Aditya Chakrabortty
01.06.2016 | 16:40 62

Der Tod des Neoliberalismus

Märkte Nun haben selbst führende Wirtschaftswissenschaftler gemerkt, dass die neoliberale Ideologie den Kapitalismus nicht retten kann. Weiter gemacht wird trotzdem

Der Tod des Neoliberalismus

Das System droht, uns um die Ohren zu fliegen

Bild: KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP/GettyImages

Wie sieht es aus, wenn eine Ideologie stirbt? Wie so oft findet sich eine der besten Antworten auf diese Frage in der Literatur. In Red Plenty, um genau zu sein, einem Roman über die Sowjetunion des Autors Francis Spufford. Dort wird nachgezeichnet, wie der kommunistische Traum nach einer besseren und gerechteren Welt beim ersten Versuch seiner Verwirklichung zu großer Ernüchterung geführt hat.

Spuffords Held ist Leonid Kantorovich, der einzige Bürger der Sowjetunion, der jemals den sogenannten Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt. Er träumt in der Moskauer U-Bahn sitzend davon, seinen verarmten Mitfahrern zu Wohlstand zu verhelfen, damit sich ihre Gesichter entspannen und die besorgten, von Hunger und Not geprägten Züge aus ihnen verschwinden mögen.

Doch die Realität macht mit solchen Luftschlössern kurzen Prozess. Die Zahlen spielen nicht mit. Die schönen Pläne können nur durch Tricksereien erfüllt werden und ihre Konstrukteure wissen das besser als jeder Dissident. Hierin liegt eine von Spuffords entscheidenden Einsichten: Lange vor irgendeinem öffentlichen Protest beginnen Insider zu zweifeln, ein Raunen geht durch den Apparat und das Regime wird von innen heraus unterminiert. Bis zum Zusammenbruch des Systems am Ende des Romans vergehen Jahrzehnte und ist dennoch ist es bereits absehbar.

Als Red Plenty 2010 veröffentlicht wurde, war bereits klar, dass die neoliberale Ideologie des Kapitalismus' von heute nicht trägt. Davon, dass sie im Sterben liegt, war damals allerdings nichts zu spüren. Dennoch scheint sich nun ein ähnlicher Prozess abzuzeichnen wie in dem Roman. Es sind auch hier die Technokraten, denen die Kontrolle des Systems obliegt, die langsam und widerstrebend einräumen, dass es am Ende ist.

Vor einiger Zeit schlug Mark Carney von der Bank of England Alarm, es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich an der Situation eines geringen Wachstums, einer niedrigen Inflation und minimaler Zinsen etwas ändern werde. Und die Bank für internationalen Zahlungsausgleich – eine Art Zentralbank der Zentralbank – warnte, dass „die Weltwirtschaft nicht in der Lage zu sein scheint, zu einem nachhaltigen und ausgewogenen Wachstum zurückzukehren“.

Am deutlichsten zeigte es sich am vergangenen Donnerstag beim IWF. Bemerkenswert an der Einlassung des Internationalen Währungsfonds ist weniger der Inhalt, sondern wer sie getätigt hat und mit welcher Offenheit. In der wichtigsten Publikation des IWF haben drei Top-Ökonomen einen Essay mit dem Titel veröffentlicht: „Neoliberalismus: Zu teuer verkauft?“

Allein die Überschrift lässt aufhorchen. Von Beginn an haben etablierte Wirtschaftswissenschaftler und Politiker geleugnet, dass es so etwas wie den Neoliberalismus überhaupt gibt und ihn als linken Kampfbegriff zurückgewiesen. Und jetzt kommt der IWF daher und beschreibt, wie eine „neoliberale Agenda“ sich während der vergangenen dreißig Jahre über den Globus ausgebreitet hat. Damit ist gemeint, dass immer mehr Staaten ihre sozialen und politischen Einrichtungen nach den Prinzipien des Marktes ausgerichtet haben. In Großbritannien sind nach Meinung von Will Davies – dem Autor von The Limits of Neoliberalism – zwei Beispiele dafür das Gesundheitssystem und die Universitäten, „wo die Seminarräume in Supermärkte verwandelt werden“. Die Aufgaben der öffentlichen Hand werden immer mehr von Privatunternehmen übernommen und an die Stelle von Demokratie tritt der Wettbewerb.

Nun räumen also auch die Wissenschaftler des IWF ein, dass dieser Prozess verheerende Folgen hatte. Der neoliberale Umbau der Gesellschaft hat kein wirtschaftliches Wachstum gebracht, sondern lediglich ein paar wenige erheblich viel reicher gemacht. Die Zahl derjenigen, die auf Lebensmitteltafeln angewiesen sind, weil der Staat sich aus der Daseinsvorsorge zurückgezogen hat und die Löhne zum Leben nicht mehr reichen, nimmt hingegen stetig zu. Der britische Schatzkanzler George Osborne würde seine Sparpolitik wohl mit dem Hinweis rechtfertigen, wirtschaftlich stabilen Zeiten seien der richtige Zeitpunkt dafür. Der Währungsfond sieht hingegen den „Rückbau des Staates … als einen weiteren Aspekt der neoliberalen Agenda“, dessen Kosten weitaus größer sein könnten als der Nutzen.

Hier müssen zwei Dinge beachtet werden: Zum einen kommt diese Studie von der Forschungsabteilung des IWF, also nicht von den Leuten, die in bankrotte Länder fliegen, mit zahlungsunfähigen Regierungen über Bedingungen für einen Kredit verhandeln, und diese einem fiskalischen Waterboarding unterziehen. Seit 2008 hat sich zwischen dem, was der IWF denkt und dem, was er tut, eine Lücke aufgetan. Denn zum einen sind die Wissenschaftler zwar sehr viel weiter, als Beobachter für möglich gehalten hätten. Doch sie sind in ihrer Analyse seltsam inkonsistent und schreiben an anderer Stelle über die Privatisierung, sie würde zu „einer effizienteren Bereitstellung von Dienstleistungen“ und weniger Staatsausgaben führen. Wer so etwas behauptet, dem kann man nur raten, sich den Fall der geplanten Atomreaktoren Hinkley Point C anzusehen, wo die Kosten völlig aus dem Ruder laufen.

Dennoch handelt es sich um einen bemerkenswerten Bruch des neoliberalen Konsenses durch den IWF. Zwar räumen Politiker und Ökonomen mittlerweile ganz offen ein, dass es die Instrumente der modernen Finanzwirtschaft unbrauchbar sind, um bestehende Ungleichheit zu bekämpfen. Doch sie behandeln letztere stets als Abweichungen von der eigentlich gut funktionierenden Norm. Nun befasst sich ein großes Finanzinstitut immerhin mit der Ursache, anstatt mit den Folgen – und verortet diese in der Politik. Da verwundert es nicht, wenn der Hauptautor der Studie sagt, dass der Fond diese Untersuchung vor fünf Jahren so nicht veröffentlicht hätte.

Seit den Achtzigern hat die politische Elite geleugnet, nach ideologischen Vorgaben zu handeln. Man tue schlichtweg das einzig Richtige. Das kann man aber auf Dauer nur behaupten, wenn es funktioniert. Seit dem letzten Crash versuchen Zentralbanker, Politiker und Fernsehkorrespondenten, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, man könne mit diesem Trick und jenen Milliarden die Wirtschaft wieder auf den guten alten Wachstumskurs bringen. Sie sind minutiös jede Seite des Lehrbuchs durchgegangen, haben die Banken gerettet, die Ausgaben gekürzt, die Löhne und Renten eingefroren, Milliarden in die Finanzmärkte gepumpt – und dennoch will und will das Wachstum einfach nicht wieder anspringen und dümpelt blutleer vor sich hin.

Je länger die Stagnation anhält, desto deutlicher wird auch, dass das Wachstum nicht nur viel geringer ausfällt als angekündigt, sondern die abhängig Beschäftigten auch viel weniger davon profitieren. Im vergangenen Jahr hat die Denkfabrik der reichen Länder namens OECD eine bemerkenswerte Konzession gemacht. Sie räumte ein, dass der Anteil, den die arbeitende Bevölkerung Großbritanniens vom Wachstum des Landes abbekomme, auf dem geringsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg gefallen sei. Dasselbe oder noch Schlimmeres gelte für die Arbeiter in allen Ländern des kapitalistischen Westens.

Red Plenty endet mit dem Politiker Nikita Khrushchev, der vor seiner Datsche, in die er sich zurückziehen musste, auf- und abgeht. „Das Paradies“, ruft er aus, „ist ein Ort, nach dem die Menschen sich sehnen, nicht einer, aus dem sie fliehen. Was für ein Sozialismus ist das? “Was für ein Mist ist das, wenn man die Menschen in Fesseln halten muss? Was für eine soziale Ordnung? Was für ein Paradies?

Ökonomen schreiben leider nicht wie Schriftsteller, aber zwischen den ganzen Graphiken und der technischen Sprache kann man den langsamen Tod einer Ideologie herauslesen.

Übersetzung: Holger Hutt

Kommentare (62)

Comparse 02.06.2016 | 12:14

....seinen verarmten Mitfahrern zu Wohlstand zu verhelfen, damit sich ihre Gesichter entspannen und die besorgten, von Hunger und Not geprägten Züge aus ihnen verschwinden mögen.....

Wann hat man so etwas in der UdSSR beobachtet?

1945 oder wann?

„Das Paradies“, ruft er aus, „ist ein Ort, nach dem die Menschen sich sehnen, nicht einer, aus dem sie fliehen. Was für ein Sozialismus ist das? “Was für ein Mist ist das, wenn man die Menschen in Fesseln halten muss? Was für eine soziale Ordnung? Was für ein Paradies?"

Es ist wohl das gleiche Paradies, aus dem Adam und Eva sich selbst herauskatapultiert haben, als sie eine gesetzte und notwendige Grenze überschritten hatten.

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Ehemaliger Nutzer 02.06.2016 | 12:33

den langsamen Tod einer Ideologie herauslesen

Ideologien sterben schneller als Religionen

Er träumt in der Moskauer U-Bahn sitzend davon, seinen verarmten Mitfahrern zu Wohlstand zu verhelfen, damit sich ihre Gesichter entspannen und die besorgten, von Hunger und Not geprägten Züge aus ihnen verschwinden mögen.

Ob der IWF jetzt die gleichen Träume hat?

Wer sorgt dafür, dass diese authentischen Gesichtszüge nicht mit dem Begriff "Schönheit" in Zusammenhang gebracht werden (außer wenigen Belegen in der Dokumentarfotografie), sondern künstlich zusammenoperierte und geschminkete Fassaden in Armani oder im eitlern Größenwahn der Dekadenz?

Stellen Sie sich nur einmal vor, was wäre, wenn plötzlich über Nacht in den Parlamenten und an den anderen Schaltstellen der Macht nur die Armen und Ärmsten sitzen würden. Hätten wir dann nicht schlagartig eine andere – ich will erstmal gar nicht sagen: eine „bessere“, aber eben doch eine andere – Politik?

Wie kommt es denn, dass die in den Parlamenten sitzenden Politiker kaum je die Interesse der Armen vertreten, obwohl es sich um einen bedeutenden Bevölkerungsanteil handelt?

Dafür gibt es viele Ursachen. Grundlegend scheint mir: Der Umgang mit den Armen in unserem Land ist oftmals gekennzeichnet von offener oder heimlicher Verachtung und Ausgrenzung; und das zieht sich von da eben auch bis in die Parlamente. Ich möchte gar nicht wissen, wie weit die klassistischen Ressentiments gegenüber den Prekären in unserer Gesellschaft bei so manchem Abgeordneten gehen.

Eine Politik, die den Armen in unserem Land richtig hilft, ist einfach „nicht sexy“. Mit solch einer Politik würden viele Parlamentarier auf Ablehnung bei genau den Schichten und Klassen in der Gesellschaft stoßen, die ihnen ihre Stimme geben und von denen natürlich auch die größten Spenden und maßgeblichste politische Unterstützung zu erwarten sind.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=33580

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Ehemaliger Nutzer 02.06.2016 | 12:39

als sie eine gesetzte und notwendige Grenze überschritten hatten.

Gemein dabei ist schon, das die "Grenze" die Frucht von Baum der Erkenntnis war.

Doch vielleicht steckt da auch eine ganz tiefe Wahrheit dahinter: die Unfähigkeit des Menschen als Teil der Natur einfach glücklich zu leben, sondern sich einzubilden, etwas "Besseres" zu sein OHNE unterscheiden zu können, dass JEDE Erkenntnis auch die Seite des möglichen Mißbrauchs beinhaltet und nicht zu verhindern ist, wenn man sie erkannt hat.

Heinz Lambarth 02.06.2016 | 12:46

Gemach, gemach - es kann gut sein, dass "der" neo-liberalismus als politische doktrin demnächst gegen etwas "moderneres" ausgetauscht wird, aber das sich die "systemdenker" des kapitalismus von der neo-klassischen wirtschaftstheorie verabschieden, ist wohl nicht zu erwarten.

Die neo-klassische wirtschaftstheorie bietet mit ihren unterkomplexen annahmen von der inhärenten tendenz zum gleichgewicht, über die uneingeschränkte verfügbarkeit von informationen bis zur existenz des homo oeconomicus jenes set an (einfachen) handlungsvorschriften, die die (überforderte) politik unter den bedingungen einer hyperkomplexen realistät nur allzu gern zur anwendung bringt.

Eine ökonomische theorie, die die "...Komplexität der Realität auf null reduziert" (https://makroskop.eu/2016/05/mikrooekonomische-fundierung-und-makrooekonomische-desaster/) wird schon wegen ihrer einfalt so schnell nicht aufgegeben werden - die frage ist nur unter welchem (deck)namen sie demnächst wiederaufersteht.

Fro 02.06.2016 | 13:01

Danke, auch ein interessanter Artikel.

Ein Zitat:

"Politiker und Institutionen wie der IWF, die sie beraten, dürfen sich nicht von Glauben lenken lassen", schreiben die Ökonomen. "Sie sollten geleitet werden von Nachweisen, was wirklich funktioniert."

Und weil kein Nachweis erbracht werden kann, dass neoliberale Politik und Wirtschaft das Wohle der Allgemeinheit fördert, glauben unsere politischen Dienstleister den (blödsinnigen) Heilsversprechen neoliberaler Prediger.
Eigentlich ein Fall für Sektenbeauftragte.

karamasoff 02.06.2016 | 13:28

Ja, dieser Neoliberalist. Noch so ein Neo, hat sich aber für die andere Pille entschieden. Und diese Matrix ist keine Dystopie, es ist eine reale, realisiert mit medialen Denkmatrizen. Aufrechterhalten von Agenten dieser Realmatrix aus gepushten, unterdrückten, verschwiegenen, zurechtgetrimmten und auch glatt gelogenen Nachrichten und nudging methods, von den Baberowskis, Münklers, Gaucks, Sinns, Kauders, Petrys, Storchs, Gaulands, Kretschmanns, Harms, Fischers, Gabriels, Weises, Springers, Bertelsmanns, deutschen Michels und Michaelas...ein Heer von Anständigendarstellern.

Anständig, wie in: anständig verprügelt, der " Anstand auf den Waldhasen zur Disziplinierung der übereifrigen Jungjäger"(dt. Jagdlexikon), keinen Anstand nehmen (aka keine bedenken tragen), "die gehört nur mal wieder anständig rangenommen", anständig Essen gehen, anständig die Meinung geigen, einen anständigen Preis bezahlen....

und dabei anstandslos die Realität akzeptieren.

Fro 02.06.2016 | 13:57

Dabei könnte es so einfach sein: Es müsste nur die Gier aus diesem System entfernt werdenWer könnte etwas dagegen haben?
Und die gesetzliche Grundlage ist gegeben. Diebstahl, Wucher und Vorteilsannahmesind verboten. Da müssten nur die Grenzen sinnvoll eng gesetzt werden.

Und dann entwerfe man in einem freien bundesweiten Diskurs eine wirklichkeitskompatible Vision, wie ein faires, soziales, umweltfreundliches und demokratisches Gesellschaftssystem aussehen könnte... Das wäre bitter nötig. Der nächste Crash ist nicht weit ...

Zack 02.06.2016 | 14:34

Neoliberale(r) Prediger.
Eigentlich ein Fall für Sektenbeauftragte.

Und wenn die „neoliberalen“ Freunde des raffenden Kapitals beim Sektenbeauftragten eintreffen, wer sitzt da schon im Wartezimmer und murmelt sein Mantra verkehrter Entgegensetzungen von Finanzkapital und Realwirtschaft?

