Paul Verhaeghe
Ausgabe 4314 | 24.10.2014 | 06:00 113

Der neoliberale Charakter

Identität Wir leben in einer Wirtschaft, die das Ethos verändert und psychopathische Persönlichkeitsmerkmale belohnt

Stabil und von äußeren Einflüssen weitgehend unabhängig: So betrachten wir gemeinhin unsere Identität. Im Laufe jahrzehntelanger Forschung und therapeutischer Praxis bin ich allerdings zu der Überzeugung gelangt, dass wirtschaftliche Veränderungen nicht nur auf unsere Wertvorstellungen, sondern auch auf unsere Persönlichkeit großen Einfluss haben. 30 Jahre neoliberales Wirtschaften, immer weiter dereguliert wirkende Marktkräfte und Privatisierung fordern ihren Tribut. Gnadenloser Erfolgsdruck ist zur Norm geworden. Die neoliberale Leistungsgesellschaft fördert bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und bestraft andere.

Bestimmte Eigenschaften sind für das berufliche Weiterkommen heute unabdingbar. Am wichtigsten ist es, sich gut ausdrücken zu können, denn man muss so viele Menschen wie möglich für sich gewinnen. Der Kontakt kann dabei nur oberflächlich sein, das fällt nicht weiter auf. Schließlich trifft dies heutzutage auf die meisten zwischenmenschlichen Kontakte zu.

Des Weiteren muss man sich und die eigenen Fähigkeiten „gut verkaufen“ können – man kennt viele Leute, verfügt über jede Menge Erfahrung und hat erst vor kurzem ein größeres Projekt beendet. Wenn sich später herausstellt, dass das meiste davon heiße Luft war, ist dies lediglich der Ausweis für eine andere nützliche Eigenschaft: Man ist in der Lage, überzeugend zu lügen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Deshalb übernimmt man auch nie Verantwortung für sein Verhalten.

Außerdem ist man flexibel und impulsiv, immer auf der Suche nach neuen Anreizen und Herausforderungen. In der Praxis führt das zu riskantem Verhalten, aber keine Sorge – nicht man selbst wird hinterher die Scherben zusammenkehren müssen.

Natürlich ist diese Beschreibung überzeichnet. Trotzdem illustriert etwa die Finanzkrise auf makrosozialer Ebene (etwa im Konflikt zwischen verschiedenen Ländern der Eurozone), was eine neoliberale Leistungsgesellschaft mit den Menschen macht: Solidarität wird zum Luxus. An ihre Stelle treten befristete Allianzen. In erster Linie geht es darum, mehr Profit aus einer Situation zu ziehen als die Konkurrenz. Die Intensität der Beziehung zu den Kollegen und die Verbundenheit mit der eigenen Firma lassen nach.

Kindliche Gefühlsausbrüche

Es gab eine Zeit, da wurde man nur in der Schule schikaniert. Heute ist dies auch am Arbeitsplatz weit verbreitet. Diejenigen, die sich als ohnmächtig erfahren, leben ihre Frustration an denjenigen aus, die sie für schwächer halten – in der Psychologie spricht man von Aggressionsverschiebung. Es herrscht eine unterschwellige Angst, die von Versagensängsten im Beruf bis hin zu einer allgemeineren sozialen Angst vor der Bedrohung durch das Andere reicht.

Permanente Evaluationen am Arbeitsplatz führen zu einem Verlust von Autonomie und einer steigenden Abhängigkeit von externen Normen, die sich darüber hinaus ständig ändern. Dies führt zu dem, was der Soziologie Richard Sennett als „Infantilisierung der Angestellten“ bezeichnet hat. Erwachsene Menschen zeigen kindliche Gefühlsausbrüche; Nichtigkeiten erwecken Neid und Eifersucht („Sie hat einen neuen Bürostuhl bekommen und ich nicht!“). Sie greifen zu Notlügen und Betrug, freuen sich über den Misserfolg anderer und kultivieren kleinliche Rachegefühle. Das alles sind die Folgen eines Systems, das die Menschen systematisch daran hindert, selbständig zu denken und die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht wie erwachsene Menschen behandelt.

Schwerer wiegt allerdings der Schaden, den die Selbstachtung der Betroffenen erleidet. Denker von Hegel bis Lacan haben gezeigt, dass diese weitgehend von der Anerkennung abhängt, die wir von anderen erfahren. Sennett kommt zu einem ähnlichen Schluss, wenn er erklärt, für Angestellte laute die wichtigste Frage heutzutage: „Wer braucht mich?“ Für eine wachsende Zahl von Menschen lautet die Antwort: niemand.

Unsere Gesellschaft behauptet permanent, jeder könne es schaffen, wenn er sich nur genügend anstrenge, während sie gleichzeitig bestehende Privilegien immer weiter zementiert und ihre erschöpften Mitglieder stärker unter Druck setzt. Immer mehr Menschen schaffen es nicht, den eigenen Ansprüchen zu genügen, und fühlen sich deswegen schlecht, machen sich Vorwürfe und schämen sich. Es wird uns immer wieder gesagt, wir seien so frei, unser Leben zu gestalten, wie niemals zuvor, doch außerhalb der Erzählung vom individuellen Erfolg hat diese Freiheit recht enge Grenzen. Wer scheitert, wird als Verlierer oder Schnorrer abgestempelt, der die sozialen Sicherungssysteme missbraucht.

Die neoliberale Leistungsgesellschaft suggeriert uns, Erfolg hänge von individueller Anstrengung und Talent ab, die Verantwortung liege also vollständig beim Einzelnen. Der Staat müsse den Menschen folglich so viel Freiraum wie möglich lassen, damit sie beim Erreichen dieses Ziels nicht behindert werden. Wer an die Mär von den unbegrenzten Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten glaubt, dem sind Selbstverwaltung und Selbstmanagement die vorrangigen politischen Botschaften, insbesondere wenn er sich durch sie einen Zugewinn an persönlicher Freiheit verspricht. Neben der Vorstellung vom perfektionierbaren Menschen gehört die vom Westen verfochtene Ideologie der grenzenlosen individuellen Freiheit zu den größten Unwahrheiten unserer Zeit.

Der Soziologie Zygmunt Bauman hat das Paradox unserer Zeit gut auf den Punkt gebracht: „Noch nie waren wir so frei. Noch nie haben wir uns so machtlos gefühlt.“ Die Bewohner des reichen Nordens sind in der Tat freier als früher. Wir können die Religionen kritisieren, uns sexuell ausleben und jede politische Bewegung unterstützen. Wir können all das tun, weil es nichts mehr bedeutet und sich hinter dieser Art von Freiheit in Wahrheit Gleichgültigkeit verbirgt. Gleichzeitig ist unser tägliches Leben zu einem permanenten Kampf gegen eine Bürokratie geworden, in deren Angesicht Kafka die Knie zittern würden. Es gibt Vorschriften für alles, vom Salzgehalt des Brotes bis hin zur Geflügelhaltung in der Stadt.

Das Schlechteste in uns

Unsere mutmaßliche Freiheit ist an eine zentrale Bedingung geknüpft: Wir müssen etwas aus uns „machen“. Wem es trotz guter Ausbildung wichtiger ist, sich um seine Kinder zu kümmern, als Karriere zu machen, der muss mit Kritik rechnen. Wer einen guten Job hat und eine Beförderung ablehnt, weil er lieber mehr Zeit mit anderen Dingen zubringen will, wird angesehen, als habe er den Verstand verloren – es sei denn, diese anderen Dinge dienen dem beruflichen Weiterkommen.

Permanent wird über den Verlust von Normen und Werten lamentiert. Doch unsere Normen und Werte machen einen bedeutenden Teil unserer Identität aus. Sie können also nicht verloren gehen, sie können sich lediglich ändern. Und genau das ist passiert: Eine veränderte Wirtschaftsweise spiegelt sich in veränderten ethischen Vorstellungen wider und führt zu veränderten Identitäten. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem bringt das Schlechteste in uns zum Vorschein.

Übersetzung: Holger Hutt

Paul Verhaeghe ist klinischer Psychologe, Psychoanalytiker und Professor an der Universität Gent. 2013 erschien sein Buch Und ich? Identität in einer durchökonomisierten Gesellschaft

Dieser Beitrag erschien in Ausgabe 43/14.

Kommentare (113)

Stine 24.10.2014 | 08:52

Neben der Vorstellung vom perfektionierbaren Menschen gehört die vom Westen verfochtene Ideologie der grenzenlosen individuellen Freiheit zu den größten Unwahrheiten unserer Zeit.

Dieser Artikel charakterisiert haargeau den herrschenden Zeitgeist und seine zerstörerischen Folgen für die Persönlichkeit und den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Die Lebensqualität sinkt und die Menschen, die den gesellschaftlichen Reichtum erarbeiten, an dem sich einige wenige eine goldene Nase verdienen, werden tatsächlich zunehmend krank.

Die Wertediskussion zum Beispiel zum Thema INKLUSION ist dabei reine FASSADE. Wie sollen leistungsgeminderte Menschen in diesem System überleben?

Nötig ist für alle eine Solidargesellschaft, die persönliches Wachstum ermöglicht und kritische Lebenssituationen auffängt.

Der Ruf nach Verfügbarkeit und Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verhindert außerdem die Konsolidierung sozialer Netzwerke wie Familie, Nachbarschaft und eine kollektive Freizeitgestaltung (Chor, Sportverein etc.).

Die Ausdünnung der sozialen Absicherung bei Arbeitslosigkeit und im Alter verstärkt Ängste vor dem Verlust der materiellen Existenz.

Die Nutznießer an diesem System sind z. B. die private Versicherungsindustrie und die Pharmaindustrie.

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Ehemaliger Nutzer 24.10.2014 | 10:32

Das ist alles nicht neu. Es ist sogar die Stärke des Kapitalismus, dass er die Egoschweine einbinden kann und ihre Energie uU sogar positiv nutzen.

Problematisch wird das erst, wenn die Egoschweine die Politik unterwandern oder so reich sind, dass sie diese kaufen können.

Dieser Punkt wurde vermutlich irgendwann in den 70igern überschritten, in Deutschland zumindest. Und damit ihnen die Kontrolle nie wieder entgleitet, haben sie politisch ein Fluchtsystem für sich geschaffen.

Sie selbst dürfen jederzeit überall hin und ihre gesamtes Kapital steuerfrei mitnehmen, gleichzeitig haben sie verboten den Marktzugang zu beschränken, das perfektionieren sie gerade (siehe "Investorenschutz"), nachdem sie mit dem MAI gescheitert waren.

Ich halte es mittlerweile für unmöglich die Egoschweine friedlich unter Kontrolle zu bringen. Es steht uns ein blutiges und depremierendes Jahrhundert bevor.

Sollte sich irgendwann mal ein kurzes Zeitfenster politischer Kontrolle öffnen, sollten wir unbedingt: direkte Demokratie, eine knallharte Vermögensdeckelung und rigorose demokratische Markt- und Kapitalkontrolle in die Verfassung schreiben...

hoipolloi 24.10.2014 | 11:35

So richtig wohl das Allermeiste ist, was in diesem Text steht - Erstens ist dergleichen seit Jahren in diversen Blogs und intelligenteren Feuilletons schon hundertfach geschrieben worden.

Ob beim Spiegelfechter, den Nachdenkseiten, den Blättern für Deutsche und Internationale Politik, Netzpolitik, Le Bohémien uvm...

Und vor allem, zweitens, wird auch dieser Text ohne jegliche, aber wirklich jegliche, Konsequenz bleiben.

Vielleicht sollten Publikationen wie der Freitag und Herr Augstein Junior darüber nachdenken, was getan werden muss, um mehr als nur von jenen gelesen zu werden, die das ohnehin alles schon genau so sehen. Um tatsächlich mehr zu bewegen.

Möglicherweise ist es auch ein Ding der Unmöglichkeit, und wir sind die stillen Wissenden, die an Bord der Schiffes stehen, während es unbemerkt langsam untergeht. Und auf dem anderen Schiff eine prima Party gefeiert wird.

https://www.freitag.de/autoren/hoipolloi/meinungsfreiheit-staatskonform-konsequenzlos

meinemeinung 24.10.2014 | 11:40

"Das gegenwärtige Wirtschaftssystem bringt das Schlechteste in uns zum Vorschein."

Dem würde ich in hohem Maße zustimmen. Der Glaube das es darauf ankommt immer mehr leisten und produzieren zu müßen hat nirgendwo hin geführt. Menschen sind heute nicht zufriedener, fühlen sich nicht sicherer oder geborgener als das in früheren Zeiten der Fall war. Gleichzeitig beuten wir im Zeitraffer die Ressourcen unseres Planeten aus und lassen für die zukünftigen Generationen einen Scherbenhaufen zurück. All dies weil wir in einer Art Wahn gefangen, sämtliche Signale übersehen das wir so nirgendwo hin gelangen können. Wie auf Schienen fahren wir immer weiter in die gleiche Richtung und glauben das mehr desselben irgendwo hin führen würde. Noch mehr Leistung? Noch mehr Ersatzbefriedigung durch Konsum? Noch mehr Orientierung an materieller Bedürfnisbefriedigung? Noch mehr Vermögen damit wir uns endlich sicher fühlen können und uns alles leisten können? Kann man wirklich mit Geld alles kaufen? Ich bezweifle das. Es gibt sehr wichitge Dinge die sich nicht industriell herstellen lassen und die man auch nicht als Ware erhalten kann, ja die es sogar ausschliessen zu einer Ware gemacht zu werden. Es fehtl die Rück-Besinnung auf das was verloren ging, das erspüren und erforschen unseres eigenen Inneren, das uns wieder auf die richtige Fährte bringen kann. Erst der Mensch der fühlt was er ist und braucht, ist auch in der Lage entsprechend zu handlen und das zu bekommen wonach er sich sehnt. Ohne dies ist er verloren. Sinn-entleert, treibt er immer weiter in die falsche Richtung, strebt nach immer mehr dessen was die entstandene Leere nicht füllen kann. Der Mensch unserer Zeit ist dabei meist so weit seiner Sinne beraubt sind, das er nicht mehr spürt wie sinnlos sein Streben nach Füllmitteln ist, die völlig ungeeignet sind menschliche Bedürfnisse zu erfüllen, ins besonders da nicht wo es um zwischenmenschliches geht. Beziehungslos geworden, suchen wir Halt im Ersatz und lassen uns beständig auf falsche Fährten locken. Werte haben etwas mit Identität zu tun. Da wo diese kaum noch vorhanden ist, fehlt die Unterscheidungskraft zwischen dem was werthaltig und dem was wertlos ist.

Exilant 24.10.2014 | 11:42

@comparse: Die sozialistische/kommunistische Idee wurde von den dortigen Funktionären verraten. Sie belohnten auch Unterwerfung unter ihrer Ideologie - und Kritiker des real existierenden Sozialismus wurden eingeschüchtert, schikaniert, kriminalisiert oder psychiatrisiert.

Der real existierende Sozialismus ist deshalb auch keine Alternative zum jetzt herrschenden Finanzkapitalismus, der die Marktwirtschaft aufgrund des Entzugs von Kapital aus dem Wirtschaftskreislauf zerstört hat.

Ursprung 24.10.2014 | 11:58

Nein, mit dem Beitrag ist aufgrund mehrerer von mir so gesehener Unschaerfen nicht viel anzufangen.

Was soll denn "das Schlechteste" in uns sein? Das ist persoenliche, subjektive Wertung von irgend etwas, was der Verfasser einfach mal ausuebt aber keine Wissenschaftsbewertung.

