Anne Roth
29.11.2009 | 03:13 35

Wichtige Blogs

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Anne Roth

Top-Artikel bei Rivva war gestern ein Blog-Post von Philip Banse, der "für dctp.tv gerade eine Reihe von Interviews mit bekannten deutschen Bloggern" führt. Weiter unten werden sie etwas despektierlich 'Alpha-Tiere' genannt. Vorgestellt werden dort, unter der Überschrift Meinungsmacher, Markus Beckedahl (Netzpolitik), Stefan Niggemeier (Bildblog), Johnny Häusler (Spreeblick) und Sascha Lobo. Frag- und neidlos Leute, die relevant sind.

Mein nicht totzukriegender feministischer Impuls bemerkte als erstes, dass die bekannten deutschen Blogger alles Männer sind. Was bei nur vier Ausgewählten nicht soo überraschend ist, aber früher, im letzten Jahrhundert, gehörte noch zum guten Ton, zumindest eine Alibi-Frau dazu zu setzen. Das ist heute anders.

Nach einer kleinen unüberlegten getwitterten Reaktion habe ich meiner Erfahrung vertraut, dass es allemal besser ist, feministische Emotionalien mit sehr guten Faktenchecks untermauern zu können. Selbst dann sind die Reaktionen keine Freude, aber doch besser abzufangen.

Wie also bemisst sich, was ein bekanntes Blog, wer ein bedeutender Blogger ist? Das ist nicht eindeutig wissenschaftlich zu belegen. Es gibt verschiedenste Web-Projekte, die mit mehr oder weniger nachvollziehbaren Methoden versuchen, Blog-Rankings zu erstellen. Im deutschsprachigen Raum sind das bspw. die deutschen Blogcharts, die Rivva-Leitmedien (wobei hier dezidiert auch Nicht-Blogs eine Rolle spielen), und häufig wechselnde Bewertungsautomatismen wie lange Zeit Technorati, inzwischen Blogoscoop, Wikio, Lesercharts, etc. etc.

Komplizierter wird das ganze durch die ungeklärte Frage: Was ist ein Blog? Letzten Endes, praktisch betrachtet, eine Website mit einem Content Management System ("Software zum Verwalten von Inhalten"), das erlaubt, ohne besonderes technisches Wissen chronologisch sortiert neue Inhalte zu veröffentlichen. Dann gibt es aber ein sehr spezielles Blogger-Ethos (vermutlich eher mehrere), das beinhaltet, dass ein Blog vor allem selbsterstellte Inhalte enthalten soll, viel zu anderen verlinkt, einigermaßen häufig aktualisiert wird, nicht kommerziell betrieben wird (wahlweise: auf jeden Fall Kommerzialität anstreben sollte), sich deutlich von 'anderen Medien' (= klassische Medien, die sich mit dem 'völlig anderen' Journalismus-Ethos identifizieren) abgrenzt. Hierzu gibt es mittlerweile Bücher.

Ich würde eine Definition bevorzugen, die in etwa so aussieht: ein Blog ist eine persönliche Website, die regelmäßig aktualisiert wird und chronologisch sortiert ist. Eine Art Online-Tagebuch, wobei 'Tagebuch' impliziert, dass eher Privates veröffentlich wird - das meine ich nicht. Ich lese am liebsten Blogs, die eine eindeutige Themensetzung habe, gern, aber nicht zwangsläufig politische Themen oder Was-mit-Medien. Sicher, weil das die Themen sind, die mich am meisten interessieren (und über die ich folglich selber meist schreibe).

Zurück zur Empirie, was Alpha-Blogger angeht. In der letzten Ausgabe der deutschen Blogcharts taucht das erste Blog, das von einer Frau geschrieben wird, mit Mondgras auf Platz 35 auf. Ich gebe zu, das hat mich erschüttert. Sogar die schwarz-gelbe Regierung kann das besser.

Auch bei den Blogcharts gibt es allerhand Websites, die ich eher nicht mehr mit 'Blog' beschreiben würde: iFun.de/iPhone, t3n News, Macnotes.de, iPhone-notes.de oder das Wahlkampf-Portal der Piraten Klarmachen-zum-Ändern. Was die Beteiligung von Frauen angeht, gibt es einige gemeinschaftlich betriebene Projekte unter den ersten 50 wie Carta (3 Frauen von 39 AutorInnen) oder Ruhrbarone (5 Frauen von 38 AutorInnen, einige uneindeutige Vornamen), dazu eine Reihe gemeinschaftlich betriebene reine Männerprojekte.

Das ist den diversen anderen Rankings sicher anders, aber der Trend ist der gleiche. Frauen kommen nicht vor. Warum ist das so? Ist das überhaupt relevant? Sind wir in Zeiten von Gender nicht irgendwie alle gleich? Anderes Thema. Anderer Artikel.

Frauen können nicht schreiben? Frauen mögen nicht online? Können sich nicht mit Computern anfreunden? Nachweislich alles Quatsch.

