Eine Gliederung der

Gerechtigkeiten. Wo doch die "Gerechtigkeit" abstrakt immer wieder angerufen wird, wie ein Goldenes Kalb, um eine Politik links der Mitte zu definieren, ...
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... empfehlen sich Übersichten, um die Zielkonflikte der Gerechtigkeiten leichter ermitteln zu können.

Gerechtigkeiten

- Gleichheits-/Äquivalenzgerechtigkeiten

- Chancengleichheit

- Einkommens- u. Vermögensgleichheit

- Gegenseitigkeits-/Mutualitätsgerechtigkeit

- Tauschäquivalenz (vergl. Sittenwidrigkeit nach BGB)

...

- Ungleichheits-/Distinktionsgerechtigkeiten

  • - Ursachen-/Urhebergerechtigkeit
    • - Leistungsgerechtigkeit (lg)
      • -> Leistung als Input- oder Output-Größe
        • -> lg. EK
        • -> lg. Vermögen
        • -> sonstige lg. Anerkennungen
























  • - Ersitzungsgerechtigkeit
    • -> Warteschlangen/-listen;
      • -> z. T. „Stärkere bevorzugt“
    • -> Senioritätspinzip,
      • -> z. B. Beamtenbeförderung
    • -> Ersitzung von Land/Boden & Landgütern, Autochthonierechte, bis hin zu Mieter- und Arbeits-Kündigungsschutz.
  • .... eventuelle weitere MERITEN (wohl stets eine ethisch-moralische Kategorie?)
    [hier endet der Meritismus, der Gerechtigkeit des Verdienens/Verdientens, unter den sich die Distinktionsgerechtigkeiten bis hierher wohl auch subsumieren ließen].

  • Juvenal-Vorrang (z. B. in Notsituationen, Seefahrt, westl. Wertekanon, wer das Leben noch VOR sich hat ...)

  • Bedarfsgerechtigkeit

  • Positions-/Autoritäts-/Charisma-Gerechtigkeit
  • Sachgerechtigkeit
  • Potentialgerechtigkeit: Werden sachliche oder personale Möglichkeiten/Potentiale wirklich ausgeschöpft? Oder werden diese überzogen) (-> Über-/Unter-Qualifizierung bsplw.)
    -----------------------------------------------------------
    Viele dieser kleinen Gerechtigkeiten können adjektivisch auch mit "XX-gemäß" [sachgerecht/sachgemäß;auftragsgerecht/auftragsgemäß usw.] bezeichnet werden, und verweisen somit auf ein Äquivalenzprinzip zwischen "XX" und Handeln, könnten also unter diesem Aspekt auch unter Äquivalenzgerechtigkeiten sortiert sein. Allerdings dienen sie der Distinktion/Differenz-ierung, nicht der Egalisierung. Dieses "Wozu dienen" ist aber das erste Hauptkriterium für diese Gliederung. Wer mit dem "utilitaristischen" WOZU Schwierigkeiten hat, sei an Ruth Lapides aramäische Interpretation des "lama" im "Eli, Eli lama abachthani!", - als "Mein Gott, Mein Gott, WOZU hast Du mich verlassen!" - erinnert.

- Sonstige Gerechtigkeiten

  • Humanitäts-Gerechtigkeit: Der Bereich der Humanität/humaner Verhältnisse/h'en Verhaltens ist zunächst/a priori/per se/genuin/originär NICHT "gerecht", ja widerspricht den bisher genannten Gerechtigkeiten oft genug. Gleichwohl interferiert er mit dem Bereich der Rechtsnormen, bildet sich tlw. darin ab. Auch als Rückwirkung dieser Teil-Abbildung im Recht steht Humanität nicht völlig außerhalb des berechtigten Anspruches, eine Begründung und ggfls. auch ein Maß von Gerechtigkeit zu sein. Kurz:
    Mit der tlw. Verrechtlichung von Humanität entsteht erst wesentlich die H. als (Sub-)Kategorie von Un/Ge-rechtigkeit.
  • ...
18:01 21.07.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

dos

blender-studies since early 70ies. Im Zweifel links von der Sozialdemokratie.
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