Ulrike Winkelmann
26.07.2010 | 16:15 26

Bestürzende Gesamtschau

Afghanistan-Dossier Auf den ersten Blick bieten die Afghanistan-Protokolle wenig Neues. Doch auch für den Krieg am Hindukusch gilt: Es gibt einen Unterschied zwischen Vermutung und Beleg

Das größte Datenleck der Geschichte kommt zunächst einmal nicht wie die neueste Nachricht der Geschichte daher. Dass die Bundeswehr unvorbereitet in den Afghanistaneinsatz stolperte und nicht verhindern konnte, dass dieser sich auch im zunächst ruhigen Norden zu einem Krieg entwickelte, dass Drohnen bisweilen abstürzen und der pakistanische Geheimdienst mit den Taliban zusammenarbeitet, kann niemanden überraschen, der in den vergangenen Jahren Zeitung gelesen hat.

In der Tat ist speziell der „deutsche“ Anteil der 92.000 Protokollnotizen, die nunmehr via Wikileaks, Guardian, New York Times und Spiegel zugänglich gemacht wurden, nicht besonders sensationell – jedenfalls auf den ersten und zweiten Blick. Nur wer wirklich meinte, die Bundesrepublik sei treibende Kriegskraft am Hindukusch, wird nun enttäuscht sein zu lesen, dass der Bundeswehr anhand des durchgestochenen Materials weder Gewaltexzesse noch illegale Geheimoperationen nachzuweisen sind. In dieser Hinsicht belastender ist das Material eher für britische und besonders für die US-Truppen, die offenbar noch mehr Attacken mit unnötigen und zivilen Opfern verschuldet haben, als die Chroniken bislang verzeichnen.

Dass aber auch im Regionalkommando Nord, wo die Deutschen offiziell das Sagen haben, längst Special Forces auf Talibanjagd unterwegs sind, kommt als Hinweis in jeder Bundeswehr-Reportage vor – auch in der aktuellen Freitag-Ausgabe. Die mediale Aufklärungsarbeit nach dem Luftangriff vom 4. September 2009 mit etwa 1o0 Toten, der für Deutschland der größte und folgenschwerste Angriff war –, hat die Existenz von „Todeslisten“ längst bekannt gemacht. Es war der stern, der im Februar dieses Jahres recht ausführlich über die JPEL-Listen (Joint Priority Effects List/Gemeinsame Wirkungsvorrangliste) berichtete, die auch in Nordafghanistan "abgearbeitet" würden. Das deutsche Kommando Spezialkräfte (KSK) ist daran offenbar insofern beteiligt, als es bei der Erstellung der Listen mitarbeitet.

Auch Anfragen im Bundestag – insbesondere des Grünen-Abgeordneten Christian Ströbele – haben bereits viele Einzelangaben zu Operationen zu Tage befördert, die irgendwie nie in das Gesamtbild zu passen schienen, das die Bundesregierung vom Einsatz ablieferte. Wesentlich häufiger musste die Bundeswehr im Norden demnach etwa die Unterstützung durch US-Kampfflugzeuge anfordern, als bis zum 4. September 2009 zu vermuten stand. Es wurde anhand solcher kleinen Einzelmeldungen auch oft deutlich, dass die afghanischen Truppen und die afghanische Polizei stets sehr große Opferzahlen verzeichneten, wo die Bundeswehr unbehelligt herausgekommen ist: eine Schieflage, die in der deutschen Öffentlichkeit gern verdrängt wird.

Dennoch aber enthalten die nun aufbereiteten Militärprotokolle wichtige Informationen, die das öffentliche Bild des Afghanistan-Kriegs mit prägen werden. Es lohnt sich, das auf den ersten Blick schier unlesbare Militär-Abkürzungs-Kauderwelsch einmal im Original (etwa bei der New York Times, deren Aufbereitung im Internet besonders gelungen ist, insgesamt mehr Dokumente hat allerdings der Guardian in eine interaktive Karte eingearbeitet) zu lesen. Die Gesamtschau muss bestürzen. Denn auch für die Bewertung des Afghanistankriegs, über den verblüffend viele Menschen speziell in Deutschland stets immer schon alles gewusst zu haben meinen, gilt der Unterschied zwischen begründeter Vermutung und schriftlichem Beleg.