Es auf aktive Ausgrenzung zu schieben, wäre deutlich zu einfach (und würde ich auch tatsächlich den meisten mir bekannten männlichen Bloggern nicht unterstellen wollen). Diese Rankings haben die Eigenart, dass sie tatsächlich eher von Maschinen als von Menschen erstellt werde. Sicher, die Maschinen werden programmiert und selbst über das Geschlechtsspezifische der Software-Produktion und der Auswirkung davon gibt es Seminare und Bücher. Trotzdem macht das allenfalls einen Bruchteil dessen aus, was hier die Gründe sind.

Der Mikrokosmos der Blogs, die sog. Blogosphäre, ist zu einem nicht geringen Teil ein Perpetuum Mobile (siehe Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt, großartiges Buch). Sie reproduziert sich selbst. Bemerkt wird, was andere bemerken, also verlinken. Je mehr Links, desto bedeutsamer. Das könnte ein Indikator für eine wahrhaft demokratische Meinungsbildung sein. De fakto führt es aber dazu, dass relativ wenige Artikel (Blogs) von sehr vielen beobachtet und zitiert werden, in der Hoffnung, so auf der Aufmerksamkeitswelle ein wenig mitschwimmen zu können. Das wäre die sehr negative Auslegung.

Eine mögliche These wäre, dass insbesondere Männer erfolgreicher bei dieser Sorte Aufmerksamkeitsgenerierung sind, oder schlicht stärker daran interessiert. Oder zufällig diejenigen Menschen, die sich prioritär mit Themen wie Netz, Medien, Web2.0, Internet & Politik, Technik, Zensur, Bürgerrechten beschäftigen. Die wiederum zufällig in großer Mehrheit Männer sind.

Ich habe eine Weile mitgespielt, interessiert beobachtet, dass das tatsächlich funktioniert (morgens Rivva lesen, kleinen Beitrag schreiben, der eins der Top-Themen aufgreift, die entsprechenden Blogs velinken, selber da auftauchen, deutlichen Anstieg der Zugriffszahlen beobachten und selber mehr verlinkt werden). Da die Themen, die hier eine Rolle spielen, zufällig auch die sind, die mich interessieren (Netzpolitik, Datenschutz, Überwachung, Technik&Gesellschaft), kostete mich das nicht enorm viel Überwindung. Nach einer Weile begann es mich aber zu langweilen. Wenn ein Thema schon geschrieben ist, ist eigentlich überflüssig, es nochmal aufzuwärmen. Sicher, meine LeserInnen lesen nicht zwingend die Blogs, die ich lese, und könnten sich dafür interessieren. Trotzdem macht es mehr Spass, selber neue Themen zu finden statt alte zu wiederkäuen. Und für das Verweisen auf kluge Texte anderer gibt es ja zum Glück mittlerweile Twitter.

Außerdem ist das enorm zeitintensiv und soviel Zeit habe ich einfach nicht (mehr). Wenn man davon leben kann, ist das eine andere Sache, aber das ist selten. Meine hochverehrte LeserInenschaft fängt schon an zu zetern, wenn ich Pixel der VG Wort einbaue - an Werbung ist nicht zu denken. Ich blogge also eher nur, was mich interessiert und habe dem Sinken des Sterns annalist gefasst ins Auge gesehen (was auch damit zu tun hat, dass dieses Blog durch die Beschreibung der Auswirkungen der Anti-Terror-Fahndung bekannt wurde und mit dem Abnehmen offensichtlicher polizeilicher Maßnahmen natürlich weniger gelesen wird). So ist die Welt. Irgendwie schade, aber auch in Ordnung.

Das ist meine persönliche Situation, die noch nichts darüber sagt, warum alle anderen Frauen(-Blogs) nicht vorkommen. Frauen haben weniger Zugang zu Technik - das ist so, seit mit Computern Geld zu verdienen ist. Damit ist schon die Ausgangssituation ungleich balanciert, weil ganz ohne Computer das Bloggen schwierig ist. Frauen haben weniger Zeit (Kinder, Haushalt, schlechtere Bezahlung) für unbezahlte Hobbies daheim allein am Schreibtisch. Frauen können schlechter allein sein (= bevorzugen Aktivitäten in Gesellschaft). Und werden eher übersehen - hier sind wir dann wieder bei dem Problem, das Erfolg mit Aufmerksamkeit anderer zu tun hat. Um den ganz traditionellen Feminismus aus der Tasche zu ziehen: wenn sich Frauen auffällig benehmen, wird das eher negativ wahrgenommen - wenn sich Männer auffällig benehmen, wird es anerkannt (allen, die jetzt zig Gegenbeispiele aus ihrem persönlichen Erleben anführen wollen, empfehle ich einen Gang in die nächste gesellschaftswissenschaftliche Bibliothek: ich habe mir das nicht ausgedacht). Ausnahmen dieser Regel entstehen vor allem dann, wenn sich Frauen überanpassen, also *sehr* girly, *sehr* schön, *sehr* "Oooooh, ich kann einfach nicht ohne diese neue Handtasche" sind.

In diesem Stereotyp angekommen, müssen sie dann allerdings mehrere Dissertationen mit Summa cum Laude abschließen, um wieder als denkendes Wesen wahrgenommen zu werden.

