Axel Brüggemann
19.01.2013 | 09:00 14

Wie tu ich's?

Männersache Der Januar 2013 hat bereits mehrere spektakuläre Trennungen mit sich gebracht. Und: Einen neuen Film, in dem Männer das Schlussmachen lernen sollen

Wie tu ich's?

Illustration: Otto

In seinem neuen Film ist der Schauspieler Matthias Schweighöfer der Schlussmacher. Er spielt einen Kerl, der den Frauen beibringt, dass ihr Mann sie gerade verlassen hat. Der „Schlussmacher“ schaut stoisch bei der Zertrümmerung des Ehemobiliars zu, organisiert die All-inclusive-Scheidung und bestellt den Umzugswagen für die Ex-Gattin. Aber damit nicht genug: Nun schockt Schweighöfer uns Männer nicht nur in seiner Rolle. In einem Interview für den Rolling Stone behauptete er, dass unser Geschlecht grundsätzlich zu feige sei, wenn es um Trennungen geht. Und in der Welt legt er dann noch nach, dass er persönlich nur als Beziehungsberater auftreten würde, wenn er mehr Erfahrung habe als sein Gegenüber: „Immerhin bin ich schon Vater“, sagt Schweighöfer, „und ein Kind stellt den Laden total auf den Kopf. Wer das durchmacht, kann mitreden.“

Also, was denn nun? Stimmt es, dass wir erst mal alles für uns ausbrüten und dann Schluss ohne Kompromisse machen? Ja, und bleiben wir Kerle gerade in emotionalen Extremsituationen sachlicher, schlucken ein Bier und einen Korn, schütteln uns danach und machen weiter? Und warum nervt es uns – anders als Frauen –, den gleichen Sachverhalt tausend Mal von vorne durchzukauen? Also, wer ist der bessere Schlussmacher? Und mit wem spricht man am besten über seine Beziehungsprobleme?

Zum Glück stehen die Zeiten für einen Faktencheck gut. Im Januar 2013 fehlt es vielleicht an Schnee, aber nicht an spektakulären Trennungen. Wir haben es mit zwei grundverschiedenen Männertypen zu tun. Zum einen Rafael van der Vaart. Der Fußballer hat seine Frau in der Silvesternacht verprügelt – inzwischen tut es ihm leid, aber trennen will er sich trotzdem. Silvie kompensiert den Liebeskummer mit ihrer besten Freundin beim Shoppen, Rafael kickt allein unter Männern im HSV-Trainingslager und organisiert per Telefon den Möbelwagen. Dass er sich bei Teamkollegen über die gescheiterte Ehe ausspricht, ist nicht bekannt. Die van der Vaarts scheinen keinen „Schlussmacher“ zu brauchen – das klärt Rafael alles selbst.

Ganz anders die Situation bei den Wulffs. Bettina hätte wahrscheinlich gern einen „Schlussmacher“ wie Schweighöfer bestellt, um ihre Trennung so aseptisch wie möglich zu vollziehen. Stattdessen hat sie ein Buch geschrieben und Christian vor der ganzen Welt gedemütigt. Einer der treffendsten Sätze zur Affäre, der im Internet kursierte, ging so: „Was ist der Unterschied zwischen Bettina Wulff und Bild? – Bild begleitet die Menschen auch, wenn es nach unten geht.“ Bettina Wulff ist mit der Trennung mit Ansage jedenfalls eine miserable Schlussmacherin.

Und Christian? Der bräuchte nun wirklich einen Freund – keinen Glaeseker oder Maschmeyer, keinen Softie, der ihm im Ferienhaus auf Norderney Orangensaft kredenzt, sondern einen echten Kerl, der mit ihm auf der Harley über die Route 66 brettert! Einen Schweighöfer Buddy. Einen echten Mann eben!

Kommentare (14)

Magda 19.01.2013 | 12:18

Tja, wie mans tun soll hat hier - für die Männer - schon Paul Simons vorgeschlagen .

 "Fifty ways to leave your lover". 

Hier ist der

[CHORUS:]
You Just slip out the back, Jack
Make a new plan, Stan
You don't need to be coy, Roy
Just get yourself free

Hop on the bus, Gus
You don't need to discuss much
Just drop off the key, Lee
And get yourself free

Erheitert mich immer. 

Und die Damen verraten auch, wie sie verabschiedet werden wollen. Da gibts ein Musical von Andrew Lloyd Webber ""Tell me on a sunday".

