Oma hat genug geschwitzt: Seniorinnen klagen in Straßburg

Hitzetote Warum schützen Regierungen alte Menschen kaum vor der tödlichsten Folge des Klimawandels? Ideen, wie Städte abgekühlt werden können, gibt es genug. Nach derzeitiger Rechtslage sind Klimaklagen oft aussichtslos. Diesmal ist es anders
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 29/2022
Hitze ist mit großem Abstand die tödlichste Folge des Klimawandels
Hitze ist mit großem Abstand die tödlichste Folge des Klimawandels

Foto: Franz Gruenewald

Noch in diesem Sommer wird der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) über die Frage verhandeln, die im Moment alle umtreibt: Müssen Regierungen nicht mehr tun, um die Bevölkerung besser vor extremer Hitzebelastung zu schützen? Geklagt haben 2.000 Schweizerinnen, alle im Pensionsalter. Unter dem Namen „Klimaseniorinnen“ schlossen sie sich 2016 zusammen. Weil das Schweizer Bundesgericht ihre Forderung nach „verstärkten Klimazielen und wirkungsvolleren Maßnahmen zum Schutz unseres Rechts auf Leben und Gesundheit“ ablehnte, zogen die Frauen, unterstützt von Greenpeace, nach Straßburg. Der dort ansässige EGMR nahm Ende April ihre Klage an und räumte ihr sogar Priorität ein.

Nach derzeitiger Recht