karlsand

Neu beginnen

03.01.2010 | 13:40

Einstellung zur Sexualität

Ich hatte grundsätzlich eine eher skeptische Einstellung zur Sexualität. Sie hat etwas zutiefst Vergängliches! Trotzdem haben sexuelle Handlungen Spass gemacht, solange die Hormone das Gehirn steuern und weniger die Vernunft. Meine Grundhaltung ist aber, stabile Verhältnisse für mich selbst zu haben, um die eigentlich wichtigen Dinge machen zu können! Schon mit etwa 20 dachte ich, das mit dem Sex wird so um die 50 erledigt sein, dann beginnen die ruhigeren und produktiveren Zeiten. Ich hatte aber keine Vorstellung davon, was ruhig und produktiv in concreto bedeuten. Jetzt, da ich die 50 weit überschritten habe, merke ich, ruhig heisst: langsam zu verschwinden im Nebel der Bedeutungslosigkeit und das ist gar nicht schmerzhaft, sondern gut so. Und produktiv heisst, nur noch sich und seiner Lieben zu leben und auch das ist gut so. Die Sexualität macht aus uns hippelige Kinder ohne großen Verstand mit überbordender, aber letztendlich sinnloser Kreativität. Eine sexualisierte Welt leidet unter Botulismus!

 
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Kommentare
Magda schrieb am 03.01.2010 um 15:54
:-)))
Das sind ja interessante Einstellungsbekundungen.
goch schrieb am 03.01.2010 um 16:10
Ich hatte grundsätzlich eine eher skeptische Einstellung zur Sexualität. Sie hat etwas zutiefst Vergängliches!
Soll das ein Gegenargument zu Sexualität sein?
Was im Leben ist nicht vergänglich? Danach bemisst sich doch nicht die Relevanz für das eigene Leben, sondern danach , was sie uns bedeutet, denke ich.

Trotzdem haben sexuelle Handlungen Spass gemacht, solange die Hormone das Gehirn steuern und weniger die Vernunft.
Das klingt so, als wenn Emotion und Verstand Gegensätze per se sind. Das Sex erst seine volle Wirkung entfaltet,wenn der Mensch für mich persönlich etwas ganz besonderes ist, bedeutet doch, dass ich verstandesmäßig den anderen in seiner Einzigartigkeit annehme und nicht nur emotional.

Meine Grundhaltung ist aber, stabile Verhältnisse für mich selbst zu haben, um die eigentlich wichtigen Dinge machen zu können!

Verstehe ich das richtig, dass sich reife Liebe und die wichtigen Dinge des Lebens für dich Gegensätze sind?

Jetzt, da ich die 50 weit überschritten habe, merke ich, ruhig heisst. langsam zu verschwinden im Nebel der Bedeutungslosigkeit und das ich gar nicht schmerzhaft, sondern gut so.

Beziehst du das Verschwinden und die Bedeutungslosigkeit auf die Sexualität oder auf die Liebe allgemein?
Könnte Liebe so gefasst: anderen seine Lebendigkeit zu schenken und sie geschenkt bekommen nicht eher auch die sexuelle Seite mitumfassen. Wo fängt Sex an, beim zärtlichen Streicheln, beim Umarmen oder erst beim tatsächlichen Geschlechtsakt?

Und produktiv heisst, nur noch sich und seiner Lieben zu leben und auch das ist gut so. Die Sexualität macht aus uns hippelige Kinder ohne großen Verstand mit überbordender, aber letztendlich sinnloser Kreativität.

Sinnlose Kreativität, gibt`s das überhaupt?
Ist Kreativität nicht die spielerische phantasievolle Wahrnehmung/Äußerung des menschlichen Denken und Handelns?

Eine sexualisierte Welt leidet unter Botulismus!
Das musste ich erst mal googeln.
Dies sehe ich auch so, dass die Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche mit sexueller Konnotation eine Verarmung unseres Lebens ist, zumindest eine Vereinseitigung!
oranier schrieb am 03.01.2010 um 21:10
Moin goch,

was machst du denn hier? Das ist ja Textkritik. Du bist abonniert!

Grüße vom
oranier
weinsztein schrieb am 03.01.2010 um 16:12
Wer mit 20 glaubt, dass sich mit um die 50 das mit dem Sex erledigt habe, war mit 20 schon sehr alt.

Grüße vom hippeligen Kind über 60 ohne großen Verstand. weinsztein
oranier schrieb am 03.01.2010 um 21:07
Hi weinsztein, mein Alter,

du sprichst mir aus dem Unterleib.

Habe mal versucht, in karlsands blogs ein wenig zu surfen, immer auch auf der suche nach der Erkenntnis, was in dem egalitären Freitagsblog einem Blogger die höheren Weihen zum Publizisten eröffnet. Ich glaube, mir dämmert's allmählich.

"Skeptische Einstellung zur Sexualität" und damit offensichtlich verbundene Blutleere scheinen wesentliche Kriterien zu sein:

Im ersten Blog las ich:

"...übrigens ist für mich auch meine Oma ein Vorbild, eine Frau, die sich in den 30er Jahren von ihrem Mann auf eigenen Antrag hat scheiden lassen und danach eine per Vertrag geregelte Ehe ( mit vertraglich verbotenem Sex) mit einem pensionierten Finanzbeamten eingegangen ist."

im zweiten ging es, wo nicht um das Verbot, so doch um die sattsam bekannten üblen Folgen von Sex beim Unterschichten- Gesindel:

"Deshalb fordere ich, dass zukünftige Eltern
1. sich umfassend für das Erziehen qualifizieren sollten und dies durch ein Zertifikat nachweisen sollten und
2. in der Regel nicht mehr als ein Kind bekommen sollten, denn für mehr als eines reicht die Kraft in der Regel nicht aus."

Weiter zu lesen habe ich mir nicht zugemutet.
Achtermann schrieb am 03.01.2010 um 17:27
Das Neubeginnen sieht bei manchen Herren, insbesondere wenn sie prominent und reich oder nur prominent oder nur reich sind, eher gegenteilig aus:

Müntefering ist 69 Jahre alt, seine Gattin gerade mal 29. Lothar Matthäus (48)ist derzeit noch verehelicht mit einer 22-Jährigen. Joschka Fischer, jenseits der 60, steht momentan mit einer 28 Jahre jüngeren Frau im Bund der Ehe.