Die Berichte über offene Korruption an den Checkpoints, über interne, auch tödlich ausgetragene Machtkämpfe der afghanischen Truppen und Polizisten, über folgenlose Eingriffe der internationalen Truppen zeigen überdeutlich, dass der zahlenmäßige Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte nie und nimmer ein ausreichendes Kriterium für die angestrebte „selbsttragende Stabilität“ in Afghanistan sein kann.

Ausgesprochen verwirrend sind die unzähligen Hinweise darauf, dass und wie der pakistanisch Geheimdienst ISI den Aufstand in Afghanistan mit steuert. Einerseits wird wiederum belegt, dass Pakistan sich bald zu einem weit größeren Problem auswachsen könnte als Afghanistan, dass der Westen dies noch nicht im Ansatz begonnen hat zu bearbeiten und dass ohne eine staatliche Integration der „Stammesgebiete“ in den Bergen der Taliban-Nachschub nie versiegen wird. Andererseits schreibt der Spiegel zu Recht, dass viele der Informantenberichte sichtlich vom Wunsch geprägt sind, den ISI zu belasten und dadurch die Aufmerksamkeit möglicherweise von anderen Akteuren abzulenken. Hinzu kommt, dass zumindest einige Kenner der Region bei der pakistanischen Regierung seit nicht ganz zwei Jahren den Willen erkannt haben wollen, dem Treiben des Geheimdiensts Grenzen zu setzen – mit unklarem Erfolg.

Das ist möglicherweise das Deprimierendste an dem „Logbuch des Krieges", das die drei Leitmedien zusammen mit Wikileaks nun veröffentlicht haben: Die jeweils schlimmsten Befürchtungen über den Zustand des Landes und des Einsatzes werden untermauert, teils bewiesen. Ein Ausweg aber, der nicht nur immer weitere Opfer verheißt, scheint komplett verschüttet.

Kommentare (26)

Steffen Kraft 26.07.2010 | 18:38

Auch hier: Man sollte nicht vergessen, dass sich das veröffentlichte Material mittels Computer auswerten lässt - und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben.

Auf seiner Pressekonferenz erwähnte Julian Assange, dass sich beispielsweise durch ein kleines Programm schnell analysieren lässt, welche Kompanie die meisten zivilen Opfer auf dem Gewissen hat. Das ist nun keine Nachricht, die sich schon für einen Aufmacher eignen würde. Aber als Ausgangspunkt für eine weitere Recherche ist es durchaus wertvoll.

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preussenmichel34 27.07.2010 | 12:35

Von Fürst Bismark wissen wir :

Es wird nie soviel gelogen, wie vor den Wahlen, während des Krieges und nach der Jagd.

Großartig, das diese Dokumente nun der Presse zur Verfügung stehen.

Jedoch Vorsicht, wenn es um Ausarbeitung und Deutung der Unterlagen geht.

Da wir uns "während des Krieges" befinden und grundsätzlich ein hysterisches Nachrichtenwesen haben, kann man davon ausgehen, das diese wertvollen Informationen nicht lange Teil der Öffentlichen Bewusstseinsbildung bleiben werden.

Es könnte vieleicht auch anders gehen.

Großartig wäre es, wenn die gesamte nächste Freitags-Ausgabe dermaßen gestaltet wäre, das man eine Zeitachse zeichnet über den Zeitraum des zur Verfügung stehenden Materials.

Links die Informationen aus Wikileaks und rechts die Entscheidungen/Informationen/Verlautbarungen, die über unsere Politiker, Nachrichtenorgane und sonstige Quellen zum jeweiligen Zeitpunkt gestreut wurden.

Ein Großteil der Bevölkerung hat sicherlich keinerlei Presseerzeugnisse mehr aus diesem Zeitraum. Wenn hier eine verdichtete Aufarbeitung stattfinden könnte, wäre das sicherlich großartig und hilfreich.