Richtig, die volksfreundlichen Idealisten des schaffenden Kapitals und eines kapitalistischen Gemeinwesens mit menschlichen Antlitz.

Fro 02.06.2016 | 15:18

Wo ist jetzt das Problem? Ist doch nur gut, wenn sich Leute freiwillig einer Beratung anvertrauen um von lästigen, weil mit der Wirklichkeit nicht kompatiblen, ideologischen Abhängigkeiten los zu kommen.

Wobei es außer Ihnen ja nur einige Hardliner-Nazis gibt, denen die Unterteilung zwischen „raffendem“- und „schaffendem Kapital“ wichtig ist. Also kein großes Problem. Seltsam aber, diese uralte Nazileier hier lesen zu müssen.

Fro 02.06.2016 | 17:07

Ich verstehe schon, was Sie sagen wollten. Nur störte mich der Rückgriff auf Nazi-Denke+Sprech. Nichts für ungut.

Und es ginge ja derzeit nicht darum, die Nutznießer des derzeitigen Systems zu geißeln – sie bewegen sich einfach im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die ihnen die Politik bietet. Es geht um die notwendige Entwicklung einer klug durchdachten Alternative, die von der absoluten Mehrheit der Bürger gut geheißen werden kann. Die Bürger müssten dabei die Möglichkeit haben konstruktiv ihr Wissen und ihre Wünsche einzubringen. Des weiteren ginge es um die Inanspruchnahme des politischen Personals, dies durchzusetzen. Arbeitsverweigerer und Fremdbestimmte müssten abgewählt und durch echte Vertreter der Bürgerinteressen ersetzt werden.

Columbus 02.06.2016 | 18:20

Ein überzeugender Artikel Aditya Chakraborttys, prima übersetzt von Holger Hutt.

Allerdings stammt die geschilderte Studie, die das bisherige Wirken des IWF geradezu konterkariert, aus der Forschungsabteilung der Welt- Finanzorganisation, nicht aus der Exekutive.

Ähnliche Thesen, bezogen auf die Entwicklungspolitik und die Welt- Umweltpolitik, kamen vor ein paar Jahren auch aus der Weltbank, die einen Teil ihrer Förderungen daraufhin umstellte.

Die reale Wirkung des Umdenkens, ist, wie unser britischer Freund im Denken es treffend bemerkt, bisher kaum zu sehen.

Schlimmer noch: Alle wichtigen Länder, bis auf die USA und China, führen nun Schuldenbremsen ein, die zum Ende dieses Jahrzehnts erst richtig wirken. - Ein Narr, wer Böses dabei denkt.

Den spezialdemokratischen Tanker umzusteuern, das gelingt schon allein deswegen nicht, weil die Anhänger des Alten (seltsame Sozialdemokraten und erstarrte, christliche Unionisten und Schwaben- Grüne) derzeit auf dem absoluten Gipfel der Macht, fast schon als große Einheitspartei, noch ein wenig verweilen wollen, bevor sich Angela Merkel, die auch wirklich gar nichts vom Ende her bedacht hat, auf einen höheren Ehrenposten oder in den Ruhestand begibt und Sigmar Gabriel zu VW oder Airbus wechselt.

Sie hat dann, einschließlich der nächsten Wahlperiode, vielleicht mit Stabübergabe zur Hälfte der Amtszeit, genauso perfekt alles ausgesessen, wie ihre großen Vorbilder in diesen Dingen. Es kommt trotzdem immer noch viel zu sehr an, bei den Leuten.

Derzeit werken aber fast alle Regierungen Europas und die sie stützenden Parteien, an einem, nach außen undurchsichtigen und abgeschotteten Sicherheitsapparat, der im Wochentakt, siehe Frankreich, siehe Deutschland, durch Kabinette und Parlamente weiter ertüchtigt und ermächtigt wird.

Man könnte auch sagen Politiker und Beamte sichern sich ab, um im Ernstfall die Mittel an der Hand zu haben, eine Krise zu kontrollieren. Sind es zufällig rechte PolitikerInnen, die durch den Wählerwillen dazu ermächtigt werden, dann werden sich alle Klagen gegen das Vorgehen der türkischen Politik als Gebimmel an der falschen Stelle erweisen.

Denn was der türkische Staat vorexerziert, wird dann nationale Politik in Europa, in mehr als nur ein paar durchdrehenden Kleinstaaten und auf einer ganz anderen technisch- infrastrukturellen Ebene. - Momentan mag mir das niemand glauben, aber es gehört ausgesprochen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Moorleiche 02.06.2016 | 19:21

Hallo Columbus.

Hm. Ich fand den Artikel jetzt weniger überzeugend.

Neben dem nicht ganz unerheblichen Einwand, dass die Realität einfach eine andere ist, als der Artikel suggerieren möchte, bin ich speziell an einer Stelle hängen geblieben:

Nun räumen also auch die Wissenschaftler des IWF ein, dass dieser Prozess verheerende Folgen hatte. Der neoliberale Umbau der Gesellschaft hat kein wirtschaftliches Wachstum gebracht, sondern lediglich ein paar wenige erheblich viel reicher.“

Hallo? Darum ging es doch nie. Es liegt im Wesen des Neoliberalismus, dass das Wirtschaftssystem vom Finanzsystem weitgehend entkoppelt ist und dass sich lediglich einige wenige besonders dreiste Spekulanten daran eine goldene Nase verdienen ist vielleicht ungerecht, eklig, Teil des Spiels, was auch immer, jedensfalls kein Indiz für den Tod, nicht mal eine Erkältung des Neoliberalismus. Wie schon ober erwähnt. Tot sind die Versprechungen, die daran geknüpft waren. Die lauteten: Freie Bahn für die Wirtschaft, weg mit allen unguten Regulierungsversuchen, dann wird alles besser und wir mit Sozialleistungen aus den überquellenden Kassen überschüttet. Erst streifte man die Sozialleistungen ab, denn immer ist das Argument, gerade jetzt dürfe man die Dynamik nicht stören, dann die Realwirtschaft, die allerdings auch noch nicht am Boden liegt.

Doch über allem schwebt der Geist der Finanzbranche, mit Produkten losgelöst von jedem Realwert und durch Hochfrequenzhandel und Kursmanipulationen aufgebläht.

Columbus 02.06.2016 | 20:30

Ja, weitgehend entkoppelt. Volle Zustimmung, Moorleiche.

Aber eben darum unglaublich wirkmächtig in der Realwirtschaft!

Wer kann sich eine größere Goldmine kaufen? - In den kleineren wühlen die Einheimischen im Dreck, wie zu den besten Zeiten des Manchester- Kapitalismus, wie zur Zeit der Entstehung der berühmten Sebastião Salgado- Fotos, wie zu Zeiten der attischen Silberminen.

Wer enteignet Ureinwohner, um dann riesige Gebiete sein Eigen nennen zu können und darauf Palmöl zu pflanzen, das hier die Nusscremes ganzjährig und in rauen Mengen schmackhaft macht und in fast jedem Kosmetik- Produkt steckt?

Wer erhält Claims fürs Fracking oder eben für eine Schar an Mini- Kernkraftwerken?

Wer kann sich auskaufen, aus der Verantwortung für den Strahlenschrott?

Wer darf, gegen vorsorgliche Abschreibung im eigenen Businessplan, Gesetze brechen und schlichtweg Verbraucher und Staat täuschen und trotzdem noch Dividenden zahlen und Gehälter fürs Management erhöhen, während er gleichzeitig die Belegschaft auf härtere Zeiten trimmt?

Wer darf, im Prinzip beliebig, Merger tätigen und dafür exorbitante Summen neu schöpfen lassen, mit einer kleinen Zahl großmächtiger Bankpartner, die die absolute Lizenz vom Herrn von Staat erhielten?

Die globale Realwirtschaft und ihre Grundlage, die Ressource Erde, geraten derzeit beschleunigt in Gefahr. Nur wir wollen davon noch nichts wissen. Derzeit heißt es, Augen zu und durch. Wofür haben wir die immer adrette und immer "heiter gelassene" Talkshow- Haltung schon zur Politik an sich erklärt?

Selbst die simpelste Milch ist nicht mehr Nahrung, sondern Fabrikprodukt und völlig dem Markt ausgeliefert. So schmeckt sie meist auch. Und unsere Kinder sind tieftraurig, wenn es nicht das neueste Smartphone vom großen Apfel ist, mit dem sich Stuss durch die Welt verbreiten lässt.

Alles das geht nicht ohne das abgekoppelte private Kapital, das sich gerade erst voll bewusst wird, welche Möglichkeiten eine neue Art Adel, sogar mit vielfältigen Heirats- und Verwandtschaftsverhältnissen, fast schon Stammbäumen (China geht voran, die USA sind schon weit), ihm mit zwanzig, dreißig Jahren neoliberaler Gesetzgebungstätigkeit geschenkt wurden.

Die krönenden Abschlüsse bilden die "Freihandelsabkommen".

Piketty hat völlig Recht. Wir gehen auf Zeiten zu, in denen eine neue Klasse der Vermögens- und Eigentumsbesitzer hauptsächlich davon lebt und damit herrscht, diese Mittel einzusetzen um weiter abzuschöpfen. Eine neue Rentiersklasse, ca. 13- 14 Millionen sind es derzeit weltweit, beginnt zu herrschen. Wir dürfen sagen, wir sind dabeigewesen und einige Viele sagen, wie Don Alfonso, der größte Stecher, es sei auch gut so.

Beste Grüße

Christoph Leusch

Nil 02.06.2016 | 20:52

Danke für den Artikel. Der nachfolgende Artikel in der ZEIT passt zum Thema:

Grundeinkommen: Wer hat Lust auf Arbeit? Künftig werden Roboter nicht nur Autos montieren, sondern auch Loks fahren und Menschen operieren. Das erfordert einen neuen Sozialstaat und ein Grundeinkommen für alle.

Ein Gastbeitrag von Thomas Straubhaar

Wer wird noch freiwillig arbeiten, wenn es keinen Arbeitszwang gibt? Spannende Frage. Stellt man sie verschiedenen Menschen, erhält man eine paradoxe Antwort: Fast niemand will mit dem Arbeiten aufhören. Fast alle aber glauben, dass sich alle anderen ganz anders verhalten und auf die faule Haut legen würden.

Andere wiederum argumentieren: Unser Wirtschaftsmodell sei existenziell darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, die durch Existenznot und Erwerbsdruck zu zwingen wären, für wenig Geld Jobs anzunehmen, die niemand gerne macht. Was für ein zynischer Irrtum. Es ist höchste Zeit, mit diesem anachronistischen Ausbeutungssystem des Frühkapitalismus aufzuräumen.

Im Zeitalter der Digitalisierung ist es mehr denn je wirtschaftlich unsinnig, Menschen zu zwingen, Arbeiten zu erledigen, die menschenunwürdig sind. Der Mensch ist ökonomisch zu wertvoll, um ihn gefährliche, riskante und gesundheitsschädigende Arbeiten machen zu lassen und ihn dann Jahrzehnte bis zum Lebensende krank durch den Sozialstaat zu schleppen. Das ist eine Privatisierung der Arbeitserträge und eine Sozialisierung der Folgekosten. Das kann ökonomisch nicht effizient sein. Es muss doch alles was möglich ist getan werden, damit Menschen bei der Arbeit körperlich und auch geistig gesund bleiben und nicht krank, ausgebrannt oder sogar nachhaltig versehrt werden.

Die Digitalisierung wird dazu führen, dass Automaten und Roboter den Menschen aus der Produktion verdrängen. Nicht nur standardisierte einfache Arbeiten am Fließband, an Supermarktkassen oder im Büro werden verschwinden. Auch bei qualifizierteren Tätigkeiten wie die von Lokomotivführern, Versicherungsmaklern oder Buchhaltern werden Menschen zunehmend überflüssig. Das ist vor allem dort ein Segen, wo bislang Menschen gefährliche, schmutzige oder risikoreiche Jobs im Hoch- und Tiefbau, auf Dächern und in Tunnels, in Schlachtereien und Labors oder bei Kontroll- und Wachdiensten ausüben mussten. Hier werden in Zukunft Bauroboter Ziegel schleppen und Fenster montieren, Industrieroboter werden neue Materialien, Bau-, Wirk- und Wertstoffe anwenden, intelligente Automaten und selbstgesteuerte Kameras werden prüfen, bewachen, kontrollieren und reagieren und dreidimensional einsatzfähige Polizeiroboter werden für die innere Sicherheit sorgen. Überall wird es möglich sein oder muss es möglich gemacht werden, Menschen in ihrer unantastbaren Würde vor physischer und psychischer Schädigung zu schonen und sie in der frei gewordenen Zeit für bessere und weniger strapaziöse Jobs weiter auszubilden.

Die Digitalisierung wird nicht nur Millionen von Jobs vernichten, sie wird auch Millionen von neuen Arbeitsplätzen schaffen. Viele davon in Bereichen, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Sicher ist, dass Arbeit mehr und mehr ein radikal anderes Gesicht, eine andere Bedeutung und einen neuen Stellenwert erhalten wird – gesellschaftlich und wirtschaftlich. Dem muss der Sozialstaat des 21. Jahrhunderts Rechnung tragen.

Die menschliche Arbeit durch Roboter und Maschinen zu ersetzen bedeutet das Ende eines Sozialstaates, dessen Finanzierungsgrundlage das Arbeitseinkommen darstellt. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde "(Lohn-)Arbeit zum entscheidenden Faktor der Wertschöpfung, zum wichtigsten Kriterium für das Selbstwertgefühl des Menschen und zur vorrangigen Quelle für die Einnahmen des Staates", sagt Konrad Paul Liessmann, Professor für Philosophie und Ethik an der Universität Wien. Wenig bis nichts mehr davon behält im Zeitalter der Digitalisierung seine Gültigkeit.

Arbeit wird immer weniger das Maß aller Dinge sein

Arbeit wird immer weniger das Maß aller Dinge sein und weniger denn je wird nur wer arbeitet ein Mensch sein, der sozialpolitischer Unterstützung bedarf. Weder wird es noch einen allgemeintypischen, für alle mehr oder weniger gültigen Normalfall einer lebenslangen Erwerbstätigkeit geben, noch wird die einseitige Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme über das Arbeitseinkommen dem durch die digitale Revolution ausgelösten Strukturwandel gerecht.

Die Zukunft erfordert einen "blinden" Sozialstaat. Er muss alle Einkommen – also Löhne, Zinsen, ausgeschüttete Gewinne, Dividenden, Tantiemen, Mieteinnahmen, Transaktions- und Spekulationsgewinne – gleichermaßen und mit dem gleichen Steuersatz in die Pflicht nehmen und nicht die eine gegenüber der anderen Einkommensform bevorzugen oder benachteiligen. Es gibt viele gute und wenig schlechte Gründe dafür, unbesehen, ob Menschen, Roboter oder Maschinen am Werk waren, alle Wertschöpfung an der Quelle ihrer Entstehung vom ersten bis zum letzten Euro mit einem einheitlichen Steuersatz zur Finanzierung staatlicher Aufgaben zu belasten.

Ein soziales Sicherungssystem, das einseitig auf Beiträgen aus Lohneinkommen basiert, ist ein Anachronismus aus der Zeit der Industrialisierung und der ungebrochenen lebenslangen Erwerbsbiografien, als das Arbeitseinkommen des Mannes die wichtigste Quelle eines Familieneinkommens darstellte. Die Individualisierung hat das traditionelle Rollenverständnis und die Solidargemeinschaft der Familie infrage gestellt. Die Arbeitswelt von heute verursacht Brüche und erfordert Auszeiten zur Neuorientierung. Beiden Veränderungen muss ein modernes Sozialsystem gerecht werden. Und eine Verlagerung der Finanzierung der sozialen Sicherung von Lohnbeiträgen auf eine Wertschöpfungssteuer erfüllt genau diese Forderung.

Ein Grundeinkommen könnte helfen

Es ist kein großes Wunder, dass im Zeitalter der Digitalisierung die alte Idee eines Grundeinkommens weltweit neue Unterstützung erhält. Kein anderes Modell trägt als integriertes Steuertransfermodell aus einem Guss sowohl den Folgen der Digitalisierung wie den Wirkungen der Individualisierung Rechnung. Am Sonntag entscheiden die Schweizer in einem Referendum darüber.

