Alltagsredaktion
18.01.2013 | 16:53 60

Welches Bild hat Baselitz hier übermalt?

Community-Quiz Georg Baselitz will "unsichtbare Bilder" malen, indem er bereits vorhandene schwarz überstreicht. Daher unsere Quiz-Frage: Was verbirgt sich hinter diesem Baselitz?

Welches Bild hat Baselitz hier übermalt?

Liebe Community, dass das hier ein echter Baselitz ist, erkennt man natürlich sofort. Aber welches Bild hat er hier unsichtbar gemacht?

Für die richtige Lösung unseres exklusiven Rätsels erhält der glückliche Gewinner eine handgeschwärzte Ausgabe des aktuellen Freitag. Vorschläge bitte einfach in den Kommentaren posten.

Kommentare (60)

Wolfram Heinrich 18.01.2013 | 17:16

Welches Bild? Welche Frage! Das ist zweifellos die Mona Lisa, ich erkenn's am hinterfotzigen Grinsen. So schwarz kann ein Bild gar nicht sein, daß ich das Grinsen nicht erkennen würd tun.

 

Ciao

Wolfram

P. S.: Falls ich die handgeschwärzte Ausgabe bekomme, erbitte ich ein Autogramm von Jakob Augstein, das er mit schwarzem Filzstift draufschreibt. Mit Widmung natürlich.

Wolfram Heinrich 18.01.2013 | 17:32

@Juliane Löffler

Ich vermute ein frühes Werk aus seiner blauen Periode.

 

Doch nicht das hier?

http://axeldanielreinert.files.wordpress.com/2010/08/blaues_quadrat.jpg?w=500

Bitte auf das Bild klicken, um es in höherer Auflösung zu sehen.

 

...denn noch ist nicht geklärt, wer die Ausgabe schwärzen wird...

 

Im Zweifel immer der, der als letzter dem Herausgeber einen Kaffee aufs Hemd geschüttet hat. Nach den stochastischen Gesetzen wär das dann höchstwahrscheinlich der Herausgeber selber.

 

Ciao

Wolfram

Oberham 18.01.2013 | 17:40

... ihr liegt alle daneben - es handelt sich um monochrome Schwarz aus dem Jahr 1994 - damals nicht an die Öffentlichkeit gelangt - nun übermalt - und dadurch für die Kunstwelt verlorengegangen - eine präsubjunktive Interpretation der geclusterten clearfield Physiognomie unserer postintellektuellen Spezies. Einfach genial (bitte den Freitag in monochrome blau...)

Columbus 18.01.2013 | 19:33

++Eilmeldung++

 Fakten.Fakten.Fakten, mawo, Ed. at large, noch Buch am Ammersee

 Dem investigativen Meinungsmagazin „der Freitag“ ist es, gegen alle Regeln des Meinungsjournalismus verstoßend, doch nicht gelungen, in das Wohnatelier des einigermaßen unbekannten Künstlers Georg Baselitz einzudringen und ein Digitalfoto vom allerletzten, noch unveröffentlichten Werk des Beuys Verehrers aufzunehmen.

 Sie sei nicht die Gärtnerin und auch nicht die Köchin, konnte die in in flagranti von mir ertappte Kollegin aus dieser anrüchigen Redaktion noch hervorstoßen, bevor sie wieder durch die weit offenstehende Terrassentüre in Richtung Ammersee verschwand, woher sie kurz vorher gekommten sein musste. „Wir regeln das standrechtlich!“, hatte ich ihr noch entrüstet nachgerufen, als mein verzweifelter Versuch scheiterte, die durch eine grüne Koch-Gärtner-Schürze eindeutig als Redaktionsmitglied erkennbare Person irgendwo links festzuhalten.

Offen gestanden ist klar, -so viel Recherche konnte ich mir gerade noch leisten-, dass die für Kunst- und Wimmelseiten zuständige, dritte stellvertretende Chefredakteurin des dF, dreist und ohne Vereinbarung, während meines Vorbesuchs zu einem ausführlichen Exklusivinterview unseres Magazins mit meinem langjährigen Dutzfreund Georg Baselitz, völlig ohne Berechtigung auf das weitflächige Gelände vorgedrungen war und sich so Zugang zu den Atelierräumen verschafft hatte.

