Alex Hern
22.10.2014 | 12:22 54

Schiefe Debatte

Gamergate Die Online-Bewegung hetzt gegen Feministinnen in der Spiele-Branche. Trotzdem sehen die Medien in Gamergate einen zulässigen Gesprächspartner. Das ist falsch

Schiefe Debatte

Anita Sarkeesian

Bild: Anita / Flickr (CC)

Für jede traditionelle Protestbewegung dürfte es wohl das sichere Todesurteil sein, wenn die wichtigste Tageszeitung der USA sie in ihrem Aufmacher mit Morddrohungen und anderen Belästigungen in Verbindung bringt.

Im Fall von “#gamergate” könnte die Sache hingegen durchaus anders laufen. Die Online-Bewegung begann im August als Kampagne gegen eine wenig bekannte Indie-Spiele-Entwicklerin und hat sich mittlerweile auf nahezu alle Feministinnen der Spiele-Branche ausgeweitet.

Da die Gruppe es hervorragend versteht, die Medien für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, hat selbst die New-York-Times-Schlagzeile “Feminist Critics of Video Games Facing Threats in ‘GamerGate’ Campaign” eher zur Diskussion einiger der Lieblingsthemen der Gruppe geführt, als zu deren konsequenten Verurteilung.

Der Leitartikel berichtet über die Todesdrohungen gegen die Feministin und Kulturwissenschaftlerin Anita Sarkeesian, die für ihre Video-Serie “Tropes v Women in Video Games” auf You Tube bekannt ist.

Sarkeesian musste einen Vortrag an der Universität von Utah absagen, nachdem dort eine anonyme Drohung eingegangen war, es werde ein “Massaker geben wie damals in Montreal“. 1989 hatte Marc Lépine am dortigen Polytechnikum 24 Frauen und vier Männer erschossen. Als der Veranstalter sich weigerte, Waffen bei der Veranstaltung zu verbieten, sagte Sarkeesian ihre Teilnahme ab.

Auch wenn Gamergate in der Drohung nicht erwähnt wurde, haben viele Beobachter einen Zusammenhang zu der Gruppe hergestellt. Die Formulierungen, in denen beklagt wird, dass „Frauen wie Sarkeesian uns sogar noch dafür bestrafen wollen, wenn wir unsere Männlichkeit in der Fantasie ausleben“, hätten auch direkt aus einem Beitrag auf der Diskussionsseite 8Chan entlehnt sein können. Der Ableger der besser bekannten Seite 4Chan dient der Bewegung als Rekrutierungsfeld.

Der Times-Artikel verurteilt die Drohungen gegen Sarkeesian, sowie zwei weitere Frauen – Zoe Quinn und Brianna Wu – , die sich gezwungen sahen, ihre Wohnungen zu verlassen, nachdem ihre Adressen zusammen mit Gewaltandrohungen im Internet veröffentlicht worden waren, plappert aber gleichzeitig unhinterfragt auch die Erklärungen nach, mit denen Gamergate selbst seine Existenz begründet.

„Die Anstifter der Kampagne [gegen Sarkeesian]”, schreibt Nick Windfeld von der Times, „sind mit einer breiteren Bewegung verbunden, die sich um das Twitter-Hastag #gamergate zusammengefunden hat und moralische Probleme mit der politisch korrekten Berichterstattung über Spiele hat.“

Die Bewegung hat also „ethische Probleme“ mit dem Spiele-Journalismus. Für die Drohungen sei lediglich „eine sehr viel kleinere Gruppe“ verantwortlich. Der Mehrheit von Gamergate gehe es um etwas anderes, so der Schauspieler Adam Baldwin, der das Hashtag initiiert hat. Gamergate behauptet von sich, schonungslos gegen Leute in den eigenen Reihen vorzugehen, die Frauen belästigten oder bedrohten, und fordere sie auf, dies zu unterlassen.

In den Fernsehsendern Vice und Vox attestieren Journalisten der Bewegung „interessante Anliegen“ oder behaupten, es versuche „als Medienaufsicht zu fungieren“. Solche Formulierungen könnten wortwörtlich aus Gamergate-Briefings stammen, die in den sozialen Medien und Foren an Unterstützer verschickt werden – und tun dies auch. „Sorgt dafür, dass euer Gegner sich allein fühlt … nutzt eure quantitative Stärke, um ihn einzukreisen. Erklärt, dass es Gamergate nicht um soziale Gerechtigkeit geht, sondern um Game-Journalismus“, heißt es in einem Beitrag. In einer weiteren aktuellen Anweisung – “Operation: Shillgate” – geht es um die Verbreitung einer Taktik, um Menschen, die die Bewegung kritisieren, „zum Schweigen zu bringen“.

Die Ziele und Praktiken der Bewegung strafen ihre angeblichen „ethischen“ Ziele Lügen. Amanda Marcotte zufolge handelt es sich bei der Gruppe in Wahrheit um das genaue Gegenteil: „#GamerGate ist in erster Linie ein vom Hass auf Frauen motivierter Angriff auf einen ethischen Journalismus.“

Dieses Urteil kann die Autorin mit einer langen Liste von Argumenten begründen. Zoe Quinn, die als erste zum Opfer der Bewegung wurde, ist noch nicht einmal Journalistin. Sarkeesian, das zweite Opfer, sei geradezu „ein Beispiel für sauberen Journalismus“. Sie nehme lieber Spenden ihrer Leserinnen und Leser an als sich von Werbegeldern der Industrie abhängig zu machen. So verschaffe sie sich die nötige Unabhängigkeit, um die Spiele aus kritischer Distanz beurteilen zu können.

Darüber hinaus ist es der Bewegung gelungen, den Abbruch eines Forschungsprojektes über Gender in Computerspielen zu bewirken, indem die Untersuchung mit bösartigen Kommentaren überschwemmt wurde. Beim Branchenmagazin Gamasutra sorgte die Bewegung für einen heftigen Streit um das Verhältnis zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung, nachdem Intel in Reaktion auf einen starken Kommentar von Guardian-Autor Leigh Alexander eine Anzeige zurückzog.

„#gamergate lehnt ethischen Journalismus ab“, schreibt Marcotte. „Sie behaupten zwar das Gegenteil, tun dies aber aus den gleichen Gründen, aus denen Konservative die Liberalen als die „wahren“ Rassisten beschimpfen, Abtreibungsgegner behaupten, sie wollten die Frauen „beschützen“ und Homophobe vorgeben, es gehe ihnen lediglich um den „Schutz der traditionellen Ehe“.

Wenn über das Thema diskutiert wird, heißt es zu Beginn oft, die Wahrheit werde wohl irgendwo in der Mitte liegen, beide Seiten würden gute Argumente vorbringen und dass es der Mehrheit der Leute hinter Gamergate um ethischen Journalismus gehe. Doch nichts davon stimmt. Nick Davies würde hier von einer „falschen Ausgeglichenheit“ sprechen – die falsche Annahme, wenn es zwei identifizierbare Parteien gibt, müsse man Konflikte zwischen ihnen als Debatte zwischen Gleichberechtigten darstellen.

Kyle Wagner von Deadspin beschrieb Gamergate als „Ansammlung von Scharfmachern“ beschrieben, „die spüren, wie der Hase läuft und sich von dieser Entwicklung ausgeschlossen fühlen“. Doch diese Scharfmacher hetzen schon seit Jahren. Sarkeesian wurde zum ersten Mal im Juni 2012 zum Opfer einer Hasskampagne. Damals war die erste Folge von Tropes v Women in Video Games noch gar nicht produziert.