Wo und wie weit Roboter Menschen aus der Arbeit drängen werden, hängt von den Kostenunterschieden zwischen Löhnen und Maschinen ab. Und ob noch jemand Lust und Wille hat niedrig bezahlte, aber für die Gesellschaft wichtige Tätigkeiten auszuüben, wird von der Höhe eines Grundeinkommens abhängig sein. Je höher das Grundeinkommen, umso höher müssen die Steuersätze zur Finanzierung sein und umso geringer dürften die Arbeitsanreize bleiben. So einfach funktionieren die Regeln der Ökonomik – auch im Zeitalter der Digitalisierung und auch bei einem Grundeinkommen.

Magda 02.06.2016 | 22:58

Tot ist er bestimmt nicht - der Neoliberalismus. Die Überschrift ist schon ein bisschen sehr absolut. Aber, zumindest "angezählt", denn wenn sich Experten so äußern, dass die Nachteile die Vorteile überwiegen, dann wird das schon eine ziemliche Rolle spielen. Abgesehen davon: Der Neoliberalismus ist ja auch weltweit in Verruf - es ist ihm schon "erklärt" worden, dass er überall auf Widerstand trifft. Schon seit der Finanzkrise ist er in der scharfen Kritik. Die Frage ist eher: Wer bringt die meisten Kräfte hiner sich, wenn er bekämpft wird: Die Rechten oder die Linken.

Ein System auf dem - allerdings verlustreichen - Rückzug.

Columbus 03.06.2016 | 00:19

Da würde ich schreiben, dass Marxens Gespenst durchaus wieder sichtbar wird, in Europa und eben auch ein rechter Radikalismus. Der Wettlauf ist unentschieden, ob Kleinman und Frau Mustermann es erneut mit Rechts probieren oder ob es nochmals eine andere Linke gibt.

Aber die klare Front gegen Rechts, die ist mir lieb und wichtig. Ich habe keine Lust und sehe keinen Sinn darin, die Rechten nun auch noch unter Linken herbeizudenunzieren. Das ist eine Arbeit für die ganz speziellen K- Gruppen unter uns. Mögen sie tun, was sie nicht lassen können. Mir ist das "pfft".

Zur Überschrift: Grundsätzlich machen Redaktionen, nein, eine RedakteurIn oder ein Teilteam der Red., die Überschriften. Ich trenne geistig immer die Überschriften ab und schaue hinterher, ob sie den Inhalt treffend zuspitzen oder ob es passte, dass mich die kontrafaktische Ü. zum Lesen animierte.

Beste Grüße und nun viel Schlaf

Christoph Leusch

Community84 03.06.2016 | 00:50

"Es ist wohl das gleiche Paradies, aus dem Adam und Eva sich selbst herauskatapultiert haben, als sie eine gesetzte und notwendige Grenze überschritten hatten."

Ich lese das und lache automatisch. Weil es so einfach ist mit der Wahrheit. Zu einfach, das man denkt, es sei nicht wahr. Ja es sind diese Grenzen, die uns von der Freiheit, dem Paradies, abhalten. Das Paradies ist die Freiheit, ein leerer Begriff, aber ich glaube, zu spüren, was einmal war. Es ist nur ein Gefühl. Mehr nicht. So als ob ich es mir zurückerobern wollte. Aber das Paradies ist hier und ich bin dort. Die Grenze ist die Vorschrift, die Vorschrift, wie die Welt funktioniert. Nur wer sich anpasst, der überlebt in dieser Welt. Das hat aber nichts mit Freiheit zu tun. Zumindest kann man sie sich im Geist denken. Warum? Weil es mal war, das Paradies und die Freiheit. Es ist wie die DNA, die man vergessen hat.

Kommentar beantworten

Anthrophilus 03.06.2016 | 01:01

Zur Kenntnisnahme - folgende Fehler im Text:

... Und jetzt kommt der IWF daher und beschreibt, wie eine „neoliberale Agenda“ sich während der vergangenen dreißig Jahre über den Globus ausgebereitet hat. Damit ist ...


... Der neoliberale Umbau der Gesellschaft hat kein wirtschaftliches Wachstum gebracht, sondern lediglich ein paar wenige erheblich viel reicher. (?) Die Zahl derjenigen, die auf Lebensmitteltafeln


... eine Lücke aufgetan. Denn zum die die Wissenschaftler (?) zwar sehr viel weiter, als Beobachter für möglich gehalten hätten. Doch

Vielleicht mal korrigieren? mfg

Ratatörskr 03.06.2016 | 09:03

Das kann man doch erst beurteilen, wenn einmal beide Gesellschaftssysteme in einem freien "Wettkampf" der Systeme handeln können. Ist es der Unterschied, dass sozialistische Regierungen erkämpft oder gewählt wurden und kapitalistische scheinbar gewählt, eher gekauft oder erzwungen wurden?

Zeugt die Angst vor diesem Wettkampf den Hass, den wir gerade wieder erleben, im Verhalten unserer Regierung, dem ein sinnvoller Umgang mit Putin den "lieben Freunden" geopfert wird. Politische Unvernunft aus persönlichem Hass? Putin vs. Erdogan? "Man muss ja nicht in Allem einer Meinung sein", die banale Sicht der Dinge im Verhältnis zu Erdogan, dem Freund. Die Krönung dieser Schlichtheit erlebten wir gestern bei der Abstimmung über den Völkermord der Armenier. Merkel soll die Abstimmung unterstützen, bleibt ihr aber fern. Wie mickrig ist so ein Charakter?

McCarthy ist tot, es lebe McCarthy. ?

Ratatörskr 03.06.2016 | 09:29

Schwere Frage: Der neoliberale Umbau der kapitalistischen Gesellschaft ist doch eher nur der Ausbau dieser Gesellschaft und das könnte man doch auch mit einer neosozialen Gesellschaft machen, um zu sehen, was wird! Auf unserem Globus gibt es nichts, was nicht verbesserungsbedürftig oder -fähig wäre!

Solange die romantisch-naive Vorstellung vom Wirtschaftskarzinom, der Kriegsinteressen und Krieglust nicht als der Untergang der Menschheit erkannt wird, werden wir nicht begreifen was es wirklich heißt, dass angeblich die Wirtschaften vor Kraft strotzen, die Arbeitlosigkeit weniger wird, aber dennoch immer mehr Menschen in Armut und Elend leben müssen.

So lange brauchen die Verschwörungstheoretiker den Irrglauben, dass eine soziale Gesellschaft teuflisch sei. Die Ironie der Geschichte ist, dass die Pharmaindustrie von allen Karzinomen profitiert.

Magda 03.06.2016 | 10:47

In Deutschland wird es sich entwickeln, da bin ich ziemlich sicher. In Deutschland dauerts immer länger. Die Debatten sind da, die Aktionen nehmen zu.

In Frankreich (Streiks) in Großbritannien (Labour unter Corbyn), in Portugal (Podemos im Wahlbündnis). Und auch außerhalb Europas gärt es, obwohl es da streckenweise eher wie Rückschritt aussieht.

Es ist überall Bewegung. Der Finanzwirtschaft geht es auch nicht großartig. Auch da droht immer der Absturz.

Ja, die Frage ist in der Tat wie sich die gegenwärtige Krise entwickelt. Kommen vernünftige linke Ideen und Entwürfe zum Zuge oder driftet alles nach rechts. (s. Columbus).

Und - noch immer ist "der Kapitalismus" außerordentlich reform - und anpassungsfähig.

chrislow 03.06.2016 | 12:10

Zitat:
"Der Tod des Neoliberalismus"

"Ökonomen schreiben leider nicht wie Schriftsteller, aber zwischen den ganzen Graphiken und der technischen Sprache kann man den langsamen Tod einer Ideologie herauslesen."

-> Weck in uns doch bitte keine falschen Hoffnungen...

Die haben doch verlernt, was als Alternative zum praktizierten Neoloberalismus in Extremform funktionieren würde (halbwegs funktioniert hat)

Moorleiche 03.06.2016 | 12:12

@ Columbus

@Magda

Es ist ja nicht so, dass ich dem Neoliberalismus, als eine Übertreibung des Kapitalismus verstanden, eine Träne nachweinen würde, aber das ist hier ja nicht das Thema.

Ob es nun wirklich Widerstände gibt oder ob das eher Gemurre ist, das sich auch wieder verliert, da bin ich mir allerdings unsicher. Ich bin auch kein Feind des Kapitalismus und kann mir lebhaft vorstellen, dass ein Kapitalismus, den man gesetzlich und politisch im Rahmen hält, der also wirklich ein Wirtschaftsmodell ist und keine Lebensweise, kein Nachteil ist.

Man kann als traditionell Linker, der ich nicht bin, da natürlich anderer Meinung sein, dass der Neoliberalismus (der in der heute gebrauchten Form ja auch eher Kampfbegriff als technischer Begriff ist) ein Übel ist, darüber brauchen wir nicht zu reden.

Ja, dominieren linke oder rechte Proteste? Gegen „Rechts“ zu sein, das klingt natürlich immer erst mal gut, damit hat man, über Jahrzehnte hatte das Geltung, wenigstens nichts falsch gemacht und es ließ sich manches legitimieren, was isoliert betrachtet vielleicht nicht so prickelnd wäre. Man diskutiert hier ja mit Edellinken, Leuten, die reflektiert denken, wirklich beste Absichten verfolgen und gegen deren Einstellungen und Vorstellungen man nichts haben kann. Nur umfasst „Linkssein“ eben auch eine breite Palette, damit auch weniger reflektierte Geister, Spinner und Gewalttäter. Die können mir dann ebenso gestohlen bleiben, wie die Spinner der anderen Seite.

Ansonsten sind Versuche eine gerechte Gesellschaft zu konstruieren irgendwann eine Frage die sich organisch ergibt, m.E. unabhängig von politischen Bindungen und Lagern. Der Neoliberalismus versucht aus allem noch Profit zu ziehen, jede Selbsthilfegruppe ist unterwandert und vermutlich gibt es auch bald Verkaufsmodelle für effektiven Protest. Das muss man nicht mögen, wir haben nun alle gelernt, dass Theoretiker des Neoliberalismus viel versprechen und im Grunde nichts davon halten, es würde mich freuen, wenn daraus ein durchdachter Widerstand wird. Ich bin da zwar im Zweifel, kann mich aber irren und würde mich über den Irrtum freuen.

Heinz 03.06.2016 | 13:20

Das Paradies

Das Paradies ist ein Ort ohne Glaubensbekenntnisse,
die braucht "man" erst jenseits von Eden.

Das unpersönliche "man" meint irgendjemanden oder die Ideologie von Interessensvertretern, die sich bedeckt halten wollen. Das persönliche Ich meint den Menschen an sich, seine und ihre Grundbedürfnisse. Die Einsicht in das Notwendige für die Menschen schafft erst eine humane Gesellschaft - das Paradies.


Das neoliberale Glaubensbekenntnis:

Ich bin der Herr,
dein Goldenes Kalb,

du sollst keine anderen Kälber haben neben mir.


Die Methode ist simpel.

Der Gewinn beim Verkehr von Waren und Dienstleistungen komuliert im Vermögen und steigert sich dort im Steuerparadies exponentiell. Die Wirtschaft wächst über einen langen Zeitraum linear. Werden die Vermögen in der sozialen Hängematte des Steuerparadieses nicht hin und wieder vernichtet, ist der Break Even Point absehbar, wann die Realwirtschaft nicht mehr ausreicht, um die sozialen Hängematten der Steuerparadiese zu alimentieren.

Magda 03.06.2016 | 15:01

Ich bin auch kein Feind des Kapitalismus und kann mir lebhaft vorstellen, dass ein Kapitalismus, den man gesetzlich und politisch im Rahmen hält, der also wirklich ein Wirtschaftsmodell ist und keine Lebensweise, kein Nachteil ist.

Ich bin es - im Grunde - auch nicht. Ich denke, nicht mal Sahra Wagenknecht ist es. Aber, was erkannt wird, ist dass der Neoliberalismus nicht mal dem Kapitalismus selbst gut tut. Es entwickelt sich nichts unter diesen Bedinungen einer neoliberalen Wirtschaft, die - angebllich - den Staat nicht braucht, aber sofort nach ihm schreit, wenn was nicht klappt (s. Bankenkrise) und Kohle will. Der Staat als Beute - das geht einfach nicht auf.

mhd 03.06.2016 | 19:35

gemerkt hat kaum jemand irgandwas - aber alle machen weiter bis es dann unübersehbar wird - um dann beklagt und/oder beschrien wird. Dabei wird immer so getan, als sei ""der" "Neoliberlismus" eine ganz besonders neue argumentative Figur: mit den Wölfen mitheulen, sowas kennen wir nicht nur hierzulande bereits seit Diederich Heßling - heutzutage allerdings als Reisetrottel vollkommen globalisiert im Hier und Nichts unterwegs

dos 04.06.2016 | 21:19

"Kein Einwand. Läuft ja seit geraumer Zeit unter der Kurzformel, dass Gewinne privatisert werden und Verluste sozialisiert."

In der Tat: die "geraume Zeit" beträgt wohl >30.000 Jahre, denn:

Wenn sie zur Umkehrung Verluste privatisieren woll(t)en, müss(t)en sie fragen: an wen, an welche Personen & Gruppen - und sind dann ganz schnell im NS und verwandten Strömungen, die sich dann welche "ausgucken", denen die Verluste auf's Auge gedrückt werden. Die paar, die dafür in Frage kämen, habe ich kürzlich genannt, - Pech nur, daß die selbst Teil der pseudo-linken und anderer Großhegemonien sind ...

Und wenn man Gewinne sozialisieren will, muß a) eine Motivations- u. Befähigungslage (= überschüssig-investbereites Geld, also pot. Invest.-Kapital, & im rational choice des h. oec. der "Anreizcharakter" der Möglichkeit zur Großakkumulation als Motiv ) erhalten bleiben oder (ähnlich wirksames )neu geschaffen werden, und b) sind leider die selbstreproduzierend-expansiven Strukturen eines persistierenden a) ebenfalls nicht gänzlich und einfach zu zerstören/wegzuschneiden, - was das ganze zu einem Ritt auf des Messers Schneide macht.

"Subventionen sind ja immer Teufelszeug, außer, wenn es um Banken geht. Da muss man nicht mal links sein, um das einfach gaga zu finden."

Naja, dafür wird vom Teufelszeug aber auch reichlich zu sich genommen: Kohle'pfennig' , EEG-Umlagen usw. sind ja nur die Spitze des Eisbergs, und die Stahlindistrie hat auch schon seit langem die Schürze breit gemacht ... schon mal zusammengerechnet, was zw. sagen wir 1960 und 2015 an Subventionen gelaufen ist, und wieviel davon an Banken ging?

Moorleiche 05.06.2016 | 09:44

Hallo DOS.

Wenn sie zur Umkehrung Verluste privatisieren woll(t)en, müss(t)en sie fragen: an wen, an welche Personen & Gruppen - und sind dann ganz schnell im NS und verwandten Strömungen, die sich dann welche "ausgucken", denen die Verluste auf's Auge gedrückt werden.“

Echt? Ich dachte, wir wäre dann ganz einfach im Kapitalismus und seiner Idee von Wettbewerb. Das Konstrukt der Systemrelevanz wird ja weit unterhalb der tatsächlichen, technischen Systemrelevanz angewendet. Konzerne/Banken, die also nicht systemrelevant sind, werden künstlich am Leben gehalten. Blöd nur, wenn das eingepreist wird. Wenn man eine Reifenfirma oder Tierarztpraxis eröffnet, sich mit der Anschaffung eines Röntgengerätes aber böse verzockt hat, kräht danach kein Hahn. Das Relevanzkriterium dürfte eher über die Beziehungen in die und Verflechtungen mit der Politik messbar sein.

Und wenn man Gewinne sozialisieren will, ...“

… könnte man das etwa über Beiträge regulieren. Erinnern Sie Sich kurz an die 10 Euro Quartalsgeld für Arztbesuche, deren Begründung war, dass dafür die Beiträge gesenkt würden. Wurden sie dann auch im überschaubaren Rahmen, zugleich wurden dann aber auch die Leistungen ausgelagert, in eigens zu erwerbende Zusatzleistungen. Also Augenwischerei, oft eien de facto Beitragerhöhung. Machen die Krankenkassen sehr gute Gewinne, wird nicht an die Mitglieder weitergegeben, sondern zurückgelegt, für harte Zeiten.