 Baselitz zeigte mir gerade seine Kellersammlung bedeutender suprematistischer und abstakt-expressionistischer Künstler, da hörten wir beide Geräusche aus den Atelierräumen, so, als seien dort einige Leinwände umgekippt. So beschäftigt und verdutzt mein Künstlerfreund war, so schnell hatte ich mein Weißbierglas abestellt und war die Treppe hochgerannt.

Als der alte Baselitz aus dem Keller kam, er hatte unseren kurzen Wortwechsel noch auf dem Kellerabsatz mit angehört, konnte aber nicht schnell genug nach oben gelangen, weil er erst noch ein großes schwarzes Quadrat abstellen musste, konnte ich ihm versichern, seinen wertvollen Bildern aus der neuesten Schaffensphase sei nichts passiert. Die Angelegenheit werde allerdings demnächst ein presserechtliches Nachspiel haben. Schließlich könne es nicht angehen, dass Journalisten die Privatsphäre prominenter Persönlichkeiten nicht achteten und zudem das Risiko eingingen, bei ihren unsachverständigen Anstrengungen Millionenwerte zu beschädigen.

 

Nun ist auf dF-Online ein Foto aufgetaucht, und ich muss zu meiner großen Enttäuschung sagen, dass es sich dabei auch noch um einen plumpen Versuch der Nachrichtenfälschung handelt!

 Abgebildet wird eine große schwarze, horizontal-rechteckige Fläche, die keinesfalls das letzte Original eines Baselitz aus der neuesten Schaffensperiode zeigen kann. - Wir bei Bayern München würden sagen, da versucht jemand den Breno zu machen oder aber auf Focus zu spielen.

 Wie weit es mit dem Wissen um die Kunst gekommen ist, das lässt dieses Schwarzbild im dF ahnen, denn mein guter und langjähriger Freund Georg hat mir selbstverständlich alle Werke der neuen Serie gezeigt. Sie weisen fast durchgängig quadratische Formate auf und nur dem Kenner künstlerischer Tiefenschichten dürfte sich die hervorragend gelungene Anknüpfung an heroische Vorbilder der Schwarzmalerei erschließen.

 Eines der Werke, das Letzte, ist, ganz nach einer vergangenen und wieder entdeckten Leidenschaft meines Malerfreundes, mit einem üppigen Goldrahmen verziert und wie in seinen Studententagen an den Akademien zu Berlin, mit einfachen Reißzwecken gespannt, nicht getackert! Es trägt auf der Rückseite den Titelvermerk „Crossover Ad Reinhardt, XXIV.XII.MMXII“. - Warum nicht Malewitsch?

 Diese Frage muss zunächst unbeantwortet bleiben, denn der Focus und ich, wir verbürgen uns für die Stimmigkeit unserer Informationen, von Woche zu Woche. Wir spekulieren nicht, was sich hinter der Schwärze eines Bildes oder unter den Akren eines Fingernagels verbirgt! Wir wissen nur, es verbirgt sich was unter jeder Schwärze und jeder Künstler hinterlässt Fingerabdrücke.

Hm.

Christoph Leusch

 

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Ehemaliger Nutzer 18.01.2013 | 19:34

es kann sich eigentlich nur um ein Photo aus der BZ zur Verleihung des Kulturpreises an Baselitz handeln:
"Abbildung: Mathias Döpfner im Gespräch mit Künstler und Preisträger Georg Baselitz, Copyright: B.Z."
das Photo davon gibt es online nicht mehr, ich vermute Baselitz hat die Aufnahme geschwärzt und deleten lassen, weil es etwas Peinlicheres nicht gibt für so einen Mann...
http://www.art-in-berlin.de/incbmeld.php?id=1400

 

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Ehemaliger Nutzer 18.01.2013 | 19:41

Alternative:

es handelt sich um ein Bild von seiner Frau, denn
...
" es habe 40 Jahre gedauert, bis er seine Frau vernünftig malen konnte"

und das innerhalb einer 50jährigen Ehe.

Wahrscheinlich ist das Bild einer dieser mißlungenen Versuche und seine Frau war ihm dabei behilflich

Wolfram Heinrich 19.01.2013 | 00:24

@Oberham

Zumindest habe ich noch keine "so scheißt man korrekt - Ratgebershow im TV erlbebt...." - oh ich weiche ab.