[Es gilt beständig, dass Ausnahmen die Regel bestätigen.]

Nicht zuletzt spielt sicher auch irgendeine Rolle, dass Feminismus total mausetot ist und in der Konsequenz sich die Situation von Frauen in Deutschland nicht direkt verbessert (wer jetzt zuckt: bitte hier entlang -> Statistisches Bundesamt, Suchbegriff Frauen).

Was nicht erklärt, warum die Blogosphäre deutlich frauenfreier ist als die reale Welt.

Oder geht es eher darum, was als Blogosphäre definiert wird? Vielleicht wäre alles anders, wenn die Mutti-Foren, Strickvorlagen und Kochrezepte-Blogs mitgezählt würden. Aber warum werden sie das nicht?

Ich bin weitgehend rat- und ahnungslos und an sachdienlichen Hinweisen sehr interessiert, inkl. Linktips. Auch dazu, wie das zu ändern wäre, oder ob eigentlich wünschenswert ist, dass sich das ändert.

Von Kommentaren, die die spezielle Benachteiligung von Männern in den unterschiedlichsten Lebenslagen beschreiben, bitte ich abzusehen. Die kenne ich alle schon. Und es ist ein völlig anderes Thema.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (35)

Streifzug 29.11.2009 | 04:31

In China gibt es Bloggerinnen, deren Reichweite größer ist als die aller deutschen Blogger zusammen.

Deutschland, eine verkappte Monarchie, eine typische Männergesellschaft, zufällig und ungewollt mit Demokratie in Berührung gekommen, einer Demokratie, die diese Männergesellschaft so schnell wie möglich wieder entsorgen will, ist kein gutes Pflaster für mehr als eine Frau im Rampenlicht :)

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chrisamar 29.11.2009 | 07:21

Danke für diese klugen Blog. Abgesehen davon, dass es auch Männerfeindlichkeit im www gäben mag, Frauenfeindlichkeit gibt es wirklich. Obwohl das Geschlecht / die Physische Präsenz im www überhaupt keine Rolle spielt. Das finde ich so überaus lächerlich.
Tatsächlich scheint es auch im www einen Wettbewerb / ein Rennen um Futternäpfe zu geben. Da sucht man sich -ähnlich wie im Völkerball- Gegner. Um sich zu präsentieren. Gerne unter den weiblichen Usern. Vielleicht erwartet Mann dort die geringste Gegenwehr. Vielleicht werden Frauen auch kalt gestellt, weil diese als "gefährlich" empfunden werden. Wenn die Beiträge Aktionen eben nicht in gängige Rollenbilder passen oder nicht zu passen scheinen.

Fiese Sachen erlebe ich als Beobachterin z.B. bei WOW mit. Meine Freundin spielt dort. Ziemlich frauenfeindliche Horde. Die besten Chancen haben Frauen dort, wenn sie denen erzählen sie seien jung. Sehr jung hübsch. Und dumm! So dumm, dass sie die Hilfe von den Jungs dringend brauchen.

Wenn Frau als Avatar ein tolles Bild von sich oder einer anderen wählt, dann hat sie viele Fans im www. Gleichzeitig wird sie aber von vielen anderen Usern als Dumm eingeschätzt.

Natürlich kann frau alberne Scherze mit Männern machen. In dem sie so tut als wäre sie z.B. ein Mann.

Aber machen Männer das eigentlich auch?
Würde ein Mann die Rolle tauschen z.B. hier als Frau schreiben?

Peripatetik 29.11.2009 | 10:49

Vielen Dank auch von mir. Es überrascht mich nicht, dass sich die Offline-Welt auch online fortsetzt. Aber mit größeren Mängeln?

"Frauenfeindlichkeit gibt es wirklich. Obwohl das Geschlecht / die Physische Präsenz im www überhaupt keine Rolle spielt."

Das ist natürlich ein Hinweis darauf, welch geringe Rolle der Körper spielt. Es ist eben hauptsächlich Einbildung. Aber die Kategorien männlich/weiblich sind sehr alt und offenbar sehr stark.

Ein Erklärungsansatz könnte sein, dass Männer sich in der relativen Anonymität des Netzes mehr trauen. Wir müssen wohl einsehen, dass viele Männer von der Gleichberechtigung, die sie den Frauen zugestehen, die sie manchmal sogar fordern, nicht überzeugt sind und dass sie auch nie wirklich darüber nachgedacht haben. Sie vertreten diese Forderungen vielleicht nur, um gut dazustehen. Im Netz ist das wohl nicht nötig, und dann kommt der atavistische, aber quicklebendige Chauvinist (gibt es das Wort noch?) wieder durch. Das bedeutete, online genauso Druck machen zu müssen wie offline, und zwar ohne Pause. Ich weiß, das macht selten Spaß, aber was hilfts.

Vielleicht habe ich auch Unrecht, es sind ja nur Vermutungen.

"Würde ein Mann die Rolle tauschen z.B. hier als Frau schreiben?"