Was immer das ist, es ist kein Kapitalismus. Muss man ja nicht wollen, aber nach mehr Wettbewerb auf einigen Gebieten zu rufen, wenn man damit Gewinne einfährt, sich aber in der sozialen Hängematte zu wissen, wenn dies nicht der Fall ist, ist halt nicht so überzeugend.

... schon mal zusammengerechnet, was zw. sagen wir 1960 und 2015 an Subventionen gelaufen ist, und wieviel davon an Banken ging?“

Die Pointe ist auch hier, dass nicht dieselben Leute einmal für und einmal gegen Subventionen sein sollten. Wo ist der zugrundeliegende Symmetriegedanke hin? Damit ist inhaltlich noch nichts über den Wert von Subventionen ausgesagt.

dos 05.06.2016 | 17:33

|| „Wenn sie zur Umkehrung Verluste privatisieren woll(t)en, müss(t)en sie fragen: an wen, an welche Personen & Gruppen - und sind dann ganz schnell im NS und verwandten Strömungen, die sich dann welche "ausgucken", denen die Verluste auf's Auge gedrückt werden.“

Echt? Ich dachte, wir wäre dann ganz einfach im Kapitalismus und seiner Idee von Wettbewerb. ||

Und da denken sie eben falsch, der echte Pleitier sozialisiert seine Verluste ganz wesentlich in seinem Umfeld: Familie, Arbeitnehmer, seine Bank(en) etc. und trägt nur begrenzt, ich schätze im Schnitt zu 15 %, seine Verluste "selbst", wie auch sein vorgängiges Invest-Vermögen - ganz wesentlich in der Bewirtschaftungsform geronnener Arbeit und anderer Werte als Kapital - , i. d. R. vielen zugute kam.

|| Das Konstrukt der Systemrelevanz wird ja weit unterhalb der tatsächlichen, technischen Systemrelevanz angewendet. Konzerne/Banken, die also nicht systemrelevant sind, werden künstlich am Leben gehalten. ||

1. Ja, SR wird auch unterhalb echter SR, - zwengs Hilfe-Legitimation -, unterschoben.
2. Banken und ihr System sind SR-relevant u. viele Konzerne dazu.
Daß man Lehman hat krachen lassen, nachdem sie sich an Bear Stearns (the steer burns!) verschluckt hatte, die wiederum am Subprime-Handel und Wettgerüsten erstickt waren, ist ganz wesentlich für die Tragweite der folgenden F.-Krise.

|| Blöd nur, wenn das eingepreist wird. Wenn man eine Reifenfirma oder Tierarztpraxis eröffnet, sich mit der Anschaffung eines Röntgengerätes aber böse verzockt hat, kräht danach kein Hahn. ||

Doch, das Finanzwesen kräht da schon, oft so, daß es die Betroffenen schon gar nicht mehr hören können.

Da bin ich für einen Gegenstock, nicht rückzahlbaren Geldtender, von EZB & NCBs, der den hohen Geldwert bei wachsenden Schuld-Geldmengen bewirtschaftet/z. T. abschöpft.

Allerdings wäre wohl keine Unternehmung aus Reifenfirma oder TAP in den Genuß einer solchen Eventualsicherung je gekommen, weil solche Nischen eher über- als unterbesetzt bzw gesättigt sind, und schon einige pfiffige Umdrehungen in der Geschäftsaufstellung das hätten kompensieren müssen.

Der K'mus steht mit seinem langfristig hohen Geldwert bei Negativ- bis Niedrigs-Zinsen mit hoher Luft und Flexibilität der Produktionsfaktoren nach oben - sowie in Teilen (Nahrungs- u. a. LM) wettbewerblicher Aufstellung - vor einer Transformation, von der ich kaum glaubte, sie noch zu erleben.

|| Das Relevanzkriterium dürfte eher über die Beziehungen in die und Verflechtungen mit der Politik messbar sein.||

Nun, die hohen Verflechtungen sind wohl genauso der Relevanz des F.-Sektors in der Politik & der Verwaltung geschuldet, wie umgekehrt.

||„Und wenn man Gewinne sozialisieren will, ...“||

Re-Zitat:

muß a) eine Motivations- u. Befähigungslage (= überschüssig-investbereites Geld, also pot. Invest.-Kapital, & im rational choice des h. oec. der "Anreizcharakter" der Möglichkeit zur Großakkumulation als Motiv ) erhalten bleiben oder (ähnlich wirksames )neu geschaffen werden, und b) sind leider die selbstreproduzierend-expansiven Strukturen eines persistierenden a) ebenfalls nicht gänzlich und einfach zu zerstören/wegzuschneiden, - was das ganze zu einem Ritt auf des Messers Schneide macht.

|| … könnte man das etwa über Beiträge regulieren. Erinnern Sie Sich kurz an die 10 Euro Quartalsgeld für Arztbesuche, deren Begründung war, dass dafür die Beiträge gesenkt würden. Wurden sie dann auch im überschaubaren Rahmen, zugleich wurden dann aber auch die Leistungen ausgelagert, in eigens zu erwerbende Zusatzleistungen. Also Augenwischerei, oft eien de facto Beitragerhöhung. Machen die Krankenkassen sehr gute Gewinne, wird nicht an die Mitglieder weitergegeben, sondern zurückgelegt, für harte Zeiten. ||

Ja Beiträge und vor allem Beitragsbemessungsgrenzen könnte man erhöhen, - aber nicht zur vollen Finanzierung z. B der KKen, zu der muss auch die Geldbewirtschaftung mit beitragen, sonst wandern die Beschäftigten, wandert die Beschäftigung (zu sehr) aus, in Schwarzarbeit, Freiberuflichkeit/Selbstständigkeit bzw. ins Ausland.

|| Was immer das ist, es ist kein Kapitalismus. Muss man ja nicht wollen, aber nach mehr Wettbewerb auf einigen Gebieten zu rufen, wenn man damit Gewinne einfährt, sich aber in der sozialen Hängematte zu wissen, wenn dies nicht der Fall ist, ist halt nicht so überzeugend.||

Welche Gewinnstreber haben nach mehr Wettbewerb gerufen? Das wär' mir neu. Eher geht es um neue Marktzugänge mit dem Argument der Wettbewerblichkeit und der Preise.

"Nicht so überzeugend" - funktional oder ethisch?
Funktional sind die jeweiligen Konzerne und Banken in toto sehr wohl betroffen und liegen keineswegs in der Hängematte - nur ihre persönlichen Oberprotagonisten machen da zu 95 % großzügige Boni-Ausnahmen.

|| „... schon mal zusammengerechnet, was zw. sagen wir 1960 und 2015 an Subventionen gelaufen ist, und wieviel davon an Banken ging?“

Die Pointe ist auch hier, dass nicht dieselben Leute einmal für und einmal gegen Subventionen sein sollten. Wo ist der zugrundeliegende Symmetriegedanke hin? Damit ist inhaltlich noch nichts über den Wert von Subventionen ausgesagt.||

Soso, wenn nur alle Subventionen fordern, dann ist die Symmetrie wieder hergestellt? Griechenland läßt grüssen.
Wie alles "Evolutionäre" ist auch menschl. Wirtschaft auf die Aggregation - von Strukturen aus dem entropen Brei - aus. Das ist das Gegenteil von Symmetrie, totale Symmetrie ist = Entropie, genauer: entropischer Zustand.

Moorleiche 05.06.2016 | 18:32

Und da denken sie eben falsch, der echte Pleitier sozialisiert seine Verluste ganz wesentlich in seinem Umfeld: Familie, Arbeitnehmer, seine Bank(en) etc. und trägt nur begrenzt, ich schätze im Schnitt zu 15 %, seine Verluste "selbst"“

Wieviel Prozent trägt jemand, der ein Großunternehmen in den Sand setzt? Gar nichts, plus Millionenabfindung?

2. Banken und ihr System sind SR-relevant u. viele Konzerne dazu.“

Banken? Alle? Kann nicht sein. Dann dürfte keine Bank jemals Pleite gegangen sein, da sonst – wenn systemrelevant – das Bankensystem nicht mehr existieren dürfte.

Der K'mus steht mit seinem langfristig hohen Geldwert bei Negativ- bis Niedrigs-Zinsen mit hoher Luft und Flexibilität der Produktionsfaktoren nach oben - sowie in Teilen (Nahrungs- u. a. LM) wettbewerblicher Aufstellung - vor einer Transformation, von der ich kaum glaubte, sie noch zu erleben.“

Das klingt zustimmend. Worin sehen Sie den Vorteil?

Nun, die hohen Verflechtungen sind wohl genauso der Relevanz des F.-Sektors in der Politik & der Verwaltung geschuldet, wie umgekehrt.“

Das mag sein, aber wo sind die realen Werte, die dabei noch geschaffen werden? Ich halte insgesamt das kap. System für nicht schlecht. Schwierigkeiten gibt es für meinen Geschmack auf dem Niedriglohnsektor, bei unqualizierter Arbeit, die im Grunde jeder machen kann. Hier kann man die Leute auspressen, mit eben diesem Argument, dass der Nächste schon wartet. Hier könnte man politisch gegensteuern, was dann allerdings dem K'mus in den Arm greifen würde und wegen der hohen Verflechtung dann gerne mal ausfällt.

Das andere Problem ist eben die Dominanz der Frinanzbranche über alle anderen Bereiche. Falls nicht, wo liegt der Irrtum?

Welche Gewinnstreber haben nach mehr Wettbewerb gerufen? Das wär' mir neu. Eher geht es um neue Marktzugänge mit dem Argument der Wettbewerblichkeit und der Preise.“

Ja, da habe ich mich schlecht ausgedrückt, ich meinte die Preisgestaltung, mit dem Argument der hohen Nachfrage.

Funktional sind die jeweiligen Konzerne und Banken in toto sehr wohl betroffen und liegen keineswegs in der Hängematte - nur ihre persönlichen Oberprotagonisten machen da zu 95 % großzügige Boni-Ausnahmen.“

Ja und das ist es ja, was den Unmut auslöst, auch wenn der vermutlich stärker empfunden wird, als er reales Gewicht hat. Aber das ist dennoch nicht irrelevant, weil auch eine empfundene Ungerechtigkeit gesellschaftliche Effekte hat, die man sich nicht wünschen kann und die von längerer Dauer sind, als zuweilen geahnt wird.

Soso, wenn nur alle Subventionen fordern, dann ist die Symmetrie wieder hergestellt?“

Die andere Lösung wäre, dass es keine mehr gibt, oder man sie drastisch reduziert. Eventuell ist das für einen Übergang nicht anders möglich, aber ich bin unterm Strich kein Freund von Subventionen. Auch nicht, wenn es um Milchpreise geht, ich habe gehört, dass 30% der Biomilch aus dem Ausland importiert werden muss, da hält sich mein Mitleid dann in Grenzen. Ich hab keine Ahnung von Wirtschaft und weiß nicht, inwiefern man bestimmte Bereich dem Markt entziehen kann und sollte, das wäre etwas, was ich in einigen Bereichen bevorzugen würde, immer dann und dort, wo es um Bereiche von allgemeinem Interesse und bestimmten Sicherheits- und/oder Mindeststandards geht.

Wie alles "Evolutionäre" ist auch menschl. Wirtschaft auf die Aggregation - von Strukturen aus dem entropen Brei - aus. Das ist das Gegenteil von Symmetrie, totale Symmetrie ist = Entropie, genauer: entropischer Zustand.“

Ich glaube nicht, dass die Evolution und die Wirtschaft sonderlich viel gemein haben. Und Symmetrie muss hier keine Symmetrie des niedrigsten Niveaus sein. Wenn alle tot sind, ist das auch symmetrisch, hier ginge es dann um die Symmetrie des „Rechte“ des kapitalistischen Spiels. Und, noch mal, ich bin da kein Gegner, meine Prämisse ist, dass das Wirtschaftssystem, wie alle künstliche Systeme, dem Menschen dienen muss, - und in dem Fall tatsächlich nicht nur einer elitären Minderheit – und ansonsten geändert werden muss. Gerade bei künstlichen Systemen geht da ja vergleichsweise einfach.

dos 06.06.2016 | 00:27

Und da denken sie eben falsch, der echte Pleitier sozialisiert seine Verluste ganz wesentlich in seinem Umfeld: Familie, Arbeitnehmer, seine Bank(en) etc. und trägt nur begrenzt, ich schätze im Schnitt zu 15 %, seine Verluste "selbst"“

Wieviel Prozent trägt jemand, der ein Großunternehmen in den Sand setzt? Gar nichts, plus Millionenabfindung?

Das ist ja nicht der echte Pleitier, der mit dem Verlust des Haftungskapitals bzw. mit niedrigen Kursen gestraft wird.
Die Manager-Beteiligung hat sich nicht bewährt, da sie i. d. R. als Sahnehäubchen mitgeliefert wird, nicht VOR Dienstverhältnis abgespart wurde: Auch bei Verlust aller Beteiligungswerte wie Aktien und ihre Optionen lohnt sich ein Aufstieg ins oberste MM ganz gewaltig, selbst wenn man als Dödel, der da nichts zu suchen hat, die eigenen Beteiligungen mit dem gesamten Unt. vor die Wand fährt.

Das hat alles aber wenig damit zu tun, daß Verluste auf kumulierte Werte, - auch Erwartungswerte -, bei weitem doch nicht nur den Eigentümer treffen: sie sind in hohem Maß von schlechten Auswirkungen auf viele, von der Familie bis hin zu Beschäftigten, - sie sind großteils unter allen Umständen von der Steinzeit bis heute Gegenstand der Sozialisierung.

Vergl. auch Mackenroth-Theorem: Zwar muß jedweder Aufwand dem aktuellen Sozialprodukt/der Wirtschaftsleistung entnommen werden, aber der Einsatz kumulierter Werte kann eben diesen Entnahmen/Aufwendungen als ihr Wandlungsangebot (Midas) induzieren. Insoweit gehen Kapitalverluste stets zu Lasten aller, egal ob sie Th. Middelhoff in den Knast stecken und ihm bloß noch den pfändungsfreien Grundbetrag lassen, Zumwinkel u. P. Hartz verurteilen und alle auf Null-Diät setzen. Das ändert nichts am gesamtgesellschaftlichen Verlust an ermöglichtem Aufwand/Sozialprodukt.

2. Banken und ihr System sind SR-relevant u. viele Konzerne dazu.“

Banken? Alle? Kann nicht sein. Dann dürfte keine Bank jemals Pleite gegangen sein, da sonst – wenn systemrelevant – das Bankensystem nicht mehr existieren dürfte.

Nur die Ruhe, natürlich nicht alle. Aber etwa die Hälfte der Bankbilanzsummen hatten wg. der F.-Krise Eingriffe der Zwangskapitalisierung nötig, - die wenigsten (nach B.-Summe!) wollten in die angebliche "Hängematte". Denn ihre Verpflichtungen an staatliche Geldgeber nahm dadurch sehr zu, was die Gewinne schmälert.

Der K'mus steht mit seinem langfristig hohen Geldwert bei Negativ- bis Niedrigs-Zinsen mit hoher Luft und Flexibilität der Produktionsfaktoren nach oben - sowie in Teilen (Nahrungs- u. a. LM) wettbewerblicher Aufstellung - vor einer Transformation, von der ich kaum glaubte, sie noch zu erleben.“

Das klingt zustimmend. Worin sehen Sie den Vorteil?

Ich sehe den Vorteil in der Obsoleszenz des Zinses und der Möglichkeit zur tlw.'en Befreiung von Schuldverhältnissen, durch nicht rückzahlbare Sektoral-Tender, - die können sie nur machen, wenn der Geldwert (sektoral) so stabil bzw. so belastbar ist, wie jetzt, bzw. seit längerem und seit 30 Jahren in Japan.
Während die Kupplungs-Haftung zw. ungebundenen, allg. ZB-Geld-Tendern an die MFI/Banken und der Wirtschaftsleistung (Outputs) seit Jahren sinkt, und vielleicht noch 5% an Kraftübertragung von Geld an Leistung bewirkt, kann die sektorale Vergabe ohne Rückzahlung hier noch Wirkungsgrade von 50 bis 500% erreichen. Das hängt von der Zirkulationsdauer ab, bis auch dieses Geld einen Hortungshafen anläuft, aus dem wenig rauskommt (Fin.-Ratio: Ausleihungen durch Kundeneinlagen (vom Giroguthaben bis langfr. gebundene) bei Banken/MFI unter 0,85) , oder vernichtet, vergraben wird usw.