Und auch bei der lokalen Prominenz beobachte ich ähnliches. Gut situierte reifere Herren, die in der Öffentlichkeit stehen, gönnen sich neben einem Sportwagen gern noch eine deutlich jüngere Frau. Diese Statussymbole, die beide auf Potenz hinweisen, bedeuten wohl oft mehr als die oben angedeuteten "eigentlich wichtigen Dinge". Da gibt es offensichtlich unterschiedliche Gewichtungen, was als persönlich wichtig erachtet wird.
oranier schrieb am 03.01.2010 um 19:55
Ach Achtermann, du mit deinem Sozial- und Sexualneid!
Achtermann schrieb am 04.01.2010 um 10:43
Du weißt doch gar nicht, welche Pferde bei mir in der Box stehen!

Grüße vom
Achtermann
oranier schrieb am 04.01.2010 um 14:54
Für Achtermann
nit den entsprechenden Wünschen von oranier fürs neue Jahr:

Kurt Tucholsky

Das Ideal

Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer - nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve -
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.

Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad - alles lenkste
natürlich selber - das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche - erstes Essen -
alte Weine aus schönem Pokal -
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

Ja, das möchste!

Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten -
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Etwas ist immer.
Tröste dich.

Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Daß einer alles hat:
das ist selten.

(1927)
Achtermann schrieb am 04.01.2010 um 20:52
Lieber oranier,

vielen Dank!!!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.01.2010 um 17:48
Botulismus, muss ich erst googeln.

Wie wärs mit Sinnlichkeit statt Sexualisierung?

Ruhige Grüße
Feli
goch schrieb am 03.01.2010 um 18:01
Botulismus heißt Vergiftung nach wiki, hab ich gelesen
weinsztein schrieb am 03.01.2010 um 18:13
Botulismus
Botulus ist das lateinische Wort für Wurst. In der Lebensmittelherstellung wird das Wachstum des Bakteriums Clostridium botulinum durch Pökeln verhindert.
(laut wikipedia)

Wer sich also beizeiten einpökelt, hat unter Alterssexualisierung weniger zu leiden.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 03.01.2010 um 18:17
Es gibt doch diesen schlauen Spruch,
dass es immer auf die Dosis ankommt.

Das heißt, ob ein Stoff toxisch wirkt, hängt von der Dosierung ab.

Manche Substanzen können heilsam sein, wie gesagt, in der "richtigen" Dosierung.

Insofern würde ich karlsand schon wieder etwas besser verstehen, wenn er es in Bezug auf Sexualität und/oder Reizüberflutung so oder so ähnlich meint...?
merdeister schrieb am 07.01.2010 um 14:49
"Eine sexualisierte Welt leidet unter Botulismus!"

"Das heißt, ob ein Stoff toxisch wirkt, hängt von der Dosierung ab."

Das Botulinumtoxin wirkt schon ab 1ng (0.000000001g) tödlich. Das sind dann eher homöopathische Dosen an Sex.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.01.2010 um 14:59
...1ng (0.000000001g) -

das ist dann doch ein bißchen s e h r wenig!

;)
LG Feli
Titta schrieb am 03.01.2010 um 19:08
Aus dem Text spricht für mich großes Bedauern wie auch große Sehnsucht. Das finde ich dann wiederum sehr spannend, diese Spannung.
Magda schrieb am 03.01.2010 um 19:10
Das dachte ich mir.
weinsztein schrieb am 03.01.2010 um 19:13
was denn, Magda?
Magda schrieb am 03.01.2010 um 19:22
Ich dachte, das dachte ich mir. :-))
weinsztein schrieb am 03.01.2010 um 19:29
So wie du dir meist was denkst, wenn du Titta liest, vermute ich. Also gesund ist das nicht, glaube ich.
oranier schrieb am 03.01.2010 um 19:41
@ Titta

Liest du jetzt schon aus anderer Leute Bekenntnisliteratur indirekt geäußerte Bedürfnisse heraus?

Karlsand schreibt doch oben: "und das ich (ist) gar nicht schmerzhaft". Und warst es nicht du, die uns dereinst versprach, das große Glück erscheine bereits mit über vierzig, wenn die bis dahin noch ein wenig glimmende Glut zu Asche erloschen?
Magda schrieb am 03.01.2010 um 19:45
"Also gesund ist das nicht, glaube ich."
Für wen?
weinsztein schrieb am 03.01.2010 um 19:49
Für wen? Diese Frage zustellen heißt, sie zu beantworten.
Titta schrieb am 03.01.2010 um 21:40
@oranier

Wie immer in den Bezügen hervorragend!
Deshalb ja meine Sätze.
Magda schrieb am 03.01.2010 um 19:17
Einstellung zur Sexualität

Mir ist noch eingefallen: "ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt, denn das ist meine Welt..." Na und so weiter.
luggi schrieb am 03.01.2010 um 19:59
Also, ich wär für eine Altersgrenze mit dem Sex. Mit Eintritt in das Rentenalter dürfen die nicht mehr. Wär ja noch schöner, wenn sich die Rentner noch weiter vermehren.
goch schrieb am 04.01.2010 um 00:17
Schreib das doch der neuen Ursula
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 20:26
luggi, bist Du gerade untertage?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 04.01.2010 um 23:57
"langsam zu verschwinden im Nebel der Bedeutungslosigkeit" - Tja, karlsand, das versteht nicht jeder, auch von den reiferen Leutchen nicht. Bedeutungslosigkeit?!! Neeeeiiiin, das darf nicht wahr sein!!!!!!!!!!!!
oranier schrieb am 05.01.2010 um 20:41
Sind solche Blogbeiträge, scheinbare Bekenntnisliteratur, als regelrechte Beziehungsfallen nicht eigentlich kategorisch abzulehnen?

Soweit es sich dabei um die Darstellung intimer und ganz persönlicher Erlebnishorizonte und privater Meinungen und Empfindungen handelt, haben sie m.E. in einer öffentlichen Debatte gar nichts zu suchen, ob es dabei nun um Sexualität oder um Moscheen geht.

