Gold Star For Robot Boy
11.11.2013 | 20:48 12

NSU-Zensur:Journalist Moser kalt gestellt

Pressefreiheit Erst kürzlich berichtete der NSU-Experte und Journalist Thomas Moser von Zensurmaßnahmen bei der Kontext Wochenzeitung im Zusammenhang mit der NSU-Berichterstattung.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Gold Star For Robot Boy

Dass nicht jede Information zum NSU-Komplex ihren Weg in die Öffentlichkeit findet verwundert nicht. Zu heikel sind die möglichen Verstrickungen deutscher Behörden und Dienste mit dem Umfeld des rechten Neonazi-Netzwerkes. Dass allerdings die Veröffentlichung von Artikeln deutscher Journalisten verhindert werden, ob nun in Form redaktioneller Selbstzensur oder auf Druck von staatlicher Seite sei dahingestellt, verdeutlicht die Brisanz des Themas und vermittelt den Eindruck gezielter Vertuschung.

Eine hochkarätige Quelle für zahlreiche Informationen zum NSU-Komplex ist der Journalist Thomas Moser, der regelmäßig sowohl über die Sitzungen des Untersuchungsausschusses berichtete, als auch den Zschäpe-Prozess in München als Beobachter verfolgt.

Mosers Artikel erschienen im Kontext Wochenmagazin und beinhalteten viele Informationen, die im Medienmainstream ignoriert wurden, die dringende Fragen im Hinblick auf die Arbeit der ermittelnden Behörden, der Dienste und der Untersuchungsausschüsse aufwarfen. Vor wenigen Tagen erreichte mich eine Nachricht des Journalisten Moser, der mir berichtete, dass die Kontext Wochenzeitung ihn nicht weiter beschäftigen wird. Die Kooperation mit ihm werde eingestellt, da er den Vorwurf der Zensur nicht zurücknähme und Kontext keinen Raum für “unkollegiale Einzelkämpfer” bieten wolle.

Mosers Stellungnahme zu seinem Rausschmiss ist an dieser Stelle dokumentiert: NSU-VS-Komplex: Zensur in „Kontext“ und die Vorgeschichte

Christian Ströbele, Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG) des Deutschen Bundestages zur Kontrolle der Geheimdienste:

” Davon, daß Beiträge von Journalisten mit Berichten zum NSU-Komplex nicht gesendet oder solche nicht gedruckt wurden, habe ich hin und wieder gehört. Den konkreten Inhalt der Beiträge kenne ich nicht. Näheres über die Gründe weiß ich auch nicht.”

"Der Vater von Uwe Mundlos ist vom NSU-Untersuchungsauschuss im Thüringer Landtag vernommen worden. Siegfried Mundlos warf den Sicherheitsbehörden im Zusammenhang mit dem Untertauchen seines Sohnes Uwe Mundlos sowie Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Jahr 1998 Versagen vor. "Man hat gewusst, wo die sind, dass die in Chemnitz sind. Man hätte die in den ersten vier Wochen fassen können", sagte er in Erfurt." (Zeit Online 11.11.2013)

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (12)

Avatar
Ehemaliger Nutzer 12.11.2013 | 08:09

vielen dank, dass du an den thema dran bleibst ... und dazu schreibst und informierst, was möglich ist, wenn zensur und geheimdienst uns den blick verstellen wollen ... doch das, was dahinter steckt ist ja hausgemacht und nicht so einfach, wie bei der nsa mit ausgestrecktem zeigefinger bei anderen zu suchen - genau deshalb zeigt es uns, wie "ernsthaft" aufklärung gemeint ist, wenn es um den dreck im eigenen stall geht ...

Oberham 12.11.2013 | 09:07

.... so geht man mit jenen um, die sich nicht als Propagandasoldaten prostituieren - ganz freiwillig - ganz ohne Zuhälter!

In den USA erleiden Merschen wie Moser schon mal körperliche Unbill - in letzter Zeit verunfallen auch vermehrt kritsche Journalisten (ungleich Propagandasoldat).

Wir hier haben das Glück offen schreiben zu können, da wir zum Glück für uns, völlig unerheblich sind - Moser dürfte erst wieder Geld für Worte erhalten, wenn er sich im vorgegebenem Rahmen bewegt - Wahrheiten sind meist ganz und gar unerwünscht - vielleicht sogar ein gutes Zeichen.

(... wobei ich fürchte, man könnte ihn alles schreiben lassen, man könnte die Menschen in diesem Land darüber informieren, dass der VS völlig von Faschisten unterwandert ist, exakt wie die Justiz und das Kapital - man könnte wohl ganz offen wieder Ermächtigungsregularien exerzieren, die Menschen mit Hirnimplantaten ausstatten, sie wie kybernetische Wesen halten - sie würden es geschehen lassen - ohne Widerstand - oder zumindest nennenswerten Widerstand -

sie würden Schlange stehen, Schlange stehen für ihren Dritwagen, ihr Häuschen, ihre Urlaubsreise, ihren Besuch im Möbelmarkt am Wochenende etc. etc. etc. .....

