Ehrgeizig

SCHWEDEN Vorreiter für Generationengerechtigkeit

Erklärtes Ziel der schwedischen Regierungspolitik ist es, "zu vermeiden, dass die nächste Generation ökologische Risiken als Erbe erhält". Die wichtigsten Probleme sollen bis 2020/25 gelöst werden.

Bereits 1988 wurde die erste umfassendere Strategie entwickelt, zehn Jahre später verabschiedete die Regierung das Gesetz zur Erreichung nachhaltiger Lebensweise innerhalb einer Generation. Wie das konkret aussehen soll, wird bis Juni 2000 verbindlich festgelegt. 15 Kernziele werden identifiziert, die bis 2020/25 zu erreichen sind. Um Handlungsdruck zu erzeugen, werden außerdem Ziele definiert, die bis 2005 bzw. 2010 realisiert werden müssen.

Vorschläge mit hohen Erfolgsaussichten sind beispielsweise: 20 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Bodens sollen bis 2005 nach den Regeln ökologischen Landbaus bestellt werden. Oder: Schwedens 450.000 Hektar Weide- und Grasland zu erhalten. Oder: Bis 2020 sämtliche verschmutzten, vergifteten und zerstörten Flächen zu renaturieren. Oder: Den Energieverbrauch von Häusern bis 2050 auf die Hälfte der Menge von 1995 zu begrenzen. Der Chemischen Industrie wird der Nachweis abverlangt, dass die von ihr verwendeten Stoffe nicht giftig oder krebserregend sind. Besonders ehrgeizige Ziele werden für Fischerei und Militär genannt.

Große Hoffnung setzt man in eine Effizienzrevolution (Faktor 10) und betont die Notwendigkeit umfassenden Technologietransfers in Länder des Südens. Schweden, eins der vier Länder, die mehr als 0,7 Prozent des BSP für Entwicklungskooperation geben, verbindet die Aufgabe, für das eigene Land eine nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweise zu entwickeln, mit dem Anspruch, die Erde für eine wachsende Bevölkerung bewohnbar zu machen und die Lebensqualität für Menschen im Süden zu verbessern. Sehr deutlich spürbar ist die Einsicht, dass die Länder des Nordens ebenfalls, wenn auch auf andere Art, Entwicklungsländer sind.

Um die anvisierten Ziele im geplanten Zeitraum zu erreichen, wird der Prozess konsequent und permant überwacht. Die Regierung muss dem Parlament jährlich Rechenschaft ablegen. Ein Rat von Parlamentariern soll Strategien, Ziele und Indikatoren entwickeln. Bis hinunter zur lokalen Ebene werden Gremien zur Planung, Durchführung und Evaluierung von Maßnahmen und Fortschritten geschaffen.

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