Was will man einer Frau sinnvoll entgegenhalten, die nach der Menopause offenkundig hormonell bedingt jedes Interesse am Sex verloren hat und das, je nachdem, entweder bedauert oder begrüßt? Was einem Mann, der "grundsätzlich eine eher skeptische Einstellung zur Sexualität" hat und meint, ohne Sexualtrieb produktiver oder auf andere Weise produktiv sein zu können?

So etwas ist eigentlich ganz und gar inkommensurabel (ein schwieriges Wort, ich weiß, aber es zergeht mir auf der Zunge, weil es sämtliche Vokale enthält), entzieht sich jeder Möglichkeit sinnvoller Diskussion.

Problematisch wird es aber erst, wenn solche Bekenntnisliteratur, wie üblich, durchsetzt ist von expliziten oder unterschwelligen Urteilen, die durchaus der Kritik, der Zustimmung oder des Widerspruchs, zugänglich sind. Durch die Melange erscheint dann die Kritik allzugleich als Eingriff, gar als Übergriff in die persönliche Sphäre, was für den Autor die Funktion hat, vor Kritik relativ geschützt zu sein und für den Kritiker den Fallstrick enthält, seinerseits als unsensibel, persönlich verletzend und destruktiv rezipiert und angegriffen zu werden.

Ein solches Urteil ist hier z.B.:

" … solange die Hormone das Gehirn steuern und weniger die Vernunft".

Der Satz kommt als rein subjektives Erleben daher, ist jedoch keineswegs eine "Erfahrung" oder gar ein Gefühl, sondern die Ausgeburt eines weltanschaulichen Standpunktes, und zwar eines äußerst problematischen, wie ich meine. Dahinter steckt nichts anderes als der pure Biologismus. Menschliche Sexualität als bewusstloses tierisches Begattungsverhalten nach Reiz-Reaktionsschemata von unbedingten Reflexen.

Das ist alles andere als inkommensurabel, es ist eine biologistische Verengung, damit wesenhafte Verkennung dessen, was menschliche Sexualität (eigentlich eine Tautologie, denn Tiere haben keine Sexualität, sondern eben ein Begattungsverhalten) als leiblich-seelisch-geistiges Phänomen für eine halbwegs dem rohen Naturzustand, wenn es den denn überhaupt gibt, entwachsene Person bedeutet.

Gleichermaßen stellen die Sätze "Die Sexualität macht aus uns hippelige Kinder ohne großen Verstand mit überbordender, aber letztendlich sinnloser Kreativität. Eine sexualisierte Welt leidet unter Botulismus!" sogar ein apodiktisches verallgemeinerndes Urteil dar. Über die "sinnlose Kreativität" will ich mich nicht näher auslassen, der Satz "Eine sexualisierte Welt leidet unter Botulismus!" hat jedoch einen durchaus verschleiernden Charakter. Hier wird Zustimmung erheischt, und findet diese im Kommentar von goch auch, indem scheinbar gegen "die Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche mit sexueller Konnotation" zu Felde gezogen wird.

Was dabei jedoch unversehens verschleiert wird, ist der Umstand, dass die "Sexualisierung" unserer Welt eine dem Warencharakter geschuldete Entfremdungserscheinung ist. die Kritik daran, wo sie gegen die Sexualität überhaupt zielt, verkennt jedoch, dass unsere Welt, auch und gerade in ihrer nicht entfremdeten Form, durchaus sexuell IST. Dass uns die gesamte Natur überhaupt erst als lebendige und blühende und fruchtbare begegnet durch ihre kreative und produktive überbordende Sexualität, und darein sind die Menschen mit ihrer Sexualität und Liebe, zwei menschliche Wesenskräfte, die einander durchdringen und ergänzen, und nicht einander widersprechen, mit seinen natürlichen Gaben und kulturellen Begabungen eingebunden.

Insofern, lieber Meisterfalk, wenn jemand das Bedürfnis hat, mitsamt seiner Sexualität "langsam zu verschwinden im Nebel der Bedeutungslosigkeit", so ist das seine ganz private Angelegenheit, die man ihm nicht verwehren kann und sollte.

Dwm verallgemeinernden Urteil über die Bedeutung der Sexualität für die Menschen überhaupt, dem muss man allerdings nicht begegnen mit einem Postulat: "Neeeeiiiin, das darf nicht wahr sein!!!!!!!!!!!!"

Es IST nicht wahr.
Titta schrieb am 06.01.2010 um 01:28
Oranier, ich liebe dich!
karlsand schrieb am 06.01.2010 um 17:39
Ein Blog ist eine äußerst private Angelegenheit, das ist gerade das Reizvolle daran. Wenn das Bloggen gut läuft, dann kann es fast wie Psychotherapie funktionieren, im Sinne von freier Assoziation. Dann sollten aber auch Regeln der Fairness herrschen. Natürlich darf ein fast 60-Jähriger auch Erkenntnisse, die ihm persönlich zuteil wurden. einigermaßen apodiktisch formulieren. Das steht ihm zu! Was andere daraus machen und ob es sie evt. zum Widerspruch reizt, ist eine andere Frage. Witzig ist, dass man meine sehr distanzierte Haltung einerseits kritisiert und andererseits auch vom Warencharakter der Sexualität spricht. Gerade weil etwas zu Ware degeneriert, sollte dem die Freiheit des Individuums entgegen gestellt werden. Ich will, dass in allen Bereichen des Lebens klare Vernunft herrscht statt einer naturhaften Täuschung! Wir sind nicht einmal Herren in unserem eigenen Oberstübchen, wenigstens im Unterstübchen sollten wir es sein. Ich verlange für mich eine Überwindung aller Illusionen, auch wenn das schmerzhaft ist. Andere Menschen haben andere Lebensentwürfe, das steht ihnen zu. Der Blog bringt uns unterschiedliche Menschen in Kontakt, das ist das Spannende daran. Es gibt keinen Grund, sich gegenseitig zu attackieren.
luggi schrieb am 06.01.2010 um 23:49
Also oranier, ist jetzt sex so mehr Literatur oder doch Bedürfnisbefriedigung? Männer werden nie zu 100% Herrschaft über ihr Unterstübchen erlangen. Kannste den Verhaltensforschern glauben.
oranier schrieb am 07.01.2010 um 13:51
Ach weißt du, Luggi,

Ich glaube überhaupt nur noch den empirischen Forschern. An etwas muss der Mensch schließlich glauben, und nachdem ich meinen Glauben an die ewigen Wahrheiten der Religion verloren habe, stütze ich mich nunmehr auf jene, die mich alle zwei Jahre mit sensationell neuen Glaubenslehren überzeugen, welche die noch gar nicht erkalteten alten Wahrheiten jeweils radikal umstürzen.