Nun, die hohen Verflechtungen sind wohl genauso der Relevanz des F.-Sektors in der Politik & der Verwaltung geschuldet, wie umgekehrt.“

Das mag sein, aber wo sind die realen Werte, die dabei noch geschaffen werden?

Also da gibts jede Menge. Allerdings muß man den hohen Zuspruch/ die hohe Erwartung, die sich auch in Flüchtlingszahlen manifestiert, zur Befeuerung auch tatsächlich mitnehmen, wenn sich nicht Entäuschungen breitmachen sollen, die unangenehm dämpfend wirken. Pflege, Gesundheitswesen, Wohnungsbau, leidliches Recht im Vergl. zu vielen anderen "Alternativen" etc. sind die Stärken dieses Zuspruchs und des Geldwerts.

Ich halte insgesamt das kap. System für nicht schlecht. Schwierigkeiten gibt es für meinen Geschmack auf dem Niedriglohnsektor, bei unqualizierter Arbeit, die im Grunde jeder machen kann. Hier kann man die Leute auspressen, mit eben diesem Argument, dass der Nächste schon wartet.

Das ist das eine, und gilt über alle Wirtschaftsformen, dem kann man mit kräftiger Aufstockerei begegnen, und indem man nicht mehr für das weitere Auseinanderklaffen der EK-Scheren kämpft und streikt, also mit den %ualen Forderungen aufhört, zugunsten absoluter Beträge.- ein größeres Problem sind meines Erachtens diejenigen, die man nicht mal mehr "auspressen" will. Hier ist das System und sein Geld wertvoll, weil Menschen darin m. o. w. gut leben könn(t)en, in Venezuela z. B. war es wertvoll wg. des Öls, - nicht wegen der guten Lebensbedingungen des Volkes -, zu dessen Verwertung kein Volk nötig war, sondern der Kurzschluss zw. Nachfragern und National"elite" völlig ausreichte.

Hier könnte man politisch gegensteuern, was dann allerdings dem K'mus in den Arm greifen würde und wegen der hohen Verflechtung dann gerne mal ausfällt.

Das andere Problem ist eben die Dominanz der Frinanzbranche über alle anderen Bereiche. Falls nicht, wo liegt der Irrtum?

Es ist das Versagen der kontrollierenden (Verwaltung) und regulierenden (politischen) Eliten, die dem Einfallsreichtum und der Skrupellosigkeit auf der bestbezahlten Seite intellektuell-fachlich nichts entgegenzusetzen hat(te). Erst gerade habe ich auf theorieblog.de zur Kompetenzabwehr der Eliten kommentiert (Populismus-Thema), wo in der akt. ZEIT Th. Sattelberger einen großen Artikel auch dazu gerade drin hat.

Welche Gewinnstreber haben nach mehr Wettbewerb gerufen? Das wär' mir neu. Eher geht es um neue Marktzugänge mit dem Argument der Wettbewerblichkeit und der Preise.“

Ja, da habe ich mich schlecht ausgedrückt, ich meinte die Preisgestaltung, mit dem Argument der hohen Nachfrage.

Funktional sind die jeweiligen Konzerne und Banken in toto sehr wohl betroffen und liegen keineswegs in der Hängematte - nur ihre persönlichen Oberprotagonisten machen da zu 95 % großzügige Boni-Ausnahmen.“

Ja und das ist es ja, was den Unmut auslöst, auch wenn der vermutlich stärker empfunden wird, als er reales Gewicht hat.

Sagen wir besser: als er funktionales Gewicht hat.

Aber das ist dennoch nicht irrelevant, weil auch eine empfundene Ungerechtigkeit gesellschaftliche Effekte hat, die man sich nicht wünschen kann und die von längerer Dauer sind, als zuweilen geahnt wird.

In der Tat ist "Ungerechtigkeits" -Empfinden eher schlecht. Aber es gehört von der franz. Verfassung bis zu Rawls und Kersting zum hiesigen Konsens, Ungerechtigkeit dort hinzunehmen, wo sie zur leider unabwählbaren Voraussetzung für den allg. Vorteil bzw. den Vorteil aller nach konkreter, über die Zeiten auch änderbarer Abwägung gehört.
Dazu gehört, Asymmetrien/Ungleichheiten zugunsten von Strukturbildung/Aggregation zuzulassen. (Für deren Erhaltung sind dann innere Gleichgewichts/-verteilungs-Systeme auch wichtig, aber die Mittel und Ziele der biochemischen Prozesse sind zu etwa 80% ganz anders als auf "Gleichgewichte" gepolt, und ich kann nicht sehen, daß die kulturellen Prozesse dem nicht ebenso folgen sollten/müssten)

Soso, wenn nur alle Subventionen fordern, dann ist die Symmetrie wieder hergestellt?“

Die andere Lösung wäre, dass es keine mehr gibt, oder man sie drastisch reduziert. Eventuell ist das für einen Übergang nicht anders möglich, aber ich bin unterm Strich kein Freund von Subventionen. Auch nicht, wenn es um Milchpreise geht, ich habe gehört, dass 30% der Biomilch aus dem Ausland importiert werden muss, da hält sich mein Mitleid dann in Grenzen. Ich hab keine Ahnung von Wirtschaft und weiß nicht, inwiefern man bestimmte Bereich dem Markt entziehen kann und sollte, das wäre etwas, was ich in einigen Bereichen bevorzugen würde, immer dann und dort, wo es um Bereiche von allgemeinem Interesse und bestimmten Sicherheits- und/oder Mindeststandards geht.

Tlw. sind staatl. Eingriffe u. Oberaufsichten nötig, doch stellt sich das Problem des Leistungswillens u. der Leistungsfähigkeit da genauso wie bei direkter "Verstaatlichung", ohne gute Kompetenz gibts da nur Katastrophen, - aber wenn die Selektion nur Nickmännchen/-frauchen (Sattelberger) nach oben läßt?

Frankreich gibt angeblich 20 Mrden jährlich nur für Lohnsubventionen aus, die USA etwa 60. (SPIEGEL-Zahlen ohne Beleg/Quelle) Das wird vermutlich nicht weniger, weil der Telos , die Reichweite, von einfachen Tätigkeiten oft sehr begrenzt ist.
Ein gutes Excel-Sheet kann die Einsparung von täglich 10.000 Euro pro 100 Mitarbeiter bedeuten, ein Putzlappen säubert je ein Teil, nicht 100e gleichzeitig ... Und Reichweite erzielt man mit dem Einsatz geronnener Arbeit, also mit Kapital. Siehe meine Ausführungen bei heinz usw. Und höhere Reichweite/Wirkungshebel bedeuten höhere Erträge auf die lebendige Arbeit ...

Wie alles "Evolutionäre" ist auch menschl. Wirtschaft auf die Aggregation - von Strukturen aus dem entropen Brei - aus. Das ist das Gegenteil von Symmetrie, totale Symmetrie ist = Entropie, genauer: entropischer Zustand.“

Ich glaube nicht, dass die Evolution und die Wirtschaft sonderlich viel gemein haben.

Ich schon, es gibt bessere und schlechtere Wirtschaften im Sinne ihrer Reproduktionsbedingungen, - die in diesem Sinne "besseren" erlangen Persistenz, und damit ein riesiges Kapital an Vertrauen, - das anderen deshalb, nicht zwingend aber womöglich, dann eher fehlt.

Und Symmetrie muss hier keine Symmetrie des niedrigsten Niveaus sein. Wenn alle tot sind, ist das auch symmetrisch, hier ginge es dann um die Symmetrie des „Rechte“ des kapitalistischen Spiels. Und, noch mal, ich bin da kein Gegner, meine Prämisse ist, dass das Wirtschaftssystem, wie alle künstliche Systeme, dem Menschen dienen muss, - und in dem Fall tatsächlich nicht nur einer elitären Minderheit – und ansonsten geändert werden muss. Gerade bei künstlichen Systemen geht da ja vergleichsweise einfach.

Naja, Vorsicht mit der "Einfachheit" ... Durch den zunehmenden Grad der Künstlichkeit (Wirtschaften u. Geldsysteme stellen Vermittlungssysteme zw. der 1. und der 2. Natur, der Kultur, dar) erhöhen sich auch Selbstbezüglichkeit und die Interferenzen zw. Analysen und Analysaten etc., so daß man hinsichtlich der Vorhersagbarkeit an 5-fach-Pendel denken muß.

Moorleiche 07.06.2016 | 11:36

Hallo DOS.

Auch bei Verlust aller Beteiligungswerte wie Aktien und ihre Optionen lohnt sich ein Aufstieg ins oberste MM ganz gewaltig, selbst wenn man als Dödel, der da nichts zu suchen hat, die eigenen Beteiligungen mit dem gesamten Unt. vor die Wand fährt.“

Und das ist der Problembereich.

Das hat alles aber wenig damit zu tun, daß Verluste auf kumulierte Werte, - auch Erwartungswerte -, bei weitem doch nicht nur den Eigentümer treffen: sie sind in hohem Maß von schlechten Auswirkungen auf viele, von der Familie bis hin zu Beschäftigten, - sie sind großteils unter allen Umständen von der Steinzeit bis heute Gegenstand der Sozialisierung.“

In welchem Sinn? Man hängt als Familie natürlich drin, wenn der Vater eine mittelständische Firma vor die Wand fährt, oder eben das Steuerbüro oder die Tierarztpraxis, schon allein in dem Sinne, dassdie finanziellen Spielräume andere sind. Aber man wird nicht „belohnt“ dafür u.U. bekommt man nicht mal mehr eine zweite Chance von der Bank. Im Kontrast dazu hat man das Gefühl, dass jemand als Konzernvorsitzender kommt, alles zerstören kann und man dann noch gerührt sein soll, wenn auf 50% Bonizahlungen verzichtet wird. Drei Monate später steht man dem nächsten Konzern vor und man hat das Gefühl, dass ein Absturz, der irgendwie ein Resultat eigener Fehlleistungen ist, in dieser Welt einfach nicht vorkommt.

Nun ist es mir speziell und ich glaube auch für eine breitere Schicht relativ egal wie „die, da oben“ leben, solange „die, da unten“ auch gut leben können. Da ist halt die Problematik die Schere zwischen Arm und Reich und auch das kollektiv empfundene Gefühl der Ungerechtigkeit.

Insoweit gehen Kapitalverluste stets zu Lasten aller...“

Das verstehe ich nicht. Das Mackenroth-Theorem besagt, wenn ich es richtig verstanden habe (vorher kannte ich es noch nicht) dass, einer Sozialleistung eine Wirtschaftsleistung vorangehen muss. Wenn z.B. irgendwo 1.000 Stellen abgebaut werden, fehlt das von ihnen Erwirtschaftete in den Sozialkassen. Wenn man aber nun Boni streicht, eventuelle Haftunsgklauseln oder was auch immer einführt, steht doch mindestens dieses Geld zur Verfügung, zumal man davon ausgehen darf, dass die Zahlungen ohnehin nicht versteuert werden. Wo ist der Denkfehler?

Aber etwa die Hälfte der Bankbilanzsummen hatten wg. der F.-Krise Eingriffe der Zwangskapitalisierung nötig, - die wenigsten (nach B.-Summe!) wollten in die angebliche "Hängematte".“

Mag sein, ich erinnere mich noch, dass Ackermann das Angebot zurückwies. Aber die Frage war ja die, nach der Systemrelevanz. Und systemrelevant heißt ja, dass, wenn eine bestimmte Bank oder Firma pleite geht, das gesamte System, die ganze Branche in den Abgrund gerissen wird. Aber die Kritik lautet, dass so auch Banken und Unternehmen gestützt werden, die gar nicht systemrelevant sind und die stärkere Kritik ist, dass der Status der Systemrelevanz ein Freifahrtschein für Spekulationen und Geschäfte aller Art ist, da ein solches Unternehmen de facto nicht pleite gehe kann, weil es nicht pleite gehe darf.

Ich sehe den Vorteil in der Obsoleszenz des Zinses und der Möglichkeit zur tlw.'en Befreiung von Schuldverhältnissen, durch nicht rückzahlbare Sektoral-Tender...“

Wenn ich das richtig verstanden habe, bleibt das Geld dadurch im Markt. Aber das trifft doch auch zu einem höheren Anteil die Menschen, die nur geringe Mengen an Erspartem haben (können) weil sich das Sparen für sie auch nicht lohnt. Zwar könnten sie sich auch billig Geld leihen, aber die Banken werden ihnen ohne Sicherheiten nichts geben.

Das Gegenargument was ich kenne lautet zudem, dass Niedrig- oder Nullzins zusätzlich Geld in den Markt pumpt, dass diesem irgendwann auch wieder entnommen werden muss, durch Deflation, Schuldenschnitte oder andere Schritte der Geldentwertung.

Also da gibts jede Menge. Allerdings muß man den hohen Zuspruch/ die hohe Erwartung, die sich auch in Flüchtlingszahlen manifestiert, zur Befeuerung auch tatsächlich mitnehmen, wenn sich nicht Entäuschungen breitmachen sollen, die unangenehm dämpfend wirken.“

Aber so sieht es ja momentan nicht aus. Muss man vielleicht auch noch nicht nach wenigen Monaten erwarten, allerdings teile ich die Einstellung, dass im Sektor der geringer Qualifizierten viele Flüchtlinge arbeiten können. Das sind nicht allesamt Fachärzte und Ingenieure, allerdings brauchen wir auch nicht Millionen Fachärzte und Ingenieure, sondern klassische Angestellte, Dienstleister und Teilzeitkräfte. Da konkurrieren sie dann allerdings mit den sozial abgehängten Einheimischen und das verstärkt die Ressentiments. Das werden Sie jedoch auch gemeint haben.

Das ist das eine, und gilt über alle Wirtschaftsformen, dem kann man mit kräftiger Aufstockerei begegnen, und indem man nicht mehr für das weitere Auseinanderklaffen der EK-Scheren kämpft und streikt, also mit den %ualen Forderungen aufhört, zugunsten absoluter Beträge.- ein größeres Problem sind meines Erachtens diejenigen, die man nicht mal mehr "auspressen" will.“

Das sieht ja alles nach Bewegungen in Richtung Grundeinkommen oder Aufstockung der Sozialhilfe aus. Wie erwähnt, bin ich alles andere als ein Finanzexperte, finde aber die Einwände gegen z.B. ein bedingungsloses Grundeinkommen gravierend, die, anders als es auf den ersten Blick aussieht, die Armen über eine dann notwendige Anhebung der Mehrwertsteuern stärker belastet und die Reichen entlastet. Der bessere Weg wäre wohl eine Anhebung und Umbenenung der Sozialhilfe, allerdings könnte das dann wieder migrationspolitisch ein bedenkliches Signal sein und da leben wir aktuell nicht in entspannten Zeiten.

Es ist das Versagen der kontrollierenden (Verwaltung) und regulierenden (politischen) Eliten, die dem Einfallsreichtum und der Skrupellosigkeit auf der bestbezahlten Seite intellektuell-fachlich nichts entgegenzusetzen hat(te).“

theoreiblog.de kannte ich bislang noch nicht, Ihre Kommentare habe ich gelesen.

Was die intellektuell fachliche Kompetenz angeht, da weiß ich nicht, wie die Machtverältnisse da sind, was die Skrupellosigkeit angeht, da ist m.E. viel dran. Die daran anschließende Frage ist, ob man daran etwas ändern kann und meine Antwort und mein Vorschlag ist, dass man es a) kann und b) auch tun sollte. Konkret: Warum nicht genauer hinschauen, wer aus welchen Motiven in welche Positionen möchte? Wenn nun die Finanzelite ein Tummelplatz von Psychopathen ist und auch jenseits eines Bashings und ideologischer Vorbehalte spricht einiges dafür, warum sollte man das so weiter laufen lassen und damit auch noch indirekt Skrupellosigkeit oder Narzissmus mit antisozialen Zügen als Ideal anpreisen? So wie man Gesundheitschecks verpflichtend einführt, warum nicht auch die psychologische Eignung prüfen? Das kann durchaus zwanglos und früh geschehen, etwa indem man sich berichten lässt, warum sich jemand z.B. berufen fühlt Lehrer zu werden. „Richtige“ Antworten gäbe es viele, der alte Klassiker, wenig Arbeit, viel Urlaub, gutes Einkommen und Verbeamtung ist als persönliches Motiv nachvollziehbar, aber nicht immer kindgerecht. Das nur als Beispiel dafür, dass es nicht nur um den Finanzsektor oder die Politik geht.

