Sex kommt vor Hygiene

Werbekritik Das Ende der Metrosexualität: Der neue Spot von Gillette wirbt nicht zwingend für Rasierklingen

Was macht die einstige Gewinnerin von Germany’s Next Topmodel, Lena Gercke, in einem Gillette-Werbespot für Männerrasierer? Na was wohl? Sie tritt als wandelnde Männerfantasie an, um es mit einem Nassrasierer mit Vibrationsmotor aufzunehmen. Auf die Plätze, fertig, los. Lena G. rekelt sich lasziv in einem weißen Satinkleid zu Serge Gainsbourgs Liebeshymne „Je t’aime ...“.

Allein ist langweilig

Da stört es niemanden, dass vom Rasierer erstmal jede Spur fehlt. Hört man aber genauer hin, vernimmt man neben Musik und Lena G.s Stöhnen ein weiteres Geräusch – sanfte Vibrationen. Immer mehr gerät Lena G. in Ekstase. Sie wird doch nicht? Spätestens seit Sex in the City hat Mann ja gelernt, dass allerhand elektronische Geräte zum Höhepunkt führen können. Bevor es aber richtig heiß wird, stoppt Lena G. Allein ist es doch zu langweilig. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem Lover, der sie allen Ernstes warten lässt. Nicht, dass der männliche Zuschauer ihn bis dahin vermisst hätte, aber vielleicht hält er die Show noch ein bisschen am Laufen.

Wenn der Zuschauer der fortschreitenden Metrosexualität noch nicht gänzlich zum Opfer gefallen ist, macht ihn der nachfolgende Anblick aber betroffen. Statt an Lena G. zu spielen, steht ein Schönling vorm Badezimmerspiegel und schnippelt an seinem Drei-Tage-Bart herum.

Jetzt erkennt Mann, was Sache ist: Das ist gar kein Gillette-Werbespot, sondern eine Guerilla-Aktion von Antifeministen mit der Botschaft: Finger weg von zu viel Körperhygiene und ran an die Frau. Wenn sich Gillette damit mal nicht ins eigene Fleisch schneidet ...

Quelle: Youtube

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