Ein Unterstübchen besitze ich zu meinem Leidwesen gar nicht, was mich sehr bedrückt. Ich habe nur jemanden, der beständig Einlass in ein solches begehrt, und niemals nie ist es mir bislang zu meiner großen Enttäuschung gelungen, 100% Herrschaft über ein solches zu gelangen. Im Gegentum: die jeweilige Hauseigentümerin öffnet oder verschließt es dem Einlass-Begehrenden nach Gesetzmäßigkeiten, welche mir seit je ein Geheimnis darstellen, das mir bislang nicht einmal die Verhaltensforscher (auf-) schlüssig und zielführend eröffnen konnten.

Und so frage ich mich denn, ob es sich etwa um der bloßen Bedürfnisbefriedigung willen verlohnt, diese mit Blumen und Konfekt und schön gesetzten Worten zu bewegen, mich in ihr Kämmerlein zu lassen, was eben wegen der undurchschaubaren Gesetzmäßigkeiten nicht einmal garantiert zum Erfolg führt.

Da kann es denn durchaus geschehen, dass ich den auf Bedürfnisbefriedigung drängenden Störenfried lieber ein paarmal kräftig schüttele, bis er Ruhe gibt, und mir dergestalt erst die Möglichkeit zu sinnvoller und erfüllender Kreativität geboten wird und ich dann hier Literatur absondere. Das bringt mir dann immerhin den Gewinn, dass mir eine zartbesaitete Seelenverwandte umgehend eine Liebeserklärung macht.

Mehr kann man hier nicht erwarten. Oder glaubst du etwa, eine von den hier versammelten Ladies der gehobeneren Geistesart würde mir, wenn ich unverblümt nach bloßer Bedürfnisbefriedigung verlangte, antworten: "Komm, ich will dir tun nach dein' Begehr und stillen dein Verlangen!"?
merdeister schrieb am 07.01.2010 um 14:55
"Ein Blog ist eine äußerst private Angelegenheit"

Wie privat mag dann Sex sein?
luggi schrieb am 07.01.2010 um 22:51
@ oranier

mal so als Vorschlag, gehste anderkaffer in eine Ü30-Party, is aba erst nichts besonderes. Jetzt aba, musste janz mutich sein und ein T-Shirt tragen worauf geschrieben steht:
ICH MUSS FICKEN-SORRY FOR MEIN UNTERSTÜBCHEN
Tja, und stell dir vor, da kommt dann ein Shirt, kreuzend deinen Weg, auf dem seht:
HANDJOB WAS YESTERDAY

Und jetzt ein Zitat von dir
"...Mehr kann man hier nicht erwarten. Oder glaubst du etwa, eine von den hier versammelten Ladies der gehobeneren Geistesart würde mir, wenn ich unverblümt nach bloßer Bedürfnisbefriedigung verlangte, antworten: "Komm, ich will dir tun nach dein' Begehr und stillen dein Verlangen!"?

Also, wenn du ganz höflich forderst? Wunder geschehn, vielleicht mit Internetsex.

luggi, die Zweibeiner machen ein Problem um Fortpflanzung...es macht doch einfach nur Spaß, odrr?
Titta schrieb am 08.01.2010 um 01:57
luggi,

du bist der beste! Wo kann ich das T-Shirt bestellen?
Titta schrieb am 08.01.2010 um 01:59
Also ich meine das hier:

ICH MUSS FICKEN-SORRY FOR MEIN UNTERSTÜBCHEN
Titta schrieb am 08.01.2010 um 04:00
@oranier

"zartbesaitete Seelenverwandte"

Du verstehst es, einem Komplimente zu machen. Ich eine zartdarmige Seelenverwandte! Paß da doch bitte in Zukunft ein bißchen mehr auf die Wahl deiner Wörter auf.
Ich erinnere mich noch gut an die Saitenwürschtle, besonders verbreitet im süddeutschen Raum, also unterhalb des Bauchnabels, du verstehst. Da ist ein Saitenwürstchen nichts anderes als eine Wurst im eignen Darm. Schafsdarm müßte es bei dieser Dicke der Wurst dann wohl sein. Schafsdarmige Seelenverwandte, wie einem die Komplimente doch verrutschen können mitunter.
Verrutschte Komplimente, dazu hatte ich doch in Friedlands letztem Blog schon was gepostet. Kannst ja mal nachlesen gehen... Könnte ja helfen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.01.2010 um 09:00
Das Problem ist nicht, oranier, wie karlsand meint, die Sexualisierung der Welt, sondern die Semantisierung. Was er Sexualisierung nennt, ist Semantisierung und Ästhetisierung (nach einem bestimmten Ästhetikverständnis) der Sexualität. (Diese Semantisierung ist natürlich ihrerseits eine Folge, nämlich der Kommerzialisierung. Auch hier also fleißig am Werke die Warenästhetik.) "Verschwinden im Nebel der Bedeutungslosigkeit" heißt also u.a., wir entziehen uns der allgegenwärtigen Pflicht zum Demonstrativen, Pfeifen auf die Distinktion, und treiben das Unsrige ganz schamlos im stillen Kämmerlein.

Man müsste natürlich ein uneitler Mensch sein...
Titta schrieb am 08.01.2010 um 18:31
Lieber meisterfalk,

du schreibst: "Verschwinden im Nebel der Bedeutungslosigkeit" heißt also u.a., wir entziehen uns der allgegenwärtigen Pflicht zum Demonstrativen, Pfeifen auf die Distinktion, und treiben das Unsrige ganz schamlos im stillen Kämmerlein."