Graureiher 27.07.2010 | 14:33

Eine „Bestürzende Gesamtschau“ der journalistischen Leistungen Ulrike Winkelmanns zum Thema Afghanistan-Krieg können Sie hier lesen:

www.linksnet.de/de/artikel/23670
Der NATO-Krieg ist ein Verbrechen an den AfghanInnen
Bernd Drücke in Graswurzelrevolution

Wer für das grüne Hofblatt taz schreibt, dem darf das Wort ABZUG wohl nicht über die Lippen kommen, schließlich waren es Fischer Co, die die Bundeswehr nach Afghanistan geführt haben. ABZUG fordern die nicht politikfähigen Spinner von der LINKEn! Und die werden in taz-Interviews dann schon mal gefragt, ob es nicht an der Zeit sei, ihre radikalen Positionen den Realitäten anzupassen, z.B.hier:
„Die Linkspartei tut aber nichts, um Rot-Rot-Grün zu ermöglichen. Die SPD verlangt, dass die Linkspartei das Nein zu Nato und zum Lissabonvertrag aufgibt. Herr Lafontaine, Sie werden die Nato nicht auflösen. Wäre es nicht klug, dort flexibler zu sein?“
INTERVIEW: ULRIKE HERRMANN STEFAN REINECKE,
nachzulesen hier: www.sd21j.de/lafontaine_taz_20090318.pdf

mcmac 27.07.2010 | 15:23

"Großartig wäre es, wenn die gesamte nächste Freitags-Ausgabe dermaßen gestaltet wäre, das man eine Zeitachse zeichnet über den Zeitraum des zur Verfügung stehenden Materials.

Links die Informationen aus Wikileaks und rechts die Entscheidungen/Informationen/Verlautbarungen, die über unsere Politiker, Nachrichtenorgane und sonstige Quellen zum jeweiligen Zeitpunkt gestreut wurden."

Das ist ein ganz großartiger Vorschlag! -Denn nicht der vermeintliche Umstand, dass wir 'das ja schon eigentlich alles immer gewusst haben' ist entscheidend (dem der etwas eigenartige Versuch einer unangemessenen Relativierung der Veröffentlichung durch wikileaks zu Grunde liegt; sowohl in hiesigem Beitrag von Ulrike Winkelmann als auch im "Spiegel"), sondern dass die Abfolge dieser Zusammenhänge ganz konkret ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Das könnte in jeder Hinsicht sehr erhellend sein.

Ulrike Winkelmann 27.07.2010 | 16:33

Nur am Rande: Auch die nun bekanntgewordenen Materialien sind übrigens nach allem, was wir wissen, zwar echt – aber nicht unbedingt warheitsgetreu. So verzeichnet etwa das Protokoll des Luftangriffs von Kundus (am besten über die interaktive Karte des Guardian einsehbar) lediglich 56 getötete Aufständische (56 INS KIA). Dass dies nicht stimmen kann, ist mittlerweile Allgemeinwissen.
Mit entsprechender Vorsicht wären auch viele andere der Notizen zu behandeln – wobei freilich davon auszugehen ist, dass die Zahl der zivilen Opfer selten untertrieben sein dürfte.

mcmac 27.07.2010 | 17:13

Warum gleich wieder die Keule "nicht unbedingt wahrheitsgetreu"? "Ungenau" hätte es doch auch getan. "Nicht wahrheitsgetreu" konnotiert auch "unwahr, gelogen". -Das meine ich mit unangemessener Relativierung, vor allem angesichts der tatsächlichen und faustdicken Lügen, die uns von (fast) allen medialen und politischen Seiten beständig aufgedrängt werden. Warum also genau an dieser Stelle plötzlich so vorsichtig, dass den politisch für diesen Krieg Verantwortlichen, die die Bedeutung dieser Veröffentlichung gerne herunter spielen möchten, dadurch möglicherweise in die Hände gespielt wird?
Im Märchen ruft das Kind IN DER ÖFFENTLICHKEIT UND UNÜBERHÖRBAR, dass der Kaiser nackt ist. Es spielt eine untergeordnete Rolle, ob er noch eine Socke trägt oder nicht, also WIE nackt er ist (und er ist im aktuellen Fall sehr nackt). Das -bei aller Sorgfalt und Vorsicht- ist doch das Wichtige, uns alle Betreffende.