 

Ich kann damit auch nicht dienen, wohl aber mit Auszügen aus der Dienstvorschrift der Bundeswehr:

Ab einer Wassertiefe von 1,20 m nimmt der Soldat selbständig Schwimmbewegungen auf. Die Grußpflicht entfällt hierbei.

Bei Erreichen des Baumwipfels hat der Soldat die Kletterbewegungen selbständig einzustellen.

Bei Einbruch der Nacht ist mit Dunkelheit zu rechnen.

Und dann gibt es noch diesen Brief des Bayerischen Finanzministeriums an das Bundesfinanzministerium.

Die Frage, was man unter Bahnhof zu verstehen habe, beschäftigt die Bevölkerung weit über das steuerliche Bewertungsproblem hinaus. hinaus. Es wäre daher empfehlenswert, bei der Definition des Begriffs eine Stellungnahme der Gesellschaft für deutsche Sprache einzuholen.
Nach bayerischem Verständnis gehört zum Kern des Bahnhofsbegriffs jedenfalls eine Schienenanbindung. Traditionell ist auch ein regelmäßiges Anfahren durch schienengebundene Fahrzeuge kennzeichnend. Wobei diese Fahrzeuge mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf der dem Bahnhofsbereich zuzuordnenden Schienenstrecke einen Halt von mindestens der Dauer einlegen, die es den Zielort erreichenden bzw. den Abgangsort verlassenden Personen und Gütern ermöglicht, aus dem bzw. in das Schienenfahrzeug zu wechseln.
Es würde die Arbeit erleichtern, wenn diese Anforderungen in dem verwendeten Bahnhofsbegriff wiedergefunden werden könnten.

Aber: Es gibt keine explizite Rechtsvorschrift, die einen Soldaten, der im Einsatz tötet, vom Mordvorwurf freisprechen würde.

 

Ciao

Wolfram

mymind 19.01.2013 | 00:55

also der Baselitz hat sich auch mal abfällig über ´angesehene´ alte Künstler, deren Werke er hässlich findet,  geäußert, aber auch den aktuellen Kunstmarkt pervers bezeichnet. Wenn er ein Bild schwarz übermalt, dann um zu demonstrieren, dass da nichts ist.

Die Quizfrage ist aber eher: Spielt er mit oder oder spielt er damit, dass ein Name gefragter, verkaufsträchtiger & kommerzieller ist als ein künstlerisches Talent oder sein Inhalt….

goedzak 19.01.2013 | 11:36

Welches Bild hat Baselitz hier übermalt?

Ich sehe drei Antwortmöglichkeiten:

(1) Jedes Bild.

(2) Die Bilder in unseren Köpfen.

(3) Die Leere in unseren Köpfen.

Antwort (1) deutet auf eine Kritik am Kunstbetrieb bzw. an der Praxis des Kunstproduzierens. Kunst hat heute nichts mehr mit Sinnlichkeit und damit auch nicht mehr mit Ästhetik zu tun, sondern ist ausschließlich Idee und Zeichen, wobei schon die Zeichenträger stören.

Antwort (2) deutet darauf hin, dass Baselitz die Möglichkeit von Kunstrezeption bezweifelt, weil die Rezipienten nicht frei in ihren Wahrnehmungen sind (was auch mit dem Ersatz von Form und Sinnlichkeit durch Symbolik zu tun hat).

Antwort (3) deutet darauf hin, dass Baselitz die Möglichkeit von Kunstrezeption bezweifelt, weil es den potenziellen Rezipienten an vielem mangelt, was dazu nötig wäre: Phantasie, Empathie, Respekt...

UnwiseNomad 19.01.2013 | 12:46

Es ist eindeutig das Portrait eines bedeutenden Staatsmannes, ich tippe auf Churchill.

Einer meiner Lieblingswitze geht nämlich so:

Ein neureicher Schnösel erspäht auf einem italienischen Flohmarkt ein entzückendes Gemälde von Caravaggio. Trotz einigen hin und hers bezüglich der durch den Händler zu stopfenden Mäuler gelingt es ihm, das Werk zu einem noch tragbaren Preis zu erwerben.

Um den Transport in die heimatliche Stube nicht durch eventuelle Grenzkontrollen zu gefährden, lässt der Kunstfreund das Bild mit der Seitenansicht einer feurigen Zigeunerin übermalen. Unbehelligt erreicht er sein Domizil und übergibt das Werk einem Restaurator, mit dem Auftrag, die Übermalung behutsam abzutragen.