In der Tat ist "Ungerechtigkeits" -Empfinden eher schlecht. Aber es gehört von der franz. Verfassung bis zu Rawls und Kersting zum hiesigen Konsens, Ungerechtigkeit dort hinzunehmen, wo sie zur leider unabwählbaren Voraussetzung für den allg. Vorteil bzw. den Vorteil aller nach konkreter, über die Zeiten auch änderbarer Abwägung gehört.“

Dann allerdings mit einem Blick darauf, wie es den „Ärmsten“ geht. Möglicherweise kann man für einige von ihnen tatsächlich wenig tun, möglicherweise muss man das hinnehmen und sie irgendwie alimentieren. Das klappte ja auch ganz gut, nur beim bröckenlden Mittelstand und, der sich daraus ergebenden entsolidarisierenden Angst- und Entwertungsspirale, eben nicht mehr. Und achselzuckend einfach weiter zu machen, ignoriert den politischen Umbruch, den man nicht so leichten Herzens ignorieren sollte.

Dazu gehört, Asymmetrien/Ungleichheiten zugunsten von Strukturbildung/Aggregation zuzulassen.“

Da bin ich bei Ihnen. Ich bin ein expliziter Befürworter von Unterschieden, Ungleichheiten und Hierarchien. Auch dass das Ziel biochemischer Prozesse nicht das Gleichgewicht ist und darüber hinaus gibt es keinen biologisch determinierten Wunsch nach Triebökonomie gibt, ist richtig. Das ist einfach ein falscher Glaubenssatz, obendrein der Thermodynamik entnommen. Kulturelle Prozessen müssen aber keinesfalls analog verlaufen, sie sind ja nun nicht vollständig von der Biologie abgeschnitten, aber überformen dieselbe ja doch in einem Ausmaß, dass selbst die angeblich stärksten Triebe (die so ganz nebenbei beim Menschen eine untergeordnete Rolle spielen, der Mensch ist instinkt- und triebarm, aber affektreich) pulverisiert werden können, wie bei der Bulimie oder Selbstmordattentaten.

Es sind nie alle gleich, das ist auch nicht anzustreben, da gerade die Bündelung von Verschiedenheiten und unterschiedlichen Qualifikationen eine Stärke ist. Nur dürfen wir den unteren Rand nicht zu groß werden lassen, aus Gründen der politischen Vernunft und der sozialen Gerechtigkeit. Allein darum geht es in diesem Zusammenhang.

Tlw. sind staatl. Eingriffe u. Oberaufsichten nötig, doch stellt sich das Problem des Leistungswillens u. der Leistungsfähigkeit da genauso wie bei direkter "Verstaatlichung", ohne gute Kompetenz gibts da nur Katastrophen, - aber wenn die Selektion nur Nickmännchen/-frauchen (Sattelberger) nach oben läßt?“

Dann könnte man auch hier vorselektieren. Es ist ja kein Naturgesetz, dass beim Staat nur die Pfeifen sitzen und in der Privatwirtschaft die Überflieger, so sie denn welche sind, manchmal sind es keine, sondern hochintelligente Psychopathen und das kann man genauso anprangern, wie die Verletzung von Umweltstandards. Auch hier spricht nichts dafür ständig über die Reduzierung unserer zwischenmenschlichen Beziehungen auf den Kosten-Nutzen-Faktor zu lamentieren, aber strukturell alles so zu belassen, damit das auch weiterhin geschieht und zu wimmern, wenn tatsächlich etwas geändert werden soll.

Ein gutes Excel-Sheet kann die Einsparung von täglich 10.000 Euro pro 100 Mitarbeiter bedeuten, ein Putzlappen säubert je ein Teil, nicht 100e gleichzeitig ... Und Reichweite erzielt man mit dem Einsatz geronnener Arbeit, also mit Kapital.“

Ja.

Ich schon, es gibt bessere und schlechtere Wirtschaften im Sinne ihrer Reproduktionsbedingungen, - die in diesem Sinne "besseren" erlangen Persistenz, und damit ein riesiges Kapital an Vertrauen, - das anderen deshalb, nicht zwingend aber womöglich, dann eher fehlt.“

Klar gibt es besser und schlechter, bei allem. Aber mit Evolution hat das dennoch nicht viel zu tun, da wir bei unseren Wirtschaftssystemen immer noch den Faktor des Gewollten drin haben, genau das sprechen die meisten der biologischen Evolution aber ab. Kein Willen, kein Telos.

Naja, Vorsicht mit der "Einfachheit" ... Durch den zunehmenden Grad der Künstlichkeit (Wirtschaften u. Geldsysteme stellen Vermittlungssysteme zw. der 1. und der 2. Natur, der Kultur, dar) erhöhen sich auch Selbstbezüglichkeit und die Interferenzen zw. Analysen und Analysaten etc., so daß man hinsichtlich der Vorhersagbarkeit an 5-fach-Pendel denken muß.“

Das stützt ja meine Aussage. Der Natur unterworfen ist der Einfluss marginal, inzwischen ist von reiner Natur (abgesehen davon, dass es keine Einigung darüber gibt, was Natur nun sein soll) heute ohnehin nicht mehr zu reden. Aber, ideologisches Geschacher hin oder her, kurz gesagt, wird unser Einfluss einfach größer. Und auch in kulturelle und künstliche Systeme können wir eingreifen, zu einfach darf man sich das nicht vorstellen, aber dennoch kann man soziale Bewegungen vermutlich besser lenken, als Tsunamis.

Die Symmetrie die mir vorschwebt, ist eine der gleichen Rechte, die wir weitgehend haben und annähernd gleichen Chancen bei den Startbedingungen, die individuelle Unterschiede natürlich nicht wegradieren können und sollen. Dass sich das nach Qualifikationen und Kompetenzen sortiert ist in meiner Welt vollkommen in Ordnung, nur gibt es auch noch andere Qualitäten, als blitzgescheit und mit starken Ellenbogen ausgestattet zu sein. Diese Kompetenzen mögen nicht so glamourös sein – aber auch das ist ja kulturell fabriziert – aber eben dennoch wichtig und der eklatante Mangel an Empathie, Verantwortungsgefühl und Sorge ist ja auch ein wirtschaftlicher Faktor. Leider findet etwas erst Gehör, wenn man es in diese Sprache übersetzt, aber das eine bedingt das andere. Warum also nicht noch einmal neu über das Thema reden?

smukster 08.06.2016 | 03:34

Vor etwa zehn Jahren hatte ich mal Buttons gebastelt: Den Neoliberalismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

Schade, dass ich diese Diskussion verpasst habe - prima Artikel!

Der Kapitalismus hatte seine großen Stärken - aber wenn mensch die nüchtern und unvoreingenommen betrachtet wird auch klar, dass seine Zeit abgelaufen ist. Effizienz und Wachstum sind heute einfach nicht mehr die Hauptsorgen, und die aktuellen Probleme verschärfen sie eher noch als sie zu lösen. Wichtig sind bzw. werden heute Demokratie, Verteilungsgerechtigkeit und Maßhalten bzw. reduzierter Ressourcenverbrauch - und diesen Zielen steht der K. eher entgegen. Aber: Es war nicht alles schlecht im Kapitalismus! (Demo-Transparent März 2009)

dos 09.06.2016 | 20:34

||„Insoweit gehen Kapitalverluste stets zu Lasten aller...“

Das verstehe ich nicht. Das Mackenroth-Theorem besagt, wenn ich es richtig verstanden habe (vorher kannte ich es noch nicht) dass, einer Sozialleistung eine Wirtschaftsleistung vorangehen muss.||

Nee, daß jeder ((urspr.: Sozial- (Mack. -> 20ger & 30ger Jahre, später infolge Samuelson generalisiert, z. B. im wiki Zitat zum Theorem von 1952)) - Aufwand dem laufenden "Sozialprodukt", wohl besser: der aktuellen W.-Leistung entnommen werden muß. Das gilt auch für den Aufwand, Kapitalverluste zu verschmerzen, - unter vielem anderen bedeutender Faktor: keine Arbeit (mehr) verringert/entnimmt WL/SP/BIP.

|| Wenn z.B. irgendwo 1.000 Stellen abgebaut werden, fehlt das von ihnen Erwirtschaftete in den Sozialkassen. Wenn man aber nun Boni streicht, eventuelle Haftunsgklauseln oder was auch immer einführt, steht doch mindestens dieses Geld zur Verfügung, zumal man davon ausgehen darf, dass die Zahlungen ohnehin nicht versteuert werden. Wo ist der Denkfehler?||

Der liegt a) in der mangelnden Gegenfinanzierung des Erhaltes unwirtsch. Arbeitsplätze - oder der Auffanggsellschaften bei erfolgtem A.Platz-Abbau - nur durch Boni-Cuts auf Null oder negativ, und b) in dem Problem, daß die AN i. d. R. lieber auf Blender hören, die ihnen das Blaue vom Himmel versprechen können, weil sie am Unt. als solches kein Interesse haben, sondern das pers. Eigeninteresse dominiert:
Den AN ist i. d. R. jeder Status-Quo-Erhalt, so unwahrscheinlich, so blendmäßig er auch daherkommt, 1000mal lieber als die Ungewißheit, das Risiko und der Stress, den die wirtschaftlich-arbeitsmäßige und einigermaßen planvolle Wandlung, z. B. vom Stahlfritzen zum Mobilfunk-Heini/-BIG-PLAYER wie bei Mannesmann, zwangsläufig mit sich bringt.
Das steht auch alles in den theorieblog-Kommentaren, Stichwort Middelhof(f)-Syndrom. LESEN! & VERARBEITEN!

|| „Aber etwa die Hälfte der Bankbilanzsummen hatten wg. der F.-Krise Eingriffe der Zwangskapitalisierung nötig, - die wenigsten (nach B.-Summe!) wollten in die angebliche "Hängematte".“

Mag sein, ich erinnere mich noch, dass Ackermann das Angebot zurückwies. Aber die Frage war ja die, nach der Systemrelevanz. Und systemrelevant heißt ja, dass, wenn eine bestimmte Bank oder Firma pleite geht, das gesamte System, die ganze Branche in den Abgrund gerissen wird. Aber die Kritik lautet, dass so auch Banken und Unternehmen gestützt werden, die gar nicht systemrelevant sind und die stärkere Kritik ist, dass der Status der Systemrelevanz ein Freifahrtschein für Spekulationen und Geschäfte aller Art ist, da ein solches Unternehmen de facto nicht pleite gehe kann, weil es nicht pleite gehe darf.||

Als man so ein "Haus" wie Lehman krachen ließ, sind viel mehr Banken bedroht worden, als wenn man L. gestützt hätte, so daß zwar auch reichlich Luft aus vielen Geschäften sehr zu recht gelassen wurde (F.- & €-Krise), aber die Auffangkohle ist etwa ein fünf- bis zwanzigfaches dessen, was die Rettung Lehmans gekostet hätte. Da war aber a) die Neolib-Ideologie vor, sowie b) vor allem die Furcht der ganz alten Fed-Angehörigen, den US-Alt-Großbanken, mit L. dann quasi einen weiteren Staatsplayer am Fed-Tisch sitzen zu haben, der das gar nicht "verdient" hatte, sondern der qua Scheitern seinen Sitz behält/erringt.

|| „Ich sehe den Vorteil in der Obsoleszenz des Zinses und der Möglichkeit zur tlw.'en Befreiung von Schuldverhältnissen, durch nicht rückzahlbare Sektoral-Tender...“

Wenn ich das richtig verstanden habe, bleibt das Geld dadurch im Markt. ||

Das ist aber eine Frage seiner sektoralen Verwendung und nicht seiner Herkunft aus Zinsen, Schulden, Bodenschätzen usw.

|| Aber das trifft doch auch zu einem höheren Anteil die Menschen, die nur geringe Mengen an Erspartem haben (können) weil sich das Sparen für sie auch nicht lohnt. Zwar könnten sie sich auch billig Geld leihen, aber die Banken werden ihnen ohne Sicherheiten nichts geben.||

Nun, das hat man in den 50gern & 60gern aber sehr wohl gemacht, auch kleinen Leuten mit nur extrem geringen Sicherheiten Geld zum Häuserbau usw. gegeben. Meine Family ist da auch ein Beispiel, - vom "Würmeling" bis zur (hanebüchenen) Finanzierung des (billigsten) Hausbaus kamen sehr viele Vorteile für eine fünfköpfige Kleinfam. zusammen.

Da die Rückzahlungsaussichten/-spielräume heute nicht mehr via Inflation und nachholendem Post-WKII-(Nachfrage-)Wachs- tum so gut sind wie damals, muß man die Rückzahlung heute anders vermindern/absenken: z. B. durch negative Zinsen/rückzahlungsfreie Sektoraltender der ZB'en.

||Das Gegenargument was ich kenne lautet zudem, dass Niedrig- oder Nullzins zusätzlich Geld in den Markt pumpt, dass diesem irgendwann auch wieder entnommen werden muss, durch Deflation, Schuldenschnitte oder andere Schritte der Geldentwertung.||

Deflation ist aber das Gegenteil von "Geldentwertung".
Und es ist eben widerlegte/r Monetarismus u. Globalsteuerung,
daß Geldpumpen der ZB'en zur "Geldentwertung" führt.

Für die Geldentwertung sind vor allem steigende Kosten der Her- u. Bereitstellung u./o. wenig kompetitive Märkte verantwortlich, also die sektorale Verwendungsseite des je neuen Geldes und nicht seine Herkunftsseite.
Da das Geld via "Globalsteuerung" an die Kreise gegeben wird, die es sowieso schon dicke haben, erscheint es sofort auf der Kapitalseite, nicht bei Verbrauchern (schwache 5%-Kopplung von F.- an R.-Wirtschaft), und führt z. B. aus langfristig-marktstrategischen Hoffnungen zu einer Vielzahl kapital- nicht umsatz- finanzierter Preise, was die Inflation weiter dämpft, den Geldwert erhöht usw.

Eine Ausnahme bilden z. T. typische Vermögensanlagen jenseits der Geldhortung, z. B. Immobilien. Aber auch hier scheint niemand die Wert- u. Bestandsverluste von ländlichem Wohnraum ohne validen Stadtbezug gegen die Überpreise in den "sicheren" Immo-Wert-Zonen unserer Städte aufzurechnen.

Solche Hauptmechanismen der Umverteilung von unten nach oben werden durch genealogisch ausgerichtete Monetarismen und Globalansätze doch überhaupt nicht adressiert.

|| „Also da gibts jede Menge [Realwerte]. Allerdings muß man den hohen Zuspruch/ die hohe Erwartung, die sich auch in Flüchtlingszahlen manifestiert, zur Befeuerung auch tatsächlich mitnehmen, wenn sich nicht Entäuschungen breitmachen sollen, die unangenehm dämpfend wirken.“

Aber so sieht es ja momentan nicht aus. Muss man vielleicht auch noch nicht nach wenigen Monaten erwarten, allerdings teile ich die Einstellung, dass im Sektor der geringer Qualifizierten viele Flüchtlinge arbeiten können. Das sind nicht allesamt Fachärzte und Ingenieure, allerdings brauchen wir auch nicht Millionen Fachärzte und Ingenieure, sondern klassische Angestellte, Dienstleister und Teilzeitkräfte. ||

Na, DA wär' ich nicht so sicher ...
Und: Wo eine Putzfrau den Staat lenken können soll, darf man sich nicht wundern, wenn die mal einen Doktor hat. Überqualifikation ist aus versch. Gründen kaum abzuschaffen, allein der Selbstwert einer guten o. sehr guten (Aus-)Bildung wiegt da schon was ...

|| Da konkurrieren sie dann allerdings mit den sozial abgehängten Einheimischen und das verstärkt die Ressentiments. Das werden Sie jedoch auch gemeint haben.||

Eher nicht.

|| „Das ist das eine, und gilt über alle Wirtschaftsformen, dem kann man mit kräftiger Aufstockerei begegnen, und indem man nicht mehr für das weitere Auseinanderklaffen der EK-Scheren kämpft und streikt, also mit den %ualen Forderungen aufhört, zugunsten absoluter Beträge.- ein größeres Problem sind meines Erachtens diejenigen, die man nicht mal mehr "auspressen" will.“

Das sieht ja alles nach Bewegungen in Richtung Grundeinkommen oder Aufstockung der Sozialhilfe aus. Wie erwähnt, bin ich alles andere als ein Finanzexperte, finde aber die Einwände gegen z.B. ein bedingungsloses Grundeinkommen gravierend, die, anders als es auf den ersten Blick aussieht, die Armen über eine dann notwendige Anhebung der Mehrwertsteuern stärker belastet und die Reichen entlastet. ||


Das sehe ich bei keinem ernsthaft diskutierten BGE-Modell mehr. Und ALLE mit einem EK zuzuschütten, geht eben zu 70-90% auch an die "obersten" 80%, die zurechtkommen bis ganz hervorragend leben, so daß der Zuwachs für die untersten 10-30% eh schon im Relativen wieder aufgehoben würde, - auch weil z. B. der Wohnungssektor gar nicht nachfrageelastisch ist, sondern sofort in die Preise geht, wenn die Nachfrage steigt.


||Der bessere Weg wäre wohl eine Anhebung und Umbenenung der Sozialhilfe, allerdings könnte das dann wieder migrationspolitisch ein bedenkliches Signal sein und da leben wir aktuell nicht in entspannten Zeiten.||

???

|| „Es ist das Versagen der kontrollierenden (Verwaltung) und regulierenden (politischen) Eliten, die dem Einfallsreichtum und der Skrupellosigkeit auf der bestbezahlten Seite intellektuell-fachlich nichts entgegenzusetzen hat(te).“

theoreiblog.de kannte ich bislang noch nicht, Ihre Kommentare habe ich gelesen.

