Gruppe) einigen Rückhalt. Diese Staatenassoziation mit China, Kasachstan, Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisistan dient Moskau als Instrument seiner Sicherheitspolitik, als Plattform für Allianzen und Anlass für gemeinsame Manöver etwa mit der chinesischen Volksbefreiungsarmee. Dass der Iran seit Jahren einen SCO-Beobachterstatus beansprucht, ist im Kontext des Ukraine-Konflikts durchaus von Belang, da die Islamische Republik zusammen mit Russland mehr als zwei Drittel der globalen Gasreserven kontrolliert. Zuletzt hat die Türkei angedeutet, über einen SCO-Beitritt nachzudenken.

Auf hohem Seil

Es bleibt als Fazit, dass es bisher nicht gelungen ist, die Kiewer Administration von außen so zu stabilisieren, dass der Verlust an Regierungsautorität und ökonomischer Substanz aufgehalten wurde. Auch wenn die EU jetzt erneut an der Sanktionsschraube drehen will, vergeht zunächst einmal Zeit, bis ein Konsens gefunden ist. Die Betreiber derartiger Strafaktionen balancieren überdies auf einem hohen Seil. Sollten sie abstürzen, rauscht die Energieversorgung mehrerer Staaten Westeuropas mit in die Tiefe. Man befindet über weitere Sanktionen nicht auf der Schwelle zum Sommer, sondern vor dem nächsten Winter.

Da sind Vorsicht und Vernunft geboten wie bei der Frage, wie weit der Handelskrieg noch getrieben werden soll. Beratung und Beistand für Kiew sind nur dann sinnvoll, wenn sie dazu führen, dass die Verhandlungen innerhalb der Kontaktgruppe in Minsk möglichst schnell zu einem dauerhaften Waffenstillstand führen und die ukrainische Führung sich darüber im Klaren ist, dass sie oder andere künftig ein Land regieren werden, dessen Osten einen Sonderstatus beansprucht. Schuld daran sind die Vorgeschichte und die Umstände des Janukowytsch-Sturzes Ende Februar, mehr noch die Osterweiterung der NATO seit 1999, die absolut kein Maß finden will.

Kommentare (309)

Seifert 02.09.2014 | 14:52

Was soll das Geplänkel? Viel entscheidender scheint mir doch die Frage zu sein, welche Haltung jene einnehmen, die sich weder mit imperialer noch neo-imperialer Politik identifizieren - und welches Handeln daraus folgen müsste. Dass die russische Führung eine weitere Ausdehnung der NATO/EU nicht hinnehmen will, ist verständlich. Trotzdem möchte ich die progressive Position nicht mit jener von Putin gleichsetzen.

In der Debatte um die Ukraine geht es hauptsächlich um ein binäres Denken: entweder für den "Westen" oder für Putin. Dabei geht die Frage nach einer Politik, die der gesellschaftlichen Emanzipation dient, ganz einfach verloren.

Dersu Usala 02.09.2014 | 14:56

Realjournalistisch haben Sie wohl recht, reale politische Großblöcke ringen um Einflusszonen. Realistisch betrachtet wäre russischer Bevölkerung in Donbassstädten aber mehr geholfen, wenn Separatisten keine russischen Waffen hätten, oder Zustrom an freiwilligen Helfern über die Grenze. Schottische Separatisten sind sehr friedlich, selbst baskische wurden nicht mit Armeeoffensiven bekämpft. Sind ukrainische Separatisten wirklich von Natur aus so verbissen?

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 15:12

Entscheidender jedoch ist Folgendes: Petro Poroschenko und seine Paten im Westen haben entweder übersehen, ignoriert oder unterschätzt, dass Russland längst über das Stadium hinaus ist, sich durch die Ukraine-Krise in die Defensive treiben zu lassen und eine Rückkehr zum Status quo anzustreben, wie er mit der Janukowytsch-Administration gegeben war.

Soll das rücksichtnehmende Diplomatie sein, oder die im Volk weit verbreitete Unterschätzung? Jedenfalls wird so zumindest Teilentschuldung impliziert. Ein großer Fehler der immer wieder gern getan wird, denn

sie wissen genau was sie tun.

Auch wenn man sich bei so manchen Politiker-innen die Frage stellt wie sie ohne Hauptschulabschluß in diese Position kommen konnten, bedeutet das nicht, daß sie unbewusst oder dümmlich handeln. Denn hinter den Politikern stehen in Person diverse Staatssekretäre, Berater-Firmen usw. mit recht ausgeprägter Intelligenz und Cleverness, auf die sie jederzeit Zugriff genießen.

Ich glaube auch nicht, daß sich Putin düpiert fühlt wenn ihm (persönlich) nicht die Beachtung entgegengebracht wird die ihm gebührt - der ist da ganz unprätentiös.

Geht es aber um Rußland, sieht das schon anders aus. Man darf auch nicht vergessen, daß Rußland in den letzten 300 Jahren 4 mal von Frankreich, Britanien, Deutschland überfallen wurde.
Und dann war da kürzlich noch der (auch) von außen gesteuerte Zerfall der UDSSR.

Ich denke die Rußen haben schlicht die Schnauze voll von kriegerischen Europäern und deren Einmischung in innere Angelegenheiten, wollen einfach nur Handel treiben und in Ruhe und Frieden leben und Wodka saufen und leben - und leben nicht zu vergessen. Und zwar ihr Leben leben, welches sie viel freier und natürlicher leben als wir deutschen z.B.

balsamico 02.09.2014 | 15:24

Natürlich ist Russland die beste aller Welten, auch wenn es nichts zu bieten hat als Wodka und Bodenschätze, die es nicht aufgrund eigener Tüchtigkeit besitzt, sondern aufgrund geologischer Zufälle, und die es verkaufen muss, um zu überleben. Und Putin ist ein lupenreiner Demokrat, der nur etwas dagegen hat, dass in seinem ukrainischen Vorhof die Demokratie ausbricht, denn wo käme man denn hin, wenn sich die Menschen in den Vorhöfen frei entscheiden könnten, ob sie sich lieber im östlichen als im westlichen Vorhof aufhalten wollen? Nein, nein, da ist es schon besser, den Rest der Welt, namentlich der dekadenten westlichen Welt, wie am Nasenring durch die Manege zu führen und nach alter KGB-Manier aus jedem X ein U zu machen. Aber so kommen wir weiter. Oder glaubt jemand, dass es Putin im Westen noch zum Sympathieträger bringt? Ich nicht. Der Mann taugt doch nur noch als Gaslieferant, der für den Rest seines Lebens als Schmuddelkind dasteht, mit dem keiner mehr spielen will. Und das, wie ich finde, völlig zu Recht, denn er hat es sich mit seinen Tricks, seiner Verlogenheit und seinen Denkungsweisen aus dem Arsenal der Leader des 19. und 20. Jahrhunderts redlich verdient. Nur schade für die Russen, dass ihr Leader für den Rest seines Lebens im Abseits steht und keine Tore mehr schießen kann.

Epikur63 02.09.2014 | 15:35

Natürlich führt Putin Krieg gegen die Ukraine, leider mit unsichtbaren Panzern, die z.B. den Flughafen von Luhansk überfielen. Oder wurden uns Beweisfotos präsentiert? Auch der von Kiew vernichtete Militärkonvoi entmaterialisierte sich, bevor Fotos geschossen werden konnten. Beweiskräftige Satellitenbilder der NATO wurden vermutlich von russischen Hackern zerstört.

Mariupol, wo angeblich nie Kämpfe stattfanden, so dass die Videos auf Youtube von Anfang Mai wohl alle Fälschungen sein müssen, braucht Putin angeblich, um einen 400km langen Landweg als Vorsorgungsroute für die Krim zu besitzen. Die gut ausgebauten Häfen an der Landenge von Kertsch (4km Wasserlinie) sind offenbar unpassierbar. Mehre davon hier

http://wp.me/p2tnCX-gN

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 15:42

Es gibt Sätze, Herr Herden, die zwischen den Zeilen verraten, dass sie weiter denken, als Ihr Artikel es zeigt:

Diesen Konflikt beherrscht nun die überaus heikle Frage, kann der Westen durchsetzen, dass eine pro-westliche Regierung gegen die Interessen der Ostukraine und Russlands installiert und gehalten wird?

Die Frage ist ja hier schon: Wer ist "der Westen"? Wer genau hat ein Interesse daran, dass in der Ukraine eine "pro-westliche Regierung" sitzt? Was heißt das überhaupt? Und wie verträgt sich prinzipiell die Installation einer Regierung mit dem "westlichen Anspruch" für Demokratie zu stehen?

Der Bürgerwillen der Europäer ist es bestimmt nicht, der die Grenzen der EU stetig expandieren lässt. Auch lassen die gravierende ökonomische Depression in Griechenland, Spanien, Portugal & Italien es zweifelhaft erscheinen, dass EU-Mitgliedschaft ein Allheilmittel zur Erlangung gesellschaftlicher Prosperität sein soll. Und zusätzlich waren die, die da bereits seit den frühen 90ern mit eine über 5 Mrd. Dollar bezifferten Investition "installierten", ja gar keine Europäer.

Die von dem durch Nuland vorab benannten "Yatse" getätigten Verträge mit Exxon, Chevron, Monsanto (die dort die größte GM-Samenproduktion aufbauen wollen; etwas also, dass die Europäer partout gar nicht haben wollen) wie die Personale Hunter Biden für Burisma in Verbindung mit einer Politik der Errichtung eines neuen eisernen Vorhangs zwischen Russland & Europa, der Europa komplett in eine absolute Abhängigkeit von den USA zwingen würde, zeigt, wie umfassend Nulands "Fuck the EU" gemeint war. Da wird ein Europa konstruiert, dass niemand diesseits des Atlantiks haben wollte: ein neuer kalter Krieg, eine neue permanente Kriegsdrohung, eine neue Verstärkung des Hasses & das komplette Deligieren der Entscheidung darüber, ob sich Europa im Krieg befindet, an die USA.

Und während die Ablehnung eines solchen Szenarios selbstverständlich sein müsste, diffamieren unsere von Absolventen transatlantischer Thinktanks durchsetzten Medien jeden, der kritisch darüber denkt, als bezahlten Lakai des Kremls.

Es geht also nicht nur um Empathie mit Russland. Russland will nicht bedroht werden. Nun gut, ja, wir aber auch nicht. Es kostet uns Nerven, Lebensqualität & Steuergelder, die wir für andere Dinge besser brauchen könnten. Unsere Wirtschaftskraft wird geschwächt. Die Zusammenarbeit zwischen Europäern und gewöhnlichen Russen wird vergiftet & zerstört. Unser Leben wird ärmer & wieder der Gefahr ausgesetzt. Auf die Frage "cui bono" können wir nur antworten: Für uns nicht.

Anders sieht es jenseits des großen Teichs aus.

Aber wenn Politiker & gleichgeschaltete Presse auch noch so tun, als sollten wir das "Fuck the EU" auch noch als Credo ideologisch umarmen, dann wird es gänzlich abstrus.

Es geht nichts weniger als um: die Bewahrung unserer Demokratie, die wir verteidigen müssen. Nur, wie auch schon die NSA-Affäre zeigt: Der Gefährder ist nicht Russland.

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 15:42

Vielen Dank dafür!

Aufschlußreich finde ich angesichts der sich vertiefenden Bindungen Russlands (darunter zwei Milliardenvölker, eine weitere Vetomacht und durchweg große Staaten im Aufstieg), dass sich westliche Meisterdiplomaten dieser Tage mit Formulierungen wie jener vernehmen lassen, Russland isoliere sich von der "internationalen Gemeinschaft".

Davon kann keine Rede sein. Eher ist das Gegenteil richtig!

Entweder setzt sich die politische Elite des Westens also mit der Welt gleich (ihre Politik lässt diesen Rückschluß durchaus zu) oder aber man flüchtet sich mangels einer eigenen Politik, deren Fehlen selbst ein Kissinger offen konstatierte, in billige Rhetorik, um wenigsten an der medialen Heimatfront nicht zu verlieren.

Wobei selbst das mißlingt.

Mit offenen Augen betrachtet findet eher ein "The West against the Rest" statt als eine Isolierung Russlands.

Wohin die Reise geht, sieht man auch an Symbolen wie dem, dass selbst das riesige China seinen politischen Stil, der normalerweise die eigene Sogwirkung und einem sybillinischen Lächeln begleitet, sich in einer Verlautbarung seines Außenamtes auf eine explizite Position mit Hinblick auf ein anderes Land festgelegt hat, als es vor weiteren Sanktionen gegen Russland warnte. So etwas ist in China nicht alltäglich und durchaus als ein deutliches Schnauben des sich ansonsten ruhig auf seiner Anhöhe sonnenden Drachens zu verstehen, der sich überlegt haben wird, was er tut, wenn westliche Hunter dem Bären im Norden immer näher kommen.

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 15:57

Hab ich irgend was verpasst? So wie ich das mitbekommen habe, ist die ukrainische Armee im Donbass eingelaufen und hat die Zivilbevölkerung zusammengeschossen. Oder haben die im Donbass die Armee um Hilfe gebeten und selbst gerufen?

Im übrigen braucht Rußland den Westen nicht. Als größtes Land der Erde, mit gerade mal 145 Mio Bevölkerung, den umfangreichsten Bodenschätzen, über 2 Milliarden Menschen/Abnehmer/Handelspartner und den schlauesten Köpfen die als einziges Land ein Raumgefährt bauen das Menschen ins All befördern kann, hat Rußland westliche Barbaren sicher nicht nötig.

Soloto 02.09.2014 | 15:59

Wow, super Artikel!

Hinzuzufügen wäre einzig, dass in Moskau die Verlockung, die Krise mit einer Grenzveränderung und der Ausrufung und Anerkennung eines neuen Staates "Noworossija" zu beenden, vielleicht doch recht groß geworden ist. Klingt ja auch erstmal vernünftig, da die Separatisten und die Zivilbevölkerung des Donbass nach dem ständigen Artilleriebeschuss wohl wenig Lust haben dürften, noch mit den Leuten von der Nationalgarde und den diversen Bataillonen in einem Staat zusammenzuleben.

Doch auf der anderen Seite wäre das dann in der Tat, eine Zerstückelung eines anderen, souveränen Staates, nämlich der Ukraine. Da nimmt es nicht Wunder, dass schon jetzt in anderen, Russland wohlgesonnenen Anrainerstaaten wie Kasachstan Zweifel laut werden. So äußerte sich der kasachische Präsident Nasarbajew dahingehend, dass er Ähnliches für sein Land befürchte und aus der Eurasischen Wirtschaftsunion austreten würde, geräte Kasachstans Souveränität in Gefahr. Er sei kein politisches Anhängsel Russlands. (Quelle)

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 16:04

Ein bischen Entspannung zum ernsten Thema:

Die Geduld, wie im folgenden Clip der Hund mit einem ihm auf die Pelle rückenden Vogel umgeht, den er trotz seiner demonstrierten Macht, schon am Flügel gepackt wieder loslässt, ist schon bewundernswert. Wie er permanent weiter Friedenswillen demonstriert und trotzdem immer weiter attackiert wird, dass lässt einen schon Gedanken an Parallelen zum Thema des Beitrags aufkommen:

http://www.focus.de/panorama/videos/hund-gegen-vogel-wie-dieser-kampf-ausgeht-ueberrascht-jeden_id_4097285.html

Cargo Miller 02.09.2014 | 16:09

Russland fühlt sich von der NATO bedroht. Also müssen die Staaten zwischen Russland und dem NATO-Gebiet wieder zu russischen Protektoraten gemacht werden. Danach sind die neuen NATO-Staaten dran, denn sie gehörten zur Sowjet-Union oder zum Warschauer Pakt. Gehört nicht eigentlich auch das Gebiet der ehemaligen DDR zum russischen Einflussbereich?

Angesichts der russischen Reconquista werden die übrig gebliebenen westeuropäischen NATO-Staaten Russland noch misstrauischer gegenüber stehen. Aus russischer Sicht ist das eine Bedrohung. Also muss Europa bis zum Atlantik eine russlandfreundliche Zone werden. Das ist Putins Eurasien von Lissabon bis Wladiwostok.

Scharf 02.09.2014 | 16:15

Interessant ist auch zu sehen, das in den letzten Stunden ein "Großangriff" ungeahnter Jauche und Verleumdungs Fluten gegen die Person Putins eröffnet wurde. So wie da mit Dreck geworfen wird, fehlt es nur noch dass man "Beweise" des CIA vorlegt das er ein Kinderschänder ist, oder ihm sexuelle Übergriffe auf Merkel und Obama "beweist"

Was ist der Grund für solche edles Tun, ist es einfach die allgemeine Ver "Bildung" des deutschen Journalismus, oder ohnmächtige Wut darüber das sich der Westen und diese unsäglich Nazi hafte Nato ins Eck manövriert haben, die Seperatisten die ukrainische Armee vor sich her treiben?

Oder die aufdämmernde Erkenntnis das der ganze dumme Angriff der USA und ihrer Lakaien EU und Nato auf den Hinterhof Russlands voll in die Hosen gegangen ist?

Wie auch immer: Deutscher Journalismus, "Bild" so weit das Auge reicht.

Fro 02.09.2014 | 16:17

Danke für den erhellenden Artikel.

Dazu passend die NZZ:

"...Jedoch schrieb der ukrainische Publizist Marat Helman in der Internetpublikation Nowoje Wremja , dem Kremlherr gehe es wohl um etwas anderes. Unter Berufung auf eine Quelle aus dem inneren Kreis um Putin meinte Helman, Russland sei weder an Donezk noch Luhansk oder weiteren Gebieten interessiert. Es gehe darum, der Ukraine zu zeigen, dass sie gegen die Separatisten keinen militärischen Sieg erringen könne. Den Aufständischen werde genauso viel Hilfe geleistet, dass Kiew kein Übergewicht erlange.

Ein «Moskauer Friede»?

Das Ziel sei, so meint Helman, die Ukraine kriegsmüde zu machen und an den Verhandlungstisch zu zwingen, und zwar zu einem Friedensvorschlag nach Moskauer Massgabe. Also mit der Forderung einer «föderalistisch» organisierten Ukraine, bei der jede Region die aussenpolitische Richtung der Zentralregierung mit dem Veto belegen könne, etwa bei einem Nato-Beitritt."

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 16:32

Verzeihen Sie bitte wenn ich etwas kleinlich bin, aber Sie schreiben:

Natürlich ist Russland die beste aller Welten, auch wenn es nichts zu bieten hat als Wodka und Bodenschätze, die es nicht aufgrund eigener Tüchtigkeit besitzt, sondern aufgrund geologischer Zufälle...

Also, dass in Russland der Wodka aus dem Boden sprudelt ist mir jetzt neu :P

... denn er hat es sich mit seinen Tricks, seiner Verlogenheit und seinen Denkungsweisen aus dem Arsenal der Leader des 19. und 20. Jahrhunderts redlich verdient.

Da liegen Sie meiner Meinung nach daneben. Gerade die Destabilisierung von Staaten durch Unterstützung von Aufständischen, gerne auch mit Waffen, Söldnern und Interventionen ist doch gerade der Verkaufsschlager der Saison 2000+. Man denke nur an die glänzenden Erfolge in Libyen oder Syrien!

Es ist jedoch interessant zu sehen, dass Russland, in einigen Details durchaus plagiierend, dem Gesamtprodukt doch ein eigenes "Look and Feel" verpasst hat. Statt dem herkömmlichen, westlichen "Regimechange" (TM) findet hier eine "Regime-Correction" (TM) statt. Bei dieser wird ein (mehr oder minder sicher) im Sattel sitzendes Regime dara erinnert, dass seine Handlungen auch die Interessen anderer betreffen.

apatit 02.09.2014 | 16:44

… manchmal braucht man doch nicht einmarschieren, da reicht es wenn man wie der Militärdienstleister Academi, früher bekannt als Blackwater so ganz vornehm einfliegt oder wenn der US-Senator John McCain die Demonstranten auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz “besucht“ oder bestimmte Stiftungen das ein oder andere drehen und beeinflussen! Ach da war noch was, die Swoboda-Partei in Kiew – Nazis sind da schon mal willkommen und manchmal macht man einen Swoboda-Faschist zum Generalstaatsanwalt!

Und der Angriff auf Fernsehchef in der Ukraine alles Lupenreine Demokraten ?! Ursache und Wirkung und ja, Gehirn ist einzuschalten bevor man gleichschaltet und sich einlullen lässt, - “ an allem ist der Russe Schuld “?

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 17:01

Immer wieder werden diese irrationalen Ängste der Bevölkerung der Anrainerstaaten angeführt. Ich halte das für mediale Panickmache durch nichts gestützt. Es ist absolut abwegig zu glauben, Putin hätte Interesse an Gebietserweiterung.

Putins Interesse liegt allein darin, die Nato aus seinem Hausflur fernzuhalten - und das aus guten Gründen die ihm USA EU immer wieder geliefert haben.

Mr. Nachdenklich 02.09.2014 | 17:03

Was mich bei der ganzen Sache aufregt ist, das deutsche, immer pro-westliche Verhalten.

Verständlich, dass sich Deutschland 25 Jahre nach dem Mauerfall zum Westen, aus Zuneigung und wirtschaftlichen Interessen hingezogen fühlt, aber das heißt nicht das die USA und NATO zwingend immer die " lieben" sind und Russland ,bei der jetzigen Krise automatisch als potentieller Feind eingestuft werden muss.

Dieser Schwarz / Weiß effekt wird leider durch populäre, uninformatifere Medien (z.B. BILD) noch verstärkt.

Gut das mal jemand auch mal Argumente für die russische Seite findet.

MRudolph 02.09.2014 | 17:14

Nicht 'Protektorat'. Der richtige Begriff ist und bleibt ''Pufferzone'. Auch wenn das militärische keinen Sinn mehr macht. Aber eine EU und eine NATO direkt an der Westgrenze Russlands? Auf die Idee kann man eigentlich nur kommen, wenn man sich extrem 'stark' fühlt. Oder wenn man Steinmeier heißt. Der Versuch der EU, die Ukraine ihrem Wirtschaftsregime zu unterwerfen, ist doch nun schon einige Jahre alt. Was man mit ihre will? Garantiert nicht die maroden Kohlegruben! In einer Fernsehdiskussion von einigen Monaten wurde von jemandem mal gesagt, dass es in der Ukraine viel bisher ungenutztes Land zum 'Anbau von Energiepflanzen' gebe. Na denn!

Patriarch 02.09.2014 | 17:17

Seit 1991/92 verfolgt der Westen gegenüber Russland die geostrategische Politik des"Schluckens"!Nun nach sovielen Warnungen ausm Kreml,angefangen mit 1ter Welle der OTAN Erweiterung 1999,gefolgt mit 2ter Welle-2004,Saakashvillis Kurzkrieg 2008 und Fix/Wixxidee der Östlichen Partneschaft,haben EU Spongebobs & US Politbüro sehen müssen wohin von denen unterstützer Umsturz in Kiew,als der letzte Tropfen des"Schluckens",führen wird!Ich bin mir sicher,dass jetztige UA Krise bewusst & vorsetzlich in Kauf genommen worden war!

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 17:32

Ich frage mich gegen was oder wen sollen wir die Demokratie verteidigen?Ich wage diese Frage zu beanworten-gegen uns Selbst!Wir sind innerhalb der vergangenen 25 Jahren zu Demokratiebedrohung geworden!

Wer ist bitte "wir"? Ich habe in der Regel Schwierigkeiten mit diesem Kollektivsingular, (- weil ich mich schlecht im obigen Sinne einzuordnen vermag).

Mein "wir" war als Appell an die Basis gemeint.

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 17:48

Was mir seit dem Beginn des Konflikts deutlich auffält und mich zu tiefst enttäuscht ist die Feigheit, Konzeptlosigkeit und das Nichtvorhandensein von anti-transatlantischen Abwehrkräften in der EU.

Das US-Regime veranstalltet einen Putsch in Kiew und eine Horde von US-hörigen, europäischen Parasiten und Verrätern von allen Ebenen der EU eilt auf den Maidan um den Leute Flüsse aus Milch und Honig zu versprechen. Ob man das Versprochene auch liefern kann, darüber macht sich niemand Gedanken.

Die folgende Putschistenjunta wird im Eilverfahren durch jedes Amtszimmer gezerrt um zu suggerieren, dass diese neuen Machtergreifer voll legitim sind. Obwohl sie das in keiner Beziehung sind. Und auch die von Anfang an deutlich (und als problematisch) erkennbaren russophoben und russlandfeindlichen Tendenzen werden nicht als Problem gesehen. Wer ist denn schon Russland? Doch nur ein bevorzugter Partner der EU, Nachbar, Wirtschaftspartner, sicherheitspolitischer Kastanien-aus-dem-Feuer-Holer... ...äh, nicht so wichtig. Aber selbst die offen zur Schau gestellte Verachtung der US-Schärgen gegenüber der EU lässt keinen innehalten und nachdenken.

Der Ami poltert: "Russland wird [für die Unterstützung und Absicherung eines friedlichen Referendums auf der Krim] bezahlen! Sanktionen müssen her!". Aber statt eines entschlossenen: "Halt deine Fresse du dreckiges US-Schweineregime! Du hast es mal wieder verbockt und wir müssen es jetzt richten." kommt aus der EU nur ein "Jaaaaaaaaa", das in der Tonlage stark an die Laute von Schaafen und Ziegen erinnert. An diese Huftiere erinnert auch die Sturheit, mit der die EU gegen die immer gleiche Sanktionswand rennt, immer in der Hoffnung, dass beim nächsten Stoß die Wand schon nachgeben wird.

Das US-Regime freut sich derweil heimlich in Fäustchen. Nur weil seine Maulhurenmedien zusammen mit den Polit-Marionetten die Lage ausnutzen um Panik und Hass in Europa zu schüren, kann es doch auf eine Aufrüstung in Europa hoffen. Für die US-Waffenhersteller wird da gewiss das eine oder andere Milliardengeschäft rausspringen. Ach ja, jetzt wo Europa nicht mehr so richtig Handel mit Russland treiben will[/darf], da kann man doch so ein läppisches Freihandels-Diktatur-Abkommen viel leichter durchsetzen. Oh, und erst das Fraking-Geschäft! Am Ende werden viele Konzernchefs Nuland & Co. mit tosendem Applaus huldigen!

Derweil fehlt es hier in Europa an einer lauten Stimme der Vernunft. Die Presstituierten hetzen und die Politfürsten, fernab der Lebensrealität der normalen Menschen, beauftragen Komissionen mit der Klärung der Frage ob man sich nun lieber ins linke oder ins rechte Bein schießen soll wenn man wieder die Sanktionsknarre auspackt. Nur das man sie auspackt, das steht fest.

Glücklicher Weise ist hier und da zu lesen, dass es in der Perepherie bereits erste Ausfälle gibt. Jemand hat vergessen Slovakei und Ungarn zu kastrieren und so machen sie sich jetzt gerade. Orban kritisiert die Sanktionen und die Slowakei will wohl sogar ein Veto einlegen.

Bleibt nur zu hoffen, dass auch andere EU-Mitgliedsländer ihre Cohes finden und aussprechen was offensichtlich ist, jedoch unausgesprochen bleibt. Russland ist unser Nachbar und wird es auch bleiben. Und zwar für sehr, sehr lange Zeit. Der Feind des Friedens auf der Welt und somit auch hier, in Europa, ist gegenwärtig nicht Russland, sondern das US-Regime. Um den Frieden in Europa zu wahren und auch andere, künftige Probleme anzugehen, brauchen wir eine Politik der starken Nachbarschaft mit Russland und allen anderen Staaten Europas, die breit sind, sich aus der US-Bevormundung zu lösen. Der transatlantische Strick um unseren Hals muss zerrissen werden!

Scharf 02.09.2014 | 17:48

Ich fürchte das nicht nur der gemeine Mann in unseren Breiten Bild und in Ösi Land Kronen Zeitung mäßig indoktriniert ist, sondern auch ein nicht geringer Teil der deutschen Politiker bei der Erwähnung des Namens Russland zu bellen und geifern beginnt.

Das dies automatisch den Intrigen der USA schweifwedelnd nachzulaufen, etwa selbstschädigend, und von den USA so geplant sein könnte, darauf kommen die Angelas und steinernen Mayers erst gar nicht wenn sie his masters Voice vernehmen, und der Geifer zu rinnen beginnt.

Grundgütiger 02.09.2014 | 17:56

Im Moment hat es den Anschein, als hätte sich die Klicke der Machthaber in Kiew und ihre amerikanischen Berater ziemlich verrechnet.

Und stecken in dem Dilemma einer klassischen militärischen Fehlentscheidung.

Vielleicht ein Trost, es gab im letzten Jahrhundert noch Andere, denen die Ländereien hinter der Weichsel auch nicht wie reife Pflaumen in den Schoß gefallen sind.

Das letzte Versuch hat cirka 50Millionen Menschen das Leben gekostet.

Diese Tatsache hat der amtierende Nebenaussenminister auf der Westerplatte in Polen am Antikriegstag dazu genutzt, laut über eine Wiederholung nachzudenken, irgentwann muss es ja mal klappen.

Nicht das Problem, das eine nicht gewählte Regierung ihre eigene Bevölkerung, oder ist die Ostukraine eine russische Provinz, mit schwerer Artillerie und Bomben bekämpft und immer mehr zur Flucht treibt (aktuell 1 Million Menschen), erscheint ihm erwähnenswert,sondern das sammeln von "Willigen" ist das Gebot der Stunde.