Am Abend klingelt sein Telefon, der Restaurator ist am Apparat: "Ich habe die Zigeunerin und den Caravaggio entfernt. Mir scheint aber, dass unter dem röhrenden Hirsch noch ein Mussolini-Portrait liegt. Soll ich weitermachen?"

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Ehemaliger Nutzer 19.01.2013 | 15:04

erst, ja erst war ich fasziniert, über das angebot der alltagsredaktion - was für eine geniale idee, dachte ich. was für ein angebot an die fffffffffr - c, mit sooo viel raum für poesie - ja, das dachte ich.

aber das war gestern, bevor ich die neuen beiträge von fahrwax und sönke paulsen gelesen hatte, und noch einige andere beiträge - nein, nicht beiräge. beitrag liest sich so un-professionell - artikel sind es, artikel;

inzwischen kommt mir das tolle angebot der alltagsredaktion wie eine art angebot zum abspannen vor, eine art ermunterung alles nicht so ernst zu nehmen, und das politische sowieso nicht.

schwarzseher aller länder vereinigt euch! überpinselt alles schwarze schwarz! im zweifel schwarz!

- der max

Columbus 19.01.2013 | 17:42

Sie nehmen das wirklich ein wenig zu ernst, Herr Escher.

Hier war ja nur, im Rahmen eines kleinen Spiels, ein wenig assoziative Lockerung gefragt, was denn Baselitz zukünftig übermalt ausstellen könnte. Er experimentiert ja noch privat, wie er selbst sagt und befindet sich derzeit wohl in einer Art Sichtung seines recht großen Werkes, das ihn, neben seinen eigenen Kunstvorbildern, dazu auf die Idee bringt.

Zuletzt hatte er seine bekannten und skandalisierten Frühwerke noch einmal, meist viel größer, gemalt.

Völlig Recht haben sie aber mit ihrer Ansicht, dass der Spaß hier und diese offensichtliche Bemühtheit des Focus am Ammersee und die  zahlreicher anderer Presse und Rundfunkmedien im Nachklapp, durchaus mit Hilfe Georg Baselitz selbst, skurrile Züge hat und komische Assoziationen geradezu anzieht. Dies aber andererseits nicht bedeutet, die aktuelle Kunst oder überhaupt Kunst (typisch ist das Beuysbashing oder die Malewitsch-Schimpfe), bei jeder irgendwie passenden Gelegenheit als Scharlatanerie abzurteilen oder aber alle eigenen kreativen Anstrengungen daraufhin  auszurichten.

Aber es gibt Spaßvögel, die letztlich nur im Sinn haben auf ihr eigenes Potential genau in dieser Richtung hinzuweisen und hier gehörig angeregt wurden. Damit müssen sie sich abfinden. Das ist normal.

Auf der letztjährigen Documenta stand eine Kunstaktion, nämlich das Limited Art Project des chinesischen Künstlers Yan Lei, sehr hoch in der Gunst des Publikums und es wurde auch ausführlich in den Feuilletons diskutiert. Yan Lei, der nur wenig selbst Hand anlegte, hatte über ein Jahr  360  Bildmotive aus dem WWW ausgewählt und in unterschiedlichen Formaten nachmalen lassen. Zur Documenta-Ausstellung ließ er dann alle Werke, nach und nach, monochrom und intransparent übersprayen.

Aus China kommt derzeit viel aktuelle Kunst, der Kunstmarkt treibt die Produktion dort an, und wie die Verhältnisse liegen, geschieht die Produktion in einer Art vorindusrieller Manufaktur. - Für die Kinder dieser Welt gibt es, allerdings aus industrieller Produktion, das Spielzeug. Für die Erwachsenen Kunst von der Stange. Auch dafür gibt es natürlich historische Vorbilder. - Warum also nicht gleich Bilder aus dem Web ziehen, diese abmalen und dann übermalen?

Der Documenta Raum wirkte mit den bis zu 360 übermalten Exponaten übrigens auch sehr ästhetisch und er kam, wie schon berichtet, letztlich mindestens so gut an, wie so manche Schaffensphase des Georg Baselitz.

Die französische Post hat vor Jahren mit einem Baselitz Motiv eine ihrer schönsten Briefmarken gestaltet.