Was sind "ethische Vorstellungen"? Was ist Ethik ueberhaupt? Ein vom Author angenommenes "apriori"? Was biologisches? Was evolutionaeres?

"Unsere Gesellschaft behauptet": gar nichts. Es ist Gesellschaft, eine Summe vieler. Die Summe kann nichts behaupten.

Uns so geht es fort in dem Beitrag. Um es mit einem Zitat aus dem Beitrag zu sagen: es wird "lamentiert".

Dafuer gibts natuerlich viele Anlaesse. Aber wo ist ein Ansatzversuch, aus dem sich eine Alternative entwickeln liesse?

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Ehemaliger Nutzer 24.10.2014 | 12:05

Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist genau das Wirtschaftssystem, das schon immer vorgeherrscht hat, unter dem Kapitalismus, dem Sozialismus, egal welchem Totalitarismus, Monarchismus: die Ausbeutung der Menschen durch einige Wenige. Da die Wenigen in aller Regel sich selbst nicht die Hände dreckig machen wollen, brauchen sie noch ein Paar von jener Sorte, die sich permanent die braunen und/oder blutroten Hände waschen müssen.

Wie es dem Rest so ergehen vermag ist wohl letztendlich völlig wurscht, sofern er Ruhe gibt, sein de-facto-Sklavendasein akzeptiert. Erforderlichenfalls kann mit geeigneten Mitteln jegliches "Aufmüpfige" sediert werden, notfalls mit einem Knüppel auf den Kopf. Kann auf den Einsatz des Knüppels verzichtet werden, nennt man das dann Freiheit. Noch Fragten?

Paolo Leisure 24.10.2014 | 12:39

"Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist genau das Wirtschaftssystem, das schon immer vorgeherrscht hat, unter dem Kapitalismus, dem Sozialismus, egal welchem Totalitarismus, Monarchismus: die Ausbeutung der Menschen durch einige Wenige."

Ist mir auch schon durch den Kopf gegangen, dass sich es dabei um eine Never Ending Story handeln muss. Egal auf was für Grundvorraussetzungen irgendwelche Idealistischen Ziele für die einzelnen Systeme gesetzt wurden, letztendlich ist immer das gleiche passiert. Ein gewisser Prozentsatz kommt zu Geld und Macht, lässt das System für sich arbeiten und setzt sich ab. Früher hat man behauptet, das wäre von Gott gewollt, jetzt ist man ein bisschen ehrlicher und lässt diese Behauptung weg, hält nur noch das Geld plus die dazugehörige Macht per Vererbung in der Familie, einen Thron brauch man nämlich nicht mehr.

JR's China Blog 24.10.2014 | 12:41

So richtig wohl das Allermeiste ist, was in diesem Text steht -

Wenn's richtig ist, lohnt sich auch häufiges Wiederholen oder Variieren. Immerhin deutet der Artikel ja auch an, dass nicht jeder Arbeitnehmer jede "Beförderung" annehmen muss.

So eine Ablehnung kann allerdings auch gefährlich sein. Mir ist mindestens ein Abteilungsleiter bekannt, der einem Mitarbeiter seiner Abteilung Rache schwor, weil der sein Licht unter den Scheffel gestellt habe - ehrenamtlich nahm der mehr Verantwortung wahr als am Arbeitsplatz, und sein Vorgesetzter kam irgendwann dahinter.

Zum Glück wurde aber wiederum der Abteilungsleiter befördert (und damit versetzt), bevor er dem Karriereverweigerer das Leben zur Hölle machen konnte.

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Ehemaliger Nutzer 24.10.2014 | 12:51

Gerade eben habe ich einen fertigen Kommentar wieder ersatzlos gelöscht. Meine Behauptung: Ursache allen Übels ist die Vererbung von Eigentum. Wenn das alles stimmt, was man uns immer so über Leistung und Charakter an Unsinn verzapft, müsste eigentlich die Vererbung von Genen (von Erbgut also) völlig ausreichen. Ohne Vererbung wäre das gierige Anhäufen von Reichtum und Vermögen absolut nutzlos. Es ginge nur noch um das Auskommen, nicht mehr das Einkommen!

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Ehemaliger Nutzer 24.10.2014 | 13:00

Das gesellschaftliche Sein [nämlich das materielle, körperliche, seelische, geistige und soziale] bestimmt das Bewußtsein.

Die gewaltsame Umformung der Gesellschaften hin zu kapitalistischen Marktgesellschaften beschrieb am Beispiel Englands Karl Polanyi in The Great Transformation [die deutsche Ausgabe hat übrigens den selben englischen Titel].

Die bürgerliche Leistungsgesellschaft, auch Meritokratie genannt, war zunächst nicht nur für das neu entstandene Bürgertum eine Verbesserung.

Der von allen gesellschaftlichen Einschränkungen entfesselte Laissez-faire-Wirtschaftsliberalismus, Laissez-faire-Kapitalismus oder auch Manchester-Kapitalismus, entzivilisierte und entzivilisiert immer die Menschen und ihre Gesellschaften.

Die Ordoliberalen hegten diesen Laissez-faire-Wirtschaftsliberalismus mittels starker Gesetze ein, hielten in damit in Schach und förderten dadurch seinen gesellschaftlichen Nutzen.

Die Laissez-faire-Wirtschaftsliberalen waren nun erfolgreich darin, den Menschen vorzumachen, dass der Kapitalismus grundsätzlich der Gesellschaft nutzt. Ein folgenreiches Täuschungsmanöver. Denn es war nur der von starken ordoliberalen Gesetzen in Schach gehaltene Laissez-faire-Kapitalismus, der den Menschen zeitweilig nutzte.

In uns ist nichts Schlechts vorhanden, dass man zum Vorschein bringen könnten. Wir sind lediglich so formbar, und zwar mittels Versprechungen, Einflüsterungen, Bestechung, Teilhabe am Gewinn oder eben durch rohe und nackte Gewalt [Agenda 2010, Hartz-IV], so zugerichtet zu werden, dass wir in diesem Spiel mitspielen.

Die niederträchtigsten, verlogensten und moralisch verkommensten Helfershelfer der Laissez-faire-Wirtschaftsliberalen findet man bei SPD&Grünen.

kami 24.10.2014 | 13:57

Mir erscheint das beschriebene Szenario zu düster.

Das gegenwärtige System bezieht seine Legitimation daraus, dass es eben auch vielen einen Lebensstil ermöglicht, auf den sie ungern verzichten möchten.

Des Weiteren wird auch niemanden eine "neoliberale Persönlichkeit" aufgezwungen. Es gibt genug Menschen, die die im Beitrag genannten Charakterzüge zutiefst verabscheuen.

Wenn der Autor schreibt, das gegenwärtige System bringe "das Schlechteste in uns zum Vorschein", dann fehlt es ihm eindeutig an Fantasie und an Geschichtskenntnissen.

JR's China Blog 24.10.2014 | 14:12

Des Weiteren wird auch niemanden eine "neoliberale Persönlichkeit" aufgezwungen.

Nicht mit vorgehaltener Waffe, Kami. Aber in vielen Fällen durchaus mit Sanktionsmöglichkeiten, von denen nichts im Arbeitsrecht steht. Es gibt auch "genug" Menschen, die zwar die im Beitrag genannten Charakterzüge zutiefst verabscheuen, sich aber trotzdem keinen anderen Rat wissen, als mit den Wölfen zu heulen.

Das mag man denen selbst zur Last legen: das ist zum einen nie ganz falsch, und zweitens schön entlastend für einen selbst, wenn man die Welt weniger finster sehen möchte als der Autor dieses Beitrags.

Aber die meisten Deutschen erreichen nur sehr gelegentlich in ihrem Leben eine Wegegabelung, an der sie sich neu aufstellen können.

Zur Vereinfachung: ist die Herzallerliebste erstmal geheiratet, die Kinder gezeugt und das Haus gebaut, verstetigt sich das Leben, und die Auswahlmöglichkeiten verstetigen sich auch - wie eine zu lange stehengelassene Betonmischmaschine.

Aber was soll's? Man kann sich die Welt auch schönkommentieren. ;-)

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Ehemaliger Nutzer 24.10.2014 | 14:26

Die niederträchtigsten, verlogensten und moralisch verkommensten Helfershelfer der Laissez-faire-Wirtschaftsliberalen findet man bei SPD&Grünen.


Ist das jetzt die Methode "Haltet den Dieb" oder schreibt da Dostojewski's Protagonist aus "Die Erniedrigte und Beleidigte"? Ist Ihnen denn nicht aufgefallen, dass die Sozen immer nur an den Honigtopf ran dürfen, wenn es Schmutzarbeit zu erledigen gilt, die die Auftraggeber ungern von ihren sonst üblichen Helfershelferlein erledigen lassen? Am unverfrorensten, hinterfotzigsten (der Ausdruck ist ja neuerdings birnenmäßig geadelt) wohl die Jährchen nach 1918! Dann 1969, da ist dann jedoch wider Erwarten etwas schief gelaufen. 1998? Das hatte Kohl schon Jahre vorher beim Wiener Opernball verkündet: "Schröder wird Kanzler! Jedoch nicht vor 1998!" Stand so im Spiegel, und was die sagen, soll ja stimmen!

Und kaum ist die Drecksarbeit vollbracht, ist das Leiterchen zum Honigtopf auch schon wieder weg. Und die NachfolgerInnen können mit sauberen Händen und weißer Weste die Trauben verkosten und keltern, und - natürlich - den Wein selbst trinken. Die von Ihnen zugestandenen Charaktereigenschaften für die SPD kann ich so nicht gelten lassen. Denke eher, dass sie allein durch naiv fürs Erste gut ersetzt sind.

dischulz 24.10.2014 | 15:06

Der Ur-Mensch erschaffte den Faustkeil um sich die Arbeit zu erleichtern oder bestimmte Arbeiten (Höhle bauen) überhaupt erst ausführen zu können. Dies ging so lange gut bis ein anderer Ur-Mensch begriffen hatte/so skrupellos war, dass mit dem im Ansatz nützlichen Faustkeil der Ur-Mensch der sich gerade eine Höhle gebaut erschlagen werden kann um sich die Mühsal des eigenen Höhle bauens zu ersparen.

Und diese Systematik hat der Mensch bis zur Perfektion fortgeführt. Die Schlussfolgerung lautet also, nicht die zeitliche Epoche oder das durch Menschen bezeichnete/erfundene System ist entscheidend sondern es ist immer noch nur und auschließlich der Mensch selbst der für die Missstände auf der Welt zuständig ist.

Hunter S.T. 24.10.2014 | 16:23

Ich kann Ihnen (mal wieder) nur zustimmen. Die 'Politische Ponerolgie' beleuchtet sehr treffend, wie sich Psychopathen an die Spitzen der Gesellschaft setzen und diese dann vergiften. Neben der Deckelung der Vermögen könnte man dann auch gleich staatliches Geld einführen und die private Geldschöpfung verbieten. Aber dafür müssten die Menschen erstmal halbwegs vernünftige Parteien wählen...

Hunter S.T. 24.10.2014 | 16:30

Ich verstehe Ihren Einwand nicht. Gerade durch Geschichtskenntnisse kommt man doch schnell darauf, dass es ganz schnell Finster werden kann. Schauen Sie doch nur in die USA: Kapitalismus im Endstadium, wie Pispers es so treffend beschreibt. Man darf gespannt sein, wofür die 'FEMA-Camps' und 'FEMA-Coffins' in Zukunft benutzt werden. Nicht zu vergessen die Tonnen von Munition, die Homeland Security gebunkert hat und die gepanzerten Fahrzeuge, mit denen selbst normale Polizeieinheiten ausgestattet werden. Das ist mal düster...

THX1138 24.10.2014 | 17:26

Dass die Verhältnisse in der Arbeitswelt auf unser Privatleben abfärben, war mir schon immer irgendwie bewusst. Nur fand ich nie die richtigen Worte dafür. Dieser Artikel macht mit vorsichtig aber präzise gewählten Worten genau das sichtbar, was ich schon lange empfinde! Selten einen dermassen guten Beitrag beim Freitag gelesen, danke!

knattertom 24.10.2014 | 17:41

"Dies ging so lange gut bis ein anderer Ur-Mensch begriffen hatte/so skrupellos war, dass mit dem im Ansatz nützlichen Faustkeil der Ur-Mensch der sich gerade eine Höhle gebaut erschlagen werden kann um sich die Mühsal des eigenen Höhle bauens zu ersparen."

Und das haben Eltern, Onkel, Geschwister, Nichten und Neffen dieses einen Höhlenbauers einfach so akzeptiert, ja?

Mit dieser Holzschnittlogik kommt man leider nicht weiter,

"Und diese Systematik hat der Mensch bis zur Perfektion fortgeführt."

Diese "Systematik" hat nie existiert, sondern es war stets ein zerren zwischen ausgleichender Gerechtigkeit und Vorteilnahme. Die von Ihnen beschriebenen Verhaltensweisen brechen sich erst bei einigen Menschen bahn, wenn diese keine entsprechenden Konsequenzen befürchten müssen. Bzw. schreckt einige nicht einmal das.

knattertom 24.10.2014 | 17:49

"Permanente Evaluationen am Arbeitsplatz führen zu einem Verlust von Autonomie und einer steigenden Abhängigkeit von externen Normen, die sich darüber hinaus ständig ändern. Dies führt zu dem, was der Soziologie Richard Sennett als „Infantilisierung der Angestellten“ bezeichnet hat. Erwachsene Menschen zeigen kindliche Gefühlsausbrüche; Nichtigkeiten erwecken Neid und Eifersucht („Sie hat einen neuen Bürostuhl bekommen und ich nicht!“). Sie greifen zu Notlügen und Betrug, freuen sich über den Misserfolg anderer und kultivieren kleinliche Rachegefühle. Das alles sind die Folgen eines Systems, das die Menschen systematisch daran hindert, selbständig zu denken und die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht wie erwachsene Menschen behandelt."

Wenn ich meinen derzeitigen Arbeitsplatz mit denen vor 20 Jahren vergleiche, dann kann ich hier nur zustimmen. Es geht zum Teil auf keine Kuhhaut........., erstaunlich finde ich nur, dass den Menschen vor diesem Hintergrund auch noch verkauft werden kann, die Produktivität läge dadurch höher.

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@Redaktion - besteht eigentlich die Möglichkeit bei den Guardianartikel einen Tiefenlink direkt zu dem Originalartikel mitzuliefern? Das wäre eine hilfreiche Ergänzung.

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Ehemaliger Nutzer 25.10.2014 | 00:08

Die Badewanne, mit der ich großgezogen wurde, in später Kindheit und früher Jugend. Die Badewanne, die alsbald zu klein wurde und durch einen Pool im Wohnzimmer des ursprünglich neureichen Dagobert Duck ersetzt wurde. Die Badewanne überbordend gefüllt mit Dukaten, Golddukaten zumal.

Nehme nicht an, dass das damals von den "Machern im Hintergrund" so geplant war, wohl eher das Gegenteil. Ich für meinen Teil habe jedenfalls damals eine frühe Entwicklung zum Antikapitalisten durchlebt. Dagobert hatte - für mich - so eine hintergründige Fiesheit, alles nur hinsichtlich der Füllmenge seines Pools zu betrachten, nicht mal die drei Enkel und Donaldsöhne haben jemals einen Dukaten abbekommen, geschweige denn der naive und trotzdem lebensfrohe Donald.