Was die intellektuell fachliche Kompetenz angeht, da weiß ich nicht, wie die Machtverältnisse da sind, was die Skrupellosigkeit angeht, da ist m.E. viel dran. Die daran anschließende Frage ist, ob man daran etwas ändern kann und meine Antwort und mein Vorschlag ist, dass man es a) kann und b) auch tun sollte. Konkret: Warum nicht genauer hinschauen, wer aus welchen Motiven in welche Positionen möchte? ||

Und vor allem: welche gesamte Sozialkompetenz jemand hat, - denn die Motive, eine Position anzustreben müssen nicht zwingend "ethisch gute" sein, wohl aber die ethischen u. funktionalen Grundlagen des Leitens und seiner Verfahren selbst.
Gibt's dafür Protagonisten?
Die Kapitalgeber sind dazu genausowenig bereit bzw. in der Lage wie die AN.

|| Wenn nun die Finanzelite ein Tummelplatz von Psychopathen ist und auch jenseits eines Bashings und ideologischer Vorbehalte spricht einiges dafür, warum sollte man das so weiter laufen lassen und damit auch noch indirekt Skrupellosigkeit oder Narzissmus mit antisozialen Zügen als Ideal anpreisen? So wie man Gesundheitschecks verpflichtend einführt, warum nicht auch die psychologische Eignung prüfen? Das kann durchaus zwanglos und früh geschehen, etwa indem man sich berichten lässt, warum sich jemand z.B. berufen fühlt Lehrer zu werden. „Richtige“ Antworten gäbe es viele, der alte Klassiker, wenig Arbeit, viel Urlaub, gutes Einkommen und Verbeamtung ist als persönliches Motiv nachvollziehbar, aber nicht immer kindgerecht. Das nur als Beispiel dafür, dass es nicht nur um den Finanzsektor oder die Politik geht.||

Ja, aber lassen sie besser ihr Hobby, den Narzissmus, außen vor. Das eignet sich überhaupt nicht für globalere Analysen.

|| „In der Tat ist "Ungerechtigkeits" -Empfinden eher schlecht. Aber es gehört von der franz. Verfassung bis zu Rawls und Kersting zum hiesigen Konsens, Ungerechtigkeit dort hinzunehmen, wo sie zur leider unabwählbaren Voraussetzung für den allg. Vorteil bzw. den Vorteil aller nach konkreter, über die Zeiten auch änderbarer Abwägung gehört.“

Dann allerdings mit einem Blick darauf, wie es den „Ärmsten“ geht. ||

Genau: eine "tyrannische Mehrheit" darf die Lasten eines allg. Vorteils nicht völlig auf einer Minderheit abladen. Daß diese (derzeit noch) sozial u. kulturell höchst heterogen zusammengesetzt ist, erschwert ebenfalls die politische Org. , sowie die kommerziell sinkende Streikmacht von Betroffenen:
Für die Stadtkämmerer beim KiTa-Streik (bei Streik keine/verminderte Löhne/Gehälter bei weiterem, rechtmäßigen Gebührenzufluß für die KiTas) oder jetzt die Stahlunternehmen ist Streik geil, - für jede Tonne NICHT produzierten Stahls wird ein geschenktes Emissionsrecht frei, daß man für rund 230 Euro (???) angeblich verbimmeln kann, - das muß man mit Stahlkochen ers'sma reinholen ...

Zugleich aber wird dadurch, durch die soziale Heterogenität der Prekären, das Problem der Faschismen vermieden, die für diese Rolle der Verlustträger pseudo-ethnisch eingeteilte u. religiöse etc. Gruppen definieren, - etwas, das jetzt, z. B. auch in ihrer Vorab-Einteilung oben, als "zum "Alteingessenen verbindender Riss" zwischen den Prekären und zumindest langfristig deutlich Unterversorgten zzgl. der Mittelklasse einerseits, - und potentiellen wie tatsächlichen "Neuen" andererseits -, durch Rechtspopulisten ins Griffige vermarktet wird.
Keineswegs sehe ich die Neuen überproportional zu unserer Aufnahmegesellschaft langfristig in hebelschwachen Dienstleistungen o. ä. erwerbstätig.
Zwar kommt dem Legitimationsmerkmal "Erster", "Vorher da" usw. durchaus Eigensinn zu, aber kein absoluter. Und ethisch-funktional ist das auch kein besonders gutes Selektions- bzw. Priorisierungskriterium: es bevorzugt die Ersitzung, - ohne die Vordrängler, die unsubstantiierten Superschnellen usw. ausreichend auf Distanz zu halten.

|| Möglicherweise kann man für einige von ihnen tatsächlich wenig tun, möglicherweise muss man das hinnehmen und sie irgendwie alimentieren. Das klappte ja auch ganz gut, nur beim bröckenlden Mittelstand und, der sich daraus ergebenden entsolidarisierenden Angst- und Entwertungsspirale, eben nicht mehr. Und achselzuckend einfach weiter zu machen, ignoriert den politischen Umbruch, den man nicht so leichten Herzens ignorieren sollte. ||

Was das "Bröckeln" des MS angeht, da ist der Kern deutlich kleiner als die akt. Resonanz.
Und: "alimentieren" heißt ja, etwas, das Wichtigste, für jemanden zu tun.

|| „Dazu gehört, Asymmetrien/Ungleichheiten zugunsten von Strukturbildung/Aggregation zuzulassen.“

Da bin ich bei Ihnen. Ich bin ein expliziter Befürworter von Unterschieden, Ungleichheiten und Hierarchien. ||


Den expl. "Befürworter" merkte man ihnen auch bisher schon (implizit) an. Siehe auch ihre Neigung zu Stufen-Systemen von Erkenntnis, Bewußstein, Menschsein usw. (Kohlberg, Wilber, z. T. Kernberg, Heidegger usw.
Es ist aber etwas anderes, etwas z. T. zuzulassen, als etwas zu befürworten: Kultur ist eben nicht nur die Feier, Verfeinerung & Extremifizierung des eh Gegebenen, sondern auch der Verschliff dessen und die Feier (...) von Kontrafaktischem, Potentiellem, Künftigem, Utopischem, so daß ich die (aggregatorische) Differenz als Gegebenheit so nicht feiern bzw. befürworten würde. Ein mit K beginnender Kommentator hier hatte kürzlich
die zwangsläufige Kapitalkonzentration unter scheinbar chancengerechten Ausgangs- u. Rahmenbedingungen gepostet.
Ein mit derartigen "In-Sich"-Tendenzen ausgestattetes System bedarf weniger der Befürwortung als der Beobachtung & ggfls. intervenierender Gegenkontrolle.

|| Auch dass das Ziel biochemischer Prozesse nicht das Gleichgewicht ist ... ||
Ich sprach von 80%iger Polung, nicht von Zielen.

|| ... ist und darüber hinaus gibt es keinen biologisch determinierten Wunsch nach Triebökonomie
gibt, ist richtig. Das ist einfach ein falscher Glaubenssatz, obendrein der Thermodynamik entnommen. ||

????

|| Kulturelle Prozessen müssen aber keinesfalls analog verlaufen, sie sind ja nun nicht vollständig von der Biologie abgeschnitten, ||

ganz im Gegenteil: auch menschl. Bio wird von Kultur geformt ... man denke nur an die Lebenserwartung.

|| aber überformen dieselbe ja doch in einem Ausmaß, dass selbst die angeblich stärksten Triebe (die so ganz nebenbei beim Menschen eine untergeordnete Rolle spielen, der Mensch ist instinkt- und triebarm, aber affektreich) pulverisiert werden können, wie bei der Bulimie oder Selbstmordattentaten.||

Oder wie bei den Hungerkulturen Afrikas, wo es eben nicht nur nicht zu Kannibalismus kommt, wie in Stalingrad o. Leningrad, sondern auch eiserne Gebote des Teilens - wenn auch umringt von sterbender Familie mit eig. Kindern - , über den (der) eigenen Tod gestellt sind. (vergl. meine krit. Maslow-Anmerkungen auf potemkin, - der wollte auch das Menschsein hierarchisieren. )

||Es sind nie alle gleich, das ist auch nicht anzustreben, da gerade die Bündelung von Verschiedenheiten und unterschiedlichen Qualifikationen eine Stärke ist. ||

Ja.: Qualitative Aggregation: Mit dem Abdruck (Icon) der Aggregate in die Umwelt entsteht Information, sobald sich der Hohlform, dem Abdruck, etwas gleiches, ähnliches oder anderes ein- und anlagert, speziell davon entfernt (1. "Lesen") usw.

||Nur dürfen wir den unteren Rand nicht zu groß werden lassen, aus Gründen der politischen Vernunft und der sozialen Gerechtigkeit. Allein darum geht es in diesem Zusammenhang.||

Gegenüber früheren Zeiten ist der untere Rand nicht viel größer geworden.

||„Tlw. sind staatl. Eingriffe u. Oberaufsichten nötig, doch stellt sich das Problem des Leistungswillens u. der Leistungsfähigkeit da genauso wie bei direkter "Verstaatlichung", ohne gute Kompetenz gibts da nur Katastrophen, - aber wenn die Selektion nur Nickmännchen/-frauchen (Sattelberger) nach oben läßt?“

Dann könnte man auch hier vorselektieren. Es ist ja kein Naturgesetz, dass beim Staat nur die Pfeifen sitzen und in der Privatwirtschaft die Überflieger, so sie denn welche sind, manchmal sind es keine, sondern hochintelligente Psychopathen||

Also in den IT-Etagen und -Sektoren der Industrie u. der Ämter
sind die PPathen eher die ganz Dummen und die in nahezu jeder Hinsicht ausgezeichneten Leute, wie z. B. ein Dr. Harrer sind sehr selten, und ich habe davon keine bei Ämtern o. ä. getroffen, - die allerdings auch nicht so oft mein AG waren. Bis auf Frau Dr. Eyerle, die aus der freien Dozentin in ihrem Bio-Chem.-Bereich als Lehrerin an die Sek. Stufe II gewechselt ist.

Ihr Vertrauen in Assessments aller, auch erweiterten Art in allen Ehren, - da könnte man schon viel machen, wenn man wollte -, aber das hat alles keinen Zweck, wenn die guten Leute schon in der Schule so ausgesiebt werden, daß nur noch Dödel überhaupt erst in die Auswahl zur Auswahl kommen, - denn solche Praktiken sind natürlich kaum massentauglich.

Letztlich ist jede verantwortungsreiche Stelle besser über eine Zuwahl als über eine "Bewerbung" zu besetzen: Alle guten Leute, können gar nicht auf den Gedanken kommen, sich vorzudrängeln oder einzuschleimen, weil sie a) wissen, was Verantwortung heißt, b) weil sie wissen, was sie können und WAS NICHT (z. B. konkurierrenden/sich gegenseitig ausschließenden Zielen gleichzeitig zu folgen, wie das oft in den popular-demokratischen bis populistischen Kontexten nach der "Wasch'-mir-den-Pelz-aber mach-mich-nicht-nass"-Maxime gehandhabt wird.)

|| „Ich schon, es gibt bessere und schlechtere Wirtschaften im Sinne ihrer Reproduktionsbedingungen, - die in diesem Sinne "besseren" erlangen Persistenz, und damit ein riesiges Kapital an Vertrauen, - das anderen deshalb, nicht zwingend aber womöglich, dann eher fehlt.“

Klar gibt es besser und schlechter, bei allem. Aber mit Evolution hat das dennoch nicht viel zu tun, da wir bei unseren Wirtschaftssystemen immer noch den Faktor des Gewollten drin haben, ||

Ob gewolltes oder nicht gewolltes das ist egal:
Evol. bedeutet, Persistenz ist dort, wo die Bedingungen der Persistenz getroffen werden. Dem kann vielleicht ein Wille zur Persistenz beihelfen, letztlich dominiert aber die Kontingenz, zu der ein Teil der Willensbildung gehört (neben einem immanent-stringenten Teil der Willensbildung). Im großen und ganzen mag sich ein Persistenz-Vorteil darin finden, zur Persistenz zu streben, um in unseren Scope des Begriffs "Entwicklung" zu geraten, - das ist aber nicht zwingend ein Vorteil zur tatsächlichen Persistenz, deren Bedingungen sich kontingent ändern können (um von den Möglichkeiten der Selbst-Umdefinition & -Metamorphose mal ganz abzusehen.)

|| genau das sprechen die meisten der biologischen Evolution aber ab. Kein Willen, kein Telos.||

Zu Recht wie ich meine, allerdings gibt es in der gesamten , nicht nur biologischen, "Entwicklung" Tendenzen, die a) prinzipiell/zunächst infinitesimal aufgestellt sind, aber b) (auch wegen a) ) kein Endziel definieren (können), weil sie c) jederzeit durch andere, gegenläufige Tendenzen (Entropie) aufgehalten o. umgekehrt werden können, c) eventuell doch auf Schwellen stoßen, wo es - zumindest zunächst - (siehe kritische Massen, Potentialüberlauf/-zusammenbruch usw.) nicht weitergeht etc.

Jedwede "Entwicklung" ist zunächst ein Begriff, der Persistenzen umgreift, auf diese ("genealogisch" i. w. S.) abzielt.

||Die Symmetrie die mir vorschwebt, ist eine der gleichen Rechte, die wir weitgehend haben und annähernd gleichen Chancen bei den Startbedingungen, die individuelle Unterschiede natürlich nicht wegradieren können und sollen. Dass sich das nach Qualifikationen und Kompetenzen sortiert ist in meiner Welt vollkommen in Ordnung, ||

Naja, da habe ich meine Zweifel, daß sie nach Qualifik. & Komp. sortieren. Ganz sicher aber nicht die aktuelle und vorgängige Welt.
So, wie es riesige Unterschiede z. B. in Mathe-Komp.'en gibts die auch in Philos., beim Teilen-Können/-Wollen usw. Da fragen sie mal die Profis an der Front: Selber Duckmaus schafft es z. B. sogar einschlägig gebildetes Personal nicht, die physische Indolenz eines Kindes als solche, und den daraus wohl folgenden, offenkundigen Emphatiemangel, gerade was Gewalt etc. angeht, zu erkennen, und erst recht nicht, adäquat mit diesem Kind umzugehen.

|| ... nur gibt es auch noch andere Qualitäten, als blitzgescheit und mit starken Ellenbogen ausgestattet zu sein. ||

Das gehört doch gar nicht zusammen, - die Dödel, die sie z. B. hier so auffahren, Nida-Rümelin & Co., die ganze Kant-/Idealismus-Sippschaft eben, die mit ihren albernen Beiträgen & Ansprüchen auf den Budgets reitet (wo, bitte, hat man etwas Sinnvolles von den "5 neuen Lehrstühlen" wahrnehmen können, die NR schon 2011 pries?) - die sind vor allem der Schleimerei und preemptiver Selektion geschuldet. Ellbogen gehören - zur 'richtigen Zeit' - sicher auch dazu, aber diese Fokussierung ist mir zu einseitig. Das gleiche gilt für nahezu alle Sektoren.

|| Diese Kompetenzen mögen nicht so glamourös sein – aber auch das ist ja kulturell fabriziert – aber eben dennoch wichtig und der eklatante Mangel an Empathie, Verantwortungsgefühl und Sorge ist ja auch ein wirtschaftlicher Faktor. Leider findet etwas erst Gehör, wenn man es in diese Sprache übersetzt, aber das eine bedingt das andere. Warum also nicht noch einmal neu über das Thema reden?||

Weil sie die Boten der schlechten Nachrichten wie z. B. aus der Postmoderne mit Foucault oder Feyerabend mit jener Verachtung strafen, die sie eigentlich den entthronenden Bedeutungen der 'schlechten Nachrichten' (für absolutistische Herrenreiterei) gern zollen würden, aber sachlich nicht können. Das gefährdet ihre telotisch-teleologischen Stufen- und Hierarchie-Einteilungen, in denen sie sich im oberen Drittel verorten dürfen, - aber was soll das, außer als einem ins Alter prolongierten Pennäler-Hobby zu dienen?