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

Wolfram Heinrich 20.01.2013 | 06:23

@janto ban

|| Sie nehmen das wirklich ein wenig zu ernst ||

Ich fall hier vom Glauben ab. (Wolfram, Wolfram! Guck mal!)  :o)

 

Ich hab jetzt etwas Mühe, nachzuvollziehen, was du mit der Bemerkung meinst. Bist du erstaunt über den Umstand, daß der große Ernstnehmer Columbus zum Augenzwinkern mahnt?

Die Grenzen zwischen Ernst und Alberei sind manchmal wirklich schwer zu erkennen. Columbus hatte geschrieben: "Völlig Recht haben sie aber mit ihrer Ansicht, dass der Spaß hier und diese offensichtliche Bemühtheit des Focus am Ammersee und die  zahlreicher anderer Presse und Rundfunkmedien im Nachklapp, durchaus mit Hilfe Georg Baselitz selbst, skurrile Züge hat und komische Assoziationen geradezu anzieht. Dies aber andererseits nicht bedeutet, die aktuelle Kunst oder überhaupt Kunst (typisch ist das Beuysbashing oder die Malewitsch-Schimpfe), bei jeder irgendwie passenden Gelegenheit als Scharlatanerie abzurteilen oder aber alle eigenen kreativen Anstrengungen daraufhin  auszurichten."

Der letzte Satz mag dir etwas rätselhaft erscheinen, hat doch ein Beuys-Bashing hier gar nicht stattgefunden. Nun, der Satz bezieht sich auf mich (Columbus bezieht sich überhaupt gern auf mich, offen oder verrätselt; mein Stolz darauf hält sich in Grenzen). Ich habe hier schon öfter mal über Beuys gespöttelt und über Malewitsch habe ich hier im Thread tatsächlich eine Bemerkung fallen lassen.

Und das kam so: Fräuleinchen hat auf einen gewissen Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch verlinkt, und ich... Ich muß hier einfügen, daß ich ein Kunstbanause bin, meine Kenntnis der Kunstgeschichte ist äußerst lückenhaft. Ich lese also "Malewitsch" und ich habe spontan den Eindruck, daß es sich um ein albernes Wortspiel handelt (Maler <-> Malewitsch). Aber, gewissenhaft, wie ich bin, folge ich dem Link und finde dieses Selbstporträt,

 

mit der Unterschrift "Die Handhaltung soll an das Quadrat erinnern, das ebenfalls als Signatur dient." Ich sehe meinen Verdacht bestätigt, lese aber weiter.

 

"Sein abstraktes suprematistisches Gemälde Das Schwarze Quadrat auf weißem Grund aus dem Jahr 1915 ist ein Meilenstein der Malerei der Moderne und wird als „Ikone der Moderne“ bezeichnet. Die drei Phasen des Suprematismus beschrieb Malewitsch in seiner Schrift Suprematismus 34 Zeichnungen und erklärte die Bedeutung seiner monochromen Quadrate -  das schwarze als Zeichen der Ökonomie, das rote als Signal der Revolution, und das weiße als reine Wirkung."

Aha, denke ich mir, dieser Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch ist in der Kunstszene so was wie Ernst August Dölle in der Psychologie - eine Kunst(!)figur, mit der man albrige Spielchen treibt. Bilder, die man erst erklären muß, damit man überhaupt etwas sieht... Haha, kicher kicher.

Daraufhin antwortete ich Fräuleinchen so: "Der Kunstkritiker Deutobold Hermeneutowitsch Mystifizinski hat Malewitsch mal einen Scharlatan genannt." Damit hatte ich, so dachte ich, auf einen Schelmen anderthalbe gesetzt. Nun erfahre ich, zu meiner Betrübnis, daß dieser Malewitsch echt ist.

Dumm gelaufen.