Diesen Geisterfahrer müssen wir irgentwie stoppen, er ist für uns alle viel zu gefährlich.

Der Versuch, Russland destablisieren zu wollen ist das makaberste, was US- amerikanische Kreise bis jetzt auf die Reihe gebracht haben.

Wenn dort die Verhältnisse zum Tanzen gebracht werden, dann rufen sie meinen Nick, sie könnten es gebrauchen.

Dann hilft uns auch kein Gauck mehr.

balsamico 02.09.2014 | 18:01

Eine Gegenfrage, wie würden die USA sich verhalten wenn Russland entweder in Mexiko oder in Kanada militärisch wirtschaftlich gegen die USA zu zündeln begänne?

Oder vielmehr wie wären die USA gezwungen sich zu verhalten wenn Russland usw...

Gute Fragen sind das. Aber sie sind schon beantwortet: einfach mal nach Kuba gucken. Da zogen die Amis einfach ab. Zu dumm wurde es ihnen erst, als Chruschtschow mit seinen Atomrakten anrückte.

Abgesehen davon blühte das Land danach ja auch richtig auf, v.a. die Arbeitswelt:

http://cdn4.spiegel.de/images/image-111923-galleryV9-udvx.jpg

http://cdn1.spiegel.de/images/image-111808-galleryV9-aylr.jpg

schlichternoch 02.09.2014 | 18:02

Sie schreiben: "Was mir seit dem Beginn des Konflikts deutlich auffält und mich zu tiefst enttäuscht ist die Feigheit, Konzeptlosigkeit und das Nichtvorhandensein von anti-transatlantischen Abwehrkräften in der EU......Der transatlantische Strick um unseren Hals muss zerrissen werden!"

_______________________

Das Problem ist weniger ein Hegemon, als eher jene, die sich einem Hegemon unterworfen sehen. Das gilt btw für jede Großmacht.

Macht vieles nicht einfacher, allerdings auch nicht schwerer.

Womit auf den Foristen Seifert sowie seine kniffelige Frage verwiesen wird, wie weitergehende politische Perspektiven aussehen könnten als jene, die das politische Soziotop gegenwärtig anzubieten vermag.

balsamico 02.09.2014 | 18:13

Die meisten Beiträge hier lesen sich, als wäre man im post-ddr-russland-bejubelungs-thread gelandet. Ich vermute einfach mal, dass sich hier die DDR-Nostalgiker oder die versammelten Anhänger der Partei Die Linke ein Stelldichein geben. Süß! Aber bleibt auf dem Teppich Leute. Unter dem Strich - und darauf kommt es an - können Putin & Co. dem Westen nicht das Wasser reichen. Mag ja sein, dass sie hier und da den einen oder anderen armseligen Coup landen. Aber irgendwann kracht Russland genauso zusammen wie die SU. Glaubt's ruhig. Es ist nur eine Frage der Zeit. Und mit Putin dürfte es wohl auch ein eher böses Ende nehmen.

Scharf 02.09.2014 | 18:19

Ihnen scheint gerade mal die Propaganda Wahrheit für den kleinen Mann, über die Kuba Krise welche ihm die USA immer noch ums Maul, die Augen, und den Verstand schmieren bekannt zu sein. Diese offizielle "Wahrheit" lässt gut die Hälfte des Konfliktes aus:

Die USA hatten zu dem Zeitpunkt Mittelstrecken Raketen in der Türkei stationiert, worauf Russland das Spiel in Kuba fortsetzte.

Das Ende vom Lied war ein Patt, der Abzug der russischen Raketen aus Kuba, und jener der USA aus der Türkei.

Für den kleinen Mann, der braucht ja schließlich nicht alles wissen, hat man den zweiten Teil der Geschichte ausgelassen, und sie dichterisch um den Mythos vom heroischen Präsidenten Kennedy überhöht.

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 18:19

Ist die Ukraine in Russland einmarschiert oder Russland auf der Krim und im Donbass?

Was meinen Sie mit "der Ukraine"? Eine von den USA-eingesetzte Yatse=nettenregierung + neonazistische Milizen? Die gegen die Einberufung ihrer Söhne im Westen demonstrierenden Mütter? Oder die für Kiew kämpfenden & von US-& EU-Geldern bezahlten Söldner? Das sind zumindest die, die gerade versucht haben, wo einzumarschieren. Und zwar in den Donbass.

Oder zählen Sie die Donbass-Bewohner nicht zu den Ukrainern? Und sind die in ihre eigene Region einmarschiert? Oder waren sie nicht - legitimerweise - immer schon da? Wenn denen sich, in der Verteidigung ihrer Region, einzelne Familienmitglieder mit russischem Pass anschließen, ist dann dadurch "Russland einmarschiert"? Im Westen kämpfen übrigens auch italienische & schwedische Söldner: Sind also dadurch auch Schweden & Italien in die Ostukraine "einmarschiert"?

Und wann soll Russland auf der Krim "einmarschiert" sein? Die russische Flotte war auf der Halbinsel, die zweihundert Jahre zu Russland gehörte, einfach schon da: vertraglich gesichert für die nächsten 30 Jahre. Nachdem 70% der Krim-Bewohner angesichts einer verbrecherischen & neonazistisch unterwanderten Putschregierung lieber russisch sein wollten, haben die Russen die Gelegenheit ergriffen, die Einhaltung dieses Vertrags zu sichern, obgleich die US-Falken die Nato schon in Stellung gebracht hatten. Wenn die USA auch nur halb so sehr auf die Zustimmung der Cubaner zu der militärischen US-Okupation eines Teils ihrer Insel achten würden ("Guantanamo"), wäre dies ein immenser humanitärer Fortschritt.

Die Befürworter eines neuen kalten Krieges mit Russland inklusive einer (nuklear-)kriegerischen Option setzen interessanterweise die 'territoriale Integrität' eines 'Landes' absolut - unter kompletter Missachtung des Bevölkerungswillens der Regionen. Als sei ein demokratisches Staatsoberhaupt, das eine solche Bezeichnung verdient, durch die Scholle legitimiert, anstatt durch die Bürger. Offensichtlich braucht's aber für das Etikett "demokratisch" keines Bürgermandats mehr; "demokratisch" ist, wen US- & EU-Granden so etikettieren. Dies scheint besonders dann zu gelten, wenn man diese Scholle, ihr Agrarpotenzial, ihre Energiereserven & ihre Energieleitsysteme an US-Konzerne verkauft hat, die den euopäisch-russischen Energiehandel kontrollieren wollen. Welche Rolle spielen da wohl die Liquidierung von Zivilisten & eine ethnische Säuberung durch Zerstörung jeglicher zivilen Infrastruktur? Keine. Und das im Namen der "Demokratie"?

Was ich mich nur zusätzlich frage, ist: Was hat man mit den Köpfen von Europäern angestellt, die den simplen Satz "Fuck the EU" einfach nicht begreifen wollen? Die eine US-Konzern-geleitete Hegemonialpolitik propagandistsch verteidigen, die gegen ihr Wohlergehen & ihre Sicherheit gerichtet ist & dies noch nicht einmal verbirgt: die entsprechenden Think-Tank-Vorlagen der strategischen Berater der US-Politik gehen - durch Veröffentlichungen & Vorträge mit ihren Plänen regelrecht hausieren. Ob Kagan, Cheney, Brzèzinski - sie alle halten, mit dem, was sie wollen, überhaupt nicht hinterm Berg. Und sie amüsieren sich köstlich über die europäischen Simopletons, die ihnen hinterherdackeln (-oder "pudeln"?)

Selbst wenn man also am Wohlergehen des eigenen Landes & Kontinents wenig Anteil nimmt, so sollten Menschen doch so viel Selbstwertgefühl besitzen, nicht ständig Statements von sich zu geben, die beweisen, dass ihre Dummheit nur noch von ihrer bodenlosen Servilität übertroffen wird.

Sonst wird der morgendliche Blick in den Spiegel doch allzu peinlich & schmerzhaft.

Scharf 02.09.2014 | 18:28

Dieses Posting zeicnet eines aus, es enthält kein eiziges logisch stichhältiges Argument zur Sache, aber es führt Unterstellungen, Mutmaßungen und Wunschdenken als solche an, ein sehr leicht zu durchschauender Trick.

Würden sie nämlich genau und aufmerksam lesen, so würde ihen auffallen das hier kaum post DDR Russland Bejubler posten, sondern wie aus Ton und Gehalt der Postings zu entnehmen, überwiegend von Sorge geplagte Deutsche, Deutschland könne schon wieder irgend einem Rattenfänger, dieses Mal den USA hinterher, und ins eigene Verderben laufen.

Sie hingegen scheinen mir einer von jenen zu sein, welcher dann ganz sicher immer schon dagegen und nie dabei gewesen sein will.

balsamico 02.09.2014 | 18:31

Ich sag's ja: Russland ist die beste aller Welten, v.a. weil Putin & Co immer so gute Gründe und Unterstützer dafür haben, dass nicht sie die Bösewichte sind sondern die Amis & Co. Das ist hier ja fast wie bei Sudel-Ede. Goldig! Habt ihr auch was dafür, dass der lupenreine Demokrat Putin mit Medwedew ein Bäumchen-wechsel-Spielchen nach dem anderen spielt; oder Pussy-Riot-Mädchen in den Knast schickt oder seine Kritiker brutal mundtot macht oder das Recht mit den Füßen tritt, dass es kracht oder mit seiner Blockadehaltung im Sicherheitsrat in Syrien zum dortigen Völkermord massiv beigetragen und indirekt den sog Islamischen Staat aufgebaut hat? Hört doch auf! Der Mann gehört in eine üble Zeit, die man längst hinter sich glaubte - und diejenigen, die ihm die Stange halten, ebenfalls.

Scharf 02.09.2014 | 18:34

Selbst wenn man also am Wohlergehen des eigenen Landes & Kontinents wenig Anteil nimmt, so sollten Menschen doch so viel Selbstwertgefühl besitzen, nicht ständig Statements von sich zu geben, die beweisen, dass ihre Dummheit nur noch von ihrer bodenlosen Servilität übertroffen wird.

Sonst wird der morgendliche Blick in den Spiegel doch allzu peinlich & schmerzhaft.

Das wechselt von Moment zu Moment und Fall zu Fall, mal ist die Dummheit vorne, mal die Servilität.

OK ich gebs zu, logisch ist das nicht ganz haltbar, zu solcher Servilität braucht es immer zurst ein gewaltiges Maß an Dummheit.

balsamico 02.09.2014 | 18:46

Dieses Posting zeicnet eines aus, es enthält kein eiziges logisch stichhältiges Argument zur Sache, aber es führt Unterstellungen, Mutmaßungen und Wunschdenken als solche an, ein sehr leicht zu durchschauender Trick.

Mir geht es hier um den Blick auf's Ganze. Ihr steht im Westen, nicht im Osten. Ihr lebt hier und profitiert von den Grund- und Menschenrechten in einem zuvor nie dagewesenen Umfang - und haltet einem Kerl die Stange, der Vorhöfe beansprucht und sich eine faulen Fisch darum kümmert, dass die Menschen in der West-Ukraine einen anderen Hrizont haben als die Menschen in der Ost-Ukraine. Ok, lasst es einfach laufen. Das Land wird eh geteilt. Und in paar Jahren gucken wir mal, was in der West-Ukraine ist und was auf der anderen Seite.

rioja 02.09.2014 | 19:30

Messerscharf erkannt, danke! Seit dem vom Westen massgeblich herbeigeführten Untergang der UdSSR hat der Westen, USA und EU nur ein Ziel: Einflussgebiet nach Osten erweitern. Wirtschaftlich, politisch und wenn man so will militärisch via NATO. Das gesamte Partnerschaftsgeplänkel mit Russland war nie ernsthaft auf Augenhöhe ausgerichtet. G8, G9, G20 egal, der Iwan war immer auch dabei, klar, aber er sollte stets dankbar sein dafür, dass er dabei sein darf, bei den wahren VIPS dieser Welt. Diese unerträgliche Arroganz des Westens, diese Über-legenheitsattitüde hat durch die Ukraine jetzt ein jähes Ende gefunden. Weder ein EU-Staat noch ein NATO-Staat zu werden stehen auf der Agenda. Das Spiel des Westens ist gescheitert. So wie x andere Spiele auf der Weltbühne auch. Das westliche Paradigma hat seinen Glanz, seine magische Heilsanziehung längst verloren. Obama spricht von Roten Linien, die nicht überschritten werden dürften. Putin handelt:Stopp, keinen Schritt weiter. Das tut weh, klar, damit hat keiner im oval office gerechnet. Die kommende, neue Ukraine wird der histoische Präzednezfall sein, dem Westen ein Lehre. Ernst nehmen, Leute, das größte Land der Erde, eine Weltmacht!

Mr. Nachdenklich 02.09.2014 | 19:31

Meine Güte! Ich denke viele Freitag-Nutzer wissen, dass die Bedingungen in Russland keineswegs besser sind, gesellschaftlich gesehen, aber es geht ja um den Vergleich zu der westlichen Welt und die hat auch so einigen Dreck am Stecken.

Ja, Putin regiert nicht gerade friedliebend und kompromissbereit, aber tut das die USA, unser "Weltpolizist" ?

Ich finde zum Beispiel, dass es nicht zu einer friedlichen Lösungen beiträgt, wenn die NATO neue Militärstützpunkte in Osteuropa einrichtet oder die eigene Regierung sich mit Teilen der Bevölkerung bekriegt.

Am Besten wäre ein landesweites Referendum, dass dann bitte ALLE akzeptieren sollen. Es handelt sich ja wohl um die demokratischste Möglichkeit überhaupt.

Richard Zietz 02.09.2014 | 19:31

Auch von meiner Seite:

Gute, durchdachte Einschätzung, der wenig hinzuzufügen ist.

Ergänzen möchte ich das Szenario durch den zusätzlichen Aspekt des auch im Beitrag erwähnten Krisen-Flächenbrands von Marokko bis hin zu Pakistan – beziehungsweise der Hybris, dass die USA als Weltmacht Number One anscheinend der Meinung sind, sowohl einen Konflikt mit Russland als auch die diversen Bürgerkriege aufgrund scheiternder bzw. scheiterender Staaten in ihrem Sinn stemmen zu können. Hinzukommend, quasi als i-Tüpfelchen, die vakante Konkurrenz mit China und anderen Aufsteigermächten in der gobalen Arena.

Nehmen wir – als sicher brisantesten Konflikt – den immer weiter um sich greifenden Flächenbrand in Nordafrika und im Nahen Osten. Eine Kooperation zwischen den USA und Russland, käme sie denn zustande, könnte hier geradezu Wunder bewirken. Interessenfundiert wäre sie eigentlich zur Genüge: Ebenso wie die USA ist auch Russland über den immer weiter Tiefe gewinnenden islamischen Fundamentalismus alles andere als »amused«, siehe Tschetschenien (und, etwas her, Afghanistan, wo es sich gegen die damals US-unterstützten Taliban eine blutige Nase geholt hat). Eine enge Zusammenarbeit – verbunden mit einem nachhaltigen State Building und eventuell sogar mit eine Aufbauplan à la Marshall – würde ziemlich schnell dazu führen, in Syrien und dem Irak Verhältnisse zu schaffen, die halbwegs aus dem Alarmstufe-Rot-Zustand herausfallen. Noch nachhaltiger wäre die Kriseentschärfung mit vereinten Mitteln, wenn man zusätzlich China, Indien und Brasilien mit beteiligen würde. Ähnliches gilt für Israel. Ein Russland, dass in diesem Konflikt nicht mehr nur seine traditionelle Blockrolle einnimmt (die ihm, da die alten Partner abhandengekommen sind, letztlich nichts bringt), könnte gerade aufgrund der gemeinsamen Traditionen einiges bewirken bzw. mäßigend einwirken – insbesondere auf den Likud-Block und die großisraelischen Extremisten unter seinem Dach.

Möglich, dass das angerissene Szenario zu naiv ist und Staaten ab einer bestimmten Größe einfach zwingend den Platzhirschen geben müssen. Allerdings: wirtschaftlich, sinnvoll und nachhaltig (letztendlich auch für die involvierten Groß- und Supermächte) ist das alles nicht.

Scharf 02.09.2014 | 19:33

Ja was soll man dazu sagen: Ihr lebt usw... auch in diesem Posting wieder einzig Unterstellungen an Stelle von Argumenten. Ihr, ich bin kein Deutscher sondern Ösi von Geburt an, und so lange ich denken kann gegen den Kommunismus eingestellt, aber deshalb trotzdem nicht blind verblendet gegen die Verbrechen des angeblich freien Westens.

Welcher Vorhöfe beansprucht.... Ja es ist eben so das die Lenker großer Staaten mit anderen Problemen, Verantworlichkeiten und Verpflichtungen zu tun haben, als sich der kleine, noch dazu manipulierte und Gehirn gewaschene kleine Maxi vorzustellen vermag, dem die eigene herrschende Clique den Unfug in sein kleines Gehirn verpflanzt hat, sei wären natürlich immer auf Seite der Guten, und streng humaner Moral verpflichtet. Das was sie als Vorhöfe bezeichnen ist jeder Lenmker eines großen Staates verpflichtet im Auge zu behalten und zu bewahren, vom römischen reich bis zu den USA, tun sie das nicht, so geht das Reich unter, siehe Limes, römischer Reich, dies gilt bis zu heutigen Tag. Oder denken sie das wie gesagt die USA zusehen würden wie einer Umtriebe ihrer Art in der Ukraine in Mexiko oder Kanada installieren wollte?

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 19:49

Ihr steht im Westen, nicht im Osten. Ihr lebt hier und profitiert von den Grund- und Menschenrechten in einem zuvor nie dagewesenen Umfang - und haltet einem Kerl die Stange, der Vorhöfe beansprucht und sich eine faulen Fisch darum kümmert, dass die Menschen in der West-Ukraine einen anderen Hrizont haben als die Menschen in der Ost-Ukraine.

Merken Sie nicht, was mit den Menschenrechten gerade passiert? Gerade durch jenes nur noch ideologische Konstrukt, dass sich Menschenrechte auf die Fahnen schreibt & wirtschaftliche Hegemonie meint? Wurden die Menschenrechte etwa in Abu Graib verteidigt? Die Freiheit in Guantanamo? Wie verhält sich die NSA-Totalüberwachung zu den Grund- & Menschenrechtserklärung in Frankreich & Massachussets Ende des 18. Jahrhunderts? Wie die Drohnenmorde zu einem rechtsstaatlichen Strafrecht? Was hat das mit Demokratie gemein, wenn ständig Verbrecher & Menschenrechtsfeinde mit Waffen ausgestattet werden, die demokratisch gewählte Regierungen stürzen? Wie kann - in der Ukraine - eine Regierung von einem "weiten" Horizont zeugen, die außer aus einer Marionette der US-Konzerne (Nulands "Yatse") aus Kräften besteht, die noch 2012 vom EU-Parlament als neonazistisch bezeichnet wurden?

Die Vorstellungen von Menschenrecht beruht auf der Vorstellungen, dass diese Rechte dem Menschen angeboren sind. Sie kennen keinen "Besitzer", auch keine privilegierte Himmelsrichtung. Legitimerweisse kann sich auf sie berufen, wer sie einhält.

Und eben weil ich hier lebe, habe ich - nach Artikel 20 GG - nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, der Regierung, die mich beansprucht zu vertreten, Widerstand entgegenzusetzen, wenn sie ihnen entgegen handelt. Und das tut sie, indem sie einer Hegemonialmacht hinterherläuft und eine Putschregierung unerstützt, die unsere nationale Variation der Grund- und Menschenrechtserklärung, das Grundgesetz, in zahlreichen Punkten massiv verletzt.

So stehen US-Regierung einerseits, Kiew andererseits gegen Grundrechte, die die Bundesregierung zu schützen hat:

- gegen Art. 2 (2): "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich." (Kiew in der Ostukraine; die USA bei ihrem "Krieg gegen den Terror" & in ihren Folterlagern)

- gegen Art 3 (3): "Niemand darf wegen [...] seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft [...] benachteiligt oder bevorzugt werden." [...] (Kiew)

- gegen Art. 4 (3): "Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. [...]" (Kiew in der Westukraine beim Zwangsrekrutieren von jungen Leuten)

- gegen Artikel 10 (1) "Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich." (die NSA-Totalüberwachung der USA & 5eyes)

- gegen Artikel 13 (1) "Die Wohnung ist unverletzlich." (die NSA-Totalüberwachung der USA & 5eyes)

- gegen Artikel 14

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (NSA-Totalüberwachung im Verhältnis zum geistigen Eigentum, Umgang von US-Konzernen mit öffentlicher Infrastruktur)

- gegen Artikel 19 (2) "In keinem Falle darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden." (USA & NSA, die das tun)

- gegen Artikel 26 (1) "Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen." (gegen die USA in ihrem gesamten globalen Auftreten)

Unsere Bundesregierung verletzt also ihren Amtseid, auf der Grundlage des Grundgesetzes dem "Wohle des deutschen Volkes zu dienen, wenn sie im Schulterschluss Kräften folgen, deren Handeln prinzipiell konträr zu 8 Artikeln des Grundgesetzes steht. Daraus ergibt sich für jeden wehrhaften Demokraten folgender Auftrag im Sinne von Artikel 20 (4):

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Nun mein Blick aufs Ganze: Wer die Verletzungen dieser Prinzipien durch Unterlassung ihres Schutzes im Zuge dieser Krise unterlässt, unterlässt den Schutz unseres demokratischen Rechtsstaats.

Blinder Glaube angesichts klarer Belege des Gegenteils ist der Sargnagel & nicht die Grundlage einer Demokratie. Diejenigen, die in der Geschichte blinde Loyalität zur "deutschen Tugend" erhoben, sind in einem blutigen Knall 1945 untergegangen.

Scharf 02.09.2014 | 20:11

Wohl gesprochen, aber vor allem wohldurchdacht, begründet und haltbar.

Doch leider fällt mir dabei auch ein Spruch Jonathan Swifts ein: Es ist zwecklos jemandem mit Gründen etwas ausreden zu wollen, wozu er nie mit Gründen gebracht wurde.

Die Macht selbst strahlender logisch in sich vollkommen haltbarer Argumente, ist ein Nichts gegen das durch Indoktrination erzeugte Pseudo Wahrheits und Selbstwerts Gefühl des kleinen Mannes.

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 20:26

Putin weiß, dass die NATO wegen eines Fanatikers wie des ukrainischen Premier Jazenjuk nicht den großen Krieg riskieren wird. Und die NATO weiß das eben auch.

Ihr Wort in Gottes Ohr. Noch weiß es die NATO. Aber wie lange noch. Und ob Putin den sogenannte Westen so im Schwitzkasten hat, wie Sie, Herr Herden, das im Artikel verbreiten, das muss sich noch erweisen. Putin wird möglicherweise eine Preis nicht in der Ukraine sondern an einer Stelkle zahlen müssen, die er jetzt noch gar nicht am Radar hat. Und dan gucken wir, wie es weiter geht.

Scharf 02.09.2014 | 20:37

Noch gar nicht am Radar hat.....

Wär gut möglich, aber sehe ich mir das eher wenig durchdachte und koordinierte Vorgehen von USA, Nato und EU an, so wäre ich auch nicht verwundert käme es umgekehrt.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Worte eines EU Häuplings als die russischen Sanktionen gekommen sind: Jetzt müssen wir genau überlegen was diese russischen Sanktionen konkret bedeuten.

Die USA scheinen mir überwiegend schon eher dekadente überhebliche Schnösel zu sein, als das sie noch über jene Eigenschaften verfügten welche sie groß gemacht haben, die Europäer sind überwiegend Jäger nach politischem Kleingeld, Wichtigtuer, oder Lakaien der US Waffenindustrie usw.

Die Russen scheinen mir insgesamt die besseren Schachspieler zu sein, noch dazu mit ihren unendlichen Bodenschätzen, China und den Bric Staaten in der Hinterhand.

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 20:43

Dann soll er wenigstens zur Kenntnis nehmen, dass seine Diffamierung von Kritikern haltlos ist (egal wie oft diese dümmliche Unterstellung, wir seien Agenten einer konkurrierenden Staatsmacht, in Leitmedien mantrahaft wiederholt wird.)

Wenn jemand nicht auf Argumente eingehen will, wird das niemand erzwingen können. Aber die blasierte Haltung, die Kritik käme nur aus der Ecke von Apologeten autoritärer Herrschaftsformen, sollten wir ihnen nicht lassen - da schlichtweg das Gegenteil der Fall ist.

(Außerdem: Vielleicht lesen den einen oder anderen Kommentar auch Leser, die schwanken.)

Verlorene Liebesmüh?

Vielleicht.

Oder Prinzip Hoffnung.

anatole france 02.09.2014 | 20:52

@Seifert: Pardon, mein Herr. Das war ein Tippfehler.

Aber Ihren Gedanken hab ich sehr wohl begriffen.

Mein Gegengedanke heißt aber eben, dass es nicht um "für oder gegen" geht, sondern schlicht und einfach um die Einflußspähre der USA. Und dafür läßt sich ja auch die EU mißbrauchen (siehe die neue Dame an der Spitze anstelle Ashton) und Herr Gauck prescht ja auch sehr weit nach vorn (seiner Tränen der Rührung bei der Begegnung mit dem Kriegsnobelpreisträger wohl gedenkend)...

Und in Zukunft bitte nicht gleich ausfallend werden von wegen Gehirn einschalten...Kommen Sie erst einmal in mein Alter!...

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Ehemaliger Nutzer 02.09.2014 | 20:54

Die Russen scheinen mir insgesamt die besseren Schachspieler zu sein,...

Ich halte die Weltgeschichte für kein Schachspiel. Für mich ist sie mehr eine Folge von Zufälligkeiten (und in Gegenwart und Zukunft von nixht entdeckten Softwarefehlern). Von der poltischen Elite in der EU und den USA habe ich eine denkbar schlechte Meinung, die sich von der über die politische Elite in Russland und China deckt. Ich bin immer froh, wenn ein paar kühle Köpfe dieses Milieus zumindest den Versuch machen, die Testesterongeplagten in ihrem Überschwang etwas abzukühlen. Auf die BRICS Staaten würde ich auch nicht all zu viel Geld verwetten, angesichts deren innerer Zustände, die auch nicht das gelbe vom Ei sind und der offenene Rechnungen, die zwischen Indien und China auch die Köpfe Mancher im Establishment bis zum Migräneausdbruch belasten.

Gunnar Jeschke 02.09.2014 | 20:56

Der Satz, dass Putin von einer kaum zu überbietenden Irrationalität befremdet sei, deren Auswirkungen sich gegen die Verursacher selbst richten, trifft wohl des Pudels Kern. Russland hat in politischen Kreisen eine Kultur strategischen Denkens und Putin wird damit nicht allein sein.

Ehrlich gesagt, auch ich, der ich vieles nicht befürworte, was Putin tut, teile seine Befremdung in dieser Hinsicht.

Aussenpolitik muss nicht unbedingt mit rationalen Argumenten begründet werden. Irrationalität kann in der Propaganda besser wirken. Aussenpolitik muss aber unbedingt auf rationaler Grundlage betrieben werden. Dann kann immer noch genug schief gehen.

Dass eine Gruppe von 28 Regierungschefs und 28 Aussenministern derart unsinnig handeln kann, wie die EU in der Ukraine-Krise wiederholt gehandelt hat, ist zutiefst bestürzend.

Putin ist davon persönlich betroffen. Man kann ein Schachspiel natürlich auch gewinnen, wenn der Gegner einen falschen Zug nach dem anderen macht. Aber es sieht auf dem Feld dann nach Gemetzel aus, nicht nach einer Schachpartie zwischen intelligenten Partnern.

Er wird das verschmerzen können. Die wirlichen Leidtragenden sind die Ukrainer im ganzen Land, wie vorher die Iraker, Libyer, Syrer und so weiter und so fort, leider.

Robinsohn 02.09.2014 | 21:13

Wer nicht einsehen will, dass sich die Russen eingekreist fühlen und wer Putin nur niedrige Beweggründe unterstellt, kann natürlich aggressiv-unfriedlich und Russen-feindlich auftreten.

Aber als Insasse eines demokratischen Staates, der den Russen ständig die westlichen Werte vor die Nase hält, muß ich mich an jene Regeln halten, deren Bruch ich dem Gegenüber vorhalte.

Die Polizei darf bei der Behandlung von Delinquenten nicht deren Methoden anwenden, weil das Gesetz eben auch für die Polizisten gilt.

Ich sehe in punkto Ukraine die Zahn- um-Zahn- Spirale, die am Maidan (westliches Verschulden) ihren Ausgang nahm . Ich vermisse auf der Westseite, die doch moralisch überlegen sein will, besonnenes handeln ohne Racheaktionen, ohne Bedienung niedriger Instinkte in den Medien. Wer im Bereich Ukraine friedenswillig , vielleicht sogar friedensfähig ist, darf sich nicht mal die beliebten kleinen Gehässigkeiten leisten. Frau Merkel zeigt sich als friedensunfähig, wenn sie nach ihrem Affront gegen Putin, dem Poroschenko-Besuch zu seiner Parade nun auch noch verwundete Soldaten der West-Ukraine nach D einfliegen läßt. Das dürfte neben dem medialen Trommelfeuer gegen Putin ein Schritt in Richtung Kriegsbeteiligung sein.

