Fanny Lépine, Yannick Cador
17.12.2012 | 16:10

Epidauros und Akropolis

Web-Reportage Epidauros war einst das berühmteste Heilzentrum der Antike und die Akropolis Sinnbild für die Macht Athens. Und heute? Aktuelle Web-Reportagen aus Griechenland

Epidauros und Akropolis

Wie steht es um den Tourismus in Griechenland als lebenswichtiger Sektor für die nationale Wirtschaft?

Foto: Louisa Gouliamaki/AFP/Getty Images

„Europa ohne Griechenland wäre wie ein Kind ohne Geburtsurkunde“, sagte einst der ehemalige französische Präsident Valéry Giscard d’Estaing. Für ihn war klar: Griechenland muss zu Europa gehören. Das war in den achtziger Jahren, als Griechenland noch auf der Kandidatenliste für den EU-Beitritt stand. Heute ist es das erste Land, das für einen eventuellen Austritt aus der Euro-Zone in Frage kommt. Ist Griechenland das Stiefkind Europas? Doch nicht zu vergessen: Mit Aristoteles, Platon, Perikles, Euripides oder Sophokles ist Griechenland nicht nur die Wiege der Demokratie, sondern auch eine antike Hochkultur, die die Entwicklung der europäischen Zivilisation maßgeblich mitgeprägt hat.

Was ist von diesem goldenen Zeitalter heute noch übrig? Die Folgen der Wirtschaftskrise berühren alle Lebensbereiche der griechischen Bevölkerung, auch das Gesundheitssystem leidet. Arbeitslosigkeit, politischer Extremismus, soziale Ungleichheit, Angst vor dem Anderen und eine bankrotte Kulturindustrie – kehrt Griechenland zurück an die Anfänge der Zivilisation? An zehn Orten und in zehn Themenblöcken wollen Fanny Lépine und Yannick Cador in ihren Web-Reportagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen, um daran zu erinnern, wie eng Griechenland noch immer mit seiner einstigen Größe verbunden ist.

7. Folge: EpidaurosDie Medizin

Epidauros war einst das berühmteste Heilzentrum der antiken Welt. Griechen aus dem ganzen Land pilgerten zum Asklepios-Tempel, um sich dort medizinisch versorgen zu lassen. In Krisenzeiten werden die Budgets der Versorgungseinrichtungen meist als erstes gekürzt – so auch in Griechenland, wo ein Teil der Bevölkerung sich keine medizinische Behandlung mehr leisten kann.

  • Wir begleiten ein Team der Ärzte ohne Grenzen, das auf den Inseln und in ländlichen Gebieten Migranten … aber neuerdings auch Griechen versorgt.

  • Bei einem Tag in der Notaufnahme erzählen die Ärzte von ihren Arbeitsbedingungen. Weil sie sich keine regelmäßigen Arztbesuche und Vorsorgeuntersuchungen mehr leisten können, kommen viele Patienten erst in die Notaufnahme, wenn es bereits (fast) zu spät ist.

  • Aufgrund der Krise bekommen viele griechische Kinder nicht genug oder wenig Gesundes zu essen. Dass manche sogar mit leerem Magen in die Schule kommen, lässt einen Anstieg von Unterernährung in der Bevölkerung befürchten. Reportage aus einer Schulkantine.

8. Folge: Akropolisder Tourismus

Die Akropolis ist der Tempel der Kriegsgöttin Athena und versinnbildlicht durch ihre exponierte Lage und ihren Reichtum die Macht der Hauptstadt Athen. Perikles wollte diese Macht seinen Alliierten beweisen, deren Delegationen anlässlich großer religiöser Feste zu Besuch kamen. Heute gehört die Akropolis zum UNESCO-Kulturerbe und ist die größte Touristenattraktion Griechenlands. Wie steht es um den Tourismus als lebenswichtiger Sektor für die nationale Wirtschaft?

  • Ein Hotelbesitzer erzählt von seinen Geschäften. Konnte er sein Haus füllen? Bietet er Rabatte an, um Touristen anzuziehen, selbst wenn dies Verluste für seinen Hotelbetrieb bedeutet?

  • Paradoxerweise waren die Tourismuszahlen im Jahr 2011 sehr gut (+10% im Vergleich zum Vorjahr). Mit welchen Maßnahmen will das Fremdenverkehrsamt diesen wichtigen Sektor beleben? Wir treffen eine neue Touristengeneration aus Osteuropa.

  • Eine Stunde vor der Akropolis: Touristen erzählen. Hatten sie Bedenken, nach Griechenland zu fahren? Wie hat sich die griechische Krise auf ihre Reisepläne ausgewirkt?

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     Quelle: Arte Reportage