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Ehemaliger Nutzer 25.10.2014 | 00:25

Hat sich EXILANT jemals Gedanken darüber gemacht, wie es sein konnte, dass nach dem Fall des Reiches des "real existierenden Sozialismus" in wenigen Jahren - quasi durch jungfräuliche Geburten - Oligarchen in rauen Mengen wie Springteufel auftauchen konnten. Möge er mir nicht damit kommen, die hätten das alles durch ihre hervorragenden Leistungen und Geschäftsideen möglich gemacht.

knattertom 25.10.2014 | 00:49

"Der real existierende Sozialismus ist deshalb auch keine Alternative zum jetzt herrschenden Finanzkapitalismus"

Der wird allerdings inzwischen gemeinhin eher als Staatsmonopolistischer Kapitalismus bezeichnet......, der einzige Ort, wo es noch so etwas wie einen real existierenden Sozialismus gibt, ist auf Cuba, und dass immerhin seit etlichen Jahrzehnten trotz Wirtschaftsembargo durch die USA. Aber das geht wohl auch nur, weil die halbe Welt scharf auf deren Zigarren und Rum ist.

Keinen Sinn macht m.E. die Unterscheidung in Marktwirtschaft und Finanzkapitalismus. Beides ist Teil des gleichen Systems, welches, wie Sie schreiben, sich aktuell selbst zerstört hat.

Oberham 25.10.2014 | 08:43

.... und ? Natürlich werdet Ihr alle weiter willig dienen!

Willi und vor allem - Hi Hi - immer billiger!

Bei Karstadt dürften bald einige Tausend, die für einige jahre einem Taschenspieler der mit dem Trick - ich kaufe für 1 Euro die Drecksbelegschaft und den Konzern und für eine Million die Namensrechte - der Konzern gibt mir 10 Millione im Jahr für die Nutzung dieser Rechte und wenn ich 100 Millionen für mich eingesackt habe - dann geb ich das Zeug einem neuen Taschenspieler - das Ergebnis ihrer "Lohnzurückhaltung", damit der Konzern dauerhaft überleben kann, zu spüren bekommen.

Was werden sie tun?

Die Faust in der Tasche ballen - vielleicht.

Doch sobald sie die Chance erhalten wieder als Drecksbelegschaft zu buckeln, werden sie gierig zugreifen.

(Bis auf einige die entweder zu alt sind, oder jene die endlich kapiert haben, dass dieses System nur durch Verweigerung zum Scheitern gebracht werden könnte - und die auch verstehen, dass ihre persönliche Verweigerung ihnen wenigstens ihre Lebenszeit zurückgibt - lieber arm, einsam und in Kontemplation durch den Wald spazierend, als weiter willig und billig zu buckeln!)

Doch die meisten kapieren zwar, dass sie von Psychopaten wie Nutzvieh gehalten werden, doch der bequeme Stall ist ihnen lieber, als das Risiko ärmlich unter einer Brücke zu vergammeln.

So bleibt im Stall, jault und mault über Eure Führung und die Kultur der umfassenden Verachtung aller, die keine Millionen bestizen, bibbert um die kleine Chance, vielleicht ja mal reich sein zu dürfen und selber die armen noch verächtlicher betrachten zu können, vom Hochsitz eines Geländemobild aus, oder besser noch - auch ihr zieht euch zurück - nicht arm in den Wald, sondern bescheuert reich auf eine Yacht - (auch hierzu kann man hier ja einen Artikel lesen.... - und nie wird man für sich selber auch nur einen Millimeter aus der Spur weichen, da die Schleudergefahr schlicht zu bedrohlich wirkt!)

Leute - viel Spaß ab Montag wird wieder gearbeitet und nun Erholung für das Wochenende, damit ihr wieder fit seid für den ach so wichtigen Arbeitsalltag!

(Tja und jene die auch am WE arbeiten - fröhliches Euroerbetteln - bald gibts nur noch 50 Cent die Stunde - wetten?)

Oberham 25.10.2014 | 08:51

Jene die sich in diesem System als Lohnempfänger aufhalten, akzeptieren es - auch wenn sie es verachten!

Oder glaubn sie, man würe auch nur auf Dauer einen Cent erhalten, verkaufte man nicht seine Seele und seinen Körper für die Dauer der Arbeitszeit!

Jene die dem jeweiligem Zellkomplex in dem ihr euch gegen Bezahlung oder gege Gewinnerzielungsabsicht einbringt beherrschen, dulden euch nur, solang ihr nützlich für sie seid!

Ich darf hier wettern, da auch ich nützlich für die Besitzer bin -

Klickraten, Energiewandlung und ich schenke sogar dafür Lebenszeit - ich bin so dumm zu glauben, das Gezeter könnte vielleicht den ein oder anderen aus der willigen Teilhabe jagen.

Tja, insofern ist jeder Beitrag von mir - eine veritable persönliche Niederlage gegen mein konditioniertes Ego.

Fast - oder manche werden denken komplett - psychopathisch.

Oberham 25.10.2014 | 09:04

... sorry, ich würde sagen, das Prinzip gilt seit einigen Jahrtausenden und daher muss man kein Hellseher sein.

Vor achzig Jahren gingen etwas 60 Millionen durch mehr oder weniger mechanische oder chemische Einwirkung unter -

die "Führer" feierten zwar nicht alle auf einer sicheren Insel eine Party, einige fanden wenigstens ein vorzeitiges Ende, doch das Prinzip ist doch schön zu sehen.

Auch damals stellten sich wenige dagegen - einige werden heute als Feigenblätter jährlich geehrt - die meisten von ihnen jedoch wurden von der wissenden Masse selektiert - sprich "gelöscht".

Vorteil für uns heute - die Einzelnen die Konsequenzen ziehen - dürfen - zumindest in vielen Regionen dieser Welt - ihre Leben, zu Ende leben.

Ausgeschlossene sind sie jedoch - und zwar überall!

(Es sei den, sie halten das Maul und spielen gute Laune! - Doch dann sind sie ihrer Haltung untreu geworden und tragen zu rekonvaleszenz des willigen Personals bei, indem sie es mit unterhalten - Danke - daher sind meine Zeilen mehr oder weniger üble Beschimpfung und sollen möglichs zum Unbehagen der Leser beitragen!

Aber ich verstehe sie - ihre Konditinierung sucht nach Auswegen - sie haben den Exit gefunden - in der Geschichte ist nur veritabler Schrott zu finden - das Heute zählt und wer es demaskiert - der ist ein Hellseher, ein Spinner und ein Troll - bleiben sie angepasst, es hilft ihnen die nächste Einrichtung im Möbelhaus aussuchen zu dürfen - viel Spaß - ach - und ja fleissig zur Arbeit gehen - brav und willig dienen - bleiben sie in der Spur! Bleiben sie klug und ....................... na ja - sie erleben es ja täglich selber.

Oberham 25.10.2014 | 10:36

"Neben der Vorstellung vom perfektionierbaren Menschen gehört die vom Westen verfochtene Ideologie der grenzenlosen individuellen Freiheit zu den größten Unwahrheiten unserer Zeit."

Womit sich der Autor selber entschuldigt, damit er ja nicht anerkennen muss, dass er eine feige, opportunistische Niete ist!

Wir hier in Mitteleuropa haben die Wahl - wir können uns ohne große Note dem System verweigern!

Exilant 25.10.2014 | 10:54

@Knattertom:

Mag sein, daß es zum gleichen System gehört.

Der Mensch sollte aber doch im Vordergrund stehen, deshalb gab es für mich Unterschiede, als es eben beispielsweise im Öffentlich-Rechtlichen noch keine Schaltung an die Frankfurter Börse kam und es kein Kommerz-TV gab (dies nur als Beispiel)

Natürlich war dies auch bedingt durch das Konkurrenzsystem im Osten, weshalb gezeigt werden mußte, daß es den Arbeitern im Kapitalismus besser gehe als im Sozialismus/Kommunismus.

Ob "real existierender Sozialismus" oder "staatsmonop. Kapitalismus" genannt: Genau dies ist eben keine Alternative, weil dieses System anscheinend die Menschen unterdrückte mittels Einschüchterung (Günter Gaus sprach von einer "Nischengesellschaft").

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Ehemaliger Nutzer 25.10.2014 | 11:02

Wer hat was von verwerflich gesagt? Auf was es mir ankam war, dass es die wie ein Springteufel aus dem "fürchterlichen sozialistischen Elend" in den "glücklichen kapitalistischen Reichtum" überwechselnden Springteufel in einer beachtlichen Zeitspanne geschafft aus dem von Beginn an darniederliegenden "sozialistischen System" den über Jahrzehnte vom "Westen" geleugneten Honig zu saugen. Aus manch, ach was, aus etlichen, aus vielen "bösen kommunistischen Buben" wurden über Nacht taffe, knitze Unternehmertypen im besten kapitalistischen Sinne, die sich vor den Dollarmilliarden die ihnen zuströmten, gar nicht wehren konnten. Aus Springteufeln wurden Springinsfelde.

Ist Knattertom schon mal aufgefallen, dass in unseren Mainstreammedien der Begriff "Oligarch" fast ausschließlich nur für die Milliardäre aus der ehemaligen Sowjetunion verwendet wird? Und das tumbe Volk hier in diesem unserem Lande wurde und wird weiterhin mit der "Story vom Pferd" abgebürstet. Hier wäre mal wieder zum Schluss der Satz mit dem "... wie ich kotzen kann !" angebracht.

knattertom 25.10.2014 | 11:58

"Ob "real existierender Sozialismus" oder "staatsmonop. Kapitalismus" genannt: Genau dies ist eben keine Alternative....."

Das meinte ich ja, weil es im Grunde nur eine Variante des gleichen Spiels war. Die Spielregeln grundlegend zu ändern, könnte uns weiterbringen. Wie man das Ergebnis dann nennt, ist letztlich egal, hauptsache jeder wird satt und hat ein Dach über dem Kopf.

whiteplastic 25.10.2014 | 16:59

Im Laufe jahrzehntelanger Forschung und therapeutischer Praxis bin ich allerdings zu der Überzeugung gelangt, dass wirtschaftliche Veränderungen nicht nur auf unsere Wertvorstellungen, sondern auch auf unsere Persönlichkeit großen Einfluss haben.


Na, Gratulation! Es ist ja schließlich nicht so, als hätten Marx und später Adorno und Horkheimer diese „Überzeugung“ schon im vorvorletzten Jahrhundert theoretisch und in aufwändigen empirischen Studien vorweg genommen. Und es geht natürlich nicht nur um „Veränderungen“ - die kommen in der Krise wie im Aufschwung so oder so, weil sie systemimmanent sind. Jeder Mensch, der im Kapitalismus aufwächst, muss bestimmte Prinzipien so sehr verinnerlichen, dass sie zu Teilen seiner Persönlichkeit werden. Das, was Detlev Claussen das „magische Viereck“ nannte - Arbeit, Tausch, Herrschaft und Gewalt. Und ja, man muss es wiederholen: jeder Mensch tut das, denn es ist keinesfalls so, als würde das nur eine kleine Gruppe von „Psychopathen“ betreffen, die der großen Masse „ehrlicher Menschen mit gesundem Menschenverstand“ entgegen steht. Die Sichtweise des Autors zielt eher auf eine Kritik der Kapitalisten ab, als auf eine Kritik des Kapitalismus, was letztlich immer zur Pathologisierung und Ausgrenzung imaginärer Feindfiguren oder Bevölkerungsgruppen geführt hat und daher jeden aufrichtigen, „links“ denkenden Menschen empören und zu bestimmtem Widerspruch motivieren muss.

Oberham 25.10.2014 | 20:47

Ich nehme an einem anderen Leben teil, leider ist es ein Leben, in dem Artgenossen kaum mehr eine Rolle spielen - nur - wie könnte ich mit ihnen leben, wo ich doch deren Lebensweise so sehr verachte.

Nur mir ist meine Sicht der Dinge schlicht wichtiger, als mit dem Rudel zu tanzen. Für mich ist es ein Gewinn, keiner Verlust!

Ich habe zumindest die meiste Zeit des Tages ein gutes Gefühl und genieße meine Lebensmomente in der Natur, sei es im Wald, auf den Fluren, im Garten oder gemütlich in meiner Hütte.

Zu gerne wäre ich mit anderen in dieser Welt zuhause, doch jene die ähnlich empfinden sind wohl nicht in meiner Gegend zu finden - hier sprach ich schon oft Einladungen aus, leider ist bis dato keiner zu mir gekommen.

Nur eines zum Ende - wer die Dinge ähnlich mir betrachtet, der, denke ich, hat keinerlei Angst vor dem Tod, obschon er das Leben liebt und vor allem unseren blauen Planeten.

Ich bin manchmal wütend, doch meistens ist es Trauer die mich berührt, betrachte ich all die vertanen Chancen unserer Spezies.

Vor allem, wieviele Tränen müssten wir doch täglich vergießen, hätten wir auch nur ein Quentchen Mitgefühl mit all den Artgenossen, die im Elend zwischen Schmerz, Hunger und Tod balancieren müssen - täglich - bis zu ihrem Ende!

..... und wer hier möchte verneinen, dass er mit jedem Konsumumsatz das System dirket unterstütz, als Spende für eine Ordnung, die ihn noch eher in das Schälchen der Gewinner plaziert, als in jenes in dem sie die Leben ohne jede Chance auf Glück und Liebe wiederfinden.

Erst heute sah ich afrikanische Frauen durch die Stadt gehen und mein Herz sprang förmlich vor Glück über deren exotische Schönheit - sie schienen sogar ganz gut bei Laune, lachten und bewegten sich beschwingt - wieviele ebenso schöne Menschen mögen wohl im Meer ertrunken sein, von Barbaren versklavt worden sein, in Industriehöllen langsam verwelken?

Nur - leider - warum waren diese Frauen glücklich?

Doch nur, weil sie noch einmal die Chance erhalten in dem Spiel mitzuwirken, - würde ich mit meinen Gedanken an sie treten, sie würden mir wohl völlige Verwirrung unterstellen.

Ob sie noch an die zurückgebliebenen denken?

Solange eine Welt von Lebewesen die klug sind, Glück für eine unbeschwerte Lebensart vonnöten ist, ist es nicht meine Welt, da die Unglücklichen Verlierer und die Glücklichen Gewinner sind - Klugheit bedeutet für mich, den Kampf um ein Gut zu überwinden, zu erkennen, dass es nur das Teilen der Dinge sein kann, die eine friedliche Koexistenz möglich machten.

Nur - diese Einsicht hat der Mensch irgendwann vor vielen tausend Jahren verloren - seither verleugnet er seine Intelligenz zu Gunsten eines selektiven Spiels um Besitz und Macht - ein armseeliges Spiel!

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Ehemaliger Nutzer 26.10.2014 | 03:08

Wenn man als Erwerbsloser mit niemand mehr redet, ist es leicht, das, was das Fernsehen sagt, für das zu halten, was das Volk sagt.
Ist es wirklich wahr, dass alles was die Politik an Regulierungen erfindet, letztlich doch nur dazu dient, dass einzelne sich mit immer neuen Tricks Vorteile verschaffen?
Der menschliche Geist gemeiner Menschen ist vermutlich intelligenter, als jeder gesetzliche Mechanismus, den der menschliche Geist guter Menschen erfinden kann, um seinesgleichen im Zaum zu halten.
Aber solchen Anschauungen dass sich alles ewig naturgesetzlich im Kreise dreht, hat schon meine Mutter gehuldigt, deshalb können sie nicht wahr sein, denn meine Mutter hatte niemals Recht.
Die Theorie von dem ständigen Zerren zwischen Vorteilsnahme und Ausgleich scheint mir da schon plausibler.