Hätte der Flieger verwundete Zivilisten aus Lugansk geholt, könnte die Welt sehen, dass Frau M. nicht nur vom Frieden redet.

Scharf 02.09.2014 | 21:25

Zufälligkeiten ja, aber nicht ausschließlich, vor allem nicht so lange große Imperien voll im Saft stehen. Auch würde ich die politischen Eliten der USA, Chinas, Russlands und er EU nicht gleich setzen.

Jene der USA scheinen mir schon mit der Dekadenz und Enthemmtheit von Imperien deren Niedergang sich schon ankündigt behaftet zu sein, Deutschland wäre gut beraten dies zu bedenken, ein unbedintes zusammen rücken mit den USA könne Deutschland mit in jenen Strudel ziehen, in dem die USA als Supermacht sich auflösen wird. China ist von seiner Selbst Definition und aus seiner Histoire von ganz anderer Wesensart als die USA, es ist zuerst und vor allem Händler Nation, älter und weiser als die USA, und nicht von dieser bedenkenlosen Gier der Parvenü und Pöbelhaften USA. Auch gelten in China wahrscheinlich kriegerisch, räuberische Tugenden weniger, als großer Kaufmanns Geist.

Russland hat momentan keine wirklichen imperialen Tendenzen, es will nur nicht der Gier der USA zum Opfer fallen, obwohl es natürlich den Egoismus eines großen Landes hat, aber nicht mit der völligen Enthemmtheit der USA.

Deutschland ist leider noch immer ein allzu williger Lakai der USA, selbst wenn es zum eigenen Schaden gereicht. Ich denke das ein nicht geringer Teil der deutschen Eliten schlicht von den USA gekauft, oder durch Erpressung gefügig gemacht sind.

molodjez 03.09.2014 | 00:19

Die Strategie des Westens ist selbstmörderisch. Am Ende wird der Handel mit Russland schwere Schäden bekommen und das wird auch Deutschland spüren und zusätzlich wird der Westen ein komplett bankrottes Land und eine willfährige Regierung in Kiew bezahlen müssen. Außerdem wird über Jahre hinaus eine region am Rande Europas destabilisiert. Man könnte fast eine Strategie der USA darin sehen Europa von Failed States zu umgeben.

Montaine Duvall 03.09.2014 | 02:22

Demokratie in Gefahr !!!

Die Krise um die Ukraine läß immer mehr ein Defizit der westlichen Demokratien zutage treten, das seit einigen Jahren stärker geworden ist.

Die Pressefreiheit, die unabhängige Presse und den seriösen Journalismus.

Wie stolz waren wir auf diese Errungenschaft der Moderne, der freiheitlichen und demokratischen Staaten. Wie leichtfertig werfen wir sie über Bord. Ein Großteil der deutschen Presse verkommt zu billigen Anzeigenblättchen, undifferenzierten Kurznachrichten und manipulierend eingesetzten Mutmaßungen. Faktenunterdrückung wird zur Kunst erklärt.

Meinungen werden nicht ermöglicht sondern immer mehr mit perfidem Einsatz des geschriebenen Wortes gemacht. Eine freie Gesellschaft ist auf eine seriöse und kompetente Presselandschaft in hohem Maße angewiesen. Sie zu schützen und zu fordern, als 4. Gewalt im Staate ist eine Aufgabe für jeden Demokraten.

Die gezielte und zweifellos beabsichtigte Desinformation bezüglich der Ukraine ist nicht nur überraschend, sondern beängstigend. Soll dem Bürger ein neues Feindbild präsentiert werden? Will man so die vielen ungelösten Probleme des Westens kaschieren, mit einer neuen, großen Gefahr zu Nebensächlichkeiten degradieren?

Die Krise in der Ukraine ist nicht nur ein politisches Versagen des Westens, sondern in besonderem Maße ein Versagen der meisten Presseorgane.

Wir müssen akzeptieren, daß ein neuer Krieg in Europa nicht nur möglich ist, sondern auch mit gezielter Desinformation seine Befürworter finden kann.

Gunnar Jeschke 03.09.2014 | 06:43

Heute Nacht waren sich das Hauptquartier der Donezker Volksrepublik (laut Itar-Tass) und der patrotisch-ukrainische Militärjournalist Dmitry Tymchuk (laut Glavcom) in seltener Weise einig: Beide beobachten einen kampflosen Rückzug eines Teils der Kiewer Kräfte, wobei das Hauptquartier der Separatisten recht spezifische Angaben macht, welche Siedlungen und Strassensperren aufgegeben werden.

Beide mutmassen, dass es sich um eine Umgruppierung der Kräfte handeln könnte, beide halten aber auch für möglich, dass die Kiewer Kräfte Angriffshandlungen im Donbass für die nähere Zukunft aufgeben werden.

Es stellt sich also die Frage, ob Kiew am 5. September doch ernsthaft verhandeln wird, ernsthaft verhandeln muss. Allerdings wäre dann auch zu erwarten, dass die Separatisten versuchen, in den Verhandlungen den Preis nach oben zu treiben.

Scharf 03.09.2014 | 07:05

Ich denke die Realität ist noch schlimmer als man sich vorzustellen vermag. Genau wie bei der Journaille wo man ja die Verbindungen, durch welche bezahlte Mitgliedschaften bei USA hörigen Connectiones sie gefügig gemacht wurden mittlerweile überwiegend kennt, werden wohl ein nicht geringer Teil der Politiker durch Bestechung zu Stimmen der USA geworden sein, dazu mag noch kommen das als Resultat der US Spionage ihnen auch da oder dort dunkle biographische Flecken, oder bizarre Neigungen von Politiker Innen bekannt geworden sind, und diese schlicht durch Erpressung gefügig gemacht wurden, etwa Stasi Vergangenheiten, siehe Bundes Angela usw.

gweberbv 03.09.2014 | 07:32

Glaubt man den westlichen Medien, die sich wiederum auf Zahlen der UNO berufen, dann mussten mittlerweile 1 Mio Ukrainer ihre Heimat verlassen. Die Zahl der Toten geht in die Tausende, die Zahl der Schwerverletzen und Traumatisierten liegt noch zehnmal höher.

Dies alles, weil der Westen einen Putsch in der Ukraine unterstütze und weil die russische Führung dies nicht hinnehmen wollte.

Man sollte als "Westler", aber auch als "Russe" mal einen Schritt zurücktreten. Ukrainisches Blut klebt an all unseren Händen.

Scharf 03.09.2014 | 07:39

Das Ausmaß an hinterhältiger Verlogenheit der deutschen Presse ist nicht mehr zu überbieten, man sehe sich einmal den Anfang eines Artikels von Nicolas Busse in der FAZ an, welcher hier dreist alle Leser für blöde verkaufend den Ablauf des Konfliktes in der Ukraine fälscht:

Russland und der WestenUkrainische Dynamik

Der Konflikt, den Russland so kaltschnäuzig wie unüberlegt in Gang gesetzt hat, entfaltet inzwischen eine eigene Dynamik: Von einer „strategischen Partnerschaft“ mit der Europäischen Union kann längst nicht mehr die Rede sein.

02.09.2014, von NIKOLAS BUSSE

Denn in Gang gesetzt wurde er ganz eindeutig durch die hinterhältigen und unklugen Umtriebe der USA, und von Nato und EU in der Ukraine, und nicht von Russland.

schlichternoch 03.09.2014 | 08:27

Ganz abgesehen davon finde ich den Titel für den Beitrag von Lutz Herden mit Bedacht und klug gewählt: "Es führt kein Weg zurück".

Das meint imao auch, dass man derzeitig medial kursierenden Einschätzungen um eine vermeintliche Rückkehr alter Konfrontationsmuster wie im kalten Krieg reserviert zur Kenntnis nehmen könnte und sollte:

zu verstrickt wirken die Kombattanten, als dass eine bloße Reduktion auf gut und böse eine auch nur annähernd realistische Sicht auf die Dinge erlauben könnte.

Man sollte sich von Kriegsthetorik nicht den klaren Blick verstellen lassen.

Scharf 03.09.2014 | 08:49

Und wer verdient letzten Endes daran, die Waffenindustrie hier und über dem Teich, geht auch halb Europa kaputt, Hauptsache die Herren machen ihren Reibach.

Jetzt hetzt man es mit nazihaften Parolen auf, wenn es wirklich losgehen sollte treibt man es mit patriotischen Sprüchen zur Schlachtbank, und wenn man dann genug im Blut gewatet ist, und die Waffenindustrie ihren Reibach gemacht hat, erwacht man inmitten von Trümmern von diesem bösen Traum, und Simsalabim, es waren schon immer alle dagegen, und nie jemand dafür.

schlichternoch 03.09.2014 | 09:09

Alle Waffenindustrien der Welt verdienen Geld mit ihren Produkten.

Und der Groß- und Außenhandel mit Waffen verdient mit an hohen Ambitionen von Waffennutzern: mit etwas "Fortune" wird aus jemandem, der Waffennutzer befehligt, sogar ein weltweit hoch geschätztes wertvolles Mitglied der Menschengemeinschaft und glänzt hochdekoriert mit Philanthropie: Inter faeces et urinam nascimur.

Dersu Usala 03.09.2014 | 10:30

Als Avatarbild hätte eine Empfehlung für Sie:

http://thumbs2.ebaystatic.com/d/l225/m/mpxtGks-J_em64n1tyrbFwQ.jpg

Freundschaft ist ja was gutes, ist aber nicht gleichzusetzen mit Lobhuddelei. Zweifellos gibt es schlaue Russen, gerne dürfen sie auch stolz sein auf ihre Raumfahrt. Aber leitet sich aus dieser partiellen Überlegenheit irgend etwas ab?

Freundschaft hieße, mit dem anderen gemeinsam zu machen, weil man es möchte, nicht weil man es braucht.

balsamico 03.09.2014 | 10:41

Das "kleine Aufklärungsvideo" stammt aus dem Repertoire von Ivo und Anni Sasek, über die man hier Näheres erfahren kann, natürlich nur wenn man will:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ivo_Sasek

Was Christoph Sieber anbetrifft: Der war auch schon besser. Aber was meinen Sie, was mit dem passieren würde, wenn er in gleicher Weise in Russland über Putin und die Seinen satierte? Ich vermute, er bekäme dermaßen auf's Maul, dass er es halten würde.

Magda 03.09.2014 | 10:46

Katharina die Große ist bei Chruschtschow stehengeblieben? Na, das ist ja ein Ding. Also ehrlich Balsamico - Ihr Politikverständnis ist auch stehengeblieben. Wirklich.

Ihnen empfehle ich dringend auch nochmal zwei Beiträge:

Den schon verlinkten von Mearsheimer aus Foreign-Affairs übersetzt in IPG-Journal

Hier ein Zitat daraus:

Putins Verhalten ist nicht schwer zu verstehen. Die Ukraine ist für Russland ein Pufferstaat mit enormer strategischer Bedeutung. Kein russischer Staatschef würde es hinnehmen, dass eine Militärallianz, die noch bis vor kurzem Moskaus Erzfeind war, in die Ukraine vorstößt. Auch würde kein russischer Staatschef untätig dabei zusehen, wie sich der Westen für die Einsetzung einer Regierung stark macht, die die Einbindung der Ukraine in den Westen betreibt.

ich schwöre, dass Mearsheimer

kein DDR-Nostalgiker ist, ganz bestimmt nicht.

und den von

von Karel von Wolferen - dem niederländischen Journalisten.

Auch schon mehrfach verlinkt.

fedup 03.09.2014 | 10:50

Das "kleine Aufklärungsvideo" stammt aus dem Repertoire von Ivo und Anni Sasek, über die man hier Näheres erfahren kann, natürlich nur wenn man will:

Ivo Sasek (* 10. Juli1956 in Zürich) ist SchweizerLaienprediger und Autor religiöser Schriften. Er ist Gründer der Anti-Zensur-Koalition (AZK), eines Forums für Verschwörungstheoretiker

Ach wie gut dass man mit diesen Einordnungen dafür sorgt dass gewisse Leute - wie auf Knopfdruck- ihr Hirn sofort in den standby-modus schalten.

plakstift 03.09.2014 | 10:54

Ja, Raketen können sie gut bauen, aber ein Auto für den Weltmarkt, da hapert´s komischerweise. Kann doch nicht so schwer sein!? Auch hat niemand behauptet, Russen seien nicht intelligent. Die besten Schachspieler kommen doch aus Russland und und und. Was soll dieser ewige Minderwertigkeitskomplex gegenüber dem Westen?

Im übrigen haben als erstes die russischen Separatisten die Waffen erhoben und ebenso unbewaffnete Leute ermordet. Sich dann hinterher beschweren, wenn eine Armee anrückt, die übrigens ziemlich spät eingegriffen hat, und man den Eindruck gewann, der ukrainische Staat läßt sich von wild gewordenen Aufständischen düpieren, ist schon irgendwie naiv.

balsamico 03.09.2014 | 11:07

Da ist alles an Überlegungen noch einmal zusammengefasst.

Die zentrale Überlegung ist:

Seit Mitte der 1990er Jahre lehnen russische Staatschefs eine NATO-Osterweiterung entschieden ab, und in den vergangenen Jahren haben sie unmissverständlich klargemacht, dass sie einer Umwandlung ihres strategisch wichtigen Nachbarn in eine Bastion des Westens nicht untätig zusehen würden.

Jetzt wäre nur noch zu beantworten, in welchem Jahrhundert die russischen Staatschefs da gedanklich ticken. Denn die Zeiten des Denkens in Bastionen sind vorbei. Heute ist es Sache der "strategisch wichtigen Nachbarn" selbst darüber zu entscheiden, wohin sie sich entwickeln wollen. Ich habe daher nichts dagegen, wenn die Russen bei den Ukrainern, auch bei den West-Ukrainern mit ihrem Gesellschaftsmodell werben, ebenso wie die EU mit ihrem Gesellschaftsmodell werben kann. Und dann ist es eben Sache der Menschen, sich für das eine oder das andere Modell zu entscheiden. Da zu sagen: Das geht doch nicht; die Ukraine hat sich so zu entscheiden, wie es Putin für richtig hält, ist schlicht nicht mehr zeitgenmäß, diskret gesagt. Wenn man heute noch Bastionen braucht, dann vielleicht im Mittleren Osten gegen Gebilde wie den sog. islamischen Staat. Aber da scheint Putin erstaunlicherweise ganz entspannt.

Magda 03.09.2014 | 11:16

Denn die Zeiten des Denkens in Bastionen sind vorbei. Heute ist es Sache der "strategisch wichtigen Nachbarn" selbst darüber zu entscheiden, wohin sie sich entwickeln wollen.

Mal ganz abgesehen von der Frage, wer innerhalb dieser Nachbarstaaten selbst entscheidet -sind das am Ende nicht auch wieder die Eliten und weniger die Menschen -? lass ich Mearsheimer gleich nochmal zu Wort kommen.

Washington mag von der Position Moskaus nicht angetan sein, müsste aber die Logik dahinter begreifen. Das ist Geopolitik für Anfänger: Auf eine mögliche Bedrohung vor ihrer Haustür reagiert jede Großmacht empfindlich. Die Vereinigten Staaten würden es ja auch nicht hinnehmen, wenn ferne Großmächte ihre Streitkräfte in der westlichen Hemisphäre stationierten, geschweige denn an ihrer Grenze. Man stelle sich die Empörung in Washington vor, wenn China ein mächtiges Militärbündnis schmiedete und versuchte, Kanada und Mexiko dafür zu gewinnen.

Ich denke ,Sie haben ein bisschen politikferne Vorstellungen von Politik. Dass die Menschen entscheiden sollen, wäre erstrebenswert, aber am Ende werden sie in ihren Entscheidungen höchst massiv beeinflusst. Auch das war in der Vergangenheit zu besichtigen.

seriousguy47 03.09.2014 | 11:17

Wenn sich China an solchen Strukturen beteiligt und mit 41 Milliarden Dollar größter Einleger des Fonds ist, wird kein symbolischer Akt zelebriert, sondern ein Konkurrenzunternehmen installiert, um die Dominanz Europas und der USA auf den Kapitalmärkten einzuhegen.

Komisch, dem Dollar eine alternative Leitwährung entgegen zu setzen, dazu scheint die Macht der Konkurrenz allerdings (noch) nicht auszureichen. Aber immerhin lautet ein kapitalistisches Glaubensbekenntnis ja, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Insofern kann man diese Entwicklungen aus kapitalistischer Sicht nur begrüßen. Könnte, denn dummerweise schließt der Konkurrenzkampf bekanntlich auch Kriege zur Geschäftsbelebung mit ein.....

Gibt es Veranlassung, den Aussagen des ukrainischen Präsidenten Glauben zu schenken, wenn er von Aggression und dem Einmarsch russischer Truppen redet. Dass es diese Vorwürfe gibt, damit war zu rechnen, falls die eigene Armee Terrain verliert und in die Defensive gerät.

Ach ja, die in der Ukraine festgenommenen und später ausgetauschten russischen Soldaten waren natürlich nur ein Phantasieprodukt Poroschenkos.

man kann in der gegebenen Situation nicht ernsthaft erwarten, dass eine russische Regierung tatenlos zusieht, wenn im Donbass Großstädte und deren vorwiegend russische Bevölkerung mit schwerer Artillerie zusammengeschossen und eingekreist werden.

Die Menschen in Syrien haben natürlich das Pech, keine russischen Bürger zu sein. Deshalb lässt Putin sie gerne auch ungerührt zu zig Tausenden hinschlachten. Mit antidemokratischen Vorstellungen hat das natürlich rein gar nichts zu tun.

Und natürlich schießen in der Ostukraine selbstverständlich auch nur ukrainische Soldaten und Freiwillige. Die anderen mit ihren Russen sind ganz lieb & friedlich. Es gab auch gar keine Hinrichtungen, Entführungen und Massengräber....Und sollten in Berlin demnächst russische Banditen die Rathäuser und Redaktionen besetzen und die Wiedererrichtung der DDR proklamieren, dann wird Lutz Herden selbstverständlich jubeln und russische „Hilfe“ gegen den möglichen Einsatz von deutscher Polizei/ Bundeswehr einfordern. Schließlich geht es ja nur um das legitime Interesse Russlands seine dort lebenden Landsleute vor dem dekadent-schwulen Westen zu schützen.

Petro Poroschenko und seine Paten im Westen

Entschuldigung, aber wurde Poroschenko nun von den ukrainischen Bürgern demokratisch gewählt oder nicht? Und wurde Janukowitsch nun vom demokratisch gewählten Parlament der Ukraine abgesetzt, nachdem er bereits geflohen war? Was möglicherweise rechtswidrig, aber immerhin repräsentativ-demokratisch legitimiert war. Und Revolutionen haben es im übrigen so an sich, dass sie gelegentlich rechtswidrig sind. Und der Maidan war sogar einigermaßen friedlich, bevor Russland und seine Banditen das Kommando im Osten übernahmen.

eines von außen forcierten Machtwechsels in Kiew

Nach meiner Erinnerung wurde unter Druck & Vermittlung westlicher Politiker am 21.02.2014 ein Abkommen mit Janukowitsch über die Modalitäten eines friedlichen Übergangs zu einer neuen Regierung für die Ukraine geschlossen, das von innerukrainischen Kräften nicht anerkannt und de facto außer Kraft gesetzt wurde.

und eine Rückkehr zum Status quo anzustreben, wie er mit der Janukowytsch-Administration gegeben war.

Und wer, bittesehr, gibt Putin das Recht, nun seinerseits über die Köpfe der ukrainischen Bürger hinweg den antidemokratischen Paten eines anderen souveränen Staates zu spielen?

Der Konflikt hat eine Phase erreicht, in der Moskau ungerührt die von den Amerikanern dominierte, von der NATO militärisch und von EU ökonomisch abgesicherte postpolare Ordnung Europas herausfordert und Defizite ihrer Machtprojektion aufdeckt.

Könnte es sein, dass Russland wie am 17. Juni 1957 & am 13. August 1961in der DDR, oder wie 1956 in Ungarn, später wiederum in Prag – oder wie die USA in Chile – sich einen Dreck um Menschenleben und die Bedürfnisse der Menschen in anderen Staaten schert und seine eigenen eingebildeten Interessen skrupellos auch mit Menschenopfern durchsetzt?

Der FREITAG nennt sich zu Recht Meinungs- und nicht Informationsmedium. Nach diesem Beitrag von Herrn Herden sollte man sich vielleicht besser Desinformationsmedium nennen – und die FC vielleicht auch gleich von schädlichen Elementen wie mir säubern, damit es nicht immer wieder zu lästigen Störungen bei der erwünschten Einheitsmeinung kommt. Wenn schon Putin-Verehrung, dann aber auch richtig......

[Hervorhebungen in den Zitaten von mir]

balsamico 03.09.2014 | 11:21

Katharina die Große ist bei Chruschtschow stehengeblieben? Na, das ist ja ein Ding. Also ehrlich Balsamico - Ihr Politikverständnis ist auch stehengeblieben. Wirklich.

Es wäre gut, wenn Sie lesen würden, was da steht und nicht, was dem Verfasser unterstellen wollen. Ich habe schrieben, dass Putin gedanklich irgendwo zwischen der absoluten Herrscherin Katharina II und dem Polit-Rüpel Chruschtschow stehen geblieben ist und nicht, dass Katharina II bei Chruschtschow stehen geblieben ist, was völliger Blödsinn ist.

seriousguy47 03.09.2014 | 11:27

Ihr Plädoyer für die Menschenrechte hat einen klitzkleinen Schönheitsfehler: Sie messen die hiesige Wirklichkeit an Ihren paradiesischen und irrealen Idealvorstellungen, nicht aber an der Realität z.B. in Russland, dem Russland-Lover Assad, dem Sowjetimperium usw.

Das aber wäre der realistische & erhellende Vergleich in diesem Zusammenhang.

Merke: Für Ideale gibt es keinen Istzustand. Sie müssen ständig neu erkämpft werden. Wer meint, da gebe es einen idealen Endzustand, der reiht sich in den Totentanz der Fundamentalisten ein.

fedup 03.09.2014 | 11:32

Nach diesem Beitrag von Herrn Herden sollte man sich vielleicht besser Desinformationsmedium nennen – und die FC vielleicht auch gleich von schädlichen Elementen wie mir säubern, damit es nicht immer wieder zu lästigen Störungen bei der erwünschten Einheitsmeinung kommt. Wenn schon Putin-Verehrung, dann aber auch richtig......

Das wäre eine Möglichkeit..., aber so ist es doch viel lustiger...

Danke nochmal für die aufgezählten Klischees und artig wiederholten Verdrehungen der Tatsachen, die sie hier so fleissig zusammengetragen haben.

balsamico 03.09.2014 | 11:33

Mal ganz abgesehen von der Frage, wer innerhalb dieser Nachbarstaaten selbst entscheidet -sind das am Ende nicht auch wieder die Eliten und weniger die Menschen -? lass ich Mearsheimer gleich nochmal zu Wort kommen.

Washington mag von der Position Moskaus nicht angetan sein, müsste aber die Logik dahinter begreifen. Das ist Geopolitik für Anfänger: Auf eine mögliche Bedrohung vor ihrer Haustür reagiert jede Großmacht empfindlich. Die Vereinigten Staaten würden es ja auch nicht hinnehmen, wenn ferne Großmächte ihre Streitkräfte in der westlichen Hemisphäre stationierten, geschweige denn an ihrer Grenze. Man stelle sich die Empörung in Washington vor, wenn China ein mächtiges Militärbündnis schmiedete und versuchte, Kanada und Mexiko dafür zu gewinnen.

Mal abgesehen davon, dass Mearsheimer nicht in allem Recht hat, was er sagt, habe ich überhaupt nichts dagegen, auch die USA zu kritisieren, wenn sie andere Völker bevormunden. Aber wenn Sie mal an Kuba oder an Venezuela z.B. denken, die den USA ja richtig auf der Nase herumtanzen, da sind doch fraglos auch ganz andere Verhaltensweisen möglich, als das, was Putin gerade in der Ukraine treibt.

Ich denke ,Sie haben ein bisschen politikferne Vorstellungen von Politik. Dass die Menschen entscheiden sollen, wäre erstrebenswert, aber am Ende werden sie in ihren Entscheidungen höchst massiv beeinflusst. Auch das war in der Vergangenheit zu besichtigen.

Und Sie finden das wohl ganz in Ordnung, weil es schon immer so war. Es ist wie's ist, weil's halt so ist. Schon klar!

Magda 03.09.2014 | 11:34

Balsamico - das ist keine Unterstellung, das war einer meiner flappsigen Scherze, von dem ich allerdings dachte, dass Sie ihn bemerken. Aber, das Netz sieht nicht, wenn jemand grinst. Ich hätte ein Smiley dranhängen sollen. Aber, ich bestreite nicht, dass mich Ihre Personendiagnostik dazu ein bisschen verleitet hat.

Tschuldigung kommt nicht wieder vor. Ich bitte um ein mildes Plädoyer. :-)

balsamico 03.09.2014 | 11:46

Balsamico - das ist keine Unterstellung, das war einer meiner flappsigen Scherze, von dem ich allerdings dachte, dass Sie ihn bemerken.

Ich hab's ja bemerkt, wie Sie gesehen haben. Nur mit Scherzen im Netz ist das so eine Sache, auch wenn man ein Smiley dran hängt. Der Nächste, der nur Ihren Beitrag liest, denkt ich hätte tatsächlich so einen Kokolores geschrieben - und schwups steh' ich als Blödmann da.

Tschuldigung kommt nicht wieder vor. Ich bitte um ein mildes Plädoyer. :-)

Wenn Sie mich so lieb bitten, kann ich natürlich nicht Nein sagen - mein altes Kriegsleiden, :-).

Frank Linnhoff 03.09.2014 | 11:51

"Es führt kein Weg zurück." Die Zeit lässt sich nicht zurückspulen und einmal getätigte Handlungen haben Konsequenzen. Dies wissen wir. Für Krieg hatte sich die Regierung in Kiew entschieden, als sie Gespräche mit den Separatisten ablehnte und die Armee in Marsch setzte. Mit jedem Tag, welcher dieser Krieg andauert, wächst die Gewissheit, dass sich die Ukraine in zwei Staaten aufspalten muss, damit dieser Wahnsinn ein Ende nimmt. Verhandlungen zwischen ukrainischer Regierung und Separatisten unter Leitung der OSZE, ein baldiges Waffenstillstands-Abkommen und dessen Kontrolle durch UNO-Blauhelme sind der einzig gangbare Weg. Der gesunde Menschenverstand ist offensichtlich nicht nur den Regierenden der Ukraine abhanden gekommen. Hier handelt es sich um ein grenzüberschreitendes Phänomen.

Scharf 03.09.2014 | 11:53

Er hat mit Verlaub keine politikferne, sondern eine quasi "Bild" hafte Vorstellung von den Ereignissen, sein/ihr Rüstzeug ist Unterstellungen an Stelle logisch haltbarer Argumente, oder gar Argumentationsketten, persönliche Verunglimpfungen durch Pseudo Ferndiagnosen, Bassena Wadlbeisserei, ein Vorurteil oder Stereotyp jagt das andere, mit der Logik ist er auf Kriegsfuß, wo käme man denn hin wenn man sich informierte bevor man los schwätzt..

Postings welche sein homoöpatisches historisc hes Wissen überfordern, bleiben unbeantwortet, oder werden mit neuerlichen Unterstellungen beantwortet, etwa die wahren Abläuf der Kuba Krise, oder wie der Ukraine Konflikt Zug um Zug begonnen hat.

Wen interessieren Tatsachen, wen man sich doch mit Gegeifer viel besser helfen kann, und durch den Adrenalinkick auch besser fühlt.

apatit 03.09.2014 | 11:56

… ich freue mich immer, wenn man mir durch die Blume sagt, schön gedacht aber Gehirnamputiert! Begriffen habe ich nach 24 Jahre “ Wende “ das z.B. am 11. September1973 ein demokratisch gewählte sozialistische Präsident Salvador Allende ehrenhaft “demokratisch“ beseitigt wurde und auch der Träger des Bundesverdienstkreuzes (Sonderstufe des Großkreuzes) Fulgencio Batists ein Wohltäter der Menschheit war – verzeihen sie mir, für wie bescheuert halten sie mich?!

balsamico 03.09.2014 | 12:05

Die Satire darf alles, bloß eines nicht: Die Schnauze halten!

Das müssten Sie mal Putin sagen, wenn er wieder Pussy-Riot-Mädchen nach Sibirien schickt.

Abgesehen davon darf Satire nicht alles. Sie darf sich z.B. nicht über Not und Leid der Menschen lustig machen. Bei manchen Beträgen hier habe ich durchaus den Eindruck, als sei es den Verfassern immerhin ziemlich egal, was Putins Banditen in der Ukraine anrichten. Und das dann ins Gegenteil oder so zu drehen, dass "der Westen" daran schuld sei, hat schon etwas Satirisches, der Art, die eher unanständig ist.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 12:15

Es ist ein Unterschied, ob man Missstände beklagen muss, zugegegeben auch schwere, oder ob man einem System die Stange hält, das zwar hier und dort etwas hervorbringt, aber einem Staatsverständnis und einem Menschenbild aus dem 19. Jahrhundert huldigt.