Verändert hat sich lediglich, dass die Scharfmacher von einer Strömung zu einer klar definierten Gruppe geworden sind und es dabei geschafft haben, die Medien mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

„Ein geschickter Trick“, sagt Wagner. „Wenn man sich dafür einsetzt, dass Spiele-Entwickler den Großteil ihrer Ressourcen in Spiele stecken, die sich am intellektuellen Niveau und den emotionalen Befindlichkeiten onanierender 16-jähriger Vorstadtkids orientieren, nimmt einen niemand besonders ernst. Wenn man daraus aber eine Geschichte über eine repressive, heuchlerische Verschwörung der Medien macht, hat man auf einmal ein Anliegen und gilt als Partei in einer „Debatte“.“

Aus diesem Grund wäre es voreilig, Gamergate bereits für tot zu erklären. Wie die Tea Party oder die Leute, die den Klimawandel leugnen, wird auch diese Gruppe solange weiter Zulauf erhalten, wie sie als zulässiger Gesprächspartner in einer wichtigen Diskussion angesehen wird. Und wie die Berichterstattung über Sarkeesians Rede zeigt, scheinen die Medien darauf einfach nicht verzichten zu können.

Kommentare (54)

Lethe 22.10.2014 | 12:44

Man könnte diesen Text um 180º drehen, und er würde immer noch stimmen, nur mit der feministischen Seite als nichtsatisfaktionsfähigem Bösewicht. Das haben Perspektivenkonflikte so an sich. Jede Seite ist vollständig im Recht, hat alle Selbstverständlichkeiten zu ihrer Disposition und die Gegenseite ist nichts als moralischer Abschaum.

Man könnte in dieser Grundhaltung natürlich das eigentliche Problem sehen. Aber damit wäre wohl zuviel des Abstands von den eigenen Positionen vorausgesetzt.

Es ist immer besser, Gegner zu verheizen, als Argumente zu tauschen, wenn es nur ums Rechthaben geht.

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Joseph Burgunder 22.10.2014 | 14:33

Nicht satisfaktionsfähig hin oder her. ;)Das eigentliche Problem ist meines Erachtens die Neigung zur Idealisierung. Held sein? Mensch, die hat Ansprüche. Die Porno-Industrie und Prostitution sind mittlerweile abgedroschen. Als Rollstuhlfahrer geht! man neuerdings auf die Barrikaden, Helden müssen her. Wenn die minimalen Änderungen der Voraussetzungen, unter denen Mann und Frau zusammenleben, nicht reichen, dann sind es am Ende doch die Rigiditäten. Aber gerade dort? finden diese Aktionen kein Gehör.

Yanestra 22.10.2014 | 14:37

Ich habe den Eindruck, dies ist wieder einer derjenigen Beiträge, die völlig an der Sache vorbeigehen und fröhlich und völlig substanzlos abzustrafen versuchen. Freilich hätte es ganz großartig geholfen, wenn man gesagt hätte, auf welchen Stand der Diskussion man sich bezieht, am besten noch, auf welche speziellen Wortbeiträge man reagiert.

Intrepid Traveller 22.10.2014 | 14:47

#Gamegate ist so etwas wie eine online vernetzte Tea Party für Gamer. Interessant ist dabei vor allem, wie geschickt hier eine scheinbare Grassroots-Bewegung von einzelnen Anti-Feministen aus 4chan inszeniert wurde und so genug gutgläubige Spieler anzieht, um unter dem harmlosen Motto "Ethik im Journalismus" erklärte Gegner auszumanövrieren.

Der Clou ist aber, dass das sich selbst als Konsumer-Revolte bezeichnende #gamergate unangreifbar ist, da es kein offenes Manifest jenseits dieses nebulösen Begriffes gibt, und jede Verleumdung und Bedrohung abgestritten wird oder von angeblichen Minderheiten ausgeführt wird, die nichts mit der Bewegung zu tun hätten.

Praktisch ist dabei auch, dass jegliche journalistische Aufarbeitung dem Feindbild des Social Justice Warriors entspricht und sich innerhalb der Bewegung als Bedrohung von aussen darstellen lässt.

Bezeichnend ist des weiteren die Unterstützung durch diverse extrem rechte Antifeministen, die bisher kein Interesse an Video Games gezeigt hatten bzw nur Verachtung übrig hatten, aber in der Bewegung eine Spielwiese für ihre eigene Agenda sehen, zB Mike Cernovich, ein Bodybuilder/Rechtsanwalt ("You can't rape the willing") oder Firefly-Star Adam Baldwin, der gleichgeschlechtlichge Heirat gerne mit Inzest gleichsetzt.

Lesetipps:

http://boingboing.net/2014/10/20/vultures-circle-gamergate.html

https://medium.com/@poopsockholmes/the-bad-apples-of-gamergate-ba39f8fd485

http://arstechnica.com/gaming/2014/09/new-chat-logs-show-how-4chan-users-pushed-gamergate-into-the-national-spotlight/

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Ehemaliger Nutzer 22.10.2014 | 15:08

Ich hab mal die Anekdote gelesen, dass der Hauptcharakter von Tomb Raider, Lara Croft, eigentlich ein Mann hätte sein sollen. Die Jungs, die die Level auf Vollständigkeit/Funktionsfähigkeit etc. überpüft haben, hatten sich aber ein weibliches Charactermodel dafür gebastelt, weil es ihnen mehr Spaß gemacht hat einer Frau auf den Arsch zu kucken, als einem Mann. Das hat man dann so ins Spiel übernommen.

Rufus T. Firefly 22.10.2014 | 15:17

Nur am Rande: Meines wissens gibt es in Utah ein Gesetz, dass Bürgern das verdeckte tragen einer Waffe in der Öffentlichekeit zusichert. Der Veranstalter (die Uni) hatte also gar nicht die Befugnisse Waffen während der öffentlichen Veranstaltung zu verbieten. Über so ein derartiges Gesetz mag man denken was man will, aber die Uni dann so hinzustellen, dass sie Schuld daran trägt, dass Sarkeesian abgesagt hat, halte ich für ein zweifelhaftes Vorgehen.

Zu Sarkeesian selbst: Ich halte zwar nicht alles was sie sagt für richtig, aber ihre Arbeit grundsätzlich für wichtig. Und es ist beileibe auch nicht so, dass Computerspiele klischeehafte Geschlechterrollen nur "aufgreifen". Sie (re)produzieren sie auch regelmäßig. Ein großes, wenn nicht gar das Hauptproblem der Debatte, was sowohl bei den Feministinnen, wie auch den Gegnern zu erkennen ist, ist dass sie sich an den Dogmen des Gegenübers abarbeiten, anstatt auf die Inhalte einzugehen. De facto ist das bei jeglichen gesellschaftlich diskutierten Themen immer wieder der Fall. Das oben von Spoderman verlinkte Youtube-Video, das als Beweis dafür dienen soll, dass Sarkeesian und damit auch die durch sie vertretene Position unglaubwürdig ist (sic!), ist mMn ein gutes Beispiel dafür. So verhärten sich Fronten, es wird den Parteien unmöglich gemacht auf das Gegenüber zuzugehen oder eigene Denkfehler zu erkennen und einzugestehen. Das ist eine Vorgehensweise, wie wir sie aus etlichen Talkshows kennen. Es geht nicht darum in der Sache voranzukommen und möglicherweise seinen Horizont zu erweitern, sondern schlicht darum das Gegenüber als Verlierer, dessen vertretene Position als falsch und sich selbst als Sieger sowie die eigene Meinung als richtig darzustellen. Und diese Vorgehensweise führt seit eh und je immer wieder zum Erfolg und Applaus. Allerdings nur zu Gunsten der Protagonisten, nicht der eigentlichen Sache.

Spoderman 22.10.2014 | 15:22

"Das oben von Spoderman verlinkte Youtube-Video, das als Beweis dafür dienen soll, dass Sarkeesian und damit auch die durch sie vertretene Position unglaubwürdig ist (sic!), ist mMn ein gutes Beispiel dafür."

