Jakob Augstein
24.10.2012 | 10:20 229

Liegt links die Zukunft?

Salon In regelmäßigen Freitag-Salons diskutieren wir – jenseits von Netz und Papier – mit Journalisten und ausgewählten Gästen über Glück und Unglück der Gegenwart

Liebe Leser,

morgen Abend, am 25.10., treffe ich Gregor Gysi zum Salongespräch im Maxim Gorki Theater. "Liegt links die Zukunft?" - diese Frage möchte ich mit dem Fraktionsvorsitzenden der Linken diskutieren.

Denn im Angesicht der Finanzkrise fühlen sich die Bürger von der Politik unzureichend vertreten und wollen auch die Kosten nicht länger mittragen. Auch bei einigen Konservativen mehren sich die Zweifel, ob die Linke nicht doch in vielen Punkten recht hatte. Dennoch scharen sich die Wähler nicht um die Linkspartei – sondern laufen im Gegenteil eher vor ihr weg. Wie erklären sich das die Linken und wie wollen sie es ändern?

Das möchte ich gerne von Gregor Gysi wissen. Und welche Fragen möchten Sie ihm stellen?

Über Ihre Anregungen und Fragen freut sich

Ihr JA

 

 

Kommentare (229)

Sünnerklaas 24.10.2012 | 10:32

Das Problem der Linken liegt daran, dass sie in Westdeutschland immer noch zutiefst zerstritten ist und es immer noch tiefe Wunden aus der Zeit vor 1990 gibt. In Westdeutschland ist es immer noch aktuell, ob man nun Marx links- oder rechtsrum ließt. Es ist immer noch aktuell, ob man nun den Glaubensbekenntnissen von Mao, Tito oder Enver Hodscha folgt.

Zudem begegnet man der LINKEN in Westdeutschland immer noch mit Misstrauen - es gibt eben noch viele tiefsitzende Ängste. Dabei hat die LINKE - im Gegensatz zu den anderen ehemaligen DDR-"Parteien" - ihre Vergangenheit in einer beispiellosen Form aufgearbeitet.


Das allergrößte Problem der LINKEN ist jedoch aus meiner Sicht die Disziplinlosigkeit eines großen Teils ihrer Mitglieder. Es ist leichter, einen Sack Flöhe zu hüten, als einen Sack voller kleiner Lenins.

h.yuren 24.10.2012 | 11:23

ob die zukunft links liegt oder links liegen gelassen wird, ist ohne glaskugel nicht einfach zu beantworten.

wenn ich wie gewohnt 'links' verstehe als 'rational und human', sollte es eine selbstverständlichkeit sein. was eine partei wie Die Linke im programm hat und was für leute sie hat, das programm im parteienstaat durchzusetzen, ist eine ganz andere frage.

kommt hinzu, dass links im westen traditionell als gefährlich aufgefasst und stigmatisiert wird, so wie der fdp-lindner das jetzt wieder zum besten gegeben hat. das sagt freilich mehr über den mann und seine partei als über Die Linke.

linke politik sollte nicht das programm einer partei sein, sondern aller parteien. denn neuere studien zeigen, dass gesellschaften mit großer ungleichheit nicht nur unglücklich, sondern von gewalt gekennzeichnet sind, d.h. unmenschlich, die grundrechte werden nicht eingehalten.

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Ehemaliger Nutzer 24.10.2012 | 11:39

Armut trifft 16 Millionen Menschen in Deutschland

http://www.focus.de/politik/deutschland/aufruettelnde-statistik-armut-trifft-16-millionen-menschen-in-deutschland_aid_844141.html

Das ist das Resultat der Polit-Marionetten der Finanzmafia!

"Warum werden diese Holzgeschnitzten, die jahrzehntelang Steuer- und Subventionsbetrug, Einkommens- und Vermögenskonzentration, betreiben, von der Linkspartei nicht härter angegangen?"

(wäre meine Frage...)

Sikkimoto 24.10.2012 | 12:37

Ich quäle mich seit Gründung der Linkspartei mit der Frage ob ich nicht eintreten sollte. Ich hasse Vereinsmeierei und bin von meinem kurzen Intermezzo bei der SPD in Zeiten vor Hartz 4 und Leiharbeit genügend abgeschreckt.

Vorschlag für eine Frage wäre also: Was habe ich davon ein Parteibuch zu führen? Wie stehen die Chancen, von der Basis aus am Diskurs in der Partei teilzunehmen und diesen, wenn auch nur minimal, zu beeinflussen?

Das mag nicht die originellste Frage sein, aber vielleicht sagt Herr Gysi etwas was den Ausschlag für eine Entscheidung gibt. Soll einfach mal Werbung machen. Ich bin zuversichtlich das Herr Augstein den Fragewulst in eine journalistisch ästhetische Form bringen kann. ;)

GEBE 24.10.2012 | 13:00

"Liegt links die Zukunft?"

Die einen sagen so, die anderen sagen so. Und andere sagen, Kinder seien unsere Zukunft. Nun stellt sich dann die quasi kumulierte Frage: Liegt in linken Kindern die Zukunft? Man könnte tatsächlich auch noch viel mehr anderen Unsinn dazu absondern - und zwar stets in Gemäßheit der Eingangsfrage.

Magda 24.10.2012 | 13:27

Mein Gefühl ist, dass die Bedeutung der Linkspartei steigt oder fällt mit dem Charisma der Leute, die dort im Vordergrund agieren, mit deren kommunikativer Fähigkeit, mit Durchsetzungsvermögen in den Medien usw. 

Mit "Einsichten", seien sie auch noch so zwingend allein kann man Menschen offensichtlich nicht überzeugen. Wie siehts also aus mit der "Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte" (Plechanow) 

ch.paffen 24.10.2012 | 13:57

Habt aus den Fraktionen von Union, FDP,SPD und Grünen mal jemand "Danke liebe Linke" gesagt? (Hintergrund Rede von Gregor Gysi am 12.09.2012 im Bundestag nach dem BGH Urteil zum ESM)

Was sollte die Linke tun, damit die Sie persönlich in Zukunft  "Danke liebe Linke" sagen können?

PS: Ist es geplant einen live stream oder ein Video zum Salon anzubieten?

Feinen Resttag noch Christiane Paffen

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ehemaliger Nutzer 24.10.2012 | 15:07

Sehr geehrter Herr Augstein,

da Ihr Motto

im Zweifel Links

heißt, sollten Sie doch eigentlich wissen, worüber Sie mit Herrn Gysi sprechen können.

Der Blogger GEBE z.B. schreibt quasi wöchentlich über irgendwelche Ungeheuerlichkeiten aus den gesellschaftlichen Bereichen, die eigentlich zur traditionellen Klientel der

LINKEN

gehören. Ich selber habe schon einige Male zu vergleichbaren Vorgängen zum einen Stellung bezogen, zum anderen darüber berichtet. Ich habe auch schon Leuten aus der Sch… herausgeholfen, in dem ich

ETWAS TAT, handelte!!!

Andere in der Community haben sich ebenfalls zu der Thematik, die eigentlich eine typische Linksthematik genannt werden kann geäußert.

Würden Sie, Herr Augstein, diese Dinge wirklich Ernst nehmen, könnten Sie ein Dutzend Freitag – Salons mit einem Dutzend verschiedener Gesprächspartner aus allen politischen Richtungen mit Leben, sprich mit Inhalt füllen.

Somit erscheint mir der von Ihnen gewünschte Fragenkatalog mal wieder eine vorbereitende Marketingveranstaltung zu sein, welche die Message rüberbringt:

Welt, schau auf diesen Mann, er kümmert sich.

Die Kommentare in diesem Strang jedoch verweisen auf den Verdacht, lieber Herr Augstein, dass der Community, der von der Redaktion des FREITAG jede Form von Sand in die Augen gestreut und Steine jeder Größe in den Weg gelegt wird, weder von Ihnen noch von der Redaktion mit dem versprochenen Respekt begegnet wird.

So hat Georg von Grote 3 quasi leere Blogs eingestellt, die als desaströse Meinungsäußerung zu dem v.g. Verhalten einzustufen waren, dann sind sie verschwunden.

Ich erinnere an ed2murrow, dessen hochqualifizierter Blog von der Redaktion kurzerhand zurückdatiert wurde und so aus dem Fokus der Aufmerksamkeit verschwand.

Und jetzt mal ganz offen (von ehrlich wagt hier ja kaum noch jemand zu sprechen/zu schreiben): Was soll unter den gegebenen Umständen eine Veranstaltung, deren Auswirkungen hier, in der von Ihnen so hochgeschätzten Community, keinerlei Folgen haben?

Einen Vorschlag hätte ich gleichwohl:

Fragen Sie, bitte, Herrn Gysi, der ja nun daselbst sich als Rechtsanwalt versteht, aus welchem Grunde seine Partei, die Linke, nicht schon vor Jahren eine Rechtsorganisation gegründet hat, um gegen die verächtliche, erniedrigende und – ich habe einen Blog dazu geschrieben – quasi mordende Behandlung der Verlorenen dieser Gesellschaft dergestalt anzugehen, in dem gegen die Adlaten dieses menschenverachtenden Systems mit aller rechtlich gebotenen Brutalität vorgehen? Ich habe es getan, ohne RA zu sein und … es hat funktioniert!

Ich bin sicher, dass eine solche Organisation von vielen Seiten Spenden erhalten würde und Spenden werben kann, damit sie zu einem Erfolg würde.

Da dieses nicht geschieht und auch noch nicht geschehen ist, erweckt dieses

Irgendwie im Zweifel Links

irgendwie ein faltiges und müdes Arschrunzeln bei mir.

Hier schrieb im Zorne

Kuni

Miamaria 24.10.2012 | 15:28

Mich würde interessieren, ob die Linke noch ein Interesse daran hat, auch im Westen der Republik, sprich in den alten Bundesländern, zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft heranzuwachsen. In letzter Zeit gewinnt man den Eindruck, dass sie sich doch vor allem auf die neuen Bundesländer konzentriert. Was ich persönlich bedaure.

Joachim Petrick 24.10.2012 | 15:50

Jakob Augstein Journalist und Gärtner in Berlin

"Liegt die Zukunft links",
damit ist mutmaßlich im argumentativen Behufe eines Frank Schirrmachers der faz gemeint, im schicken Linksgewand, ein Buch von Sarah Wagenkncht unterm Arm, eilen wir charmant, galant, einer, energiesparend,  besseren Zukunft entgegen.

Alles andere wäre ja ein Griff in den Fundus des Menschenkinderfängers zu Hameln, der die dieselben nicht vorwärts in deren lichte Zukunft, sondern links daneben aus dem Leben der Perspektive urban bürgerlicher Existenz in das Dunkel  von Kinderkreuzzügen über Köln, Mainz gen Orient geführt hat.

Mich interessiert, was Gregor Gysi gegen eine Kandidatur Sarah Wagenknechts als Vize- Fraktionsvositzende der Linkspartei hat, wenn ja, warum Gregor Gysi Sarah Wagenknecht, lt. Sternreporter Jens König im Stern v. 18.Oktober 2012 unterstellt, Sarah Wagenknecht  wolle doch nur Fahrer mit Chauffeur und mehr Kohle zum Hole, wie das einer Vize- Fraktionsvositzenden zustehe, aber nicht wirklich arbeiten?

Fürchtet Gregor Gysi Sarah Wagenknecht, voran deren volkswirtschaftlich ökonomisch ausgebildeten Verstand, dass Sarah Wagenknecht  das in Gänze  verrätselte Geäst und undurchsichtige Gefüge des Finanzwesens der ehemaligen SED, dann PDS, nun Linkspartei durchschaut und nach eingehender Dokumenteneinsicht von den Verantwortlichen dieses monetären Parteigebarens, voran Gregor Gysi, investigativ vertraulich noch, Berichterstattung fordert, während Oskar Lafontaine sich, Sarah Wagenknecht nahe bi, mit ahnungsreicher Aussicht auf Rendite, frohlockend, ins "abgehackt" alte SPD- Fäustchen lacht?

siehe mehr dazu:

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/gregor-gysi-papa-ante-freitagsalon-portas

Joachim Petrick
24.10.2012 | 03:02 5
Gregor Gysi, uns "Papa ante Portas!"

Freitag- Salon Die Pathologisierung des Politikers, Gregor Gysi, durch Sternreporter, Jens König, gilt, angesichts der anstehenden Bundestagswahl im Jahre 2013, als Sonderauftrag

mcmac 24.10.2012 | 15:59

Meine Wahrnehmung von der Partei Die Linke ist vor allem, wogegen sie ist.

Frage: Welche kräftige(n), fassbare(n), zukunftsweisende(n) Vision(en) über das tagespolitische Geschäft hinaus hat die Partei zu bieten? (Bsp.: „Die Linke“, künftig möglicherweise die Partei des umfassenden, bedingungslosen Grundeinkommens à la Prof. Wolfgang Engler?.. - die FDP war/ist als „Steuersenkungspartei“ wahrnehmbar; B90/Grüne als Anti-Atom/Nachhaltigkeits-Partei usw. ..)

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Ehemaliger Nutzer 24.10.2012 | 16:18

Mich interessiert, was Gregor Gysi gegen eine Kandidatur Sarah Wagenknechts als Vize- Fraktionsvositzende der Linkspartei hat,

Das, lieber Herr Augstein, ist denkbar einfach:

S.Wagenknecht ist Gysi intellektuell mindestens ebenbürtig und damit eine potentielle Gefahr. Ich hatte das Vergnügen vor einigen Wochen im WDR Montalk ein ca. 2 stündiges Interview mit ihr zu hören. Ich darf sagen: brilliant die Frau, definitv brilliant; sowohl ihre philosophische Tiefe als auch ihr sprachlicher Duktus verweisen auf einen Geist. der für einen abgewetzten Apparatschik wie Gysi alle Alarmglocken schellen lässt und Veranlassung ist, auf den - wie man in der Automationstechnik sagt - NOT AUS Knopf zu schlagen.

Gruß

seriousguy47 24.10.2012 | 16:54

Man könnte auch fragen, ob die Linke die Zukunft links liegen lässt, wenn sie es nicht schafft, in einer zutiefst bürgerlichen Gesellschaft den Ruf los zu werden, sie verfolge einen zutiefst traditionellen Klassenkampf:

"Denn im Angesicht der Finanzkrise fühlen sich die Bürger von der Politik unzureichend vertreten und wollen auch die Kosten nicht länger mittragen."

Wo, wenn nicht in Stuttgart müsste die Linke eigentlich den Lohn für ihr jahrelanges Engagement ("Klassenkampf") gegen S21 einfahren? Aber die, die von diesem Engagement profitieren, die Bürger, lohnen es der Partei nicht. Und das sogenannte "Proletariat" fürchtet schon mal den Verlust des hauseigenen Daimler uind hält sich sicherheitshalber an die CDSPD.

Ist das nun eine Ausnahme oder stimmt etwas mit der Regel nicht mehr. Geht es im neuen "Klassenkampf" hierzulande womöglich nicht mehr ums Elementare, sondern um Lebensqualitäten und die kapitalistischen Angriffe darauf? Also das, wofür die Grünen streiten? Ist Links da, wo Elend ist und Grün da, wo bürgerlicher Wohlstand herrscht? Oder muss die Linke hier nur weniger ökonomisch und mehr "kulturell" argumentieren? .....Falsches Bewußtsein also (noch) bei den Wählern oder falsche Strategie bei der Partei?.....

Joachim Petrick 24.10.2012 | 18:44

Jakob Augstein Journalist und Gärtner in Berlin

Frage an Gregor Gysi:

Wieweit ist die Linkspartei bereit, finanzielle Mittel zu investieren, um eine bundesweite Kampagne anzuschieben, damit die Mandatierung der von Aussenminister Guido Westerwelle angekündigten Ausbildungs- Mission der Bundeswehr in Mali als Forderung und Förderung des Kriegshandwerks mit afrikanischem Gesicht in der rekrutierten Gestalt von jungen  afrikanischen Soldaten/innen im Deutschen Bundestag scheitert?

Wenn ja, was mit und durch die Linkspartei an Gesetzesvorlagen u. a.  getan werden kann, damit der Waffenhandel in diese und andere Regionen der Welt,  zumindest, so wie der Handel von atomarem Giftmüll, Medikamenten, Lebensmitteln, zu Lande, zu Wasser, in der Luft, mit einer Historie versehen, kontrolliert, rückverfolgt, wenn nicht gar, vorbeugend,  für Krisengebiete ganz gestoppt werden kann

janto ban 24.10.2012 | 21:03

| Wieviel links verträgt das Land um international bestehen zu können? |

Das ist aber eine interessante Suggestivfrage. Ist denn eine Unterscheidung von "links" nach "Äußerm" und "Innern" möglich und/oder erstrebenswert? Und können beide Ziele (allgemeiner Wohlstand im Innern wie im gesamten Äußeren, also der Welt) realistischerweise gleichzeitig verfolgt werden? Oder ist die potentiell gerecht zu verteilende Verfügungsmasse (z.B. Deutschlands) immer der allgemeine Notstand anderer Staaten (siehe z.B. Griechenland, Spanien etc.)? Ist nicht die sozialpolitische Welt ein verschachteltes Gebilde aus Gegensätzlichkeiten, das es komplett zu entflechen und anzugleichen gelte? Könnte man das von Deutschland oder Europa oder "dem Westen" aus überhaupt, wenn man denn wollte? Und wie sähe es dann mit der verfügbaren Masse hierzulande aus? Besser oder schlechter?