Sie nennen also die Kumpanei mit politischen Kräften (denen in Washington und in Kiew), die einen - von mir belegten - achtfachen Bruch des Grundgesetzes implizieren (durch aktive Kollaboration mit dem Rechtsbruch oder der Unterlassung seiner Abwehr), einen kleinen "Missstand", über den man ja ein wenig meckern dürfte? Das ist nicht Ihr Ernst? Darauf gegen dergleichen aktiv Widerstand zu üben, hat jeder einzelne Beamte dieses Land einen Amtseid abgelegt! Sie bagatellisieren den Verfassungsbruch! Jeder Bundesbürger hat das unumstößliche Recht darauf, dass die Bundesregierung eine Außenpolitik betreibt, die den gleichen Rechtsgrundsätzen verpflichtet ist, die nach innen gelten. Und da weder die von den USA (5 Mrd. Dollar-Investitionen in die Destabilisierung eines Landes, Installation des Regenten "Yatse", Aneignung von dessen wirtschaftlicher Infrastruktur durch Vertragsabschlüsse mit einer demokratisch nicht legitimierten Marionette) noch von der Ukraine (Sprachverbot für einen großen Teil der Bevölkerung, Medienzensur, Einschränkung der Parteienfreiheit, physische und wirtschaftliche Bedrohung von Minderheiten, Zerstörung der Infrastruktur einer Region seines Landes und massives Töten der Zivilbevölkerung durch u.a. neonazistische Milizen) betriebene Politik auch nur im Ansatz mit den Rechtsstandard unseres Grundgesetzes zu vereinbaren ist, begeht unsere Bundesregierung einen massiven Rechtsbruch, wenn sie sich da einfügt. Denn die Ausnahmeklausel, diese Grundordnung gelte nicht, wenn man nur lautstark einen Gegner als bösen Dämon verschreie, gilt nicht. Die Grundordnung gilt vorbehaltlos.

Was zeigt also das blinde Wüten gegen die Kritiker? Das zeigt es: Nur die, die hier blinde Nato-"Apologie" betreiben, befleißigen sich einer "Huldigung" oder eines unkritischen "die Stange Haltens" - & dies angesichts eines politischen Vorgehens (des auf Gewalttätigkeit beruhenden Regierungssturzes in Kiew), der diesem immer noch voll gültigen Rechtsdokument des 20. Jahrhunderts widerspricht. Sie, Herr Essig, sind nicht in der Lage eine Diskussion zu führen, die Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zum Fundament hat. Und deshalb passiert es Ihnen auch leider, dass Sie sich als Nicht-Demokrat entblößen:

Als Einwand gegen ein Referendum in der Ukraine, wie die Menschen leben wollen, erheben Sie ernsthaft:

Aber Putin, mit seinen Banditen, würde schon dafür sorgen, dass es zu einem ihm genehmen Ergebnis führt...

Merken Sie, dass Ihr Vorbehalt auf der Unterstellung beruht, die Ukrainier (vor allem im Osten) seien zu blöd zu wissen, wie sie leben wollen? Wann wäre Ihr Diktum, ein Plebiszit sei demokratisch gewesen? Wenn das Ergebnis in Washington genehm ist? In Kiew? In Berlin? Was für eine unwürdige Untertanensicht!

Wenn Sie Ihre Beiträge auf diesem Blog in einem stillen Moment noch einmal durchlesen, merken Sie dann gar nicht, dass Sie ihre Positon nur durch blinde Diffamierung anderer, haltlose Unterstellungen und sinnlose Beleidigungen im Diskurs halten? Sie immunisieren sich gegen Ihnen nicht genehme Betrachtungen durch manichäisch-dämonologische Beschwörungen und simple Beleidigungen anderer. Ihr ganzes Vokabular ist von Bezeichnungen durchzogen, die Menschen kriminalisieren ("Banditen", "Verbrecher"), diffamieren (durch die Troll-Vorwürfe, als seien sie von Geheimdiensten bezahlt oder merkwürdig hörig), obgleich Sie für Unterstellungen weder empirische Belege noch logische Begründungen liefern. Das verrät weder eine gute Kinderstube noch allzu viel politische Bildung.

Jeder, dem ernsthaft am Frieden in Europa und an demokratischen Verhältnissen in der Ukraine gelegen ist, weiß, dass die dieser Krieg durch eine möglichst neutrale und internationale Instanz beendet werden muss, damit diese anschließend dafür sorge, dass den Menschen ein Verfahren angeboten werden muss, nach dem jeder Ukrainer mitentscheiden kann, wie er leben möchte. Dies kann nur unter Führerschaft der UN erfolgen, unter dem Vorsitz möglichst neutraler Staaten (wie Brasilien oder Indien). Die russische Regierung hat solche Sitzungen übrigens mehrfach gefordert; die Vorschläge sind immer von den USA ausgeschlagen worden.

Und deshalb auch wird dieser Konflikt nicht zu lösen sein, ohne diejenige Macht in die Schranken zu verweisen, die bereits in den 90er Jahren das Spinning in der Ukraine als Bestandteil einer aggressiven militärischen Einkreisungspolitik gegen Russland starteten, das aus Sicht der Falken zu viele Rohstoffe hat, um diese in Ruhe handeln zu dürfen: die Neocon-Riege im US-Machtapparat. Eine solche Einkreisungspolitik ist übrigens eine aggressive Angriffspolitik, an der unsere Bundesregierung kraft des Grundgesetzes nicht beteiligt sein dürfte, auch wenn sie den innenpolitischen Zustand des Landes kritikwürdig findet.

Meine Darlegung enthält übrigens keine Tatsachenbehauptung, die ich nicht mindestens durch mehrere hundert Seiten an Primär- und Sekundärquellen belegen könnte.

Haben Sie darauf eine politische Antwort? Oder nur weiteres Werkzeug aus dem Diffamierungs-Schatzkasten, Denunziationsvokabeln also wie "Putinversteher", "Putinisten", "Anhänger von Putinistan", "Kreml-Troll", "Rechtsextremist", "Linksextrimist".

Wer keine Argumente hat, der spritzt eben mit Gülle. Aber dann wissen auch alle anderen, dass er keine Sachgründe vorzuweisen hat.

balsamico 03.09.2014 | 12:36

… ich freue mich immer, wenn man mir durch die Blume sagt, schön gedacht aber Gehirnamputiert! Begriffen habe ich nach 24 Jahre “ Wende “ das z.B. am 11. September1973 ein demokratisch gewählte sozialistische Präsident Salvador Allende ehrenhaft “demokratisch“ beseitigt wurde

Ich stimme Ihnen völlig zu, dass das Verhalten der USA 1973 in Chile eine Schande war. Aber daraus eine Rechtfertigung dafür herzuleiten, dass sich Putin 40 Jahre später im Falle der Ukraine ebenfalls verhalten könne wie die Axt im Wald, ist kühn, diskret gesagt. Denn die Zeiten haben sich geändert, gottlob. Und ich will sie nicht zurückhaben.

und auch der Träger des Bundesverdienstkreuzes (Sonderstufe des Großkreuzes) Fulgencio Batists ein Wohltäter der Menschheit war – verzeihen sie mir, für wie bescheuert halten sie mich?!

Ist Ihnen klar, von welchen Zeiten Sie da reden? Die haben sich nämlich seither beträchtlich geändert. Oder meinen Sie, einem Kerl wie Batista würde heute noch ein Orden verliehen? Im Übrigen halte ich Sie nicht für bescheuert, ganz im Gegenteil. Und Sie haben ja auch völlig Recht, wenn Sie darauf hinweisen, dass im Westen keineswegs alles Gold ist, was glänzt. Da bin ich ganz bei Ihnen. Nur muss man halt auch den Wald als Ganzes sehen und nicht nur die kranken Bäume. Wenn Sie sich z.B. nur die Grundrechte des Grundgesetzes nehmen und gucken, was davon noch übrig ist, trotz aller Schandtaten, die daran begangen wurden, dann haben Sie immer noch ein Vielfaches an Menschenwürde und Recht und Freiheit von dem, was Putin den Menschen in seinem Land gewährt, weshalb ich gut verstehe, dass viele Menschen in der Ukraine ihre Zukunft woanders sehen, als in einem von Russland abhängigen Vasallenstaat. Da zu sagen: Nichts da, die Ukraine ist russisches Einflussgebiet, da findet keine Entwicklung statt, die den Russen nicht genehm ist, beruht auf einem schlicht antiquierten Denkmodell.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 12:38

Ihr Plädoyer für die Menschenrechte hat einen klitzkleinen Schönheitsfehler: Sie messen die hiesige Wirklichkeit an Ihren paradiesischen und irrealen Idealvorstellungen, nicht aber an der Realität..

Das ist eine Einschätzung, die mich ein wenig befremdet. Ich habe nämlich nicht die UN-Charta zitiert (die die Bundesregierung unterzeichnet hat), sondern das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zitiert. Ich meine mich zu erinnern, dass Sie sich als Lehrer geoutet haben. Dann müssten Sie wissen, dass Sie - wie ich - einen Amtseid darauf abgelegt haben, diesen Rechtsgrundsätzen aktiv Gültigkeit zu verschaffen und sie wehrhaft zu verteidigen. Kann das jemand angemessen, der sie für "paradiesische und irreale Idealvorstellungen" hält?

Übrigens habe ich damit - als Bürgerin und Beamtin - einen Rechtsanspruch darauf, dass eine Bundesregierung genau diesen Rechtsgrundsätzen auch in der Außenpolitik folgt.

Dass Sie aber das Bestehen auf Grundsätzen, die Sie verpflichtet sind zu verteidigen, als Beleg für die Berechtigung eines Fundamentalismusverdachts ranziehen, lässt mich doch stark daran zweifeln, dass Sie in Ihrem Beruf angemessen aufgehoben sind. Schließlich wurde 70 Jahre die Gültigkeit des Grundgesetzes als Gewähr gegen den erneuten Absturz Deutschlands in die Barbarei des Totalitarismus erachtet. Würden Sie dann bitte Ihre oben erfolgende Diffamierung seines Rechtsanspruchs auch mit Klarnamen unterzeichnet Ihrer Behörde vorlegen? Ich bin gespannt, wie die darauf reagiert...

Die Grundrechtsordnung gilt übrigens vorbehaltlos. Ihre persönliche Einschätzung eines anderen Regierungschefs tut ihrer Rechtsgültigkeit keinen Abbruch.

balsamico 03.09.2014 | 12:52

Wer keine Argumente hat, der spritzt eben mit Gülle. Aber dann wissen auch alle anderen, dass er keine Sachgründe vorzuweisen hat.

Dazu verweise ich auf meinen Beitrag 12:36 Uhr @Apatit. Und wenn Sie diesen ganzen Thread mal aufmerksam lesen, da werden Sie gewiss erkennen, dass auch ich nicht eben mit Wohlgerüchen eingehüllt werde, weil ich mir - zugegeben etwas spitz - eine andere Meinung erlaube als diejenigen, die Putin die Stange halten.

balsamico 03.09.2014 | 13:09

Übrigens habe ich damit - als Bürgerin und Beamtin - einen Rechtsanspruch darauf, dass eine Bundesregierung genau diesen Rechtsgrundsätzen auch in der Außenpolitik folgt.

Schon. Aber Sie sollten sich der Grenzen dieses Rechtsanspruchs bewusst werden. Denn er geht nicht da hin, dass Sie der Bundesregierung vorschreiben können, was sie für eine Außenpolitik zu machen hat, sondern er erschöpft sich darin, dass Sie bei der nächsten Bundestagswahl eine marginale Möglichkeit haben, auf Neubestellung einer anderen Regierung hinzuwirken. Und sollten Sie auf das sog. Widerstandsrecht anspielen, so scheinen Sie dessen Reichweite zu verkennen. Denn damit können Sie kommen, wenn Sie sich ungefähr in einer Lage befinden, wie Graf v. Stauffenberg, wovon wir meilenweit entfernt sind, gottlob.

Rosbaud 03.09.2014 | 13:09

Reader's Digest lässt grüßen



Sie verbreiten hier die Bilderbuchwelt von Reader's Digest. Unser „gütiger Hegemon“ in Übersee möchte also nur in der Ukraine der Bevölkerung zur Selbstbestimmung, zu Freiheit, Demokratie und Wohlstand verhelfen? Das wäre doch aber auch in einer neutralen Ukraine möglich, warum muss man dann mit ziemlicher Penetranz und dem Einsatz von über 5 Mrd. Dollar versuchen, dieses Land via EU in die NATO einzugliedern?


Um die NATO-Einkreisung Russlands richtig würdigen zu können, sollte man wissen, was der niederländische Journalist Karel von Wolferen so beschreibt:


… der Kalte Krieg diplomatisch beendet wurde mit einem Abkommen zwischen Gorbatschow und dem älteren Bush im Dezember 1989 auf Malta, wo James Baker es geschafft hat, dass Gorbatschow die deutsche Wiedervereinigung und den Abzug der Truppen des Warschauer Pakts akzeptierte gegen das Versprechen, dass die NATO nicht auch nur um einen Zoll Richtung Osten erweitert würde.

Gorbatschow verpflichtete sich, in Osteuropa keine Gewalt anzuwenden, obwohl er rund 350.000 russische Soldaten allein in Ostdeutschland hatte, im Gegenzug für Bushs Versprechen, dass Washington keinen Vorteil aus dem Rückzug der Sowjets aus Osteuropa ziehen würde.



Quelle:

http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/20140814_van%20Wolferen_TheUkraine_de.pdf

seriousguy47 03.09.2014 | 13:44

Mit dem Lesen haben Sie scheinbar ein paar Schwierigkeiten, aber immerhin klappt das Zitieren via Copy & Paste. Und wie Sie richtig zitieren, geht es in meinem Kommentar nicht um Grund- und Menschenrechte oder Grundgesetz, sondern um IHRE IDEALVORSTELLUNGEN von gesellschaftlicher Wirklichkeit.

In meiner Ausbildung zum Sozialkundelehrer galt übrigens die Kontrastierung von Verfassungsanspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit als DAS erfolgversprechende Unterrichtsprinzip schlechthin. Und zwar nicht in irgendeinem tiefroten, sondern in einem tiefschwarzen Bundesland. Um nun doch etwas zum GG zu sagen.....

Aber: Kompliment. Ihr Kommentar ist ganz große Oper - um mit lautem, moralinen Getöse von dem abzulenken, worum es in meinem Kommentar ging. Z.B. um die Frage, weshalb Sie die hiesige Verfassungswirklichkeit nicht mit z.B. der in Russland oder seinem Partner Syrien vergleichen. Stattdessen vergleichen Sie die hiesige Wirklichkeit mit den hiesigen Ansprüchen, was in der innergesellschaftlichen Debatte nötig & angemessen ist.

Da es sich hier aber um eine Debatte um die Ukraine, den Westen & Russland handelt, führt eine solche Beschränkung der Kritik auf den Westen dazu, dass der (wohl erwünschte) Eindruck entsteht, der hiesigen kapitalistischen Hölle stehe auf Seiten Russlands das reine demokratische Paradies gegenüber - was umso mehr so erscheint, wenn man dann noch den Fall Snowden mitdenkt....

Und damit bewegen Sie sich durchaus in der hiesigen FC-Tendenz, in Obama & Merkel die Schurken und in Putin den weisen, guten Alten zu sehen, der sich den Schurken tapfer entgegenstellt, die ihn seiner legitimen, angeborenen Rechte zu berauben anschickten.....

balsamico 03.09.2014 | 13:55

Sie verbreiten hier die Bilderbuchwelt von Reader's Digest.

Ach ja?

Unser „gütiger Hegemon“ in Übersee möchte also nur in der Ukraine der Bevölkerung zur Selbstbestimmung, zu Freiheit, Demokratie und Wohlstand verhelfen?

Ich kann mich nicht erinnern, so einen Kokolores verlautbart zu haben. Ich bin nur dafür, den Menschen in der Ukraine die Entscheidung darüber zu überlassen, ob sie sich nach Westen oder nach Osten orientieren wollen. Und die wütenden Reaktionen hier, die darauf hinauslaufen, dass genau dies verhindert werden müsse, weil die Ukraine schließlich Putins Vorhof sei, machen mich nachdenklich.

Das wäre doch aber auch in einer neutralen Ukraine möglich, warum muss man dann mit ziemlicher Penetranz und dem Einsatz von über 5 Mrd. Dollar versuchen, dieses Land via EU in die NATO einzugliedern?

Es steht den Menschen in der Ukraine frei, dies nicht zu wollen und nicht zu machen.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 14:19

Ach ja, die in der Ukraine festgenommenen und später ausgetauschten russischen Soldaten waren natürlich nur ein Phantasieprodukt Poroschenkos.

Das ist lächerlich. Hast Du dir die Jüngelchen mal angeschaut? Und die Gegend? Wer da nicht fit ist mit dem GPS oder dieses mal wieder nicht (exakt) funktioniert, der hat keine Ahnung wo er sich befindet. Was sollten denn die 10 Bengel machen, Kiew erobern? Total peinlich sowas überhaupt zu erwähnen.

Und wurde Janukowitsch nun vom demokratisch gewählten Parlament der Ukraine abgesetzt

Diese faschistische Verbrecherclique demokratisches Parlament zu nennen - das hat was.

Und nein, Janukowitsch wurde bekanntlich nicht abgesetzt. Es gab einen bewaffneten Putsch in Kiew, schon vergessen?
Nicht mal die nötigen 75% um Janukowitsch ordnungsgemäß abwählen zu können haben sie erreicht.

Auf den gesamten Quatsch den Du da ablässt einzugehen, ist einfach zu mühsam. Da muß man ja jeden Satz lang und breit klarstellen.

balsamico 03.09.2014 | 14:24

Sie kapieren es immer noch nicht, oder?

Meinen Sie das hier?

Zitat

"Wenn Sie Ihre Beiträge auf diesem Blog in einem stillen Moment noch einmal durchlesen, merken Sie dann gar nicht, dass Sie ihre Positon nur durch blinde Diffamierung anderer, haltlose Unterstellungen und sinnlose Beleidigungen im Diskurs halten? Sie immunisieren sich gegen Ihnen nicht genehme Betrachtungen durch manichäisch-dämonologische Beschwörungen und simple Beleidigungen anderer. Ihr ganzes Vokabular ist von Bezeichnungen durchzogen, die Menschen kriminalisieren ("Banditen", "Verbrecher"), diffamieren (durch die Troll-Vorwürfe, als seien sie von Geheimdiensten bezahlt oder merkwürdig hörig), obgleich Sie für Unterstellungen weder empirische Belege noch logische Begründungen liefern. Das verrät weder eine gute Kinderstube noch allzu viel politische Bildung."

Zitatende

Ich wüsste nicht, was daran nicht zu kapieren ist. Aber es geht mir am Allerwertesten vorbei.

Scharf 03.09.2014 | 14:29

Jazenjuk: Ukrainische Regierung billigt Gesetzentwurf über Aufhebung des blockfreien Status

Schau einer an, mit welcher Regierung hat dieser Kriminelle die Vereinbarung denn getroffen, mit der zurück getretenen?

Jetzt wo diesem geisteskranken Kriminellen das Wasser schon bis zum Hals steht, erfindet er ein ums andere Mal neuen Unfug, Mauern zwischen der Ukraine und Russland, Vereinbarungen mit Regierungen welche zurückgetreten sind.

Ja ja Jazenjuk, der Endsieg ist nahe, es fehlen nur noch die Wunderwaffen...

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 14:36

Thema verfehlt. Und immer nach dem gleichen billigen rhetorischen Muster, dass das Fehlen von Argumenten ad res nicht ernsthaft verschleiern kann. Der Rest sind die üblichen Schaumgebilde aus dem Denunziantenkästle (wie zum Beispiel die Behauptung, die Kontrahenten zeichneten eine imaginäre politische Idealgesellschaft, wo es nur um Rechtsstandards der deutschen Politik geht.)

Und für die Beurteilung der Rechtskonformität deutscher Außenpolitik (in Relation zum GG) spielen eben nur solche bilateralen Beziehungen eine Rolle, die diese gefährden könnten, und das sind nun einmal - durch den am Bürger vorbeigeschmuggelten Paradigmenwechsel von einer defensiven Bündnispolitik (grundgesetzkonform) zu einer offensiven (gegen das Grundgesetz, vgl. Rede Peter Gauweilers vor der Bundeswehrakademie [pdf]) - die zu anderen Nato-Staaten, respektive den USA.

Auch im Völkerrecht hat es im Falle rechtlicher Verstöße nie interessiert, ob Rechtsbrecher sich nun an positiv oder negativ zu etikettierende Opfern vergangen hatten. Der amerikanische Richter Jackson hat die Angeklagten der Nürnberger Prozesse doch tatsächlich wegen des Angriffskriegs gegen die Sowjetunion und den rassistisch motivierten Massenmord an zum größten Teil russischen Zivilisten verurteilt, ohne je ein Kompliment an die stalinisische Regierungsform ausgesprochen zu haben. Und diese Sprüche gelten bis heute als beispielhafte Rechtssprechung, egal wie schwer es für diejenigen Menschen sein mag, die so gerne dem Opa im Nachhinein glauben möchten, er sei doch gar kein Nazi, sondern nur ein anti-stalinistischer Freiheitskämpfer gewesen...

(Übrigens: Ich weiß nicht, in welchem Bundesland und für welche Schulform man den Politikunterricht als Staatsbürgerkunde bezeichnet, aber dass man, wo immer sie unterrichten, mit einem derart geringen Maß an alleine schon staatsbürgerlicher Kompetenz eine Fakultas bekommt, ist schon arg bedenklich.)

Sonja Menzel 03.09.2014 | 14:40

Ich hätte in diesem Medium erwartet, etwas zu dem Schreiben der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), den ehemaligen US-Geheimdienstagenten, an Bundeskanzlerin Merkel zu lesen. Warum dieses informative und mutige Schreiben dieser Leute bisher nur in einem Medium im Wortlaut erschien (Deutsche Wirtschaftsnachrichten, online) macht sehr nachdenklich. Diese mutigen, das kann man nicht oft genug wiederholen, Geheimdienstler warnen Merkel vor falschen "Beweisen". Sie haben diesen offenen Brief für notwendig erachtet, weil sie die anti-russische Stimmung, die das offizielle Washinton prägt, berunruhigt. "Darin ziehen sie die Verlässlichkeit von Behauptungen der ukrainischen u. der amerikanischen Regierung über eine russische "Invastion" in Zweifel. Die OSZE hat erst am Montag festgestellt, dass sie überkeine Hinweise einer Truppenpräsenz der Russen in der Ukraine verfüge." Diese Quelle ist seriös, wie das ZDF sogar einmal feststelle, gehört DWN zu den meist geteilten Informationen im Sozial Web. Moralische Entrüstung, die User überwiegend, gleich in welche Richtung, kundtun, bringt m.E. wenig. Man muss sich schon die Mühe machen, wenn es die Zeit hergibt, umfassend zu recherchieren, auch außerhalb Deutschlands. Dieser Artikel ist emotional sehr zutreffend.

Scharf 03.09.2014 | 14:45

Die Ukraine will eine Mauer zu Russland errichten. "Wir wollen einen echten Schutz", sagte Ministerpräsident Jazenjuk. Denkbar sei auch ein Elektrozaun mit Minen und Stacheldraht. Die ukrainisch-russische Grenze ist 2.000 Kilometer lang. Bundesaußenminister Steinmeier warnte vor einem neuen Eisernen Vorhang.

Die Grenzsicherung der Ukraine zu Russland soll etwa 100 Millionen Euro kosten. In ihrem Kampf gegen prorussische Separatisten hat die Regierung in Kiew derzeit die Kontrolle über einen Teil der Grenze in der Ostukraine verloren.

Ei, ei schau einer an Jazenjuk deliriert, und Steinmayer kommentiert Delirien.

100 Millionen, wohre nimmt den der Schwachkopf dieses Geld?

Vielleicht bezahlt die USA, Jazenjuk soll einen Kredit über hundert Mio bei den USA aufnehmen.

Und die hungernde Bevölkerung der Ukraine soll meinetwegen die restlichen Ziegel von der Mauer fressen.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 14:47

Aber Sie sollten sich der Grenzen dieses Rechtsanspruchs bewusst werden. Denn er geht nicht da hin, dass Sie der Bundesregierung vorschreiben können, was sie für eine Außenpolitik zu machen hat, sondern er erschöpft sich darin, dass Sie bei der nächsten Bundestagswahl eine marginale Möglichkeit haben, auf Neubestellung einer anderen Regierung hinzuwirken.

Ich hoffe für Sie, dass Sie mit der deutschen Staatsbürgerschaft geboren wurden. Denn den Einbürgerungstest dürten Sie nicht bestehen. Preisaufgabe: Wer oder was ist eine Verfassung? Wer oder was ist der Amtseid der Regierung?

Und mit Herrn Stauffenberg würde ich mich sicherlich nie vergleichen. Der Mann war kein Demokrat, sondern gehörte jener preußischen Junkergarde an, die Hitler aktiv an die Macht brachten. Den späten Korrekturversuch eines politischen Verbrechens an der Weimarer Republik mag man zur Kenntnis nehmen, aber braucht man nicht übermäßig zu loben.

Die wirklichen Demokraten waren schon 33 gegen Hitler und sind damals schändlich von Leuten wie den Stauffenbergs verraten worden.

Die Nachfahren aber von denjenigen, die den Rechtsbruch vom Mai 33 nicht beunruhigten, stört natürlich der heutige auch nicht.

derKrieger 03.09.2014 | 15:24

Ein hervorragend recherchierter und wohlausgewogener Artikel, nichts Vergleichbares wäre in den 'Staatsmedien' FAZ, SPIEGEL & Co. derzeit noch zu finden.

Allerdings möchte ich anmerken, dass man, wo man die nun abwiegelnde Haltung der Regierung Merkel und namentlich des Herrn Röttgen herausstellt, nicht vergessen sollte, dass dieser nur vor Kurzem ganz andere Töne angeschlagen hat, nämlich martialisches Getöse, wie man es übrigens immer wieder nur von Memmen Menschen hört, die sich wie Nobbi selbst um den Wehrdienst gedrückt haben. Das gilt auch für U. v.d. Leyen, die bekanntlich als Allererste die NATO-Karte gezückt hat und insgesamt derzeit wohl eine größere Bedrohung für die nationale Sicherheit der BRD darstellt als alle Islamisten dieser Welt zusammen.

balsamico 03.09.2014 | 15:55

Ich hoffe für Sie, dass Sie mit der deutschen Staatsbürgerschaft geboren wurden. Denn den Einbürgerungstest dürten Sie nicht bestehen. Preisaufgabe: Wer oder was ist eine Verfassung? Wer oder was ist der Amtseid der Regierung?

Na gut; dann sehen Sie's eben wie Sie wollen. Ich bin da nicht so verbiestert. Aber sollten Sie auf die Idee kommen, dass Sie - als Bürgerin und Beamtin - Anspruch darauf hätten, dass die Bundesregierung in der Außenpolitik Ihren Ansichten folgen müsse, werden Sie klatschend auf dem Bauche landen, auch wenn Sie meinen, Ihre Ansichten zu "Rechtgrundsätzen" aufmotzen zu sollen.

Und mit Herrn Stauffenberg würde ich mich sicherlich nie vergleichen. Der Mann war kein Demokrat, sondern gehörte jener preußischen Junkergarde an, die Hitler aktiv an die Macht brachten. Den späten Korrekturversuch eines politischen Verbrechens an der Weimarer Republik mag man zur Kenntnis nehmen, aber braucht man nicht übermäßig zu loben.

Es ging mir nicht um v. Stauffenberg als Person, sondern um die Situation, die bestehen muss, bevor eine Bürgerin und Beamtin rechtmäßig von ihrem Widerstandsrecht Gebrauch machen kann. Da hängen die Trauben jedenfalls weit höher als Ihr Missvergnügen an der Merkel'schen Außenpolitik, zumal die ja eher verdruckst als gefährlich ist.

seriousguy47 03.09.2014 | 16:40

Ich habe bereits früher auf Ihre Leseschwäche hingewiesen, insofern spare ich mir eine Antwort auf diesen Kommentar.

Stattdessen möchte ich Sie selbst zitieren, um Ihnen - bzw. anderen Lesern - deutlich zu machen, dass es tatsächlich um Ihre Vorstellungen geht und nicht um das GG, das Sie in der Tat reichlich zitieren - nur leider in einem falschen Zusammenhang:

Und eben weil ich hier lebe, habe ich - nach Artikel 20 GG - nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, der Regierung, die mich beansprucht zu vertreten, Widerstand entgegenzusetzen, wenn sie ihnen entgegen handelt. Und das tut sie, indem sie einer Hegemonialmacht hinterherläuft und eine Putschregierung unerstützt, die unsere nationale Variation der Grund- und Menschenrechtserklärung, das Grundgesetz, in zahlreichen Punkten massiv verletzt.“

Sie übersehen hier leider, dass sich Art 20 GG nicht auf die Außenpolitik bezieht, sondern auf die deutsche Innerstaatlichkeit – um es auf die Schnelle mal so zu formulieren. Sie können das GG ja gerne auf andere Staaten anwenden, nur sind Staaten üblicherweise souverän, jedenfalls dem Anspruch nach, und haben ihr eigenes Recht, sind also nicht dem GG unterworfen. Wenn Sie sie trotzdem am GG messen, ist das Ihre Privatansicht. Und auf genau die habe ich mich also zu Recht bezogen. Und auf die Tatsache, dass es verfassungsmäßig keinen idealen Endzustand gibt, sondern die Grund- und Menschenrechte täglich neu erkämpft werden müssen - häufig auch noch ohne Erfolg.....

