Genscher gestorben - wohl ...

kein Aprilscherz obwohl der auch gepasst hätte. Kennzeichen: Heli-Politik, Phrasen & notfalls Gefasel, - mit erstaunlicher Substanz im Ergebnis, - vielfach imitiert, aber ...
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... zu oft das Gegenteil erreicht, - vor allem sichtbar bei Steinmeier.

Anläßlich des Todes von HDG also eine gute Gelegenheit, die politische Community, d. h. vor allem die Wähler, daran zu erinnern, welchen Psychopathen/bedenkliches Psychogramm man sich mit Steinmeier aufgeladen hat.

Der hat, aus dem Verwaltungsdienst bis zum Staatssekretär kommend, in allen wichtigen Aufgaben versagt, sobald es um eigenverantwortliche Arbeitsbereiche im politischen Sinn ging, - und ist solange befördert und gecoached (*) worden, bis ihn keiner in Partei u. Fraktion mehr kicken konnte (er hatte als KA-Chef und Innenstaatssekretär Zugang zu wichtigen Infos über die Meisten derer, die als Gegner in Frage kamen).

(*) im ersten Steinmeier-Wahlkampf, mit nachfolgender Erdrutsch-Niederlage, ist er vom blass-langweiligen Redner, der als Beamter gelernt hatte, möglichts verklausuliert nichts zu sagen, zum (selbstbe-) dröhnenden Pseudo-Stier gepusht worden.

Von Murat Kurnaz bis zum Beitrag "90 Jahre Weimarer Republik": nie wird man eine Stelle finden, an der er auch nur einen allerkleinsten Fleck auf seiner bzw. SPDs Weste zulässt, - alles BLÜTENREIN -, dafür aber grundsätzlich und ausschließlich andere für versagen verantwortlich macht.

Einfach IRRE auch, sich mit "Deutschland - Neue Macht. Neue Verantwortung" ÖFFENTLICH ein solches Programm zu geben:
Selbst wenn die Analyse darin, Schland wäre da neuerdings etwas zugewachsen, überhaupt stimmen würde, wäre es ja professionelles Harikiri, hier so selbstverliebt mit dem Fuß aufstampfend, dies allenthalben zu verkünden und zur Maßgabe der Außenpolitik zu machen.

Da war HDG anders:
kaum/kein öff. Programm, aber viel hintergründige Absichten, viel und gut sichtbare Äktschn eingekleidet in
harmlos bis angenehmes Geklingel : "Wandel durch Annäherung" z. B., - diese Prägung ging zwar nicht auf ihn zurück, aber er hat's, letztlich sehr erfolgreich, betrieben.

Seinen Nachfolgern im Außenamt hätte es oblegen, die Institutionen, die er propellerte/schuf (OSZE), weiter zu pflegen und auszubauen. Das ging z. T. sogar wie von selbst, - auch weil HDG die Züge dafür gleich auf die richtigen Gleise gesetzt hatte, z. B. auf die Neigung zur Selbstperpetuierung prof. Beamtentums in Ewigkeitsaufgaben. Doch: die Russen zogen sich immer mehr daraus zurück, - NATO-Russland-Rat, OSZE -, - aber das hätte NIE zu so einer Entkernung führen dürfen: Leerstellen sind so rasch selbst zu besetzen, daß die andere Seite nicht das Gefühl bekommt, ihre Vernachlässigung der Sache ginge irgendwie in Ordnung.
Statt dessen behandelte Steini z. B. den Maidan, als ging's um 'ne Brötchenzustellung, - oder hat irgendein politisch Interessierter/Denkender je geglaubt, diese EU-Geschichte ginge in dieser Form (Vertrag als er noch in Opposition war, "Kompromiß" im Amt mit nachfolgender Explosion der Sache) Russland hätte jahrzentelang jedes Jahr die U. mit Milliarden subventioniert, um bei sowas dann einfach zuzusehen?

Das ist ja alles nicht neu, sondern stetig und viel ausführlicher auf lafontaines-linke.de einst von mir begleitet worden (an O.Laf. & T. Strohschneider vielen Dank für's Löschen, - trotz öffentlicher Zusicherung des Gegenteils!) - schon damals blieben die fetten Pfeile gegen die SPD - bis auf wenige Sticheleien - im PdL-Köcher, - wohl auch, weil man selbst zu dieser Gattung der moralisch Guten gehört, an deren Scheitern/Fehlern immer andere Schuld sind, -weshalb es dann auch völlig egal ist, ob man politisch etwas zum "Was & Wie". z. B. eigene Gesetzentwürfe o. ä., statt nur Pauschaltendenzen, vorzubringen hätte oder nicht.

18:39 01.04.2016
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Geschrieben von

dos

blender-studies since early 70ies. Im Zweifel links von der Sozialdemokratie.
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