Und eine ganz wichtige Frage an Gregor Gysi:

Warum brauchen wir Wirtschaftswachstum? Nur um Zinsen und Zinseszinsen hinterher zu wachsen? Also um virtuelle Geldwerte zu generieren, die es nie gab (und ohne Zentralbanken nie geben würde)? Oder hat es noch einen anderen Grund???

Jakob Augstein 24.10.2012 | 21:09

@ Kunibert Hurtig

Jetzt mal ehrlich: es sind solche Kommentare, die das Leben im Netz so deprimierend machen. Dieser Blog dient als Vorbereitung einer Veranstaltung, die morgen abend mit Gregor Gysi stattfindet. Nicht mehr und nicht weniger. Es geht nicht um die Rettung des Planeten, nicht um Ihre persöniche Frustration innerhalb oder außerhalb dieses Mediums. Es geht einfach nur darum, worüber wir morgen reden sollen. Wenn Sie dazu eine Idee haben, sind Sie eingeladen, diese hier vorzustellen. Wenn nicht, dann nicht.

Warum verletzen Sie die sinnvollen Grenzen dieser Kommunikation?

Im Ernst: Ihr Kommentar wäre einer, den ich löschen würde, wenn ich diese technische Möglichkeit jetzt hätte.

Georg von Grote 24.10.2012 | 21:24

Dann sollte man den Herrn Gysi doch einfach mal fragen, wie er die Gestaltung seiner linken Zukunft oder die, wie sie sich seine Partei vorstellt, praktisch umsetzen will ohne dass er sich wieder mit Ausflüchten windet, dass die anderen Parteien nicht gewillt sind, den Ideen der Linken zu folgen und man ja schon in Stadt- und Landesparlamenten verrteten sei und dort gestalte.

Es geht um Bundespolitik und da ist die Linke offenbar nicht koalitionsfähig und auch nicht gewillt Koalitionen einzugehen. Politisch gesehen ist die Linke fast ohne jeglichen Einfluß.

Die Ideen, wie sich die Linke die Zukunft vorstellt sind doch nun länsgtens bekannt.

Wichtiger ist doch, was die Linke endlich einmal unternehmen will, um auch mitentscheiden zu können. Und da stellt sich die Frage, wie kompromißbereit die Linke ist oder überhaupt sein will.

Vielleicht wird das morgen ja mal eine Veranstaltung auf der Gysi nicht wieder um den heißen Brei herumredet.

janto ban 24.10.2012 | 22:09

| Es geht um Bundespolitik und da ist die Linke offenbar nicht koalitionsfähig und auch nicht gewillt Koalitionen einzugehen. (...) Und da stellt sich die Frage, wie kompromißbereit die Linke ist oder überhaupt sein will. |

Sag mal bitte, woran du konkret erkennst, dass die Bundes-LINKE nicht koalitionsfähig und -willig ist. Und in welchen Punkten deiner Meinung nach Kompromisse gemacht werden müssten.

mymind 24.10.2012 | 22:37

@JA

mich würde interessieren:

1. Welche Möglichkeiten sieht Herr Gysi untypische Linke-Wähler zu erreichen?

2. Wie steht Herr Gysi zu einer globalpolitischen Ausrichtung der Linken? Palaver & Slogans bitte sofort unterbinden, konstruktive Antworten sind gefragt!

3. Welche Konzepte hat Herr Gysi zur ´Finanzkrise´? Da wird er Sie wahrscheinlich sofort korrigieren, dass es sich um eine Bankenkrise handelt. Wie auch immer, ohne Chemie & Netzwerk in der Finanzwelt läuft wirtschaftspolitisch bekanntlich nicht allzuviel. Worauf kann/darf sich die Linke in der Umsetzung ihrer Finanzkonzepte realpolitisch stützen?

4. Sieht Herr Gysi Kriege & Waffenexporte als friedenssichernde Maßnahmen & wie bewertet er die letzten Äußerungen seitens der jetzigen Regierung, die seit dem ´Friedensnobelpreis´ einen Freifahrtsschein für solche Äußerungen erhalten zu haben glaubt?

5. Kann Herr Gysi sich ein Bündnis mit Rot/Grün vorstellen?

Georg von Grote 24.10.2012 | 22:46

Es geht nicht darum, was am Programm der Linken vielleicht falsch ist, oder auch nicht, sondern es geht darum, was eventuelle Koalitionspartner akzeptieren und mittragen wollen und was nicht. Wenn die Linke weiterhin als relativ unwichtige Oppositionspartei im Bundestag sitzen will, dann muss sie darüber auch nicht nachdenlen. Will sie aber mitregieren, muss sie Abstriche machen.

Darum geht es.

Joachim Petrick 24.10.2012 | 22:48

Jakob Augstein Jakob Augstein 24.10.2012 21:09

Vorschlag an Jaokob Augstein für die Regie des Freitag Salon
Wie wäre es, wenn wir ähnlich, wie es in der Frank Plasberg Sendung "hart aber fair" geschieht, indem Jakob Augstein als Gastgeber an einem bestimmten Punkt des Gesprächsverlaufs mit einem oder mehreren Gästen, den er selber bestimmt, durch eine Assistenz die Fragen der Freitag Community zur aktuellen Veranstaltung aus diesem Blog verlesen werden.

janto ban 24.10.2012 | 23:01

Das mag ja sein. Aber dann hast du dich einmal um dich selbst gedreht. Du fragtest:

| Wie will man eigentlich über eine "linke Zukunft" diskutieren, wenn man sich selbst ständig davor drückt, den Begriff "links" überhaupt einmal erst zu definieren? | (18:20)

Koalitionsgespräche zwischen SPD, LINKEN und GRÜNEN, also Verhandlungen über eine parlamentarische Machtoption, würde ich als Diskussion über eine linke Zukunft werten. Gemäß deiner Aussage geht das gar nicht, ohne vorher eine Definition für "links" erarbeitet zu haben. Eine von solchen Diskussionen unabhängige Definition von "links", wie ich dich verstanden hatte.

Georg von Grote 24.10.2012 | 23:13

Was ist denn links?  Darum ging der erste Kommentar. Um die ganz allgemeine Frage. Links ist ein derart schwammiger Begriff. Letztlich kann den jeder für sich beanspruchen. Ein Steinbrück würde nicht mal rot dabei werden, wenn er behauptet er sei ein Linker.

Deshalb würde ich nicht über eine "linke" Zukunft, sondern über eine bessere, oder sozialere Zukunft diskutieren.

goedzak 24.10.2012 | 23:15

...es sind solche Kommentare, die das Leben im Netz so deprimierend machen. (...) Ihr Kommentar wäre einer, den ich löschen würde, wenn ich diese technische Möglichkeit jetzt hätte.

Verständlich. Kann man Ihnen nicht verdenken. Und wer wie Sie ständig nicht nur sachlicher Kritik, sondern jeder Menge Bashing, Hohn, Verachtung und sonstigen Dümmlichkeiten ausgesetzt ist, kann schon mal Lust und Laune verlieren.

Es gibt aber auch die andere Art von Kommentaren, Meinungsäußerungen, Kritik, Vorschläge, Mittun usw., ganz zu schweigen von Blogs und sonstigem Content, der geliefert wird. Und da ist mein Eindruck, dass das Positive, Konstruktive weniger wahrnehmbar geschätzt und befördert als das Kontraproduktive, Trollige, Egomane lautstark oder durch Unlustäußerungen von redaktioneller und Herausgeberseite beklagt wird. Da ist dann eben "das Leben im Netz" pauschal "so deprimierend", 'die' Community nervend in ihrer Selbstbespiegelung usw.

Also Zaun drum und die Stabheuschrecken im Terrarium sich selbst überlassen?!? Ich hoffe sehr, dass der Eindruck täuscht!

mymind 24.10.2012 | 23:49

@ GvG

alles o.k?

Ohne einen Gewissen Prozentsatz an Stimmen bleibt es ziemlich egal ob Gysi wirklich mitregieren will. Verändern wollen, möchte er bestimmt, allerdings neigt er auch dazu, wenn es schwierig wird, alles hinzuwerfen. Insofern ist die Einschätzung der Rolle des Mahners in der Wüste nicht ganz falsch.

Aber die Linke ist & muss doch mehr als Gysi sein. Es fehlt allein an charismatischen & rhetorisch fähigen Doubles. & es fehlt im Endeffekt an Anziehungskraft jenseits wirtschaftlich Benachteiligten- & Altlinken-Wähler. Die Jüngeren wählen haufenweise & tw. ohne Sinn & Verstand die Piraten. Andere Jüngere, mit beidem ausgestattet, haben das Gefühl zwischen Pest & Cholera zu wählen & entscheiden sich letztendlich oft für die Grünen, die Linke ist einfach zu unsexy für die. Oft ist zu hören, dass ein greifendes, mittragendes Thema fehlt, Ideologie war gestern...

 

 

Georg von Grote 25.10.2012 | 00:01

Siehste. Das ist ja das Problem. Heutzutage kann jemand, vor allem der Wähler mit links nichts mehr anfangen. Bei dem Begriff läuft kein Film mehr bei ihm ab. Vor allem im Westen. Deshalb findet die Linke im Westen auch fast nicht mehr statt. Im Osten ist das noch etwas anders. Das mag auch noch an der differenten Sozialisation liegen.

Bei links denken die meisten höchstens noch an alte Klassenkampfparolen und das damit kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist hat ja Wagenknecht begriffen und argumentiert längst anders.

Und dann hat mymind gar nicht Unrecht. Bei den jüngeren ist die Linke absolut uncool und vor allem im Westen hat die Linke nur noch ganz begrenzt Kontakt zum Wähler. Zumindest im Westen hat die Linke das Problem, dass sie nicht ernst genommen wird.

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Ehemaliger Nutzer 25.10.2012 | 00:06

Lieber Herr Augstein …

Fragen Sie, bitte, Herrn Gysi, der ja nun daselbst sich als Rechtsanwalt versteht, aus welchem Grunde seine Partei, die Linke, nicht schon vor Jahren eine Rechtsorganisation gegründet hat, um gegen die verächtliche, erniedrigende und – ich habe einen Blog dazu geschrieben – quasi mordende Behandlung der Verlorenen dieser Gesellschaft dergestalt anzugehen, in dem gegen die Adlaten dieses menschenverachtenden Systems mit aller rechtlich gebotenen Brutalität vorgehen? Ich habe es getan, ohne RA zu sein und … es hat funktioniert!

Herr Augstein, ist das kein Vorschlag?

Was sehen Sie denn in den Platzhirschen, die sich vor jede Partei positionieren und dann von Journalisten in den Vordergrund gespült werden? Wie viel Sch.... muss denn hier noch passieren? Minderbegabte Opportunisten sitzen in den Stühlen und schleimen sich sukzessive nach oben und werden, wenn sie angekommen sind, von Menschen hofiert, die vom Licht dieser charakterlichen Quantensenken dann einen Strahl abbekommen ... oder?

Welchen Frust meinen Sie? Ich kümmere mich eigentlich nur ums Klima, das ist schon faszinierend genug, es hat nichts mit Frust zu tun, sondern mit > 30 jähriger Beobachtung, einem Studium der Thermodynamik und Chemie und verweist auf Tatbestände, die ab und an von Ihrem Übersetzer aus dem Guardien übernommen werden ... aber nichts anderes oder im Grunde viel weniger aussagen.

Was sich hier in der Community abspielt(e), habe ich mit durchaus fasziniertem Interesse verfolgt, ohne mich groß oder überhaupt dazu zu äußern. Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass Sie hier das Sagen haben und Ihr Einwand, dass Sie meinen Kommentar am liebsten löschen würden ... Ach Herr Augstein, dann tun Sie es doch, Sie haben doch die Macht dazu, oder etwa nicht? Sie resp. Ihre Redaktion haben doch auch andere im Orkus verschwinden lassen.

Nein, Herr Augstein, Sie tummeln sich in einer Entfernung von den Menschen, die von

Irgendwie links

etwas erwarten, in Lichtjahren Entfernung und wenn Sie darauf einmal hingewiesen werden, unterstellen Sie Frust …

Als Sartre den Literaturnobelpreis ablehnte mit der Begründung, wer ihn als Philosoph und Literat annehme, sei schon gestorben, sagte er auch den bemerkenswerten Satz:

Ich kenne keine armen Kommunisten

ahnen Sie, was er gemeint haben könnte?

Gruß vom Kuni

Costa Esmeralda 25.10.2012 | 00:23

Herr Augstein, zuerst einmal würde ich fragen, wie Gysi denn Links definiert. Die Aufklärung sah in Links und Rechts einmal die Verteidigung von Rechten der Unterprivilegierten  (links) gegenüber den Privilegien der herrschenden Klasse (rechts). Historisch wird der Begriff Links und auch die heutige Linke "bestraft" durch den später entwickelten realen Sozialismus, der nicht das Ideal der Freiheit und Bürgerrechte verwirklicht hat, sondern Diktatur (einer selbsternannten Avantgarde) im übelsten Sinne. Und die Linke kann sich von dieser Konnotation nicht lösen, die in den Köpfen der Menschen unauslöschlich herumspukt. Folglich würde ich Gysi fragen, wie denn die Linke diese Assoziation mit dem realen Sozialismus überwinden will, und ob sie tatsächlich ein Freiheitsideal von "Links" wie in der Aufklärung (d.h. politische und ökonomische Freiheit des aktiv teilhabenden Bürgers gegenüber besitzerhaltenden Seilschaften) verficht? Nächste Frage: Warum kämpft die Linke nicht im Gegensatz zu den anderen Parteien im Bundestag gegen die Selbstzuteilung von staatlichen Pfründen in Form der parteinahen Stiftungen (Rosa Luxemburg), die Parteienmonopol auf Kosten der 98,5% Nicht-Parteien-Mitglieder darstellt. Dieses Monopol der Bundestagsparteien sollte eigentlich als verfassungswidrig erklärt werden. (Die Linke kassiert dieses Jahr 50 Millionen Euro für die Rosa Luxemburg Stiftung aus Steuergeldern ab und unterscheidet sich nicht im mindesten von den übrigen politischen Seilschaften. Damit partizipiert sie ebenso an der deutschen Art staatlicher Korruption). Eine letzte Frage: Kann die Linke heutzutage eine tatsächliche Politik der Reform des politischen wie wirtschaftlichen Systems in der Bundesrepublik in dem Sinne verfechten, wie etwa das "Sustainable Human Development"-Paradigma, das zwar kapitalistische und auch sozialistische Elemente enthält, aber ein freiheitliches System verfolgt, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht und nicht das Eigeninteresse der politischen und wirtschaftlichen Seilschaften? Ist unser Vaterland eine Parteien-Diktatur und eine Seilschaften-Republik mit Ausschluss der 98,5% Nicht-Parteien-Mitglieder? Oder haben wir die Kraft zu einer Reform an Haupt und Gliedern und hin zu einer Bürger-Republik?

Diese Fragen sollten erst einmal genügen. Herr Augstein. Ich halte Ihnen vom Ozeanstrand in Panamá aus die Daumen für ein vergnügliches, vielleicht auch ertragreiches Gespräch. Es sollte ja auch ein wenig, wenigstens, an Erkenntnis und nicht nur an Vergnügen bringen. Leider wird wohl die Deutsche Welle dieses Gespräch nicht übernehmen und in alle Welt ausstrahlen. Eigentlich schade. Aber die Presse wird darüber berichten. Und Internet ist überall.

janto ban 25.10.2012 | 00:27

Dass beim Begriff "links" in vielen Köpfen ein falscher Film abläuft, glaube ich gerne. Unsere lieben Mainstream-Medien haben sich aber auch alle Mühe gegeben, die Begriffe "links", "Kommunismus", "DDR", "Mauer", "Unfreiheit", "ökonomischer Misserfolg" und sogar "Sozialismus" für den Universal-Standard-Bürger zu einem diffusen Klumpen zu konditionieren. Ein solch emotional beladenes Gebräu lässt sich schlecht kommunizieren.

Tragisch und paradox ist es, dass der Zeitgeist auf Klassenkampf steht. Zunehmend auch bei Leuten, die sich vom Begriff "links" abschrecken lassen, weil die o.g. Begriffe unterbewusst mitschwingen. Ist es also nur ein Kommunikationsproblem?

P.S.: "Zeitgeist" kann ich auch nicht definieren. Da verlasse ich mich auf das, was Jakob Augstein im Blogtext schreibt.

Anchesa 25.10.2012 | 00:32

Meine Fragen an Herrn Gysi sind :

Haben die Streitereien im Juni 2012 im Zuge der Wahl der Vorsitzenden der Partei geschadet ?

Wie sehen Sie die Chancen für ein stabiles Europa/starken Euro, was ist zu tun dafür ?

Wie erklärt die LINKE es, das am 28. Juni mit nur 30 Abgeordneten über das Meldegesetz abgestimmt wurde ? Wo waren die LINKEN an diesem Tag ? Warum wurde nicht gegen das Gesetz gestimmt ? Gibt es wirklich ein Abkommen zwischen den Parteien, nach dem eine Unterbesetzung des Parlamentes stillschweigend hingenommen und trotzdem abgestimmt wird ?

(siehe http://www.informelles.de/2012/07/08/das-57-sekunden-meldegesetz/)

Da ich leider nicht kommen kann, hoffe ich mal auf einen langen Bericht und ein ausführliches Interview hier dazu !