Die Geschichte von einer jungen Frau und ihren vielen "Lieben" von New York bis Los Angeles. Und immer gehts schief. Es gibt eine deutsche Fassung mit der stimmlich da recht guten Gitte Haenning. Einige Jahre alt.

Hier ist die deutsche Fassung des traurigen Songs:

Bleib noch bis zum Sonntag

Und wenn du geh'n willst,
schreib mir keinen Brief.
Ruf nicht an um drei Uhr früh,
wenn du grad bei ihr bist.
Ich bitte dich,
nimm dir Zeit für mich.
Führ mich in den Park,
und dort sag es mir.
Bleib noch bis zum Sonntag hier.

Sei einfach ehrlich.
Red nicht lang drum rum.
Keine Fragen nach der Schuld,
keine Diskussionen.
Schau mich nur an.
Und halt meine Hand.
Geh ein letztes Mal
durch Wiesen mit mir.
Bleib noch bis zum Sonntag hier.

Ein Sonntag noch
ohne Streit,
ohne dunkle Schatten.
Das was mir bleibt,
ist die Zeit,
die wir beide hatten.

Mach nicht die Tür zu,
ohne jedes Wort.
Such nicht Mut im Alkohol.
So darf es nicht enden.
Nicht hier zu Haus,
geh'n wir noch mal aus.
Einen Abend lang,
nimm Abschied von mir.
Bleib noch bis zum Sonntag hier.

Hier singt es die stimmlich bessere Sarah Brightman

 

THX1138 19.01.2013 | 21:02

My dinner's on fire
While she watches TV
And if you've ever wondered
What it's like to be me
She takes all my money
And leaves me no smokes
Yells at my buddies
And insults my folks
I'm breakin' my back doin' the best that i can
She's got time for the dog and none for her man
And i'm no dope
But i can't cope
So hit the fuckin' road and piss up a rope

You can
Piss up a rope
And you can put on your shoes
Hit the road get truckin'
Pack your bag
I don't need the ag
On your knees you big, booty bitch start suckin'
You ride my ass
Like a horse in a saddle
Now you're up shits creek
With a turd for a paddle
And i can't cope
Piss up a rope

Uh you can piss up a rope
And feel the pissy dribble
You can piss up a rope
And watch me giggle
For the last 6 months
I been packin' your bag
You can wash my balls
With a warm, wet rag
Till my balls feel smooth
And soft like silk
I'm sick of your mouth
And your 2 percent milk
And i'm no dope
But i've lost all hope
So hit the fuckin' road and
Piss up a rope

You can
Piss up a rope
And you can put on your shoes
Hit the road get truckin'
Pack your bag
I don't need the ag
On your knees you big, booty bitch start suckin'
You ride my ass
Like a horse in a saddle
Now you're up shits creek
With a turd for a paddle
And i can't cope
Piss up a rope

(solos)

You can
Piss up a rope
And you can put on your shoes
Hit the road get truckin'
Pack your bag
I don't need the ag
On your knees you big, booty bitch start suckin'
You ride my ass
Like a horse in a saddle
Now you're up shits creek
With a turd for a paddle
And i can't cope
Piss up a rope

 

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crumar 25.01.2013 | 00:00
@thx 1138 Bei der Lektüre von Hanna Rosin habe ich immer folgendes Lied im Kopf: How can you live with yourself? How come you've got your health? Why don't you mind your own self? I hope you'll burn in hell I hope you'll burn in hell I hope you'll burn in hell You speak of things that i do Of which you don't have a clue Wish i could tell it to you How much i dislike you How much i hate what you do How much i really hate you How can you live with yourself? How come you've got your health? Why don't you mind your own self? I hope you'll burn in hell I hope you'll burn in hell I hope you'll burn in hell Was natürlich ein schrecklich irrationales Gefühl ist für eine ordinäre bürgerliche, biologistische Sexistin. ;) Aber das Lied an sich ist ebenfalls anhörenswert! http://www.youtube.com/watch?v=1Wrm7aNDOdo Und der Künstler ist live der Hammer, ob Solo oder mit Band. Schönen Gruß, C.
die Realistin 27.01.2013 | 15:02

Eine Frage an alle, die hier Beiträge schrieben:

beherrscht Ihr die deutsche Sprache so schlecht, daß alles Englisch sein muß?  Deutsche Sprache -arme Sprache??? Und wenn ich hier nun den Text eines Liedes in Russische schreiben würde?...

Und zum Thema: Männer sind wirklich miese "Schlussmacher", wahrscheinlich, weil sie einfach feige sind und sich auch gern ein Hintertürchen offen halten! Ach, ihr armen Wurschtl!