Wir brauchen einen Klimarettungsschirm

Verschmutzer an die Leine Unterstützungen nur für Projekte und Unternehmen, die mit einer 1,5 Grad-Welt kompatibel sind
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"Wir riskieren den Fortbestand unserer Zivilisation"

Ein Rettungsschirm ohne klimarelevante und sozialverträgliche Regularien bringt uns vom Regen in den Hagel.

Bereits 2009 forderten Wissenschaftler des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforchung (PIK) eine Art Green Deal für einen grünen Wirtschaftsaufbau. Nach der weltweiten Finanzkrise warnten sie vor den verheerenden Folgen der „Klimakrise“. Ernst genommen hat sie niemand, die Folge ist ein Zustand der ernüchtert und entsetzt.

Wir steuern auf einen globalen sozialökologische Kollaps zu: "Wir sind ganz nahe an einem Notfall, weil wir fast keine Eingreifzeit mehr haben"

In der Politik regt sich etwas

10 EU-Länder fordern nun den europäischen Green Deal, für den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Coronapandemie. Der Green Deal ist ein von der EU entwickelter Klimaplan, für eine klimaneutrale Wirtschaft im EU-Raum bis 2050. Die österreichische Klimaschutzministerin Leonore Gewessler erkennt: "Wenn die Klimakrise einmal da ist, geht sie nicht mehr weg". Das sind gute Zeichen, jedoch nicht mehr als ein Anfang. Auch der europäische Green Deal ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Richtung ist gut, doch die Wirkung noch immer ungenügend.

Und in Deutschland?

Die Maßnahmen und Bedingungen für den wirtschaftlichen Wiederaufbau, nach der Coronapandemie, müssen näher an die klimawissenschaftlichen Fakten heran. Ein sozialverträglicher Klimarettungsschirm stellt ein aussichtsreiches Instrument dar.

Während der ewig gestrige Wirtschaftsrat der CDU eine Lockerung der Klimaziele fordert und uns so noch weiter in den sozialökologische Kollaps rein drängen will, versuchen andere anzupacken. Zwar noch zaghaft, doch die Stimmen aus der Politik werden lauter und stellen sich gegen diese unbelehrbaren und zukunftsgefährdenden Forderungen.

Keine Konjunkturhilfen für dreckige Industrien fordert beispielsweise die Linke. Sie sind einfach nicht mehr zeitgemäß und zerstören schlichtweg unsere Zukunft sowie die Gegenwart.

Grünenchef Robert Habeck geht noch ein Stück weiter. Er hat jüngst klargestellt, was er von den Bürger*innen hält: „[..]wir sind ein Land von mündigen Bürgerinnen und Bürgern, und was wir aus der Krise lernen, das sollte mit und zwischen Bürgerinnen und Bürgern verhandelt werden.“ Dies ist eine deutliche Handreichung gegen über der Gesellschaft und ein Signal, das wir den sozialökologischen Kollaps nur gemeinsam verhindern können. Eine Bürger*innenversammlung ist längst überfällig.

Auch das Bundesministerium für Umwelt (BMU) stellt klar: „Weltweiter Naturschutz kann Risiko künftiger Seuchen verringern. Mit zunehmender Naturzerstörung steigt das Risiko von Krankheitsausbrüchen bis hin zu Pandemien.“

Können wir nur hoffen, dass die Stimmen häufiger, lauter und entschiedener werden. Wir brauchen eine sozialökologische Transformation. Jetzt!

Extinction Rebellion ist da schon ein Stück weiteren

In einer Onlinekampagne, vom 13-17. April, protestieren Menschen aus Deutschland und aller Welt gegen die Folgen eines bedingungslosen Rettungschirms.

Die Forderung ist klar: #BailoutThePlanet! Wir brauchen einen sozialverträglichen #Klimarettungsschirm!

Dies erfordert die sofortige Aufstellung eines aufrichtigen und wirklich wirkungsvollen Klimarettungsschirms: Keine Unterstützung für Öl, Gas und Kohle. Stattdessen Investitionen in grüne Jobs und Unterstützung für die von Arbeitsplatzverlust betroffenen Personen und Familien. Das Geld muss in die Gesellschaft und in deren Zukunft. Nicht in die Hände von Konzernen.

Wir dürfen die Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen. Die Coronapandemie ist vielleicht die letzte Warnung, die wir noch bewältigen können.

Waldbrände, Dürren, Überschwemmungen, Extremwetter, Hungersnöte, Kriege sowie weitere Seuchen und Viren werden mehr und mehr zu unserem Lebensalltag. Wenn wir nicht endlich entschieden handeln wird dies zur alltäglichen und unumstößlichen Realität!

Eingebetteter Medieninhalt

14:05 13.04.2020
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Geschrieben von

Tino Pfaff

Sozialpolitischer Aktivist, Sozialarbeiter/-pädagoge, Student MA Gesellschaftstheorie
Tino Pfaff

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