GeroSteiner 27.07.2010 | 17:34

Das eigentlich Bedrückende an den veröffentlichten Dokumenten ist doch, dass jetzt niemand mehr sagen kann, er hätte nichts davon gewusst, wie es in Afghanistan zugeht.

Es steht ja nicht wirklich Neues zur Debatte, es geht um die Bestätigung und Verifizierung des Geahnten und darum, wie sich ein Bundeswehreinsatz unter diesen Gegebenheiten überhaupt noch rechtferigen lässt.

Nämlich gar nicht.

Aber wie so oft, wird bei der Begründung für den Afghanistan Einsatz, für das Sterben unserer Bürger in Uniform im lithiumschwangeren Dreck des Hindukusch, dazu mit unzureichender Ausrüstung, wieder ein 400-Meter Schlängellauf der Verantwortlichen mit sauber eingeübter Betroffenheitsmimik und -gestik hingelegt.

Das ist der eigentliche Skandal.

Fritz Teich 28.07.2010 | 13:46

Jedenfalls mehr Parteipolitik. Der Krieg ist nuetzlich fuers abgrenzen. So wie die Toten von Kundus nuetzlich waren fuer eine Zirkusnummer im Bundestag. Welche Opfer soll denn ein Abzug befoerdern? Anders gedreht: Was auch immer geschieht, es wird gejammert.

Wir sollten mal ueber die Todeslisten reden. Wer da "legitimes Ziel" ist und wer nicht. Zum Beispiel, weil es ausser direkten Teilnehmern an Feindseligkeiten auch Reservisten gibt: Stellen wir uns vor, Hezbollah haette solche Listen von israelischen Offizieren. Nun ist der Offizier wieder Busfahrer, stimmt die Liste noch?

Abgesehen davon, dass Herr Nescovic genau hier haette nachbohren muessen, als es um den Obersten Klein ging. Woher wusste Oberst Klein so gut Bescheid? Stellen wir uns doch mal vor, einige der Herumstehenden waren auf so einer Liste.

Fritz Teich 28.07.2010 | 14:02


„Die Linkspartei tut aber nichts, um Rot-Rot-Grün zu ermöglichen. Die SPD verlangt, dass die Linkspartei das Nein zu Nato und zum Lissabonvertrag aufgibt
>>

Da hat sie IMHO voellig Recht und es hat auch nichts mit Afghanistan zu tun. Nicht das Ob, sondern das Wie der NATO steht zur Debatte. Was die EU tut ist auf jeden Fall demokratischer legitimiert als die NATO, mein Lieblingsfall ist Georgien, und an dem Regieren ueber Bruessel ist nicht Bruessel ist nicht Bruessel Schuld sondern der Bundestag, daran, dass der Bundestag immer noch was draufsetzt sowieso. Fuer den Bundestag sind die Abgeordneten verantwortlich, einschliesslich Petra Pau, mehr "linke" fallen mir jetzt nicht ein. Luc, ok..

Robert Zion 29.07.2010 | 02:01

Zunächst einmal freut es mich sehr, dass Frau Winkelmann sich des Themas hier im Freitag annimmt. "Ein Ausweg aber, der nicht nur immer weitere Opfer verheißt, scheint komplett verschüttet" - so der Schlusssatz. Sehr wahr und noch deprimierender. Auch wenn die Dimensionen nicht zu vergleichen sind, so ähnelt die Situatiuon doch in fataler Weise der der Endphase des Vietnam-Krieges. Seinerzeit wurde die Ausweitung auf Kambodscha und Laos bewusst betrieben (mit sehr hohen Opferzahlen), "um irgendwie noch ohne Gesichtsverlust da raus zu kommen". Wollen wir alle hoffen, dass Pakistan nicht das neue Kambodscha/Laos wird!