Es geht darum, dass man sich, wenn man sich zu einem Thema äußert, glaubwürdig sein sollte. Und das ist sie, meiner Meinung nach, nicht. Ja, es werden oder wurden dümmliche Rollen in Spielen geschaffen oder wiedergegeben. Aber genauso gibt es auch Beispiele für das Gegenteil. Was gerne ausgeblendet wird.

Lethe 22.10.2014 | 15:39

Gut ist auch, dass es für jeden Gegner der eigenen Ansichten passende Schubladen gibt.

Wenn jede Interessengruppe, die sich zusammenfindet, ihre ersten fünf Jahre damit verbringen müsste, erst mal alle die rauszusortieren, die von anderen Interessengruppen als nicht goutierbar eingestuft werden, bräuchte die Interessengruppe sich erst gar nicht zu bilden.

Wie Rufus T. Firefly schreibt, warum auch sachliche Auseinandersetzung, wenn es reicht, Personen zu verunglimpfen. Das gilt in alle Richtungen, obgleich die eigene Richtung natürlich auf ewig die einzig objektiv angemessene bleibt. Auch das gilt für alle Richtungen.

Rufus T. Firefly 22.10.2014 | 16:13

Wenn man es für nötig erachtet, sein Gegenüber und dessen Meinung auf diesem Wege zu diskreditieren, dann ist man an einer inhaltlichen Auseinandersetzung wohl nicht interessiert oder findet nichts an der Meinung des Gegenübers womit man sich inhaltlich auseinandersetzen könnte. Was in der Konsequenz als Eingeständnis für die Richtigkeit der Position des Gegenübers gedeutet werden könnte. Was natürlich nicht notwendigerweise der Fall sein muss. Aber es riecht doch schon sehr nach einem Mangel an Argumenten.

Zu den Rollen, natürlich gibt es welche die aus der Masse raustreten. Alyx aus HL² wurde hier unter anderem genannt. Ihren Auftritt fand ich im Vergleich damals auch positiv: sehr selbstbewusst, technischer Beruf, keine lange Blonden Haare etc. Da hat man versucht den üblichen Klischees etwas entgegen zu setzen. Aber letztendlich war auch sie nur ein "Sideshowgirl", welches dem Protagonisten des Spiels zur Seite stand und ihm zu Erfolg und Ruhm vehalf. Kerrigan hingegen würde ich als ein Paradebeispiel des "Femme Fatal"-Rollenklischees bezeichnen. Ein solches Rollenklischee wäre ja an sich nicht schlimm, wenn es nicht die Masse ausmachen würde.

Games, in denen nicht klischeebeladene Frauen die Hauptrolle spielen, sind doch sehr selten. Ich bin im übrigen nicht der Meinung, dass diese Klischees abgeschafft gehören. Ganz im Gegenteil. Aber ein etwas ausgeglicheneres quantitatives Verhältnis zwischen Spielen mit klischeehaften Geschlechterrollen und ohne diese halte ich für dringend notwendig.

Spoderman 22.10.2014 | 16:49

Wieso diskreditieren ? Sie scheint ja nicht die Wahrheit zu sagen und ist daher unglaubwürdig.

http://www.youtube.com/watch?v=l9Ju-1I1DTU vom gleichen Autor. Inhaltich. Mangel an Argumenten... nein.

Gorden Freeman ist nunmal die Hauptfigur in Half Life. Kerrigan ist keine "Femme Fatal". Sie ist eine Anführerin, die ihre Interessen hart durchsetzt und nach Macht strebt. Ob sie das als Frau oder Mann tut, ist völlig egal. Mensk ist der männliche Gegenspieler. Machtbessesen, opfert ganze Welten und eben auch Kerrigan. Kerrigan wird sogar im Lauf der Geschichte wieder zu einer der "Guten". Kennen Sie sich mit der Materie aus ?

"Games, in denen nicht klischeebeladene Frauen die Hauptrolle spielen, sind doch sehr selten." - Was ist für Sie klischeebeladen ? Ist Tomb Raider klischeebeladen ? Oder ist es einfach nur ein Charakter, der nunmal ja irgendwie körperliche Attribute haben muss. Jemand dickes, unsportliches würde wohl kaum durch Katakomben turnen.

Liegt vllt auch einfach daran, dass viel mehr Männer und Jungs Zeit mit Computerspielen verbringen als Frauen. Ob das jetzt daran liegt, dass es weniger weibliche Spielefiguren gibt oder woran auch immer... kann ich nicht sagen. Frauen spielen laut Marktanalysen eher zwischendurch auf Smartphones kleinere Spiele. Männer setzen sich bewusst für längere Zeit vor PC/Konsole.

knattertom 22.10.2014 | 23:12

"Das haben Perspektivenkonflikte so an sich. Jede Seite ist vollständig im Recht, hat alle Selbstverständlichkeiten zu ihrer Disposition und die Gegenseite ist nichts als moralischer Abschaum."

Volle Zustimmung. Solche "Aufreger" sollen doch vor allem der Ablenkung dienen und je mehr Hass dadurch geschürt wird, um so weniger stellen sich die Menschen die wirklich wichtigen Fragen.

Vielleicht sollte man mal darüber nachdenken, ob es Sinn macht, seine Leben nur vor dem Bildschirm in irgendwelchen Phantasiewelten zu verschwenden, aber auch von solch einer Frage lenkt der "Genderwar" natürlich prima ab.

Auf die Medien darf man in diesem Zusammenhang wohl aber nicht hoffen, die brauchen Verkaufs-, Einschalt- oder Klickquote und daher befeuern sie diesen Krieg mit allem was ihnen möglich ist. Krieg findet heutzutage auf vielen Ebenen statt, dieses ist eine davon.

knattertom 23.10.2014 | 01:42

"bzw. was mit "Sinn" überhaupt gemeint ist, und das ist nicht gänzlich trivial"

Oh ja, von dieser Frage kann zuviel spielen sehr gut ablenken. Aber offensichtlich geht das nicht mehr so gut, so dass nun auch noch Sex, also die Genderfrage in das Metier mit hineingetragen werden muß, sind die Verkaufszahlen bei den Games inzwischen schon so stark rückläufig?

Ich sage nichts grundsätzliches gegen Spiele, und wenn man einen Rechner dafür nutzt, auch gut, aber man sollte sich stets fragen, ob man in der Zeit nicht auch etwas positiv verändern könnte. Im Sinne von Brechts: "Es gibt nichts gutes, außer man tut es." Erstmal verbraucht ein Compi-game vo allem Strom, kostet also den Einzelnen und die Allgemeinheit und sollte überdacht werden, wenn daraus nicht ein ausgleichender positiver Effekt erwächst.

Stine 23.10.2014 | 10:56

Ich habe mir gerade ein Drittel des Videos angeschaut und bin geschockt, wie chauvihaft es in der Spielescene zugeht. Wenn ich sehe, wie viele Stunden gerade die - in der Mehrzahl männlichen - Kinder und Jugendliche spielen, ist das eine sehr starke Beeinflussung des Unterbewusstseins in die falsche Richtung. Mich wundert, dass sich da nicht längst eine Umorientierung anzeigt.

Kann es denn sein, dass die IT Branche eher politisch reaktionär ist?

Sikkimoto 23.10.2014 | 11:47

>Wenn über das Thema diskutiert wird, heißt es zu Beginn oft, die Wahrheit werde wohl irgendwo in der Mitte liegen, beide Seiten würden gute Argumente vorbringen und dass es der Mehrheit der Leute hinter Gamergate um ethischen Journalismus gehe. Doch nichts davon stimmt.<

Richtig. Nach dem, was ich da bisher gelesen/geguckt hab argumentieren beide Seiten auf dem Niveau absoluter Hohlroller. ^^

Sikkimoto 23.10.2014 | 12:03

Es gibt einen feinen Unterschied zwischen "Sexismus" und "mit Klischees behaftet". Letzteres wird irgendwo auf so ziemlich jede Rolle zutreffen, unabhängig vom Geschlecht. Das ist ja eben das Problem, dass gewisse sich moralisch sehr überlegen fühlende Kreise quasi genauso oft "Sexismus" schreien wie weibliche Figuren in Spielen vorkommen.

