Nackt ins Stadion?

Fussballkontrollen warum es der FC Bayern sein musste, der als erster agiert
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Nackt ins Stadion?

"Muss ein Fussballfan seine Hose ausziehen?", fragt Mark Stöhr im aktuellen FREITAG etwas provokant.
Nein, muss er natürlich nicht, nur beim FC Bayern, wenn er von außerhalb kommt und nicht in das bajuwarische Weltbild passt.
Doch so einfach ist die Sache auch wieder nicht. Seit die Politik zusammen mit den Frankfurter Fussballfunktionären mehr Sicherheit in den Stadien durch scharfe Kontrollen, Stadionverbote , dem Verbot des Verwendens pyrotechnischer Erzeugnisse und angedrohte Geisterspiele schaffen will, kocht die Diskussion immer wieder hoch. Und der FC Bayern hat jetzt, obwohl noch nichts beschlossen wurde, schon mal vollendete Tatsachen geschaffen.
Bei einem kurzfristig angesetzten Treffen von DFB, Deutscher Fussball Liga und Bundesinnenministerium wurde vor einigen Wochen von fast allen Clubchefs eine Erklärung unterzeichnet, die diese Maßnahmen billigte und als Grundlage weiterer Konkretisierungen nahm. Lediglich Union Berlin unterschrieb nicht, weil die Zeit nicht ausreichte, diese Punkte mit den eigenen Fans ausreichend zu besprechen.
Und darum geht es letztendlich. Fussball lebt von Emotionen, von Leidenschaft auch auf den Rängen, und, wie bei Union und auch St. Pauli, von der Einbindung der Fans in den Verein. Bei Union werden vor allen wichtigen Entscheidungen auch die Vertreter der Fans gefragt. Und Geisterspiele treffen nicht nur die Vereine durch Einnahmeausfälle in sechstelliger Höhe, sondern auch die Anhänger, die jedes Wochenende in die Stadien strömen.
Und so ist es kein Wunder, dass ausgerechnet der FC Bayern diese drakonische Kontrolle der Frankfurter Fans als erster öffentlichkeitswirksam präsentierte. Wer erinnert sich noch an den Unmut der Bayern Fans auf den preiswerten Stehplätzen ob der Bemerkung von Mr. Bayern Uli Hoeneß, der sie gegenüber den Besuchern der VIP-Logen herabsetzte. Der FCB ist ein Wirtschaftsunternehmen mit Millionenumsätzen pro Jahr, bei denen mancher Mittelständler neidisch wird. Und eine Fankultur wie bei kleineren Vereine existiert hier nicht, hier wird geklotzt und nicht gekleckert.
Doch so mancher alte Unioner wird die Zeiten nie vergessen, als der Weg vom Stadion zum S-Bahnhof Berlin-Köpenick voller Polizei war und vor dem Bahnhof die grünen W 50 standen, auf die die Fans "gebeten" wurden, um damit in das Polizeipräsidium am Alexanderplatz zu fahren. Und er wünscht sie sich bestimmt niemals zurück.
Und deshalb sollten alle, Politiker, Funktionäre und Clubchefs nie vergessen, dass Fussball nicht nur ein Geschäft ist. Es ist für Hunderttausende Deutsche jedes Wochenende ein Highlight, zu dem sie pilgern. Und zu viel Reglementierungen zerstören dieses Event.
Eine Punkband aus Düsseldorf hatte noch nie viel für den FCB übrig und hat das auch in einem Song deutlich gesagt. Es lohnt sich, den Text genauer zu hören.
22:10 15.11.2012
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Geschrieben von

rolf netzmann

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