O.K.: Das ist natürlich leichter, als die Bürde der Subjektivität reif/erwachsen zu schultern.
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Besondere Bedeutung für die dispositive Arbeit, für (wirtsch.) Entscheidungen und Gesellschaft kommt dem Wechsel/Wandel zu.
Einerseits ist das Neue i. d. R. auf "Brachen" angewiesen (die Transformation vom Stahl-Mannesmann hin zum hochprofitablen Mobilfunkgiganten AM/IM LEBENDEN Organismus dürfte eher selten gelingen), um aus Millionen von Samungen ein paar Pflänzchen zu machen:
Es muß also auch stets mit einer "sozialen Brache" gerechnet werden, die das Alte/Gestürzte/zu Stürzende hinterlässt, und die das Neue braucht. (vergl. Drei-Felder-Wirtschaft u. ä.)

Andererseits sind die die zugehörigen Wechsel-Strategeme oft gar nicht mehr "logisch" fassbar. Vergl. das 3-Türen-Problem, das auch von nachweislich höchst einschlägig Begabten/Befassten oft ad-hoc und auch nicht im ersten u. zweiten Nachfassen richtig "gelöst" wird. Gut möglich, daß z. B. der Go-Computer dieses oder ein anderes (Wechsel-) Strategem entwickelt hat.
Die nahezu preemptiv erfolgreiche Entscheidungsfindung/Handlungsleitung übersteigt/transzendiert selbst dort, wo absolute Regel-Persistenz herrscht und nur relativ wenige/kleine Grundelemente vom Spielfeld bis zu den Steinen zum Einsatz kommen, die menschl. Nachvollziehbarkeit.
Das hat Auswirkungen auf Ethos, (gefühlte) Legitimität/Gerechtigkeit usw.

Moorleiche 15.06.2016 | 19:30

Hallo DOS.

Das steht auch alles in den theorieblog-Kommentaren, Stichwort Middelhof(f)-Syndrom.“

Die habe ich nicht gefunden, trotz Benutzung der Suchfunktion und der Suche auf anderen Wegen.

...ein fünf- bis zwanzigfaches dessen, was die Rettung Lehmans gekostet hätte. Da war aber a) die Neolib-Ideologie vor, sowie b) vor allem die Furcht der ganz alten Fed-Angehörigen, den US-Alt-Großbanken, mit L. dann quasi einen weiteren Staatsplayer am Fed-Tisch sitzen zu haben, der das gar nicht "verdient" hatte, sondern der qua Scheitern seinen Sitz behält/erringt.“

Das habe ich so noch nicht gehört – allerdings auch nicht intensiv verfolgt. Gibt es dazu empfehlenswerte Quellen?

Da die Rückzahlungsaussichten/-spielräume heute nicht mehr via Inflation und nachholendem Post-WKII-(Nachfrage-)Wachs- tum so gut sind wie damals, muß man die Rückzahlung heute anders vermindern/absenken: z. B. durch negative Zinsen/rückzahlungsfreie Sektoraltender der ZB'en.“

Was allerdings das Argument stützt, dass es sich um eine künstliche Anfachung des Wachstums handelt und die Frage aufwirft, ob wir tatsächlich Wachstum um jeden Preis brauchen oder ob nicht auf Stagnation oder ein moderates Sinken etwas sein könnte, mit dem man gut leben kann.

Und es ist eben widerlegte/r Monetarismus u. Globalsteuerung, daß Geldpumpen der ZB'en zur "Geldentwertung" führt.“

Warum denn eigentlich? Geld ist ja nicht nur ein Zahlungsmittel und damit Tauschmedium, sondern auch etwas zum Sparen. Wenn die Gesamtgeldmenge steigt, wie sollten die Anteile daran dann nicht sinken?

Da das Geld via "Globalsteuerung" an die Kreise gegeben wird, die es sowieso schon dicke haben, erscheint es sofort auf der Kapitalseite, nicht bei Verbrauchern ...“

+

Eine Ausnahme bilden z. T. typische Vermögensanlagen jenseits der Geldhortung, z. B. Immobilien. Aber auch hier scheint niemand die Wert- u. Bestandsverluste von ländlichem Wohnraum ohne validen Stadtbezug gegen die Überpreise in den "sicheren" Immo-Wert-Zonen unserer Städte aufzurechnen.“

Heißt in der Konsequenz, dass wir dem Finanzmarkt und seiner Geldpolitik mit einem soliden Desinteresse begegnen können? Diese ganze Großprozesse sind doch für den Einzelnen im regionalen Kontext unerheblich, in dem der globale Trend gen Stadt mitunter umgekehrt verläuft. Es drängt in die Peripherie, die Stadtzentren verwahrlosen.

|| ...allerdings brauchen wir auch nicht Millionen Fachärzte und Ingenieure, sondern klassische Angestellte, Dienstleister und Teilzeitkräfte. ||

Na, DA wär' ich nicht so sicher ...“

Weil? Gestern erst hörte ich, dass man sich darauf einstellen sollte länger zu arbeiten, damit das Rentensystem nicht kollabiert. Und damit sind ja nicht die Ärzte, Anwälte und Ingenieure gemeint die ja selten das Problem haben, sich mit pünktlich mit 63 pensionieren lassen zu wollen, die arbeiten ja längst schon länger. Da hört man dann einerseits von der Syrerschwemme, andererseits dass die Roboter bald unsere Arbeit überflüssig machen, also das will ich erst sehen, bevor ich es glaube.

Das sehe ich bei keinem ernsthaft diskutierten BGE-Modell mehr.“

Welches wäre denn eines? Die gravierendsten Einsprüche kommen gar nicht aus dem neoliberalen Lager.

Und ALLE mit einem EK zuzuschütten, geht eben zu 70-90% auch an die "obersten" 80%, die zurechtkommen bis ganz hervorragend leben, so daß der Zuwachs für die untersten 10-30% eh schon im Relativen wieder aufgehoben würde, - auch weil z. B. der Wohnungssektor gar nicht nachfrageelastisch ist, sondern sofort in die Preise geht, wenn die Nachfrage steigt.“

Also eine Anhebung der sozialen Mindestleistungen/-standards?

Und vor allem: welche gesamte Sozialkompetenz jemand hat, - denn die Motive, eine Position anzustreben müssen nicht zwingend "ethisch gute" sein, wohl aber die ethischen u. funktionalen Grundlagen des Leitens und seiner Verfahren selbst.“

Dann würde man die Ethik vom Individuum an das System deligieren. Das wäre nicht gut. Ich glaube, dass die Motive die jemand hat, doch ethisch gut sein sollten, aber es würde mit dem, was Sie Sozialkompetenz nennen, vermutlich zusammen fallen.

Gibt's dafür Protagonisten?“

Ich würde es testen.

Ja, aber lassen sie besser ihr Hobby, den Narzissmus, außen vor. Das eignet sich überhaupt nicht für globalere Analysen.“

Das ist weniger mein Hobby als meine Analyse. Sie müssen dem ja nicht zustimmen, aber ein simples „ungeeignet“ ist mir dann doch zu wenig. Das Schrauben an Systemen ist ja seit geraumer Zeit Stand der Dinge, auch ohne Hysterie kann man konstatieren, dass derzeit nicht alles optimal läuft, dass dies in keinem oder nur eine untergeordneten Zahl von Fällen etwas mit den dort agierenden Menschen zu tun hat, ist eine ideologische Einstellung, die m.E. auch noch schwer zu begründen ist.

Genau: eine "tyrannische Mehrheit" darf die Lasten eines allg. Vorteils nicht völlig auf einer Minderheit abladen.“

Gut, der Meinung dürften inzwischen relativ viele sein, wenngleich aus unterschiedlichen Gründen.

Keineswegs sehe ich die Neuen überproportional zu unserer Aufnahmegesellschaft langfristig in hebelschwachen Dienstleistungen o. ä. erwerbstätig.“

Sondern? Und was heißt hier langfristig? 3 Jahre, 10 Jahre, zwei Generationen?

Zwar kommt dem Legitimationsmerkmal "Erster", "Vorher da" usw. durchaus Eigensinn zu, aber kein absoluter. Und ethisch-funktional ist das auch kein besonders gutes Selektions- bzw. Priorisierungskriterium: es bevorzugt die Ersitzung, - ohne die Vordrängler, die unsubstantiierten Superschnellen usw. ausreichend auf Distanz zu halten.“

Auf was beziehen sich diese Ausführungen?

Und: "alimentieren" heißt ja, etwas, das Wichtigste, für jemanden zu tun.“

Das meinte ich durchaus auch so.

Ein mit derartigen "In-Sich"-Tendenzen ausgestattetes System bedarf weniger der Befürwortung als der Beobachtung & ggfls. intervenierender Gegenkontrolle.“

Wie wollen Sie das denn machen? Jeder erzählt ja gegenwärtig, was wir alles brauchen und bräuchten, je weltumspannender und praktisch undurchführbarer das ist, umso wohler scheint man sich dabei zu fühlen und umso zwangsläufig richtiger scheint das dann alles zu sein. Ich finde kleinteiligere Korrekturen manchmal gar nicht schlecht.

ganz im Gegenteil: auch menschl. Bio wird von Kultur geformt ... man denke nur an die Lebenserwartung.“

Im Allgemeinen geht man heute davon aus, dass eine letztgültige Trennung zwischen Natur und Kultur nicht machbar ist und dem würde ich mich anschließen.

(vergl. meine krit. Maslow-Anmerkungen auf potemkin, - der wollte auch das Menschsein hierarchisieren. )“

Da kann ich vergleichen, bis ich grün werde, entweder wir tauschen uns darüber aus, oder nicht. Ob Sie weitere Spitzen setzen müssen, interessiert mich hingegen nicht.

Das Hauptargument ist, dass die zur Hierarchie konträren Entwürfe der Heterarchie, des Werterelativismus das Legitimations-Problem haben, dass sie von denen, die sie anerkennen selbst nicht (immer) anerkannt werden. Das lässt dann Argumente zur Machtfrage weit unterhalb des Diskurses degenerieren. Wie lautet Ihre Entgegnung?

Gegenüber früheren Zeiten ist der untere Rand nicht viel größer geworden.“

Das kommt m.E. darauf an, ob man es global oder z.B. für Deutschland betrachtet.

Ihr Vertrauen in Assessments aller, auch erweiterten Art in allen Ehren, - da könnte man schon viel machen, wenn man wollte -, aber das hat alles keinen Zweck, wenn die guten Leute schon in der Schule so ausgesiebt werden, daß nur noch Dödel überhaupt erst in die Auswahl zur Auswahl kommen, - denn solche Praktiken sind natürlich kaum massentauglich.“

Ich hab da kein großes Vertrauen und sehe in unserem Schulsystem deutlich Luft nach oben, inklusive eigener, hier gemachter Vorschläge zur Verbesserung. Hier kann ich mich dann sogar auf den von mir nicht sonderlich geschätzten „Hirnforscher“ Gerhard Roth beziehen, der meint belegen zu können, dass die Person des Lehrers und die Tatsache ob er selbst Spaß am Lernen und der Vermittlung hat, mindestens oder sogar mehr die halbe Miete ist, der Rest sind dann ganz konservative Faktoren wie Wiederholung usw. Es ist Quatsch oder besser, marginal, an den anderen Faktoren rumzuschrauben, aber Haupteinflussfaktor geflissentlich zu ignorieren, weil man es als uncool ansieht, gelangweilte Arschlöcher und Sadisten konsequent auszusortieren. Man braucht sich nur mal zu überlegen, wie viele Kinder in den intensiven Einflussbereich einer bestussten Grundschullehrerin kommen, die Jahrzehnte ihr Unwesen treibt. Darum Tests, für Lehrer, früh und auf Eignung mit Kindern umzugehen, Begeisterung fürs lebenslange Lernen ausgerechtet, usw. Ob er oder sie dann noch Mathe oder Bio kann, ist nebensächlich, da ohnehin im Preis mit drin.

Letztlich ist jede verantwortungsreiche Stelle besser über eine Zuwahl als über eine "Bewerbung" zu besetzen: ...“

So war ja auch mal der ideale Politiker gedacht. Der Idee kann man nach wie vor zustimmen, mit der Einschränkung, dass man nicht immer Lust auf das hat, was man halbwegs kann.

Evol. bedeutet, Persistenz ist dort, wo die Bedingungen der Persistenz getroffen werden. Dem kann vielleicht ein Wille zur Persistenz beihelfen, letztlich dominiert aber die Kontingenz, zu der ein Teil der Willensbildung gehört (neben einem immanent-stringenten Teil der Willensbildung).“

Das weiß man doch gar nicht. Warum sollte für uns noch die Kontingenz dominieren?

|| genau das sprechen die meisten der biologischen Evolution aber ab. Kein Willen, kein Telos.||

Zu Recht wie ich meine, allerdings gibt es in der gesamten , nicht nur biologischen, "Entwicklung" Tendenzen...“

Was ich nicht verstehe, ist das „allerdings“ von den Aufzählungen a) bis c). Diese bestätigen doch eher, was vor dem allerdings steht, als es infrage zu stellen.

Naja, da habe ich meine Zweifel, daß sie nach Qualifik. & Komp. sortieren. Ganz sicher aber nicht die aktuelle und vorgängige Welt.“

Sicher, zweifelsfrei sind immer nur die eigenen Anschauungen. ;-)

So, wie es riesige Unterschiede z. B. in Mathe-Komp.'en gibts die auch in Philos., beim Teilen-Können/-Wollen usw. Da fragen sie mal die Profis an der Front: Selber Duckmaus schafft es z. B. sogar einschlägig gebildetes Personal nicht, die physische Indolenz eines Kindes als solche, und den daraus wohl folgenden, offenkundigen Emphatiemangel, gerade was Gewalt etc. angeht, zu erkennen, und erst recht nicht, adäquat mit diesem Kind umzugehen.“

Was wollen Sie sagen? Da einige Leute mit physisch indolenten Kindern nicht richtig umgehen können, ist es nicht statthaft nach Qualifikationen und Kompetenzen zu sortieren?

Das gehört doch gar nicht zusammen, - die Dödel, die sie z. B. hier so auffahren, Nida-Rümelin & Co., die ganze Kant-/Idealismus-Sippschaft eben, die mit ihren albernen Beiträgen & Ansprüchen auf den Budgets reitet (wo, bitte, hat man etwas Sinnvolles von den "5 neuen Lehrstühlen" wahrnehmen können, die NR schon 2011 pries?) - die sind vor allem der Schleimerei und preemptiver Selektion geschuldet.“

Sicher, so wird es sein. Alles Schlampen, außer Mutti, ist wohl Ihr Folklore-Part, der regelmäßig mal aufgeschrieben gehört. Da war er eben wieder.

O.K.: Das ist natürlich leichter, als die Bürde der Subjektivität reif/erwachsen zu schultern.“

Ungefähr so, wie Sie es hier in aller Vorbildlichkeit vorführen?

dos 16.06.2016 | 14:01

Vorab zu Middelhof/theorieblog.de:

Ein schlichtes:

Middel site:http://theorieblog.de

zerrt:
http://www.theorieblog.de/index.php/2016/06/mueller-buchforum-2-but-i-know-it-when-i-see-it/#comment-107566

an den google-Tag. 2 Kommentare, dies oben der 1.

Dann gibt's dort noch eine Kritik zum womöglichen/angeblich- en 'fehlenden Realismus' als eines gemeinsamen Kennzeichens der Populismen, von mir, sonst (noch) nix.

Vergl. auch letzter Kommentar im ND von mir (Brexit):

Wie die 'Unter-' u. Mittelschichten drauf sind, entscheidet sich ganz wesentlich auch durch die gesellsch. Eliten incl. der Politischen, - und solche, die dafür gehalten werden/sich selbst halten/dazu machen.