Wahrscheinlich gibt es keine umfassende Theorie mit der sich das Problem lösen lässt, sondern vielmehr ein Haufen kleiner Tricks Riten und Gebräuche, fesselnder Ideen usw, die zusammen eben doch viel intelligenter beim sozialen Ausgleich sind, als ein durchkonstruiertes Regulierungswerk jemals sein könnte.
Wichtig ist, dass wir uns alle lieben, denn wenn wir das nicht mehr tun, dann haben wir auch keinen Grund mehr, uns einen sozialen Ausgleich zu wünschen. Und dann helfen auch keine kleinen Gemeinheiten mehr.

"Sollte sich irgendwann mal ein kurzes Zeitfenster politischer Kontrolle öffnen, sollten wir unbedingt: direkte Demokratie, eine knallharte Vermögensdeckelung und rigorose demokratische Markt- und Kapitalkontrolle in die Verfassung schreiben..." (Rupert Rauch)
Mit der direkten Demokratie das finde ich zweifelhaft. Im Grunde müßte man gegen das Volk regieren, denn das Volk ist doch der eigentliche Hauptakteur der Korruption: Es möchte gerne bestochen werden. Keine Massenmedien mehr im Privatbesitz/ kapitalorientierter Verwaltung, wäre aber sicher auch etwas, das viel ändern würde.
Dass das Volk gerne ganz unverblümt bestochen werden möchte, statt wíe früher "moralisch und edel" sein zu wollen, ist natürlich auch so eine Erscheinung der modernen Wirtschaftsweise.
Dummerweise ist das Volk natürlich am Ende immer selber das Opfer seiner eigenen Bestechlichkeit.

Gipfler 26.10.2014 | 11:06

Vor einiger Zeit erschien ein Artikel des großen brasilianischen Vertreters der Befreiungstheologie Leonardo Boff mit dem Titel „Von der Marktwirtschaft zur Marktgesellschaft“, in dem er der heutigen Gesellschaft schonungslos einen Spiegel vorhält. Er beschreibt, wie sich mit der industriellen Revolution die Ökonomie immer mehr von der Kontrolle der Politik gelöst und die Ethik, worunter er auch das spirituell-kulturelle Leben versteht, unter sich begraben habe. „Es entstand eine Marktwirtschaft, die frei von jeglicher Kontrolle und von ethischen Limits war, und die das ganze Wirtschaftssystem bestimmte und kontrollierte.“ Unter ihr verschwand die menschliche Kooperation, die Orientierung auf Zusammenarbeit, und es begann die Herrschaft des gnadenlosen Wettbewerbs, der über die Ökonomie hinaus „alle menschlichen Beziehungen beeinflusst.“ „Von diesem Zeitpunkt an fungierte die Wirtschaft als einzige Achse aller sozialen Beziehungen. Alles wurde von da an an der Ökonomie gemessen, genau genommen am Bruttosozialprodukt.“

Das neue materialistische Credo laute, dass sich alle Probleme durch die unbegrenzt produzierbaren materiellen Güter lösen ließen. „In der Tat wurde alles zur Handelsware. Alle Güter werden zu Markt getragen, um zum Profit des Einzelnen verkauft zu werden: natürliche und hergestellte Produkte, unantastbare Dinge, die in direktem Zusammenhang zum Leben stehen, wie Trinkwasser, Samen, Erde und menschliche Organe.“ Er zitiert Karl Marx, der bereits 1847 konstatierte: Es ist die Zeit der allgemeinen Korruption, der universellen Käuflichkeit oder, um die ökonomische Ausdrucksweise zu gebrauchen, die Zeit, in der jeder Gegenstand, ob physisch oder moralisch, als Handelswert auf den Markt gebracht wird, um auf seinen richtigsten Wert abgeschätzt zu werden.

Das gesellschaftliche Ungleichgewicht der drei Lebensgebiete Politik, Kultur und Ökonomie müsse in ein Gleichgewicht kommen.

Gedanken dazu auf:

http://fassadenkratzer.wordpress.com/2014/02/28/die-uberwucherung-von-politik-und-kultur-durch-die-okonomie/

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Ehemaliger Nutzer 26.10.2014 | 11:38

"Die neoliberale Leistungsgesellschaft fördert bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und bestraft andere."

Ja, das ist so und im Grunde ist das verfassungsfeindlich...

"Art 2 GG

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt."

"Am wichtigsten ist es, sich gut ausdrücken zu können, denn man muss so viele Menschen wie möglich für sich gewinnen. Der Kontakt kann dabei nur oberflächlich sein, das fällt nicht weiter auf."

Wenn man sich zum Beispiel das Autismusspektrum ansieht, wovon anzunehmen ist, dass es sich um ein Kontinuum handelt, das von schwerer Beeinträchtigung bis hin zu "normalen" Verhaltensweisen reicht, sollte das für viele Menschen mit Autismusspektrumstörung und normaler oder überdurchschnittlicher Intelligenz ein Vorteil sein. Viele davon können sich sehr gut und treffend ausdrücken... Sie gewinnen aber oft niemanden für sich, weil trotz guter Ideen die meisten Anderen ihnen nicht folgen können... Sie nehmen anders wahr... Daraus folgt die Diktatur des schlichten Gemütes, der Mittelmäßigkeit...

Autisten findet man oft im Jobcenter, wo sie, von den dort erlebten Provokationen überfordert, vielleicht auffällig werden und sogar Sanktionen riskieren... Der Willkür der Jobcenter sind ja wenig Grenzen gesetzt. Man könnte meinen, das Deutsche Beamtengesetz von 1937 sei an die veränderte Zielgruppe angepasst und neu erlassen worden...

"Unsere Gesellschaft behauptet permanent, jeder könne es schaffen, wenn er sich nur genügend anstrenge, während sie gleichzeitig bestehende Privilegien immer weiter zementiert und ihre erschöpften Mitglieder stärker unter Druck setzt. Immer mehr Menschen schaffen es nicht, den eigenen Ansprüchen zu genügen, und fühlen sich deswegen schlecht, machen sich Vorwürfe und schämen sich."

Eigentlich stimmt es ja, jeder kann es schaffen. Aber nicht innerhalb eines einzigen Systemes... Das ist wohl Grund für Abgrenzung, Mauerbau, Blockbildung... Ein einziges System kann doch gar nicht in der Lage sein, jeden seine Persönlichkeit frei entfalten zu lassen... Individualismus ist ohnehin zu unterdrücken, wenn er anderen schadet... Das hat uns Ernesto auch gesagt und wurde dafür erschossen. Das Grundgesetz sagt doch ähnliches, und produziert in der Anwendung das Gegenteil...

"Schwerer wiegt allerdings der Schaden, den die Selbstachtung der Betroffenen erleidet."

Ein sehr großer Teil der Hartz4-Empfänger soll psychisch krank sein, oft mit Selbstwertproblemen. Durch permenente Abwertung erfahren sie nach der Agenda 2010 oft sicherlich eine Verschlechterung ihres Zustandes, der sie noch länger im Leistungsbezug hält, statt sie vernünftig in Arbeit und Gesellschaft zu integrieren... Hier kann man Parallelen zum Reichsbürgergesetz aus 1935 ziehen.

Überhaupt lässt sich die Agenda 2010 mit der damaligen Zeit sehr gut vergleichen... Früher war es bestimmten Personengruppen nicht erlaubt, sich frei zu bewegen. Das trifft auch auf Hartz4-Empfànger zu... Früher wurden bestimmte Personengruppen zu Zwangsarbeit für Hungerlöhne oder gar ohne Lohn verdonnert. Das trifft auch auf Hartz4-Empfänger zu. Früher wurden bestimmte Personengruppen von der Gesellschaft abgegrenzt. Das trifft auf Hartz4-Empfänger zu. Früher wurden Menschen gegen bestimmte Personengruppen aufgehetzt. Das trifft bei Hartz4-Empfängern zu.

Er ist ja längst zurück, der Mann mit Schnauzbart, der den Wohlhabenden die Rendite sichert... Heute ist er Sozialdemokrat...

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Ehemaliger Nutzer 26.10.2014 | 14:09

Es gab früher zu Zeiten des Euthanasieprogramms ein Plakat, auf dem ein Mann im Rollstuhl abgebildet war.

Der dazugehörige Text:

"60000 RM kostet dieser Erbkranke die Volksgemeinschaft auf Lebenszeit"

"Volksgenosse das ist auch dein Geld"

Das, was man heute über Hartz4-Empfänger sieht, hört und liest, in Zeitungen, im Fernsehen, auf der Straße, sogar ale Spiegel-Leserkommentar, das unterscheidet sich oft nicht wesentlich von diesem Plakat... Und alle lassen sich schön weiter aufhetzen... So wird man die Kranken gut los... Bei den nächsten Verschärfungen werden wohl Sozialwohnheime und Suppenküchen dabei sein, um die Kosten zu reduzieren... Schon ist das Ghetto fertig... Weit ist es nicht mehr bis dahin...

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Ehemaliger Nutzer 26.10.2014 | 20:30

@STINE

Ja, das stimmt, diese Möglichkeit gibt es...

In der Praxis ist es leider so, dass man den Praktiken des Jobcenter auch und vielleicht sogar besonders ausgesetzt ist.

Auch werden die Meisten, die es betreffen würde, offensichtlich gar nicht diagnostiziert, weil sie sich gar nicht als krank wahrnehmen.

Wird das dann doch in Angriff genommen, dann beginnt ein unglaublich langwieriger Kampf um das, was einem da zustünde. Das entkräftet derart, das so mancher da schon aufgegeben haben soll...

Gutachten, noch ein Gutachten, hier eine Maßnahme, dort eine Maßnahme... Die unendliche Geschichte... Gerade als Kranker ist man doch dieser Gängelung oft gar nicht gewachsen. Und das ist vielleicht auch so beabsichtigt, denn Teilhabe verursacht Kosten...

Und zwischendurch wird man im Jobcenter geparkt, wo die bisher erreichte Stabilisierung durch aggressive, unverschämte Mitarbeiter, Vorenthalten von Leistungen, abwertender Post und anderen Nettigkeiten innerhalb kürzester Zeit zunichte gemacht wird...

Dann ist es ja auch so, dass viele "Störungen" gar nicht als so intensiv wahrgenommen werden, dass man ihnen Krankheitswert geben würde. Trotzdem bedeuten sie natürlich einen Nachteil für den Betroffenen, Anderen gegenüber... Von gleichberechtigter Teilhabe für alle Menschen kann nicht im Ansatz gesprochen werden. Das ist ein rein theoretisches Modell, das in der Praxis nicht funktioniert...

Dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, das ist ein Satz, dessen Verfasser ein Zyniker gewesen sein muss... Dieses System ist undurchlässig wie eine frisch asphaltierte Straße für einen Wassertropfen... Er ist verdunstet, lange bevor der Belag eine Konsistenz erreicht, der ihn durch ließe...

John St.Clair 27.10.2014 | 16:20

Es spielt sicher eine Rolle, dass das US-Establishment seine sozialdarwinistischen Glaubensgrundsätze noch nie real umgesetzt hat, wie es in Deutschland geschehen ist.

Kehrum jedoch haben sie sich gerade deswegen hartnäckig gehalten und das wurde prompt zum gewaltigen Problem, als ihnen die neoliberale Ideologie eine Möglichkeit zur Wiederkehr, die bis heute anhält, anbot.

Natürlich war auch Deutschland ganz zitterig gern dabei, als es wieder losging. Man musste sich nur in den Neunzigern die "berühmte" Werbung für das Handelsblatt ansehen (Was nimmt sich der der doitsche Manager zum Frühstück vor? Die Konkurrenz!) um zu wissen, wie glücklich manche darüber waren, dass Kopfabhacken, zuerst psychisch und betriebsintern, wieder Spass machen darf.

Heinz Lambarth 27.10.2014 | 19:28

Angesichts der vielen kommentare von menschen, die offensichtlich ausserhalb des systems stehen - frage ich einfach mal in die runde: Was tun Sie eigentlich um ihren kindern und/oder enkeln ein solches schicksal zu ersparen?

...und ich wette, zu mindest einige tun ihr bestes, den nachwuchs möglichst frühzeitig für seine spätere rolle zuzurichten ,zu domestizieren, - mehrsprachiger kindergarten, frühere einschulung, mindestens drei zusatzausbildungen neben der schule (nachhilfe in mathe, klavier, reiten etc.)...

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2014 | 19:35

Ah so. Aber nein, solche Badewannen interessieren mich nicht.

Ich werde sowieso niemals eine entscheidente Rolle spielen, dazu bin ich zu soziopathisch und misanthropisch. Ich traue den Menschen auch keine organisierte Gegenwehr mehr zu, schon gar nicht in eine sinnvolle politische Richtung. Zu dumm, zu sehr gehirngewaschen, zu clevere Feinde. Ich hoffe ich täusche mich, aber ich bezweifle es. Es wird kommen wie es kommen muss. Die alten Reiche werden zerfallen und neue werden anderswo entstehen, so war es immer...

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2014 | 20:17

"Die 'Politische Ponerolgie' beleuchtet sehr treffend, wie sich Psychopathen an die Spitzen der Gesellschaft setzen"

Danke. Ich habe das Buch runtergeladen, aber noch nicht vollständig gelesen. Da man die Psychopathen imho eh nicht sicher erkennen kann, finde ich es aber ohnehin wichtiger, die Strukturen so zu gestalten, dass die Psychos niemals absolute Macht bekommen können.

Das letzte Jahrhundert hat gezeigt, dass die viel gerühmten "checks and balances" zwar eine Verbesserung sind, aber letztlich noch viel zu schwach. Es bedarf zwingend einer direktdemokratischen Notbremse, vielleicht auch einer verschärften Medienkontrolle, was Qualitätsstandards usw. angeht.

"Neben der Deckelung der Vermögen könnte man dann auch gleich staatliches Geld einführen und die private Geldschöpfung verbieten."

Ja, wobei ich die private Geldschöpfung per Kredit nicht prinzipiell schlecht finde. Sie hat etwas sehr dezentrales und flexibles, man sollte sie imho eher ergänzen. In der Tat ist es ein Unding, dass Staaten sich von privat Geld leihen müssen. Allerdings muss man die Regeln für die staatliche Geldpresse sehr restriktiv und eindeutig setzen. Wir alle kennen Politiker...

"Aber dafür müssten die Menschen erstmal halbwegs vernünftige Parteien wählen"

Das Parteiensystem wurde geschaffen, um die Menschen unmündig zu halten und die Illusion zu erwecken, sie hätten trotzdem die Kontrolle.

Mit anderen Worten: ich bin absolut sicher, dass sich das Problem nicht systemintern regeln wird. Auch fällt mir zZ keine Partei ein, die den Mut und Weitblick für solche Aktionen hätte, nichtmal die Linke...

Hunter S.T. 27.10.2014 | 21:15

Strukturen, die verhindern, dass Psychopathen zuviel Macht erhalten wären auf jeden Fall begrüßenswert.

Private geschöpftes Geld, als Parallelwährung zu staatlichem Geld, wäre natürlich weit weniger problematisch als das jetzige reine Schuldgeldsystem mit Ponzi-Schema.
Das Problem mit der Geldpresse ist meiner Meinung nach jetzt schon gegeben. Ob die Politiker soviel Geld drucken oder Schulden aufnehmen können wie sie möchten führt zum gleichen Ergebnis, was die Geldmenge betrifft. Allerdings denke ich, dass die Verteilung des Geldes weit mehr mit Deflation und Inflation zu tun hat, als die Menge. Geschätzt gibt es ja ca. 100 mal mehr Geld auf der Welt, als Waren und Dienstleistungen, die man dafür kaufen könnte. Da das Geld aber von wenigen gehortet wird, kommt es nicht zur Hyperinflation. Was sich allerdings jederzeit ändern könnte, wenn ein paar Superreiche den Daumen senken.