Zur Verdeutlichung, was mit dem deutschen Widerstandsrecht tatsächlich gemeint ist, zitiere ich den Art 20 für Sie nochmals in voller Länge und mit meinen Hervorhebungen:

Artikel 20 GG

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

[Hervorhebungen von mir]

http://dejure.org/gesetze/GG/20.html



balsamico 03.09.2014 | 17:07

Sie übersehen hier leider, dass sich Art 20 GG nicht auf die Außenpolitik bezieht, sondern auf die deutsche Innerstaatlichkeit – um es auf die Schnelle mal so zu formulieren.

Nicht ganz. Wenn die Bundesregierung beschlösse, in der Ukraine einzumarschieren, hätte der dieses Unterfangen kommandierende General schon die Pflicht, sich zu widersetzen, weil es zur verfassungsmäßigen Ordnung gehört, dass man sowas nicht tut.

Rosbaud 03.09.2014 | 17:09

Amerikanische Geopolitik

Wenn Sie schon das Selbstbestimmungsrecht wie eine Monstranz vor sich hertragen: Wie war das denn mit dem Februarputsch? Da wurde ein buntes Völkchen auf dem Maidan – nicht gerade unerheblich vom Westen alimentiert und instruiert – kurzerhand zum „Volkssouverän“ erklärt, obwohl diese bunte Truppe – einschließlich der rechtextremen Swoboda – mitnichten das Wahlvolk repräsentiert hat. Wurde denn da das Selbstbestimmungsrecht des ukrainischen Volkes – und zudem auch die Verfassung – nicht missachtet?

Nachdem die Regierung Janukowitsch die Unterschrift unter das EU-Assoziierungsabkommen verweigert hatte, lobte die EU eine Revolutionsprämie aus. Der Opposition wurden von den USA, dem Internationalen Währungsfond und der EU Finanzhilfen für den Fall des Sieges annonciert – ein modus operandi, der sich in die lange Tradition verdeckter US-Aktionen zum Regimewechsel einreiht.



Hintergrund ist die angestrebte globale „Full Spectrum Dominance“ des anglo-amerikanischen Imperiums. Der Rohstoffriese Russland, der über etwa ein Drittel aller planetaren Rohstoffe verfügt, soll militärisch und ökonomisch unter Kontrolle gebracht werden.





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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 17:09

Selbst der einfältige Schüler in Faust I wusste: "Ein Begriff muss bei dem Worte sein"; d.h. man sollte das, was man zitiert, auch kapieren (vor allem wenn man dazu unterrichtet):

Der Satz in Artikel 20:

Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

- bindet die vollziehende Gewalt=die Exekutive=die Regierung in ihrem Handeln grundsätzlich an die Rechtsgrundlagen der "verfassungsmäßigen Ordnung". Die Unterstellung, hieraus sei ausgerechnet (!) die Außenpolitik als Politikfeld ausgenommen, ist geradezu abenteuerlich. Dies ist jedem deutlich, der die historische Situation der Verabschiedung des Grundgetzes berücksichtigt und die ihr entsprechende Intention auch nur halbwegs auf der Platte hat (& wer's nicht hat, sollte nicht auf Kinder losgelassen werden): Nie wieder sollten Deutsche mit den Grundlagen des demokratischen Rechtsstaat brechen können - & zwar vor allem außenpolitisch nicht. Denn die parallel laufenden Nürnberger Prozesse, deren Anklagen samt & sonders vom primären Anklagepunkt der außenpolitischen Aggression abhingen, galten als "prime-Stück" der "Reeducation", auf deren breite Ausstrahlung in deutschen Wohnzimmern die Alliierten einen gesteigerten Wert legten.

Wer dies leugnet, will genau mit dieser Rechtsstaat & Demokratie sichernden restriktiven Maxime brechen.

Um im Schuldienst noch tragbar zu sein, sollten Sie dringend hierzu Peter Gauweilers auf den Nachdenkseiten verlinkte Rede (pdf) vor der Bundeswehrakademie lesen. Nach dem, was Sie hier von sich geben, würde ich nicht hinnehmen, dass Sie auf meine Kinder losgelassen würden.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 17:27

Unter den Kommentaren habe ich nur zwei gefunden, die so argumentieren, wie Sie es dargestellt haben. Alle anderen stützten Mearsheimer und ergänzten seine Argumente. Einen Anlass für ein Leser-Bashing kann ich hier nicht entdecken.

Anders als bei manchem SPON-Artikel inzwischen. Hier hat die Zensur volle Arbeit geleistet; SPON hat inzwischen die Leser, die die Zeitung sich durch die Berufung von N. Blome verdient hat.

balsamico 03.09.2014 | 17:36

Wenn Sie schon das Selbstbestimmungsrecht wie eine Monstranz vor sich hertragen...:

Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn sich Putin mit Janukowitsch auf den Maidan gestellt und im Duett gesungen hätten: Piep, piep, piep, wir haben euch alle lieb. Und wenn die Ukrainer dann mitgesungen hätten: "Wir euch auch," dann wär's das eben gewesen und der Westen hätte in den Mond geguckt. Aber so war's halt nicht. Wenn man sich die Ukraine mal als eine schöne Frau vorstellt (die sie nicht ist), kann doch wohl jeder um sie werben, oder ist das verboten? Und wenn ja, warum?

balsamico 03.09.2014 | 17:56

- bindet die vollziehende Gewalt=die Exekutive=die Regierung in ihrem Handeln grundsätzlich an die Rechtsgrundlagen der "verfassungsmäßigen Ordnung".

Von "grundsätzlich" steht da nichts. Und wenn's da stünde, wär's einschränkend gemeint, wie immer im juristischen Sprachgebrauch, also in dem Sinne: Im Grundsatz schon, aber es gibt Ausnahmen...

Die Unterstellung, hieraus sei ausgerechnet (!) die Außenpolitik als Politikfeld ausgenommen, ist geradezu abenteuerlich.

Abenteuerlich nicht; aber ganz falsch ist es auch nicht. Denn die verfassungsmäßige Ordnung ist nichts Statisches, das immer nur sein könnte, was Sie darunter verstehen. Wenn sich die Deutschen darin einig wären, dass Carthago zerstört werden muss, dann wäre eben dies Gegenstand der verfassungsmäßigen Ordnung, auch wenn Frau Alphabetta im dF dazu ruft: Verrat, Verrat!

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 18:01

Ein SPON-Kommentar, der auch nicht veröffentlicht wurde (Replik auf einen Hurra, endlich geht es los-Schreier, der meint, in den USA gäbe es keinen Nationalismus):

Ferguson - Schon vergessen? Die Prozentzahl schwarzer Gefängnisinsassen in Relation zu weißen? Die Anzahl von Todesurteilen gegen Schwarze in Relation? Und die Obama-Rede neulich vor Militärakademie-Absolventen, von der "außergewöhnlichen Nation", die deshalb auch "außergewöhnliche Verantwortung" (sprich: Rechte!) hat? Schon mal was von der "Wolfowitz-Doktrin" gehört? "Responsible to protect"? Oder "Erstschlag-Dokrtrin"? All die Kriegsgrund-Lügen von "Tomkin" über "Brutkastenlüge" bis "Weapons of mass destruction" und "Flugverbotszone zum Schutz von Zivilisten" aus dem Gedächtnis getilgt? - Schon klar, Sie möchten, daß die Ost-Ukraine so blühende Landschaften aufweist wie der Irak und so "demokratisiert" wird wie der Libyen, damit die Menschen sich dort ebenso an "westlichen Werten" erfreuen können wiedie in Afghanistan....Wenigstens werden die Ost-Ukrainer das relative Glück haben, relativ schnell verglüht zu sein. Sie dagegen dürfen nochmal über den "Sieg der Guten" reflektieren, wenn Sie in Ihrem Luxus-Atombunker darauf warten, daß der atomare Winter aufhört oder mit herunterhängender Haut versuchen, irgendwohin zu flüchten...

apatit 03.09.2014 | 18:13

"Ist Ihnen klar, von welchen Zeiten Sie da reden? Die haben sich nämlich seither beträchtlich geändert."

Nun muss ich aber lachen!

"Homosexuelle sollen nach Ansicht des früheren polnischen Arbeiterführers Lech Walesa im Parlament in der letzten Reihe sitzen - oder gleich hinter einer Mauer. Der Friedensnobelpreisträger will nicht, dass seine "Kinder und Enkel von dieser Minderheit verwirrt werden".

Friedensnobelpreis!

Obama weiterhin befürwortete Drohnenkrieg widerspricht dem Völkerrecht, urteilt der ehemalige Bundesrichter Wolfgang Nešković ( da wird schon mal n`e Oma in Pakistan im Gemüsebeet weggebombt ) - alles OK?!

Friedensnobelpreis!

Georg Klein vom Oberst zum Brigadegeneral aufgestiegen - Klein war 2009 befehlshabender Offizier beim Luftangriff nahe Kunduz mit vielen Toten!

Befördert!

usw. lieber nicht oder?

Wer hat hier ein " antiquierten Denkmodell " ???

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 18:15

Denn die verfassungsmäßige Ordnung ist nichts Statisches, das immer nur sein könnte, was Sie darunter verstehen. Wenn sich die Deutschen darin einig wären, dass Carthago zerstört werden muss, dann wäre eben dies Gegenstand der verfassungsmäßigen Ordnung, auch wenn Frau Alphabetta im dF dazu ruft: Verrat, Verrat!

Danke für diese wundervoll enthüllende Bestätigung!

Genau mit dieser Verhöhnung von Rechtsstaatlichkeit stehen Sie ideologisch fest in der unheilvollen Tradition derer, die schon einmal, im Mai 1933, einen demokratischen Rechtsstaat in Deutschland beseitigt haben.

Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.

balsamico 03.09.2014 | 18:19

Um im Schuldienst noch tragbar zu sein, sollten Sie dringend hierzu Peter Gauweilers auf den Nachdenkseiten verlinkte Rede (pdf) vor der Bundeswehrakademie lesen. Nach dem, was Sie hier von sich geben, würde ich nicht hinnehmen, dass Sie auf meine Kinder losgelassen würden.

ROFL! Die Berufung auf erzkonservative Populisten steht Linken ja immer gut zu Gesicht. Nur haben sich die Zeiten seit 9/11 ein wenig geändert, was Gauweiler und Sie wohl nicht bemerkt haben. Damit rede ich nicht kriegerischen Auseinandersetzungen das Wort. Aber so simpel, wie Gauweiler die Welt sieht, ist sie nicht mehr. Und einem Lehrer, der das vermitteln könnte, damit sich die Kids eine Meinung dazu bilden, wäre ich sehr dankbar.

balsamico 03.09.2014 | 18:30

Danke für diese wundervoll enthüllende Bestätigung!

Genau mit dieser Verhöhnung von Rechtsstaatlichkeit stehen Sie ideologisch fest in der unheilvollen Tradition derer, die schon einmal, im Mai 1933, einen demokratischen Rechtsstaat in Deutschland beseitigt haben.

Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.

ROFL! Dass die verfassungsmäßige Ordnung nichts Statisches ist, sondern immer wieder abgeglichen werden muss, ist das kleinste staats- und verfassungsrechtliche Einmaleins.

seriousguy47 03.09.2014 | 18:30

Das scheint mir so zu pauschal.

Zum einen wären davon Art 26 GG und § 80 StGB betroffen, die - grob formuliert - einen Angriffskrieg von Deutschland aus verbieten und unter schwere Strafe stellen. Damit wären also Verfassung und Gesetz gebrochen und daraus ergäbe sich ein Widerstandsrecht nach Art 20 (4) GG:

Artikel 26 GG

(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

(2) .....

http://dejure.org/gesetze/GG/26.html

§ 80 StGB
Vorbereitung eines Angriffskrieges

Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.

http://dejure.org/gesetze/StGB/80.html

Berufen kann man sich in einem solchen Fall auch auf eine Gewissensentscheidung:

http://www.heise.de/tp/artikel/20/20378/1.html

Schließlich gibt es in § 11 des Soldatengesetzes noch das ausdrückliche Verbot, bestimmte Befehle zu befolgen:

§ 11 Gehorsam
(1) .....
(2) Ein Befehl darf nicht befolgt werden, wenn dadurch eine Straftat begangen würde. Befolgt der Untergebene den Befehl trotzdem, so trifft ihn eine Schuld nur, wenn er erkennt oder wenn es nach den ihm bekannten Umständen offensichtlich ist, dass dadurch eine Straftat begangen wird.
(3) .....

http://www.buzer.de/gesetz/2246/a31647.htm

Mehr zum Thema vermutlich hier:

http://www.friedenskooperative.de/ff/ff04/5-67.htm

ABER: Die Entscheidung haben am Ende immer die gesetzlichen Richter zu treffen. Es gibt also immer ein persönliches Risiko - trotz 20 (4).

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 18:51

Sie müssen mit verkappten Totalitaristen in linker Hipsterselbstwahrnehmung genau anders herum umgehen. Diesen sagen, dass das Grundgesetz abgeschafft gehört, weil sich damit ja die Verbrechen decken lassen, an denen sich auch schon die 68er gestört haben. Die Reaktion wird nicht eine Leugnung der Verbrechen sein, sondern eine Verteidigung des Grundgesetzes vor Ihnen. :)

Damit macht man aus den Leutchen zwar keine ostwestlichen Ausgleichsbeauftragten, aber wenigstens Amerikaner im Sinne der 1950er Jahre.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 18:59

Da würden er und seine Kumpanen landen wie u. a. Frau Merkel und die ihren wenn es noch IRGENDWO eine funktionierende Rechtsstaatlichkeit gäbe bzw. Strukturen, die deren Möglichkeiten garantieren....

Und wenn wir hier noch militärische Befehlshaber hätten, die sich dem Grundgesetz verpflichtet fühlten, dann würden sie ihren Untergebenen VERBIETEN, sich an irgendwelchen NATO-Operationen zu beteiligen...

Aber das sind alles Wunschträume. Dieser Planet wird zerstört, die Menschheit ausgelöscht, damit 0,0001 Prozent der Menschheit ALLE Macht und ALLE Ressourcen besitzen...Daß ihnen (oder ihren im Bunker geborenen Nachkommen) das im atomaren Winter auch nichts mehr nützt, werden sie irgendwann vielleicht merken. Nur ist es dann leider zu spät.

Ich wünsche allen, die die kommende Apokalypse durch ihren psychopathischen Egoismus, ihre Gier, ihren Größenwahn, ihren Machtmißbrauch, ihre Lügen-Propaganda und ihr unreflektiertes Hurra-Geschrei mit herbeigeführt haben (werden), daß sie in ihren Luxus-Bunkern oder (für letztgenannte, beide Gruppen wohl eher zutreffend) improvisierten Keller-Bunkern noch VIEL Zeit zum Nachdenken haben werden. Das wünsche ich mir WIRKLICH, egal, wie sehr dieser böse Wunsch meine eigene Seele belastet (das nehme ich dafür in Kauf).

Fest steht: NOCH MEHR Zeit zum Reflektieren (und keine Möglichkeit, dieser Reflexion irgendwie auszuweichen) haben Sie dann nach ihrem Tod: Die Hölle, nicht als Ort sondern als Zustand, gibt es.

Das ist, beim derzeitigen Nachrichtenstand, das einzige, was einen winzig kleinen Trost für all das Leiden der Schwachen und Unschuldigen darstellt.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 19:03

Eben. 20 (4) schließt die verfassungsmäßige Grundordnung ab,

Artikel 26, den Sie gerade eben zitiert haben, -

(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen -

- klärt die verfassungsgemäßen Grenzen außenpolitischer wirksamer Handlungen. Wenn Handlungen als "verfassungswidrig" zu betrachten sind, dann gilt auch für Handlungen die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, folgerichtig als Verstoß gegen die verfassungsmäßige Grundordnung. Für Beamten ist hier der Kann-Passus des Widerstandsrechts übrigens eine dienstliche Verpflichtung; mir ist bei meiner Vereidigung als Beamtin auf Widerruf und bei der Ernennung zur Beamten auf Probe dieser Passus explizit vorgelesen worden, mit der Bemerkung, Kenntnisse von solchen Handlungen seien sofort behördlich zu melden.

Quod erat demonstrandum est.

balsamico 03.09.2014 | 19:12

Nun muss ich aber lachen!

Homosexuelle sollen nach Ansicht des früheren polnischen Arbeiterführers Lech Walesa im Parlament in der letzten Reihe sitzen - oder gleich hinter einer Mauer. Der Friedensnobelpreisträger will nicht, dass seine "Kinder und Enkel von dieser Minderheit verwirrt werden".

Friedensnobelpreis!

Nun muss ich aber lachen!

Gerade in Sachen der Homosexualität haben sie die Ansichten in den letzten 60 Jahren doch total geändert. Und wie geht denn ihr Freund Putin damit um?

http://www.tagesschau.de/ausland/putin-sotschi100.html

Die zahllosen Fotos auf denen zu sehen ist, wie die russische Polizei Homosexuelle verprügelt, können Sie selbst ergoogeln.

Obama weiterhin befürwortete Drohnenkrieg widerspricht dem Völkerrecht, urteilt der ehemalige Bundesrichter Wolfgang Nešković ( da wird schon mal n`e Oma in Pakistan im Gemüsebeet weggebombt ) - alles OK?!

Friedensnobelpreis!

Da hat Nešković Recht. Und? Soll man deswegen gut finden, was Putin in der Ukraine praktiziert?

Georg Klein vom Oberst zum Brigadegeneral aufgestiegen - Klein war 2009 befehlshabender Offizier beim Luftangriff nahe Kunduz mit vielen Toten!

Befördert!

Ein Fehlgriff. Aber meinen Sie, Putin hätte über so eine Personalie auch nur ein Wort verloren? Und hören Sie doch auf mit einzelnen Schandtaten zu kommen. Oder wollen wir die jetzt aufaddieren und dann bilanzieren? Und soll dabei rauskommen, dass die Russen die besseren Demokraten sind?

Wer hat hier ein " antiquierten Denkmodell " ???

Putin natürlich. Denn es ist mindestens 50 Jahre alt.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 19:16

Mit dieser Strategie habe ich ein Problem. Ich kann mich selbst rhetorisch schlecht vom Grundrechtsgedanken nicht distanzieren. Dafür hat der politisch engagierte (& höchst zuverlässige) Teil meiner Familie zwischen 1933-38 Leben & physische Unversehrtheit riskiert, als andere noch auf dem Vulkan Tango tanzten. Ich bin mit sehr konkreten Vorstellungen aufgewachsen, wie sich das anfühlt, was die Gestapo mit Menschen angestellt hat. Und mit Erzählungen, was Krieg mit Menschen macht, sind wir wohl alle aufgewachsen.

Deshalb mache mich auch viele Äußerungen heute fassungslos.

balsamico 03.09.2014 | 19:24

Sie müssen mit verkappten Totalitaristen in linker Hipsterselbstwahrnehmunggenau anders herum umgehen. Diesen sagen, dass das Grundgesetz abgeschafft gehört, weil sich damit ja die Verbrechen decken lassen, an denen sich auch schon die 68er gestört haben. Die Reaktion wird nicht eine Leugnung der Verbrechen sein, sondern eine Verteidigung des Grundgesetzes vor Ihnen. :)

Von hinten durch die Brust zu schießen, klappt selten. Und abgesehen davon geht es den verkappten Totalitaristen in linker Hipsterselbstwahrnehmung doch hier gerade darum, das Grundgesetz zu bemühen um damit Putins Schandtaten zu rechtfertigen - und was ein Aberwitz ist.

apatit 03.09.2014 | 19:34

Auszug aus der Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäckers zum 40. Jahrestag des Kriegsendes

“Deshalb rief er die jungen Menschen auf: „Lassen sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen anderen Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen sie miteinander zu leben, nicht gegeneinander.“

Nachdenken erwünscht!

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 19:37

Das war noch ein Bundespräsident. Richard von Weizsäckers Worte in seiner berühmten Rede vom 8. Mai 1985 laufen Gefahr, ungehört zu verhallen:

"Die Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß."

War es Zufall, dass er in seinen Beispielen den Russenhass als erstes erwähnte?

Und das folgende Zitat aus seiner Rede sollte sich in diesen Tagen jeder persönlich durchdenken (Hervorhebung von mir):

"Wer seine Ohren und Augen aufmachte, wer sich informieren wollte, dem konnte nicht entgehen, daß Deportationszüge rollten. Die Phantasie der Menschen mochte für Art und Ausmaß der Vernichtung nicht ausreichen. Aber in Wirklichkeit trat zu den Verbrechen selbst der Versuch allzu vieler, auch in meiner Generation, die wir jung und an der Planung und Ausführung der Ereignisse unbeteiligt waren, nicht zur Kenntnis zu nehmen, was geschah.

Es gab viele Formen, das Gewissen ablenken zu lassen, nicht zuständig zu sein, wegzuschauen, zu schweigen. Als dann am Ende des Krieges die ganze unsagbare Wahrheit des Holocaust herauskam, beriefen sich allzu viele von uns darauf, nichts gewußt oder auch nur geahnt zu haben.

Schuld oder Unschuld eines ganzen Volkes gibt es nicht. Schuld ist, wie Unschuld, nicht kollektiv, sondern persönlich."

Diese historische Rede eines wirklich verantwortungsvollen Bundespräsidenten ist so aktuell wie nie!

Quelle: http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/NeueHerausforderungen_redeVollstaendigRichardVonWeizsaecker8Mai1985/

balsamico 03.09.2014 | 19:38

Damit wären also Verfassung und Gesetz gebrochen und daraus ergäbe sich ein Widerstandsrecht nach Art 20 (4) GG:

Sag' ich doch. Der kommandierende General müsste sich widersetzen, weil die verfassungsmäßige Ordnung keinen Angriffskrieg gestattet. Allerdings ist man ja sehr pfiffig darin, einen Angriffskrieg in einen Verteidigungskrieg umzumodeln, wie uns Peter Struck gelehrt hat, mit der Behauptung:

Deutschland wird am Hindukusch verteidigt.

Auch sowas gibt die Verfassung her (leider).

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 19:47

Deshalb mache mich auch viele Äußerungen heute fassungslos.

Das ehrt Sie.

Sie haben mich übrigens durch das Verlinken von Cohens Text bei the nation dazu gebracht, die antiamerikanischen Untertöne meines Blogs (intendiert bis zum irgendwann aufgrund mangelnden Erfolgs mit der Brandstifterei erfolgenden Politikwechsel in Washington) ein paar Dezibel zu dämpfen. Einfach um diesen Leuten nicht Unrecht zu tun.

Die Frage ist, ob Sie die Deutschen in (klein geschrieben) ihrer kollektiven Politpsychologie wirklich verstehen. Es ist unter dem Strich nämlich eine Meute, die "politisch" hinter Stichworten her ist. Schon für die Bedeutungsebene des Stichworts reicht es nur in den seltensten Fällen. Sie wurden ja gerade Zeuge der hinter der Überschrift Demokratie hausenden Vorstellungen. Man muss sich darüber klar sein, dass man ohne jeden Zweifel in diesem Land eine vielzahl überzeugter "Demokraten" finden würde, die sich verlässlich auf den Wachturm stellten. Das Mindset aus diesem Experiment mit der Stromfolter ist hierzulande sehr weit verbreitet. Das muss man verstehen. Im Grunde war es mit dem Fernrohr betrachtet sogar ein Geniestreich, die Deutschen "vor der Demokratie strammstehen" zu lassen. Nur heute, wo die demokratischen Mächte ganz großen Mist bauen, überfordert es dieses Land. Der Lemmingfaktor ist im Parlament, wo sie um die Kanzlerin scharwenzeln wie die Hofdamen und in den großen Medien in Reinstform zu besichtigen.

Fatum Germaniae. Vielleicht brennt es ja mal wieder in König Etzels Saal.

balsamico 03.09.2014 | 19:51

“Deshalb rief er die jungen Menschen auf: „Lassen sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen anderen Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen sie miteinander zu leben, nicht gegeneinander.“

Da hat er völlig Recht, der Richard von Weizsäcker. Nur gelingt es eben nicht immer, vor allem dann nicht, wenn man sich seiner Haut wehren muss oder ein Putin ins Spiel kommt, der den Russen ihre Vorhöfe sichern will, auch wenn der Großteil der darin befindlichen Menschen daraus wegstrebt. Ich glaube auch nicht, dass von Weizsäcker das heute nochmal so sagen würde.

Nachdenken erwünscht!

Danke gleichfalls.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 20:00

"Lemmingfaktor" ist ein leider zutriffender Begriff. Die meisten ahnen zwar Böses, fühlen sich aber bezüglich persönlicher Stellungnahme überfordert und stecken den Kopf in den Sand (oder auch in den Garten)....

Die Ursache sehe ich, zumindest bei in den Sechzigern und Siebzigern Aufgewachsenen, eher nicht in anerzogener Unterordnung...Zumindest punktuell sind da doch viele bereit, sich für oder gegen irgendwas zu engagieren.

Aber der Blick auf größere Zusammenhänge wird m. E. meist deshalb nicht riskiert, weil das Ausmaß der Machtstrukturen zwei Dinge bewirken würde: Ein tiefes Gefühl der eigenen Hilflosigkeit und dazu die Bereitschaft, nahezu alle Institutionen, denen man glaubte, vertrauen zu können, infrage stellen zu müssen. Dadurch dann eben auch die eigene Position, die eigene Lebens-Basis, jede Art von Sicherheit und Überzeugung. Und das bewirkt Überforderung und Abwehr gegen "die Boten".

Sie wachen erst auf, wenn es zu spät ist. Bis dahin ist Ohrenzuhalten und Augenzusammenkneifen angesagt.

seriousguy47 03.09.2014 | 20:07

"Sag' ich doch."

Angesichts des vagabundierenden Geschwurbels in der FC schien es mir lediglich angebracht, etwas ins Detail zu gehen.

Im Übrigen verweise ich nochmal darauf, dass in der Frage, was die Verfassung hergibt das letzte Wort bei den Gerichten liegt.

Das wird auch immer gerne unterschlagen. Ist aber wichtig, weil Gerichte u.U. gar nicht Recht sprechen, sondern Macht. Und dann ist die Verfassung plötzlich etwas, was wir so gar nicht vermutet hatten.....Wie Sie selbst ja auch andeuten......

"Deutschland wird am Hindukusch verteidigt."

Korrigiert man die Geographie, dann bekommt der Satz angesichts der Deutschen & Briten usw. bei IS eine ganz neue Bedeutung......

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 20:08

Nun dann gebe ich Ihnen mal den Link zur bisher vorgenommenen ausführlichsten vergleichenden Untersuchung zum Problem der Homophobie in den USA und in Russland. Diese wurde Brian M. Heiss durchgeführt, einem Repräsentanten der LGBT-Communitiy und Menschenrechtsaktivisten.

Da werden Ihnen ob der Lügenpropaganda, der Sie anheimgefallen sind, die Augen ausfallen.

Es geht darum, die Rechte und die Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung zu verteidigen. Das bedeutet aber auch dafür zu sorgen, dass dieses für uns alle wichtige Anliegen, nicht für DOPPELZÜNGIGE Hasspropaganda gegen ein anderes Land von den Kriegshetzern mißbraucht wird.

Sie werden staunen über diese Analyse, die USA werden Sie als eines der schlimmsten Länder mit Menschenrechtsverletzungen bezüglich der sexuellen Orientierung seiner Bürger erkennen, hundert bis tausendmal schlimmer als Russland und Sie persönlich sind auf dieses Gebiet der Anti-Russland-Propaganda hereingefallen. Trösten Sie sich, sie befinden sich in massenweiser Gesellschaft. Was heisst trösten, es ist schwer zu bedauern, wie Propaganda sich in die Köpfe der Menschen schleicht, wie sie den Blick für die Realitäten verlieren.

Machen Sie sich auf alles gefasst:

http://static.prisonplanet.com/p/images/february2014/white_paper.pdf

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 20:11

Da Sie hier schreiben: "Wenn sich die Deutschen darin einig wären, dass Carthago zerstört werden muss, dann wäre eben dies Gegenstand der verfassungsmäßigen Ordnung..."

und weiter unten, natürlich, auf Völkerfeindschaft und die Delegitimierung gewählter Regierungen und legitimer Parlamentsbeschlüsse abzielenden Propagandamüll nachplappern, als müsste das russische Volk seine Regierung (hinter der es mit 87% steht) oder seine Parlamentsbeschlüsse bei Ihnen oder im Weißen Haus, dem Sehnsuchtsort Ihrer geistig-moralischen Verwüstung oder sonst irgendwo genehmigen lassen (they don´t care about you, dude) - da liegt es doch nahe, einfach mal in Ihrem fettgedruckten Satz "die Deutschen" oben durch "die Russen" zu ersetzen - und Ihnen recht zu geben. :)

Wie wäre es, mit einer Balsamico-Petition Ihr Demokratieverständnis bundesweit testen? Wie wäre es mit "Ugandam esse delendam?" Aktueller Anlass. Da können Sie vor der Abstimmung richtig einheizen gegen den Feind!