Vielen Dank.

janto ban 25.10.2012 | 00:33

| Historisch wird der Begriff Links und auch die heutige Linke "bestraft" durch den später entwickelten realen Sozialismus, der nicht das Ideal der Freiheit und Bürgerrechte verwirklicht hat, sondern Diktatur (einer selbsternannten Avantgarde) im übelsten Sinne. Und die Linke kann sich von dieser Konnotation nicht lösen, die in den Köpfen der Menschen unauslöschlich herumspukt. Folglich würde ich Gysi fragen, wie denn die Linke diese Assoziation mit dem realen Sozialismus überwinden will, und ob sie tatsächlich ein Freiheitsideal von "Links" wie in der Aufklärung (d.h. politische und ökonomische Freiheit des aktiv teilhabenden Bürgers gegenüber besitzerhaltenden Seilschaften) verficht? |

Deine Worte sind besser. Dieser Frage schließe ich mich an.

Georg von Grote 25.10.2012 | 00:35

Es ist ja auch nicht das Problem, ob Gysi die Fragen nun kennen würde oder nicht. So außergewöhnlich sind die alle nicht und die meisten werden ihm auch schon einmal gestellt worden sein.

Die Frage ist eher, wie konfrontativ man solch ein "Gespräch" führen möchte und da hat Jakob Augstein, ich lehne mich mal jetzt aus dem fenster, wohl einen anderen Ansatz. Einen eher ruhigen und gesprächsorientierten. Das ist nicht seine Art, denke ich mal, die harte Konfrontation zu suchen und den Gesprächspartner festzunageln. 

Das ist jetzt nicht negativ gemeint. Die Gefahr besteht allerdings gerade bei versierten und eloquenten Partnern wie Gysi, dass sich der leichter auf Allgemeinplätze zurückziehen kann.

Das wird mit Sicherheit ein sehr nettes und atmosphärisch angenehmes Gespräch werden. Ob es wirklich informativ sein wird, erfahren die, die nicht dabei waren, dann höchstens ein, zwei Tage später durch die eilfertigen Hofberichterstatter sofern die sich noch an den Inhalt erinnern können, was ja leider das letzte Mal nicht der Fall war.

Georg von Grote 25.10.2012 | 00:53

Der erste Teil der Frage von costa E ist ja gut und richtig. Der zweite ist meineserachtens nicht mehr aktuell. Diese "Ideale" sind nicht mehr verwirklichbar in dieser Form.

Als sie entwickelt und postuliert worden sind, sah die Welt, die politische, wie die ökonomische noch völlig anders aus. Der Zustand ist auch nicht wiederherstellbar und den will auch niemand mehr haben. Und den "politisch aktiven" Bürger, den gibt es heutzutage nun einmal nicht in dieser Masse, dass er einen Gegenpol zu den etablierten Parteien darstellen könnte.

mymind 25.10.2012 | 01:37

@ GvG & allgemein

Im gespräch mit GG würde ich keine konfrontative Haltung einnehmen. Eher eine interessierte, nachfragende auch fordernde & nicht locker lassende Gesprächsführung. Danach auf jeden Fall Publikumsbeteiligung!

Was nutzt Konfrontation, zumal mit den Wenigen, mit denen ein Konsens wünschenswert wäre? Provokationen mögen anregend sein, aber nicht für jede Anregung bedarf es eine Provokation. Nachdenken geht auch über Reflektion, Erleben & im Austausch, vorausgesetzt der ist ehrlich gemeint. Hoffnungsloser Optimismus, wer weiß?

Zu Costa Esmeralde & GvG

Der zweite ist meineserachtens nicht mehr aktuell. Diese "Ideale" sind nicht mehr verwirklichbar in dieser Form.

Als sie entwickelt und postuliert worden sind, sah die Welt, die politische, wie die ökonomische noch völlig anders aus. Der Zustand ist auch nicht wiederherstellbar und den will auch niemand mehr haben. Und den "politisch aktiven" Bürger, den gibt es heutzutage nun einmal nicht in dieser Masse, dass er einen Gegenpol zu den etablierten Parteien darstellen könnte.

Was ich über manche Länder erfahre, allerdings ohne sie bereist zu haben, entspricht nicht unbedingt der Deaktivierung des politischen Bürgers. In Südamerika z.B. gibt es, glaube ich & hörensagen, allein durch die Geschichte, sehr viel mehr kritisches Bewußtsein, allein was geostrategische Politik beinhaltet & weniger Berührungsängste mit moderneren sozialistischen Konzepten. Ich schau mir das mal an, demnächst & dann weiss ich auch ggf. etwas mehr.

Herr Costa, was können Sie näheres berichten?

 

 

Georg von Grote 25.10.2012 | 01:57

Konfrontation war vielleicht auch der falsche Ausdruck und Provokation war damit nicht gemeint. Eher eine bestimmende Hartnäckigkeit an einer Frage dran zu bleiben, so dass der andere sich nicht auf die üblichen Allgemeinplätze zurückziehen kann. Aber wie gesagt, da hat jeder andere Methoden und es ist seine Entscheidung.

Was das andere angeht, so ist das schon richtig dass in anderen Teilen der Erde da noch eine ganz andere Einstellung herrscht und vielleicht  bestärkt und beeinflußt das Costa E auch in seinen Vorschlägen.

Aber in Mitteleuropa und vor allem in Deutschland ist die Situation nun einmal ganz anders und da sehe ich wenig Chancen für die Verwirklichung seiner Ideen, vor allem auch der eines Bürgerparlaments, wie es ihm vorschwebt.

Aber zum ersten Teil seiner Frage würde mich schon die Antwort Gysis interessieren.

Georg von Grote 25.10.2012 | 02:32

So wie ich ihn verstanden habe, ging es ihm um beides. Einmal eine Bürgerrepublik und die Wahl von parteiunabhängigen Bürgern ins Parlament. Wobei er noch nicht erklärt hat, wie das dann praktisch funktionieren soll. Ich denke da nur mal an die Mehrheitsbeschaffung für wichtige Entscheidungen.

Wir haben da ein Problem bei uns. Nehmen wir nur das Beispiel Stuttgart. Die Mehrheit hat sich für den Bahnhof entschieden, die Gegner wollen das nicht gelten lassen und bezichtigen die Mehrheit, dass sie sich hat von mappus und Co manipulieren lassen. Selbst wenn es so ist, muss ich es, so weh es auch tut dann akzeptieren, ansonsten machen solche Volksentscheide wenig Sinn. Entweder ich akzeptiere ein solches Demokratiemodell oder es ist nur reine Makulatur. Dann kann ich es auch lassen.

mymind 25.10.2012 | 03:26

Was S 21 angeht, habe ich in einem Kommentar in einem der vielen SERIOUSGUY-Blogs zu dem Thema ähnliches geäußert. Mehr als offenes Genehmigungsverfahren für ein öffentliches Projekt, inkl. Bürgerbeteiligung & danach exklusiv für BW & S dann auch noch einen Volksentscheid, davon träumen viele andere Bundesländer....

Bürger im Parlament, nun bedenkenswert, aber welche Bürger? Gibt es sowas irgendwo?  wenn ja, wie funktioniert das? Werden die bezahlt & wenn ja von wem?

 

 

Nil 25.10.2012 | 06:06

Lieber Herr Augstein,

mich würde interessieren, was für Erkenntnisse Herr Gysi aus der integralen Bewegung um Jean Gebser, Ken Wilber für die LinksPartei gewonnen haben könnte und wie er gedenkt, diese Erkenntnisse konkret bei der Gestaltung der uns umgebenden Wirklichkeit für seine Partei zu nutzen und politisch umzusetzen ? 

LG, Nil

Costa Esmeralda 25.10.2012 | 06:55

Liebe Kommentatoren, die auf meinen Einwand eingegangen sind: Erst einmal Dank. Leider kann ich erst jetzt antworten: Nehmen wir einmal an, dass Links mit mehr Freiheit zu tun hat. Nicht nur im privaten sondern auch im öffentlichen Bereich, d. h. politische Freiheit der überwiegenden Mehrheit der Nicht-Parteien-Mitglieder und der Ausgeschlossenen von politischen Entscheidungen bzgl. ihrer Lebensumstände.  Links würde in diesem Sinne bedeuten, für eine gleichberechtigte Teilnahme an diesen Entscheidungen zu streiten, so wie sie aktuell ausschliesslich von den Privilegierten, in unserem Falle den politischen und wirtschaftlichen Seilschaftenmitgliedern getroffen werden. Die wirtschaftlichen Eliten sind ja auch mehrheitlich Mitglieder der Bundestagsparteien. Wirtschaftliche und politische Eliten (Seilschaften) würde ich als nationale Oligarchie definieren. Also, wie können wir als "Linke" bzw. "Libertäre" (letzteren Begriff ziehe ich vor) für eine mehr horizontale Gesellschaftsordnung mit politischer Gleichberechtigung und Freiheit heute praktisch einstehen (analog zur Zielsetzung der Frauenbewegung)? Zuerst: Lieber GvG, ich weiss sehr wohl, dass wir heute nicht im 18. und 19. Jahrhundert leben und die gesellschaftlichen Widersprüche andere sind und auch eine Reform unseres gesellschaftlichen Systems auf andere Weise vonstatten gehen muss. Aber diese Reform müssen wir erst einmal ernstlich wollen, d.h. es muss ein Weg über den Sozialismus und Kapitalismus hinaus von uns gefunden werden. Ein Akzeptieren des Status quo hiesse Aufgabe von "Linkssein", Aufgabe von gesellschaftlichem Fortschritt. Nun gut. Wie kommen wir praktisch weiter? Erst einmal ist da die Frage: Natürlich durch Aufklärung und Bewusstwerdungsprozesse und vertreten durch Parteien oder Bewegungen? Entscheiden wir uns für Bewegungen, da die Geschichte zeigt, dass alle Parteien früher oder später zu eigensüchtigen, hierarchisch strukturierten Seilschaften verkommen, dann stellen wir schon von Anfang an die gleichberechtigte Teilnahme aller sicher und kontrollieren die "leader". Weiter: Da heute niemand die Idee des grossen Wurfes ernsthaft vertreten kann, geht es um "trial and error"-Vorgehen, d. h. praktische Erfahrung durch Experimente machen, die durchaus später korrigiert und verbessert werden. Dazu vier Beispiele:

1. Unabhängige im Bundestag: Diese könnten von einer ausserparlamentarischen Bewegung für eine Bürger-Republik getragen, die Gesetzesvorschläge erarbeitet, die mehrheitlich von der Bewegung herausgefiltert werden (mithilfe von Internet). Ich würde primär Vorschläge über Behandlung von Euro-Krise und soziale Fragen (Mindestlohn, Mindestrente, kostenlose Ausbildung, Recht auf Arbeit, usw. usf.) durch die Bewegung diskutiert und versabschiedet sehen. Was wäre das schon für ein gesellschaftlicher Fortschritt, wenn diese Fragen nicht nur im Parlament, sondern von der grösstmöglichen Bürgerzahl diskutiert würde und den Unabhängigen zur Eingabe im Bundestag überreicht würde. Auch die Presse würde diese Vorschläge mit grösserer Begleitung behandeln als Bundestagssitzungen, weil sie sozusagen Volksouveränität widerspiegeln. Und der Bundestag und seine Parteien kämen in Konflikte, sollten sie sich offen gegen Vorschläge der Bewegung stellen. Die Unabhängigen würden auch selbstverständlich in ihrem Handeln von der Bewegung kontrolliert und eventuell zum Rücktritt aufgefordert werden.

2. Stuttgart 21 und Volksentscheide: Dieses Beispiel hat zu einer öffentlichen Debatte geführt wie nie zuvor. Egal, wie der Entscheid ausgegangen ist. Die Realisierung des Projektes wird jetzt von jedem Bürger aufmerksam verfolgt, und er kann sehen, ob er tatsächlich richtig oder falsch entschieden hat und ob er bei einem zukünftigen Entscheid vielleicht auf viel mehr Information durch Experten pocht.    

3. Recht auf Arbeit: Wir sind auf zwei Hauptarbeitgeber angewiesen, die Öffentliche Hand und den Privaten Sektor. Beide, da seilschaften-bestimmt und -orientiert, können nicht von der Gesellschaft zur Durchführung des allgemeinen Menschenrechtes auf Arbeit gezwungen werden. Bei der Öffentlichen Hand z. B. haben wir etwa 20.000 höchstbezahlte Beamten- und Angestellten-Stellen, die bis auf ganz wenige Ausnahmen von Seilschaften-Mitgliedern besetzt werden. Darunter sind schätzungsweise auch etwa 1000 Angehörige der Linken. Diese 20.000 sind Entscheidungsträger in öffentlichen Behörden im In- und Ausland (EU, UN, Weltbank u.v.a.m.). Unsere Forderung muss lauten: Mindestens 90% dieser Stellen an die bestqualifizierten Nicht-Parteien-Mitglieder. Zum Beispiel wäre die Eurokrise nicht in dieser Form gekommen, wenn Unabhängige in Bundesregierung und EU seit Einführung des Euro auf die aktuellen Probleme der strukturellen Probleme der Länder hingewiesen und Lösungsansätze für unsere Regierung ausgearbeitet hätten (seit Schröder/Fischer). Wären darüber hinaus Unabhängige mit breiter Bürger-Unterstützung im Parlament vertreten gewesen, hätte man ebenso auf eine konzertierte Planung im europäischen Kontext drängen können. Nicht nur mir, auch vielen Freunden war klar, dass eine Währungsunion nur dann Bestand hat, wenn Ungleichheiten durch richtige Entwicklungspolitik nivelliert werden. Die Korruption aller nationalen Seilschaften hat uns die Krise eingebrockt, die jetzt der Bürger, der nicht beteiligt war, auszulöffeln hat. Die Linke gab es schon damals. Warum hat sie nicht mobilisiert? Sie hat doch durch den Prozess der Wiedervereinigung gesehen und mitgewirkt, wie Ungleichheiten in nationalem Rahmen sukzessive ausgeglichen werden. Im privaten Sektor haben wir die Nichtbeteiligung der Produzenten und Konsumenten an wichtigen Unternehmensentscheidungen, selbst bei Unternehmen mit mehr als Zehntausenden von Mitarbeitern und Millionen von Konsumenten. In der 68er Revolte haben wir für das Mitbestimmungsgesetz gekämpft, das leider unselige Gewerkschaftsseilschaften hervorgebracht hat, die immer dann den Mund aufmachen, wenn es schon 5 nach Zwölf ist. Wir brauchen ein Gesetz, dass unabhängig gewählte Produzenten- und Konsumentenvertreter in die Aufsichtsräte schickt, die über die gesellschaftlich erarbeitete Produktion, ihre Bedingungen und die Verwendung der Erträge mitbestimmen und öffentliche Diskussionen anzetteln. 

4. Wir sollten mit der Bürger-Republik auf Gemeindeebene beginnen und uns vor allem der Beschäftigungssituation widmen. Runde Tische der Bürger könnten gemeinwirtschaftliche Projekte, in Form von Kooperativen, erarbeiten und mit öffentlichen Geldern initiieren, bis die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit mit privaten Betrieben erreicht ist. Es gibt in jeder Gemeinde zahlreiche Ansätze, lokale Ressourcen mit komparativen Vorteilen auszunutzen. Nicht nur Arbeitslose und HartzIVler sind aufgerufen, sondern auch die kreativsten Geister in der Gemeinde und Umgebung. Die Reform des kapitalistischen Systems geht über die aktive Teilhabe von Bürgern. Das beginnt im Kleinen mit ersten Erfahrungen und muss sich schneeballartig fortsetzen. Der Technische Fortschritt muss durch den gesellschaftlichen komplementiert werden. 

So, das muss fürs Erste reichen. Selbst in Panamá ist es jetzt schon spät und ich habe Mühe, mich zu konzentrieren. Für Euch alle einen schönen Tag und für Herrn Augstein einen erfolgreichen Freitag-Salon!

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Ehemaliger Nutzer 25.10.2012 | 08:04

Es reicht im Grunde ein Radius, innerhalb dessen Einflusssphäre ein Mensch sich bewegt, wenn er, wie Sartre, dahin gespült wird, wo eben dieser sich befindet: Überdurchschnittlichkeit. Dies, und nur dies beeinflusst den Radius der Bewegungfreiheit, bringt damit auch den entsprechenden Handlungsspielraum.

Von dieser Überdurchschnittlichkeit sind etliche (ich möchte es nicht anders ausdrücken) eben Lichtjahre entfernt. Sartre den Selbstbezug des Ich-Bewusstseins in seinem Das Sein und das Nichts folgendermaßen zum ausdruck gebracht:

Das Bewusstsein ist ein Seiendes, dem es in seinem Sein um dieses selbst geht, insofern dies Sein ein Sein in sich einbezieht, das ein Anderes als es als es Selbst ist.

Was z.B. wäre der Journalist, wenn ihm keine Bühne geboten würde, dieses Sein anderen Seienden offenkundig werden zu lassen ... und solche Bühnen baut mancher sich eben selbst ... und wiederum Anderen, denn wie sonst würden wir hier schreiben?

Gruß

mcmac 25.10.2012 | 10:11

[off topic; Information am Rande - da hier wieder einmal mehr das Gespinst/ die Legende/ die Mär vom „Volksentscheid zu Stuttgart 21“ die Runde macht. Zunächst: Es gab nie einen „Volksentscheid“. Es fand ein Regierungsreferendum statt. Dieses wurde so gestaltet und durchgeführt, dass man es als (fast) perfektes postdemokratisches Gesellenstück bezeichnen könnte (vgl. Colin Crouch). Nähere Informationen, Details und Belege dazu findet man u.a. hier und hier und hier. Vielen Dank für die freundliche Kenntnisnahme.]