Bei den einzelnen Parteien habe ich auch wenig Hoffnung. Es müsste schon mit viel Glück eine geeignete Kombination von kleineren Parteien erstarken, bei denen sich dann wiederum jeweils die besten Ideen durchsetzen. 'Willi Weise' könnte ich noch empfehlen. Dabei geht es darum über die Direktmandate das Parteiensystem quasi auszuhebeln. Die Idee finde ich gut, ist leider nur nicht sehr bekannt.

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2014 | 21:50

"Das Problem mit der Geldpresse ist meiner Meinung nach jetzt schon gegeben. Ob die Politiker soviel Geld drucken oder Schulden aufnehmen können wie sie möchten führt zum gleichen Ergebnis, was die Geldmenge betrifft."

Theoretisch ja, allerdings ist es schon so, dass sie mit der Aufnahme von Schulden m.E. vorsichtiger sind. Was natürlich kein grundsätzliches Argument gegen staatliche Geldschöpfung ist. Man muß nur geeignete Regeln festlegen.

"Da das Geld aber von wenigen gehortet wird, kommt es nicht zur Hyperinflation. Was sich allerdings jederzeit ändern könnte, wenn ein paar Superreiche den Daumen senken."

Ja, sehe ich genauso. Imho gibt es die Inflation längst: die typische Assetpreisinflation, Preisblasen die sich bei Aktienmärkten, Rohstoffen und Premiumimmobilien aufblasen. Es ist ja eher unwahrscheinlich, dass sich die Superreichen per Konsum oder Lohntreiberei von ihrem Geld trennen :-)

"Dabei geht es darum über die Direktmandate das Parteiensystem quasi auszuhebeln. Die Idee finde ich gut, ist leider nur nicht sehr bekannt."

Theoretisch genauso möglich, wie eine eigene Partei zu gründen und damit Erfolg zu haben. In der Praxis verhindern das schon die Medien. Wenngleich es niemals vollkommen ausgeschlossen ist. Viel Hoffnung setze ich aber nicht hinein.

Personen und Parteien die man wählt, muss man vertrauen. In der Konsequenz reicht es aus, jemand Unbekannten zweifelhaft, wankelmütig, unehrlich, oberflächlich, zerstritten etc. darzustellen, die Mehrheit wird dieser emotionalen Manipulation willig folgen. Die Situation müsste schon sehr verzweifelt sein, dass sie sich davon nicht beeinflussen lassen...

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2014 | 21:58

Danke für den Link.

Sicher erkennen kann man sie imho trotzdem nicht. Sind alle korrupten Leute Psychopathen? Sind alle Psychopathen korrupt? Sind die teilweise vielleicht nur dumm? Oder werden erpresst? Oder glauben sogar etwas richtiges und gutes zu tun, auch das gibt es nachweislich.

Gar nicht davon zu sprechen die VOR einem Machtantritt zu identifizieren. "Macht korrumpiert" sagt man, das ist plausibel, auch weil man es in seinem Umfeld und an sich selbst (wenn man selbstkritisch ist) hin- und wieder beobachten kann.

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2014 | 22:04

Das kann so Mancher nur mit Humor beantworten...

Ich persönlich übe mich in asketischer Lebensführung... Denn wenn angesichts von Stärkungspakt und kommunaler Haushaltskonsolidierung der Regelsatz zur kulturellen Teilhabe über Wochen und Monate vorenthalten wird, ist der Klavierunterricht kaum erschwinglich...

So bleibt zum Zeitvertreib nur wenig Auswahl... Sinnvollerweise beschäftigt man sich mit Selbstverteidigungstechniken, um im Falle der Eskalation im Jobcenter dem kräftigen Security-Angestellten kräftig das Hemd zu bügeln und den Weg für den weiteren Feldzug frei zu machen... Zuweilen geht man mit Schaufel und Schubkarren auf den Acker und gräbt nach Uranspuren, die man dann in der Waschmaschine anreichert, während man im Keller mit billigem Baumarktwerkzeug seine Kernspaltungsexperimente vorantreibt...

Nach getaner Arbeit verneigt man sich vor dem, mit Räucherstäbchen und Handgranaten reich verzierten, Holger-Meins-Schrein und arbeitet weiter an der finalen Abspaltung von Emotionen als Vorbereitung für den großen Tag der ganzheitlichen, allumfassenden und unumkehrbaren Befreiung...

Dann ist der Tag auch schon wieder vorbei. Zur Tarnung schaltet man den Fernseher ein, sieht sich möglichst laut klischeebeladene, stumpfsinnige Unterhaltungssendungen im Privatfernsehen an und bedröhnt sich mit Aldi-Bier, um von jedem Verdacht abzulenken... :-)

Hunter S.T. 27.10.2014 | 22:27

Ich habe eher das Gefühl die Politiker werden bei unserem jetzigen Schuldgeldsystem eher von windigen Beratern aus der Finanzindustrie dazu animiert, sich zu Verschulden (wie z.B. bei der sogenannten Bankenrettung). Ist aber natürlich nur Spekulation.

Ja, Lohntreiberei ist den Superreichen ein Graus ^^

Die quasi gleichgeschalteten MSM sind echt ein sehr großes Problem. Ein Grund warum ich hier ständig auf die alternativen Medien verweise :)
Das mit der emotionalen Manipulation ist ebenfalls ein großes Problem. Deswegen halte ich Psychopathen auch für so gefährlich und erfolgreich.
Psychopathen zu erkennen ist natürlich schwierig, zudem gibt es ja leichte und schwere Fälle. Es gibt Tests, die man nutzen könnte, um schwere Fälle zu erkennen, allerdings bin ich mir nicht sicher, wie leicht diese manipuliert werden können (manche Psychopathen können z.B. mit den widerwärtigsten Bildern konfrontiert werden, ohne dass man körperliche Reaktionen messen kann). Korrupt sein allein reicht natürlich nicht zur Identifizierung.
Es wäre meiner Meinung nach aber schon viel gewonnen, wenn mehr Menschen das Thema auf dem Schirm hätten, damit eben nicht so viele sekundäre Psychopathen (wie bei der Politischen Ponerologie beschrieben) entstehen.

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2014 | 00:15

Richtig interessant finde ich, dass Psychopathen erhöhte Serotonin- und Dopaminwerte aufweisen... Gerade nämlich die Medikamente, die auf diese Werte Einfluss nehmen, sind Antidepressiva. Diese widerum werden gerne von Managern missbraucht, um sich zu pushen... Macht man sich da also künstlich zum Psychopathen, um mit den natürlichen Vertretern dieser Gattung mithalten zu können?

ch.paffen 28.10.2014 | 01:27

danke für übersetzung und beitrag * schwer verkürzt und auf den wunden punkt gebracht: the lame (duck/wolf) what a shame * der wunde punkt ist also das gegenwärtige wirtschaftssystem * die handelnden akteure können nur zum slave of the dark side of life mutieren * und nu?

"behandlungskonzept" = systemwandel? fein, gefahr erkannt = gefahr gebannt * äh, was ist mit den diagnoseignoranten * ein „geisterfahrer“, ach quatsch, hunderte * anyway * es bleibt spannend * feinste restnacht noch cp

ps: die anregung (schachnerin) direkten link zum orginal finde ich höchst fein

Eine Lebende 28.10.2014 | 11:58

Wieder so ein Artikel. "Das gegenwärtige Wirtschaftssystem bringt das Schlechteste in uns zum Vorschein." Mehr als diesen Satz muss man wirklich nicht mehr sagen zum Status Quo. Darüber wurde schon zuviel gesagt, gejammert, diskutiert, geschrieben in den letzten Jahren. Meist immer das gleiche, die Tatsachen sind allgemein bekannt. Jedem. Auch denen die es verdrängen ( Fraktion: Isshaltso- wassollmanmachen - manhattjakeinewahl) oder sich betäuben ( Das nächste Wochenende, der nächste Urlaub, weit weg am besten, ganz weit weg von sich selbst) oder mit ablenken (Flucht ins Private, Glücksversprechen erfüllte Paarbeziehung, die oft nur eine weiter Handelsbeziehung mit Warencharakter ist)

Es ist jetzt die Zeit, das nicht mehr mitzumachen. Aufzuwachen. Jeder hat die Verantwortung für sein Leben und seine Entscheidungen, das meine ich jetzt ganz und gar unneoliberal. Wer die Schuld den andern gibt, gibts seine Gestaltungsmacht ab. Ist ohnmächtig. Ohne Macht, die hat er abgegeben, mit seiner Stimme, in der Wahlurne versenkt. Die Lebendigen gräbt man ein. Die Manifestation des Kapitalismus in unserm Leben ist die Traurigkeit, die Leere, die gähnende Langeweile.
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Das Ziel der heutigen Gesellschaft ist nicht die Verwirklichung des Menschen. Das Ziel der heutigen Gesellschaft ist der Profit des investierten Kapitals.

Der moderne Mensch hat viele Dinge und gebraucht viele Gegenstände, aber er ist sehr wenig. Seine Gefühle, seine Denkvorgänge sind zurückgebildet wie untrainierte Muskeln.

Auf leeres Gerede kann man nicht lebendig reagieren und tut besser daran, nicht zuzuhören, sondern sich auf eigene Gedanken zu konzentrieren.

Die Wahrheit muss nicht nur bedeutsam und ganz sein, sie muss auch radikal sein, nicht geschönt, gesüßt, mit Zuckerguß überzogen. Die Erfahrung zeigt, dass die Wahrheit, das heißt die Konfrontation mit der Wirklichkeit, dort eine besondere Wirkung hat, wo man sie vollständig, klar und ohne Kompromisse sieht.

Heute leiden viele Menschen an sich selbst. Bei ihnen ist äußerlich alles in Ordnung: Sie haben alles, aber sie leiden an sich selbst. Sie wissen nicht, was sie mit sich anfangen sollen.

Zum ersten Mal in der Geschichte hängt das physische Überleben der Menschheit von einer radikalen Veränderung des Herzens ab.

Exilant 28.10.2014 | 13:03

"Karriere vollzieht oft die psychische Selbstaufgabe in Raten." (Horst-Eberhard Richter)

Warum will eine Person Karriere machen?

Sehr gut ausgebildet sind viele; der psychopathische Charakter kann eben skrupellos und ohne Gewissensbisse anderen Personen erheblich schaden, sei es in der Politik, sei es in der Wirtschaft. Werte verschwinden, weil nur das zählt, was man zählen kann.

Ich glaube, daß in Deutschland der "autoritäre Charakter" (Adorno) dazukommt.

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2014 | 15:53

Neoliberalismus auf Geisteszustände von Eliten zu reduzieren bedeutete das Problem zu unterschätzen.

Man kann getrost von Verwahrlosungsmomenten eines Gemeinwesens reden, wenn neoliberale Eigenenarten sich durchaus in benachteiligten Gesellschaftsschichten wiederfinden, was durchaus auch der Fall ist.

Ein Wesenszug des Neoliberalismus als gesellschaftlichem Phänomen mag dabei das Vergessen darstellen.

Demnach müsste sich vlt garnicht mal so sehr eine radikale Veränderung des Herzens vollziehen - als vielmehr erinnert werden, was ein funktionierendes Gemeinwesen auch ausmachen kann: solidarisches Verhalten sowie konsensueller Umgang.

Neoliberalismus mag das erkennbare Fehlen überkultureller Grundfertigkeiten ggf begründen: zu erklären vermag Neoliberalismus diesen schleichenden Prozess ideeller Erosion im Grunde genommen ebensowenig.

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2014 | 18:13

Neoliberalismus auf Geisteszustände von Eliten zu reduzieren bedeutete das Problem zu unterschätzen.

Da bin ich mir nicht sicher. Im Gegenteil, ich glaube, der Geisteszustand der sogenannten Eliten und seine Ansteckungsgefahr wird allzu oft unterschätzt. Neben den Soziopathen, wenn man so will, den Verursachern, gibt es noch die Gruppe der Narzissten, die wieder stark im Vormarsch sind:

"... Psychologen der Universität von San Diego (Kalifornien) untersuchen seit 1982 den Grad an Selbstverliebtheit und Egoismus der Studenten mit dem "Narcisstic Personality"-Test. Er enthält Fragen wie: "Wenn ich die Welt regieren könnte, wäre sie ein besserer Ort?" oder "Stehe ich gerne im Zentrum der Aufmerksamkeit?"

Die nach 1982 geborenen Menschen sind demnach die narzisstischste Generation der jüngsten Geschichte und eher weit entfernt von einer sozialen Orientierung. Dieser amerikanische Befund deckt sich mit Jugendstudien aus dem deutschsprachigen Raum, wonach es immer mehr Jugendliche gibt, die wenige tragfähige soziale Beziehungen entwickeln, sich nicht sozial integrieren können und sich letztlich selbst in den Mittelpunkt stellen.

Nach Werner Leixnering (Linz) bildet sich dieser Trend zum Narzissmus auch in der Arbeitswelt ab, denn sie ist seiner Meinung nach nicht mehr so kommunikativ wie früher. Man sitzt einsam vor dem Computer, und immer mehr läuft über Ein-Mann- oder Ein-Frau-Betriebe. Diese Ich-AGs führen zu einem Auf-sich-selbst-geworfen-Sein und dazu, dass die Fähigkeiten, sich in andere hineinzufühlen, verkümmern. Zudem entwickelten sich immer technischer werdende Umweltangebote, wie elektronische Medien, Computerspiele, etc., bei denen man letztlich häufig alleine ist. Hinzu kommt, dass viele Eltern - wohl auf Grund eigener Erfahrungen - ihre Kinder im Hinblick auf den künftigen Berufserfolg heute schon sehr früh stimulieren, keine Rücksicht auf andere zu nehmen. ..."

Es gibt Thesen, dass der Nationalsozialismus nur deshalb so erstarken konnte, da es seinerzeit soviele Narzissten gab.

Nur, wie kann man diesen bereits in Gang gesetzten Prozess wieder stoppen? Das ist mir persönlich zurzeit ein Rätsel.

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2014 | 19:56

Narzissmus gehört zu den Standardargumentativen.

Mit Stoppcodes dürfte so etwas nicht zu stoppen sein: es sollte sich ausagieren - was es ja auch tut.

Demzufolge wäre ein Stoppcode, man würde über noch mehr Geld verfügen.

Will sagen Geldleute stoppt man mit Geld aus - oder aber mit fast grenzenloser Geduld - anderenfals riskierte man alles noch weiter zu verschlimmern.

Mathematisch sieht das so aus: Entropie ist zwar nicht planbar, aber Gesetz.

Dem unterliegt indes auch "der neoliberaler Charakter" seiner eigenen Entropie zu Lebzeiten gewiss zu sein: zu wissen dass jede Party auch ihr Ende hat.

Neoliberalismus ist einfach zu kurzatmig, um um seine eigene Kurzatmigkeit nicht zu wissen - deswegen der ganze husch husch, mit dem er sich abzufeiern gedenkt.

Und: Neoliberalismus bleibt eine Nebelkerze.

Auch davon sollte man sich nicht beeindrucken lassen.

blog1 29.10.2014 | 18:50

An diesem Beitrag ist sehr viel Wahres dran.

