Auf der Spur der Menschenrechte durch Berlin

70 Jahre AEMRE Was bitte heißt denn "AEMRE"? Genau, es geht um die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte", die am 10.12.1948 von der Generalversammlung der UNO verabschiedet wurde.
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Seit 2013 biete ich in Berlin Stadtspaziergänge schwerpunktmäßig zum Thema Menschenrechte an. Dabei geht es mir darum, die Menschenrechte und das Engagement für ihre Verwirklichung an konkreten Orten in Berlin vorzustellen – ausgehend vom Menschenrechtsschutzsystem der Vereinten Nationen.

Ich gehe sowohl auf die Geschichte und Gegenwart der jeweiligen „Kieze“ als auch auf soziale Bewegungen ein, die dort aktiv sind.

Mein Motto lautet dabei, dass das Glas halb voll und nicht halb leer ist (Termine und weitere Themen siehe unten).

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der NS-Verbrechen haben sich die Vereinten Nationen am 10.12.1948 darauf verständigt, den wirksamen Schutz der Menschenrechte zu einer wichtigen Grundlage der Arbeit der Weltorganisation zu machen.

Die Verwirklichung der Menschenrechte ist seither eine rechtlich verpflichtende Aufgabe der Staaten. Die UN-Menschenrechtsverträge sollen die Vielfalt der Menschenrechte sichern – ob es sich nun um den Schutz vor Diskriminierungen aller Art handelt – z.B. auch um den Schutz vor jeglicher rassistischer Diskriminierung. Oder um die Menschenrechte von Frauen, von Kindern, von Menschen mit sogenannten „Behinderungen“ und von Geflüchteten.

Die Weiterentwicklung der Menschenrechte ist eine gemeinsame Lernerfahrung, zu der alle beitragen können. Das gilt international und vor Ort.

Was manchmal vergessen wird: schon in der UN-Menschenrechtserklärung von 1948 sind neben den Schutzrechten (Beispiel: Verbot der Folter) und den Beteiligungsrechten (Beispiel: Meinungs- und Pressefreiheit) auch die Wirtschaftlichen, Sozialen und Kulturellen Menschenrechte (Beispiel: das Recht auf eine bezahlbare Wohnung) enthalten.

Die Spaziergänge „Auf der Spur der Menschenrechte“ biete ich in Schöneberg, auf der „Roten Insel“ an, außerdem in Kreuzberg im Wrangelkiez (vom May-Ayim-Ufer bis zum Lausitzer Platz), in der Hufeisensiedlung in Britz (Neukölln) und in Moabit in Berlin-Mitte. Weitere Infos unter: 0160-870 5744, martin.forberg@web.de.

Und hier die nächsten Termine und die verschiedenen Themen meiner Stadtspaziergänge.

Stadtspaziergang:

Auf der Spur der Menschenrechte auf der „Roten Insel“ in Schöneberg:

Die "Rote Insel" in Schöneberg ist ein Berliner "Kiez", in dem sich Geschichte und Gegenwart ein spannendes Stelldichein geben. Berühmte Menschen von hier sind Marlene Dietrich, Annedore und Julius Leber – und noch einige andere mehr.

Termine 2018:

18.November, 16.Dezember

14:00 – 16:00 Uhr

Treffpunkt:

Fahrradständer am S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke, beim Café EssEins

Beitrag 10€/5€

Meine weiteren Themen sind:

Stadtspaziergang:

Menschlichkeit, Zivilcourage und Vielfalt in Schöneberg - damals und heute.

Auf den Spuren des Lebensretters, Sozialisten und Friedensaktivisten Wilfrid Israel

Diese Veranstaltung wird vom Kiezfonds Schöneberg gefördert.

Unterwegs wird nicht nur der Lebensweg Wilfrid Israels nachgezeichnet, sondern es begegnen uns weitere Menschen, die sich in der Vergangenheit und in der Gegenwart für Menschlichkeit eingesetzt haben und einsetzen: gegen Unterdrückung, Nationalismus und Ausgrenzung - für gleiche Rechte, Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit – z.B. Rosa Luxemburg, Albert Einstein, der palästinensische Dichter Mahmud Darwisch und Meena, eine legendäre aghanische Frauenrechtlerin.

Termine 2018:

4. November

14:00 – 17:00 Uhr

(mit S- und U-Bahnbenutzung)

Treffpunkt: Ecke General-Pape-Straße/Werner-Voss-Damm

(S-Bahnhof Südkreuz Osteingang)

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Stadtspaziergang:

Kaufhausdirektor und Sozialist, Lebensretter und Pazifist: Auf den Spuren von Wilfrid Israel in Berlin

Wilfrid Israel (1899 – 1943), der letzte Direktor des Kaufhauses „N.Israel“ hat in der Nazizeit Tausenden Menschen das Leben gerettet. Der Sozialist und Pazifist setzte sich wie Albert Einstein, Martin Buber und Henrietta Szold im damaligen Palästina für einen „gemeinsamen Weg mit den Arabern, die in diesem Land leben“ (H.Szold) ein.

Wilfrid Israel verstand Zionismus nicht als nationalistisches oder koloniales Projekt, sondern als ein „gesellschaftliches Experiment, welches alte jüdische Verbindungen zum Orient wiederherstellen sollte“ (so seine Biographin Naomi Shepherd).

Termine 2018:

28.Oktober, 2. Dezember

14:00 – 16:00 Uhr

Treffpunkt: Alexanderplatz, Weltzeituhr

Beitrag 10€/5€

Stadtspaziergang:

Zur Geschichte der Einwanderung nach Deutschland:

Vom Halleschen zum Kottbusser Tor

Auf diesem Stadtspaziergang wird diese Geschichte bis in die Gegenwart an exemplarischen Orten vorgestellt. Es kommt auch darauf an, die Entwicklung staatlicher Politik gegenüber Einwanderern und Flüchtlingen nachzuzeichnen, deren Erfahrungen wiederzugeben und dabei von ihren Überlebensstrategien sowie Protest- und Widerstandsformen zu erzählen.

Stadtspaziergang:

Rund um den Moritzplatz: Da wo einst die Mauer stand: Menschen, Häuser und soziale Bewegungen

Heute ist kaum noch erkennbar, wie stark die Gegend um den Moritzplatz zwischen 1961 und 1989 von der Mauer geprägt war. Der Spaziergang durch das ehemalige "Grenzgebiet" soll die Lebensverhältnisse in den beiden Hälften der geteilten Stadt wieder sichtbar machen: Wie suchten die hier wohnenden Menschen nach persönlichem Wohlstand und Glück, unabhängig davon, ob sie oder ihre Eltern in Berlin, Dresden, Istanbul geboren wurden?

23:28 24.10.2018
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Martin Forberg

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