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Ehemaliger Nutzer 25.10.2012 | 10:16

Liegt links die Zukunft - will der Zeitungsbesitzer den Politiker G.fragen.

Es wird schwierig werden -denn es gibt keine allgemeingültige Definition für "links" ! Der Zeitungsbesitzer kann also den Politiker G. fragen und könnte also auch jeden anderen fragen und die Antworten wären unbedeutend mangels jener einheitlich für alle geltenden Definition.Alle Antworten und auch alle Fragen laufen darauf hinaus, Antworten zu erhalten, die so informativ und erhellend sind wie die berühmte Misthaufenfrage: ..wenn der Hahn kräht auf dem Mist,  ändert sich`s Wetter oder es bleibt so wie es ist....

Selbst wenn es eine Definition gäbe und also bei beidseitiger Ehrlichkeit eine Antwort möglich wäre  - so könnte der Politiker dennoch nicht glaubwürdig antworten und gute Fragen wären ebenfalls nicht glaubwürdig sondern müßten das Folgende einkalkulieren:

Der Politiker ist gefangen in taktischen, wahlarithmetischen, innerparteilich-intriganten, medial-öffentlichkeitswirksamen Zwängen,die dieser Politiker -und jeder andere gleich welcher Couleur- in allen Antworten beachten müßte.

Zudem bliebe bei allem offen, wes Geistes Kind der Politiker ist;auch hier fehlt beim Politiker die genaue Definition darüber, wie der denn tickt. (Da wäre ein Interview zu der Frage mit dem toten Honecker -oder wahlweise bei anderer Fragestellung mit bekennenden anderen zeitgeschichtl. Figuren wie Päpsten, hohen Nazis, ausgewiesenen Demokraten usw. einfacher ,die allesamt bewiesen durch ihr Leben und Sterben,dass sie selbst zumindest jene Fragen nach einer bestimmten Sache  aus ihrer jeweiligen Sicht definitiv ,weil selbst definiert, beantworten könnten. )

Nein,Herr Augstein- bei allem kritischem Respekt vor einem gebildetem und zumindest bemühtem jungem Manne aus gutem Hause:

Mehr als ein der Realität echter Menschen per se (nicht aus böser Absicht,konzediert!) spottenden abgehobenen Debatte in einem Elfenbeinturm wird das gespräch nicht .

Zudem gibt man dem Politiker die Chance , jede Art Demagogie bewusst oder eben aus der (ja mehrfach nicht definierten) Sache heraus unabsichtlich zu betreiben -und damit gläubige,an Ernsthaftigkeit der Handelnden glaubende Hörer und spätere Leser in den politischen und ideologischen April zu schicken.

Politiker? Nicht diskutieren-die müssen (wie in USA , das zumindest machen die Amis richtig) gnadenlos und erbarmungslos befragt und festgenagelt werden auf definierbare Punkte,denn immerhin bewerben die sich um die Führung und Machtausübung über Menschen und längerfristige (über ihre Zeit hinaus wirkende) Weichenstellungen für das leben der Menschen. Demokratie ist das beste und zugleich gefährlichste aller Modelle.

Oder kürzer. Was kümmert einen Politiker dessen  Geschwätz von gestern! (nach: K.Adenauer;der alte Mann hatte recht)

DAS muß man wissen, wenn man mit Politikern redet. So ähnlich , wie wenn man mit dem Teufel essen will-da braucht man auch einen verdammt langen Löffel!

fahrwax 25.10.2012 | 10:20

@ Costa Esmeralda 25.10.2012 06:55

Danke für die umfassernde Analyse der derzeitigen Situation und den Versuch darzustellen was heute Libertär serin könnte. "Links" ist in der Tat ein durch die Bordelle der Macht entwerteter Begriff.                         Die als "nationale Oligarchien" bezeichneten Kreise definieren Fortschritt zwangsläufig auf der Grundlage von Eigeninteresse und schieben den Karren zügig Richtung Hölle.

Das sich diese Situation nicht durch das Auswechseln von Personen oder Gruppierungen ändern lässt, scheint hier weitgehend unbemerkt geblieben zu sein. Weder Gysi noch Wagenknecht, keine Bonzokratie dieser Welt wird die Eigendynamik von Raub, Mord und Unterdrückung beenden.

Die Reformierbarkeit des kapitalistischen System auf Gemeindeebene wird ein schöner Traum bleiben, so lange die Gemeinde an die Kompetenzen der Oligarchen glaubt.

Weder Bahnhöfe, noch Flugplätze oder Salzstöcke, auch keine Energiewenden erschüttern den Glauben an die zaubernden Lehrlinge. Erst der wirtschaftliche Zusammenbruch wird Platz schaffen für kreative Geisteshaltungen.

goedzak 25.10.2012 | 12:13

'Links' ist 'bäh', das war schon immer so, auch wenn's manchmal 'cool' war. Den kiddies lässt man heutzutage eben ihren Spaß. Aber irgendwann müssen sie natürlich erwachsen werden. Wie gesagt, das war schon immer so. - Was vielleicht anders ist, ist, dass es heute mehr Distinktionslinke, Gefühlslinke, Mitleidslinke, Schafspelz- oder Esolinke, Spätpubertätslinke, Hipsterlinke, Technologielinke ect.pp. denn je gibt. Und viel, viel zu wenig gibts von den Interessenlinken und denjenigen, die Linke sind, weil sie alle Illusionen über ihre 'Wir-sind-keine-Proleten-sondern-Kreative'-Lage abgestreift haben. Ein paar mehr Wissenslinke wären auch nicht zu verachten.

Und wenn ich mir solche threads unter dem Dach eines 'irgendwie linken' Zusammenhangs so angucke, dann scheint mir, es gibt auch immer mehr Zeitgenossen, die krampfhaft versuchen, sich zwischen Scylla (links ist bäh) und Charybdis (rechts ist aber auch bäh) hindurch zu manövrieren versuchen. Was ist den bloß 'links' (gibt ja keine 170jährige Textgeschichte zu dem Thema, wa?)?! Lieber 'libertär' sein, so wie die coolen Freibeuter der sieben Meere und des www?!

Ach, herrje, wie wärs mal mit schonungsloser Offenheit sich selbst und allen gegenüber? Nehmt Euch doch an Herrn Kuntz und Gerdchen Nonsens ein Beispiel, die machen sich und uns nix vor, jedenfalls nichts was das ominöse 'Links'-Sein betrifft. Da weiß man, woran man ist, und ölt mal wieder den Genossen Mauser (Achtung! Metapher!).

Der Gysi kann einem leid tun (JA auch ein wenig). Da wird die eine Saalhälfte voll mit welchen sein, die sich die wunde Seele streicheln lassen wollen, die andere mit denen, die ihm eine Art Bringeschuld aufbürden zu dürfen glauben.

Ich wäre auch gern hingefahren. Wenn Gysi und Augstein einen guten Tag haben, gibts ein amüsantes Gespräch zwischen zwei eloquenten, geistreichen Herren, mir beide, um keine Zweifel aufkommen zu lassen, jeder auf seine Art sympathisch. Das macht Spaß!

Ich hoffe, Magda sitzt auf einem Extra-Stuhl und berichtet in ihrer klugen, geistreichen und sympathischen Art dann hier darüber.

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Ehemaliger Nutzer 25.10.2012 | 13:45

Sehr geehrter Herr Augstein,

Sie befragen jemanden, obwohl Sie und Herr Gysi die Antworten genausogut kennen, wie ich: 

Dennoch scharen sich die Wähler nicht um die Linkspartei – sondern laufen im Gegenteil eher vor ihr weg. Wie erklären sich das die Linken und wie wollen sie es ändern?

Die Linken sind zwar imstande es sich zu erklären, aber unfähig entsprechende Konsequenzen zu ziehen, daher können Sie es auch nicht ändern.

So pflegt sie seit Jahrzehnten ihr ganz und gar  unglaubwürdiges politisches Profil.

Ich möchte nicht zu anmaßend sein, aber Sie vertun Ihren Intellekt und Ihre Zeit - aber es ist natürlich Ihre Zeit.

Besten Gruß

Georg von Grote 25.10.2012 | 14:03

Richtet sich an alle die, die heute Abend dem Gespräch beiwohnen.

Wir haben gestern anderweitig noch darüber gesprochen, ob und welche Fragen aus dem hiesigen Publikum Jakob Augstein möglicherweise aufgegriffen hat um sie heute Abend mit einzubinden. Vielleicht könnten die, die das Gespräch mitbekommen einmal drauf achten.

Das soll keine Gesinnungsschnüffelei darstellen, sondern manche würden sich vielleicht ein feedback erhoffen, ob sie das Richtige mit ihrer Frage getroffen haben. 

Joachim Petrick 25.10.2012 | 15:17

Georg von Grote Georg von Grote 25.10.2012 01:23

"Dan wäre die CSU eine linke Partei und alle Bayern wären links :-)"

Sozialpolitisch national, regional gemessen an den Projekten der Linken vor 80 Jahren kann die CSU nacheilend sehr wohl zielgruppenorientiert partiell, nacheilend, irgendwie  links gescholten werden.
Meine Rede von Projekten der Linken gilt aber den, der Zukunft zugewandt, anzustrebenden, bisher unterlassenen Projekten auf regionaler, nationaler, globaler Ebene.
Gleichwohl könnte die Linkspartei, anders als die übrigen Parteien, wenigsten über ihre steuerlich subventioniert parteinahe Rosa Luxemburg Stiftung als Alleinstellugsmerkmal der Linken in sozialen Brennpunkten der Ballungsräume und im flachen Land kostenlose Foren, Podiumsdiskussionen, bürgernahe Arbeitskreise,  in Fragen kultureller, politischer, und rechtlicher Bildung in Fragen von Parteien- , Kampangnenfinanzierung, musischer Erziehung, Alltag, Kitas, Schule, Gesundheit, Patientenrecht, Beruf, Familie, Ausbildung, Studium, Altersversorgung, u. u.   in dichter Folge flächendeckend, gemäß des Grundgesetzes, der Tradition der Arbeiterbildungsvereine folgend, als Modul der politischen Willensbildung anbieten-

Mein Projekt-  Angebotscanon war als Einladung gedacht, eigenständig Bereiche für Projekte der Linken vorzustellen

Joachim Petrick 25.10.2012 | 18:22

"Gregor Gysi Kopf hoch!"

Dass die Auflösung des Osblocks, anders als uns die Medien und Historiker bis heute weismachen wollen, unter der Fahne

"Kein Anschluss unter dieser Kriegserklärungs- Nummer!"

für die hochgerüstet vagabundierenden Crusader auf dem Kriegspfad ein gelungenes Projekt der Internationalen Linken ist, geht leicht unter, weil selbst die Linken durchweg noch dieses Ereignis der Wendejahre 1989/91 als Niederlage kommuniziert wissen wollen

tierforscher 26.10.2012 | 10:44

Die Lösung vieler ökologischer Probleme erscheint mir ohne ein anderes Gesellschaftsmodell bzw. eine andere gesellschaftliche Zielsetzung nicht möglich. Das fängt bei der Agrar- und Wirtschaftspolitik an, geht über die Energiewende und hört bei Klimawandel auf. Bei rechtem Licht und mit entsprechendem fachlichen Verstand besehen können die Grünen hier nicht wirklich punkten, ganz im Gegensatz zu den Assoziationen, die sie mit der Farbe GRÜN bei vielen Bürgern anrufen. Die Lösungen, die sie anbieten, treiben in der Regel den Teufel mit dem Beelzebub aus (CO2 der Glühlampe gegen mehr Quecksilber und Elektronik im Müll, Erdöl gegen Palmöl, Raps und Zuckerrohr für Sprit, Weizen fürs Brot gegen Mais fürs Biogas) und bedienen gleichermaßen Banken und Privatkapital. Wie gedenkt die LINKE dieses Potential zu nutzen?

Beste Grüße aus M-V

Uwe Theel 26.10.2012 | 13:51

Lieber Herr Hurtig,

Ich stimme Ihrem Beitrag vollständig zu, möchte nur eine kleine, aber nicht unmaßgebliche Korrektur anbringen:

Herrn Augsteins Motto ist nicht "Im Zweifel Links!", sondern "irgendwie links!", was einen wesentlichen Unterschied darstellt. Da "irgendwie links" im Zweifel überhaupt nicht links ist.

Dass Herr Augstein, die von Ihnen genannten Anregungen aus vergangenen FC-Blogs nicht findet, geschweige denn aufnimmt, scheint mir ein weiterer Beleg dafür, dass er deren Auffindbarkeit auch für uns User planvoll unmöglich gemacht hat .

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Theel

Uwe Theel 26.10.2012 | 14:01

Werter von Grote, Newbie

er lese vielleicht - und es gibt auch noch anderes von anderen Autoren - :

Was ist eigentlich "links"? - Individuum – Freiheit – Gesellschaft

Url: https://www.freitag.de/autoren/uwe-theel/was-ist-eigentlich-links-individuum-2013-freiheit-2013-gesellschaft

auch wenn dieser Thread durch die Archivierung anläßlich des Relaunches in seiner logischen Abfolge nun ziemlich zerstört nur noch vorliegt.

Joachim Petrick 26.10.2012 | 15:44

Uwe Theel Uwe Theel 26.10.2012 | 13:51

Gemach! Gemach!, Herr Theel,
Gott hat das Universum in sieben langen Ewigkeiten einer Abfolge von unendlich währenden Tagen erschaffen, Jakob Augstein den Freitag in der gegenwärtigen Form und Ausgestaltung binnen läppischen 4 Monaten.

 Wer wird Jakob Augstein da, insbesondere

"aufgegart, nachgekarrt,  hochgekocht"

noch nach dem letzten Freitag Upgrate dieser Nacht zürnen?

Was den mahnenden Finger unseres gütigen Freitag

"Papa di Pampa ante Portas"

 Jakob Augstein gen unseren allseits, zwar nicht umfänglich geliebten, aber sehr wohl, hier und da artikelweise, hochgeschätzten Blogger Bruders im Geiste

Kunibert Hurtig

betrifft, kann ich nur vor willfährigen Verschwörungsideen warnen, auf dass die hegende  Güte unseres Hohen Herrn vom Freitag, samt seiner Jakobsleiter zu den guten Mächten in diesem Lande, unserer Zeit  ewiglich währe

"Die Guten ins Freitag Töpfchen, die Schlechten ins Donnerstag Kröpfchen!".

"Pacta sunt servanda!"

Amen für und mit den Lahmen!

tschiao
Ihr Blogger Bruder
JP

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Ehemaliger Nutzer 26.10.2012 | 15:50

Die Zukunft liegt direkt vor uns allen.

Sie liegt nicht rechts und gottlob auch nicht links.

Realitätsferner Neusprech im Elfenbeinturm  bessergestellter Herrschaften,-nichts anderes sind solche Diskussionen,weil nichts definiert ist. Zudem müssen  Politiker in jeder Sekunde zusätzliche taktische Erwägungen beachten-er oder sie dürfen nicht ehrlich sein,müssen Klientel zufiedenstellen und gleichzeitig um neue Wähler  buhlen,dürfen beide Gruppen  nicht vergrätzen durch missverständliche und interpretierbare Äußerungen;erst recht nicht bei derlei nicht definierten ,einem Gespräch zugrundeliegenden Begriffen und hypothetischen Auspizien.

Alles Unsinn. Festnageln auf Sachaussagen -das muß der Journalist machen ,  wie in USA. Alles andere ist noch dazu nurmehr hypothetische ,nicht begriffl. definierte bloße Ideologie (also so ein Gespräch ein belangloses Geschwätz ist) -damit macht keine Firma auch nur 1,-Euro Gewinn, nimmt der Staat keinen einzigen Cent an Steuern ein, Körperschaften keinen Euro an Beiträgen, Arbeitnehmer keinen Euro mehr an Lohn, Tranfergeldempfänger werden kein Jota rechtlich wieder zu vollwertigen Rechtsubjekten usw..

Zudem: Dr.Gysi ist selbst für abgebrühte Profis  nicht leicht zu nehmen- nageln Sie mal einen Wackelpudding an die Wand.

Nur eines ist sicher i.S. der Überschrift so wie sie angedacht ist: "Links" wird die Zukunft mit absoluter Sicherheit NICHT gestalten. Und das ist gut so! Dazu ist deren Potential an Inhalt, Praxis und Personen nicht potent genug.  

Das nächste Dezenium oder Fastdezenium, steht unter der Ägide der  grün- sozialliberal daherkommenden Originalneoliberalen und ihrer neuen ordnungspolitischen Ansätze einer subtil aufgebrezelten normierten,formierten Gesellschaft. Wenn die nächste Etappe dann in den Grundstrukturen entsprechend umgesetzt durch jene dann absolviert wurde- übernehmen die anderen und verwesen das fortentwickelte Gemeinwesen solange sie können.Usw.!

Nur "Linke" werden keine Rolle spielen -die Zukunft ist neoliberal und sozialdarwinistisch erbarmungslos,nicht "links". Und auch das ist gut so.

All quiet at the german front.