Ironie aus.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 20:31

Danke für den Link. Diese Rede sollte man heute vor jedem Rathaus plakatieren. Und sie dem Bundespräsidenten zuschicken, der mit der Äußerungen, die Polen hätten mit 6 Millionen Toten die höchsten Opferzahl des Nationalsozialismus zu beklagen, geschafft hat, aus einer Würdigung polnischer Naziopfer eine Verleugnung von 29 Millionen russischen Toten in diesem rassistisch motivierten Angriffskrieg zu liefern.

Zur Zeit von Weizsäckers großer Rede musst ein Bundestagspräsident Jenninger noch wegen einer bloß schlecht vorgetragenen Rede zurücktreten, die lediglich deshalb missverständlich rüberkam.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 20:42

Fatum Germaniae. Vielleicht brennt es ja mal wieder in König Etzels Saal.

Seien Sie mir nicht bös' -: aber auch Wagner ex negativo klingt noch sehr nach Wagner. Andererseits: Auch Karl Kraus hat "Die letzten Tage der Menschheit" auf die Bühne gezaubert, um sie abzuwenden. (Vergeblich.) Man kann nix anderes tun, als sich die Finger wund zu tippen & den Mund fusselig zu reden, solange sich keine sichtbarere Bühne des Protests auftut. (Auch Anschreiben an Organisationen, die dergleichen organisatorisch anpacken könnten, bleiben zur Zeit unbeantwortet.)

So bleibt nur das Prinzip Hoffnung.

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 20:42

Wer hat gegen wen als erstes die Waffen erhoben?

Wirklich, Sie wissen das, wer hat als erster in der jetzigen Ukrainekrise die Waffen erhoben hat?

Sie müssen irgendwelche geheimen Kenntnisse haben, die vielen von uns bisher verborgen geblieben sind!

Bitte setzen Sie die beweiskräftigen Links auf diese nur Ihnen bekannten Tatsachen hier hinen. Denn wir anderen möchten ja nicht völlig dummverblödet sterben. Ich bitte wirklich ganz dringend darum, weil ich bin der Wahrheitssucher und Sie könnten mir helfen. Aber bitte Beweise!

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 21:00

Das Verdrehen von Tatsachen kann man nicht als Argumentation bezeichnen. Wie Sie die Tatsachen verdrehen, dass können Sie beim bedeutenden amerikanischen Think-Tank CFR bei dem Professor nachlesen, der an amerikanischen Universitäten schon seit Jahrzehnten über die Internationalen Beziehungen wissenschaftlich forscht und der auch ein wissenschaftliches Werk über das Lügen (Verdrehen von Tatsachen) gegenüber der eigenen Bevölkerung und gegenüber anderen Staaten verfasst hat.

Hier die von diesem Wissenschaftler, der absolut nicht von Putin, sondern von den USA bezahlt wird, für Sie nochmal ausführlichst beschriebenen Forschungsergebnisse:

http://www.foreignaffairs.com/articles/141769/john-j-mearsheimer/why-the-ukraine-crisis-is-the-wests-fault

Weil ich Ihnen wirklich gern helfen möchte, die Propagandabeeinflussung in Ihrem Kopf zu lindern, gern das ganze auch nochmal in deutscher Übersetzung:

http://www.ipg-journal.de/kommentar/artikel/putin-reagiert-560/

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 21:19

Auch die Kommentare und Links unter diesem Artikel sind interessant: http://www.opednews.com/articles/Memorandum-For-Angela-Mer-by-Coleen-Rowley-Angela-Merkel_Ukraine_Ukraine_Veteran-Intelligence-Professionals-For-Sanity-140831-791.html?show=votes#allcomments

- Was die Frage betrifft, wer in der Ukraine zuerst massive Gewalt angewandt hat, fand ich dieses Video sehr aufschlußreich:

http://www.youtube.com/watch?v=LJkbOgVhDas

oder diesen:

http://www.youtube.com/watch?v=aOSFQ2dn8PI

"befeuert" u.a . davon:

http://www.youtube.com/watch?v=nys8kbeiul8

@Alphabetta: Bin dabei mit dem Einfordern. Wann und wo?

seriousguy47 03.09.2014 | 21:30

Wenn Sie mir helfen wollen, dann ersparen Sie mir Ihre Belehrungen über Lüge & Wahrheit. Schon gar, wenn Sie offenbar gar nicht in der Lage sind, Ihre Anmache zu belegen. (Sonst würden Sie es ja tun).

Und Ihre Links können Sie gerne selber lesen. Ich habe das längst gelesen. Und im Gegensatz zu den Putin-Fundamentalisten hier schaue ich mir durchaus auch sonst andere Meinungen an.

Unterschiedliche Meinungen & Informationen anschauen und mir ein eigenes Bild machen, gehört zu meinem (nicht nur beruflichen) Alltag. Gruppenverblödung überlasse ich gerne anderen.

seriousguy47 03.09.2014 | 21:37

"bisher nur in einem Medium im Wortlaut erschien"

Ihre Nachdenklichkeit dürfen Sie gerne wieder wichtigeren Gegenständen zuwenden: das Ding erschien nicht nur in einem Medium, sondern längst auch beim populären telepolis-Portal. Und wenn ich mich nicht irre, wurde auch in der FC bereits heute nachmittag darauf hingeweisen?

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42680/

Also: Entwarnung. Die Welt ist nicht ganz so schlecht, wie Sie befürchteten...;) Nicht einmal die "WELT"...;)

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 21:43

"Ich habe das längst gelesen."

Woher sollte ich das den wissen? Denn sonst hätte ich doch gemerkt, dass Sie die daraus folgenden Korrekturen in Ihren Ansichten vornehmen würden. Denn der US-Professor als Mitarbeiter eines der führenden amerikanischen Think-Tanks und als Wissenschaftler für Internationale Beziehungen hat klar dargestellt und begründet, dass Ihre Ansichten Verdrehungen der Wahrheit darstellen. Da reicht es doch nicht, so zu reagieren, dass man einfach so was sagt wie: "Zur Kenntnis genommen", ohne daraus Erkenntnisgewinne erhalten zu haben?

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Ehemaliger Nutzer 03.09.2014 | 22:14

@Alphabetta: Bin dabei mit dem Einfordern. Wann und wo?

Mir ist bisher nur eingefallen:

1. Gegenöffentlichkeit betreiben (auf so vielen Foren & so konsequent wie möglich, auch wo man sich mit ärgerlicher Zensur rumschlagen muss)

2. wöchentliche Protestnoten an Politiker schreiben (an Frau Merkel, Herrn Steinmeier, Gabriel (als Parteivorsitzenden der SPD), ihre/n zuständige/n Bundestagsabgeordnete/n, an die Grünen, Herrn Gauck usw. Beachten die zwar nicht individuell - aber ab mehreren hundertausenden pro Woche wird es nervig - sagt zumindest aus Erfahrung der zur Zeit in dieser Sache sehr aktive Willy Wimmer, ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungsministerium unter Helmut Kohl)

3. mit vielen Leuten im Umfeld darüber sprechen, sie sensibilisieren, aktivieren

4. lokale Vertreter/Organisationen der Friedensbewegung kontaktieren (sich soweit als möglich mitengagieren)

5. auf Demonstrationen gehen, sofern welche veranstaltet werden

6. auf Veranstaltungen zum Thema gehen; für deren Besuch sorgen (u.a. mitnehmen, dafür werben)

7. zumindest schon mal die folgenden Petitionen unterzeichnen & weitersenden:

a) auf Initiative von Konstantin Wecker:

https://www.openpetition.de/petition/online/aufruf-gegen-kriegspropaganda-und-kriegsvorbereitung

(bisher 8742 Unterzeichner)

b) u.a. initiiert von Freitag- & Kontext-Autorin Daniela Dahn

http://www.kontext-tv.de/Ukraine/Aufruf/Aus_Sorge_um_den_Frieden

(bisher 4358 Unterzeichner).

Das ist das, was ich jetzt getan habe. Für weitere Ideen bin ich immer offen.

Toidi 03.09.2014 | 23:24

Nabend. Ich bin gerade zu Besuch bei meinen ukrainischen Verwandten und wollte mal nen Lagebericht aus dem Westen des Landes loswerden.
Die Menschen sind verängstigt, weil jeden Tag im TV propagiert wird, der Russe stehe vor der Tür. Ich reise jedes Jahr in das Land und so einen Hass gegenüber "Mosakli"- der derzeitige Ausdruck für Russen bzw russisch sprachige, die unzufrieden mit der ukrainischen Regierung sind. Es wird jedoch faktisch jeder russisch sprachige so genannt. - verspürt. Wobei ich mir sagen ließ, dass in der Transkarpatischen Oblast historisch bedingt dieser Hass noch am geringsten sei, da hier seit Jahrhunderten verschiedenste Völker heimisch wurden und es hier eigendlich kaum "echte Arier",pardon ich meine Ukrainer gibt.
Die wirtschaftliche Situation wurde mir am zweiten Tag meiner Reise klar, als ich zum Geldwechsler meines Vertrauens ging und für die übliche Summe von 100€ einen ungewohnt dicken Batzen Papier in die Hände gedrückt bekam. Immerhin 1830 Hryvnja. Letztes Jahr bekam ich für den gleichen Betrag noch ca. 1100 Hryvnja (Als der Euro eingefürt wurde war es noch ein Wechselkurs von 1:7). Doch wer denkt, man könne sich für das gleiche Geld jetzt mehr kaufen, der irrt. Die Preise für die meisten Waren sind heute entweder an der Dollar oder den Euro gebunden. Benzin, Shampoos, Waschmittel etc. werden zum Luxusgut, da die Gehälter und Renten nicht mitgestiegen sind. Selbst die guten Bonbons - zugegeben mit etwas blutigen Beigeschmack - Schokoshenkos scheinen sich nach dem Dollar zu richten.

Erhielt ein Lehrer beispielsweise mit einem Gehalt von 1500 Hryvnja noch vor einigen Jahren etwas mehr als 200 €, ist es heute nicht einmal die Hälfte. Glück haben diejenigen, die selbstständig sind und in Dollar oder Euro bezahlt werden. Wobei auch hier Anfang dieser Woche ein Gesetz in Kraft getreten ist, dass es Banken verbietet ausländische Wärungen auszugeben.

Die nächst größere Stadt hier ist Uzhorod. Hier gab es den ganzen Sommer über bereits kein Warmes wasser. mit dem 1.9. Begann die Schule und die Schüler müssen jetzt auch Samstags zu Schule/Uni, damit man im Winter Kältefrei geben kann.

Im Fernseher wird die Bevölkerung bereits darauf vorbereitet, dass Flächendeckend bald der strom für 4 stunden täglich - 2 morgens und 2 abends - abgeschaltet wird.

Einfach traurig zu sehen, wie ein Land, mit dem es langsam bergauf ging so schnell im Chaos versinken kann.
Grüße

mymind 03.09.2014 | 23:43

Abenteuerlich nicht; aber ganz falsch ist es auch nicht. Denn die verfassungsmäßige Ordnung ist nichts Statisches, das immer nur sein könnte, was Sie darunter verstehen.Wenn sich die Deutschen darin einig wären, dass Carthago zerstört werden muss, dann wäre eben dies Gegenstand der verfassungsmäßigen Ordnung, auch wenn Frau Alphabetta im dF dazu ruft: Verrat, Verrat!

KRRASSSSS!!!

Nun Balsamico, geschreiben ist geschrieben _ no way out of ...

Was meine Gedanken seit langem befürchten, ob wir hier wieder soweit sind, dass derart Denke erneut hirnrissig umtriebig wird, bestätigen Sie _ leider.

schlichternoch 04.09.2014 | 00:49

Nabend. Man kommt sich um diese Uhrzeit hier in diesem Thread fast vor wie ein Nachtwandler: Blick nochmal über die Texte - alles bullshit möchte man denken, wenn man ahnt, was da los sein muß für die Bevölkerung in der Ukraine, während die Leute hier sich den Luxus erlauben, sich zu ereifern darüber, was denn nun das Beste sei was man tun könne - wortreich. Hungern geschieht still macht kaum Lärm und kein Strom und/oder Wasser, sowas kennt man hier in D nicht und wenn doch, dann geschiehts noch vereinzelter.

Sowas vergißt man schnell, wenn mans besser weiss ohne eine Ahnung zu haben, was da los sein muss für die Menschen in der Ukraine.

Gute Nacht

Der letzte wird das Licht ausmachen

mymind 04.09.2014 | 01:07

Deshalb mache mich auch viele Äußerungen heute fassungslos.

Mich auch! Immer wieder aufs neue!

Seit Jahren ringe ich mit Fassung & Contenance, wenn ich in meinem Umfeld das unqualifizierte wie kurzsichtige Geschwafel höre, was hier leider zu oft auch geschrieben steht.

Ich kann meine Klappe nicht halten & mag es sehr, dass Sie/Du das auch nicht tun/tust. Würde auch gern mehr schreiben & unterstützen, bin aber abends leider zu oft burnout vom stressigen Alltag.

Roger11 04.09.2014 | 01:39

In der Debatte um die Ukraine geht es hauptsächlich um ein binäres Denken: entweder für den "Westen" oder für Putin.

Ist die Ukraine ein souveräner Staat? Natürlich ist sie das. Manchmal kommt mir die Debatte vor, als würden wildfremde Menschen über mein eigen Haus und Grund entscheiden, und ich bin nur Zuschauer.

Kein Staat der Welt hat das Recht, sich in die Belange eines anderen, souveränen Staates einzumischen, geschweige denn dessen Grenzen physisch zu verletzen! Im Falle der Ukraine weder der Westen noch der Osten, es sei denn, die Ukraine bittet explizit um Hilfe, welcher Art auch immer. Das ist der wichtigste Punkt, der hier klar gestellt gehört.

Und jeder souveräne Staat hat das legitime Recht, sich seine Partner in wirtschaftlicher wie militärischer Hinsicht auszusuchen.

Widerspruch? Den möchte ich hören, aber bitte auf Grundlage des Völkerrechts.

Roger11 04.09.2014 | 02:58

...und was heißt denn US-Billigung? Glauben Sie im Ernst, die US-Army würde hier intervenieren, sollte in spe die Linke in Deutschland das Zepter schwingen (wer-auch-immer-Gott bewahre) und einen NATO-Austritt bewirken?

Nein, selbst das ginge nicht. Die Amis würden zwar alles Mögliche in Bewegung setzen, um das zu verhindern. Aber einem Volksentscheid pro oder contra NATO-Mitgliedschaft könnten auch sie sich nicht entgegenstemmen, ohne die Idee der Demokratie vor aller Welt zu beschädigen.

Aber noch Mal zum Punkt: Die Ukraine gehört eben zu keinem Staatenbund, weder wirtschaftlich noch militärisch. Komplett souverän und als solches anerkannt. Ergo obliegt diesem Staat die Wahl seiner Zugehörigkeit. Insofern: Was, um Himmels Willen, bilden sich hier alle ein?!?

Scharf 04.09.2014 | 06:44

Die USA beschädigen, nein führen die Idee der Demokratie seit 1945 im eigenen Land, und in aller Welt schon viele Male völlig ungeniert ad absurdum, alle Welt glotzt und sieht zu, und feile zutiefst korrupte Medien schwätzen nach wie vor vom Kampf der USA um Menschenrechte und Demokratie.

Es ist das gleiche wie mit dem Pfaffen Regime, der Kirche, die Idee deckt eine zutiefst verbrecherische Realität nur notdürftig zu, alle Welt weiß es, aber bringt aus langer Gewöhnung an erbärmliche Servilität, außer Schulterzucken und Kopf schütteln nichts zustande.

balsamico 04.09.2014 | 10:31

Was meine Gedanken seit langem befürchten, ob wir hier wieder soweit sind, dass derart Denke erneut hirnrissig umtriebig wird, bestätigen Sie _ leider.

Ich weiß nicht, was Ihre Gedanken seit langem befürchten. Aber ich habe in dieser Diskussion gelernt, dass vor allem diejenigen Putin die Stange halten, denen es am demokratischen Grundverständnis fehlt. Das hätte ich natürlich schon vorher wissen müssen. Denn Putin fehlt dieses Verständnis ja auch. Woher sollt er es auch haben? Er hat ja beim KGB gelernt, da hatten die sowas nicht. Und Gleich und Gleich gesellt sich bekanntlich gerne.

Nun Balsamico, geschreiben ist geschrieben _ no way out of

So ist es. Wozu sollte ich einen Ausweg benötigen? Die Putinfreunde ticken in einer Zeit, die niemand von Verstand zurückhaben will. Das hielt ich mal für selbstverständlich, was es aber wohl nicht ist. Wieder was gelernt.

balsamico 04.09.2014 | 11:04

`Sie werden staunen über diese Analyse, die USA werden Sie als eines der schlimmsten Länder mit Menschenrechtsverletzungen bezüglich der sexuellen Orientierung seiner Bürger erkennen, hundert bis tausendmal schlimmer als Russland und Sie persönlich sind auf dieses Gebiet der Anti-Russland-Propaganda hereingefallen. Trösten Sie sich, sie befinden sich in massenweiser Gesellschaft. Was heisst trösten, es ist schwer zu bedauern, wie Propaganda sich in die Köpfe der Menschen schleicht, wie sie den Blick für die Realitäten verlieren.

Das ist, mit Verlaub, blanker Unsinn. Denn dass es hier wie dort intolerante Idioten gibt, die nicht über den Tellerrand ihrer Vorurteile hinauskommen, steht ja nicht zur Diskussion. Die Frage ist, was wir für eine Gesetzeswirklichkeit haben. Und da ist es so, dass im Westen niemand mehr wegen Homosexualität bestraft wird, in Putins Wunderland dagegen sehr wohl:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-putin-segnet-gesetz-gegen-homosexualitaet-ab-a-908624.html

Ist natürlich alles West-Propaganda, auch die einschlägigen Fotos im Internet, auf den zu sehen ist, wie Poizisten mit Homosexuellen umgehen:

http://www.directupload.net/file/d/3735/jwgmry4o_jpg.htm

Das ist natürlich alles West-Propaganda, ich weiß. Alles gestellt und nichts davon wahr, ganz wie bei Sudel-Ede.

seriousguy47 04.09.2014 | 11:54

Schon mal was von Gedankenfreiheit gehört? Sone Sache, die zum westlichen Demokratieverständnis gehört. Man spricht in gehobeneren Kreisen auch gerne von Pluralismus - im Gegensatz zum Modell "Die Partei hat immer recht".

Dementsprechend bestelle ich mir weder bei irgendwelchen Professoren eine Meinung noch bei irgendwelchen russischen Propagandasendern. (Und dass ich bei meinen westlichen Medien immer mit Lügen/ Verzerrungen/ Hofberichterstattung usw. rechnen muss, weiß ich schon von Berufs wegen.

Ich versuche also in dieser Gemengelage, mir selbst meine Meinung zu bilden. Klingt altmodisch und nach intellektuellem Heimwerker, aber in diesem Punkt bin ich nunmal altmodisch.

seriousguy47 04.09.2014 | 12:00

Keine Sorge, telepolis, Nachdenkseiten und FREITAG/ FC gehören zu meinem täglichen Pressespiegel. Das gilt, auch wenn sich bei mir daraus kein unkritischer Konsum des dort Geschriebenen ergibt.

Mir fehlt eben die "einheitssozialistische" Sozialisation, bei der man schon vorher weiß, wer Recht hat und wer nicht. Ein irreparabler intellektueller Schaden der zum Krebs des freien Denkens führen kann.

seriousguy47 04.09.2014 | 12:07

"ich habe in dieser Diskussion gelernt, dass vor allem diejenigen Putin die Stange halten, denen es am demokratischen Grundverständnis fehlt"

Geht mir auch so. Erschreckend finde ich auch, wie viele Stammtischblogger sich ganz willig die strategischen Spiele der Herrschenden zu eigen machen und sich einen Dreck um die Interessen und Bedürfnisse der (Mit)Bürger oder die internationale Friedensordnung scheren.

seriousguy47 04.09.2014 | 12:55

Und noch ein Medium, liebe Sonja Menzel, diesmal sogar ein "Massen....":

http://www.sueddeutsche.de/politik/krieg-in-der-ukraine-ex-geheimdienstler-bezweifeln-russische-invasion-1.2114686

Das ist ja vielleicht der Unterschied zwischen freier Presse und Kommando-Medien: Kommandos werden sofort befolgt, die freie Auswahl dauert etwas länger. Manchmal sogar deswegen, weil man nachrecherchiert.......

rainbow5412 04.09.2014 | 15:28


Es ist mir bis heute ein Rätsel wie die USA/NATO diese FASCHISTEN aus der Ukraine weiter unterstützen.

Ich bin überzeugt da steckt ein System dahinter. Russland, ist seit Jahrzehnten der ERZFEIND der USA, und daran haben sich alle westlichen ReGIERungen zu halten.

Wer ausschert ist ein RECHTS POPULIST, KOMMUNIST, PUTINVERSTEHER oder ein Feind der USA/NATO.

Alles andere zählt nicht. WAHRHEIT wird von der USA/NATO vorgegeben, und wer anderer Meinung ist ist deren FEIND.

Yes, so was nennt man heute DEMOKRATIE, freie Meinungsäußerungen, aber nur wenn es denen genehm ist.
AUFWACHEN bitte, WAKE UP ! ! !

FALSCH ! MENSCHENRECHTE, müssen wieder 1. Priorität sein, aber nicht Krieg. USA/NATO hat überall in Krisengebieten ihre Geheimarmeen die im Untergrund agieren um uns dann deren einseitige Sichtweise als Wahrheit zu verkaufen.

Alles was die Gegenseite uns verkauft ist aus Sicht der USA/NATO gelogen.

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Ehemaliger Nutzer 04.09.2014 | 19:23

Nun wenn Sie, wie ich merke, die Ihnen empfohlene ausführlichste und tiefgehendste vergleichende Analyse eines LGBT- und Menschenrechtsaktivisten aus den USA einfach nicht studiert haben, dann wundert es nicht, dass Sie weiterhin behaupten:

"Denn dass es hier wie dort intolerante Idioten gibt, die nicht über den Tellerrand ihrer Vorurteile hinauskommen, steht ja nicht zur Diskussion. Die Frage ist, was wir für eine Gesetzeswirklichkeit haben."

Warum ich annehmen muss, dass Sie die Analyse nicht studiert haben? Deshalb:

Eines der großen Verdienste dieses Autors ist es, gerade auch die Gesetzeswirklichkeit vieler Staaten der USA und vieler Staaten der gesamten Welt mit der Gesetzeswirklichkeit in Russland ausführlich verglichen zu haben.

Und dabei hat er herausgefunden, dass eine große Mehrheit der Bundesstaaten der USA in dieser Hinsicht grottenschlecht gegenüber Russland abschneidet.

Die Statistiken in dieser Analyse, die zudem die gesellschaftliche Wirklichkeit in Bezug auf die Diskriminierung von Menschen wegen Ihrer sexuellen Orientierung aufdecken, sprechen ebenso eine deutliche Sprache über die skandalösen Zustände auf diesem Menschenrechtsfeld in den USA, wo die Statistiken aufweisen, dass die Menschenrechtsverstöße gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung in hundert bis tausendfacher Menge gegenüber Russland auftreten.

Man muss nur gewillt sein, sich die ausführliche Analyse auch duchzulesen.

Sie werden erkennen, was der tatsächliche Inhalt des russischen Gesetzes ist. Die russischen Menschen sind einfach nicht bereit, Ihre 12-jährigen Töchter und Söhne in ein Konzert einer westlichen Popdiva gehen zu lassen und dann mit Entsetzem zu erfahren, dass diese sich auf der Bühne breitbeinig hinräkelt und sich an ihrer Möse herumreibt oder dass die Kinder sich dies im russischen Ableger von MTV anschauen zu lassen.

Vielleicht denken Sie als sich schon öfter als Anhänger der öffentlich herumfickenden und sich in Anwesenheit ihrer Kleinkinder in einem Supermarkt Tiefkühlkost in die Votze schiebenden "Pussy-Riot-Mädchen" da anders, aber Sie haben kein Recht, den Menschen eines anderen Landes die Gesetzgebung zum Kinderschutz vorzuschreiben!

Sie haben Recht, die Westmedien sind bei Sudel-Ede angekommen. Ich kann das beurteilen denn ich hatte unter Sudel-Ede und dessen Befehlsgebern zu leiden.

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Ehemaliger Nutzer 04.09.2014 | 20:13

warum nennen sie bestimmte stiftungen nicht beim namen ? der chef der CIA bei dieser stiftung inkognito augetaucht ist, was aufgeflogen ist und herr biden doch treffliche vereinbahrungen bezüglich der kollateralschäden mit dem vorgänger vom schohoheini, jetzt präsident, ich kann und will mir diese namen nicht merken getroffen hat. niemand fragt übrigens mehr wer denn nun eigentlich die schwarzen scharfschützen auf den dächern des maidan gewesen sind. auch hier nicht. sollte doch aufgedeckt werden. die urainische staatsanwaltschaft hat doch daran gearbeitet. finde ist wichtig . diese wahrheit würde noch einigen zweiflern, wer diese krise angestiftet und finanziert hat die augen öffnen.

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Ehemaliger Nutzer 04.09.2014 | 20:17

Meinen Sie wirklich, die Meinung des Wissenschaftlers auf dem Gebiet der Internationalen Beziehungen ist "bestellt". Woraus schließen Sie das? Und von wer hat die "bestellt"?

Woraus schließen Sie, dass nur Sie "altmodisch" und ein "intellektueller Handwerker" sind und ich nicht?

Was erlauben Sie sich eigentlich an Hochmut? Was denken Sie sich eigentlich, andere über den Wert von Pluralismus belehren zu müssen, wenn Sie hier als strammer Verfechter der Einheits-Propaganda-Medien-Die Partei hat immer Recht-Meinung auftreten!

Wissen Sie, was mich antreibt, hier zu posten. Ich habe nämlich nicht Langeweile, sondern die Gefahr für den Pluralismus, die Gefahr für die Demokratie und die Gefahr der immer weiteren Ausweitung der Kriege durch Einheitspropaganda zwingt mich direkt, viel von meiner freien Zeit neben meinem langen Berufsalltag zu opfern, um gegen diese Propagandaeinheitsfront wenigsten so viel wie ich kann, einen kleine Hoffnung an Gegenöffentlichkeit zu schaffen!

Sie wissen jetzt, was Menschen wie mich und viele andere hier in der dFC veranlasst, sich zu wehren gegen die Medieneinheitsfrontmeinung und Politikereinheitsfrontmeinung!

Aber was ich nicht verstehe ist, was Sie motiviert, hier die Einheitsfrontmeinung der Medien und Politiker in Bezug auf Heraufbeschwörung der Kriegsgefahr für ganz Europa auch noch in ein Forum tragen zu müssen. Das wissen Sie doch, dass Sie das nicht brauchen, denn Ihre Meinung ist doch schon breit breit breit in allen Medien und Politikeraussagen da. Sie wird von 99% aller Menschen ausgiebigst konsumiert. Warum erachten Sie es da als wert, diese Einheitsmeinung auch noch hier für 0,001% oder weniger von Medienkonsumenten noch aus Ihrem Mund vernehmen zu lassen, was also völlig unnütz angesichts dieses Verhältnisses erscheint?

Warum sollte jemand in das Internet gehen, sich das dFC-Forum heraussuchen und nach ihrer Meinung hier fahnden, wenn er einfach nur die Tagesschau einzuschalten oder die Zeit aufzuschlagen braucht?

Verstehen Sie was ich meine, Sie wissen jetzt, ich habe es schon oft hier freiwillig geäußert, was mich treibt, was für mich nicht anders geht. Was treibt Sie um Himmels willen?

seriousguy47 04.09.2014 | 22:37

Nun, es gibt eine ganz einfache Methode, die Wirklichkeit zu erfassen: Man schaut sie an.

Also könnten Sie ganz einfach meine hier eingestellten Beiträge lesen, um zu schauen, ob & wo ich hier mediale Einheitsmeinungen vertrete oder nicht - was Sie mit Sicherheit nicht tun werden, denn Ihr Urteil richtet sich nicht danach, was ist, sondern was Ihrer Meinung nach zu sein hat. Dementsprechend arbeiten Sie in Ihren Kommentaren zu mir auch lieber mit Unterstellungen. Im letzten Kommentar z.B. bereits durch Ihre ersten, total verdrehenden Worte:

"Meinen Sie wirklich, die Meinung des Wissenschaftlers auf dem Gebiet der Internationalen Beziehungen ist "bestellt". Woraus schließen Sie das? Und von wer hat die "bestellt"?"

Ich habe in meinem Kommentar ausdrücklich und unmissverständlich geschrieben "Dementsprechend bestelle ich mir..."

Wenn Sie daraus machen, ich hätte einem Professor unterstellt, seine Meinung sei bestellt, dann sind Sie kein Wahrheitssucher, sondern ein veritabler Fälscher. Einer, wie man sie nicht nur in den Medien & der russischen Propaganda zuhauf findet. Die Amis haben ebenfalls einen ziemlichen Ehrgeiz zu lügen & zu betrügen, woran man von der ARD gerade wieder passgenau in dem Film über die Plame Affäre erinnert wurde.....

Recht geben muss ich Ihnen allerdings in einem Punkt: ich neige in dieser Debatte langsam zu Arroganz, weil mich dieses ständige Propagandageschwätz der West-Hasser allmählich bis zum Erbrechen nervt.