Womit ich nicht sagen will dass es sowas wie Sexismus in Spielen grundsätzlich nicht gäbe. Aber Hand aufs Herz, ist das nicht ein bisschen Lächerlich? Da hat man dann Spiele deren wesentlicher Inhalt das Töten von Menschen ist (Hitman) auf ihre moralische Integrität überprüft: LOL. Um dann nach Stunden des Gemetzels in Hysterie zu verfallen wenn in irgendeiner Nebenmission tatsächlich mal eine Frau auftaucht. ^^

Sascha 23.10.2014 | 16:36

Danke, Rufus T. Firefly! Ich denke, das ist ein wichtiger Punkt: welcher Diskussionsstil wird gepflegt? Mir fällt auf, dass diese ganzen "Gamergate"-Fans - man findet sie auch hier im Freitag-Forum erschreckenderweise leider zuhauf - es immer so darstellen wollen, als ob sie die "Wahrheit und nichts als die Wahrheit" mit Löffeln gefressen hätten! Es wird behauptet, dass Anita "die Unwahrheit sagt" und dass sie angeblich "unglaubwürdig" sei. Es geht also um Rufschädigung und um persönliche Untergriffigkeiten. Das ist zwar nicht ganz so schlimm wie die ganzen Vergewaltigungs- und Morddrohungen, die Anita sonst so aus dem "Gamergate"-Umfeld entgegenschlagen. Aber es entstammt demselben miesen Sumpf von Antifeministen und misogynen und sexistischen Hatern. Genau dieser Sumpf ist der Kern von "Gamergate". Es wird mit vielfältigen und kreativen Methoden alles Erdenkliche versucht, um Anita als Person in ein schlechtes Licht zu rücken und ihr zu schaden und letztlich sie zum Schweigen zu bringen. Es geht eben keinesfalls darum, sich mit ihren inhaltlichen Positionen auseinanderzusetzen, diese Positionen sollen im Gegenteil ja gerade zum Verschwinden gebracht werden, indem man Anita einzuschüchtern versucht. Anstatt - wie auch im Artikel kritisiert wird - dem "Gamergate"-Sumpf auch noch eine Plattform für seinen Hass und seine Frauenfeindlichkeit zu geben, wäre es vernünftiger, endlich eine starke Gegenbewegung zur Unterstützung von Anita - und allen anderen Frauen, die die misogynen Hater zum Schweigen bringen wollen - im Internet und darüber hinaus in Gang zu setzen. Es geht hier ja nicht um einen Pappenstiel, es geht um genau das, was Anita in ihren Videos auch kritisiert: Gewalt gegen Frauen. Und dagegen habe ich massiv etwas einzuwenden, daher bekämpfe ich die Frauenfeindlichkeit und die Gewalt, ob sie nun in brutalen Computerspielen daherkommt oder in der Gestalt von "Gamergate".

Spoderman 23.10.2014 | 17:26

*seufz* ach, Sascha, alter Anita-Fanboy... schwierig, wenn das große Idol kritisiert wird ? Ich habe mit Gamergate nicht viel am Hut und bin auch nich misogyn oder sexistisch. Und "haten" tu ich auch niemanden. Und zum schweigen bringen will ich auch niemanden.

Fangen wir mal an: Sie ist unglaubwürdig, da sie an einer Stelle behauptet Computerspiele interessieren sie nicht, da reißt man ja nur Menschen die Köpfe ab und an anderer, sie hätte schon immr Computerspiele gespielt. Desweiteren pickt sie sich negative oder dem Klischee entsprechende Beispiele heraus und führt sie als Beweis für den Sexismus in Computerspielen an. Positive Gegenbeispiele werden ignoriert. Es wird so hingebogen, dass am Ende steht: DAS IST SEXISMUS. => unglaubwürdig.

"Es geht eben keinesfalls darum, sich mit ihren inhaltlichen Positionen auseinanderzusetzen, diese Positionen sollen im Gegenteil ja gerade zum Verschwinden gebracht werden, indem man Anita einzuschüchtern versucht." - Sexismus und Rollenklischees in Computerspielen. Ja, gibt es. Aber es hat sich auch viel getan. Und gleichzeitig muss man auch immer sehen. Es sind Charaktere ! Wenn wir jetzt anfangen jeden Charakter plötzlich genau dem Gegenteil des Klischees aufzubauen, dann schaffen wir nur ein neues Klischee, dem eben alles entsprechen muss und zwingen gleichzeitig auch noch, wie Sikkimoto schon anmerkte, Menschen die nicht dem neuen Anti-Klischee entsprechen, eben ein neues Bild auf.

"Es geht hier ja nicht um einen Pappenstiel, es geht um genau das, was Anita in ihren Videos auch kritisiert: Gewalt gegen Frauen. Und dagegen habe ich massiv etwas einzuwenden, daher bekämpfe ich die Frauenfeindlichkeit und die Gewalt, ob sie nun in brutalen Computerspielen daherkommt oder in der Gestalt von "Gamergate"." - oh Sascha... da bewegste dich aber auf ganz dünnes Eis. Nenn mir doch bitte ein Computerspiel, das Gewalt (explizit !) gegen Frauen verharmlost oder verherrlicht. Dass manche SpielerInnen scheinbar nicht damit klarkommen, dass jemand anderen Meinung ist und dann mit Drohungen reagieren.... draüber bruachen wir nicht zu diskutieren: Geht gar nicht !! Aber jeden Kritiker "Rufschädigung und um persönliche Untergriffigkeiten", "Wahrheit und nichts als die Wahrheit" mit Löffeln gefressen hätten" etc. zu unterstellen, führt nur zu dem Schluss, dass du selbst sowie die angesprochenen Personen bist: Jemand der glaubt, er hätte "Wahrheit und nichts als die Wahrheit" mit Löffeln gefressen".

Rufus T. Firefly 23.10.2014 | 18:03

Sie scheint ja nicht die Wahrheit zu sagen und ist daher unglaubwürdig.

Genau das ist Diskreditierung einer Person. Weil Sarkeesian gelogen bzw. sich selbst widersprochen hat, ist damit alles andere was sie sagt unglaubwürdig? Also sind alle Menschen grundsätzlich unglaubwürdig? Wie gesagt, wenn Sie ernsthafte inhaltliche Argumente gegen Sarkeesian hätten, würden Sie diese vermutlich vorbringen, anstatt sie persönlich anzugreifen.

Ich bin hier (gleich) raus.

Daniel Uxa 23.10.2014 | 18:13

Also ich habe mir jetzt das neue Drohnen-Add on für den Microsoft Combat Flight Simulator angeschafft. Das ist wenigstens ethisch sauber - keiner wird beim Beschuss mit Hellfire-Raketen benachteiligt.

Vielleicht sollte man innerhalb der Gamer Community mal lieber diskutieren, was man da eigentlich so generell spielt. Der Hinweis auf Hitman kam ja schon.

Rufus T. Firefly 23.10.2014 | 18:15

Jep, den gibt es. Es gibt aber auch massenhaft sexistische Klischees. Womit die Unabhängikeit vom Geschlecht dann nicht mehr gegeben ist. Und es wird übrigens auch schnell mal Sexismus gerufen, wenn keine Frauen im Spiel vorkommen ;)

Um dann nach Stunden des Gemetzels in Hysterie zu verfallen wenn in irgendeiner Nebenmission tatsächlich mal eine Frau auftaucht.

Kenne niemanden, dem das passiert ist. Aber das ist in der Tat etwas fragwürdig. Andererseits man sucht sich auch gerne kleine Probleme als Feind raus, auf die man einen vermeintlichen Einfluß hat. Siehe "korrektes" gendern von Wörtern.