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Ehemaliger Nutzer 26.10.2012 | 17:51

Hi Jacob,

was für eine Frage. Du bist doch auch nur "im Zweifel Links", wie du es selbst ausdrückst. Du versuchst die Annehmlichkeiten des Kapitalismus mit einer "zweifelhaften" linken Einstellung zu umgeben! Wirkliche Ahnung von Hartz IV-Empfängern und "armen" Beschäftigten hast du leider nicht. Du willst halt auch nur Geld verdienen. Bloss bei Leuten, die nicht deinen bekannten Namen haben, klappt das nicht immer so einfach. Es ist fast erstaunlich, dass du die Meinungsvielfalt im Freitag zulässt. Danke dafür!

Antares56

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Ehemaliger Nutzer 26.10.2012 | 23:27

Lieber Herr Theel,

ich bedanke mich für die semantischen Richtigstellung des mir unterlaufenen Irrtums und bin immer wieder bereit, Ihre Anregungen in meinen künftigen Argumente zu berücksichtigen. Wie Sie wissen, wird mein Acker von einem anderen Pflug aufgebrochen und ich hoffe, dass Sie manchmal dort hinschauen.

Es gibt ja eigentlich wenig dazu zu sagen, aber ich würde mich freuen, wenn Sie mal reinschauen ... Es ist immer wieder erstaunlich, dass Menschen die sich (die Anfänge, Sie erinnern sich?) so konträr begenet sind, doch irgendwie zusammen finden. Es berührt mich ... irgendwo.

Beste Grüße und ein schönes WE vom Kuni

mymind 27.10.2012 | 00:43

Bei dem Gespräch ging es auch nicht um das Thema: ´liegt links die Zukunft?´, dementsprechend wurden & konnten auch die  Fragen nicht eingebracht werden. Insgesamt war der Abend erfüllt mit Gysis Erlebnisgeschichten & amüsanten Ereignissen, anfangs ging es noch um die Differenzen zwischen Ost- & Westlinken, danach fehlte nur der Kamin  & Wein für alle & ein bezauberndes Bergpanorama im Hintergrund. 

Das Publikum durfte tatsächlich im Anschluss Fragen stellen, natürlich traute sich erst keiner sofort. Prompt lautete dann doch die 1. Frage  bzw. vielmehr Feststellung, dass das angekündigte Geprächsthema unberührt blieb, woraufhin Gysi erstmal nachfragte, wie das denn lautete…. das Kamingespräch hätte auch anders verlaufen können, wenn schon ohne Kamin, dann ggf. mit mehr zukünftigen Inhalten, Fragen & Aussagen & vielleicht sogar einer Diskussion über das eigentliche Thema….

gelse 27.10.2012 | 08:01

>>Insgesamt war der Abend erfüllt mit Gysis Erlebnisgeschichten & amüsanten Ereignissen,...<<

Macht ja nix.

Gregor Gysi ist im Bundestag kein Hinterbänkler, sondern hat schon oft zu aktuellen Problemen Stellung bezogen, miz durchaus eindeutigen Aussagen. Unter Anderem aufgrund dieser Stellungnahmen habe ich schon frühzeitig, lange vor der Vereinigung mit der WASG, die PDS gewählt.

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 11:51

Erkenntnis kann der erste Weg zur Besserung/Veränderung sein ;-)

Ein Unternehmer hat doch eigentlich nur eines im Sinn, oder? Und die Community`s, egal ob hier oder woanders, haben doch alle nur einen bestimmten Grund...den arbeitenden (Wut)Bürger ruhig zu stellen und dann auch noch gleichzeitig für Abonennten werben. So schlägt man halt 2 Fliegen mit einer Klappe...Auwa...das tat weh :)

Ist es denn noch niemanden in den Sinn gekommen zu hinter fragen, warum mal das Internet für den Otto-Normal-Verbraucher erfunden wurde?! Bestimmt nicht aus reiner nächsten Liebe und Aufklärungswille der Eliten. Das dies dann aber für ein Klientel allerdings anders verlaufen ist, rächt sich nun...man hat halt den Verbraucher für Dumm gehalten...ja sowas aber auch...und auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. :-)...Im Netz scheint es viele Körner zu geben :)...

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 12:00

"Ja, die Beschimpfungen waren natürlich ein Problem, aber meines Erachtens kein Grund, dass hier alles dann einfach zu ingnorieren."

Also ich hab mir als Neuling den ganzen Blog durchgelesen und konnte keine Beschimpfungen wirklich ausmachen! Da gibts hier ganz andere Spezien, die austeilen...nicht nur oberhalb der Gürtellinie!!

Vielleicht sollte man mal das Wort Beschimpfung analysieren?

Liebe Grüße von der Else...

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 12:07

Und nun mal zum eigentlichen Thema.

Ich stimme da einem Kommentar insoweit zu....die Zukunft liegt weder rechts noch links, sondern humanistisch! Sollte die Menschheit dies nicht irgendwie halbwegs realisieren können, sehe ich schwarz für die Zukunft der nächsten Generation (auch die in 10 Jahren in Rente geht) und aller nachfolgenden eh. Egal ob reich oder arm...da man sich gegenseitig nur noch bekämpfen wird. Und wer letztendlich den Klassenkampf dann gewinnen wird, liegt eigentlich auf der Hand. Da muß man nur mal in die Geschichte guggen  :-)

Demzufolge war klar, dass dieses Gespräch mit Gysi nur ein reines Kamingeplänkel werden konnte. Zumal links eben auch keine Probleme löst, sondern nur eine Ideologie verbreitet. Wie halt alles was sich Partei nennt! Hier wird in Zukunft noch sehr viel reformiert werden!! da bin ich mir gaaanz sicher....oder die Mehrheit lässt sich refeudalisieren.

Wahrscheinlich wird der Mensch aber erst mal durchs Tal der Tränen wandern müssen. Da ein Mensch nur durch Leid lernt. Die Intelligenz ist eben noch verbesserungs würdig :-)

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 13:45

Lieber Herr Theel,

Ihr Blog...was ist LINKS...ist interessante Ideologie...und hat wohl auch viel Wahrheit in sich. Leider ist Theorie und Praxis gaanz verschieden. Der Mensch zumal käuflich, habgierig und machtbesessen dazu.

Was nützt einem eine schöne Ideologie, wenn sie in einem kapit. System / einer Hierarchie NICHT gelebt werden kann.

Nee Herr Theel....es ist völlig wurscht ob es eine linke Partei gibt. Da sich hinter dieser Fassade auch viele rechte verstecken!! Interessant sind doch nur Taten und vorallem Humanismus, wie ihn Erich Fromm darlegt, wenn ich ihn selber lebe!! Prädigen kann ich doch viel, wenn der Tag lang ist. Und auch Sie Herr Theel, sind nicht wirklich links. Oder geben Sie etwa Bedürftigen etwas von ihrem "Reichtum" ab??Da sie ja auch ganz gut konsumieren, wie ich hier gelesen habe :-)

Im Kapitalismus kann es gar kein links geben...allenfalls als Makulatur. Sozial eingestellte Mencshen bleiben eh auf der Strecke und haben kein Interesse an materiellen Dingen. Sondern geben ohne etwas einzufordern!  Und in einem Geldsystem, welches auf Zinsen-und Zinseszinsen basiert, ist links sein ebenso wenig vorhanden.

Da macht sich die Linke ein X für ein U davor...selbst in der DDR gab es nie links. Da wurde genauso die Hierarchie gelebt wie in der BRD. Nur das man dem Volk in der BRD noch ein bisschen mehr an Meinungsfreiheit gönnt. Aber auch das ist nur reine Makulatur. Da man ohne Geld in dieser Gesellschaft halt auch NICHTS ist!

Ich finde es auch immer wieder erstaunlich, wer sich alles so links nennt, obwohl er doch rechts einegstellt ist. Na ja...wahrscheinlich liegts an der falschen Selbstwahrnehmung oder man will sein Gewissen damit beruhigen...

Uwe Theel 27.10.2012 | 13:58

wg: ANregungen durch die FC:

Soweit ich bisher, incl. anhand meiner eigenen Versuche dabei feststellen konnte, hat Herr Augstein  noch nie wirklich vorher angefragte und durchaus erhalten habende Anregungen aus der FC  in die Gespräche im Freitag-Salon eingebracht, die "irgendwie" kritisch gewesen wären, geschweige denn diese mit seinem Gast weitergehend erörtert.

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 14:12

Hallo Herr Augstein,

zu Thema "Liegt links die Zukunft"...noch dieses...(Ist mir grad noch eingefallen :) )

Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.

 

Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.

Albert Einstein/x/details.png

Links, rechts, geradeaus...was spielt das denn für eine Rolle?? Und warum teilt man überhaupt Menschen in Kategorien ein??

Achtermann 27.10.2012 | 14:36

"Und auch Sie Herr Theel, sind nicht wirklich links. Oder geben Sie etwa Bedürftigen etwas von ihrem "Reichtum" ab??"

Das ist ein typisches Nichtargument. Damals, als Lafontaine noch in der SPD war, wurde er der Toskanafraktion zugeordnet: ein rotweintrinkender, gaumenfreudiger, kurz, ein dem dolce vita zugeneigter Politiker zu sein. Es gibt unzählige Begriffe, die die Freunde der freien, unsozialen Marktwirtschaft ihren Kritikern angehängt haben: Salonbolschewisten, Champagnersozialisten, usw. Immer mit dem Ziel zu diskreditieren. Im Hintergrund soll damit das Argument transportiert werden: Wer sich nicht selbst kasteit, ist kein Linker.

Deshalb: Wo konkret willst du den Maßstab für materiellen Wohlstand anlegen, der dir erlaubt zu sagen, dass derjenige noch das Recht habe, sich links zu nennen? Wenn du diesen hier ausbreitest, können wir weiterdiskutieren.

Untitled 27.10.2012 | 15:04

"Ist es denn noch niemanden in den Sinn gekommen zu hinter fragen, warum mal das Internet für den Otto-Normal-Verbraucher erfunden wurde?!"

Die Schaffung des Internet war ursprünglich ein Projekt des US-Verteidigungsministeriums, zur militär-Nachrichtentechnischen Nutzung. Also nicht für den zivilen Sektor gedacht.

Verschwörungstheorien sind nicht Grundsätzlich völlig aus der Luft gegriffen. Aber meist geht es in diesem System erstmal um eins - Profit.

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 17:00

Mal eine gaaaaanz bescheidene Frage, weil ... ich habe keine Glotze:

Was war denn nun mit dem Gespräch mit Gysi im Maxim Gorki Theater? Was hat das Ergeben? Konnte Gysi erklären, warum er Sarah Wagenknecht nicht in der Fraktionsspitze sitzen sehen will? Wurde diese Frage überhaupt thematisiert? Ich sehe nirgendwo einen Beitrag ... oder habe ich etwas übersehen?

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 17:33

Wo kann man denn nun lesen-oder sehen oder hören wenn es aufgenommen wurde-, was der Zeitungsbesitzer den Politiker gefragt hat und wie der Politiker darauf antwortete?

Es geht doch um jenes Gespräch/Interview, "Salongespräch" -oder nicht?

Und zum Blogger/zur Bloggerin "else": Ja, es ist die "Mitte" , es sind die mittleren Schichten,-die kleinen und mittleren Unternehmer, die höheren und mittleren Beamten und mittleren und höheren Mitarbeiter im öffentlichem und also geschütztem Dienst, die selbständigen HandwerksmeisterInnen, die Ladenbesitzer, die freiberuflichen Dienstleister höherer Dienstleistungen (Ärzte,Anwälte,Architekten ff.),  und ihre angestellten Entsprechungen und vergleichbare Leute,  -alle, die nicht plus/minus null wirtschaften müssen sondern bei denen nach ihrem Tagewerk doch noch einiges übrigbleibt zum Weglegen und zum Investieren,  welche den Neoliberalismus und den Sozialdarwinismus haben wollen; haben wollen aus tiefer innerer Überzeugung.

Der Oberschicht ist sowas völlig piepegal-wenn der Rubel in ihre Portefeuilles rollt, gönnen die allen anderen auch das Paradies,wenn nicht,sorgen die den übrigen die Hölle an den Hals.

Die unteren Schichten denken an sowas nicht,reflektieren nicht,s´interessert die nicht.(Warum auch? Es ist sowieso Wurst,was aus denen wird.) 


Nein, es sind die mittleren Schichten, die in ihrer überwältigenden Mehrheit,nicht nur nur qualifizierte Mehrheiten oder gar solche Minderheiten,nein: qualifizierte überwältigend große Mehrheiten in diesen mittleren Schichten, den Sozialdarwinismus und den Neoliberalismus und den einhergehenden Rechtnihilismus usw. bewusst haben wollen für die Gesellschaft , in der sie leben wollen und müssen. 

Ganz einfach, weil die sich für sich selbst dabei das meiste ausrechnen,so am ehesten hoffen (wollen)können,keine nennenswerten Verluste an Hab und Gut und dem geringem Einfluß hinnehmen zu müssen,der in Krisenzeiten unvermeidbar ist.

Sie sind intelligent und gebildet genug das zu wissen, und sind allerdings zu machtlos,sich selbst für sich  bedienen zu können wie es die Oberschichten können und daher ,sofern es gut läuft,auch mal großzügig sein können-daher der Wunsch jener Mitte nach Verhältnissen, in denen den Wehrlosen genommen wird, um Moloch zufriedenzustellen in der Hoffnung, der Kelch würde an ihnen vorbeigehen als unterem  staats-und gesellschaftstragendem Träger im Gebälk. 

Spaßig ist es daher, jene zu hören -allerorten halt- wenn die ,wie es ihre Art ist, nach außen hui sind  und nach innen pfui sind.

Ja, "else", die in der Mitte wollen es. Denen oben ist es herzlich egal wie es gemacht wird-und die unten denken nicht nach,resp. plappern manchmal auch nach.(Was dann manchmal dazu führt,das auch die in das neoliberale und sozialdarwinistische Horn tuten-weil die es am Abend vorher im TV so gehört haben und das TV-Studiopublikum dabei den lautesten Applaus gab o.äh.. )

Die "Mittleren" -augenscheinlich Ihnen,"else", irgenwie with Sympathie  verbunden- haben hingegen ja  echte Gründe , das zu wollen.

Weshalb also sollte man derlei wirkliche Realität anders darstellen -und etwa  pseudohumanes, undurchführbares humanes Wunschdenken und fromme Wünsche öffentlich an irgendeinen nicht vorhandenen Weihnachtsmann richten?


Der olle Heuss hat es richtig ausgedrückt,ebenso wie der letzte sächsische König: ...Dann macht mal schön ... , bzw.: ... macht ..  der Rest königlichen weisen Botschaft wird als bekannt vorausgesetzt!


Links , um zur Eingangsfrage des Zeitungsbesitzers zurückzukommen, wird KEINE Rolle spielen (das geht bis hin zur Auflösung,Neutralisierung jener Partei und Zersprengung der in eine unnatürliche Wooling gezwungenen heterogenen ,gegensätzlichen und ja ohnedies sogar als Wooling schwachen Kräfte) - es wird Sozialdarwinismus ,Neolberalismus, Krisenleben, Erbarmungslosigkeit und die Folgen daraus die Leben der Zeitgenossen allerorten bestimmen über viele Jahrzehnte.

Und ob sie auch wandern im finster´n Tal ,ihnen wird nichts mangeln.(Deshalb sind se ja dafür.Andere? Lasst sie zum Teufel geh`n . Titanic-Schiffsuntergangszenario mit Hauen und Stechen,Drängeln, Türen an Aufgängen zuschließen, geduldig warten, mal rebellieren, Niederkartätschen, vornehm tun , Ellbogen einsetzen, Klugscheißen, mehr Angst als Vaterlandsliebe empfinden,völlig überforderten und verantwortungslosen Offizieren ,Kinder plattreten, Denunzieren,Schwadronieren, Philosophieren u.v.m.; oh ,es wird eine lustige Veranstaltung - bei eiskaltem Wasser da unten! Tja, so geht es , wenn man auf Seelenverkäufern anheuert oder auf solchen Pötten einsteigt und das Handwerkszeug beim Ablegen über Bord warf. )

Die Rennbahn des Lebens ,eine wie beim Grand National, wartet.

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 19:56

Ja lieber Untitled,

das weiß ich nun mittlerweile. Sie vergessen aber, dass der, ich sag mal mit Krysmanski, Geldmachtapparat auch immer mit psychologischen Erkenntnissen agiert.

Übrigens halte ich es für völlig falsch, wenn Medien Blogs/Community sperren. Dies ist die letzte Möglichkeit sich seines "Frustes", besser Kritik, zu entledigen. Wenn das nicht mehr möglich ist, ist die Zivilisation eh beendet. Gerade junge Menschen (Männer) müssen ihre aufgestauten Aggressionen loswerden.

http://www.youtube.com/watch?v=MrOJFQX9OVE

Ich glaube auch das Europa im Chaos und Bürgerkrieg enden wird. Oder um es mit Hobsbawn zu sagen...Teile der Welt werden untergehen...da die meißten Menschen einfach ideologisch zu verblendet sind. Und wenn es keine Arbeit mehr für alle gibt, geht es nur noch ums nackte "Überleben"...Selbst Gysi will doch nichts von seinem Wohlstand aufgeben. Links endet fast immer vor der eigenen Haustüre.

Oberham 27.10.2012 | 20:47

... schön gesagt - darum liegt die Zukunft in der totalitären Spaltung.

Es gibt keine linke Alternative, da Menschen wie Gysi, Wagenknecht oder gar Lafontaine ihr ganzes Lebensinteresse glasklar denfinieren - persönlicher, materieller Erfolg!

