9 Months

Boulevardeske Das Schicksalhafte der Post ist einmal mehr bewiesen.
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Orte: D, Kleinstadt / D, Hauptstadt

Zeit: 2015-2016

Personen: Hans, jugendlicher Hauptstadteinwanderer / Gretchen, seine Tante aus der Kleinstadt / Fritz, Hansens Hausverwalter


I. Akt

Gretchen, freudig: Hinein mit euch, Äpfelchen, ins Paket! Den Hans wird’s freuen! Wohlan, zum Geburtstag gibt’s die rotbackigen Prachtkerls, eine liebe Karte und Schokolade für den Süßen!

II. Akt

Hans, erstaunt: So viele schöne Geschenke zum Geburtstag, aber keine Nachricht von Tante Gretchen? Seltsam, gerade mit ihr verbindet mich doch soviel, ihr schicke ich, und sie mir, doch immer dies & jens!

III. Akt

Gretchen, am Telefon, zu Hans: Ich SCHWÖRE dir, mein Junge, ich hab dir ein Paket geschickt, voll mit Äpfeln rot und Schokoladen fein!

Hans, beiseite: Ich glaube ihr! Doch zäh nagt der Zweifel, mit jeder Woche, die vergeht!

Und es vergehen… 39 Wochen, 9 Monate und 3 Wochen. Hans hat den Zweifel beiseite gepackt, sieht ihn aber stets, wenn er mit Gretchen, die das Abschicken ebenso zäh schwört, Kontakt hat.

IV. Akt

1. Szene: Hans öffnet seinen Hauptstadtbriefkasten und findet einen Zettel seines Hausverwalters Fritz, eines lustigen Gesellen:

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2. Szene: Hans geht zu Fritzens Büro, dort liegt das Paket laut Fritz seit 2 Wochen, Hans hatte keinen Zettel im Kasten, er lacht und riecht am Paket: Mensch Fritz: Da sind Äpfel drin!

3. Szene: Hans geht heim und öffnet mit angehaltenem Atem das Paket:

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Gretchens Äpfel siehe oben, das MHD der Schokolade ist vorüber, die Karte ist herzlich und lieb.

4. Szene: Gretchen ist erleichtert und lacht mit Hans am Telefon über die braven Äpfel – statt zu schimmeln und zu stinken, haben sie sich fürs Trocknen und Zusammenfallen entschieden, wohl dem Orte, an dem sie die 9 Monate verbrachten!

V. Akt, Version 1

Gretchen erklärt Hans, dass sie fürderhin kein Paket mehr in die Hauptstadt schicken, sondern es persönlich oder über dritte organisieren wird, Geschenke direkt in seine Hände zu legen. Hans ist froh und verzeiht sich seinen Zweifel. Das Schicksalhafte der Post ist einmal mehr bewiesen.

V. Akt, Version 2

Fritz wischt sich die Stirn, beiseite: Das is ja nomma jut jejangen! Ich hab das Ding ja schon vor Jahr & Tag angenommen und mensch, vor den Schrank, in den ichs stellte, kam doch dann der neue Kopierer, und als ich denk, machste hinterm Kopierer mal sauber, denk ich, was is eigentlich in dem Schrank, und da seh ich Hansens Paket!! Ach du meine Nase!!! Total vergessen, aber mensch, Hans kam ja auch nicht, keinen Zettel eben, huiuiui. Das Schicksalhafte der Post ist einmal mehr bewiesen.








PS: Weil die Reaktionen der Hauptstädter das Geschehene auf sehr schöne Weise illustrieren, dies Video – bitte den letzten auch anschauen, er ramentert so schön!

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10:52 16.08.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Amanda

Wieder hier, wieder da, wieder dort.
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Amanda

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