Der Kommunismus ist …?

Fragebogen Sophie Passmann fühlt sich im Bordbistro zu Hause und freut sich auf das Monopol bei den E-Bike-Anbietern
| Ausgabe 44/2019
Der Kommunismus ist …?

Illustration: der Freitag

Die Radiomoderatorin und Publizistin Sophie Passmann (geb. 1994 in Kempen) veröffentlichte in diesem Jahr ein Buch über Frank Ocean und eines über Alte weiße Männer, aus dem sie am 3. November im Schauspielhaus Hamburg liest.

Was mögen Sie an Angela Merkel?

Wie würdevoll sie den ganzen Unsinn um sich herum erträgt. So wenig wie nötig zu tun, war immer ihre große Stärke.

Welches Buch haben Sie zuletzt nicht zu Ende gelesen?

Rohstoff Elements, so wie alle anderen Fauser-Bücher.

Zahlen Sie eigentlich gern GEZ-Gebühren?

Ich zahle überhaupt keine GEZ-Gebühren, weil es die seit Jahren nicht mehr gibt. Ich zahle Rundfunkbeitrag, das übrigens ziemlich gerne, weil bei den Öffentlich-Rechtlichen zum Großteil Journalist*innen arbeiten, die den Unterschied zwischen „Gebühr“ und „Beitrag“ kennen.

Sollte das generische Maskulinum abgeschafft werden?

Ja, um Konservative zu ärgern.

StudentInnen oder Studierende?

Auszubildende.

Darf man in Ihrem Schlafzimmer rauchen?

Nein, um Gottes willen, ich spiele doch nicht die Hauptrolle in einem Tarantino-Film.

Welche Drogen sollten legalisiert werden?

Mindestens Cannabis, höchstens LSD.

Wer oder was hätten Sie gerne sein mögen?

Andy Kaufman, vielleicht der einzige Komiker, der Witze nur für sich gemacht hat.

Ihr Leben wird verfilmt. Welche Schauspielerin sollte das tun?

Ich möchte von Lars Eidinger gespielt werden, mein Therapeut soll von Bjarne Mädel gespielt werden, die restlichen Rollen übernimmt Veronica Ferres.

Wie viele Apps sind auf Ihrem Smartphone?

Circa 50, davon gut ein Dutzend zum Ausleihen von E-Rollern und E-Fahrrädern. Wann kommt da endlich das Monopol?!

Und welche benutzen Sie am meisten?

Threema.

Töten Sie Insekten?

Ja, und ich fühle leider nichts dabei.

Offene Grenzen sind …?

Das einzig Zeitgemäße.

Ist die Lüge ein legitimes Mittel in der Politik?

Kommt drauf an. Wenn es darum geht, dass Lars Klingbeil über die Menge an „guten Gesprächen“ im Haustürwahlkampf flunkert, meinetwegen. Wenn Julia Klöckner weiterhin behauptet, geeignet für ihren Job als Landwirtschaftsministerin zu sein, nicht.

Sollte man Gehälter öffentlich machen?

Das wäre für die Marktwirtschaft fast genauso tragisch, wie wenn Frauen erkennen würden, dass sie Selbstwert nicht bei H&M kaufen können. Unbedingt also!

Der Kommunismus ist …?

Nicht das, was der Kapitalismus behauptet.

Gehen Sie zu sorglos mit Ihren Daten im Netz um?

Ich mache überhaupt nichts sorglos, am ehesten noch, wenn ich zum achten Mal Ice Age 2 schaue.

Welchen Song würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?

4'33" von John Cage in der Hoffnung, dass irgendwann ein Hipster auf die Insel kommt und die popkulturelle Referenz „mega“ findet.

Ihre Lieblingsgewerkschaft?

All Gewerkschaften are beautiful, aber vermutlich immer die, die den Arbeitern in meiner Familie den Lohn verbessert hat.

Sollte der Kapitalismus überwunden werden?

Yes, please.

Wo haben Sie zuletzt Urlaub gemacht?

Timmendorfer Strand.

Waren Sie schon mal auf einer Demonstration?

Ja, und es war furchtbar, aber wichtig.

Welchen Rat würden Sie den kommenden SPD-Parteivorsitzenden geben?

Don’t drink and do Spiegel-Interviews.

Haben Sie schon einmal einen Abend mit einem Flüchtling verbracht?

Ja. Es war nicht schöner oder weniger schön als die meisten Abende, die ich mit Menschen verbringen muss.

Ihr Lieblingsfilm?

Der Teufel trägt Prada.

Welche Ausstellung haben Sie zuletzt besucht?

Die Dauerausstellung in der Helmut Newton Foundation, Berlin.

Jan Fleischhauer oder Margarete Stokowski?

Die Frage klingt ein bisschen wie „Sehr oft mit einem stumpfen Gegenstand auf den Schädel geschlagen werden oder zwei Wochen Urlaub an der Amalfiküste?“!

Ihr/-e Lieblingsjournalist/-in?

Christian Fuchs für den journalistischen Schutzwall gegen die Neue Rechte, Julia Encke fürs regelmäßige Außeinandernehmen der deutschen Literaturbranche und Matthias Kalle für den Rest.

Wo ist Ihr Zuhause?

Bordbistro des ICE zwischen Köln und Berlin.

Wie möchten Sie sterben?

Früh und sauber.

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