Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Ob Sexbilder via MMS oder Sex-Filme in drei Klicks aus dem Internet: Wir sind die Generation Porno.

TV-Sender sind - gewohnt- nachts gefüllt, vom ZDF-Erotikthriller über den Softporno auf VOX bis hin zu den DSF-Erotik-Sportclips. Eines fällt auf: Es fehlen die alten Formate wie „Wahre Liebe“, „Liebe Sünde“ oder „Peep“, die sich im nachblickenden Vergleich recht sensibel und aufgeklärt Erotik-Themen näherten. Für die Generation Porno wäre dies eh nur kalter Kaffee. Heute klären Pornos auf: Nackt und unzensiert, vorallem aber unkommentiert.

Ohne etwas zu bezahlen können im Netz aktuelle Sex-Filmchen mit wenigen key-words gegoogelt und im Stream angesehen werden. Nach Eingabe des individuellen Fetisch, ob Natursekt, Blasen, anal oder SM, kann die Befriedigung losgehen. Die Frau, besser: die Mädchen, bleiben klares Sex-Objekt. Übertrieben?

Sex-Seiten im Internet gehören zu den meist besuchten Seiten im Netz. Die Generation Porno ist heran gewachsen. Die Konsumenten: Männer, beginnend im Kindes- und Jugendalter. Eltern werden überrascht, wenn ihre jungen Sprößlinge fragen, was 'Fisting' ist, noch lange bevor sie den ersten Kuss gewagt haben. Sex-Seiten sind ungesperrt und mühelos zugänglich, treten jeglichen ethischen Konsens in Grund und Boden. Pornos sind Umfragen zufolge oftmals tägliches Hobby, meist aber schon Sucht.

Welches Sex-Leben soll sich nach internalisierten Porno-Bildern entwickeln? Was löst Porno-Konsum im sensiblen Jugendalter aus? Inwieweit wird die Schere zwischen Liebe und Sex weiter auseinander gehen?

Macht die Partnerin nicht mit, sucht mann sich eines der zahlreichen Bordelle, Sex-Clubs oder Straßenstrichs aus. Wem das zu umständlich, zu teuer oder zu peinlich ist, geht schnell ins Internet. Schon heute gibt es in der BILD genügend Anzeigen, die nach posierenden Studentinnen vor Web-Cams suchen, dafür schnelles, gutes Geld bieten.

Unsere christliche Scham und Prüderie ist aufgeweicht. In unserem christlich-abendländlichen Verständnis war und ist Sex etwas Anstößiges, Unvernünftiges, Verbotenes, nur nach der Heirat und dann auch nur zur Zeugung der Kinder erlaubt. Die pornografische Revolution hat uns nun längst eingeholt, Pornos gehören zum Alltag dazu. Eine öffentliche Auseinandersetzung gerade auch zu Themen wie die Versklavung von Sexarbeiterinnen und Soziale Ursachen für Kinderpornografie bleibt aus. Das öffentliche Tabu ist geblieben.

15:24 26.04.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Benjamin Mattausch

Weltenbummler und Harlekin
Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentare 2