Moser ist Romantiker -

die Mehrheit ist veroren - sie hat ihre Axonen mit dermaßen viel Konditionierungstriggern modifizieren lassen, dass man wohl fast schon von einem psyhisch sediertem Kollektiv sprechen kann.

Die Ameisen schwirren aus dem Bau und tragen den Plutokraten alles was diese wünschen in deren Wohnwaben zurück - dabei verwüsten sie den Planeten solange, bis dieser schlicht abgeerntet und am Ende ist - noch bevor die Sonne explodiert.

Vielleicht gibts bis dahin tatsächlich ein Raumschiff, dass wieder solche Monstren wie uns ins All hinauspustet und auf einem anderen Planeten beginnt das Spiel von vorne.

Es gibt im Grunde keine widerliche Idee und Tat, die der Mensch nicht in die Realität expidiert - die NSU ist doch ein harmloser Mörderspaß, nur 10 Morde, und vielleicht 50 Beamte die es inszenierten - viele wünschen sich längst wieder andere Dimensionen.

Mal sehen, global gibts kaum ein harmloseres Binnenmörderspiel als in unserem Land - im exportieren sind wir allerdings ganz vorne mit dabei.

Würde Moser in Russland recherchieren, wäre er längst zu Humus geworden, vielleicht auch - wie oben gesagt - in den USA - in anderen Ländern würde er sogar hochoffiziell ermordet.

Wir können schlicht alle unsere Moral einpacken, da sie ein Witz ist - unserer Natur offenbaren die Mehrheiten!

Die Güte und die Hingabe sind eine psychische Krankheit, ein evolutionäres Todästchen - sie dient einzig dazu, die Sklaven länger am Leben zu halten, damit sie dem Moloch dienstbar bleiben - Güte wird so am Ende auch immer zum Helfer des Wahnsinns - der doch die Regel ist!

Es tut mir leid Leute - ich bin mir sicher, wir werden in den nächsten zwei Dekaden ein Fest feiern, ein Fest des Grauens - und die Gütigen werden ihre Leben opfern, opfern um jene zu retten, die anschließend die nächste Party vorbereiten.

Die Plutokraten werden in Bunkern hocken und nach dem Gemetzel herauskriechen, wo die Diener schon warten, warten sie wieder zu verhätscheln.

Ich höre auf zu weinen, ich beginne zu lachen, ja - ich möchte es erleben, ein Fest mach immer mächtig Spaß, und wer über den Irrsinn lachen kann, der hat ein lustiges Leben!

Handlanger und Kopflanger vereint im Darmkriechen, bald werdet ihr im Magen ankommen - von hinten - freiwillig - seid ihr dort hin gekrochen und dort werdet ihr dann endlich mit der Natur eurer Taten ganz konkret konfrontiert - so stinkend und widerlich Euer Weg auch war, das Ende dürfte dann noch etwas ekliger werden.

Schönen Tag noch - auch dem armen Moser - er sollte sich anpassen und mitkriechen - wenn er nicht meine Methode des Austritts wählen will - ne andere kenn ich nicht - wer eine kennt - der sollte sie mir mal schreiben - bin gespannt!

mcmac 12.11.2013 | 17:52

Ungeklärter Todesfall Hat der Tod eines jungen Mannes am 16. September 2013 auf dem Stuttgarter Wasen etwas mit der rechtsradikalen Zwickauer Terrorgruppe NSU zu tun? Die Behörden sagen: Nein. Florian H. war in seinem brennenden Fahrzeug umgekommen.Agententreff Theresienwiese 25. April 2007: Am Tag, als in Heilbronn die Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter ermordet und ihr Kollege Martin Arnold lebensgefährlich verletzt wurde, hielten sich mehrere V-Leute von Polizei und Verfassungsschutz in der Nähe des Tatorts auf. Die Behörden verweigern inzwischen jegliche Auskunft.Die beiden letzten Artikel von Thomas Moser in der Kontext-Wochenzeitung (Ausgabe vom 25. September 2013; weitere Beiträge -> Suchmaschine, Eingabe: >kontext-wochenzeitung + thomas moser<)

Avatar
Ehemaliger Nutzer 13.11.2013 | 20:17

Nun, dann sollte Der Freitag Moser ein neues zu Hause bieten. Das Phantom NSU bietet genügend Stoff. Und sollte es kippen, haben wir drei Zentimeter Rechtsstaat zurückgewonnen, oder vielleicht auch einen Trümmerhaufen statt selbigen.