Und damit beende ich von meiner Seite diese Metadebatte. Ich teile zwar die Meinung von Lutz Herden nicht, aber seinen Blog möchte ich dennoch nicht länger mit solch persönlichem Gezerrfe zerschießen.

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Ehemaliger Nutzer 04.09.2014 | 22:54

Wenn Sie schon Ihr eigenes Zitat bemühen, dann entstellen Sie es nicht (Hervorhebung von mir):

"Dementsprechend bestelle ich mir weder bei irgendwelchen Professoren eine Meinung noch bei irgendwelchen russischen Propagandasendern."

Sie haben die Verneinung weggelassen! Also indem Sie jetzt auch nochmal in Ihrer Antwort betonen, dass Sie sich keine Meinung bestellen, unterstellen Sie, dass andere die Meinung bestellt haben. Sie haben das Wort ich fett gedruckt! Merken Sie was?

Und Sie haben das Wort bestellen benutzt, nicht die anderen! Also war meine Schlussfolgerung logisch und unumgänglich.

Sie drücken sich zudem um die Beantwortung meiner Frage, was Sie antreibt, hier zu posten. Ich hatte Ihnen meine Motivation schon verdeutlicht!

seriousguy47 04.09.2014 | 23:33

Entschuldigung, aber mein Leben ist mir zu kostbar, um es mit der Beantwortung solch durchsichtiger Fragen zu verschwenden. Lesen Sie alle meine Kommentare & meine Beiträge, dann können Sie sich Ihre Frage selbst beantworten. Aber das wollen Sie ja vermutlich gar nicht. Die Frage ist ja bereits die Antwort.

Aus reiner Nächstenliebe aber noch dies:

"Die Amis haben ebenfalls einen ziemlichen Ehrgeiz zu lügen & zu betrügen, woran man von der ARD gerade wieder passgenau in dem Film über die Plame Affäre erinnert wurde....."

seriousguy47 04.09.2014 | 22:37@Wahrheitssucher

Roger11 05.09.2014 | 02:54

Talkshows sind bekanntlich Quotenbringer und infolgedessen stets "nah" am aktuellen Geschehen. Illner und Beckmann: Thema: Ukraine, mit russischen Gästen.

Also Grinin als Botschafter Russlands und Rodionov, bestens bezahlter Claquer Putins und nebenbei sämtliche Rechte Deutschlands geniessend. Und das angenehme Leben in Berlin obendrauf. Wow, was kann es Schöneres geben als im Westen zu pesten und ungestraft davon zu kommen. Umgekehrt sieht es nämlich so aus, dass man als Korrespondent in Moskau ziemlich gefährlich lebt, sollte man sich dort regimekritsch äussern. Aber nein, Rodionov hingegen darf in Berlin alles, lachen, lästern, fressen, saufen, eben alles, was man als freiheitlich empfindet und befürwortet. Recht hat er, aber sieht´s aus in Russland?

Genau da mache ich den Illners und Beckmanns den fetten Vorwurf: Ja wenn Ihr schon solche Maulwürfe einladet, ja wieso konfrontiert Ihr sie nicht mit genau diesem Widerspruch?

Das Selbe könnte man ausweiten auf die Widersprüchlichkeit religiöser Diskrepanzen wie Moscheen in Deutschland und warum keine Kirchen in Saudi Arabien? Was läuft denn hier schief? Übersehen wir bei aller Toleranz womöglich - siehe Putin, Erdogan, Assad, Netanjahu - dass unsere Haltung eines friedfertigen, zukunftsorientierten Denkens des Miteinanders seitens archaisch zurückgebliebener Potentaten unterminiert wird?

Es ist allerhöchste Zeit, auf der Ebene der UNO diesen Leuten klar mitzuteilen: Das war mal, ab jetzt läuft das anders auf der Welt. Wir leben im 21.Jahrhundert und haben gelernt. Wir wiederholen diese Scheisse der Vergangenheit nicht! Niemand wird das tun!

apatit 05.09.2014 | 08:01

"warum nennen sie bestimmte stiftungen nicht beim namen"

CIA ist ja immer dabei wo man " demokratisiert " - ich dachte mehr an das Auslandsbüro Ukraine, Konrad-Adenauer-Stiftung -

... ich glaube nicht nur - das die Zitat: " Wie arbeitet die KAS in der Ukraine? Die KAS veranstaltet Rundtische, Konferenzen, Podiumsdiskussionen und Vorlesungen, um wichtige gesellschaftliche Themen fundiert zu diskutieren und auf die politische Agenda zu setzen. Für die politische Bildung, Beratung und Training organisieren wir Seminare, Workshops und Planspiele. Wir geben Buchveröffentlichungen und Policy Papers heraus, um Diskussionsergebnisse zu präsentieren und politische Handlungsempfehlungen auszusprechen." usw... Was meinen die mit politische Handlungsempfelungen und wer bekommt die?!

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Ehemaliger Nutzer 05.09.2014 | 10:22

Die Konrad-Adenauer-Stiftung Auslandsbüro Ukraine?

Politisch Handlungsempfehlungen und/oder Frontberichterstattung?

Ich erinnere mich sehr gut an eine Art Breaking-News-Reportage im Radio (SWR3). Tage, Stunden (?) vor dramatischen Stunden auf dem Maidan seinerzeit platzte eine "höchst erregt klingende" Reporterin in das nachmittägliche Musikprogramm des Senders. Ein Telefoninterview mit einem "Praktikanten" der KAS direkt vor Ort in Kiew, das Büro gerade um die Ecke zum Maidan. Nein, ich kann mich nicht mehr erinnern, was der Jüngling von sich gab. An was ich ich mich allerdings noch gut erinnere: irgendwie fehlte mir vor dem Beginn der Einspielung des Telefonats das Abspielen von Liszts "Les préludes", den (wenigen) Altvorderen im dFC als "Russland-Fanfare" zu den Sondermeldungen von 1941 an wohl bekannt. Hätte gut dazu gepasst.

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Ehemaliger Nutzer 05.09.2014 | 11:04

Für alle, die gestern gegen Mitternacht die Sternstunde im deutschen Staats-TV verpasst haben sollten, ergeht hier der dringliche Ratschlag, nein die unbedingte Aufforderung, sich via ARD-Mediathek umgehend dieses einmalige "Erlebnis" nicht entgehen zu lassen. Wer nach diesem "Genuss" immer noch geringste Anwandlungen haben sollte, weiterhin als Putinversteher durchgehen zu müssen, hat nichts begriffen. Wenigstens den Strick hätte er sich nach dem Abspann schon geben können.

Allein der Introitus, tolle Bildchen vom aktuellen Stelldichein der Nato-Oberen (intensiver und aufregender kann die Wahnsee-Konferenz einst auch nicht abgelaufen sein). Bräuchte jemand (bspw. ein Herr Voßkuhle) einen Beweis, dass da ein "Angriffskrieg" ausbaldowert werden soll, müsste er sich nur Pitbull Fogh ansehen, er belegt alles.

Und dann die "Diskussion" (har har). Zwei völlig "neutrale" deutsche Professoren, ein Vertreter von Friede's Welt, die verschüchterte Frau Weisband. Ein Watschen-Russe durfte natürlich auch nicht fehlen. Ich sage jetzt mal nichts außer: jeder - der auch nur ansatzweise interessiert ist an dem, was derzeit so abgeht und demnächst so ansteht - muß diese "Talkshow" gesehen haben. Er wird hinterher nicht mehr der Gleiche sein wie der zu Beginn.

Es soll hier ja welche geben, die ohne Glotze auszukommen können glauben. Das Machwerk steht schon auf Youtube, nur nach "Beckmann Weisband" suchen lassen.

Eine Frage hätte ich dann doch noch! Wie kann das passieren, dass diese wichtige, bedeutsame Indoktrination erst so spät in der Nacht ausgestrahlt wurde?

Rosbaud 05.09.2014 | 11:28

Klärungsbedarf

Sie haben zustimmend auf einen Beitrag von „Balsamico“ geantwortet, der ziemlich einseitig für den Westen Partei ergreift. Darum habe ich bei Ihnen dieselbe Einstellung vermutet.

Was für Foristen haben Sie denn im Auge, wenn Sie von „Stammtischbloggern“ schreiben, die „sich ganz willig die strategischen Spiele der Herrschenden zu eigen machen und sich einen Dreck um die Interessen und Bedürfnisse der (Mit)Bürger oder die internationale Friedensordnung scheren“?


Gilt das jetzt für die Freunde des Westens ebenso wie für die Putinversteher?







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Ehemaliger Nutzer 05.09.2014 | 11:58

ich dachte sie meinten USAID . recherchieren sie. ein artikel dazu war in http:amerika21.de/. war bevor diesem jetzigen krieg in der ostukraine, wurde darüber geschrieben als Biden bei dieser gesellschft in kiew war vordem unter falschem namen der chef der CIA, das flog aber auf. gleichzeitig wurde bekannt dass blackwater sich auf dem maidan augehalten hat, auch in dem räumlichkeiten von besagter organisation das war auch noch bevor diese herren in dunklen anzügen am flughafen ? aufgetreten sind. ich war damal noch nicht bei freitag, sonst hätte ich konkrete information für sie.

seriousguy47 05.09.2014 | 12:12

Gilt das jetzt für die Freunde des Westens ebenso wie für die Putinversteher?

Erstens bin ich kein Freund des Westens, sondern ein Teil des "Westens" - wie Sie selbst vermutlich auch.

Zweitens gilt das selbstverständlich für alle. Und jeder, der auch nur einen Teil meiner Beiträge hier überfliegt, weiß, dass Putin nie mein vordringliches Thema war, sondern die Zustände hier, im UK und den USA. Aber immer in dem Bewusstsein, dass ich in der BRD eher nicht Gefahr laufe, dafür in einem Lager zu landen. (Anderen scheint dies nicht unbedingt immer bewußt zu sein).

Drittens beruht mein kommentierendes Engagement beim Thema Ukraine auf meinen demokratisch-natürlichen Sympathien für die Menschen auf dem Maidan.

Und ich selbst habe zwar nie gegen Putin demonstriert, wohl aber gegen den Vietnamkrieg.

Viertens geht es mir bei meiner Kritik hier konkret um jene Schwätzer, die sich voller Wohlwollen Putins tatsächliche oder vermeintliche "Gründe" zueigen machen, Großmachtstratege spielen und gleichzeitig krodilstränenreich die damit vorhersehbaren & zwangsweisen Opfer bejammern und pauschal dem "Westen" in die Schuhe schieben.

Fünftens verbitte ich es mir als nahezu lebenslanger Basisdemokrat, wenn solche Tyrannenstricher den Maidan als faschistischen Putsch verunglimpfen. Um mal ins Gossenspeak zu wechseln.

Ein faschistischer Putsch fand in Spanien statt oder in Chile, Argentinien usw., aber nicht auf dem Maidan. Da wurde ein faschistoides Regime gestürzt - unabhängig davon, ob das, was nachfolgt besser ist. Für Revolutionen gibt es keine Garantie auf ein Wunschergebnis. Und wer das vom bequemen Sofa aus den Revolutionären vorwirft, hat sie nicht alle.

Und damit Ende der Polemik.

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Ehemaliger Nutzer 05.09.2014 | 12:24

ich habe die sendung gesehen. Beckmann ist genauso wie vordem maischberger und konsorte, will etc. vor allen lanz durch bei mir. das gleiche läuft auch mittlerweile bei presseclub. möchte am liebsten in die kiste springen. frau weisband erschien mir mit ihrem ständig hähmischen, nickenden grinsen nicht eingeschüchtert. die dame hat sich doch schon in solchen sendungen während des maidan profiliert

seriousguy47 05.09.2014 | 12:25

Vielleicht hätten Sie vorher mal besser tief durchgeatmet, dann hätten Sie vielleicht etwas deutlicher gemacht, dass sie den Beckmann vom Donnerstag meinen. In Ihrem Kommentar kann man das fast übersehen. Und es schwatzten ja auch noch eine Frau Illner und ein Herr Lanz.

Und als kleinen Extraservice noch den Link von mir gratis dazu (als getaufter Katholik muss ich ja lebenslang meine Feinde lieben):

http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/beckmann/sendung/04092014-dauerkrise-in-der-ukraine-100.html

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=HvbDJsEGClw

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Ehemaliger Nutzer 05.09.2014 | 12:55

was illner, beckmann und konsorte angeht könnten sie wenigstens die höflichkeit besitzen ihre gäste ausreden zu lassen, tun sie nicht, widerspspruch gegen die dort allgemein vertretene meinung, egal von wem, ist nicht erlaubt und wird im keim erstickt. ich schaue mir internationale nachchrichten an und muss ihnen widersprechen. den reportern die aus moskau und anderen russischen städten life berichten und dort über den bösen putin herziehen machen mir nicht den eindruck als lebten sie gefählich, ist doch wohl eher umgekehrt, russland erlaubt dem westen aus seinem land negativ darüber zu berichten. im gegensatz zu hier pro putin oder pro ostukraine meinungen, ünterdrückt werden. von mir aus kann Rodionov hier saufen und fressen wie er will, die Russen sind auch als gastfreundlich bekannt und besagte verängstigte Reporter dort sehen nicht unterernährt aus

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Ehemaliger Nutzer 05.09.2014 | 13:53

Auf WikiLeak hatte ich heute vormittag schon Links zu verschiedenen US-Medien gefunden, in denen als Ergebnis des NATO-Gipfels berichtet wurde, daß Australien Militärausbilder in die Ukraine schicken wird und verschiedene andere (NATO-) Staaten u. a. Präzisionswaffen liefern werden.

KEIN Kommentar mit diesem Inhalt kam bei SPON durch die Zensur (ich geb´s jetzt auch endgültig auf).

Auf ria dazu nun das: http://de.ria.ru/security_and_military/20140904/269471402.html

Das bedeutet: Der Krieg ist jetzt endgültig beschlossen. Aber es wird so lange wie möglich verschwiegen, weil man nicht möchte, daß die Schafe kurz vorm Schlachthaustor vielleicht doch noch aufmucken...

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Ehemaliger Nutzer 05.09.2014 | 13:57

Warum müssen sich basisdemokratische Anti-Tyrannenstricher immer um meine Gesundheit sorgen? Ihres Extraservices hätte es nicht bedurft, hätte aber darauf wetten können, dass der ein oder andere glauben wird, ihn mir angedeihen lassen zu müssen. Wohl mit dem Hintergedanken, dass ...

Der ernsthafte Junge (mit Vietnam-Demo-Erfahrung, Donnerwetter) hätte gut in die Runde gepasst gestern Nacht. Obwohl, sich gegenseitig mehr offene Türen einzurennen als die drei Freisler's es sowieso schon getan haben, wäre nicht möglich gewesen. Der Herr Professor (!) Schl. hat schließlich kräftig Dampf abgelassen zum "System Putin". Gab mir sehr zu denken, wo er doch ebenso kräftig zu Beginn seines politischen Werdegangs im dunkelroten "Sumpf" wühlen durfte, sollte, mußte? Da ich seinerzeit mit solch menschenfreundlich Eingestellten den ein oder anderen Strauß ausfechten durfte, stelle ich mir seither so einige, wenn nicht gar nur eine Frage. Raten sie mal, welche?

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Ehemaliger Nutzer 05.09.2014 | 16:37

Wie war das mit dem Wald, in den man hineinruft? Ist der "Gossenspeak" (O-Ton seriousguy) nicht genehm? Oder was sonst? Die Bezeichnung "dunkelroter Sumpf" etwa für "maoistische KPD/AO" etwa? Oder vielleicht die "Freislers"? Wo doch Stil und Wortwahl der Benannten stark an den Herrn in der braunen (oder war sie rot) Robe erinnerten (O-Ton Freisler: "Sie sind ein schäbiger Lump", O-Ton seriousgay "... veritabler Fälscher).

Auf was von dem "so etwas" kann denn nicht ernsthaft geantwortet werden? Atmen sie erst einmal kräftig durch, soll ja helfen, wenn sie es mir empfohlen haben. Nicht dass sie "entnervt erbrechen müssen", wie sie ja auch schon angedroht haben.

Bzgl. "Maidan": da hatten sie wohl den Blindenhund dabei, wenn sie so manche "Freiheitskämpfer"nicht wahrnehmen konnten.

Rosbaud 05.09.2014 | 17:51

Ukrainer – vom Regen in die Traufe

Stimmt, ich bin auch ein Teil des Westens. Aber ich gebe dem Westen, insbesondere Amerika, die Hauptschuld am Ukrainekonflikt. Dabei ist mir klar, dass Putins Russland ein autoritär-repressiver Staat ist mit großen Demokratie- und Menschenrechtsdefiziten. Trotzdem muss man diesem Russland legitime Sicherheitsinteressen zugestehen, die vom Westen in den letzten Jahren sträflich missachtet wurden. Die Zusagen, die Russland für die Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands erhalten hat, werden Ihnen bekannt sein.



Die berechtigten Proteste auf dem Maidan gegen eine korrupte Regierung und gegen die Herrschaftspraktiken der Oligarchen wurden von westlich finanzierten und instruierten Organisationen und Parteien für die Zwecke ihrer Finanziers und Einflüsterer instrumentalisiert. Zur Erreichung des angestrebten Zieles eines Regimewechsels schreckte man selbst davor nicht zurück, sich der Dienste der „Freiheitskämpfer“ vom „rechten Sektor“ zu bedienen. Die ukrainische Regierung weigert sich nach wie vor, das Massaker auf dem Maidan vom 18. Februar aufzuklären.



Die originären, echten Maidan-Demonstranten werden sich bald ziemlich wundern. Wenn nämlich die anvisierte Austeritätspolitik à la Griechenland demnächst umgesetzt wird, werden sich die bereits bestehenden Alltagsprobleme noch mehr verschärfen. Sie haben gegen die Machenschaften und Privilegien der Oligarchen demonstriert, jetzt haben sie die Oligarchen an der Staatsspitze.



Die amerikanisch-westlich initiierte „Revolution der Erwartungen“ könnte schon bald in einem kapitalistischen „Tal der Tränen“ enden. Das haben sich die Demonstranten wahrscheinlich anders vorgestellt!

seriousguy47 05.09.2014 | 18:11

Sie schweigen - wie alle Kritiker der westlichen Ukrainepolitik - zu dem katastrophalen Tabubruch Putins: er hat die 70 Jahre funktionierende europäische Friedesnordnung unter der atomaren Bedrohung ein für allemal zerstört. Das heißt sehr konkret: völlig unabhängig von der Ukrainekrise ist unser Frieden tot. Die Frage ist jetzt nur noch, wann und wie sie uns auch de facto um die Ohren fliegt.

Und das ist ein Jahrhundertverbrechen wie das von Hitlers "Weltpolitik". Und das nicht zu sehen ist seit Hitler offenbar unverändert fanatische, deutsche Tradition.

Rosbaud 05.09.2014 | 20:35

Ablenkungsmanöver

Nett, Sie werfen mir ein Schweigen zum „katastrophalen Tabubruch“ vor, der noch gar nicht zur Debatte stand, um so Ihr „Schweigen“ zu meinen Argumenten zu kaschieren.

Den „Tabubruch“ kann man eben nicht „unabhängig von der Ukrainekrise“ sehen. Es war naiv von den westlichen Strategen, zu glauben, eine Gefährdung des Stützpunktes der russischen Schwarzmeerflotte würde keine massive Reaktion Putins hervorrufen.


Die Krim-Übernahme zu einem „Jahrhundertverbrechen“ von hitlerischen Ausmaßen aufzublasen, soll nur über Ihre dünne Argumentationsbasis hinwegtäuschen.

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Ehemaliger Nutzer 05.09.2014 | 20:45

ich fass es nicht, haben sie sich nicht mit der zeitnahen und gegenwärtigen geschichte der USA beschäftigt ? wer ist denn seit dem 2. welt krieg in ein land nach dem anderen eingedrungen ? hat die ATOMBOMBE geworfen, korea , laos vietnam ,phlippinen , mexiko, chile, argentinien, grenada , afghanistan, irak mir fallen gar nicht alle ein. dort zvilisten gnadenlos ermordet, in massen ? Wer hat Hawaii annektiert ? die leute dort wollen heute noch weg von den USA. dagegen ist Russland das ja jetzt Putin heißt ein eleganter gentleman. der Westen malt solange den Teufel an die Wand bis ER IHN hat. denken Sie, das hat PUTIN aber durchschaut. der ist nicht so blöde wie unsere marktschreier hier und schon gar nicht wie schokoalki, dieser dummschwätzer. was doch noch offensichtlicher ist dass merkel und co. dieses ferngesteuerte spiel mitmachen, so blöde sind die doch auch nicht. ich glaub es nicht, putin hat doch von dem westen gelernt. ha,ha " er muß sich doch von der drohenden gefahr schützen"

seriousguy47 05.09.2014 | 22:53

Sie glauben nicht im Ernst, dass ich jedem Kommentator, der hier mal so hereinschneit und in meine Kommentare seine Phantasien hineinprojeziert, mein Leben erzähle? Machen Sie sich einfach mal klar, dass Sie hier die Tatsache, dass Sie mich überhaupt nicht kennen, einfach dazu benutzen, mich mit Ihren beliebigen Unterstellungen zu überschütten. Es ist aber in Ihrem Kopf, nicht in meinem.

Im Übrigen habe ich hier genug geschrieben, was Sie gerne nachlesen können, wenn Sie tatsächlich daran interessiert sein sollten, den Inhalt MEINES Kopfes kennen zu lernen.

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Ehemaliger Nutzer 06.09.2014 | 00:32

im ernst. ich glaube sie verwechseln mich mit einem anderen schreiber. ich habe in dem ich sie adressiert habe vielleicht ihre politische haltung zur westlichen politik hinterfragt, ansonsten nicht nach dem inhalt ihres kopfes und ganz bestimmt nicht behauptet sie zu kennen und schon gar nicht mit irgendwelchen unterstellungen überschüttet. ich weiß nicht von was sie da reden. aber, selbsr wenn ich gerade mal so hereinschneie, sie haben hier kein exclusivrecht ich hoffe dem inhalt ihres kopfes geht s gut. good night

mymind 06.09.2014 | 01:45

Vorab: So wie sie schreiben ist derart krass, dassich eigentlich gar nicht darauf antworten mag, aber ich tue es hiermit noch einmal:

Ich weiß zwar nicht in welchem Kontext sie aufgewachsen sind & sozialisiert wurden sind & welche Werte Ihnen per Erziehung & Schulbildung vermittelt wurden, was sie daneben noch aufgeschnappt haben. Wenn wir Menschen schon so etwas wie einen Verstand haben, dann sollten wir ihn auch benutzen & gesund damit umgehen. So wie meine Erziehung, Sozialisation & Bildung war, bedeutet das: logisch denken & kombinieren zu lernen; komplexe Themen zu analysieren & auf fundierter Basis zu interpretieren; auch querdenkerisch Fragen zu stellen wo keine befriedigende Antworten gehört & gelesen werden; eine permanente Reflexion auch über das eigene Denken & Handeln; Einfühlungsvermögen & Empathie für Menschen, die Angst haben oder leiden, auch wenn sie mir fremd sind, aber die Empfindungen sind nachvollziehbar

Sie Balsamico, sind voller Vorurteile, ihr Denken ist ´eingebildet´, der Inhalt Ihrer Kommentare offenbart Unwissen, vielmehr auch leichtsinnig & eigensinnig gewollte Verkümmerung von gesundem Menschenverstand, sie zeigen 0,00% Tolerant &Ansatz jemanden zu verstehen, der nicht ihren unlogischen 0815-Pseudo-Logarithmen zujubelt.

Kurz: S/W bzw.Entweder/Oder als Credo zu betrachten, zeugt von wenig Phantasie & Freude am leben_ Sie tun mir leid!

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Ehemaliger Nutzer 06.09.2014 | 12:57

"Man kann nix anderes tun, als sich die Finger wund zu tippen & den Mund fusselig zu reden, solange sich keine sichtbarere Bühne des Protests auftut."


Diese "Etüden" ausgerechnet an den Essigsauren, den dummdreisten Bübchen und was sich von dieser Sorte hier sonst noch so rumtreibt auszuüben, das ist - niemals passender als hier - frei nach Schiller Perlen vor die Säue. Absolut nutzlos, sogar geradezu kontrapunktiv. Ein für allemal, die Herrschaften haben keinerlei Aufmerksamkeit, schon gar kein contra verdient. Pardon, ich kann es nicht anders formulieren: deine, meine und manch anderer Reaktionen auf sie sind doch einzig und allein Wichsvorlagen, an denen die sich gröhlend und höhnisch abarbeiten. Wollen wir denen das wirklich gönnen?

Ist doch auch verständlich, dass sich diese Herrschaften (man darf sie ja nicht mehr anders nennen) hier im FC rumtreiben, wo sie und ihre Kollegen doch überall anders beste Arbeit geleistet haben. Wenn diese letzte Bastion auch noch fallen sollte, dann bleibt wirklich "keine Bühne mehr" und kann nur noch auf das Verfahren von Hans und Sophie Scholl zurückgegriffen werden.

mife 06.09.2014 | 17:29

Verstehe auch überhaupt nicht, weshalb die westlichen Regierungen gegen Putin so feindselig auftreten. Hätte Schröder ihm den beim Anschluß von Gazprom geholfen, wenn das nicht zu unser aller Wohl gewesen wäre? Auch in der Ukraine hat Putin geholfen wo er konnte. Er steht so auf seiten des Volkes, daß er ihm auf der Krim auch gegen die kleinlichen Einwände von Juristen die russische Staatsbürgerschaft verschafft hat. Auch in der Ostukraine kann Putin nichts von seiner Friedensmission abhalten. Von Beginn an unterstützt er diejenigen, die für die Unabhängigkeit von ihrem Vaterland eintreten. (also in der Ukraine, nicht in Tschetschenien)

Falls jemand in der Ukraine bei den kriegerischen Handlungen zu Schaden kommt, hat das die einzig die ukrainische Regierung (=Marionette des Westens(=Marionette der USA(=Marionette...))) zu verantworten. Wie kann man denn in eigene Land auf Mitbürger schießen? Daß darunter einige wenige sind, die das Feuer auf ukrainisches Militär eröffneten, kann ja wirklich kein Argument sein. Was hat die ukrainische Armee denn da überhaupt zu suchen?

So jemand wie Putin wünsche ich mir auch in Deutschland. Sie doch bestimmt auch Herr Herden?

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Ehemaliger Nutzer 07.09.2014 | 02:57

Diese "Etüden" ausgerechnet an den Essigsauren, den dummdreisten Bübchen und was sich von dieser Sorte hier sonst noch so rumtreibt auszuüben, das ist - niemals passender als hier - frei nach Schiller Perlen vor die Säue. Absolut nutzlos, sogar geradezu kontrapunktiv.

Es geht gar nicht darum, was die Hasardeure "verdienen" oder nicht. Einige von denen sind ja auch völlig schmerzfrei & schreiben denselben Unfug, den sie in dem einen Forum um die Ohren gehauen bekommen haben, im nächsten wieder. Aber das schlimme ist ja, dass sie nur in besonders extremer Weise heute in den Medien kursierende schräge Allgemeinplätze auf die Spitze treiben. Deshalb ist es wichtig sie klar zu widerlegen, da es ja auch wankende Menschen gibt, die diesen Blog lesen & für die dies einen Unterschied macht.

Was mich rasend macht, ist, wie derzeit das Verständnis für Rechtsstaatlichkeit flöten geht. Bereits während der Zeit des euphemistisch so bezeichneten "Krieg gegen den Terror" wurde auch in so genannten QUALitätsmedien Verständnis für US-Maßnahmen bekundet, die die Grenzen des Rechtsstaatlichen grob verletzen (in Abu Graib, Guantanamo ect.) - mit der Begründung, man solle sich doch einmal anschauen, was für Rechtsvorstellungen diese Leute hätten. Der Irrsinn dieses Arguments ist aber doch, dass damit so getan wird, als obläge die Definition rechtlicher Kriterien wirklichen oder behaupteten Ursupatoren. Als wäre je Strafrecht von Straftätern definiert worden. Selbst ein Massenmördern wäre ein Mörder - & könnt in einem Rechtsstaat nur nach dem geltenden Strafrecht bestraft werden, dass historische Errungenschaften wie Unschuldsvermutung, Folterverbot usw. einzuhalten hätte. Im Kriegsfall (falls man die Straftäter als Kriegsgegner begreifen wollten) wären die Genfer Konventionen einzuhalten. Ergo war die Erfindung der "Terroristen" (als eine neue rechtliche Kategorie, für die weder die Rechtsbeschränkungen des Strafrechts noch des internationalen Rechts gelten) einfach ein Kniff, den Rechtsstaat an einer Stelle zu demontieren. Und solchen Demontagen folgen oft weitere.

Jetzt dient halt der "Dämon Putin" dazu, eine bislang verfassungsrechtliche & konsensuale Beschränkung in der Außenpolitik abzubauen. Jeder, der das nicht mitmacht, wird dann verschrien als "Putin-Versteher" (- Verstehen als Gegenstand eines Vorwurfs ist schon eine Paradoxie), als "bezahlter Kreml-Troll" oder als politscher Extremist (- so auch lanciert in SZ, FAZ, ZEIT & auf Seiten der Heinrich-Böll-Stiftung [- armer Heinrich Böll, er hat diesen Missbrauch nicht verdient!).