Zu dem stillen Kämmerlein, in dem die Sexualität dann stattfinden soll, haben kluge Leute auch schon vor zweihundert Jahren Interessantes zu sagen gewußt. Ich suche mal nach dem entsprechenden Text, der mir dazu gleich eingefallen ist. Hoffe, ich finde ihn auch.
Jedenfalls trägt die Sexualität auch gesamtgesellschaftlich gesehen eine Funktion aus. Vergleiche nur einmal ihre Beschreibung als Brot der Armen, und was damit eigentlich für eine Ungeheuerlichkeit gesagt wird!
Titta schrieb am 08.01.2010 um 18:38
Hier der Text:

Anarchia, ist ein Griechisch Wort...
In der Politic heißt es ein solcher Staat, da kein Regent ist, und iedermann nach seineni eigenen Gefallen lebet.
Dergleichen eraeussert sich, wenn Aufruhr entstehet, und das gemeine Volck den Vornehmern die Haelse zu brechen suchet, da denn diese Pest nicht eher kan abgeschaffet werden, bis endlich ein Monarch entstehet, der die unruhigen Koepffe wieder zu Paaren treibt, und das Land oder Stadt wieder in Ruhe setzet.
Zedler
Großes Universallexikon Aller Wissenschaften und Künste, welche bißhero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden worden; Halle und Leipzig, 1732
oranier schrieb am 09.01.2010 um 12:53
@ Titta

"zartbesaitete Seelenverwandte" ein "verrutschtes Kompliment"?

- Ja, ja, so sind sie halt auch wieder, die Weiber. Und immer wieder falle ich darauf herein. Kaum, dass mir eine von ihnen eine wohlfeile Liebeserklärung macht, verfalle ich in einen romantischen, was nichts anderes bedeutet als "romanhaften" Zustand:

"Seine Gedanken waren lieblich wie die Geister der Dämmerung; Ruhe und Verlangen wechselten in ihm; die Liebe lief mit schaudernder Hand tausendfältig über alle Saiten seiner Seele; es war, als wenn der Gesang der Sphären über ihm stille stünde, um die leisen Melodien seines Herzens zu belauschen." (Goethe, wilhelm Meisters Lehrjahre)

Ach, wie gerne möchte ich dann die zartesten Saiten ebenfalls bei der solcherart Geliebten anreißen, um so voller Glück auch ihren hellen und leuchtenden und verheißungsvollen Klang vernehmen zu können.
Jedoch kaum, dass ich's versucht, suchen ihre kalten Füße, die sie umgehend bekommt, aus den romantischen Himmeln allzuschnell wieder die Bodenhaftung des profanen Erdenlebens. Und sie kommt mir, um auch mich auf die Erde zurückzuholen, mit lexikalischen Erörterungen der besonderen Art, wonach, wozu der Psalmist die Kinder Israels mit Emphase aufruft:

Halleluja! Lobet den HERRN in seinem Heiligtum; lobet ihn in der Feste seiner Macht! Lobet ihn in seinen Taten; lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit! Lobet ihn mit Posaunen; lobet ihn mit Psalter und Harfe! Lobet ihn mit Pauken und Reigen; lobet ihn mit Saiten und Pfeifen! Lobet ihn mit hellen Zimbeln; lobet ihn mit wohlklingenden Zimbeln! Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!

bedeuten soll, sie sollten sich bei den verachteten Kanaanäern, die nicht den Einen und Einzigen verehren, sondern die Kinder Israels beständig mit ihrem Beelzebub in Versuchung zu bringen suchen, das widerliche Schweinefleisch besorgen, um mit den daraus hergestellten Bockwürstchen im zarten Saitling Jahwe zu ehren und zu preisen.

So verschieden können Männer und Frauen, und so unterschiedlich kann das Verständnis der Bedeutung von Wörtern und alterhwürdigen Texten sein.
oranier schrieb am 09.01.2010 um 13:03
Merke:

"Empfindung ist Schwingung einiger Saiten, und das zerschlagene Klavier tönet nicht mehr."!

FRIEDRICH SCHILLER, DIE RÄUBER
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 13:15
@Titta
Das Zitat leuchtet mir in dem Zusammenhang nicht ein, es sei denn, 'zu Paaren treiben' verstehst Du als das Wegsperren von Paaren in stille Kämmerlein, dort dann 'das Brot der Armen' zu genießen?
oranier schrieb am 09.01.2010 um 15:12
@ merdeister

oh, die Erklärung war unnötig. Natürlich hatte ich dich richtig verstanden, deine Aussage aber feige als Anknüpfungspunkt für meinen Rückzug ins Private missbraucht. Verzeihst du mir das? Natürlich bekommst du die Geschichte umgehend, sollte ich doch die Schamlosigkeit aufbringen, sie öffentlich zu machen, keine Frage!

@ Titta

" ... daß oranier und ich eh längst eins sind."

- Zusammengefügt von einer höheren Macht gar? Auch eins der weiblichen Geheimnisse, dass die Vereinigung, die ich als Herzenswunsch nur durch die blaue Blume hindurch auszusprechen wage, auf der anderen Seite offenbar bereits als vollzogen gilt, ohne dass ich dazu befragt werden müsste.

"Also zwei nicks"

- Was ganau soll das bedeuten? Verstehe ich nicht.

@ meisterfalk

Jetzt mal im Ernst: Lässt sich der von Titta ins Spiel gebrachte Text etwa anders deuten als die Verweisung des aufrührerischen Gesindels aus dem öffentlich-politischen Raum ins Private? Vielleicht als Aufforderung, den revolutionären Aufruhr pärchenweise Hand in Hand zu veranstalten?