Es beschreibt eine Denkweise, die man mit dem Slogan umschreiben kann „ Der Mensch hat sich der Wirtschaft unterzuordnen“.

Mit dem Begriff „neoliberal“ bin ich nicht so ganz glücklich, aber er hat sich mittlerweile eingebürgert. Marktradikaler Kapitalismus würde es eher treffen. Was der Autor sehr zutreffend beschreibt sind die Mechanismen, wie seine ganze Gesellschaft einer Art Gehirnwäsche unterzogen wird. Es gibt zwar Personen, die sich dieser Gehirnwäsche entziehen, aber der Mainstream verhält sich genauso.

Die neueste Errungenschaft dieser Denkweise ist das „social freezing“, das jetzt in den USA von beispielsweise bei facebook und apple für die Mitarbeiterinnen kostenfrei angeboten wird. Frauen können sich ihre Eizellen einfrieren lassen, wenn sie einen Kinderwunsch zwar jetzt ausschließen, später aber dann doch realisieren wollen. Zuerst Beruf und Karriere und dann die Familienplanung.

Selbstverständlich wird keine Frau zu „social freezing“ gezwungen, es ist ja nur ein Angebot, so die Argumentation der Konzerne. Was aber, wenn sich eine Frau weigert, dem Verfahren näher zu treten. Wird ihr dann mit Unverständnis begegnet, weil sie diese technische Errungenschaft, die ja nur mehr Wahlfreiheit bedeutet, ablehnt? Wird auf sie vom Management nicht zumindest subtil eingewirkt, hier mitzumachen, schließlich wird es dann für alle billiger und überhaupt, wie kann man in einem Technologiekonzern so wenig fortschrittsaffin sein?

Es gibt mannigfaltige Beispiele, wie in Betrieben Druck aufgebaut wird und die Zahl an psychischen Erkrankungen nimmt drastisch zu. Vor kurzem hat ein Sportkollege von mir eine psychotherapeutische Praxis aufgemacht. Er hat sich auf Burnout-Erkrankungen spezialisiert und kann sich vor Klienten schon jetzt nicht mehr retten.

Von 0 auf 100 in 3 Sekunden, die Frage ist nur, wie lange unsere Gehirne das noch mitmachen.

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Ehemaliger Nutzer 29.10.2014 | 20:05

In einer Demokratie, die jedem Menschen die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit zusichert, kann es nicht den einen Weg geben. Der eine, aufgezwungene Weg führt dazu, dass viele in diesem starren System auf die eine oder andere Weise auffällig werden.

Psychische Erkrankungen sind meist kulturabhängig. In unserem System scheint man als psychisch krank zu gelten, wenn man dem allgemeingültigen Ideal des hart arbeitenden Menschen mit seiner Persönlichkeit nicht entspricht. In einer anderen Kultur, in einem anderen System wäre der psychisch Kranke vielleicht der Normalfall, der hierzulande erfolgreiche Karrieretyp bekäme dort vielleicht den Stempel "psychisch krank" oder "behindert"...

In meinen Augen lässt sich das Spektrum der Persönlichkeiten auf das politische Spektrum übertragen, wobei unsere Demokratie gar nicht in der Lage ist, dem gesamten Spektrum gerecht zu werden. Das ist ja auch gar nicht vorgesehen.

Schon eine Einigung auf die Mitte wäre eine Festlegung auf einen bestimmten Weg, den die Persönlichkeiten rechts und links davon immer weniger gehen können, je weiter sie sich von der Mitte entfernen. Unsere Demokratie ist also nicht in der Lage, ihrer eigenen Verfassung gerecht zu werden. Es ist nicht möglich, auf diese Weise jedem Bürger die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit zu ermöglichen. Das könnte wohl eher eine Räterepublik erreichen.

Nun einigen wir uns ja aber nicht einmal mehr auf die Mitte, sondern rücken durch gezielte Unterdrückung des linken Flügels des politischen Spektrums immer weiter nach rechts, um die neoliberale Entwicklung voranzutreiben.

Immer weniger Persönlichkeiten sind nicht mehr in der Lage, diesem System zu entsprechen und gelten fortan als psychisch krank oder behindert. So mancher versucht, sich mit Medikamentenmissbrauch in eine bessere Position zu bringen und dem Leistungsdruck noch gerecht zu werden.

Multikulti ist nicht nur oberflächlich, an der Hautfarbe oder Augenform, zu sehen... Kulturen entwickeln sich nicht durch Äußerlichkeiten...

Immer mehr Menschen geraten zunehmend unter Leistungsdruck, den sie nicht auf Dauer vertragen. Statt dies aber einzusehen und gegenzusteuern, reagieren sie mit Speichellecken bei denen, die es vermeintlich noch schaffen und mit Hass und Verachtung auf die, die es bereits nicht mehr schaffen... Das hat fast etwas von Selbsthass...

larsjonka 29.10.2014 | 21:40

"Die neoliberale Leistungsgesellschaft suggeriert uns, Erfolg hänge von individueller Anstrengung und Talent ab, die Verantwortung liege also vollständig beim Einzelnen."

Ja, genau so ist es. Du bist selbst für dich verantwortlich. Es hat auch nichts mit "liberal", "neoliberal" oder "Leistungsgesellschaft zu tun.

Also lern was und stell was her, was andere Leute brauchen. Werde sozial.

larsjonka 30.10.2014 | 19:55

Doch.

Woher glaubst du kommen all die Waren und Dienstleistungen, die du gerne aus dem Regal ziehst, von dem Flugzeug, daß dich in den Urlaub fliegt, bis zu den Lebensmitteln, die dich am Leben halten? Die bringt nicht der Weihnachtsmann, die müssen alle von Menschen hergestellt werden.

Was man "braucht", entscheidet jeder für sich selber. Ich will nicht, daß eine Behörde darüber entscheiden, was du brauchst und was nicht. (Auch nicht, daß du entscheidest, was andere brauchen)

Das nennt man eine freie Gesellschaft.

Ist wert, daß man sich das durchdenkt ! (Siehe DDR, UDSSR, Kuba etc)

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Ehemaliger Nutzer 31.10.2014 | 20:05

Denken ist ein guter Ansatz!

Es will niemand irgendwem vorschreiben, was er braucht und was nicht. Da Ist bereits der Irrtum! Ein Wirtschaftssystem soll die Bedürfnisse der Menschen decken... Wer also denkt, dass er ein Smartphone benötigt, einen Fernseher, meinetwegen eine vergoldete Klobrille, der soll all dies haben.

Die kapitalistische Marktwirtschaft hatte bereits in der Mitte des letzten Jahrhunderts mit der Produktion all dessen, was benötigt wurde, einen so großen Erfolg, dass die Märkte gesättigt waren. Daraus folgte eine bis heute andauernde Absenkung der Qualität der produzierten Waren, um weiter Wachstum zu erzeugen.

Statt eines Fernsehers, der 10 Jahre oder länger hält, kauft man heute Fernseher, die vielleicht 5 Jahre halten. Viele Artikel, die heute produziert werden, unterlaufen sogar die gesetzliche Gewährleistung, weil sie so minderwertig und billig sind, dass es sich nicht einmal lohnen würde, diese Gewährleistung in Anspruch zu nehmen, weil die Fahrt zum Laden teurer ist als das eigentliche Produkt.

Auch werden Konsumenten durch immer raffiniertere Werbung derart beeinflusst, dass sie glauben, Dinge zu benötigen, auf die sie ohne diese Werbung verzichten würden, ohne sie zu vermissen.

Unsere Wirtschaft hat längst nicht mehr die Funktion, die Bedürfnisse des Menschen zu decken. Der Mensch hat heute die Funktion, die Bedürfnisse der Wirtschaft zu decken.

Wir sind immer mehr damit beschäftigt, unseren Mitmenschen Dinge zu verkaufen, die sie eigentlich nicht brauchen, weil sie es längst besitzen. Das ist parasitäres Verhalten, dessen sich die meisten Menschen nicht bewusst sind.

Übrigens hat das auch massive ökologische Auswirkungen! Mittlerweile kann man von einer Vervielfachung des Bedarfes an Ressourcen und Arbeitskraft sprechen, allein aus Wachstumsgründen. Ihnen redet man ein, dass alles sei notwendig. Die selbsternannten Umweltschützer der Partei 'Die Grünen' haben ihr eigenes Ziel verraten, als sie sich zu dieser Marktwirtschaft bekannten.

Wenn es wirklich offensichtlich ist, dass ein Unternehmen auf solche Weise Profit macht, dann schimpfen sogar die Liberalen und Livertären mit. Ein gutes Beispiel ist hier das Thema der unterschiedlichen Handyladegeräte, das vor einer Weile in den Medien diskutiert wurde. Hier fällt jedermann sofort auf, dass er eigentlich nur abkassiert und ausgebeutet wird.

Nun, dasselbe macht man schon ihr ganzes Leben mit Ihnen! Aber Sie bemerken es nicht, dass man Ihnen Dinge verkauft, die Sie nicht benötigen! Sie bemerken auch nicht, dass Sie mit Ihrem Konsumverhalten die Umweltverschmutzung und Ressourcenverschwendung immer mehr vervielfachen.

Man verkauft Ihnen minderwertige Waren, Scheininnovationen...

Das bemerken Sie zum Beispiel, wenn Sie sich die 1€-Shops einmal ansehen, die wie Pilze aus dem Boden schießen...

Das ist es wert, dass man darüber nachdenkt!

Unsere Marktwirtschaft ist weder sozial noch ökologisch, sondern genau das Gegenteil! Antisozial und parasitär!

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Ehemaliger Nutzer 31.10.2014 | 21:10

Übrigens mutet es mittlerweile lächerlich an, mit irgendwelchen Klassenkampfargumenten aus dem letzten Jahrtausend um sich zu werfen, um sich das Durchdenken sparen zu können...

Die Mangelversorgung Kubas beruht übrigens auf dem aggressiven Willen der USA, die Freiheit außerhalb der eigenen Grenzen offenbar nicht tolerieren wollen, wenn sie nicht der eigenen Vorstellung von Freiheit entspricht...

Novalis 31.10.2014 | 23:13

Solche Texte haben ihre Wirkung. Dieser Artikel ist besonders klar, damit besonders wirksam. Je mehr davon, desto wirksamer. Unser Schiff geht nicht unter, aber da, wo "die prima Party gefeiert wird", die werden untergehen, weil sie zu abgefüttert , stumpf und dumm geworden sind. Weil die, die im anderen Schiff sitzen, das Partyschiff rammen werden, denn die, die müssen um's Überleben kämpfen. Der Satz:" Wenn dein starker Arm es will, stehen alle Räder still!", gilt nach wie vor.

Alex Killbite 01.11.2014 | 01:09

Sehr interessant. Ähnliches schreibe ich im Blog ALEX WILL BITE im September, dort geht es zunächst in einem Essay vorrangig um das Spannungsfeld zwischen neoliberalistischem Zeitgeist und sozialer Inklusion. Wer Interesse hat, guckt einfach mal drauf: http://alexkillbite.wordpress.com

Wiederum dem Blog ganz ähnlich und auch im September erschienen ist übrigens das neue Buch von Ulrich Schneider, dem Hauptgeschäftsführer des Paritätischen: Mehr Mensch! Gegen die Ökonomisierung des Sozialen zum Buch geht es hier lang: http://www.westendverlag.de/buecher-themen/programm/ulrich-schneider-mehr-mensch-gegen-die-oekonomisierung-des-sozialen.html#.VFQkj8n7vT0

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Ehemaliger Nutzer 01.11.2014 | 04:19

Angenehm zu lesen, der Blog!


Nur denke ich nicht, das gedeckelte Gelder das Problem sind. Sicher sind ausreichende Mittel sehr hilfreich und auch anzustreben. Das Problem sehe ich aber woanders.
Die Grenze zur Behinderung wird ja dort gezogen, wo ein Mensch nicht mehr in der Lage ist, eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden zu leisten. Da setzt das soziale System dann an. Mit Behandlungen, Therapien, speziellen Bildungs- und Arbeitsangeboten, was es da alles so gibt...

Die Kommerzialisierung des Sozialen beginnt aber nicht mit dem Deckeln von Geldern, sondern bereits mit dem ersten Handgriff... Ist nämlich der Patient noch jung genug, wird doch alles versucht, ihn zunächst wieder fit fürs Fließband zu machen. Selbst und vielleicht sogar besonders Behindertenwerkstätten dienen dem Profit.

Ein Beispiel:Ein Unternehmer kauft 50000 T-Shirts in Asien ein. Nach 6 - 8 Wochen kommt seine Ware an und er stellt fest, dass die Ware nicht wie vereinbart etikettiert wurde. Wutschnaufend ruft er den Lieferanten an und verhandelt 25 % Rabatt. Bei einem Einkaufspreis von 2 € sind das dann 0,50 €. Dann ruft er die Behindertenwerkstatt im Nachbarort an, die ihm anbietet, die T-Shirts für 12 Cent pro Stück innerhalb einer Woche zu etikettieren. Er zieht also den Zins für sein gebundenes Kapital seinem Lieferanten und letztlich dem Behinderten aus der Tasche, der ihm sehr viel mehr einspart, als er selbst pro Stunde verdient... Das ist heute Inklusion... Und selbst dafür muss man lange kämpfen. Wer Pech hat oder wem dazu nach vielen Anläufen die Energie fehlt, der bleibt abgehängt und lebt mit Schmähungen, Beschimpfungen und Abwertungen am Existenzminimum...

Wenn uns unsere Wirtschaft nicht zwingen würde, mehr zu produzieren als wir brauchen, um mehr arbeiten zu können als wir müssten, kämen wir bei Vollbeschäftigung vielleicht mit einer 10-Stunden-Woche aus, um die Bedürfnisse Aller zu befriedigen... Es ist doch paradox, dass wir immer mehr technologischen Fortschritt dazu nutzen, um Arbeit einzusparen und gleichzeitig die Opfer dieser Einsparungen dafür zu hassen, dass sie arbeitslos sind. Und wir hassen es ja auch, diesen Stress, jeden Tag Druck, immer mehr, ohne Ende... Wir ackern bis zum Umfallen, obwohl es gar nicht nötig wäre... Und weil wir uns dazu gezwungen sehen, wollen wir auch die dazu zwingen, die es gar nicht können... Weil sie krank sind, behindert, schlecht qualifiziert, oder weil es einfach keine bezahlte Arbeit für sie gibt, denn die sparen wir ja ein, um noch mehr Profit zu machen...

Es wird gerne behauptet, Arbeit sei gut für Gesundung und Stabilisierung. Das ist Quatsch! Beschäftigung ist gut für diesen Zweck... Was sollte der Umstand, dass ein Unternehmer sich daran bereichert, zu meiner Gesundung beitragen?

Das soziale System in Deutschland ist nicht die unterfinanzierte Lösung des Problems, es ist Teil des Problems selbst...

Inklusion betrifft nicht nur die, denen man einen schönen Ausweis zugesteht, Inklusion sollte zusammenführen, nicht abgrenzen... Die Leistungsfähigkeit von Menschen zu messen und sie zu kategorisieren, das ist eine fiese Unart von Menschen, denen vor Gier jedes Soziale schon völlig abhanden gekommen ist...

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Ehemaliger Nutzer 01.11.2014 | 11:04

Vielen Dank für diesen analytischen Beitrag. Ich denke, wenn man überhaupt noch etwas zum Besseren wenden will ( sofern man das überhaupt noch kann) ist es wichtig die psychopathologische Verlaufsform des „Systems“ zu durchschauen und klar zu benennen.