Richtungsentscheidungen finden nicht in den Parlamenten statt, sie haben längst in den Konzernzentralen stattgefunden - der Weg ist schon lange geplant.

Wahlen, wir hier die sogenannte politisch interessierte Öffentlichkeit, die Wähler, das ist alles nichts weiter als eine lächerliche Bemäntelung des erbarmungslos geführten Verteilungskampfes - dessen Prinzip klar lautet: Dem Gewinner alles, dem Verlierer nichts.

Solidarität ist nur dort erwünscht, wo sie zum Funktionieren dieser Spielwiese absolut nötig ist - doch selbst dort wird sie selektiv praktiziert.

Solange der Materialismus in unseren Köpfen die erste Geige spielt - haben wir ohnehin keine Chance!

Jene, die hier schon etwas weiter sind, haben durchaus berechtigte Angst vor der Zukunft - da es nicht mehr weit sein dürfte - bis zum Zwangskonsumenten.

Sich der Konsumgesellschaft zu verweigern dürfte dann nicht nur in sozialer Ächtung enden, sondern schlimmstenfalls in Euthanasieprogrammen.

Natürlich spielen Augstgein und Co. berechtigterweise ihre Linksphantasien, schließlich funktioniert kein Theater ohne Dramaturgie - wie langweilig wäre es doch - würden wir schlicht die Tatsachen hinnehmen und uns nicht täglich selbst belügen.

Ein Rechtsradikaler NPD Funktionär, eine Merkel, ein Steinbrück, eine Roth, ein Rösler, eine Kiping, ca. 4000 Politprofis in Deutschland - man kann sie alle in einen Topf werfen, und diese Suppe stinkt!

Nicht nur in Deutschland! 

Politiker sind schon immer zuallererst egomane Machtmenschen, die mehr oder weniger erfolgreich ihre Ziele verfolgen - in feiheitlichen Demokratien sind sie meist Skalven der Plutokraten, in manchen sind sie es schon großteils selbst.

In Diktaturen, oder Scheindemokratien werden sie zu Plutokraten durch ihre Macht und die noch nicht verfestigten Strukturen - siehe ehemalige UDSSR, siehe China.

Solange sich Politik und Reichtum bedingen muss - solange muss man nicht hoffen, dass Politik auf den Ausgleich und die Gerechtigkeit anlegt, sie würde sich ja selber kanibalisieren - was wäre ein Abgeordneter, der wie ein normaler Angestellter gestellt ist?

Wir hier in Europa haben im grandiosen Überfluss einer weltzerstörenden Konsumorgie sogar das Massensubjekt zu einem Mikropfennigmillionär gestrickt, bei uns ist der Facharbeiter mit Haustarifvertrag schon die Weltreise gewohnt, praktisch ist das halbe Volk noch in fettem Brot - noch juckt da der Rest in Armut nicht - vielmehr zetert man gegen jene die ins Elend abrutschen - der gewöhnliche deutsche Beamte bewundet den griechischen Reeder und bespruckt den griechischen Krankenpfleger, der jetzt mit ein paar hundert Euro im Monat leben muss.

Das Prinzip ist immanent, es verbrennt jede Hoffnung auf eine friedliche Zukunft - wir hier in Deutschland können nur noch ins bodenlose abdriften - wir haben es verdient!

Oberham 27.10.2012 | 20:48

... schön gesagt - darum liegt die Zukunft in der totalitären Spaltung.

Es gibt keine linke Alternative, da Menschen wie Gysi, Wagenknecht oder gar Lafontaine ihr ganzes Lebensinteresse glasklar denfinieren - persönlicher, materieller Erfolg!

Richtungsentscheidungen finden nicht in den Parlamenten statt, sie haben längst in den Konzernzentralen stattgefunden - der Weg ist schon lange geplant.

Wahlen, wir hier die sogenannte politisch interessierte Öffentlichkeit, die Wähler, das ist alles nichts weiter als eine lächerliche Bemäntelung des erbarmungslos geführten Verteilungskampfes - dessen Prinzip klar lautet: Dem Gewinner alles, dem Verlierer nichts.

Solidarität ist nur dort erwünscht, wo sie zum Funktionieren dieser Spielwiese absolut nötig ist - doch selbst dort wird sie selektiv praktiziert.

Solange der Materialismus in unseren Köpfen die erste Geige spielt - haben wir ohnehin keine Chance!

Jene, die hier schon etwas weiter sind, haben durchaus berechtigte Angst vor der Zukunft - da es nicht mehr weit sein dürfte - bis zum Zwangskonsumenten.

Sich der Konsumgesellschaft zu verweigern dürfte dann nicht nur in sozialer Ächtung enden, sondern schlimmstenfalls in Euthanasieprogrammen.

Natürlich spielen Augstgein und Co. berechtigterweise ihre Linksphantasien, schließlich funktioniert kein Theater ohne Dramaturgie - wie langweilig wäre es doch - würden wir schlicht die Tatsachen hinnehmen und uns nicht täglich selbst belügen.

Ein Rechtsradikaler NPD Funktionär, eine Merkel, ein Steinbrück, eine Roth, ein Rösler, eine Kiping, ca. 4000 Politprofis in Deutschland - man kann sie alle in einen Topf werfen, und diese Suppe stinkt!

Nicht nur in Deutschland! 

Politiker sind schon immer zuallererst egomane Machtmenschen, die mehr oder weniger erfolgreich ihre Ziele verfolgen - in feiheitlichen Demokratien sind sie meist Skalven der Plutokraten, in manchen sind sie es schon großteils selbst.

In Diktaturen, oder Scheindemokratien werden sie zu Plutokraten durch ihre Macht und die noch nicht verfestigten Strukturen - siehe ehemalige UDSSR, siehe China.

Solange sich Politik und Reichtum bedingen muss - solange muss man nicht hoffen, dass Politik auf den Ausgleich und die Gerechtigkeit anlegt, sie würde sich ja selber kanibalisieren - was wäre ein Abgeordneter, der wie ein normaler Angestellter gestellt ist?

Wir hier in Europa haben im grandiosen Überfluss einer weltzerstörenden Konsumorgie sogar das Massensubjekt zu einem Mikropfennigmillionär gestrickt, bei uns ist der Facharbeiter mit Haustarifvertrag schon die Weltreise gewohnt, praktisch ist das halbe Volk noch in fettem Brot - noch juckt da der Rest in Armut nicht - vielmehr zetert man gegen jene die ins Elend abrutschen - der gewöhnliche deutsche Beamte bewundet den griechischen Reeder und bespruckt den griechischen Krankenpfleger, der jetzt mit ein paar hundert Euro im Monat leben muss.

Das Prinzip ist immanent, es verbrennt jede Hoffnung auf eine friedliche Zukunft - wir hier in Deutschland können nur noch ins bodenlose abdriften - wir haben es verdient!

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 20:48

Lieber Achtermann,

ich will hier gar keinen diskretieren! Ich mache schon immer Menschen NICHT an Worten fest, sondern an Taten! Den Charakter eines Menschen erkennt man nunmal am Handeln!!

Und wenn ein Linker weiter auf eine Hierarchie besteht, ich hatte jedenfalls noch nichts anderes bei den Linken wirklich gelesen, dann hat das so wenig mit links sein zu tun, wie Heimatverbundenheit mit rechts.

Warum haben Linke denn überhaupt noch Privelegien?? Und ja, jede Partei hat diese! Zumal, wenn sie noch als Politiker im Bundestag sitzen.

Ich verweise auch auf Kuni`s Kommentar vom 25.10.12 um 00:06!!

Woher kommt eigentlich dieses Links? Und aus welchen Gründen wurde es mal gegründet? Warum hatte Gysi das Handtuch als Wirtschaftsminister  geworfen? Fragen über Fragen...

Ich sags Ihnen...weil er auch wie so viele sein Amt mißbraucht hatte. Nachzulesen hier..

http://de.wikipedia.org/wiki/Bonusmeilen-Aff%C3%A4re

Und das passiert einem sehr intelligenten Mann!, der auch noch immer gegen Korruption und Vorteile im Amt predigt. Neee...so läuft das aber nicht. Er wird trotz allem noch immer von der Basis toleriert. Ist Mitglied im Bundestag! Und Gysi ist mitnichten ein Einzelfall von den Linken. Zumal ich persönlich bei mir in der Stadtverwaltung brisante Fakten, was das verbreiten der NS-Ideologie betrifft, zu tage befördert hatte. Ich hatte mich extra an die Linke gewandt! Das hat weder einen Linken Bürgermeisterkandidat, geschweige denn einen linken Landtagsabgeordneten wirklich interessiert! Der einzigste der sich dafür interessiert und mich verteidigen will (man versucht mich zu diskreditieren) ist ein linker Anwalt, der gleichzeitig Stadtverordneter und Kreistagsabgeordneter ist!! Man lasse sich diese Funktionen mal auf der Zunge zergehen...in der McKinsey Company ist er auch noch.

http://www.mckinsey.de/html/home/index.asp

Glaube sie im ernst das mich der Anwalt aus lauter links sein vertritt oder nicht doch eher, weil er dies vom Steuerzahler gut vergütet bekommt??

Zu McKinsey noch soviel

http://de.wikipedia.org/wiki/McKinsey_%26_Company#Kritik

Nee, ich hatte mich schon früher als Jugendlicher nicht vera...lassen. Geschweige denn heute! Auch Frau Lagarde hatte bei McKinsey mal gelernt...und dies kann man fortsetzen. Wie solche Leute handeln wissen Sie doch, oder?

Und der nette Anwalt hat meine Bitte, als Stadtverordneter tätig zu werden, ausgeschlagen. Warum denn nur wohl?? Weil keine Krähe der anderen ein Auge auspickt. Ich erwarte von einem Linken, zumal wenn die NPD in der Stadt tagen konnte, Aufklärung!!

Ich hatte mich ganz bewusst für die Linke entschieden! Ich hätte mich genauso gut auch an die CDU/SPD wenden können.

Beste Grüße...Else

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 22:55

Und noch was lieber Achtermann,

wenn ich solch ein blödsinniges Interview von Frau Kipping lese, die auch noch den Konsum verteidigt und ja sogar befördert, sich daran ergötzt, ist da von links NICHTS mehr zu bemerken!! Oder weiß Kipping nicht das für unseren Wohlstand Menschen in anderen Ländern zutiefst ausgebeutet und unterdrückt werden?!! Griechenland ist nur ein Bsp. Afrika der Skandal der Europäer / USA schlechthin!!

Kipping ist eine neoliberale, die sich gut in linke Kleider hüllt. Genau wie Wagenknecht und all die anderen. Wir haben eine verkommene Elite!! Egal ob schwarz, grün oder rot.

http://www.sueddeutsche.de/geld/reden-wir-ueber-geld-katja-kipping-bei-den-linken-ist-luxus-legitim-1.47338

Oder um es mit Adorno zu sagen:

Ich habe keine Angst vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.

Ich bin sogar der Meinung wir gehen in eine faschistoide Refeudalisierung. In der viel Blut fliessen wird. Gewalt bewusst provoziert, inszeniert wird. Frei nach dem Mott...streiten sich zwei, freut sich der Dritte. In diesem Falle der Geldmachtapparat/Superreichen. Die Politische Elite gehört auch dazu. Da die Neue Rechte schon lange wieder die NS_Ideologie verbreitet. Natürlich versteckt und nur sachte. Besonders im Osten seid der Wiedervereinigung. Denn schon da war der Kapitalismus, Europa bereits am Ende. Die Neue Rechte ist seid den 80iger Jahren lt. VS sehr aktiv!! Und wenn man das alles mit dem Vorgehen in den USA (Reagen/Bush) betrachtet, dann wird einem alles ziemlich klar.

Wenn man sich mit der NS-Zeit beschäftigt, dann weiß man, dass der Faschismus auch vom Kapital über mehrere Jahre gut vorbereitet wurde! Hitlers Machtübernahme wurde sorgfältig geplant. Politik ist kein Zufall, sondern immer Strategie!!

http://www.youtube.com/watch?v=CYzethdQoMw

Kommentare dazu lesen!!

Man gehe nur einmal auf IKEA.com und sehe sich die Farben dort an! Rot, weiß, schwarz....und dies ist KEIN Einzelfall. Faschistische Tendenzen überall in Europa! Auch immer diese gleiche Software, dieses gleiche Bild...Hartz 4 Gesetz aus der NS-Zeit. Prävention der Armen, sogenannten Unterschicht. Damit sie keine Kinder mehr bekommen!! Kein Witz..ist üblich im Jugendamt beim Landkreis!

Hier dieses Bild in den Farben bei IKEA...

http://www.ikea.com/de/de/catalog/categories/seasonal/winter_holidays/#das_schoenste_weihnachtsgefuehl

und hier dieses gleiche Bild, was die Farben betrifft von der Stadtverwaltung

http://www.hub5312.de/deutsch/beteiligte.html

und dann dieses hier

http://www.ean-neuruppin.de/nrp750_impressum.htm

und dieses...

http://www.meinestadt.de/

davon das Impressum

http://www.allesklar.com/impressum.html

und dann dieses hier...

http://www.adzine.de/site/artikel/7695/online-vermarktung/2012/10/springer-mann-konjovic-wird-vorstandsvorsitzer-von-allesklar-com

hach...was sind das doch alles für Zufälle...

Das gab es früher nicht!!  Ich habe erschütternde Zusammenhänge recherchiert. Die den Fall Drygalla einschliessen. Ja bis Lettland/Litauen gehen. Wo bereits wieder mittels der Stiftung A.Toepfer Deutschtum verbreitet wird. Vorallem aber Grund und Boden von der Stiftung gekauft wird. Und nun beschäftige man sich mit der Geschichte der NS-Zeit. Ich habe keine Fragen mehr...selbst die Linke ist auf dem rechten Auge blind. Langsam frage ich mich, ob nicht diese Linke genauso wie die CDU/CSU/SPD und Grüne mit darin involviert ist. Denn im Fernsehen wird mir zuviel Hitler, Nazis selbst in Dokus gezeigt.

Und die Plakate der Fontane-Festspiele bei mir in der Stadt trugen die Farben Ocker und Schwarz. Zufall??...Neee, dafür passt alles zu gut zusammen! Aufmarsch der Rechten, NPD-Parteitag, Gesprächsverweigerung des Bürgermeisters. Aufleben/Auszeichnung eines Adeligen, der die Armen/Frauen in seinem Buch zutiefst diskriminiert usw.

Meine Diskreditierung! ALG II Empfänger psychisch unter Druck setzen, damit sie den 1 Euro Job annehmen!

Ich könnte noch viel mehr Bsp. aufführen...für mich ist das alles kriminell mafiamässig organisiert.

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Ehemaliger Nutzer 27.10.2012 | 23:27

"Deshalb: Wo konkret willst du den Maßstab für materiellen Wohlstand anlegen, der dir erlaubt zu sagen, dass derjenige noch das Recht habe, sich links zu nennen? Wenn du diesen hier ausbreitest, können wir weiterdiskutieren."

In dem ALLE, in Europa zumindest, genau auf EINEN gerechten Wohlstand LEBEN KÖNNEN .  D.h. für die breite Masse Zugang und gleiche Teilhabe an der Gesellschaft!! Gleicher Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt, Wohnung, einem beschränkten Konsum. KEINE PRIVELEGIEN für Parteien, den ÖD!! Privelegien nur für ausserordentliche kluge Köpfe wie Wissenschaftler in Form von Konsumgüter, Mitgliedschaft im Golf Club usw.. Jedenfalls kein Geld.

Und es geht eigentlich nicht nur um Europa! Wer nur links für D denkt, ist für mich genauso Nationalist wie die Rechten. Entweder ein Europa für ALLE. Oder ein Europa für wenige Reiche/die Elite und dafür mit Gewalt/Krieg!

Ich verweise auch immer wieder gerne auf Prof. Hörmann seine Thesen einer neuen Gesellschaft! darin sind gute Ansätze, auch was Gerechtigkeit bedeuten kann, inbegriffen.

Und das Prof. Hörmann nur bei den Rechten Gehör findet, sagt eigentlich schon ALLES aus! Denn die Parteien müssten dann ihre Privelegien aufgeben. Daran ist natürlich KEINER interessiert.

Hörmann war ja auch mal in der ARD.

http://www.youtube.com/watch?v=npqqyHRsLm8

oder hier

http://www.youtube.com/watch?v=VPrneI1mpOI&feature=related

Interessant den Anwalt seine Aussagen!

Man kann von Hörmann halten was man will. Nur hat er wirklich gute Ansätze in seinen Aussagen. Und sehr viel Wahrheit ist da drinn. Denn nicht umsonst hatte S.Gesell mal den 2.WK vorausgesagt.

Mittlerweile hat die Elite es gut hinbekommen, dass die Masse bereits wieder dies vergessen hat! Psychologische Ablenkung ist eben vorteilhaft. Man schaffe nur genug andere Probleme um zu seinem Ziel zu gelangen!

So, und nun hab ich genug gesagt. Ein jeder beschäftige sich selber mit den Links, bilde seine Meinung. Mache sich eigene Gedanken um die Zukunft!

Und roter Totalitarismus ist genaus schlim wie faschistoide Refeudalisierung! Ersteres hatte ich bereits. Darauf hab ich keine Lust mehr. Schwarzer Totalitarismus ist auch nicht besser. Beides unterdrückt die freie Entfaltung des Menschen. Und damit meine ich nicht die aus der gehobenen Schicht! Ausserdem könne wir die Partei auch Lila benennen. Es kommt im Prinzip immer alles auf selbe raus!! Hierarchien beuten und unterdrücken IMMER MENSCHEN!!