Der Text selber ist ja niederschmetternd, an dem Ort und zu der Zeit entstanden, da der Bach dort wirkte. Immerhin, der in Sachsen geborene Lessing war erst drei Jahre alt. Es bestand also noch berechtigte Hoffnung auf Aufklärung. Von Interesse wäre für mich, ob das ganze von Zedler herausgegebene Lexikon von diesem Zuschnitt war, hielt ich doch die Form für ein spezifisches Medium der Aufklärer, sicher geprägt durch die "Encyclopedie" von Diderot und d'Alambert. die haben jedoch, um den Zensor zu täuschen, unter den Stichwörtern, die dieser erwartungsgemäß nachschlagen würde, traditionelle Auffassungen veröffentlicht und ihre revolutionären unter unverfänglichen Stichwörtern. Das gebildete Publikum als Adressat war darüber informiert und wusste, wo nachzuschlagen war. Verfolgte das zuvor erschienene "Große Universallexikon ..." in dieser Hinsicht etwa eine ähnliche Strategie?

Interessant auch das Statement zum Volksaufruhr lange vor der großen Französischen Revolution. Da mag die Glorious Revolution Pate gestanden haben, wo nach einer republikanischen Phase das Königtum wieder etabliert wurde.

Kurz und gut, lieber meisterfalk, mir ist deine an mich adressierte Äußerung ein wenig zu kryptisch. Befindest du dich dort in Übereinstimmung mit mir oder im Widerspruch zu mir? Ich mutmaße, dass die allfällige "Sexualisierung" nicht nur die äußere, warenästhetische Form betrifft, sondern dass hier tatsächlich die gesellschaftlich-kulturell formbestimmte Sexualität rückgeführt wird auf elementare tierische Reiz-Reaktionsmuster, die dann offen oder unterschwellig zur Förderung der Konsumbereitschaft aktiviert werden können.

Und was genau meinst du, bitteschön, mit " ... wir entziehen uns der allgegenwärtigen Pflicht zum Demonstrativen, Pfeifen auf die Distinktion, und treiben das Unsrige ganz schamlos im stillen Kämmerlein."?

Grüße
oranier
Titta schrieb am 09.01.2010 um 23:31
@oranier

Gut gemacht! Was sollte ich gegen Bibelzitate noch zu argumentieren haben?
Darum nur noch dieses, ich hoffe, zum beiderseitigen Einvernehmen:
Ist es nicht seltsam, daß Schafsdärme die Seele aus eines Menschen Leib ziehen können?
William Shakespeare

Und wg. der kalten Füße. Bin letztens barfuß im Schnee herumgestapft. Erst ist es entsetzlich kalt, stimmt, es schmerzt sogar richtig, aber dann wird es einem unglaublich warm, für eine lange Zeit.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 05.01.2010 um 20:47
maskenhaft galore
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.01.2010 um 21:30
Könnte sein, oranier, vielleicht noch kombiniert mit etwas Voyeurismus. - Also, sag Bescheid, wenn sie im Anmarsch sind! :)
oranier schrieb am 07.01.2010 um 21:42
Kein Thema, meisterfalk, Ehrensache unter Männern!

Könnt' ich glatt 'ne Geschichte drüber schreiben, in der Konstellation, aber da merdeister uns an die Privatheit des Sexuellen gemahnt, handeln wir das lieber praktisch hinter verschlossenen Türen ab, gell?
merdeister schrieb am 07.01.2010 um 21:57
Lieber oranier,

bitte enthalte mir diese Geschichte nicht vor. Mit dem Kommentar zur Privatheit des Themas hatte ich den Versuch einer Erklärung gewagt. Der Autor hält ein Blog für eine "äußerst" private Angelegenheit. Dann müsste Sex eine so private Angelegenheit sein, dass man sie für sich allein lebt oder sterben lässt. Das ist auf Dauer auch langweilig und erklärte den Artikel.
Titta schrieb am 08.01.2010 um 02:03
@merdeister

Auch eine schöne Erklärung!
Titta schrieb am 08.01.2010 um 02:23
@meisterfalk

Das wird dann aber eine Ent-täuschung sein, wenn du kommst ;-)
Denn dann wirst du feststellen, daß oranier und ich eh längst eins sind. Also zwei nicks.

Kümmere dich dann auch bitte um chrisamar, die wird einiges zu verkraften haben.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 13:08
@Titta
Das weiß ich doch jetzt schon.
merdeister schrieb am 06.01.2010 um 23:20
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.01.2010 um 14:12
@ Oranie

Wo wohnst Du noch?
Kannst Dich ja schon unten rum frei machen. Bin gleich da!

Erwarte Geschenke.
Mit Musik:
oranier schrieb am 07.01.2010 um 16:36
Ich bitte dich, liebe chrisamar,

"Kannst Dich ja schon unten rum frei machen", schickt sich eine solche Aufforderung etwa für Ladies der gehobeneren Geistesart? Das passt doch eher auf eine ganz andere Sorte, oder?

Mit dem riesengroßen Wurstbonbon kann ich allerdings leider sowieso nicht dienen. Das bereitet mir auch gehörige Komplexe.

Die Frauen betonen den Männern ja jeweils so eilfertig und beflissen, sie brauchten deswegen keine Komplexe zu haben, denn darauf komme es gar nicht an, dass die Männer daraus ersehen können: die Frauen fahren insgeheim doch drauf ab, und das macht ihnen wiederum Komplexe, usw. ad absurdum.

Ich hatte mich darüber gerade beruhigt, und nun kommst du mit deinem riesengroßen Geschenkwunsch mit Musik daher und machst mein ganzes mühsam im Fließgleichgewicht gehaltenes Selbstbewusstsein wieder zunichte.

Also mache ich mich unten rum einstweilen doch lieber weiter auf die angedeutete Weise frei, um so hier altersweise Literatur produzieren zu können.

Schöne Grüße
Onanier
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.01.2010 um 17:31
oranier, pass bloß auf, stell Dir mal vor, chrisamar und Titta tauchen gleichzeitig bei Dir auf...

:))
oranier schrieb am 07.01.2010 um 21:17
meisterfalk, mir schwant es seit längerem: du hast einen unterschwellig sadistischen Zug an dir. ;)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.01.2010 um 21:31
oranier, siehe eine Etage höher - Kommentar verrutscht...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.01.2010 um 21:51
mann, mann, mann, ihr verwurstet hier aich jeden kleinsten zipfel, what a worse, bzw. wurst, pffft! mit wurstbildern behellige ich mal besser nicht… obwohl die titanic ja mal so ein geiles wurstsuppen- oder salatbild hatte. find' ich gerade nit.
Titta schrieb am 08.01.2010 um 02:14
Meisterfalk,

du gehst ernsthaft davon aus, daß chrisamar und ich zusammen kommen könnten?!