Sascha 23.10.2014 | 18:17

Naja, es gehört scheinbar auch zu den zahlreichen unredlichen Methoden der "Gamergate"-Fanboys, dass man Aussagen der Andersdenkenden aus dem Zusammenhang reisst und irgendwelche Behauptungen aufstellt, die nicht getätigt wurden... Obwohl Ihr Posting also schlechter Stil ist, werde ich darauf mit Argumenten antworten: Zunächst einmal wurde nicht "jedem Kritiker" von Anita etwas unterstellt, sondern es steht doch klar dort: jene Kritiker, die einen bestimmten Diskussionsstil pflegen und sich als "Gamergate"-Fans outen. Nur diese Art von Kritikern werden in dem Posting von mir ins Auge gefasst. Natürlich kann man Anitas Positionen auch kritisieren, aber sicher nicht in dem Stil, der bei "Gamergate" vorherrschend ist. Ferner ist es unrichtig, dass Anita "positive Gegenbeispiele" ignoriere. Scheinbar haben Sie es verabsäumt, ihre Video-Bloggs wirklich anzuschauen, geschweige denn zu verstehen, was ihre Kritik ausmacht. Allein in der Serie "Jungfrau in Nöten" geht sie durchaus auf Spiele ein, wo sie Alternativen zur sexistischen Darstellung und Gewalt verortet - es sind halt nur nicht sehr viele Spiele, die sie entdeckt hat und die meisten davon tendenziell im Indy-Bereich. Mir ist auch nichts davon aufgefallen, dass bei ihrer Kritik irgendetwas "hingebogen" wird. Sie beleuchtet eine große Zahl von Spielen auf das Auftauchen von sexistischen Stereotypen und das Vorhandensein von sexistischen Strukturen, wie zb das klassische "Jungfrau in Nöten"-Spielprinzip, das eine lange Tradition hat und in neueren Spielen scheinbar hauptsächlich ein Revival erlebt anstatt dass neue Ideen zu Spielen verarbeitet werden. Sie nennt übrigens durchaus Spiele, die es anders machen und die nach ihrer Meinung vorbildlich sind, weil sexistische Strukturen und Stereotype verarscht oder durch etwas Anderes ersetzt werden. Und um "Charaktere" scheint es eben gerade in sehr vielen Computerspielen nicht zu gehen. Es werden nämlich nicht menschliche Individuen, Männer und Frauen, mit all ihren Besonderheiten abgebildet, sondern langweilige Gender Stereotype, die im Fall von Frauen zudem sehr oft entindividualisiert und zu Objekten degradiert werden, eben "Hintergrund-Dekoration", die vom Spieler "benutzt", den sexuellen Begierden von Männern dienstbar gemacht und/oder mißhandelt werden können. Und schließlich geht es nicht darum, ob Gewalt gegen Frauen in solchen Spielen explizit verherrlicht wird. Wäre ja auch noch "schöner"... Tatsächlich denke ich, dass Anitas Kritik darauf abzielt, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Gewalt gegen Frauen eine traurige Realität darstellt. Und die Frage ist, wie Medien wie zb Computerspiele damit umgehen. Wird Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen geübt, die solche Gewalt hervorbringen, oder wird die Gewalt einfach unreflektiert reproduziert ohne eine kritische Distanz beim Spieler herzustellen?

Spoderman 23.10.2014 | 18:43

Wenn sie ihre Kompetenz damit belegen will, dass sie sich in der Materie aus eigener Erfahrung aus kennt, es aber scheinbar nicht tut, ja, sorry, dann is das für mich unglaubwürdig. Der Papst erzählt uns ja auch nicht, wie er das mit Sex am Arbeitsplatz so sieht.

Wie schon oben geschrieben: Positive Beispiele werden ausgeblendet. Die Computerspiele-Welt besteht nicht nur aus den von ihr angeführen Beispielen. Ja, es gibt Rollenklischees in Spielen. Wieso werden die positiven nicht von ihr genannt ? Wieso richtet sich das auf "die Rolle der Frau" ? Ja, es nervt, dass viele Figuren in Computerspielen immer so "perfekte" Körpermaße haben, die dabei meistens auch noch völlig unrealistisch sind. Das betrifft Frauen wie Männer.

Ist Call of Duty total ok, weil nur Männer erschossen werden ? Frauen können in Spielen Opfer von Gewalt werden. Aber das ist keine Frage des Geschlechts ! Wenn ich mir die Videos von dieser Frau so angucke, kriege ich das Gefühl die einzige Lösung wäre: Frauen aus Computerspielen völlig raus. Dann würde man keine Gewalt gegen Frauen mehr darstellen (können). Spiele wie GTA4 leben doch gerade davon, dass man alles tun kann. Ob man das gut findet oder nicht ist eine andere Frage. Daraus Sexismus abzuleiten ist jedenfalls nicht angebracht.

https://www.youtube.com/watch?v=5i_RPr9DwMA 4:35

Hintergrund der 1. Szene: Pärchen dreht Sextape => Zombieinfektion bricht aus. 2. Szene: Ein krimineller Nachtclubbesitzer (Zielperson) vergewaltigt und tötet Frauen, die in seinem Etablissment arbeiten. Es hat mir den Magen umgedreht, als ich das damals gespielt habe. Es wird aber weder verherrlicht noch verharmlost. Die Leiche wurde von der Zielperson dort versteckt.

5:46 Far Cry 3. Eine Prostituierte wird geschlagen und bedrängt von ihrem Zuhälter. Traurig, grausam, aber leider auch real. "Prostitute of color" - was sie nicht erwähnt: Far Cry 3 spielt in den Tropen. Wäre ziemlich unlogisch, wenn es da nur "weiße" Menschen gäbe. Frauen als Nebenfiguren, die nichts zu sagen haben ? Citra. Königin, Kriegerin und Hauptfigur. Von Sarkeesian natürlich nicht erwähnt. Würde die These vom bösen Far Cry 3 kaputt machen. Ich habe das Spiel selbst gespielt, aber die Mission leider nicht mehr im Kopf. Man bewegt sich dabei in einem miesen, kaputten, kleinen Dorf. Das wollte man vllt damit auch untermauern. Und das ist das Problem: Sie sucht sich 3 sek Szenen raus, reißt sie aus dem Zusammenhang und begründet damit ihre These. Der Zuschauer sieht das aber der Hintergrund, wie das ganze einzuordnen ist, wird (absichtlich) verschwiegen.

Natürlich kann man so eine Diskussion auch verlassen. Das ist einfach nur infantil: "ich hab Recht und das weiss ich auch und alle die das in Frage stellen, können mich mal. Ich bin jetzt beleidigt."

Spoderman 23.10.2014 | 18:50

Wie gesagt: Ich habe mit Gamergate nichts am Hut.

"Mir fällt auf, dass diese ganzen "Gamergate"-Fans - man findet sie auch hier im Freitag-Forum erschreckenderweise leider zuhauf - es immer so darstellen wollen, als ob sie die "Wahrheit und nichts als die Wahrheit" mit Löffeln gefressen hätten! Es wird behauptet, dass Anita "die Unwahrheit sagt" und dass sie angeblich "unglaubwürdig" sei." - Das setzt mein Kommentar, Frau Sarkeesian sei unglaubwürdig in einen Zusammenhang mit GamerGate und dem Rest des Kommentars.

"Tatsächlich denke ich, dass Anitas Kritik darauf abzielt, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Gewalt gegen Frauen eine traurige Realität darstellt." - Diese traurige Realitäte werden wir sicherlich nicht ändern, wenn wir sie tot schweigen.