Es gab schon lange Hinweise darauf , dass ein „System“ oder „der Markt“ nicht aus sich selbst heraus und für sich besteht, sondern aus Menschen die es formen.

Bedauerlicherweise sind wir i.d.R. alle schlechte Diagnostiker. Vor allem wenn es sich um etwas so abstraktes wie ein System handelt. Wir lösen uns einfach nicht von den beobachtbaren Phänomenen . Was wiederum kein Wunder ist, da wir die Phänomene bzw. die Symptome am eigenen Leib erfahren. Dies fängt mit einem diffusen Unwohlsein an, steigert sich u.U. bis hin zum körperlichen und seelischen Zusammenbruch und der einzige Gedanke der vorherrscht ist: mach´ das da (das Symptom) weg. Die Folge: wir erkennen die wahren Ursachen nicht und hängen uns an den Symptomen auf.

Hinzu kommt, dass der psychopathische, narzisstische Charakter nicht nur über Intelligenz verfügt, sondern auch ein breites Spektrum an Strategien hat, um sein für den Einzelnen und für die Allgemeinheit zerstörerisches und ausbeuterisches Handeln 1. bewusst zu verschleiern und 2. bewusst erfolgreich durchzusetzen. Das unterscheidet diesen Charaktertyp von Menschen, die früher einmal Opfer missbräuchlicher, abhängiger Umstände waren und so aufgrund diverser Dynamiken selbst zum Täter wurden. Das bewusste rücksichtslose Handeln ausschließlich zum eigenen Vorteil macht den destruktiven, ausbeuterischen Charakter zu einem durch und durch bösen Menschen. (Verkürzt könnte man diese Person auch als Arschloch bezeichnen. Ich verweise hier auf https://www.freitag.de/autoren/angelia/der-arschloch-faktor-nach-robert-i-sutton )

Wer die Intelligenz und Fähigkeit hat sich bewusst für etwas zu entscheiden, der hat auch die Möglichkeit/Fähigkeit sich anders zu entscheiden. Ausschlaggebend ist hier nicht, dass er es aufgrund seines Charakters nicht kann, ( Diskussion freier Wille, Herr im eigenen Haus usw.) ausschlaggebend ist, dass er die Möglichkeit hätte anders zu handeln als er es tut, es aber nicht macht. Dieser Gedankengang ist übrigens auch eine Grundlage unserer Rechtsprechung, wenn es um die Beurteilung von Verantwortung für das Handeln, Schuld und Strafmaß geht. Wir müssen den freien Willen ( wie andere Dinge, z.B die Menschenwürde -rechte) bzw. die Fähigkeit zur Willensbildung unbedingt voraussetzen, um überhaupt Recht sprechen zu können. Liegt keine geistige Behinderung oder eine psychische Störung vor, ist der Mensch zur Willensbildung fähig. Hier ist interessanterweise auch noch der „sekundäre Krankheitsgewinn“ zu berücksichtigen. Es gibt Menschen, die bewusst auf ihre psychische Störung verweisen um 1. auch hieraus noch einen Vorteil zu schlagen (Mitleid, Beachtung, Fürsorge) 2. keine Verantwortung übernehmen zu müssen.

(Und dann stellt sich sowieso noch die Frage, ob Menschen mit einer geistigen Behinderung oder einer psychischen Störung die Verantwortung für das Lenken der Weltgeschehnisse überhaupt werden tragen können ohne selbst daran zu Grunde zu gehen. )

So richtig tragisch wird es, wenn der gleiche pathologische, narzisstische Charakter sich mit den selben destruktiven Mitteln zum Retter der Welt aufschwingt. Das können wir z.Z sehr gut aktuell beim IS beobachten. Oder auch dann, wenn sich dieser Typus aus reinem Selbstzweck an die Spitze einer APO-Bewegung drängt. Was diesen Menschen fehlt ist echtes Herzblut. Sie können sich nicht aus Leidenschaft für die Bedürfnisse, Interessen, Rechte der Menschen, vor allem aber nicht für deren Freiheit und Selbstbestimmung einsetzen. Dazu wäre Liebe und Hinwendung zu Menschen und zum Leben notwendig. Was ein Narzisst natürlich per Definition gar nicht kann. Es geht ihm ausschließlich um Macht, Kontrolle, Umsetzung der totalitären Ideologie und dadurch der bedingungslosen Befriedigung der eigenen Bedürfnisse nach Bedeutung, Anerkennung und Wohlbefinden.

Ich bin übrigens der Ansicht, dass sich diese Personen niemals aus sich selbst heraus ändern werden. Dazu müssten sie nämlich in den Spiegel schauen, sich selbst erkennen und sich beim eigenen Anblick die Seele aus dem Leib kotzen. Das wird nicht passieren.

Und so bleibt uns eigentlich nichts anderes übrig, als unseren Blick zu schärfen, bessere Diagnostiker zu werden, psychopathische Narzissten zu entlarven und ihr Handeln klar als das zu benennen was es ist: zerstörerisch und ausbeuterisch. Und dann heißt es diesen Personen klare Grenzen zu setzen.

Es geht nicht mehr um Systemanalyse. Es darum das Handeln und den Charakter der so genannten Weltenlenker, ob Politiker, Wirtschaftsoligarche oder selbsternannte Weltenretter, die im Namen des Herren unterwegs sind, klar und nachhaltig zu benennen: psychopathisch narzisstisch, destruktiv und ausbeuterisch.

Anstrengender Weise muss man leider aber auch noch einen Blick auf die Täter – Opfer – Dynamik werfen. Man muss schon emotional und materiell sehr stabil und vor allem unabhängig sein, um sich nicht nur nicht von Narzissten beherrschen und tyrannisieren zu lassen, sondern ihnen obendrein auch noch die Stirn zu bieten zu können. Oftmals ist selbst der stärkste Charakter in die subtilen Machenschaften dermaßen eingewoben, wie eine Fliege im Netz einer Spinne, geschwächt, sodass er die destruktive Dynamik gar nicht erkennt, geschweige denn sich dagegen noch wehren kann...

An diese Stelle hilft dann wohl wieder doch nur ein gesunder Narzissmus – sprich ausgeprägter Selbsterhaltungstrieb, so wie Liebe und zum Menschen und zum Leben ;-)

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Ehemaliger Nutzer 01.11.2014 | 17:14

Auch das Problem, dass psychisch Kranke manchmal auf ihre Krankheit verweisen, um Nutzen daraus zu ziehen, ist ja ein hausgemachtes. Ich würde den 'psychisch Kranken' auch gar nicht dafür verurteilen, dass er seine Möglichkeiten nutzt, um seine Situation zu verbessern... Das tun Gesunde auch... Das Problem entsteht aus der willkürlichen Einteilung der Menschen in 'gesund', 'krank', 'behindert', die ja letztlich von der Wirtschaft vorgenommen wird, nicht etwa von Psychiatern oder Psychologen. Wir sollten psychische Erkrankungen nicht als Erkrankungen sehen, sondern als kulturell bedingte Auffälligkeit der Persönlichkeit, die ja nach dem Grundgesetz in der Theorie gar nicht auftreten könnte. Denn wir sichern ja jedem Menschen die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit zu, wenn er damit niemandem schadet. Leidet zum Beispiel jemand an massiver Reizüberflutung, wird er vielleicht regelmäßig unter dem Druck und den Einflüssen einer 40-Stunden-Woche zusammenbrechen. Ein Stempel mit der Aufschrift 'behindert' hilft ihm da nicht weiter, sondern beschneidet eher noch seine materielle Existenz... Ihm das Recht zuzugestehen, nur noch in Teilzeit arbeiten zu dürfen, damit er nicht zusammenbricht, sorgt für ein bescheideneres Einkommen. Dieser Mensch braucht eine Beschäftigung (nicht Erwerbsarbeit), die auf die Besonderheiten seiner Persönlichkeit Rücksicht nimmt. Denn er ist durchaus leistungsfähig und empfindet den ihm aufgedrückten Stempel vielleicht als weitere Demütigung. In einer reizarmen Umgebung mit Aufgaben, die ihn wenig oder gar nicht stressen, wäre er vielleicht zu 60 oder 80 Stunden in der Lage. Es gibt inzwischen Unternehmen, die das erkannt haben und gezielt solche Leute suchen... Oft im Jobcenter, wohin man sie abgeschoben hat. Die Firmen Auticon oder SAP zum Beispiel machen sich gezielt die Stärken dieser Leute zunutze, die in der richtigen Umgebung wahre Wunder bewirken können... Leider auch nur aus Profitgründen, nicht zum Zwecke der Inklusion... Die Lenker haben ja längst damit angefangen, auch diese Gruppe zu vereinnahmen.

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Ehemaliger Nutzer 01.11.2014 | 17:15

Auch das Problem, dass psychisch Kranke manchmal auf ihre Krankheit verweisen, um Nutzen daraus zu ziehen, ist ja ein hausgemachtes. Ich würde den 'psychisch Kranken' auch gar nicht dafür verurteilen, dass er seine Möglichkeiten nutzt, um seine Situation zu verbessern... Das tun Gesunde auch... Das Problem entsteht aus der willkürlichen Einteilung der Menschen in 'gesund', 'krank', 'behindert', die ja letztlich von der Wirtschaft vorgenommen wird, nicht etwa von Psychiatern oder Psychologen. Wir sollten psychische Erkrankungen nicht als Erkrankungen sehen, sondern als kulturell bedingte Auffälligkeit der Persönlichkeit, die ja nach dem Grundgesetz in der Theorie gar nicht auftreten könnte. Denn wir sichern ja jedem Menschen die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit zu, wenn er damit niemandem schadet. Leidet zum Beispiel jemand an massiver Reizüberflutung, wird er vielleicht regelmäßig unter dem Druck und den Einflüssen einer 40-Stunden-Woche zusammenbrechen. Ein Stempel mit der Aufschrift 'behindert' hilft ihm da nicht weiter, sondern beschneidet eher noch seine materielle Existenz... Ihm das Recht zuzugestehen, nur noch in Teilzeit arbeiten zu dürfen, damit er nicht zusammenbricht, sorgt für ein bescheideneres Einkommen. Dieser Mensch braucht eine Beschäftigung (nicht Erwerbsarbeit), die auf die Besonderheiten seiner Persönlichkeit Rücksicht nimmt. Denn er ist durchaus leistungsfähig und empfindet den ihm aufgedrückten Stempel vielleicht als weitere Demütigung. In einer reizarmen Umgebung mit Aufgaben, die ihn wenig oder gar nicht stressen, wäre er vielleicht zu 60 oder 80 Stunden in der Lage. Es gibt inzwischen Unternehmen, die das erkannt haben und gezielt solche Leute suchen... Oft im Jobcenter, wohin man sie abgeschoben hat. Die Firmen Auticon oder SAP zum Beispiel machen sich gezielt die Stärken dieser Leute zunutze, die in der richtigen Umgebung wahre Wunder bewirken können... Leider auch nur aus Profitgründen, nicht zum Zwecke der Inklusion... Die Lenker haben ja längst damit angefangen, auch diese Gruppe zu vereinnahmen.

larsjonka 01.11.2014 | 23:33

Problem : "Absenkung der Qualität der produzierten Waren, ... " Lösung: Kaufen sie höherwertige Ware ! (SIE kaufen minderwertige Ware, damit sie "mehr" fürs Geld kriegen, also ihren "Lebensstandard" quantitativ heben. Kaufen sie weniger, dafür höhere Qualität. So heben sie ihren Lebensstandard qualitativ.)

"Der Mensch hat heute die Funktion, die Bedürfnisse der Wirtschaft zu decken" Lösung: Decken sie nicht die Bedürfnisse der Wirtschaft. Die Wirtschaft ist für sie da, nicht umgekehrt.

"Handyladegeräte" ? Lösung: Kaufen sie das Produkt einer Firma, die dieses Problem zu ihrer Zufriedenheit löst.

Hören sie auf, zu heulen.

Durch den Kapitalismus ist die absolute Armut (also eine Missernte vom Hungertod entfernt) von 80% im Jahre 1800, auf 18% 2014 GESUNKEN. HUT AB VOR DIESEM SYSTEM.

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Ehemaliger Nutzer 02.11.2014 | 10:19

mal abgesehen davon, dass ich Sie für einen Troll halte ( ein Merkmal ist u.a. Plattitüden statt Argumente, Undifferenziertheit) jedes Ihrer Argumente wird man, wenn man dazu überhaupt Lust hat, aus der Hüfte heraus locker entkräften können und zwar solange bis der Arzt kommen muss.

Theoretisch könnte die Armut weitaus niedriger sein, wenn man die Verteilung des Reichtums in Betracht zieht.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-01/infografik-reichtum-weltweit

Mal abgesehen von der materiellen Armut gibt es ja auch eine geistige. Und gefühlt, leider nicht statistisch belegbar, scheint mir die geistige und emotionale Verarmung doch proportional zur globalen "Erfolgsgeschichte" des Kapitalismus angestiegen zu sein.

Und genau das, nämlich geistige und emotionale Verwahrlosung innerhalb eines einseitig auf materiellen Besitz ausgerichteten "Systems", ist hier ja das Thema.

Vielleicht gelingt es Ihnen ja konstruktiv den Bogen zum Thema zurück zu schlagen.

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Ehemaliger Nutzer 02.11.2014 | 11:36

Es ist wirklich schwierig und ermüdend, auf solche Worte einzugehen... Besonders, wenn das Gegenüber gar nicht in der Lage oder willens ist, sie auch nachzuvollziehen...

Ist Ihnen vielleicht einmal aufgefallen, dass es immer mehr Menschen gibt, die sich hochwertige Ware gar nicht leisten können? Ist Ihnen aufgefallen, dass dazu nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Menschen überhaupt in der Lage wäre? Das ist der Teil der Menschen, der bereits mehr Geld angehäuft hat, als er jemals ausgeben könnte... Und dieser Teil ist es auch, der schallend über Ihre Naivität lacht, mit der Sie wie ein Hamster im Rad eifrig produzieren und vermarkten, was niemand braucht, weil Sie sich einreden lassen, das sei für Ihren Wohlstand und Ihre Selbstverwirklichung notwendig...

Ist Ihnen auch einmal aufgefallen, das lernt man doch im BWL-Grundstudium, dass genau das ja bereits im letzten Jahrhundert passiert ist? Dass die Menschen hochwertige Ware kaufen? Und dass unsere Marktwirtschaft Instrumente bereitstellt, die genau dieses Problem angehen? Diese Instrumente nennt man Werbung, Marketing,... Das hat zum Ziel, Ihnen noch mehr Mist zu verkaufen, den Sie nicht benötigen...

Im Controlling haben wir mal einen Satz gelernt. Wer nicht weiß, was er will, muss sich nicht wundern, wenn er etwas bekommt, was er nicht haben wollte...

Mir scheint, Sie wissen nicht, was Sie wollen. Denn Sie argumentieren, indem Sie relevante Informationen nicht berücksichtigen... Dass das Absicht ist, will ich gar nicht behaupten... Die Alternative könnte abwertend aufgefasst werden, darum spare ich mir, sie zu schreiben...