;-)

Wow!

Da hättest du dann wirklich was zum Gucken und zum Wundern. Von daher sind dann deine Begehrlichkeiten auch nicht mehr so verwunderlich...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 13:18
@Titta
Zusammen nicht, aber gleichzeitig.
merdeister schrieb am 07.01.2010 um 16:48
Schönes Thema.

Ein alternativer Blogtitel hätte lauten können:

"Einstellung der Sexualität"
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.01.2010 um 21:53
gute idee: niemals ausstellen, das ist 'ne gute einstellung.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.01.2010 um 22:18
||: bitte, bitte, bitte! :|| niemals mehr sexualität zeigen! und die tanztrulla hier ausblenden:


"> bitte, bitte, bitte, bedeckte körper sind ok!
karlsand schrieb am 09.01.2010 um 13:20
Vielen Dank für diesen Song, den ich bisher nicht kannte und dem ich uneingeschränkt Zustimmung zolle! Ich bin echt dankbar dafür! Wer ist dieser Peter Licht, den ich bisher nicht kannte?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 16:28
keine ahnung, er versteckt sich leider ständig ;o)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.01.2010 um 22:46
Schade um den schönen Sex, überschreibt Simon Borowiak seinen neuen Roman.
merdeister schrieb am 07.01.2010 um 22:49
Bin ich drüber gestolpert. Sollte ich den auch lesen?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 08.01.2010 um 18:53
Auf jeden Fall. Auch alle anderen Bücher des Autors sind empfehlenswert.
Und ich stelle hier fest: Sex ist überall, und Liebe geht bei uns (gleich) durch den Magen. - Auf den Nachtisch bin ich gespannt ...
Titta schrieb am 09.01.2010 um 02:22
Ich kenne den Autor nur als Simone.
Was hab ich denn nun schon wieder verpaßt?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 13:16
Unter dem Namen Simone Borowiak sind die ersten drei sehr schönen Romane erschienen. Einer davon wurde verfilmt: Die Rettich, die Czerny und ich, wenn ich das - gerade ausserhalb des Buchregals - richtig erinnere. Im Prinzip Sommerbücher, obwohl eins im Schnee stecken bleibt ...
Titta schrieb am 09.01.2010 um 23:47
Den Roman kenn ich. Da gibt's so ne schöne Szene, wie eine der Damen strunkelig durch Barcelona spaziert. Hatte dort selbst die gleiche Szene. Ebenfalls sehr amüsant. Wurde, jünger und blonder, vom glutäugigen spanischen Hotelbarkeeper mit Carlos III abgefüllt, morgens um elf. Was aber zu nichts führte, weil meine Freundin mich noch unbedingt ins Museum schleppen mußte. Weiß nicht mal mehr, in welches, kann mich nur noch an ein Bild erinnern aufgrund meines geschwächten Zustands nach dem vielen Brandy. Hab seitdem nie wieder welchen getrunken.
Titta schrieb am 08.01.2010 um 03:03
@karlsand

"Ich will, dass in allen Bereichen des Lebens klare Vernunft herrscht statt einer naturhaften Täuschung!"

Ich hoffe, Sie fühlen sich jetzt nicht attackiert durch meine nachfolgenden Bemerkungen.

Sich mittels der Vernunft über die eigene menschliche Natur erheben zu wollen, ist mE nur eine Form von Hybris, von Selbsterhöhung. Und diese Regung, dieses Denken ist weder egalitär noch vernünftig, wenngleich durchaus verständlich, da menschlich.
Der Mensch ist Teil der Schöpfung, er steht nicht über ihr. Von daher wird er, wohl oder übel, mit seiner Kreatürlichkeit leben müssen. Alles andere wäre eine Täuschung.

Wenn der Mensch nur mit Vernunft wirklich weiter käme, also entwicklungsgeschichtlich gesehen, dann hätte die Natur das doch vernünftigerweise auch so eingerichtet. Ganz offensichtlich aber hat es einen entwicklungsgeschichtlichen Vorteil, wenn der Mensch vor allem durch Gefühle, Instinkte, Reize, Hormone uä gesteuert wird und weniger durch die kühle Ratio.

Und ich finde, da sollte der Mensch auch nicht klüger sein wollen als das, was ihn hervorgebracht hat, die Natur eben. Von daher: auch Sexualität ist etwas ganz natürliches. Schade ist nur, was der Mensch mitunter draus macht mit seinen Moralvorstellungen. Also zB diese unnatürlichen Trennungen von Unter- und Oberstübchen etwa, allgemeiner formuliert, von dem, was gut und schlecht ist.

"Wir sind nicht einmal Herren in unserem eigenen Oberstübchen, wenigstens im Unterstübchen sollten wir es sein."

Wer Herr sein will, der wird auch immer durch dieses Ansinnen zu Fall gebracht! Das hat die Natur herrlich egalitär eingerichtet. Finde ich zumindest.