Ach ja...grad kommt im ZDF Sportstudio. Interessante Uhr, die im Vorspann gezeigt wird,  wie ich finde :-) Und auch wie Merkel die Nähe zur Ukraine sucht.

Jetzt können sie mich ruhig belächeln....ich kann immer noch Eins und Eins zusammen zählen.

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 00:24

Warum sagen Sie denn nicht gleich, dass die Mitte (ich zähle übrigens nicht dazu) wieder dem Faschismus frönt?! Und jaaa...das alles weiß ich zu gut!! Deswegen ist die Linke doch genauso lächerlich wie all die anderen bunten Spassparteien!! Nur das diese Mitte sich den eigenen Ast absägt, darauf kommen diese Witzfiguren eben nicht. Keine Angst...die Mitte wird es bald nicht mehr geben!! Und dann erst wird sich die Masse zu einer unkontrollierten Macht ausbreiten. Also rette sich die Oberschicht, solange sie noch kann :-)

Es sei denn....wir haben es vorher mit ganz anderen Massen zu tun...Sie vergessen nämlich unsere lieben ausländischen Mitbürger. Da sind so manche zu viel Gewalt bereit, wenn sie nur genug diskriminiert werden. Und die haben nicht nur hier sehr gute Freunde mit entsprechendem Geldbeutel!!

Uwe Theel 28.10.2012 | 01:40

Werte Else,

in allen Ehren, aber glauben Sie wirklich, dass sie mit solch aufgeregtem Schreiben linke Praxis oder auch nur Theorie befördern?

Und ganz persönlich: Sie mögen ja meinen Blog "Was ist eigentlich "links"?" für Ideologie halten, aber bezüglich meines persönlichen Handelns in der wirklichen Welt und meiner ökonomischen Lage, das sollten Sie bitte nicht so vorschnell mit dem Urteil "nach Aktenlage" sein.

ut

tlacuache 28.10.2012 | 06:23

Was ich den Gysi immer Fragen wollte, warum hat er geschwiegen?

..."Später wurde ihm seitens der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR vorgeworfen, er sei aktiv an der Verschleierung des SED-Parteienvermögens beteiligt gewesen und habe im Putnik-Deal versucht, mit Hilfe der KPdSU SED-Gelder ins Ausland zu verschieben, um sie vor dem Zugriff staatlicher Stellen zu sichern.[3] Der Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages 1998 zum Verbleib des SED-Parteienvermögens gab an, dass Gysi bei seiner Befragung geschwiegen und damit zusammen mit weiteren PDS-Funktionären dessen Arbeit behindert habe"...

mal so nebenbei...

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 11:21

Ja Oberham...das dumme Volk, dass sich seid Jahrhunderten, ach was...seid Jahrtausenden von der Obrigkeit verarschen lässt!!

das ist beste Kommentar zu diesem Video bei H.Schmid!!!!

"revolution? aber die menschheit revoltiert schon seit jahrhunderten, es gab schon jede menge davon. was hat es gebracht? nach einiger zeit haben sich die verbrecher wieder nach oben gelogen und geputscht. es muss endlich ein neues globales gesellschaftskonzept her mit vollkommen neuen kompromisslosen, religions- und ideologiefreien natürlichen prioritäts-werteorientierungen­. existenzgrundlage einklagen, fordern ist angesagt."

ThiefTimeless vor 1 Jahr

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 11:39

Es hat noch KEINER so wirklich geschnallt, dass wir in Europa (Global) auf einem RIESIGEN PULVERFASS SITZEN!!! Da brauchen wir nur noch einen irren, ausgetickten Menschen, der genug Geld bekommt. Am richtigen Hebel sitzt und eine Katastrophe auslösen kann!! Wir haben genug Kernkraftwerke überall zu stehen...nur mal so als Bsp.

Und neee....auch der totalitärste Überwachungsstaat kann uns davor NICHT beschützen!! Wer ein Ziel hat, findet immer Mittel und Wege. Also liebe Elite/Wirtschaft...unterdrückt die Menschen weiter...beutet die Menschen noch mehr aus...macht noch mehr Krieg in anderen Ländern...verkauft Waffen ohne Ende. Die Armen werden sich irgendwann wehren...auch wenn sie sich einem durchgeknallten verkaufen. Nichts ist schlimmer als Ohnmacht und zutiefste Armut!! Und es wird dann auch keiner Elite, keinem Superreichen mehr das Geld nützen. Und auch noch jede so kleine abgeschiedene Insel ist in einem modernisierten, technologischem Hightech zu erreichen!

Ja, macht alle die Augen zu und wartet auf euren Erlöser. Geschichte wiederholt sich, wenn auch nicht sofort.

Die Menschheit ist die größte Katastrophe, die die Natur einstmal hervor gebracht hatte! Die ganze Bildungs-bürgerliche Schicht ohne gesundem Menschenverstand dazu. Ok, bis auf einige wenige Ausnahmen!! Die aber, finden leider kein Gehör.

Die Linke doktert genauso an den Sympthomen herum. So wird kein Kranker gesund. Man verschiebt nur letztendlich den Tod hinaus! Man muß die Ursachen bekämpfen! Und diese heissen Geldschöpfung, Geldsystem mit seinem Zinseszins, Eigentum an Grund und Boden, Wirtschaftsystem durch sinnloses Wachstum.

Es gibt genug Alternativen!!!! Alles ist verhandelbar!! Ausser die Dummheit der Menschen...

Oberham 28.10.2012 | 13:38

... es unsere Ohnmacht, ich würde gar nicht Dummheit sagen, selbst jene die da Harald Schmidt belachten, wissen wohl, dass ihnen dieses Lachen wohl jederzeit im Halse stecken bleiben könnte.

Es gibt so viele Erklärungsversuche, die unseren fatalen Hang zur Herrschaft beschreiben, begründen oder auch nur verteidigen.

Revolutionen gingen immer mit einer neuen Herrschaft Hand in Hand, darum helfen sie praktisch niemals über das Dilemma hinweg, gegen welches revoltiert wurde.

Wir hier in unseren warmen, bequemen Nestern können wunderbar unsere Verzweiflung kultivieren, oder auch unsere Wut, unseren Zorn, doch die Ohnmacht werden wir niemals absteifen können.

Wer sich von Macht befreit, der ist in den meisten Regionen der Welt ein weggesperrter oder toter Mensch, hierzulande ist er - solange er niemandem Schaden materieller Natur oder körperlicher Art zufügt einfach nur ein isoliertes Wesen - ja, mit etwas Glück lebt er sogar in sozialen Kleingruppen oder tauscht sich von Zeit zu Zeit mit Menschen aus, die ihm zumindest in Gedanken nahe stehen.

Mit Familie wird das schon schwieriger!

Aber was ich im ersten Kommentar schon ansprach, es gibt eben manigfaltige Nischen in denen auch sehr etablierte Personen ihre Parolen dreschen, Augstein jun. ist so ein Zeitgenosse, auch er, würde niemals seine materiellen Rettungsringe über Bord werfen, um andere am Ertrinken zu hindern.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich auch so ein extremer postmaterialist wäre, hätte ich plötzlich die Gelegenheit als Hofnarr für das Establishment auf Bühnen zu stehen und Parolen meiner Provinienz zu dreschen (so wie beispielsweise das "kritische" Kabarett .... - alles hochgescheite Leute, mit wirklich oft entlarvend klaren Statements, auch hier lacht das Puplikum, auch hier ahnt es - wie lächerlich paradox ihr Lachen ist....).

Gar zu süß ist das Leben eines beschenkten Kindes, es erhält Aufmerksamkeit, Zuneigung, Bestätigung - wer wollte da von ihm verlangen, all diese erworbenen Günste zum Wohle eines zarten Hoffnungsschimmers über Bord zu werfen.

So bleibt der kritische Professor eben lieber im Staatsdienst, der kritische Journalist in der bezahlten Redakteursstelle, der Kabarettist lässt sich gerne beklatschen vor zahlendem Puplikum - der Bettelintellektuelle, er wird nicht ernst genommen, er würde nur in der Annonymität verschwinden, als armer Blogger, oder seltsamer Redenschwinger auf einer Bierkiste im Park.

Es ist Hoffnungslos, wir werden niemals bessere Zeiten - sondern ganz sicher schlimme Zeiten in Europa vor uns haben - wie ich sagte, im Grunde sind wir jetzt über sechs Dekaden wissend schuldige Schmarotzer, die vom Elend einer geteilten Welt profitieren.

Somalia hat heute über 80% Arbeitslose, in Afrika verhungern fast doppelt soviele Menschen täglich wie vor 10 Jahren - doch vor 10 Jahren war es schon furchtbar!

Das einzige war wir erhoffen dürfen, ist die Möglichkeit in Würde ein armseliges , doch glückiches Leben führen zu dürfen, es wäre - denke ich schon ein großes Glück.

Wären die Reichen klug, würden sie den Armen ihre Würde lassen, würden sie ihnen nicht weiter den Traum vom materiellen Wohlstand in die Hirne pflanzen, doch ihre maßlose Gier wird wohl künftig nur noch die Alternative erlauben die da lautet, exterminiert sich der Mensch aus sozialer Frustration in Massen bevor die Natur dies übernimmt, oder erleben künftige Generationen eine Variante der schon längst beschriebenen Dyspotien in einer lebensfeindlichen, trostlosen Umgebung.

Wir sind nur Beobachter, ein schwacher Atemhauch kann einen Bulldozer nicht stoppen!

Achtermann 28.10.2012 | 13:51

Du empfiehlst also zusammen mit Rolf Hochhuth (81) die Revolution. Kannst du machen. Allerdings gibt es da ein paar Hindernisse. Das erste ist: In Deutschland ist der Generalstreik, im Gegensatz zu anderen Ländern, wie etwa Frankreich, Italien oder Griechenland, verboten. Du magst einwenden, die revolutionäre Front wird sich darüber hinwegsetzen, eine Revolution ist eben eine Revolution. Nur, wer soll sie anzetteln, wenn nicht mal die Gewerkschaften gegen politische Streiks sind und sich brav an die Tarifvereinbarungen halten. Dann mach dich mal auf! Trommele die potenziellen Revolutionäre zusammen. Entwaffne die Bundeswehr. Besetze alle Rundfunk-und Fernsehstationen und lass die Bundesligaspiele ausfallen. Was glaubst du, wie begeistert dir alle folgen werden. Ich möchte auf jeden Fall vorher noch ein Eis essen gehen.

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 14:33

Ich möchte auf jeden Fall vorher noch ein Eis essen gehen. 

 

Och, lieber Achtermann...das spendiere ich dir sogar!! Und dann guggen wir uns das ganze Theater mal an, gelle :)

Ist doch schön was für Gesetze in der ach so freiheitlichen BRD gelten...da fühl ich mich gleich wieder heimisch ;-)

Bitte richtig lesen...ich hab gar nix empfohlen....das was ich hier an Links poste, sind ANREGUNGEN zum eigenen DENKEN!

Ich kenne die Hinderniss....wenn aber die Armut soweit voran geschritten sein wird, sind Gesetze eh wurscht :-)

Ich bin auch gegen Gewalt...aber da die Masse eben nicht weiter denkt, wirds wohl in Gewalt enden. So traurig wie das ist!

Revolutionen bringen auch nichts, wenn nachher NICHT DAS GANZE SYSTEM VOLLKOMMEN UMGEKREMPELT WIRD!

Am besten schon vor der Revolution Strategie für danach ausdenken. Na ja...Theorie halt. Deswegen sehe ich ja auch ein Chaos und Gewalt / Spaltung für Europas Zukunft. Soziales Elend sowieso. Nur wird es irgendwann den Menschen auch mal reichen.

Gibt aber Menschen, die schon fleissig am werkeln neuer Ideen sind.

http://www.youtube.com/watch?v=PVSPIbXEw4s&feature=related

Wenn dann aber wieder die Masse schläft...na dann gute Nacht. Hier sitzen nämlich alle auf dem Sprung. Roter Totalitarismus und schwarzer Faschismus ebenso. Bis dahin werd ich wohl schon als Katze wieder geboren sein :)

Oberham 28.10.2012 | 14:36

... es gibt in der VWL eine ganz simple Theorie - die Transformationsgleichung:

Gegebene Güter verteilt auf gegebnen Bedarf.

Würde man sie global ganz simpel insofern anwenden, als dass man  den Grundbedarf an Nahrung, gesichertem Wohnraum, medizinischer und kultureller Grundversorgung auf die Weltbevölkerung anlegt und mit dem nachhaltig Produzierbarem abdeckt (was nachweislich für mehr als 10 Mrd. Menschen möglich wäre!), so gäbe es theoretisch keine Hungertoten, keine an heutzutage lächerlich erscheinend Krankheiten Sterbende und logischerweise keine Kriege - nur, dieses Leben erscheint wohl dem Menschen als Individuum als Horrorszenario, monotoner, langweiliger Ameisenleben - zumindest wurde es den meisten so suggeriert.

Dass sich jedoch erst aus der gesicherten Existenz heraus der Genius des Menschen entfaltet, dafür gibt es ungezählte Beispiele.

Wer um sein nacktes Überleben zu kämpfen hat, der mag im seltenen Einzelfall gerade das geniale - das für die Allgemeinheit nützliche Geniale hervorbringen, in der Regel wird er der Allgemeinheit eher schaden, da er jedes Mittel nutzen wird, um zu überleben. (Was wir ja aktuell gerade so gut mit Drogen, Vernichtung der Großsäugetiere, Überfischung, Vernichtung der Mangrovengürtel, Vernichtung der Umwelt im Allgemeinen beobachten können - und in der Geschichte beobachten konnten...)

Die Ärmsten werden von den Kapitalinteressen versklavt und zu Instrumenten der Zerstörung transformiert - die Villen der Bonzen sehen nicht in den Kathatstrophenzonen, zumindest meist nicht - nur die Natur reagiert nicht immer berechenbar.

Die Idee der solidarischen Existenzsicherung entspringt der Natur, und sie kann in jedem komplexen Verbund von Lebewesen studiert werden - der Mensch hat dieses Prinzip durchbrochen, im negativen Sinne - er wird sich nicht mehr "zurückentwickeln" - er glaubt, er hätte seine hervorragende Stellung gerade aufgrund seiner einzigartig stupiden Zivilisation generiert - dabei übersieht er, dass wir wahrscheinlich längst duch die Galaxien wandern würden, hätten wir das Grundprinzip der solidarischen Existenzsicherung nicht durchbrochen!

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 14:36

"Aber was ich im ersten Kommentar schon ansprach, es gibt eben manigfaltige Nischen in denen auch sehr etablierte Personen ihre Parolen dreschen, Augstein jun. ist so ein Zeitgenosse, auch er, würde niemals seine materiellen Rettungsringe über Bord werfen, um andere am Ertrinken zu hindern."

Also ICH hatte das noch NIE anders gesehen!! denn Augstein ist nicht umsonst mit Blome "befreundet". Alles andere ist Theater...genauso wie in der Politik...Pack schlägt sich und Pack verträgt sich...

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 14:46

"Wären die Reichen klug, würden sie den Armen ihre Würde lassen, würden sie ihnen nicht weiter den Traum vom materiellen Wohlstand in die Hirne pflanzen, doch ihre maßlose Gier wird wohl künftig nur noch die Alternative erlauben die da lautet, exterminiert sich der Mensch aus sozialer Frustration in Massen bevor die Natur dies übernimmt, oder erleben künftige Generationen eine Variante der schon längst beschriebenen Dyspotien in einer lebensfeindlichen, trostlosen Umgebung."

Hmmm...du vergisst aber dabei die ganzen andeen Aufstände um uns herum. Die Welt brodelt und ist am überkochen. Zumal das Geldsystem fertig ist! Es wird zusammen brechen...da keiner sich mehr verschulden kann. Die Reichen habe sich das Wasser abgegraben...kein Geld, kein Konsum, keine Märkte...

Also was wollen die Reichen tun??...Uns alle einsperren, unterjochen, auspeitschen?? Hmm...es gibt einfach zuviele Massen auf der Welt. Und selbst die Polizei, Armee (Adel) hat sich doch schon in der Geschichte mit den Armen solidarisiert. Spannend wie immer bleibt die Frage was hinten rauskommt! Denn im Crash befinden wir uns bereits seid 2008!!

Oberham 28.10.2012 | 15:42

... darüber, das Zinsgeld als soziale Axt fungiert, sollte sich wohl jeder Mensch klar sein - es ist ja auch so - die Menschen verfluchen innerlich das Geld seit es erfunden wurde - nur sie können sich auf den alternativen Weg leider nicht einigen.

Eine winzige Minderheit findet Geld natürlich chic.

Über die Details tauschen wir uns doch täglich auf allen Kanälen aus,

wie gesagt - wir sind in die ohnmächtige Rolle der Beobachter gedrängt, man kann sich alleine freischwimmen - doch man kann seine Mitmenschen nicht mitnehmen - bricht der Wahnsinn aus dem System hervor, wird ohnehin keiner mehr Zeit haben, sich noch groß den Kopf zu zerbrechen, ob sein Opportunismus nicht doch eine fatal falsche Entscheidung war.

(Mag zynisch klingen, doch im den furchtbaren Zeiten die wir hier für gut eine Dekade zelebrierten, gingen nicht wenige unter, die nicht rechtzeitig geflohen waren, ganz zu schweigen von den schon damals global greifenden Interessen, die Manchen der geflohen wäre, in den Irrsinnsschlund des faschistischen Deutschland zurückspülten.