Zumindest auf einem Forum wie diesem, hat man den Raum, die Verhältnisse richtig zu stellen: Nicht die, die die Dämonisierung ablehnen & es vor allem ablehnen, sich unter dem emotionalisierenden Verweis auf einen Buhmann eine unverantwortliche Verabschiedung von politischen & rechtlichen Standards unterjubeln zu lassen, sind Extremisten. 70 Jahre lang galt die FDGO als Nagelprobe des Extremismus. Und jetzt soll man so etwas sein, wenn man auf ihre Einhaltung besteht?

Dies müssen wir immer & immer & immer wieder klarmachen. Denn leider ist es in dieser Gesellschaft nicht mehr klar. Wir müssen versuchen, die Verunsicherten & Passiven auf unsere Seite zu bekommen.

Es ist die Wichtigkeit des Anlasses & nicht die der Stänkerer, die gar nicht an den moralischen Grundfesten dieser Gesellschaft interessiert sind, weil sie sich nur darin gefallen, Partei zu sein. (Genau das, was sie anderen vorwerfen.) Sie sind aber hier einfach nur ein Diskursanlass.

Wenn unsere Politiker sich wirklich Sorgen um den Zustand Russlands machen würde, würden sie eine versachlichte, empirisch fundierte & streng logische Argumentation ohne unnötige Dramatisierungen, Beleidigungen oder Dämonisierung vornehmen. Und sie würden uns unmissverständlich zu verstehen geben, dass an der Orientierung an den Standards des Grundgesetzes weder in der Innen- noch in der Außenpolitik gerüttelt wird. Außerdem müsste dann eine Bundeskanzlerin endlich mit uns Bürgern reden.

So gehen sie aber nicht mit uns um. Deshalb ist da etwas faul im Staate Dänemark. Und uns liegt's, uns das nicht gefallen zu lassen.

Roger11 07.09.2014 | 05:07

Blogger Bul ist so ein schönes Beispiel für russischen Aktionismus in unseren Medien. Wenn er sich wenigstens ein bischen bemühen würde, dies zu kaschieren. Aber nein, der deutschen Sprache muss er auch nicht habhaft sein. Allerdings einiger zivilisierten Umgangsformen denn doch.

In Europa pflegt man im Diskurs, sich der Thematik behutsam anzunähern, um die Aufmerksamkeit des Gesprächsteilnehmers stets hoch zu halten.

Blogger wie Bul hingegen stünden recht schnell alleine da auf ner Barliner Hinterhof-Pardy, da so ziemlich schnell jedem klar wird: "Dieser zwar liebenswürdige Russe redet gar rechten Müll daher." Lass mal paar Meter weiter gehen...

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Ehemaliger Nutzer 07.09.2014 | 11:01

Hatte mich vor zwei Wochen eigentlich als (gefrusteter) Kommentator schon verabschiedet. In den Tagen seither habe ich manchen Rückfall verhindern können. Als ich dann jedoch Donnerstagnacht bei Beckmann die "Putin-Treibjagd" zweier dt. Professoren (der eine auch noch mit satter MKPD/AO-Vergangenheit) und eines gehobenen Vertreters aus Friede's Welt erleben durfte, die in trauter Gemeinsamkeit und Einigkeit den Skalp schon an ihrem Gürtel wähnten, wenn da doch hoffentlich nicht dieser "Schwächling Poroschenko" in die Bärenfalle eines Waffenstillstandes tappt, da war die Sicherung bei mir arg gefährdet. Habe dann mich - mitternächtlich - über die Herren etwas informiert. Und siehe da, sie sind ja gar nicht erst seit dem Krimraub in Kriegsbemalung, den Tomahawk schwingend. Das tun die Herren nicht seit Monaten, nein, sondern seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten. Rausgeflogen ist die Sicherung (vor Wiederaufnahme der Kommentarabgabe) jedoch erst einen Tag später, als in den Nachrichtensendungen des ZDF eine Reporterin gleichen Namens (wie des Welt-Mannes) den tatsächlich eingetretenen Waffenstillstand niedermachen durfte, keinen noch so kleinen positiven Aspekt zuließ. Die Interviews mit "Frontsoldaten" des Asow-Bataillons fielen entsprechend aus.

Rein zufällig kam letzte Woche in der ARD die Valerie-Plame-Affäre. Bei der Recherche über die Treibjagd-Riege kamen mir so etliche Gedanken. Auch wenn so manches, was bei anderen weniger "Verdächtigen" offen erhältlich ist, tunlichst unter der Decke des Verschweigens gehalten wird, so bestimmte "connections", Parallelitäten der beruflichen Werdegänge, Karrieren, sind sehr verblüffend.

Und so komme ich zu meinem Fazit: wäre es nicht sinnvoller, die Zeit und die Kraft dafür aufzubringen, den Werde- und Denkvorgängen des ein oder anderen Transatlantik-Journalisten (ich formuliere jetzt sehr vorsichtig) nachzuspüren, insbesondere dann wenn sie ihre "vorgefertigten" Positionen dem ganzen deutschen Volk präsentieren dürfen? Den paar Tumbtrollen hier auf den Leim zu gehen (die mich auch mal rasend zurück ließen, heute nicht mehr) und zu versuchen, sie zu bekehren oder auch nur verhindern zu wollen, dass unbedarftere Leser nachhaltig geschädigt werden, das bringt es doch wirklich nicht. .Perlen vor die Säue eben! Das hat auch nichts mit "Grant" zu tun, wie Rosbeau glaubt. Nochmal: denke, wir sollten unsere (knapp bemessene) Zeit und unsere Kraft nicht an Agitation und Provokation vergeuden.

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Ehemaliger Nutzer 07.09.2014 | 11:38

Umorientierung der Kräfte?

Aber Frage ist: Wie bringt man etwas so an die Öffentlichkeit, dass die Leute die Verbindung zu ihrem eigene Leben bemerken?

Die Biographien von Journalisten, vor allem der Vernetzung von jenen, deren beruflicher Werdegang sehr sorgfältig von der schützenden Obhut transatlantischer "Think Tanks" (in German: ideologischer Panzer) 'begleitend' wurden, hat beispielsweise die "Anstalt vom 29.04.14" im TV & anschließenden Verbreitungen im Internet einem 2,4 Millionen-Publikum aufgezeigt.

Seitdem wird diese Verbreitung bekämpft. Zu sehen ist sie u.a. zur Zeit auf:

https://www.youtube.com/watch?v=tAPu3OnOSnE

- während eine frühere Version dagegen gesperrt wurde, nachdem Zeit-Herausgeber Josef Joffe bereits die Wegnahme des Beitrags von der ZDF-Mediathek veranlasst hat. (Dehalb sollte jeder jetzt dieses Video auf Festplatte speichern, damit es immer & immer wieder an der Zensur vorbei neu ins Netz geschmuggelt werden kann.)

Seitdem jagen sehr viele Leute die Namen von Redakteuren durch die Suchmaschine, sobald sie ihnen durch wohlbekannte ideologische Strickmuster auffallen.

Gut. Ich weiß aber nicht, wie man das Toppen kann. Ich verstehe nicht, warum nicht Massen an Leuten auf den Straßen sind. Wir werden in eine Deeskalationslogik hineingetrieben, die wir nicht ernsthaft wollen können, zugleich wird unser eigenes politisches Fundament abgebaut (in Richtung: Kontrolle, Ausspähung, Rechtsstaatsabbau.)

Wie macht man also Protest sichtbar? Ich habe anfangs auf FAZ & SPON gebloggt, um mit der Masse anderer Foristen zu zeigen, dass die veröffentlichte Meinung nicht die öffentliche Meinung ist. Aber da hat man durch die Zensur keine Chance.

Wie also? Enthüllungsbeiträge über die Journalisten schreiben? Aber wie wollen Sie normalen Menschen, die das noch nicht wissen, klarmachen, dass das etwas mit ihrem Leben zu tun hat?

Wie soll daraus ein öffentlicher Druck entstehen?

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Ehemaliger Nutzer 07.09.2014 | 14:50

auf berliner HINTERHOF_ PARDY`S scheinen sie sich ja gut auszukennen. für die belehrung wie man sich in Europa im allgemeinen einer thematik annäherd und diskutiert , bedanke ich mich. ich hätte auch vordem nicht bemerkt, dass ich der deutschen sprache nicht mächtig bin. rate ihnen trotzdem mal die form ihres eigenen textes zu überptüfen. auf ihre form der diskussion habe ICH schon lange keine lust mehr, die bringt grad gar Nichts nichts zuträgliches zur debatte hier (für mich) halt HINTERHOF

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Ehemaliger Nutzer 07.09.2014 | 15:24

Alphabetta, das was sie ( wie ich sie verstehe) gesagt haben unterstütze ich sehr. habe ich auf einer anderen seite schon dafür plädiert den leuten mit e i n f a c h e n worten die lage der dinge die sie beschreiben, auch hier bei freitag, zum anderen den leuten auf der strasse oder wo sich sonst ein gespräch ergibt, die zustände unserer regierung in-und-auslandspolitik nahe zu legen. ich mache das ständig , nachbarn, im wald oder wo ich sonst auf gesprächspartner stoße , fremde leute, und bin sehr oft überrscht wie gut die leute informiert sind, das resumee aber fast immer ist: " was können wir schon ändern"? es herrscht eine allgemeine mutlosigkeit, besser noch hoffnungslosigkeit. Achselzucken. das muß geändert werde, zum anfang.

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Ehemaliger Nutzer 07.09.2014 | 18:42

Wollen wir nicht alle zuviel auf einmal? Und dann gar noch "öffentlichen Druck" erzeugen? Denke da eher an das gute, alte chinesische Sprichwort: "Der, der den ersten Stein aufhob, war der, der den Berg abtrug!" (Mit dem Stein meinte ich jetzt jedoch alles andere als die Methode Josef F. zu Startbahns Zeiten).

Nicht umsonst habe ich gestern hier gegen 13:00 die Geschwister Scholl erwähnt. Das was bspw. mit der Anstalt passiert ist, ist überhaupt nicht überraschend, wenn man weiß, was heutzutage hier in Germanien und sonst auf dem transatlantischen Globus so möglich ist, das grundgesetzlich/verfassungsmäßige Verbot von Zensur mal locker zu umgehen. Man brauche nur "Verdachtsbericht-erstattung" zu "gockeln" und schon öffnet sich dort, in den weiterführenden links und unter Presserecht (auch für Blogger) die "schöne neue Welt". Es braucht keine Zensur mehr und - hoffentlich und gottseidank - auch kein Scholl'sches Schafott mehr in diesen unseren Zeiten der "grenzenlosen Meinungsfreiheit und entsprechender Menschenrechte". Schwupp-di-wupp, und schon hat man/frau die (letztendlich existenzbedrohende) Anzeige oder Anklage an der Backe, eher wohl am Hintern.

Es ist eine nicht mehr zu leugnende Tatsache, dass der Passus von der "Meinungsfreiheit" in unserem vollmundigen Grundgesetz in der Realität entkernt, entbeint ist, mißbraucht ist. Genauso wie das Wort "Freiheit", das unser Bundespastor so gerne in den salbungsvollen Mund nimmt. Wo soll denn der - nicht im Mainstream rückenschwimmende - "gemeine Bundesbürger" seine Meinungsfreiheit noch ausüben? Per Leserbrief in den Printmedien? Wenn es gut geht, würde er veröffentlicht und doch unter etlichen gegenläufigen untergehen. Kommentare in Online-Medien? Im FC vielleicht - so lange die aus SpOn et al bekannte Seuche nicht um sich greift. Im Öffentlichen TV? Wo, in den Talkshows vielleicht? Die sind doch längst besetzt von allen Transatlantik-Seilschaften, die dann spätestens nach jedem zweiten Wort des/der eingeschleusten Watschenmannes/-frau gnadenlos abgewürgt wird? Wo, also bitte, gibt es in diesem unseren Lande noch Meinungsfreiheit, die als solche auch erkannt werden kann?

Ich treibe es jetzt mal ganz dicke! Ich behaupte ganz locker: wir haben im Grunde eine Verfassungskrise. Interessiert es überhaupt irgendjemand, wenn ein GG-Artikel nach dem anderen ins Virtuelle ausgehebelt wird, in die Überflüssigkeit umgebucht wurde? Was ist denn aus unserer guten FDGO geworden? Weiß überhaupt noch jemand - außer Alphabetta und mir - was das jemals gewesen sein sollte?

Nein, ich habe keine Idee, wie es normalen Menschen klargemacht werden kann, dass das was mit ihrem Leben zu tun. Ich habe keine Vorschläge dazu, wie öffentlicher Druck erzeugt werden kann. Nur: wie bloß haben die es 1989 geschafft, zarte Pflänzchen in einem giftigen, unwirtlichen Umfeld hochzuziehen und letztendlich (halbwegs) erfolgreich zur Ernte zu führen? Die haben doch auch nicht mit Montagsdemos angefangen, oder? Oder Hans und Sophie nebst Freunden? Was würde denn übrigens heutzutage passieren, wenn an gleichem Ort mit gleichem Mittel, primitivste Meinungsfreiheit praktiziert werden würde? Nein, die Gestapo würde nicht erscheinen, auch wenn sie es - unter einem anderen Namen natürlich - könnte. Eine Anzeige wegen Hausfriedens- wenn nicht gar Landfriedensbruch (je nach Inhalt) läge wahrscheinlich nicht allzu fern der Realität! Und schon wären wir wieder - ganz in ihrer Nähe - bei Hans und Sophie. Und öffentlicher Druck? Die paar Fluglätter von der Treppenhausempore nach unten segelnd würde die weiter unten umher wuselnden, karrieresüchtigen Bachelorkandidaten ganz bestimmt aus dem politischen Dämmerschlaf heraus reißen. Ganz bestimmt!

Ich meine, ich hätte es schon einmal vermerkt: was bitte, bleibt uns denn noch anderes übrig als in irgendeiner Kirche Gedächtniskerzen zum Brennen zu bringen. Mit irgendetwas muß man/frau ja anfangen ! Gedächtniskerzen für was? Für Meinungsfreiheit, für Freiheit im allgemeinen, für unsere Würde. Nur alles : für !!! Oder würde das auch verboten werden?

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Ehemaliger Nutzer 07.09.2014 | 21:12

Wie haben es die 68er geschafft? (Exakt die Generation meiner Eltern, die mich im 2. Semester bekamen.) Sie waren eine "unumgängliche" Generation: Die sich ökonomisch voll auf Fahrt befindliche westdeutsche Ökonomie, die in der Generation davor kriegsbedingt ausgedünnt war, benötigte dringend ihre Arbeitskraft. Das war intuitiv zu spüren - & gab ihnen Macht. (Heute sind darunter viele, die mit fliegenden Fahnen in die andere Richtung segeln wie Cohn-Bendit, Fischer, Schilly usw. Ein einsamer Ströbele macht noch keine Kontinuität eines ganzen Spektrums.)

Wie haben es die Scholls geschafft? Da war im Elternhaus ein einzigartiger Vater, wie die Biographie der Geschwister von Inge Scholl zeigt ("Die weiße Rose",dtv). Ein tief gläubiger Mann. Seine Kinder machten ja auch erst bei der Nationalisierung der ehemaligen bündischen Jugend mit, während ihr Vater sie - aus Überzeugung - ließ, aber unermüdlich warnte: "Traut ihnen nicht: Das sind Wölfe im Schafspelz." Als den Geschwistern erste befremdliche Ereignisse aufstießen, hatten sie im Elternhaus aufrechte Ansprechpartner, die keinem Gespräch auswichen. Und dann kamen zu Scholls eben auch diejenigen Nachbarn & Bekannten, die unter den Nazis in Bedrängnis gerieten, und schütteten ihr Herz aus. Dies bekamen die Kinder mit. Als Sophie ihren Vater einmal gefragt hat, wieso er das Risiko solcher Offenheit eingehe & folglich sein Leben auch in die Hände seiner Kinder lege (die ja auch unbedarft etwas hätten ausplaudern können), soll Vater Scholl gesagt haben: "Ich möchte nur, dass ihr grad und frei durchs Leben geht, wenn es auch schwer ist." Dann heißt es: "Die Familie wurde uns zu einer kleinen, festen Insel in dem unverständlichen und immer fremder werdenden Getriebe." Aber dennoch blieben sie ja nicht in diesem Rückzugsgebiet, sondern gingen raus.

Bei ihnen zeigt sich das individuelle Pontenzial einzelner Individuen. Solches "Salz der Erde" wird es immer geben, da - Gott sei Dank - niemand die Menschen je komplett determinieren kann.

Was soll man also tun? Ich finde, wir dürfen nicht aufhören von dem zu reden, was recht ist & was in diesem Land, zumindest auf dem Papier, auch noch gültiges Recht ist. (Genauso wie man nicht aufhören sollte einzuschreiten, wenn man akut Unrecht, das Menschen geschieht, vor der Nase hat.) Denn das Schlimme dieser Dämonisierung ist ja, dass wir dadurch dazu gebracht werden sollen, ethische Standards hinter uns zu lassen. Denn es geht ja gar nicht um den Zustand Russlands, der natürlich nicht in Ordnung ist. Aber das, was dort nicht in Ordnung ist, ähnelt immer mehr dem, was auch in Europa immer weniger in Ordnung ist (in den USA sowieso): Die ungleiche Verteilung von Gütern, die immer mehr Leute in Existenznot bringt, sodass sie sich aggressiv gegeneinander wenden. Das enthemmtere aggressive Abgreifen von Resourcen und die dadurch erfolgende Naturzerstörung. Die Militarisierung der Politik und die Brutalisierung des Alltags. (Innenpolitisch: Das immer stärkere Einsetzen von "Security" und außenpolitisch: von "Söldnern", weil die die ethischen Fundamente regulärer Polizei & regulärer Armee noch unterschreiten dürfen.

Nicht umsonst nehmen in ganz Europa rechte & nationalistische Gruppen zu. (Nicht nur in der Ukraine & in Russland. Heute war ein Bericht im Weltspiegel über den Siegeszug der Rechtsextremisten in Schweden.)

Es ist dennoch nichts dagegen einzuwenden, auch Kerzen anzuzünden. Wenn ich in meiner Heimatstadt Köln bin, in der ich leider nicht mehr wohne, gehe ich gerne in eine der Krypten der romanischen Kirchen, die auf Vorgängerbauten aus dem 4. Jahrhundert zurückgehen. Wenn man dort beladen sitzt, spürt man sich fast physisch mit den vielen tausenden Menschen verbunden, die dort schon mit vergleichbaren Problemen saßen. Klassische oder andere großartige Musik ist auch Balsam. Oder ein wirklich gutes Buch. Oder ein Herbstspaziergang.

Aber solange noch Menschen auf diesem Globus rumlaufen, sollte man nicht aufhören, human zu handeln & Menschlichkeit einzufordern, unmenschliche Denkweisen und - Strukturen anzuprangern (auch im Konflikt aber nicht auf der Würde anderer Menschen rumzutrampeln).

Und uns nie an Bilder der Unmenschlichkeit gewöhnen: Wenn die gebückten Menschen in orangenen Anzügen in Guantanamo gezeigt werden, dann wird das Reden von "westlichen Werten" zur Lüge. Die Ausrede, das seien "Fanatiker" (-wer will das ohne ordentliches Verfahren wissen?) gilt nicht. Eichmann & Göring waren definitiv Massenmörder. Und sie haben ordentliche Verfahren bekommen und sind so nicht vorgeführt worden (auch nicht wie der getötete Sadam Hussein und das Bild des toten Osama Bin Laden - der auch ohne rechtsstaatlichen Prozess einfach hingerichtet wird.)

Jede Stimme der Menschlichkeit, auch noch die leiseste, ist eine Kerze gegen die umgreifende Kälte. Die Nazis sangen: "Hass ist unser Gebet." Das ist dann der Tiefpunkt.

GEBE 07.09.2014 | 21:41

Ich meine dies sehr ernst: Gedanken sind Realitäten! Und es entbindet nicht davon, das Falsche ins Richtige zu denken.

Und ja, ich verstehe Ihren "Frust"; und dennoch: das Subtile ist das Wirkmächtigste. Die gilt sowohl für die ponerogene Entwicklung - dort wird das Subtile strategisch-methodisch angewandt -, als auch für die Wege zur Heilung. Dort wird Entzweiung verursacht; und die Ganzheit ist nicht durch kollektive Aktionen wiederherzustellen.

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Ehemaliger Nutzer 08.09.2014 | 10:39

Habe ich recht verstanden: es bleibt mir nur der Weg ins Kloster, egal welchen Glaubens? Ignotas nulla curatio morbid - tue ich ja auch nicht, bin nur auf der Suche nach etwas Palliativem, dass mir ermöglicht, die letzten Lenze halbwegs gesund im Kopf zu überstehen. Die Menschheit zu retten - ersatzweise das Vermögen des Herrn Soros - das überlasse ich gerne Anderen,

Der Hinweis auf Lobaczewsky ist nicht übel, schon möglich, da die ein oder andere Messerspitze Nektar zu ziehen. Was mir dann aber gleich wieder zu denken gibt, warum einer wie Lobaczewski - sich im Besitz des Steins der Weisen glaubend - dann ausgerechnet an einen Zbiegniew B. wenden muß. Schreibt so ein Buch und erwartet dann Hilfe von einem, nur weil er Landsmann ist? Und dann noch Beifall aus der Ecke der Bushadministration? Nachtigall, ick hör dir .... ! Immerhin verstehe ich jetzt, warum bspw. ein Fogh R. immer so böse gucken muß.

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Ehemaliger Nutzer 09.09.2014 | 09:34

Ja, stimmt: Gedanken sind eine Energieform und deshalb helfen sicher, vielleicht, hoffentlich auch Meditationen und/oder Gebete und/oder die Konzentration auf postive Energie/Liebe...

Ich fürchte nur, daß das nicht reicht und eben doch kollektive Aktionen nötig wären, um die Zerstörungs-Maschinerie erstmal zu stoppen.

Über individuelle Ganzheit und die besten Möglichkeiten, gesellschaftliche zu bewirken, können Individuen und Gesellschaften sich erst DANACH Gedanken machen. VOR dem Höhepunkt der Weltzerstörung reicht dafür m. E. die Zeit leider nicht mehr.

"Das Böse" ist m. E. die Null, die der Eins gegenübersteht: Mangel und Abwesenheit von Energie/Liebe und alles, was daraus erwächst.

Zum Menschen-Leben gehört die Null dazu, denn Ganz-Sein und Vollkommenheit stehen erst am Ende dieses Parcours und sind für die meisten von uns erst nach dem Zieleinlauf erreichbar.

Wichtig ist, sich des eigenen, immanenten Bösen immer bewußt zu sein, damit es nicht übermächtig wird...Konfrontation statt Verdrängung scheint ein geeignetes Mittel zu sein. Die grimmige Freude z. B., die ich manchmal über die gesichtslose Anzahl getöteter Strafbataillons-Nazis empfinde, gestehe ich mir zu, solange das Mitleid überwiegt und ich mir klar bin, daß auch sie letztendlich MENSCHEN waren.

Dann überwiegt wieder das Mitgefühl mit GLEICHWERTIGEN, die einfach mehr Pech hatten und größere Möglichkeiten, ihren Mangel an Liebe destruktiv umzusetzen.

Das Vorhandensein der Null ist m. E. evolutionär wichtig und sinnvoll, denn die Spannung, die dadurch in uns Menschen bewirkt wird, kann kreativ genutzt werden.

Trotz aller Versuchungen in Form von "Macht" und "Ego" darf die Null niemals, auch nicht zeitweise, die Überhand gewinnen. Sie muß, auch im Selbst, wahrgenommen und betrachtet werden, um kontrolliert und "eingenommen" zu werden: Vollkommenheit läßt sich nur durch immer neue Überwindung durch EINBEZIEHUNG des Unvollkommenen erreichen, nicht durch dessen Verleugnung.

Und dieser Prozess muß JETZT gesamtgesellschaftlich umgesetzt werden, BEVOR die Destruktions-Kapazität der Null jeder Art von Gesellschaft ein Ende setzt.

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Ehemaliger Nutzer 10.09.2014 | 19:55

Unsere Politiker-Elite hegt neuerdings doch große Sympathien für Volksaufstände. Für einen deutschen Maidan für direkte Demokratie, NATO-Aus- sowie Rücktritt unserer Lobbyisten-Transatlantiker-Vasallen würde ich auch gerne ein paar Wochen Frieren (notfalls sogar mit Gesang) vor dem Reichstag in kauf nehmen. Im Gegensatz zur Original-Veranstaltung (na ja, soooo "original" war die ja auch nicht) allerdings strikt GEWALTFREI.

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Ehemaliger Nutzer 10.09.2014 | 23:44

George F. Kennan, US-Strategie in einem Text von 1948:

"...Wir besitzen etwa 50 Prozent des Reichtums dieser Welt, stellen aber nur 6,3 Prozent seiner Bevölkerung. Dieser Unterschied ist im Verhältnis zwischen uns und den Völkern Asiens besonders groß. In einer solchen Situation kommen wir nicht umhin, Neid und Missgunst auf uns zu lenken. Unsere eigentliche Aufgabe in der nächsten Zeit besteht darin, eine Form von Beziehungen zu finden, die es uns erlaubt, diese Wohlstandsunterschiede ohne ernsthafte Abstriche an unserer nationalen Sicherheit beizubehalten. Um das zu erreichen, werden wir auf alle Sentimentalitäten und Tagträumereien verzichten müssen; und wir werden unsere Aufmerksamkeit überall auf unsere ureigensten, nationalen Vorhaben konzentrieren müssen. Wir dürfen uns nicht vormachen, dass wir uns heute den Luxus von Altruismus und Weltbeglückung leisten könnten. […] Wir sollten aufhören von vagen – und für den Fernen Osten – unrealistischen Zielen wie Menschenrechten, Anhebung von Lebensstandards und Demokratisierung zu reden. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem unser Handeln von nüchternem Machtdenken geleitet sein muss. Je weniger wir dann von idealistischen Parolen behindert werden, desto besser.“

Gefunden hier: https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2013/maerz/die-rueckkehr-der-geopolitik

So sieht´s aus, falls hier jemand mitliest, der immer noch glaubt, irgendwelche "Friedens""missionen" oder "Demokratisierungs"bestrebungen oder "Befreinungs"aktionen seien tatsächlich durch "westliche Wete" motiviert.

Es soll ja tatsächlich noch Menschen geben, die das so sehen. Nicht nur für diese ist auch der Text als Ganzes lesenswert.

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Ehemaliger Nutzer 13.09.2014 | 23:40

Die Buergerkriegslogik

Mit ihren Buergerkriegslogistikern Ist im vollem Gange. Die Ukraine kaempft ums ueberleben. Really? Man darf bei den scharfen Toenen und dunklen Visionen des Ukrainischen jungen Ministerpraesidenten nicht vergessen das WAHLKAMPF ist. Soll man es dexhalb n7cht ernst nehmen? Im gegenteil. Aus solchem Wahlkampfgetoese sind die Kriegsparlamente und Kabinette in Jugoslawien und ihre verheerenden Folgen entstanden. Die aufgeheizten Gemueter werden emotional weiter aufgeheizt, bis es zu voelkervertreibungen kommt. Ist die Kriegslogik ueberhaupt aufzuhalten? Nur von der Ukraine. Was kann man schon von aussen tun? Der westen will ueberall auf dr Welt die zivilgesellschaft staerken. Am Ende kriechen die Babaren aus ihren loechern, noch angestachelt von den ums ueberleben kaempfenden Machteliten. War das nicht auch so in Lybien und Aegypten? Ich glaube zb. Je mehr man versucht den muslimischen Laendern seine westlichen Standards mit all ihrer Doppelmoral aufdraengt, umso mehr produziert man dort den Fundamentalksmus. Ist das nicht die Entwicklung, seit Bush den Irak bekehren wollte? Entwexer ihr macht Kfieg, oder ihr geht waehlen.Beides zusammen fuehrt zum Kriegsparlament und Kriegskabinet und Kriegsminister. Will der ukrainische Ministerpraesident Russland mit seinen provozierenden Aeusserungen zum Einmarsch draengen? Oder den Kriegstreibern dine anstaendige Mehrheit verschaffen um in einen endlosen Buergerkrieg mit 10 bis hundertausenden von Toten ziehen und koste es, was es wolle, die ukrainischen Staedte ' grosnisieren"?

Die Vorhersagemaschine glaubt: Wer Geld hat, der hat Erfolg. Wer Erfolg hat der hat Recht. Wer Geld hat, der hat Recht.Sagen die BörsenKann ich nix für, wegen des Berechnungskoeffizienten : Wachstum = (Löhne + Arbeitsplätze + Bevölkerungswachtum )= Minus +Börse=PLUSHalten wir uns 3, oder 4 Mio Arbeitslose? Weil nach Erwerbsregel188 große Nachfrage nach Arbeit= niedrige Löhne, bei Vollbeschäftigung 0kleine Nachfrage=hohe Löhne. ? Apropo, was fehlt:Hady Khalil, Berliner Sparkasse, KTO:1062759091, BLZ: 10050000. Stichwort: 1 Euro fürs Rechthaben. Jetzt auch auf youtube: Perfekt. Perfekt für die Morgenmeditation.Click me for more. Now in english, also. Vielen Dank