Regisseur Alain Tanner gestorben: Ein Sympathisant der Aussteiger

Film Der Schweizer Regisseur Alain Tanner war ein Sympathisant des Aufbruchs und der Außenseiter. Seine Filme waren absolut modern ohne modisch zu sein. Ein Nachruf
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 37/2022
Alain Tanner, hier 1972 bei der Premiere seines Films „La Salamandre“ in Zürich
Alain Tanner, hier 1972 bei der Premiere seines Films „La Salamandre“ in Zürich

Foto: Keystone Schweiz/Laif

Sein Geschichtsbucheintrag war schon lange vor seinem Tod formuliert. Wie es sich gehört für einen, der die Sturheit besitzt, die eigene große Zeit zu überleben. Alain Tanner war mal der bekannteste Name des Schweizer Films, denn der bekannteste Schweizer Regisseur, Jean-Luc Godard, ist dem französischen Kino zugeordnet. Wie kaum ein anderer Regisseur in Europa bannte Tanner den Geist von ’68 und danach auf die Leinwand. Seine Filme, so lautet die beliebte Kurzformel, handelten bevorzugt von Utopien und Fluchten.

Für viele reicht die Nennung eines Films, um Alain Tanner ins Gedächtnis zu rufen: Jonas, der im Jahre 2000 25 Jahre alt sein wird. Der Titel ist geläufiger als sein Inhalt. Wie in Bernstein gefangen lässt sich darin die Essenz der