"Und um "Charaktere" scheint es eben gerade in sehr vielen Computerspielen nicht zu gehen." - na dann mal Hand aufs Herz: Welche Computerspiele haste mal gespielt ? Welche weiblichen und männlichen Charaktere kennste ? "Sehr viele" ist ein seeehr schwammiger Begriff. Allein die Rollenspiel-Sparte lebt davon, dass vielschichtige Charakter erschaffen und getroffen werden können. Selbst in Actionspielen oder Strategiespielen kommt sowas vor.

Sascha 23.10.2014 | 19:12

Nein, man braucht die Gewalt gegen Frauen gar nicht totschweigen, aber genauso wenig ist es erforderlich, die Gewalt unreflektiert in Spielen zu reproduzieren. Es macht, wie ich bereits sagte, einen Unterschied, ob eine kritische Distanz aufgebaut und befördert wird oder ob die Gewalt dazu dient, "Spass zu haben". Gewalt kann durchaus vorkommen, zb im Rahmen einer Geschichte, indem man den Werdegang und die Entwicklung einer Person beschreibt und dabei auch Gewalterfahrungen mit einbezieht. Aber die Gewalt nur abzubilden, das ist definitiv kein geeignetes Mittel, um der Gewalt in der Gesellschaft entgegenzuwirken. Und in den von Anita analysierten Spielen ist das scheinbar so, dass Charaktere eher keine Rolle spielen. Sie scheint mehr an Action-lastigen Spielen interessiert zu sein, während ich eher aus dem Adventure-Spektrum komme und das eine oder andere Rollenspiele gespielt habe. Wollen Sie mir vielleicht so wie Anita absprechen, dass ich über "Credibility" bei Spielen verfüge? Na da haben Sie sich aber geschnitten. Die Namen Guybrush Threepwood, Kate Walker, Manny Calavera und April Ryan sind Ihnen ein Begriff? Wenn nein, dann empfehle ich Ihnen mal, ins Adventure-Genre hineinzuschnuppern. Tatsächlich haben diese Spiele weit mehr Potential, eine aufregende und/oder unterhaltsame Geschichte zu erzählen als irgendwelche Shooter oder Rennspiele. Und die Rollenspiele, die ich kenne, sind größtenteils leider auch sehr unkreativ, was die Gender equality betrifft. Darin sind Elfen oft weiblich, weil "gefühlvoll" und Magier eher männlich, weil "weise". Typische Gender Stereotype also. Einzige mir bekannte Ausnahme ist das Spiel "Star Wars: Knights of the Old Republic". Dieses Spiel bildet tatsächlich individuelle Charaktere ab und zeigt, wie Gender equality in Spielen funktionieren kann.

Spoderman 23.10.2014 | 19:22

Gut. Wäre die Frage, inwiefern Computerspiele Gewalt unreflektiert darstellt und damit verharmlost. Ist aber keine Frage des Geschlechts.

Nein, ich wollte mal Ihre persönliche Erfahrung hören. Die Namen sagen mir teilweise was, ja. Ich kann Ihnen noch Baldurs Gate 1+2 empfehlen. Alt aber ein großartiges Spiel (mit weisen starken Frauen und kleinen geschickten Männern etc. ;) ). Shooter können durchaus unterhaltsame tiefgründige Geschichten erzählen. Tomb Raider, das neuste. Super Spiel ! Falls Sie zu Strategie wechseln wollen StarCraft 2. Diablo 3 als Rollenspiel. Sowieso: Blizzard isn super Publisher mit vielfätigen Charakteren. Problem ist leider, dass man wohl auch meistens nicht die Zeit hat, die Charaktere sich groß entwickeln zu lassen. Da wäre es allerdings ja voll im Sinne der Entwickler mal Abwechslung in die vorgegebenen Figuren rein zu bringen. Meiner Erfahrung nacht tut sich da aber auch was in der Industrie.

Sascha 23.10.2014 | 19:39

Naja, aber genau darum geht es meiner Ansicht in vielen Videos von Anita Sarkeesian: Sie analysiert und kritisiert die Art und Weise, wie Gewalt gegen Frauen in diesen Spielen abgebildet wird. Und Sie haben recht, die Gewalt trifft auch Männer. Das sagt sie ja auch dazu. Der Unterschied ist: Nur Frauen werden sexualisiert und zu Objekten degradiert, während Männer als handelnde Protagonisten eine Rolle spielen.

Trias 24.10.2014 | 15:03

Seitens Gamergate habe ich so gut wie keine persönlichen Angriffe oder Drohungen gesehen(...)

Wer diese Meinung noch vertritt, nachdem mittlerweile drei Leute durch Vergewaltigungs- und/oder Morddrohungen aus ihren Wohnungen vertrieben wurden, vor mehreren Veranstaltungen mit Auftritten von Anita Sarkeesian Bombendrohungen eingegangen sind und so gut wie jeder, der öffentlich Position gegen Gamergate bezogen hat, eine Flut von Beleidigungen und Drohungen über sich ergehen lassen musste, hat entweder den Schuss nicht gehört oder lügt ganz einfach.

Die offenbar immer noch kursierenden Videos von Thunderf00t enthalten vor allem Informationen, die schon seit Wochen als falsch entlarvt wurden und sind ansonsten voller Strohmannargumente und wilder Behauptungen bar jeder Grundlage.

Wenn wir schon mit YT-Videos argumentieren, bitte: http://www.youtube.com/watch?v=8N-tkrxAEWw (Gegenrede zu Thunderf00t) und http://blip.tv/foldablehuman/s4e7-gamergate-7071206 (Grundannahmen und "Normalität" im Zusammenhang mit Gamergate).

Der letzte Brüller in diesem Zusammenhang ist im Übrigen, dass ein kalifornischer Anwalt, der sehr prominent als "pro-Gamergate" in Erscheinung tritt, angekündigt hat, dass er Zoe Quinn mit Hilfe eines Detektivs ausspionieren lassen will. Siehe http://archive.today/SWHfI

Das nachdem er bereits vertrauliche Gerichtsdokumente über sie geleakt hat, die nichts mit den erklärten Zielen von GamerGate zu tun haben.

Man darf der Meinung sein, dass Anita Sarkeesian nur Quatsch redet und keine Ahnbung hat. Man darf auch der Meinung sein, "Depression Quest" von Zoe Quinn sein ein beschissenes Spiel. Man darf sogar sagen, dass im Spielejournalismus Korruption, Bestechung und Freundschaftsdienste ernstzunehmende Themen sind, über die geredet werden muss. Nichts davon rechtfertigt das, was in den letzten zwei Monaten unter dem Label "GamerGate" abgegangen ist.

Spoderman 24.10.2014 | 15:52

Diese Gegenrede zu Thunderfoot bei der Hitman-Szene... mal wieder keine Ahnung. Man kann sich in der Kiste verstecken. Das kann man in jedem Level irgendwo. Um sich vor den Wachen zu verstecken, nicht um zu spannern. Man kann mit den Frauen nicht anders interagieren, als durch Gewalt... mit kaum irgendwelchen NPCs kann man da groß interagieren. Was sollte das uach bringen ? "Hallo, ich bin Auftragskiller und auf der Durchreise. Wie gehts euch?". Zivilisten Gewalt antun bringt Minuspunkte, kann ausgeglichen werden durch verstecken... ja. Aber nach wie vor: macht einem die perfekte Bewertung kaputt ! Wie gesagt: Es ist möglich ! Geschlechtsunabhängig. Weil es ja auch irgendwie realistisch sein sollte. Das Diskussionsthema wäre aber dann nicht: Sexismus, sondern Gewalt in Computerspielen. Und auch wieder dieses "Background decoration". Die Umgebung ist ein Stripclub. Es muss kein Stripclub sein. Könnte auch ne Kneipe sein oder ein Club. Aber ein Stripclub oder Stripperinnen... wäre dann auch wieder ziemlich gekünstelt. Der Großteil dieses Debatte scheint daher nur aus aufbebauschten Problemen zu bestehn. Und manche Idioten scheinen sich damit nicht argumentativ auseinander setzen zu können.

