Dürre in Portugal: Streit um einen Staudamm

Klima Hitzewelle in Portugal und Spanien: Was bedeutet die Hitze für die Landwirtschaft und was muss unternommen werden, um die Zerstörung ganzer Landstriche zu verhindern? Ein Staudamm, der Plantagen bewässern soll, scheidet die Geister
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 29/2022
Fie Forscher José Muñoz-Rojas (l.) und Sérgio Prats Alegre in einem Olivenhain
Fie Forscher José Muñoz-Rojas (l.) und Sérgio Prats Alegre in einem Olivenhain

Foto: André Vieira

Die Überlebenden stehen stoisch in der Hitze neben dem großen weißen Haus. Zwanzig Olivenbäume. Zusammen viele Hundert Jahre alt. Die Bäume erfüllen Miguel Sousa Tavares, 70, mit Stolz. Er hat sie im Jahr 2002 ausgraben lassen, bevor der Alqueva-Staudamm im Südosten Portugals geflutet wurde. Hat sie auf Lastwagen zu seinem Landhaus gebracht, wo er sie wieder einpflanzte. Jetzt presst er jedes Jahr aus ihren Oliven sein eigenes Öl, das er wie früher in zwei Meter hohen Amphoren aufbewahrt.

Wer in den vergangenen Jahrzehnten in Portugal einen Fernseher hatte, kennt Miguel Sousa Tavares: einen braun gebrannten eleganten Mann, der als Korrespondent den Zuschauern die Welt erklärte. Seit ein paar Monaten ist er in Rente, aber er hat immer noch ei