Wissen Sie übrigens, dass das System, vor dem Sie den Hut ziehen, auch dafür verantwortlich ist, dass auf jeden Artikel, den Sie Ihr Eigentum nennen, ob hoch- oder minderwertig, ein gewisser Anteil an Tod und Elend heruntergerechnet werden kann? Zum Beispiel die Opfer der Kriege für Öl, die Opfer der schlechten Arbeitsbedingungen in vielen Ländern der Welt, die unser System ausnutzt, weil es billiger ist... Tote Menschen, verätzte Arme und Beine, zerstörte Lungen, auch ökologisch mindere Standards und vieles mehr... All das macht Ihr System! Und da hilft es wenig, ein hochwertiges Produkt zu kaufen, denn der Hersteller lässt auch das hochwertige Produkt in diesen Ländern unter diesen Umständen produzieren, weil er zum Wachstum gezwungen ist...

larsjonka 02.11.2014 | 18:32

So etwas wie ein "System" gibt es nicht. Das ist ihre Ausflucht, die falschen Entscheidungen zu treffen.

Wenn sie nicht auf materiellen Besitz ausgerichtet sind, können sie das in einer freien Gesellschaft, mit freier Marktwirtschaft und Kapitalismus, vollständig umsetzen.

Dann entkräften sie mal konkret:

Durch den Kapitalismus ist die absolute Armut (also eine Missernte vom Hungertod entfernt) von 80% im Jahre 1800, auf 18% 2014 GESUNKEN. HUT AB VOR DIESEM SYSTEM.

larsjonka 02.11.2014 | 18:40

Wer sich was leisten, hängt von dem Einkommen desjenigen ab

Darüber hinaus sorgen freie Marktwirtschaft und Kapitalismus dafür, daß ALLES ständig besser und billiger wird. DAS ist gut vorallem für die Armen.

Welches "System" ist ihre Alternative?

40 Millionen Tote in der UDSSR, 60 Millionen durch Mao in China?

Sind DAS ihre "Alternativen" ?

Niemals

nochmal:

Durch den Kapitalismus ist die absolute Armut (also eine Missernte vom Hungertod entfernt) von 80% im Jahre 1800, auf 18% 2014 GESUNKEN. HUT AB VOR DIESEM SYSTEM.

nochmal:

Durch den Kapitalismus ist die absolute Armut (also eine Missernte vom Hungertod entfernt) von 80% im Jahre 1800, auf 18% 2014 GESUNKEN. HUT AB VOR DIESEM SYSTEM.

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Ehemaliger Nutzer 02.11.2014 | 21:06

Da Sie offensichtlich lieber Bilder betrachten, als Texte zu lesen, habe ich hier ein Bild für Sie...

ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/011/i0291e/i0291e00a.pdf

Ist übrigens Ihre Statistik systembereinigt? Sagt sie also aus, dass in Staaten mit kapitalistischen Wirtschaftssystem die Armut drastisch gesunken ist? Wie erklären Sie sich dann die Zunahme des Welthungers bei zunehmender kapitalistischer Wirtschaft? Und wo wäre denn die Statistik über die Armut im Sozialismus, Stalinismus,...? Sie wissen offenbar nicht einmal, wovor Sie da Ihren Hut ziehen... Belegen Sie bitte Ihre Aussage...

Und warum gehen Sie nicht auf das ein, was man Ihnen antwortet? Weil es an der passenden Antwort fehlt? Ist alles, worauf Ihre Argumentation sich stützt, ein einziges Bild?

Und warum unterstellen Sie mir permanent, ich wolle einen Ostblock errichten? Sie scheinen wirklich ein Troll zu sein, der dazu noch schlecht auf seine Aufgabe vorbereitet ist... Man sollte doch von einem glühenden Anhänger der Marktwirtschaft wenigstens verlangen können, dass er sich mit mehr als mit Bilderbüchern beschäftigt... Ihr Verhalten ist eigentlich typisch für ein totalitäres System... Jede Kritik wird schlecht gemacht und in eine möglichst unkonfortable Ecke gestellt... Die meisten Deutschen würden diesen platten Phrasen sogar glauben, so wie Sie das tun...

Und warum duzen Sie mich denn? Das scheint mir an Alter und Reifegrad zu liegen, weshalb ich es nicht weiter übel nehme... Und nun beantworten Sie doch einfach einmal die Fragen, gehen auf die Fakten ein... Vielleicht überreden Sie mich ja wirklich, auf Ihre Seite zu wechseln... Dazu braucht es aber Argumente... Kein Geschwafel...

larsjonka 03.11.2014 | 18:26

1. Freuen sie sich, daß sie in einer "freien Welt"leben: Freiheit der Information, der Meinungsäußerung, der Kultur, der Marktwirtschaft etc.

2. Tun sie was für andere. Lernen sie einen Beruf und stellen sie eine Ware oder Dienstleistung her, die andere Menschen brauchen können. (Ablesen können sie das an Umsatz und Profit)

3. Kämpfen sie für die oben genannten Werte.

4. Nutzen sie ihre Begabungen, ermutigen sie andere, dies ebenfalls zu tun.

5. Schauen sie da mal rein: Joe Gebbia - The Airbnb Story

6. Gute Laune ist gut für die Gesundheit. Voltaire

7. Viel Spaß

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Ehemaliger Nutzer 03.11.2014 | 19:41

Das ist aber ein recht armseliger Ersatz für Argumente, nachdem ihr einziges wie ein Kartenhaus zusammengebrochen ist, ohne dass man überhaupt auf den Inhalt hätte eingehen müssen...

Es scheint Ihnen eine Dimension im Denken zu fehlen, was solch einfältiges Geschreibsel zur Folge hat...

Belegen Sie Ihre Aussage, was den Erfolg des Kapitalismus bei der Armutsbekämpfung betrifft. Sie machen sich lächerlich...

Übrigens bin ich mir sicher, besser ausgebildet zu sein, als Sie Troll... Was Sie als Freiheit wahrnehmen, ist Slaverei, die deshalb möglich ist, weil es Ihnen an der Fähigkeit fehlt, zu hinterfragen, was Sie wahrnehmen... Sie bemerken nicht einmal, dass Ihre eigenen Belege Ihre Behauptungen widerlegen...

Würde ich Ihnen eine Tabelle mit den letzten Ergebnissen der Fußballbundesliga vorlegen und dann behaupten, ich könne damit belegen, dass der Papst zum Weltfrieden beiträgt, dann hätte das etwa Ihr Niveau...

Hätte ich mich dermaßen zum Affen gemacht, wie Sie mit Ihren Beiträgen, dann würde ich ganz kleine Brötchen backen.

Wer seine eigene Meinung nicht versteht, der sollte sie nicht noch anderen aufzwingen wollen, durch dummes Geschwätz...

Das scheint mir das wahre Gesicht, der Grund für den Erfolg des Kapitalismus zu sein... Grenzenlose Dummheit...

Ja selbst in Ihrer eigenen Disziplin sind Sie nachweislich unfähig... Was wollen Sie denn in die Waagschale werfen? Arbeiten Sie deshalb mehr als nötig? Um Ihre schlechte Leistung zu kompensieren?

Ich könnte mich über Sie schlapp lachen, bis zum Bauchmuskelkrampf... Wenn es nicht so viele Ihrer Sorte gäbe...

Da kann man von Schwarmdummheit sprechen... Ein Fliegenschwarm, der kollektiv in den Insektenvernichter fluegt, weil einer sagt, dass dort im Licht was zu holen sei...

Dienstleistungen werden übrigens seltener hergestellt als erbracht und auch nicht so oft aus dem Regal gezogen...

Es macht mir übrigens Spaß, solch Geschwafel zu beantworten... Denn das sorgt dafür, dass Leuten wie Ihnen regelmäßig vor Scham der Kopf rot anläuft und sie in Ausweichmanöver flüchten...

Lernen Sie doch einen Beruf! Ich würde Ihnen etwas empfehlen, was wenig Tiefgang erfordert...

The land of the free is the home of the slave...

larsjonka 03.11.2014 | 20:13

Es ist alles schon mehrfach gesagt. Sie müssen lesen.

http://www.fao.org/3/a-ak542e/ak542e03.pdf

Anfang des 19.Jahrhunderts begann das Zeitalter des Kapitalismus. Millionen Individuen haben angefangen, was zu erfinden, zu entwickeln, zu produzieren und zu handeln. In diesem Jahrhundert ist ein ganzer Kontinent, die USA und Kananda entstanden. Es ist das System des freien Unternehmertums gewesen, das MILLIONEN Menschen, deren Angestellte, aus der Armut gehievt und zur Mittelklasse gemacht hat. In den letzten Jahrzehnten hat sich in Asien etwas vergleichbares abgespielt und ist nach wie vor im Gange. Milliarden Menschen in Asien leben heute besser, als sie es sich vor 30 Jahren auch gewagt hätten zu träumen.

Von 1800 bis heute, wie sie von dem chart ablesen können, ist der Prozentsatz der Menschen, die in absoluter Armut leben, von über 80% ! auf unter 20% gesunken. Welches System soll es denn sonst gewesen sein? Wenn nicht der Kapitalismus?

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Ehemaliger Nutzer 03.11.2014 | 21:20

Ich hatte Sie aufgefordert, Ihre Aussage zu belegen. Stattdessen erwarten Sie jetzt von mir, dass ich Ihre Aussage belege... Wir leben doch nicht im Sozialismus... Erbringen Sie gefälligst Ihre eigene Leistung! Belegen Sie Ihre Behauptung! Ihre Tabelle steht in keinem Zusammenhang zu Ihrer Aussage, das können Sie jedem Geschichtsbuch für Grundschüler entnehmen... Wenn Sie davon ausgehen, dass der Kapitalismus ab 1800 weltweit verbreitet war, dann ist das höchst lächerlich...

In Asien ist doch mancherorts sogar die absolute Armut angestiegen... In China nicht... Warum?

Absolute Armut wird an einem willkürlich festgelegten Geldbetrag gemessen... Wem nicht mehr als 1,25 $ pro Tag zur Verfügung steht, der gilt als absolut arm. In China sind viele Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben von ihrer Existenz als selbstversorgende Bauern als Wanderarbeiter in die Städte gezogen. Sie hatten also vorher praktisch kein Bargeld, ernährten, kleideten sich aber trotzdem. Wenn ihnen nun ihr Einkommen als Wanderarbeiter zu einem Status verhilft, der sie aus der absoluten Armut hilft, dann sagt das zunächst nichts über ihren Lebensstandard aus. Was aber durchaus etwas aussagt ist, dass ein sehr großer Teil dieser Wanderarbeiter, nachdem sie zum jährlichen chinese new year zu ihren Familien aufs Land gefahren sind, gar nicht wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, weil Sie die Lebensumstände auf dem Land als erträglicher empfinden...

Nun gibt es sicher aber auch in China einige Menschen, die so weit aufgestiegen sind, dass man von einer Verbesserung ihrer Lebensumstände sprechen kann. Nur gibt es eben auch viele Menschen, deren Lebensumstände sich dort verschlechtert haben...

Auch sonstwo haben früher sehr viel mehr Menschen als Selbstversorger gelebt... Das war sogar hier einmal so... Armut mit der Einheit Geld zu messen ist doch nur da sinnvoll, wo Geld als Einheit sinnvoll ist...

Ich habe übrigens nicht eine Tabelle der UNO mit einer Bundesligatabelle verglichen, sondern festgestellt, dass Sie diese Tabelle nicht verstehen, dass Sie wie in Ihren anderen Beiträgen relevante Informationen nicht berücksichtigen oder sogar dreist Fakten erfinden... Belegen Sie bitte Ihre Aussage, dass durch den Kapitalismus die absolute Armut von 1800 bis heute von 80 % auf unter 20 % gesunken ist. Können Sie das oder nicht?

Ich wäre Ihnen doch sogar dankbar dafür, wenn Sie Argumente liefern würden... Aber Sie tun es einfach nicht...

Mein Grinsen wird immer breiter, wenn ich jetzt auch noch Ihre soziale Überforderung sehe, die sich in infantilen Wurausbrüchen äußert... Genau so steht es im dem Artikel beschrieben, den wir hier fleißig kommentieren... Um es in Ihren Worten zu sagen:"Muahahaha!".

Wer nicht weiter weiß, dann wutschnaufend trampelt und schreit, der erinnert mich an ein Kind, dem die Mutti an der Kasse sagt, dass es keine Kinderüberraschung bekommt... Irgendwann begreifen Sie aber vielleicht, dass das gut für Zähne und Blutzucker war...

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Ehemaliger Nutzer 04.11.2014 | 01:33

Werfen Sie doch nicht mit immer neuen Links umher und verweisen auf diffuses Geheimwissen... Belegen Sie Ihre Aussage! Meinetwegen auch per Video, wenn Ihnen Text nicht so liegt...

Ich werde mir sicher nicht eine Stunde lang dummes, liberales Geschwafel anhören! An welcher Stelle in diesem Video wird belegt, was Sie hier immer wieder behaupten, ohne es je belegt zu haben?

Warum weigern Sie sich, diesen Beleg zu liefern? Tun Sie es oder halten einfach den Mund! Wie sagt man doch: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!

Wenn das das Beste ist, was Sie anzubieten haben, dann lege ich Ihnen nochmals nahe, sich einen Beruf mit wenig Tiefgang zu suchen! Wenns dazu reicht, sollten Sie vielleicht Zahnarzt werden... Aber auch da muss mit Buchstaben und Zahlen umgegangen werden, sonst ziehen Sie einen Backenzahn, obwohl der Schneidezahn gebrochen ist... Fangen Sie mit einer Excel-Tabelle an. Statistiken scheinen Ihnen ja die meisten Probleme zu bereiten... :-)

Ihr Geschwafel ist unerträglich, jedes Wort an den Haaren herbeigezogen... Fragt man nach Belegen, folgen diffuse Behauptungen, Ausflüchte und Lügen... Sie widerlegen sich permanent selbst... Worauf baut eigentlich Ihre Meinung auf? Auf der Rede eines liberalen Hampelmannes in einem Youtube-Video? Das wäre wirklich erschreckend, implizierte es doch, dass Sie Mitläufer eines Systems sind, das Sie nicht im Ansatz verstehen... Gäbe Ihnen morgen jemand ein Gewehr, um auf Arbeitslose zu schießen, Sie würden es tun...

Ich könnte hier noch über Wochen Ihren Mist widerlegen, Sie kämen immer mit einem weiteren, geistigen Durchfall ums Eck, weil ihr letzter bereits runtergespült wurde. Liefern Sie ein einziges valides Argument!

Sagen Sie es einmal mit Ihren Worten! Was belegt Ihre Aussage, dass der Kapitalismus die Armut in dem Maße reduziert hätte, das Sie hier propagieren? Was bildet Ihre Meinung? Denn alles was Sie bisher schrieben, ist widerlegter Schwachsinn wie er schwachsinniger nicht sein kann...

Sie sind ein unfähiger Forentroll, der nichts anderes zum Ziel hat, als Leute Ihres Schlages zu missionieren... Dann sollten Sie lieber bei der Bildzeitung ihr dummes Geschwätz verbreiten, oder auf einer Scientology-Veranstaltung... Vielleicht bloggen Sie auch etwas... Dann können Sie sich auch die paar sinnlosen Buchstaben sparen, die Sie sonst mühsam eintippen müssen... Redundanz ist nämlich höchst ineffizient, besonders in der Marktwirtschaft... Sie kann sogar zu Dateninkonsistenz führen... Das scheint mir bei Ihnen der Fall zu sein...

Meinetwegen schreiben Sie aber auch hier... Erwarten Sie allerdings keine Antwort mehr von mir, wenn Sie nicht bereit oder in der Lage sind, Ihre eigenen Aussagen zu belegen...

Im NLP wird gerne mit Verhaltensspiegelung gearbeitet... Also dann:

Der neoliberale Turbokapitalismus ist für 60.000.000 Tote jährlich verantwortlich!

https://m.youtube.com/watch?v=9ytei6bu7kQ