Alice Schwarzer im Wunderland

Dokumentarfilm Sabine Derflingers „Alice Schwarzer“ verdichtet Leben und Werk seiner Protagonistin zu einem Porträt voller Widersprüche
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 37/2022
Alice Schwarzer versteht nicht, wieso sie andere für ihre Standpunkte so angreifen
Alice Schwarzer versteht nicht, wieso sie andere für ihre Standpunkte so angreifen

Foto: Cristina Perincioli

Wer kennt das nicht? Man sitzt gemütlich am Tisch. Es wird geprostet, gegessen und irgendwann bringt jemand das Gespräch auf „diese Political-Correctness-Seuche.“ Aller Erfahrung nach folgt dann entweder Zustimmung oder Protest oder verstimmte Stille. Hier aber sagt die Gastgeberin: „Oh, oh. Das ist ja hart.“ Dann fährt ihr Gegenüber, es ist der Kabarettist Moritz Netenjakob, fort. Ein Kollege sei von einer Filmproduktion gefragt worden, ob er unter einem weiblichen Pseudonym schreiben möchte, „am besten noch mit Migrationshintergrund“. Die Gastgeberin erklärt: „Die wollen so tun, als wäre es eine Frau, damit sie die Quote haben.“ Es ist Alice Schwarzer.

Die Szene ist symptomatisch für den Film, aus dem