Trias 24.10.2014 | 16:12

Es muss kein Stripclub sein.

Das ist exakt der Punkt, den Sarkeesian ausdrücken will. Übrigens nicht zu verwechseln mit "es darf kein Stripclub sein" (wie es gerne mal unterstellt wird.

Es gehört eben - so die Grundaussage - in modernen Spielen mit etwas "düsterer" und "heruntergekommener" (oder auch "realistischer") Atmosphäre mittlerweile zur Grundausstattung, ein "Bordell-Level" o.Ä. zu haben. Und dazu kann man durchaus eine differenzierte Meinung haben. Es gibt bestimmt viele Menschen, auch Frauen, die das ganz und gar nicht stört. Ich muss zugeben, dass mir selber das auch noch nie besonders großes Kopfzerbrechen bereitet hat.

Das Detail mit den Punkten ist, jawohl, schlecht recherchiert und stimmt so nicht. Aber macht das den Rest des Arguments bzw. die anderen Aussagen automatisch ungültig?

Trias 24.10.2014 | 16:51

1. Wenn da schon schlecht recherchiert wurde, wie ist das bei anderen Beispielen ?

Es steht jedem frei, auch den Rest zu kritisieren. Ich frage mich nur, warum immer auf exakt diesem Detail herumgehackt wird, wenn es darum geht, Sarkeesians Inkompetenz zu beweisen. Das impliziert für mich entweder, dass dies der einzige kritisierbare Punkt ist, oder dass sich keiner ernsthaft mit dem Rest der Aussagen beschäftigt hat.

2. Müsste die Thesen dann sein: Videospiele verherrlichen/verharmlosen Gewalt gegen Menschen. Nicht auf Geschlechter beschränkt.

Nicht in einer explizit feministischen Kritik. Diese ist per definitionem "einseitig" und monothematisch, weil sie ein Medium explizit aus feministischer Perspektive betrachtet. Man kann - und sollte! - die Aussagen dieser Kritik sehr wohl in einen weitreichenderen Kontext von Gewaltdarstellung/-verharmlosung/-verherrlichung in Spielen einordnen, das ist hier (und auch bei feministischer Film- oder Literaturkritik) aber nicht das Thema. Dass es nur um den Aspekt "Gewalt gegen und Objektifizierung von Frauen" geht, impliziert nicht, dass der Rest nicht existiert.

Spoderman 24.10.2014 | 17:17

Das ist, für mich zumindest, schon ein sehr auschlaggebender Punkt. Entweder ist ihre Arbeit schlecht gemacht (schlecht recherchiert) oder sie reißt eben Dinge absichtlich aus dem Kontext um sich und ihre Thesen zu verkaufen. Der Rest der Aussage führt ja zu Punkt 2.

Und das nervt ! Feministiche Kritik. Wieso müssen wir uns so auf das Geschlecht verbohren ? Männer sind doch auch Menschen. Warum kann man sich nicht für menschlicheres Verhalten in Computerspielen unabhängig vom Geschlecht einsetzen ? Damit hilft man erstens mehr Menschen und zweitens würden dann auch mehr Männer das Ganze unterstützen oder es zumindest als verständlich erachten. So geht es da aus meiner Sicht nur um Aufmerksamkeit, Geld und Unterstützung.

Trias 24.10.2014 | 18:39

Entweder ist ihre Arbeit schlecht gemacht (schlecht recherchiert) oder sie reißt eben Dinge absichtlich aus dem Kontext um sich und ihre Thesen zu verkaufen.

Das sehe ich anders. Auch eine in einzelnen Punkten fehlerhafte Arbeit kann es wert sein, diskutiert und - in den Bereichen, in denen sie nicht fehlerhaft ist - in ihrer Aussage anerkannt zu werden. Wenn man das ansonsten zuende denkt, kann man auch anfangen, z.B. Bachelorarbeiten nur noch mit 1 oder 6 zu bewerten. Und zu "aus dem Kontext reißen" noch: In der ganzen Serie geht es um "Tropes", also einzelne Erzählelemente. Diese machen nur einen Bruchteil des Ganzen aus, sind nicht direkt repräsentativ für das ganze Werk (außer es handelt sich um ein durchgehendes Motiv; das ist dann aber kein "Trope" mehr) und geradezu zwingend aus dem Kontext gerissen. Wenn ich mich nicht irre, wird genau das auch explizit in einem von Sarkeesians Videos erklärt.

Über den Sinn und Unsinn von feministischer Kritik könnte man ganze Bücher schreiben. Es gibt sie aber nun mal, und man kann sich damit auch ganz sachlich auseinandersetzen.

Zum Punkt "Aufmerksamkeit": Das ist haupsächlich ein Verdienst derjenigen, die seit mittlerweile 2012 eine massvie Kampagne gegen Sarkeesian fahren, um sie irgendwie zu "enttarnen". Stichwort "Streisand-Effekt". Ich habe von der Frau das erste mal vor zwei Monaten gehört, als GamerGate langsam an Fahrt gewonnen hat. Und es ist nicht so, dass ich mich erst seit gestern für die Videospielszene interessiere.

Zum Punkt "Geld": Nach meinen Informationen wurde aus dem Fundraiser-Geld für "Feminist Frequency" eine non-profit-Organisation gegründet, deren Statuten explizit verhindern, dass der Betreiber sich persönlich bereichert. Wenn Sarkeesian also unbedingt Kohle machen wollte, hätte sie das deutlich einfacher haben können.

Spoderman 24.10.2014 | 18:56

Richtig ! Fehler passieren jedem. Das ist völlig normal. Das Problem, dass ich aber sehe, ist, dass sie nicht "wissenschaftlich" korrekt arbeitet. Eben indem sie Ergebnisse aus dem Kontext nimmt. Das ist vllt nicht der Anspruch, aber sollte doch eigentlich beachtet werden. Außerdem habe ich bei "feministischen" Untersuchungen immer das Gefühl, dass das Endergebnis schon fest steht. Eben in diesem Fall: Computerspiele sind sexistisch und verharmlosen Gewalt gegen Frauen/machen sie zu Objekten etc.

Was sie damit erreichen will oder warum sie es tut, weiss am Ende nur sie selbst. Aber meistens bekommen ja die, die am lautesten schreien und/oder die extremsten Thesen vertreten am meisten Aufmerksamkeit.

Trias 24.10.2014 | 19:22

Okay, das ist jedermanns gutes Recht, das so zu sehen. Es soll hier ja niemand, auch nicht Sarkeesian, auf ein Podest der Unfehlbarkeit gestellt werden, und dass man Aufmerksamkeit für ein Projekt erzeugen muss, damit es dann auch gehört wird, ist auch klar. Ihre Thesen - im Prinzip: "Denkt euch doch mal ein paar neue Motive für den Protagonisten aus und macht weniger flache weibliche Charaktere!" - finde ich allerdings ziemlich moderat. Das nächste CoD wird's ja trotzdem geben, ist ja nicht so, dass das dann keiner mehr kauft.

Ein gutes Beispiel dafür, dass auch die feministische Diskussion nicht immer einseitig sein muss, sind die Äußerungen über das soeben erschienene Bayonetta 2. Die einen loben die Stärke und Unbabhängigkeit, die durch die Protagonistin verkörpert wird, die anderen sagen, dass Outfits und Kamerawinkel immer noch deutlich darauf hindeuten, dass mit der "übersexualisierten Heldin" haupsächlich die männliche Kundschaft angesprochen wird. Kann man drüber diskutieren - evtl. auch, ohne sich dabei gegenseitig zu zerfleischen.