 

Ciao

Wolfram

janto ban 20.01.2013 | 12:00

| der große Ernstnehmer Columbus zum Augenzwinkern mahnt |

Ja. Es war spät und ich war zu müde für Fingerspitzengefühl. Vertragt euch hier gut - alles andere ginge zulasten meines Gewissens :o)

Ich kann mit solcher Kunst und dem wissenschaftlichen Umgang damit, der auch für mein Empfinden regelmäßig die Grenze zum Irrwitz sprengt, nichts anfangen. Die Musikszene ist da ehrlicher. Wenn ein hochgelobter Musiker nach zwei genialen Albem einen Griff ins Klo veröffentlicht, sagen die Kritiker das frei heraus. Meist hört man sowas als Laie (höhö) auch heraus. Werke am Werk vorbei, unter Zuhilfenahme eines Personenkults erklären zu wollen (soagar zu müssen), halte ich für eine komische Marotte der neueren, bildenden Kunst. Das ist irgendwie nicht links. Nicht in Zeiten, in denen ein Starterset (Leinwand, Staffelei, Farben und Pinsel) im LIDL 15 Euro kostet und der Mensch als solcher nach Feierabend genügend Zeit hat, um zu werkeln. Da werden m.E. nur althergebrachte, feudale Strukturen aufrecht erhalten. Vermutlich braucht die Kunstszene sowas. In bin von jobwegen täglich in Behindertenwerkstätten der AWO unterwegs. Was da teilweise an Werkstücken an den Wänden zur Bewunderung ausgestellt hängt, sollte ein Vielfaches eines Hurst an Wert haben. Aber ich fürchte, das ist nur eine weitere Meinung im Urwald künstlerischer Bedeutungsunfähigkeitslosigkeit (oder wie man das nennt).

UnwiseNomad 20.01.2013 | 12:56

Ich empfehle jedem, der seinen artistischen Feinsinn schärfen möchte, einen Besuch im MOBA. Diejenigen, die hier leer ausgehen sollten, haben dort zudem die Gelegenheit, doch noch einen Preis ergattern zu können.

Es ist auch nicht völlig ausgeschlossen, das Baselitz eines der vorher im MOBA ausgestellten Werke übermalt und damit in die Sphären der höheren Kunst überführt hat. Vielleicht sogar Eileen, was dann allerdings polizeiliche Verfolgung nach sich ziehen müsste.

P.S. Wenn es erlaubt sein sollte, möchte ich meinen Tipp dahingehend abändern!

Columbus 20.01.2013 | 15:13

Janto Ban und Wolfram Heinrich,

Das ist eben der Unterschied. Hier ging es nur um möglichst originelle Vorstellungen, was sich hinter der Schwärze der dF (Online) verbirgt. Was sein könnte, hinter Baselitz erst einmal bloß angekündigter Übermalungsphase.

 Wer weiß, ob er sich überhaupt mit den Ergebnissen seines Nachdenkens und Probierens in die Öffentlichkeit traut, ob es ihm zu peinlich wird, oder ob die Nachrichtenlawine nicht nur zum Zwecke eines Abverkaufs der letzen Motive ohne Übermalung dient? Geschäftstüchtig ist Baselitz allemal.

Aber gerade bei ihnen, Herr Heinrich, bricht fast jedes Mal, wenn sie sich mit Kunst beschäftigen, das Feld ist ja fast schon egal, der Wunsch durch, gleich eine Wertung (Scharlatane, Nichtskönner, etc.) loswerden zu können (Worum es Ihnen dabei letztlich geht, sei hier einmal außen vor, denn dieses Blog dient ja einem anderen Zweck. Wir hatten das ja schon ein paar Mal bekakelt). Ohne Nachklapp geht das nun beim weiteren Posting auch nicht. Wir haben eben einen Überwolframheinrich, der sich für so was wie das Aldersbacher Überbrettl hält. Ich habe mich mittlerweile daran zwar gewöhnt, aber Herrn Escher geschrieben, dass er im Prinzip Recht hat. Mehr nicht.

Hinter der Kasperei um Kunstwertungen steckt meist eine wirklich einmal verletzte und empfindsame ästhetische Seele, die irgendwo, häufig  im Kunstunterricht, in der Schule als Anstalt, als "Schöler" eine kräftige Packung Frustration abbekam, was das Gute, Wahre und Schöne angeht und nun den Selbsthass, gegen die eigene Künstlerfigur, die eigenen Möglichkeiten eben so auslebt, wie das Ressentiment gegen die vorgebliche Kunst-Scharlatane dieser Welt  irgendwie raus muss. 