"Gesichtswahrung" heißt jetzt das Schlüsselwort (das ist jetzt keine politische Forderung, sondern eher ein Befund). "Seht zu dass den Rest ihr retten könnt" (Theodor Fontane, "Das Trauerspiel in Afghanistan"). Und es ist ein erbärmlicher Rest geworden. Ergebnis eines politischen Nur-noch-Pragmatismus (Franz Walter), der sich von vorneherein das Handeln nach Prinzipien verbittet. Stößt dieser Nur-noch-Pragmatismus - wie jetzt - an seine Grenzen, dann fallen wir in das Loch unserer eigenen Prinzipienlosigkeit (dabei wird übrigens einiges mitgerissen, zunächst einmal der Antrieb zur Poltik überhaupt).

Die Frage nach der Verantwortung für dieses Trauerspiel wird übrigens unbeantwortet bleiben. Die wird vorhersehbar der Lauf der Dinge gewesen sein. Und in der Friedenspolitik werden wir kein Stück weiter gekommen sein, weil wir die Frage nach der Möglichkeit von Friedenspolitik in der Globalisierung politisch noch garnicht gestellt haben.

Emma in Uniform 29.07.2010 | 16:15

Aha, das ist ja wirklich erhellend. Frau Winkelmann schreibt für die Taz? Für Kai Diekmanns wiederverwendbares Klopapier?

Ich wollte mich schon wundern. Was macht sie denn dann hier auf Freitag.de? Wie passt das denn zusammen? Woher die Ambition die Leser und Schreiber hier mit neo-liberalem Schmock zu behelligen? Wo Sie doch schon die Taz vollmachen dürfen, Frau Winkelmann?

Gold Star For Robot Boy 30.07.2010 | 12:20

Ulrike Winkelmann schreibt:

"Denn auch für die Bewertung des Afghanistankriegs, über den verblüffend viele Menschen speziell in Deutschland STETS IMMER SCHON alles gewusst zu haben meinen, gilt der Unterschied zwischen begründeter Vermutung und schriftlichem Beleg."

Frau Winkelmann, haben Sie die gleiche Rhetorikschule wie unser Kriegsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg besucht ?
Dieser rang sich an anderer Stelle folgenden Satz ab:

"Eindrücke, die deutlich gemacht haben, Soldatinnen und Soldaten, dass sich das Leben hier (in Afghanistan) ein wenig anders darstellt, als es mancher zuhause gern dargestellt sehen würde, so darf man das auch mal sagen und ich deswegen sehr viel Wert darauf gelegt habe, in den ersten Tagen, die ich jetzt in diesem neuen Amt verbringen darf, auch eine Wortwahl zu suchen, die, wie ich glaube, Ihren Empfindungen sehr nahe kommt, weil ich viele Eindrücke von Ihnen auch erfahren dürfte, zuhause, von solchen, die zurückkehrten und mir geschildert haben, in den letzten Jahren, wie sie Afghanistan empfinden."

Zurück zu Ihren Thesen:die vielen Menschen, die STETS IMMER SCHON alles gewusst zu haben meinen, haben sich auf zuverlässige, investigative und kritische Journalisten verlassen, während sich die breite Masse den Krieg vom eingebetteten Kampagnenjounalismus der Mainstreampresse (ardzdfspiegeltazfaz....) schönreden ließ.
Frau Winkelmann,im Krieg wird gelogen,das Militär lügt, Politiker lügen und Journalisten transportieren ihre Lügen.Wenn der Bundeswehr "weder Gewaltexzesse noch illegale Geheimoperationen" nachzuweisen
sind,was im Übrigen nicht stimmt (siehe Kunduz-Massaker), heisst das gar nichts. Fakt ist: Auch deutsche Soldaten beteiligen sich an, bzw. unterstützen illegale Geheimoperationen und Gewaltexzesse.
Der ganze Krieg ist ein verdammter Gewaltexzess und die deutschen
Soldaten sitzen bestimmt nicht bloß im Lager und philosophieren über
die Befreiung der afghanischen Frau.