Tja. In meinem Profil habe ich mich als männlich gekennzeichnet, obwohl ich diesen Punkt lieber offen gelassen hätte. Ich hoffe, diese Angabe soll lediglich grammatikalischen Zwecken dienen. Ich bin aber hier mitunter auch in der weiblichen Form angesprochen worden und fand das, ja, schmeichelhaft.

Im Ernst. Falls ich ein Mann bin, habe ich Hemmungen z.B. einen Frauenbuchladen zu betreten. Diese Freiräume haben ja einen Sinn, wenn nicht für alle, dann für einige, und niemandem zum Schaden. So auch hier. Es gibt Frauen, die wollen, dass eine Frau auch wirklich eine Frau ist. Ich finde das blöd, weil ich damit von anderen auf etwas festgelegt werde, aber es geht um Vertrauen, und deshalb respektiere ich das vorerst. Jetzt gebe ich die Frage zurück:

Sollte ein Mann die Rolle tauschen z.B. hier als Frau schreiben?

Viele Grüße,
Peripatetik

mh 29.11.2009 | 11:29

würden wir männer unsere frauen nicht an den herd zwingen und dort knechten, hätten sie auch zeit zum bloggen.

muss man das thema von der seite aus angehen?

aber wenn wir das schon von der seite aufziehen, dann würd ichs gerne mit nem anderen klischee betrachten:

männer - technische vorreiter - monopolisierung der blogcharts durch weniger - daher wachsen in deutschland generell keine blogs nach - somit auch keine weiblichen.

vielleicht tröstet es, dass die meisten wichtigen blogs absolut belanglos sind. netzpolitik als lobbyblog und niggemeier als aufdecker und draufzeiger und der law blog.. das wars dann doch schon an relevanz.

wie hoch der anspruch an blogs dann auch ist, sieht man am spiegelfechter. dem seine mit halbwissen gespickten artikel schaffens nicht nur in den blogcharts nach oben, sondern auch in die zeitung.

also ich finde nicht, dass wir beim thema deutsche blogs über ein niveau reden, bei dem man sich gedanken darüber machen müsste, dass es wünschenswert wäre dort aufzutauchen.

mfg
mh

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chrisamar 29.11.2009 | 12:57

@ MH

"männer - technische vorreiter -"

Da wo ich studiert habe, gab es überhaupt keine Frauen als Mitarbeiter. Nicht mal im Sekretariat. Null. Die Jungs waren sich da einig. Frauen als Studentinnen waren anteilig eindeutig auch in der Unterzahl. Kein Wunder bei dem Klima am College.
hamburg.sae.edu/de/home/
Hier da mußte ich mich auf die Zänkeleien der Jungs einlassen und die in deren Schränke weisen. Grauselig. Am wirkungsvollsten war immer der Spruch:
"So kannst Du mit Deiner Mutti reden. Aber nicht mit mir!"

Naja, über Frauenfeindlichkeit im Berufsleben reden wir hier ja nicht.

Zu meiner Zeit gab es hier:
www.hfbk-hamburg.de/
Auch keine einzige weibliche Dozentin. Auch hier ist der Anteil der männlichen Studenten ungleich höher, als der der weiblichen.

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chrisamar 29.11.2009 | 15:30

@ MH
Kannst du wirklich keinen Zusammenhang zu:"männer - technische vorreiter -" erkennen?

Frauen werden vorsätzlich aus vielen Bereichen der erwerbstätigkeit vorsätzlich ausgeschlossen. Nicht weil Frauen dümmer oder weniger talentiert sind. Sondern weil es Frauen sind.

Vor meinem technischem Studium hatte ich ein Gespräch mit unserem Direktor. Auch wg. der besonders schwierigen Situation für Frauen an der Akademie und im späteren Berufsleben.
Er hat mich genommen. Und warum?
Zum Gespräch erschien ich einige Minuten zu spät. Und ich schilderte ihm, dass ich noch einen streunenden Schäferhund hatte zusammentreten müssen, welcher meinen Hund anfallen wollte. Er sagte darauf hin:
"Das sind die besten Vorraussetzungen um bei uns anzufangen!"
Ach, hätte ich doch lieber einen auf Fußpflegerin gemacht. Dann hätte ich heute schon ein Reihenhaus...

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chrisamar 29.11.2009 | 16:03

@ MH
Du, Dir schicke ich mal Babette vorbei. Damit sie Dir mal zeigt wo Bartels den Most holt. Babette würde jetzt sagen: "Du brauchst Erziehung!"
Mit ihrem Mann könntest Du einen Tee trinken. In dessen Zimmer. Im Keller...

Die Parole der PLO für Mogadischu war:
"Tötet die Frauen zuerst. Denn die sind am gefährlichsten."

Am 11.09. war es tatsächlich eine Stewardess welche per Handy noch einen eine Warnung durchgeben konnte.

10 Frauen bei Dir im Keller? Du lebst also gefährlich.

Magda 29.11.2009 | 16:06

Liebe Anne Roth,
eine Beobachtung, die ich mit Ihnen teile. Auch ich denke, dass es tatsächlich nicht aktive Ausgrenzung ist, sondern einfach eine Männerwelt, die definiert, was aktuell und wichtig ist und - wie immer - auch ein Netzwerk hat. Manchmal sicherlich nicht immer im positiven Sinne, aber auch wenn man sich streitet und kloppt, man bleibt in Beziehung.