Janto Ban, wenn sie in die Zeiten zurück wollten, in denen die Autorschaft und persönliche Zuschreibung der Künstler keine Rolle spielte, müssen sie sehr, sehr weit zurück. - Immer wieder wird das ja behauptet, z.B. für das Mittelalter. Die Kunst dort sei ohne Künstlernamen ausgekommen. Das stimmt aber nur, weil für bestimmte Künste keine Aufzeichnungen existieren und Künstler ihre Werke z.T. gewohnheitsmäßig nicht signierten, sie aber von Auftraggebern, Betrachtern und Interessenten durchaus erwähnt werden. - Baselitz signiert seit einiger Zeit immer verso, daher mein kläglicher Versuch zum Ammersee und Focus.  Gleiches gilt allemal für die Antike. Für die Zeit davor bleibt es bei Spekulationen.

Ad Reinhardt, der Schwarzmaler unter den Modernen, hat übrigens einen ironischen, aber auch lehrreichen Stammbaum der Modernen Künste als Comic gezeichnet. Da gibt es auch einige interessante, absterbende Äste.  Das ist ganz unwissenschaftlich, witzig und trotzdem augenöffnend, dazu wird es häufig als Vorlage genutzt.

In diesem Zusammenhang wäre das ´mal was für die Recherchearbeit der WWW-Internauten, diesen Stammbaum in guter Abbildung zugänglich zu machen.

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

 

 

 

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Ehemaliger Nutzer 20.01.2013 | 16:03

wünsche einen gemütlichen sonntagnachmittag, werter COLUMBUS;

wenn sie mir schreiben: "Sie nehmen das wirklich ein wenig zu ernst, Herr Escher.", dann fühle ich mich geradezu verpflichtet, ihnen beizupflichten, um bei aller pflicht zu betonen, dass sie mit ihrer meinung zu 99 komma 9 prozent recht haben, wenn sie mich anstupsen/anknuffen/ermuntern, doch nicht 'alles' so ernst zu nehmen. das restliche zehntel prozentpunkt, daran sollte ich mich halten, für mein ganz eigenes schaffen, weit abseits eines meinungsboulevard; wenn ich ehrlich bin, dann liegen mir die landstraßen eh mehr, denn da gilt:

                   Links statt rechts auf der Landstraße.

 

ihnen noch einen vergnüglichen tag - grüße vom max

Columbus 20.01.2013 | 16:37

ad

 janto ban 20.01.2013 | 12:00

Durch die immer noch eingeblendete, graue Maske übersah ich noch einen Punkt ihrer Argumentation, der mir wichtig erscheint.

Sie verweisen auf die Laien mit dem Lidl-Malset und die Behindertenwerkstätten, die ähnliche "Kunst" produzierten, ohne Kunstanspruch. Zudem schreiben sie, die Musikkritik sei ehrlicher, es werde kein Personenkult getrieben. Personenkult sei zudem nicht links (derzeit).

Gegen alle Aussagen ließe sich begründet argumentieren.

Der Personenkult in der Kunst hat aber wenig mit Stalinismus zu tun, sondern entsteht durch die Bezüge, die nachfolgende Künstler, Interessierte und die Fans (Ja, die sind nicht zu vernachlässigen und spielen heute ein große Rolle) herstellen.

Bsp.:

Populär: Was auch immer ich persönlich über Michael Jackson als Künstler denken mag, ob ich Zugang zu seinem Werk habe oder nicht, er hat stilprägend gewirkt, obwohl z.B. sein Gesamtwerk eher schmal zu nennen ist. Stilprägend auch insofern, dass Künstler unterschiedlichster Richtung und gar unterschiedlichster Gattungen sich auf ihn bezogen haben und weiter beziehen.

Unpopulär: Luigi Nono. Dessen Werke mit Vorwissen leichter zu verstehen sind, aber selbst dann nur ein eher kleines Publikum erreichen, der aber unter Musikern Respekt hat und als Bezug dient. 

Populär (relativ, meist im Sinne von bekannt): Malewitsch

Unpopulär: Ad Reinhardt

Ganz grundsätzlich gilt, dass Kunstproduktion jedem möglich ist. Also, um es einmal zu sagen, auch jemandem der behindert oder krank ist und uns Ha, ha, hi, hi- Laien.

Meist geht es da ja, wenn der Laie richtig  loslegt (Ha, ha.,ha, ho, ho, ho) um die "Irren" unter uns. Es gibt tatsächlich "Irre" die Kunst schaffen und irre Künstler, mehr ist als Aussage wirklich nicht drin (Dazu kann, wer will und nicht einfach durch meine Worte zu überzeugen ist und auch nicht dem Ha,ha und Hi. hi verfallen ist, sich z.B. die Diskussion um die Art brut anschauen und sich dazu was anlesen oder bei Prinzhorn und Navratil nachschlagen).