In Kürze:Deutschland beteiligt sich an einem in jeder Hinsicht rechtswidrigen Krieg,der von den USA vor 9/11 geplant wurde
und ausschließlich geostrategischen Interessen (Gas/Öl) einer
imperialen Kriegsnation dient.Lesen Sie doch einfach mal den Kommentar des Bundesverwaltungsrichters Dieter Deiseroth in der Frankfurter Rundschau:http://www.fr-online.de/politik/doku---debatte/jenseits-des-rechts/-/1472608/2798492/-/index.html

Weitere begründete Vermutungen und schriftliche Belege hier:http://www.freitag.de/community/blogs/gsfrb/guttenberg-marietta-slomka-ist-deutschland

Als Journalistin sollten Sie über diese Informationen verfügen und sie thematisieren, anstatt die naiven Apologien der olivgrünen Kriegstreiber des Joschka Fischer Clubs nachzubeten.

Herr Ströbele sei hier mal ausgenommen, der wenigstens den Mut besaß,die offiziellen Erklärungen zu 9/11 in Frage zu stellen:
"Es gibt offensichtlich Hinweise darauf, daß Geheimdienste vor den Anschlägen Informationen hatte. Dies betrifft übrigens nicht nur us-amerikanische. Möglicherweise waren auch Teile der US-Regierung informiert. Auch dies will ich nicht ausschließen."
basis.politikercheck.lu/hans_christian_stroebele-650-5853--f140548.html

Ja, Frau Winkelmann, auch 9/11 wird Sie sicher noch bis ans Ende Ihrer
journalistischen Laufbahn verfogen:
patriotsquestion911.com/
www.washingtontimes.com/news/2010/feb/22/inside-the-beltway-70128635/
www.globalresearch.ca/index.php?context=va=15201

Fritz Teich 31.07.2010 | 15:50


"Ein Ausweg aber, der nicht nur immer weitere Opfer verheißt, scheint komplett verschüttet" - so der Schlusssatz. Sehr wahr und noch deprimierender.
>>

Das ist ja noch schlimmer!

Ein Trauerspiel ist es ausserdem schon deshalb nicht, weil der Ausgang von vorneherein klar war. Es war Hybris, bestenfalls.

Es gibt nichts zu beschoenigen oder zu entschuldigen. Die Verantwortung ist ganz klar.

Fraglich ist, wenn man dem herrschenden Diskurs folgt ("An die Laterne"), ob wir Bush und Co in den Bau schicken, wie Tadic etc, oder ob wir sie verklaeren. Eine zivilrechtliche Loesung, die USA zahlen mal ein bischen Schadensersatz, liegt naeher.

Fritz Teich 01.08.2010 | 22:13

Die Gesamtschau ist in der Hauptsache auch nicht bestuerzend, sondern hoechst erfreulich. Der gesunde Menschenverstand hat gesiegt. Es waere doch schrecklich, wenn es anders waere.

Bestuerzend ist nur, wie sinnlos da welche Menschenleben ausgeloescht wurden und wie sinnlos da welche Gelder ausgegeben worden sind. Was haette man mit dem Geld alles tun koennen. Auch bei uns.

"Bestuerzend" kann auch nicht als Sprachregelung durchgehen. Als ob einen die etablierten Parteien sonst nicht verstuenden. Die Politik war einfach falsch.

Fritz Teich 01.08.2010 | 22:20


Herr Ströbele sei hier mal ausgenommen, der wenigstens den Mut besaß,die offiziellen Erklärungen zu 9/11 in Frage zu stellen:
>>

Nichts gegen ihn, wirklich nicht, aber:

(a) war er einer der ersten, der am 9/11 zum Brandenburger Tor gelaufen ist, um sein Mitgefuehl mit den Amerikanern auszudruecken.

(b) sind diese Verschwoerungstheoretiker nicht in der Lage zu glauben oder zu verstehen, it cant happen here, dass auch bzw. gerade amerikanische Wolkenkratzer wie Butter zerfliessen, wenn sie etwas zu heiss werden. Sie verkoerpern geradezu den Gipfel des amerikanischen Traums. Und als gute Libertaere, sowas wie Blockhuette im Wald und bis an die Zaehne bewaffnet, trauen sie ihrer Regierung ungekehrt alles zu.