Und - Frauen tun selbst zu wenig. Der Journalistinnenbund, dem ich - allerdings nicht mehr angehöre - hat ein offizielles Portal,aber aktuell betreibt er niedliche kleine Blögchen. Es ist alles zu wenig. Und: Frauen pflegen auch Netzwerke, aber sie springen sich nicht immer effizient bei, wenn es um gemeinsame Anliegen geht.

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meisterfalk 29.11.2009 | 16:12

"würden wir männer unsere frauen nicht an den herd zwingen und dort knechten, hätten sie auch zeit zum bloggen."
"achso, ja. hab auch ne ganze horde an frauen im keller, die ich dort nur lagere um sie vom internet fern zu halten."

Lieber MH, ich will mich vorsichtig und freundlich ausdrücken, damit oranier Dich nicht wieder gegen mich in Schutz nehmen muss. Also, ich könnte mir vorstellen, dass, wenn Du Sarkasmus-Sätze der zitierten Art an den richtigen Stellen weglassen würdest, zumal, wenn die Autorin sogar extra drum gebeten hat, dann würde so mancher, so manche viel eher bereit sein, sich auf Deine Meinung einzulassen oder überhaupt erst den guten Kern in Dir entdecken können.
;)

mh 29.11.2009 | 16:32

lieber meisterfalk,

ich möchte dir ebenso freundlich antworten, damit oranier der arbeitslosigkeit anheim fällt.

die autorin bat darum, dass wir männer ihr nicht erklären wie schlimm es uns doch geht. ich habe das nun aber recht offensichtlich von der gegenteiligen seite des verbetenen aufgezogen.

der grund war auch recht simpel und fiel auch anderen auf, wie man an nachstehend verlinkter replik sieht ... sie geht das ganze doch sehr stereotypbetrachtend an.

www.freitag.de/community/blogs/canesco/wichtige-bloggerinnen

und ebenso kommt dann auch chrisamar daher. wobei ich ja nur ebenso ein weiteres merkmal dieser denkrichtung aufgriff. welches ich im übrigen auch gar nicht für soo abwegig halte.

übrigens alles frauenfreundlich und männerverachtend. das gehört ja auch dazu.

und falls du das alles nun ganz anders verstanden haben solltest, dann lass mich dir versichern, dass ich mich in dieser hinsicht gar nirgens frauen gegenüber benachteiligt fühle, mich darüber also auch kaum beschweren kann.

sonst wärs auch ironisch, bei mir wohl zynisch, und nicht sarkastisch.

soll heissen:

"männer - technische vorreiter - monopolisierung der blogcharts durch weniger - daher wachsen in deutschland generell keine blogs nach - somit auch keine weiblichen."

war mein absoluter ernst. ob das vorreitertum dabei nun aus irgendwelchen knechtschaften, stereotypen oder zufällen entstanden ist, ist zumindest mir dabei egal. solcherlei überlasse ich gerne sozialkompetenten mitmenschen, wie bspw. chrisamar oder auch dir.

wenn nun bereits in der entstehung einer tendenz eine monopolisierung jener durch wenige erfolgt, dann haben es alle anderen danach schwer nach vorne zu stoßen. das ist bei blogs der fall und die alphas schmoren da schlichtweg seit längerem in ihrem eigenen saft und befördern sich auch nur noch gegenseitig... wobei die neigung, bei den amis zu klauen recht hoch ist.

d.h. hier paart sich das schmoren im eigenen sagt mit ideenlosigkeit und das endet meist im jammern. z.b. schreibt man dann internetmanifeste oder beklagt sich darüber, dass blogs sich nicht/kaum finanzieren.

mfg
mh

mh 29.11.2009 | 17:06

man muss kein soziopath sein um analytisch all zu menschelndes auszuklammern. das sind zwei vollkommen verschiedene betrachtungsebenen. zumindest ich kann das ganz gut trennen, wenn ich denn will.

ich hatte im vorfeld der sarrazin-diskussion mal festgestellt, dass wir auf der einen seite die ökonomische betrachtung brauchen, die menschliche gefühle ausklammert, und darauf basierend dann die gesellschaftliche diskussion .. also wieviel es uns wert ist, als gesellschaft eben nicht rein ökonomisch zu sein.

ich seh mich also durchaus in der lage, auf der einen seite hart zu kalkulieren und auf der anderen sozialbetrachtend zu definieren. ich muss das nur nicht gleichzeitig tun, denn das macht selten sinn.

wie hier .. das grundproblem, welches ich sehe, habe ich benannt. aus welchem grund da nun mehr männer als frauen unter den vorreitern sind, tut da gar nichts zu sache.

hätte jetzt hier ein langer blogbeitrag zum thema "warum mehr männer als frauen die technische vorreiterrolle inne haben" gestanden ... na dann hät ich mich zu diesem thema vielleicht auch geäußert und dabei dann nicht gesagt, was ich oben sagte.

