Ohrenkuss mit Update

Down-Syndrom Touchdown21 in der Bundeskunsthalle war sehr erfolgreich. Die BesucherInnen konnten aus erster Hand etwas über das Leben von Menschen mit Down-Syndrom erfahren
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Den Ohrenkuss zu lesen und die Bilder darin zu betrachten, ist immer wieder ein Erlebnis. Selbst wurde ich seinerzeit auf das damit verbundene Projekt über eine Sendung von Alfred Biolek aufmerksam. Es ließ mich seither nicht mehr los. Nun, so informiert, Ohrenkuss-Chefredakteurin, gibt es ein Ohrenkuss-Update.
Die neue Ohrenkuss Ausgabe „2017 ein Update“ ist ein Update der MacherInnen zum Thema Down-Syndrom.

Aus der Pressemeldung

Durch die Touchdown-Ausstellung (hier und hier) in der Bundeskunsthalle in Bonn sind viele Menschen über das Thema Down-Syndrom ins Gespräch gekommen.
Wir wollen das Gespräch fortsetzen. Menschen mit Down-Syndrom machen ein Update.
Ein Update der Themen, die ihnen wichtig sind.
Ein Update der Themen, die in ihrem Leben eine Rolle spielen. Ein Update zu ihrem Blick auf die Welt.

Natalie Dedeux ist 18 Jahre alt und Ohrenkuss-Autorin ihr Leben lang. Sie schreibt über ihre Zukunft: „Ich möchte weiter Bildung lernen. Da lerne ich andere Berufe kenne. Ich möchte zum Beispiel gerne Koch.
Besonders liebe ich indisch. Ich möchte gerne in einem Büro arbeiten.
Das Büro ist groß. Zum Beispiel Schrifthersteller sein. Ich schreibe es so auf, dass es Sinn ergibt. Ich möchte gerne ein Diktat über Spätabtreibung machen. Ich bin auf der Welt, um etwas zu lernen und nicht abgetrieben werden.“

Florian Mühle ist 31 Jahre alt, er schreibt: „Der Sinn des Lebens ist, dass sich die Eltern freuen, dass ich am Leben bin. Das ist ein Geschenk der Natur, solche Menschen wie mich zu gebären. Weil die Menschen mit Down-Syndrom auch wertvoll sind.“

David Blaeser ist 12 Jahre alt und neu im Ohrenkuss-Team. Er blickt kreativ in die Zukunft und kann sich vieles vorstellen: „Ich erzähle über einen Roboter. Dieser Roboter ist cool und er kann meinen Eltern helfen. Ich finde es gut, dass der Roboter uns hilft. Es kann unseren Garten rasen mähen, kann auch in unserem Haus helfen wie z. B. Müleimer wegbringen. Wenn wir in unserem Auto rein setzen dann fährt das Auto automatisch alleine weg. Das Auto fährt selber weil, dass ist ein Roboter. Er kann Pakete liefern, unser Haus deckurieren. Das finde ich gut. Er muß sogar Klavier, flöte, tromel spielen. Er muß allen in meiner
Familie helfen. Er muß unsere Haus und in mein Zimmer putzen und meine Hausaufgaben machen.“

Es wird nicht nur Privates, sondern auch Politisches behandelt. Teresa Knopp, 21 Jahre alt, schreibt: „Man hört ja sehr viel Schlechtes über
die Welt. In den USA wurde jetzt der Donald Trump gewählt, das ist jetzt der neue Präsident. Oder so Kriege und Gewalt und Terror, hört man sehr oft von der Welt. Jetzt meinen auch manche Menschen, dass die Angela Merkel jetzt auch einen Fehler gemacht hat in der Flüchtlingspolitik. Weil, wenn wir Menschen mit Down-Syndrom mehr wären,
dann können wir die Welt schöner machen. Einfach, weil mehr Liebe entsteht.“

Die Kölner Fotografin Sandra Stein hat die Bilder der aktuellen Ohrenkuss-Ausgabe gemacht. Die Fotos sind in der Bundeskunsthalle entstanden. In der Ausstellung „Touchdown. Eine Ausstellung mit und über Menschen mit Down-Syndrom.

(mit „Ohrenkuss“)

Hinweis: Bebildert finden Sie den Beitrag hier.

12:40 28.05.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

asansörpress35

Politischer Mensch, der seit der Schulzeit getrieben ist, schreibend dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen.
asansörpress35

Kommentare