Die Fanale des 20 Jahrhunderts haben uns leider keinen Milimeter rütteln lassen, am bestialischen System der Gewinner/Verliererspaltung - selbt im grandiosen Massenmorden wurden noch fleissig Pläne bezüglich maximaler Renditen geschmiedet - doch all dies ist bekannt, wir wissen es, wir ziehen es gelinde gesagt, wohlerzogen in Zweifel, doch die Resilienz des Wahnsinns ist wohl mit das übergeordnete Prinzip unserer Existenz.

anne mohnen 28.10.2012 | 16:02

@ Oi2503

Da ich die Veranstaltung besucht habe, kann ich bestätigen, dass Fragen der dFC durchaus in die Diskussion eingeflossen sind. Ich zähle das hier nicht auf! Es gibt keine Rechtfertigungsgründe!!

Der dFreitag-Salon ist für mich auch deshalb so unterhaltsam, weil er einer Salon-Kultur folgt, und Jakob Augstein das Gespräch „laufen lässt“. Das finde nicht nur ich in Ordnung, sondern viele andere auch, andernfalls wäre der Saal nicht- wie immer(!) so voll gewesen.. Es ist eben kein Schlagabtausch., insofern ist das Salon-Gespräch ein wohltuender Kontrapunkt zu all diesen unsäglichen Talk-Shows, zum Politentertainment im Fernsehen.

Im Falle von Gysy hatte Augstein und sein Publikum Spaß am Entertainer Gysi. Also, lieber Oi250, ich finde, Sie haben sich auf FC-Book genug und - ehrlich gesagt- unsäglich abgearbeitet am Verleger. Sie brauchen das hier nicht fortzusetzen; das ermüdet!

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 16:09

@Else 28.10.2012 | 00:24

Zitat: "Es sei denn....wir haben es vorher mit ganz anderen Massen zu tun...Sie vergessen nämlich unsere lieben ausländischen Mitbürger. Da sind so manche zu viel Gewalt bereit, wenn sie nur genug diskriminiert werden. Und die haben nicht nur hier sehr gute Freunde mit entsprechendem Geldbeutel!"

Was soll das jetzt sein? Ist es Ihnen bewusst, was genau und zu welchem Zeitpunkt Sie schreiben, oder passiert es einfach?

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 16:17

@anne mohnen 28.10.2012 | 16:02 @oi2503

Zitat: "@ Oi2503

Der dFreitag-Salon ist für mich auch deshalb so unterhaltsam, weil er einer Salon-Kultur folgt, und Jakob Augstein das Gespräch „laufen lässt“. [...] Also, lieber Oi250, ich finde, Sie haben sich auf FC-Book genug und - ehrlich gesagt- unsäglich abgearbeitet am Verleger. Sie brauchen das hier nicht fortzusetzen; das ermüdet!"

Wenn jemand wirklich ermüdend ist, Frau Neumann, dann sind es solche Salonerscheinungen wie Sie. Allerdings geht Ihre Arroganz zu weit, wenn Sie einem erwachsenen Menschen vorschreiben, was und wo er fortzusetzen braucht oder nicht braucht. Gerade bei einer linken Zeitung ist so ein Verhalten extrem peinlich.

anne mohnen 28.10.2012 | 17:13

Nun, Gysi konnte sich lang und breit zum inneren Zustand der Partei äußern bis hin zum Versuch Sahra Wagenknecht, psychoanalytisch deuten zu wollen, was er, Gott sei’s gedankt, dank des Unmutraunens des Publikums dann tunlichst bleiben ließ.

Den hier erwähnte Sternartikel des Jens König vom 18.10.2012 kommentierte Gysi - in extenso.

Nun, zur linken Zukunft. In Anbetracht meines exzellenten Gedächtnisses, rekapituliere ich, dass Gysi mit Verlaub gesagt keine Idee dazu hat. Es war über lange Strecken ein Rückblick auf die alte DDR. Schließlich verwahrte er sich gar gegen Visionen.

Gut, Gysi hat zur sozialen Frage das wiederholt, was, nebenbeigesagt, Frau Kipping prägnanter hinkriegt. Dennoch konnte er seine Ausführungen nicht in europäische Zusammenhänge, geschweige internationale Zusammenhänge stellen: Das war mehr als enttäuschend, für mich erhellend, auch wenn Gysi betonte, dass die europäische Linke am Boden läge.

Ganz ehrlich, ich war bei allem Amüsement über den Unterhalter, entsetzt über den Politiker Gysi.

Ich hoffe, dass Inerview wird gedruckt!

Ihre AM

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 17:29

Ja, da denken Sie doch einfach mal mit....oder lesen mal Krysmanski....und vorallem bleiben sie ruhig :-)

http://www.heise.de/tp/artikel/31/31763/1.html

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-reich-2/krys-vortr-reichtumsakteure.htm

Auszug 1. Link:

"Joussef M. Ibrahim, ein Sprecher reicher Investoren und shareholder aus der arabischen Welt, ging schon 2004 in einem Artikel in der International Herald Tribune mit den Konzerneliten der westlichen Welt ins Gericht, die sich Hunderte von Millionen Dollar in die Taschen steckten, während der Wert ihrer Konzerne durch Unehrlichkeit und Inkompetenz in den Keller sank..."

Im übrigen sollten sich alle sozial schwachen solidarisieren!! egal welcher Herkunft!

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 17:48

DandelionWine 28.10.2012 | 17:39 @Else

Was hat das alles mit Ausländern zu tun, die mit Hilfe von irgendwelchen Geldbeuteln (zum Beispiel welchen?) Unruhen anstiften sollten? Wieso schreiben Sie es gerade jetzt? Falls Sie zu viel von offiziellen russischen Medien abbekommen haben sollten: Es ist alles gelogen, es gibt keinen einzigen glaubwürdigen Nachweis!

neee...nicht schon wieder...daran krankt nämlich diese ganze FC...an dem auseinander pflücken, dem falschen hinein interpretieren von Aussagen!!

Ich sag jetzt nix mehr dazu...lesen Sie die Zusammenhänge und denken Sie vorallem auch in diesen!!

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 17:52

Wieso schreiben Sie es gerade jetzt? Falls Sie zu viel von offiziellen russischen Medien abbekommen haben sollten: Es ist alles gelogen, es gibt keinen einzigen glaubwürdigen Nachweis!

 

Was ist eigentlich MIT IHNEN SO LOS??? WARUM VERFALLEN SIE DENN IN PANIK?!! das gibt mir aber jetzt zu denken....und woher wollen Sie denn wissen, dass ich mich auf russischen Medien informiere??

 

Oha....hier geht die Post ab..nee nee

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Ehemaliger Nutzer 28.10.2012 | 18:52

Else, Ihre Omnipräsenz ist eigentlich bewundernswert, aber eigentlich sollten in diesem Blog nach meinem Dafürhalten Inhalte den Vorrang haben und nicht klugsch....rische Inneansichten pubertierenden Weltschmerzes und ausufernder Lamenti.

Im übrigen glaube ich Ihre Diktion irgendwie zu kennen, ich bin mir nicht sicher, aber waren Sie - also nicht als Else - nicht schon des Öfteren rotkärtig? ... Auffalend ist nicht so sehr Ihre Wortgewalt, als vielmehr die Fülle hochredundanter Absonderungen. Hhmmm ... ich werde mal nachschauen, wo ich etwas habe.

Kuni

mymind 28.10.2012 | 20:05

@ Anne Mohnen

Waren wir bei der gleichen Veranstaltung?

Da ich die Veranstaltung besucht habe, kann ich bestätigen, dass Fragen der dFC durchaus in die Diskussion eingeflossen sind. Ich zähle das hier nicht auf! Es gibt keine Rechtfertigungsgründe!!

Interessant, welche denn?

Nun, Gysi konnte sich lang und breit zum inneren Zustand der Partei äußern bis hin zum Versuch Sahra Wagenknecht, psychoanalytisch deuten zu wollen, was er, Gott sei’s gedankt, dank des Unmutraunens des Publikums dann tunlichst bleiben ließ.

Nun, die pseudopsychologischen Einschätzungen über S.W. waren dürftig & in dem Kontext nicht erforderlich. Wenn man böse interpretiert, dann könnte verstanden werden, dass Frauen, die ohne Vater aufwachsen nicht selbständig ohne Ersatz-Vater-/Mannfigur denken & agieren können. Stimmt, habe ich erinnerungsmäßig nicht verinnerlicht, da diese Aussage banal daneben war. Das Phänomen gibt es, aber auch diametral andere Beispiele. Nichtsdestotrotz hatte das Gesagte ein Geschmäckle  …Unmut im Publikum?

Gut, Gysi hat zur sozialen Frage das wiederholt, was, nebenbeigesagt, Frau Kipping prägnanter hinkriegt. Dennoch konnte er seine Ausführungen nicht in europäische Zusammenhänge, geschweige internationale Zusammenhänge stellen: Das war mehr als enttäuschend, für mich erhellend, auch wenn Gysi betonte, dass die europäische Linke am Boden läge.

Ah ja, welche soziale Frage meinen Sie denn. Ich war weder zwischendurch mal weg,  noch bin ich eingenickt, war ja durchaus nicht langweilig.  dennoch hörte ich mit  meinem Verstehen diese Aussagen & Ausführungen nicht…

Ganz ehrlich, ich war bei allem Amüsement über den Unterhalter, entsetzt über den Politiker Gysi.

entsetzt? das klingt ja nahezu haarsträubend, aber warum? Haben Sie die Veranstaltung als eine politische aufgefasst?

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Ehemaliger Nutzer 29.10.2012 | 10:27

Liebe Frau Neumann,

"Hier wimmelt es vor kritischen Kommentaren von mir...."

DIES IST NUN ABER WIRKLICH GELOGEN...wahrscheinlich liegt es an der Begriffsbedeutung "wimmeln" ....

Und Danke....ja es geht noch immer :))))

Und keine Sorge...ICH kann Sie sehr gut einorden. Dazu muß man keinen Stil haben, sondern ganz einfach nur einen gesunden Menschenverstand... :-)

Was die Fairness anbetrifft...so sollten Sie sich selber an die eigene Nase fassen....es gab mal Zeiten....hach ja....gut das die Zeit vergeht :)....viell haben wir aber beide auch nur ein Mißverständnis, was Begriffe angeht ;-)

tzzt...Sie als Salonerscheinung... na na na...also da gibt es HIER doch nun wahre Salonerscheinungen von Frau und Mann! Was von Ihnen hier teilweise so rüber kommt ist einfach nur arrogant....oder bemerken Sie nicht, was Sie erst 2 Minuten hier gepostet hatten?!...

anne mohnen 29.10.2012 | 12:38

@ MyMind

MopperKopp 24.10.2012 | 11:13 „Mich intessiert, warum die Linke sich so erfolgreich gegen Erfolg sträubt“

Ich habe die langen Ausführungen Gysis über das Ost-West-Verhältnis als eine nachvollziehbare Antwort gewertet.

Ferner finden Sie hier im Blog den Hinweis auf den Stern-Artikel von Herrn Petrick.

h.yuren 24.10.2012 | 11:23 „Ob die Zukunft Links liegt?“

 Dass hat Herr Gysi doch erst einmal mit Hinblick auf die SPD bzw. auf Steinbrück und seine Aussagen (auf keinen Fall die Linke) und mit dem Hinweis auf den Zustand der  europäischen Linke vorläufig beantwortet.

Magda 24.10.2012 | 13:27 „Mein Gefühl ist, dass die Bedeutung der Linkspartei steigt oder fällt mit dem Charisma der Leute, die dort im Vordergrund agieren, mit deren kommunikativer Fähigkeit, mit Durchsetzungsvermögen in den Medien usw. 

Mit "Einsichten", seien sie auch noch so zwingend allein kann man Menschen offensichtlich nicht überzeugen. Wie siehts also aus mit der "Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte" (Plechanow) „

Gysis Einlassungen über die Personaldebatte haben das doch bestätigt, was Magda vorbringt!!

Sorry, weiter suche ich den Blog für Sie nicht nach Belegen ab.

Schließlich unterstelle ich, dass JAugstein sein eigenes Konzept hat. Und dazu gehörte, dass er, dies war mein subjektiver Eindruck, dass Gespräch ab einem bestimmten Zeitpunkt schmunzelnd laufen ließ, was zumindest für mich, erhellend war. Ich habe so „im freien Fluss der Rede“, Gysi ein wenig besser kennengelernt. Dabei war ich in der Tat entsetzt über die Rückwärtsgewandtheit von Gysi. Ich habe das oben schon angedeutet: Zur Zukunft der Linken hat Gysi nichts gesagt. Vielleicht hätte JAugstein ganz in Ihrem Sinne da nachhacken sollen, mir hat's gereicht, was ich da von ihm gehört habe. Ich hätte mir übrigens gewünscht, dass Gysi eine Alternative zu Wagenknechts zurück zu „Erhard“ skizziert hätte. Denn  der „Wohlstand für alle“, den Erhard im Blick hatte, hatte mit dem heutigen Sozialstaat nichts zu tun. Stichwort: Kindergärten, Witwen und Waisen, Rente, Sozialhilfe etc.!

Die Perspektive Gysis war verengt auf die soziale Belnge. Meine Meinung ist aber, dass die soziale Frage im Spannungsfeld von Gerechtigkeit und Freiheit gestellt werden muss.

Abschießend stimme ich Ihnen zu, und wir waren tatsächlich auf unterschiedlichen Veranstaltungen. So ist das mit der menschlichen Wahrnehmung, sie ist recht subjektiv. Aber warum würden wir hier auch diskutieren, oder!

Liebe Grüße  Ihre AM  

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Ehemaliger Nutzer 29.10.2012 | 13:18

Nochmal die Frage: WO findet man die Abschrift jenes "Salongesprächs", um die Fragen des Zeitungsbesitzers und die Art und Weise  des Antwortens jenes Politikers mal nachzulesen?  Immerhin wurde mit großem Bohai dieses Salongespräch angekündigt-und nun stochern hier alle im Nebel, weil niemand so recht weiß, was da überhaupt gefragt und daraufhin wie gesagt wurde. 

Diese E-Leserbrief-Spalte " Liegt Links die Zukunft",immerhin vom Zeitungsbesitzer beim redakt. Einführungsartikel selbst verfasst und zudem war er einer der beiden Protagonisten,  macht doch nur Sinn, wenn die Leser wüßten, was die beiden Protagonisten nun gesagt haben oder nicht. Was ist das denn für eine Organisation,wo kan man das nun nachlesen? Alles andere ist doch das Dreschen leeren Strohs!

snow_in_june 29.10.2012 | 13:34

Danke für deine Mühe, aber: versuchst du mich für dumm zu verkaufen? Du zitierst h.yuren mit der Frage, ob die Zukunft links liegt??? Das war die feststehende Frage, die über der ganzen Veranstaltung stand. Wenn J.A. sich mit Gysi über diese Frage unterhalten hat (was ja gleich zu Anfang der Publikumsrunde bezweifelt wurde), dann doch nicht wegen h.yuren.

Darüber hinaus hat h.yuren geschrieben: „ob die zukunft links liegt oder links liegen gelassen wird, ist ohne glaskugel nicht einfach zu beantworten.“ Du machst daraus: „ob die Zukunft links liegt?“ Ich meine, geht’s noch?

Auch die anderen von dir hergestellten Bezüge sind doch wohl mehr als vage...

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Ehemaliger Nutzer 29.10.2012 | 13:47

Deswegen habe ich in diesem Thread meine Fragen nicht gestellt, weil es voraussehbar war, dass die Situation sich so entwickelt, wie sie sich entwickelt hat. Eigentlich habe ich gerade an Gysi jede Menge Fragen. Sie sind aber nicht salonig, sondern sachlich und z.T. auch unbequem. Denn mein Ziel ist nicht "eine gepflegte Unterhaltung", zumindest nicht, wenn es um wesentliche Fragen geht, sondern eine sachliche und ggf. harte Auseindersetzung. Gepfelgte Unterhaltung bleibt für den Privatbereich.

snow_in_june 29.10.2012 | 13:59

Ja, das war sicher nicht förderlich...sorry. Aber, ich meine, jetzt mal inhaltlich, das mit h.yuren, kannst du da mein Erstaunen nicht nachvollziehen...? Würd mich freuen, wenn du da noch mal inhaltlich was zu sagst, ich meine, da hab ich doch einen Punkt, oder?

Noch mal zu den beiden anderen Zitaten: Die finde ich halt sehr vage. Andererseits ist dass dann jetzt auch eine Geschmacksfrage (vage oder nicht, sehr vage, mittel-vage), wo wir dann auch in trauter Eintracht unterschiedlicher Meinung sein können.

anne mohnen 29.10.2012 | 17:42

Yuren hat natürlich Recht mit seinem Galskugelvergleich, keine Frage. Doch ich erwarte von Gysi eben keine detaillierte Zukunftsbeschreibung über den Arbeitsmarkt etc. Allein sich an den Begriffen Freiheit, Gleichheit, Solidarität entlang zu hangeln, das wäre mir wichtig gewesen. Dass sind nämlich die „Stationen“ die mal offenkundig, jedoch auf weite Strecken schleichend lahmgelegt werden. Von der Bedingung der Möglichkeiten dieser Ideen jedoch, hängen meiner Meinung nach essentiell alle weiteren Lösungen ab. Ich habe mich dazu schon einmal sehr theoretisch verbreitet.