hätte man dann das gegenteil vom soziopathentum nachfragen wollen? ich zweifel dran.

mfg
mh

Achtermann 29.11.2009 | 18:20

Magda schreibt: „Auch ich denke, dass es tatsächlich nicht aktive Ausgrenzung ist, sondern einfach eine Männerwelt, die definiert, was aktuell und wichtig ist und - wie immer - auch ein Netzwerk hat.“

Ich habe bisher angenommen, das Netz sei noch die demokratischste Plattform, miteinander in die Diskussion zu kommen und sich auszutauschen. Jetzt werden von ambitionierten Bloggerinnen, die ob ihrer vermeintlichen Qualität meinen, evt. eine Einnahmequelle sich erschließen zu können, Vermutungen in die Welt gesetzt, die Männer strickten auch im Blogwesen an der Unterdrückung der Frauen, nicht bewusst, aber strukturell bedingt. Und diese Vermutungen basieren auf irgendwelchen Rankings von irgendwelchen Blogs, die völlig unterschiedliche Resultate zeigen. Die Männer werden wieder in die übliche Ecke gesteckt: Egal, was sie machen, sie grenzten aus, weil sie in einer Männerwelt lebten. Ich werde schuldig, weil ich ein Mann bin. Wieso sollte ich ein Netzwerk haben? Ich wüsste gar nicht, wie das aufzubauen wäre! Ab und zu schreibe ich meine Meinung, und ich habe beim Schreiben bisher nicht beabsichtigt, männlich zu schreiben, um Frauen auszugrenzen. Aber, ich höre schon das weibliche Dagegen: Gerade weil ich männlich sei, hätte ich darüber nicht reflektiert.

M1xP1yne 29.11.2009 | 18:56

@ Achtermann

Die Ähnlichkeiten zwischen Christlicher Unterdrückungsmethodik (Erbsünde) und feministischer Weltsicht (born man, born evil) ist zumindestens in dieser Hinsicht doch erstaunlich, wenn auch nicht wirklich überraschend. Sehen Sie es doch einfach als die Meinung einer verwirrten, aber lauten und argumentationsschwachen Minderheit an. Die absolute Mehrheit der Frauen in meiner Umgebung würden über solch eine Ideologie nur mitleidig lächeln (Und dann höchst erfolgreich in ihren Berufen/Studien weitermachen wie bisher...)
Manchmal rege ich mich noch über sowas auf...aber meistens habe ich wichtigeres zu tun.

Brett 29.11.2009 | 21:10

Danke, sehr interessanter Artikel. Ich war überrascht von dem Befund. Ich hätte gedacht, Frauen würden unter den Bloggern eher führend sein, weil sie im allgemeinen besser schreiben als Männer. Aber woran liegt es dann, dass Frauen im Netz genauso oder so aktiver sind als Männer, aber ihre Stimmen weniger alut durchdringen? Man kann nur vermuten. Es könnte aus meiner Sicht folgende Ursachen haben: 1.) Männer schreiben aus autoritativeren Impulsen heraus. Oder einfacher gesagt: Sie zielen oft stärker darauf, ihre Meinung durchzudrücken. Sie erscheinen dadurch "meinungsstärker" und eben "wichtiger", "bossiger" und lesenswerter. Eine Art self-fulfilling prophecy, was die Einflusstärke von Meinungen angeht. Männer sind einflussreicher, weil man glaubt, dass sie einflussreicher sind. 2.) Frauen hören durchaus bei den "wichtigen" Männern zu, aber Männer sehen oft die Beiträge von Frauen von vornherein als nicht so wichtig an. Diese Inkongruenz kann man jedenfalls offline immer wieder bemerken und ich vermute, dass sie sich online fortsetzt. Auch im TV, wo Moderatorinnen eine große Rolle spielen, bestätigt sich eine Tendenz: Frauen dürfen Fragen, aber die Männer geben die "wichtigen" Antworten. Dies gilt umso mehr, desto mehr ein Thema für Männer interessant ist und wo sie sich gegenseitig mit ihrer Kompetenz beeindrucken können. Also Technik, Fußball, Finanzpolitik etc. - da hören sich Männer gegenseitig zu und treten miteinander in den Schlaumeier-Wettkampf, am liebsten setzen sie sich in ihre Ecke und fachsimpeln. Bei anderen Themen, die bei den Männern nicht so viel "fachmännische" Leidenschaft erweckt, werden die Herren dann offener für das, was Frauen beitragen. Es ist ein wenig so wie die gemischten Fußballmannschaften auf dem Bolzplatz: Kann man mal machen, aber richtig hart Fußball spielen geht besser ohne Frauen. Diese Einstellung tritt beim Diskutieren auch auf (sublim, sublim). 3.) Könnte es daran liegen, dass Frauen andere Themen verfolgen. Themen, die dann zur Zersplitterung der "FRauen-Blogosphäre" führen. Ich könnte mir vorstellen, dass es sogar mehr Frauen sind, die bloggen, dass aber die "heißen" Diskussions-Themen - ob Finanzkrise, Gesundheitspolitik oder was auch immer - eher von Männern belegt werden. Das sind jetzt 3 Thesen von mir, also keine Gewissheiten. Ich finde den Befund hoch interessant und würdig, weiter untersucht zu werden, weil man im Netz eine laborartige Situation vorfindet, die möglicherweise in einzigartiger Weise deutlich macht, wie die "Meinungsmache" in der Gesellschaft zwischen Frau und Mann aufgeteilt ist und welche sublimen Mechanismen und Voreinstellungen dabei eine Rolle spielen. - Interessant wäre natürlich der Versuch, wenn eine Frau 2 Blogs mit identischen Themen und quasi gleichen Beiträgen führen würde, einmal als Prof. Dr. Hans Oberschlau, einmal als Gretel Hausfrau. Na, wer wird wohl für wichtiger gehalten, obwohl er immer nur das Gleiche sagt und vielleicht sogar uneleganter formuliert? Ich hätte da eine Vemrutung ;)