 Keineswegs ist nur das Kunst, was sich Wolfram Heinrich oder mir, oder Janto Ban, als Kunst erschließt. Was dem armen Wolfram meist direkt ins Auge springt, sind aber  gerade Sachen von denen er behauptet sie verstanden zu haben, nur um zu glauben sie seien Quark.

Keineswegs ist nur das Kunst, was sich bei einer Mehrheit oder bei Vielen durchsetzt. Keineswegs ist es nur das, was irgend welche Kritiker und Sammler und Geschäftsleute für Kunst halten.

Herr Heinrich geht ja manches Mal noch weiter (s.o.) und betont, für ihn sei nur Kunst, was sich ihm vor dem Werk, in der Betrachtung sofort erschließt. Dabei fügt er auch gerne einmal ein, eigentlich nicht viel von der Sache zu verstehen. - Gewohnheitsmäßig, sozuzsagen! Langsam wird es mal Zeit, nun eine andere Platte aufzulegen, sonst wird das doch arg langweilig.

Beste Grüße

Christoph Leusch

 

 

UnwiseNomad 20.01.2013 | 17:14

Keineswegs ist nur das Kunst, was sich Wolfram Heinrich oder mir, oder Janto Ban, als Kunst erschließt. Was dem armen Wolfram meist direkt ins Auge springt, sind aber  gerade Sachen von denen er behauptet sie verstanden zu haben, nur um zu glauben sie seien Quark.

Jein. Es ist schon schwierig genug, ein Kunstwerk zu "verstehen". Beurteilen kann das jedoch nur jeder für sich selbst, denn er ist der Einzige, der sagen kann: früher hielt ich das für Quark, heute erschließt es sich mir besser und ich muss sagen: Wow!

Sich nun hinzustellen und zu sagen: Du hast kein Recht, es Quark zu nennen, weil du es nicht verstehst (ich aber!) ist mir zu selbstgefällig.

Columbus 20.01.2013 | 18:20

Ok, Unwisenomad, damit muss ich leben.

Ich finde es selbstgefällig, immer so heraus hängen zu lassen, was man für Quark hält. Dazu immer im Gepäck die Botschaft, eigentlich interessiert es mich nur wegen des persönlichen Bähs und der guten Gelegenheit, die Zunge weit heraus zu strecken. Das hat zwar was von Gymnastik, ich finde aber, es ist Quark.

Ich halte es aber auch nur noch in ganz milder Form, als Frischkäse sozusagen, dafür, denn die Gewöhnung schleift, wie das Recycling alter Kamellen und Bonbons.

Kurzum, sie haben Recht und ich sage, der Streit mit dem lieben Wolfram Heinrich, der sich nun schon verfolgt fühlt, der ist nebbich. Es liegt aber auch daran, dass die Gebiete die dem Wolfram Heinrich als Spottfeld gefallen, jene sind die mich auch beschäftigen. Da kann er ruhig einmal denken, er werde verfolgt.

Beste Grüße

Christoph Leusch

PS: An alle die mitlesen. Wie wäre es denn mit noch ein paar Vorschlägen, was unter der Schwärze verborgen sein könnte, außer Schwarz, Weiß, Nichts,...?

 

Terrich 22.01.2013 | 13:42

Ja, kann ich

@ELISREA

Das Bild oben habe ich bei Googel Bilder einfach kopiert:

rechte Maustaste,

kopieren, dann hierher zurück

einfügen und dann isses da. Wenn man auf das Bild geht mit der Mause und die rechte Maustaste klikt, siehr man seinen Ursprung, von dort wird es geladen.

Es geht aber auch so:

oben in der Kommentarleiste auf HTML klicken und dann z.B. folgendes eingeben:

 

<p></p>
<img src="http://www.DOMAINNAME.de/Freitag_B32/MethaneLevelSamCarana.jpg" alt="Metane Level" border="1" width="400" height="308">

Für DOMAINNAME steht dann die Domain der Bildquelle. Bei width sollte eine Zahl stehen, die nicht gößer ist als 400 (Breite dieses Eingabefeldes), und darauf achten, dass die Seitenverhältnisse stimmen, sonst ist es verzerrt.

Terry Rich