Letztendlich muss ich aber festhalten, dass Gamergate keine Plattform ist, die eine zivile Diskussion über was auch immer ermöglicht (um mal wieder auf den ursprünglichen Artikel zurückzukommen) - obwohl das ja durchaus geht, wie ich in unserem Gespräch sehe. Ist auf jeden Fall eine sehr nette Abwechslung zu den konstanten Beleidigungen auf Twitter.

Sascha 25.10.2014 | 09:02

Herzlichen Dank, Trias! Deine Argumente hier finde ich sehr gut!

"Man darf der Meinung sein, dass Anita Sarkeesian nur Quatsch redet und keine Ahnung hat. Man darf auch der Meinung sein, "Depression Quest" von Zoe Quinn sein ein beschissenes Spiel. Man darf sogar sagen, dass im Spielejournalismus Korruption, Bestechung und Freundschaftsdienste ernstzunehmende Themen sind, über die geredet werden muss. Nichts davon rechtfertigt das, was in den letzten zwei Monaten unter dem Label "GamerGate" abgegangen ist."

Sehe ich ganz genauso! Hier ist der Versuch, in einem Adventure-Forum eine sachliche Diskussion über die "Gamergate"-Gewalt und über Sexismus in Computerspielen anzuleiern:

http://www.adventure-treff.de/forum/viewtopic.php?f=6&t=21637

Leider ist der Versuch letztlich gescheitert, die Teilnehmer_innen dieses Forums für einen offenen Brief zur Unterstützung von Anita Sarkeesian und den anderen betroffenen Frauen zu gewinnen. Wäre meiner Meinung ein starkes Statement gewesen, wenn das gelungen wäre! Fck "Gamergate"!

Spoderman 25.10.2014 | 12:45

Die Kommentatoren sprechen doch da genau das an: Wieso wird Sexismus und Gewalt angeprangert, wenn es gegen Frauen geht aber nicht gegen Männer ? Und wenn ich dann im Adventure-Treff sowas lese wie: "Ich empfehle, einfach mal den Kanal „Feminist Frequency“ zu besuchen und sich selbst ein Bild zu machen. Anita Sarkeesian kritisiert anhand von anschaulichem Material die sexistische Darstellung von Frauen in Computerspielen. Ich warne auch davor, es ist harter Tobak, den man ungeschminkt auf ihrem Kanal zu sehen bekommt (brutale Gewalt gegen Frauen)." da hat sie wieder jemand mit ihrer schlechten Rechereche überzeugen können, der sich nicht aus kennt.

"Anders herum gesagt, wenn Anita Spiele kritisieren würde, in denen Gewalt gegen Frauen die einzige Form der Gewalt darstellen würden oder Spiele, in denen die Frauen alle als minderbemittelt und zu besitzende Objekte angesehen werden, während die männlichen Charaktere alle ausgefeilte Persönlichkeiten haben, dann würde ich zustimmen. Aber solche Spiele gibt es meines Wissens nach überhaupt nicht." - Ein Ausriss aus einem Statement aus dem Adventure-Treff, der es ganz gut trifft.

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Ehemaliger Nutzer 25.10.2014 | 14:56

Die Leute spielen doch eh nicht. Wenn wir Sarkeesian und die ganzen Nichtspieler einfach ignorieren und zwar konsequent können wir vielleicht in Ruhe zocken. Man sieht doch an den Kommentaren deutlich, dass nicht einmal klare Lügen von Sarkeesian anerkannt werden, wenn sie als solche enttarnt werden. Es ist einfach nur lächerlich, das ist wie die Kampagnen gegen Videospiele vor ein paar Jahren jedes mal wenn ein sozial ausgeschlossener Amok gelaufen ist. Natürlich könnte ich mir die Mühe machen, die X dokumentierten Drohungen und Beledigungen der anti-GG-Leute rauszusuchen, das omnipräsente Doxxing zu belegen, etc um zu zeigen, dass es die Anti-GG-ler sind, die uns wegmobben wollen und nicht umgekehrt, aber die Mühe ist es nicht wert. Da wird von Vertretern von Gawker Media getwittert man solle "Nerds" gefälligst wieder mobben und verprügeln (#Bringbackbullying). Da werden die Frauen und Leute die Minderheiten angehören und GamerGate unterstützen einfach ignoriert oder auf Schärfste beleidigt. Wenn man Leuten wie Brianna Wu widerspricht (höflich) und eine Diskussion anregt kommt die Antwort "Blow it out your ass" (wohlgemerkt war das an eine Frau gerichtet - nett nicht?). Da wird ein 10 jähriges Kind, welches sich (auch höflich) gegen eine Aussage einer anti-GG Aktivistin ausgesprochen hat gedoxxt (Adresse und Name wird veröffentlicht) und Todesdrohungen gegen ihn ausgesprochen (man werde ihn abstechen etc) und wenn man die Leute die das gemacht haben darauf anspricht, dann sagen sie "Das war ein Witz" und es sei "eine sanfte, angemessene Strafe" gewesen und "Alexander Leighs und Brianna Wus Gefühle sind wichtig, seine nicht". Es ist so ekelerregend dass ich es ehrlich gesagt schwer haben, den Freitag nicht zu verlassen wenn hier solche Meinungen vorherrschen und verbreitet werden. Auf Twitter oder ähnlichen neutralen Plattformen werde ich gerne diskutieren, aber hier unterstütze ich durch meine Klicks diesen Versuch, uns mundtot zu machen ja auch noch.

Trias 25.10.2014 | 19:39

"Das onmipräsente Doxxing", oh mann. JA, auch von Seiten anti-GG läuft viel Scheiß. JA, auch GamerGater sind Drohungen ausgesetzt. Inwiefern negiert das die Tatsache, dass GG als misogynistischer Lynchmob angefangen hat und nach wie vor operiert? "Der hat mich aber auch gehauen" ist ein Kindergartenargument.

Und "die Leute spielen doch eh nicht": Das stimmt so einfach nicht mehr. Gaming ist, wie aktuelle Statistiken zeigen, kein elitärer Club für männliche Weiße zwischen 15 und 30. Ja, auch die "damn filthy casuals", die 'ne Wii zu Hause haben, zählen mit dazu. Ich spiele übrigens seit 24 Jahren Videospiele und ich habe damit exakt NULL Probleme. Ich schätze, der Bezug ist der 2012 von Sarkeesian geäußerte Satz "I don't consider myself as a 'gamer'". Man muss das durchaus nicht so interpretieren, dass jemand, der sich selbst nicht als "Gamer" bezeichnet, keine Videospiele spielt.

Und wenn das so wichtig ist: Wieso werden dann auf pro-GG-Seite, Leute wie Christina Hoff-Sommers (die zugibt, sich vor den letzten Monaten nie mit Videospielen, geschweige denn der Vieospielszene, beschäftigt zu haben) und Milo Yannopoulos (der noch im August einen Artikel veröffentlicht hat, in dem er sich darüber lustig macht, was Gamer doch für Loser sind) komplett und unkritisch akzeptiert? (Tipp: Weil sie pro-GG*hust* ich meine "neutral" sind.)

Wer meint, sich selber überzeugen zu müssen, darf gerne mal in die Mentions von Zoe Quinn (@Quinnspiracy), Anita Sarkeesian (@femfreq) oder Brianna Wu (@Spacekatgal) reinschauen, um zu sehen, auf welchem Niveau diese "Debatte" von Seiten pro-GG geführt wird.

Wenn "neutral" nur noch eine Plattform ist, die dem eigenen confirmation bias entspricht, ist dFC tatsächlich eine schlechte Wahl. Dann sollte man lieber bei 8chan bleiben. Oder im GG-Kommentarthread von KnowYourMeme, wo sich Leute nicht entblöden zu sagen sie wären "neutraler als Wikipedia", weil letztere keine Gerüchte, unfundierte Anschuldigungen und Youtube-Videos als Quelle zulässt. Das ist 'ne Definition von Neutralität, die man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss.

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