LG
Titta
mit Freude und mit Schrecken allem Leiblichen, Natürlichem verbunden, aber eben verbunden
karlsand schrieb am 08.01.2010 um 12:08
Die Mischung machts eben, auch bei uns Menschen. Dem pflichte ich im Wesentlichen bei, nur habe ich den Eindruck, was mich selbst betrifft, dass sich manche Mischung über den Zeitraum des Lebens verteilt, in einer merkwürdigen Balance oder auch Disbalance. Natürlich war auch meine Jugendzeit eher unter dem Primat des Gefühls, teilweise großer Gefühle, teilweise sogar überspannter Gefühle. Ich will noch nicht mal ausschließen, dass es solche Phasen auch wieder geben wird. Aber als ein vornehmlich Naturwesen sehe ich mich derzeit zumindest nicht, und dies ist fürwahr kein unangenehmer Zeitraum, sondern - wie Buddha sagt - im Gegenteil entsteht dort, wo wenig Lust vorhanden ist, auch weniger Leid. Und das ist völlig okay!
Titta schrieb am 08.01.2010 um 13:49
Hallo karlsand,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Das, was Sie in Zusammenhang mit Buddha ansprechen, werde ich wohl nie wirklich verstehen. (Vielleicht gelange ich ja mit Ihrer Hilfe zu einem wenigstens etwas besseren Verständnis.) Sich nichts mehr wünschen, nichts mehr wollen, auf jedwedes Bedürfnis, auf jedweden äußeren Reiz mit Gelassenheit und Bedürfnislosigkeit reagieren zu wollen, was bringt das denn? Wenn ich nichts mehr fühle, bin ich tot. Aber warum ich das im Hier und Jetzt schon anstreben sollte, ist mir nicht eingängig.
Das Schöne gibt es halt immer nur zusammen mit dem Leid. Wer keine Leidensbereitschaft aufzubringen bereit ist, wird sich dann folgerichtig dem Lustvollen auch verschließen müssen.
Soviel meine ich im Moment verstanden zu haben.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 13:23
@ Meisterfalk
Zu den Mysterien um meine Person gehört sicherlich, dass ich mich manchmal für aussenstehende verschlüsselt ausdrücke. Nun, das liegt an meiner, nennen wir es ruhig "Behinderung". Meine Persönlichkeit zeigt autistische Züge. Das irritiert manche. Das bedeutet aber auch, dass wohl zu keinem Blutbad kommen wird. Denn ich habe eine andere Wahrnehmung. Das bedeutet, es könnte passieren, dass ich den Garten laufe und anfange Ordnung zu schaffen. Stundenlang. Das der O. & Frau T. derweil in der Küche sitzen & mit dem Tee warten, das vergesse ich einfach.

Das kann der Garten sein, oder die Wohnung. Oder ein starker Sinnenseindruck. Und dann schalte ich ab. Sitze Stunden in der Ecke und arbeite. Nicht ansprechbar.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 13:29
@ Oranier
Mein "Humor" entsteht dadurch, dass ich die Gedankenwelt der meisten Menschen nicht teile.
Wie bereits an Meisterfalk berichtet, habe ich autistische Züge. Und bin nur sehr eingeschränkt "Beziehungsfähig".
Grundsätzlich interessieren mich Geistesinhalte mehr als Körperöffnungen. Es ist schade um mich. Aber das Leben ist ja kein Wunschkonzert.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 17:23
Chrisamar, dann bohr’ dir doch ein Loch ins Knie, so ganz frei (und nackisch, ey) nach Fraggleart:
Ackern muß man doch,
Tanzen kann man morgen noch,
Mein Freund die Tassen hoch,
Mit Gobo, Mokey, Wembley, Boober, Red.
Sing und schwing das Bein,
Laß die Sorgen Sorgen sein,
In das Lied stimm' ein,
So nach Fraggle-Art.

Hat's dir nicht gefall'n,
dann bohr' dir doch ein Loch ins Knie.
Denn manchen kann man's recht oft tun,
doch allen eben nie.”
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 18:22
Hallo, Ihr zwei, hübsch beisammen, das muss ich nutzen. Ihr könntet die besten Freundinnen sein. Hört auf Angele, nehmt Euch hier in diesem Terrarium nicht so ernst.

Ich hab damit angefangen, noch ein wenig unsicher, aber es geht!!!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 18:27
Oh, ich Sexist hab wieder nur auf die weiblichen Formen (Gesicht) geguckt, nicht aufs Gedruckte. - Bist Du's noch, Rg, oder wer anders? In letzterem Fall hat sich der Kommentar vorher erübrigt...
merdeister schrieb am 09.01.2010 um 18:30
Nehmt Euch lieber Karl Heinz...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 18:44
'meisterfalk schrieb am 09.01.2010 um 18:22
Hallo, Ihr zwei, hübsch beisammen, das muss ich nutzen. Ihr könntet die besten Freundinnen sein. Hört auf Angele, nehmt Euch hier in diesem Terrarium nicht so ernst.'
@mf:? zwei? wir sind doch zu fünft? und angelen im terrarium? heißt das nicht aquarium?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 19:01
Aquarium ist mit, Terrarium ohne H20, bei Angele gehts ums T.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 19:05
Ach, jetzt hab ich den Witz wieder zu spät verstanden. Ich kann hier einfach nicht mehr mithalten...
oranier schrieb am 09.01.2010 um 23:18
@ meisterfalk

"Hört auf Angele, nehmt Euch hier in diesem Terrarium nicht so ernst.
Ich hab damit angefangen, noch ein wenig unsicher, aber es geht!!!"

Für mich bedeutet dies: das Blog nicht so ernst nehmen, wohl aber die Blogger, sofern sie ernsthaft diskutieren, und scherzhaft, sofern sie scherzen.

Oder bedeutet deine Aussage jetzt, dass du meine ernst gemeinte Entgegnung auf deine von mir ernst genommene Überlegung zu Sexualisierung, Semantisierung, Warenästhetik nicht so ernst nimmst und nicht mehr beantwortest?

Grüße
oranier
misterl schrieb am 09.01.2010 um 18:45
Glückwunsch karlsand.

Mit wenigen Worten jede Menge sinnloser Kreativität erzeugt. Und das aus dem Nebel heraus... ;)
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 18:57
Immer diese Langschweine. Sie haben ihre Gedanken nicht unter Kontrolle. Schon das zu lesen, ich müßte hier mit irgendjemanden Freundschaften schließen ( ? )empfindet ich als irritierend.
Es ekelt mich direkt an, dass ich in körperlichen Kontakt zum einen der anderen treten sollte.

Ich mache mal ein bißchen Musik, damit sich die alten Leute hier nicht langweilen:
Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 18:59
Pardon,
das war der falsche...

Deaktivierter Nutzer schrieb am 09.01.2010 um 19:30
Langschweine = Yamomami Sprache
für alles was kein Yamomai ist. Wie z.B. ein Europäer.

Ich erlaubte mir Jonathan Franzen:
"Unter Wilden"
zu zitieren.
karlsand
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