Peripatetik 30.11.2009 | 09:36

Lieber Achtermann,

mit "Männerwelt" ist doch nicht die Gesamtheit aller Männer gemeint, sondern eine fast rein männliche Clique. Dass Sie und ich nicht dazugehören, ändert am Argument nichts.

Ich kann das Gefühl "Ich werde schuldig, weil ich ein Mann bin" verstehen. Auf meinem Schulweg stand an einer Hauswand "Jeder Mann ein Vergewaltiger". Was soll man als werdender Mann dazu sagen? In dieser Diskussion hier geht es aber differenzierter zu, und da kann man sich auf drauf einlassen.

Lieber MaxQual,

sehr starker Beitrag! Jedenfalls stark an Beleidigungen. Wie wäre es, wenn Sie am Text zeigten, wo Argumente schwach sind oder gar fehlen? Haben Sie Angst davor? Oder sind Sie der Typ, der einmal mit der Faust auf den Tisch schlägt, und dann sind die Weiber schon ruhig?

Grüße,
Peripatetik

Verena Reygers 30.11.2009 | 13:33

Unter www.maedchenmannschaft.net müsste es klappen!

Ich kann mich der Argumentation Bretts nur anschließen. Ein "Die männlichen Blogger sind schuld und unterdrücken Frauen, die im Netz unterwegs sind" ist natürlich Unsinn, aber ja, sie setzen sich als Meinungsmacher stärker durch. Alleine in diversene Diskussionen muss frau bisweilen ein hartes Fell entwickeln, um nicht an den Rand kommentiert zu werden. Gleichzeitig erklären viele Bloggerinenn auch, ihnen sind Blogcharts und Co. nicht wichtig - sagen diese doch sowieso nichts über inhaltliche Kriterien aus.
Dass es jeden Menge Bloggerinnen gibt, darüber dürfte kein Zweifel herrschen. Dass diese durchaus auch über andere Themen als Kochen, Mode und Mamasein bloggen, wird dagegen sehr wenig wahrgenommen. Und andersrum gedacht, solange politische und wirtschaftliche Themen als das Nonplusultra wahrgenommen werden, haben Mutti- und Modeblogs eben eine geringe Daseinsberechtigung - dass sie aber ebenfalls über Einfluss und hohe Zugriffszahlen verfügen, wird hier gerne übersehen.
Insgesamt ist es halt so, dass Niggemeier und Co. als deutsche Blogpioniere gelten und sich demnach ihre Lorbeeren gegenseitig immer wieder aufs Neue zuschieben und sich wenig Mühe gemacht wird, auch mal aus diesen verkrusteten Strukturen auszubrechen. Eigentlich ein Armutszeugnis für ein auf die Partizipation aller ausgerichtetes Medium.

Anette Lack 30.11.2009 | 13:40

Zwar wiederhole ich mich hier, denn ich hatte es schon öfter in anderen Blogs gepostet, aber da werde ich nicht müde:

Warum sollte es bei Bloggerinnen anders aussehen als bei Journalistinnen? Damit meine ich: Journalistinnen finden sich vor allem auf den Beta-Ebenen von Zeitungen, noch immer. Und das hat weder etwas mit ihrer Befähigung noch mit mangenden Durchsetzungsvermögen zu tun, auch nicht mit mangelndem Ehrgeiz, was Karriere angeht.

Alles andere haben meine Vorredner(innen) bereits gesagt.

gweberbv 30.11.2009 | 20:53

"Jeder Mann ein Vergewaltiger". Was soll man als werdender Mann dazu sagen?

-> "Vielleicht nachher, Baby, wenn ich Zeit hab."

Ansonsten scheint mir MHs naheliegende Erklärung au unerfindlichen Gründen völlig untergegangen zu sein: Männer waren (im Internet) zuerst da. Und da es im Netz in aller Regel nach dem Prinzip "Wer hat, dem wird gegeben" läuft, bleiben die early starters erstmal für lange Zeit unter sich. Wie Frauen auch aus dem Stand schnell zu Klicks kommen könne, zeigt diese Tante aus GB ("Belle de Jour" oder so). Bei einem Mann hätte das kaum funktioniert.