Ich denke aber, die Artikel selber waren nur der Anlass, die Ursache dürfte im Prinzip der gewünschten Medienkontrolle durch die NSU Regisseure liegen. Die Entwicklung der Wahrheit kann man nicht sich selbst überlassen. Vorgaben und ihre Sicherung als Alleinstellungsmerkmal ist da eine wichtige Aufgabe. Das dagen dann die Märchen der Gebrüder Grimm empirische Untersuchungen sind, sollte nicht weiter stören.

apatit 05.01.2014 | 16:13

Sie haben 100% Recht ... siehe in n-tv

"Ermittlungen der Polizei nicht unterstütztVerfassungsschutz deckte V-Mann

2003 ermittelt die thüringische Polizei gegen mehrere Kriminelle. Sie sollen illegale Waffen besitzen, darunter eine Maschinenpistole. Nun wird bekannt, dass einer der Gesuchten zu dem Zeitpunkt V-Mann war - und vom Verfassungsschutz gedeckt wurde."

Ermittlungen der Polizei nicht unterstützt: Verfassungsschutz deckte ...n-tv.de NACHRICHTEN-vor 3 Stunden

apatit 05.01.2014 | 18:29

Beachtenswert auch diese Sache: Wörtlich heißt es dem Stern zufolge in dem Bericht der US-Amerikaner: „Shooting incident involving BW ops officer with right wing operatives and regular police patrol on the scene“. Der Stern übersetzte dies mit „Schießerei, in die BW Ops Offizier mit Rechtsextremen und regulärer Polizeistreife vor Ort verwickelt waren“. Und was macht ein amerikanischer Dienst und der Verfassungsschutz in der Nähe des Tatorts? Irgendwas ist da faul und aus dem Ruder gelaufen! (

"Harte Dementis von Verfassungsschutz und US-Regierungsstellen" -- Na, ja dass ist so wie bei der NSA, leider gibt es nur wenige Edward Snowdens, aber die Wahrheit kann man nicht verbuddeln, nur eine gewisse Zeit eben!

Avatar
Ehemaliger Nutzer 05.01.2014 | 18:48

aber die Wahrheit kann man nicht verbuddeln, nur eine gewisse Zeit eben!

ja, aber die zeit kann ganz schön lang werden ... und daraus lernen ist auch nicht die praktizierte logik >>> oft wird nur die energie in neue lügengeschichten gesteckt ... als hätten mafiöse strukturen hochkonjunktur (alternativlos) ...

Und was macht ein amerikanischer Dienst und der Verfassungsschutz in der Nähe des Tatorts?

naja "die verfassung" schützen, dazu gehört auch, weil diese aufgabe immer schwieriger wird, menschengruppen gegeneinander aufzuhetzen >>> und worte reichen da wohl nicht ... die angst und gefahr muss unter den unterschiedlichen menschengruppen im gleichen territorium zu wirksamen feindbildern emotionalisiert werden ... das ist wirksamer ... es geht nicht mehr so "einfach" wie pinochet gegen allende ... die hände der mächtigen wirken im hintergrund >>> mit dem untergrund und nicht vorhandenen akten/beweisen/erinnerungen ... zeugen und journalisten sind eine gefahr

grüsse ***

apatit 06.01.2014 | 08:49

... dazu habe ich noch was gefunden!

Leitartikel: Tickende Zeitbomben

05.01.2014 - 22:45 Uhr

Mirko Krüger über illegale Waffengeschäfte mit Wissen des Thüringer Geheimdienstes

Wenn sich Kriminelle illegal zwei Maschinenpistolen beschaffen, ist das eine Straftat. Wenn ein Türsteher mit einer solchen Waffe vor einer Kamera posiert, ist das eine Dummheit. Wenn der Thüringer Verfassungsschutz von all dem weiß und es zugleich verschleiert, dann ist das eine Sauerei.

Über Jahre hat der Verfassungsschutz von solchen Waffengeschäften in Südthüringen gewusst. Das Brisante daran: Ein V-Mann war darin verwickelt. Um ihn, den Spitzel, zu schützen, informierten die Geheimdienstler zunächst nicht mal die ermittelnde Polizei.

Natürlich sollten wir nicht blauäugig sein. Von einem Geheimdienst zu erwarten, dass er sein Handeln in allen Details offenlegt, ist ganz gewiss zu viel verlangt. Doch erwarten dürfen wir allemal, dass die Schlapphüte keine Informationen über Kriegswaffen zurückhalten. Nicht auszudenken, wenn einer der Waffennarren damit herumgeballert hätte...

Der Fall zeigt einmal mehr: Die vermeintlich bestgehüteten Geheimnisse des Thüringer Verfassungsschutzes sind wohl eher Zeitbomben. Sie ticken und ticken. Rund zehn Jahre hat es gedauert, bis der Waffenhandel bekannt geworden ist.

Mittlerweile stehen die Akten den Untersuchungsausschüssen des Bundestages und des Thüringer Landtages zur Verfügung. Das ist zwar gut so, aber es passiert eben erst auf Druck von außen. Einer der Thüringer Verfassungsschutz-Präsidenten parlierte gern mit dieser Weisheit: Wie lange kann man in einem Geheimdienst arbeiten, ohne den Verstand zu verlieren? Antwort: Wenn man keinen hat, praktisch unbegrenzt.

Verfassungsschutz verschwieg der Polizei Kriegswaffen

Mirko Krüger / 06.01.14 / TA