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stadtpiratin 30.11.2009 | 23:42

den Artikel habe ich gern gelesen, um mir die Problematik nochmal selbst bewusst zu machen. Aufgrund der Schieflage in der öffentlichen Wahrnehmung sieht es nunmal momentan so aus: feministische Bloggerinnen vernetzen sich bewusst, um dem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, während das Netzwerk männlicher Blogger subtiler und gleichzeitig viel einfacher funktioniert.

Es ist tatsächlich nicht so als ob auch die Meinungsblogs rund um Politik und Wirtschaft nur von Männern gemacht würden, jedoch gelangen nur diese zu Popularität auch außerhalb des www.

Eine Anmerkung aber noch zu den Kochrezepte- und Strickseiten: ich finde es zumindest nicht verwunderlich, dass solche klischeehaften Frauenthemen in Blogs nicht allzu populär werden, gelingt dies doch den männlichen Klischees in Form von Technik- und Heimwerkerblogs ebensowenig. Kein allzu großer Verlust, ist doch das Ziel gerade das, als Bloggerin ohne Herd-Konnotation ernst genommen zu werden.

M1xP1yne 30.11.2009 | 23:48

Lieber Peripatetik,

ich habe meinen Beitrag, der da nicht so lang ist, nun nochmals aufmerksam gelesen.
Leider war es mir auch danach nicht möglich, eine Beleidigung darin zu finden.
Mein Vergleich der Christlichen Erbsündengeschichte mit dem von Achtermann erwähnten Problem der Vorverurteilung von Männern auf Grund ihres Geschlechtes mag nicht allgemeingültig sein, trifft aber zumindest den starken, radikalen Kern der Feministitschen Bewegung. Und m.E. auch einige MEnschen hier, und zwar nicht nur Damen.
Mein Vorwurf der "Argumentationslosigkeit" mag ein subjektives Empfinden meinerseits sein, ist aber ob der Tatsache, dass in so vielen Diskussionen auf dieser Seite zahlreiche dem Feminismus zugehörige Personen leider vergessen, dass (schlechter) Spott kein angemessener Ersatz für eine akzeptable Argumentation ist, nicht ganz unangemessen.
Beides erfüllt in keinster Weise den Tatbestand der "Beleidigung", weder im juristischen Sinne, noch dahingehend, was der Nichtjurist darunter versteht.
Man nennt es vielmehr "Meinungsäußerungen".
Einer Beleidigung näher stehen allerdings solche Dinge wie die unnötige (und m.E. äußerst unlustige) Namensverdrehung, Unterstellungen ohne Beleg, und das Benutzen von überholten und geradezu lächerlichen Klischees, insbesondere, da Sie mich gar nicht kennen.
Wobei es nicht so ist, dass ich durch Sie mich beleidigt fühlen würde. Mehr als ein Hauch von Belustigung kommt dann doch nicht zustande, wenn ich Ihre Replik lese.
Also immer schön sachlich bleiben, Peristaltik (hohoho, was für ein Brüller, gell?).

Mit freundlichen Grüßen,

Max

sianasta 01.12.2009 | 05:24

Eine der wichtigsten Ursachen für die Unbekanntheit von Bloggerinnen hast Du sicher genannt. Die "Alpha-Blogs" bilden eine gemeinsame Tretmühle, dort beschäftigt man sich reihum mit ein- und demselben Thema. SWIFT hier, Kinderpornosperren da, glücklicherweise immerhin aus - konsequent durchgehaltenen - unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Diese Blogs bieten den LeserInnen einen Informationsvorsprung betreffend der Themen, die meist, jedenfalls aber wenn sie in einen Kontext eingebettet werden, von Interesse für die Allgemeinheit sind. Gesprächsstoff eben. Man könnte auch sagen, ein Männerklüngel, aber sie haben eben ihre Existenzberechtigung.

Dies zunächst als Argument zu der These, dass das Messverfahren als solches verfälscht und durch die Publikation der Beobachtung zusätzlich zur Tretmühle beiträgt. Das ist natürlich der Fall, und man kann dies meiner Meinung nach auch als diskriminierend bezeichnen, nicht nur gegen Frauen, auch gegen thematisch oder regional oder sonstwie enger gefasste Blogs.

Rivva hat ja aber bereits eine thematische Aufteilung, was aber nichts an den Folgen ändert - weit und breit keine Frau zu sehen.

Man neigt nun dazu, Deinen Ausführungen bzgl. der Ungleichheit der Geschlechter in der Gesellschaft zu folgen und es dabei bewenden zu lassen.

Meine persönliche These zur Thematik kreist aber eher um die Behauptung, dass genau diese interessanten Themen rund um Politik und Gesellschaft im Netz zwar beliebt sind; um Politik zu machen oder die Gesellschaft zu prägen bewegt man sich aber besser ("effektiver", da größere Reichweite) in der realen Welt. Vielleicht sehen Frauen einfach nicht den Sinn, ihre Belesenheit einem kleinen Kreis zu beweisen, sondern wenden sie lieber an um wirklich etwas zu verändern. Hoffen wir's.