Verlorene Verhältnisse

2020 Ein etwas anderer Jahresrückblick
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

6. Januar In Wuhan gibt es 9 Fälle einer unbekannten Atemwegskrankheit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO beschäftigt sich erstmals damit. (Quelle bis 27. Januar: ARD Tagesschau.de, 28. Januar)

9. Januar Chinesische Wissenschaftler identifizieren den Erreger SARS-Cov-2 der neuen Krankheit Covid-19.

11. Januar In Wuhan wird der erste Todesfall gemeldet.

20. Januar Chinesische Wissenschaftler berichten, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar sei.

24. Januar Die ersten Fällen in Europa werden in Frankreich an zwei Reiserückkehrern aus China nachgewiesen.

27. Januar Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg wird als erste Person in Deutschland mit Covid-19 diagnostiziert.

3. Februar Mit 19‘795 Sterbefällen in einer Woche wird laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland in der Kalenderwoche 5 (27.1.-2.2.) ein bisheriger Höchststand für das Jahr 2020 registriert. Sterbefälle durch oder mit Covid-19 gibt es bisher in Deutschland noch nicht.

13. Februar Auf einer Pressekonferenz sagt der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, dass das Virus SARS-Cov-2 voraussichtlich wie eine schwere Grippewelle durch Deutschland laufen werde. Christian Drosten weist darauf hin, dass sich Covid-19 bei den meisten Patienten nur durch eine Erkältung äußere. Zur Frage der Kapazität des deutschen Gesundheitswesens verweist Wieler auf die schwere Grippewelle 2017/18. Das System sei in der Lage gewesen, die Erkrankungswelle zu managen. Drosten führt dazu aus, es könnte zeitweilig schwierig werden, die Normalversorgung aufrechtzuerhalten, aber auch das werde nach ein paar Wochen vorbei sein. All diese Vorhersagen werden sich in der Folge als richtig erweisen. Die Herren Wieler und Drosten werden aber bald von ihnen abkommen und das Gegenteil behaupten.

18. Februar Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, gibt der österreichischen Nachrichtensendung Zeit im Bild (ZIB) ein Interview. Er bezeichnet das Tragen von Masken im öffentlichen Raum als „definitiv nicht angebracht“. Auch diese Einschätzung ist richtig und auch von dieser Einschätzung wird Herr Wieler später abkommen.

20. Februar Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wünscht sich mehr Mut bei der Debatte um Krankenhausschließungen.

12. März Nachdem unzweifelhaft ist, dass eine Covid-19-Epidemiewelle in mehreren europäischen Ländern angelaufen ist, erklärt die WHO Covid-19 zur Pandemie. Sie erkennt damit an, dass die Strategie der geografischen Eindämmung gescheitert ist. Die meisten Länder halten an einer Strategie der geografischen Eindämmung fest, auch untereinander während laufender Epidemiewellen auf beiden Seiten.

16. März Der Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Schweizer Bundesamt für Gesundheit, Daniel Koch, erklärt: „Schutzmasken sind sehr wenig wirksam, wenn sie von der allgemeinen Bevölkerung getragen werden.“

26. März Wegen Corona soll das St. Josefs-Hospital in Bochum-Linden vorerst nicht geschlossen werden. Siehe auch 30. September.

31. März Die geplante Parlamentswahl in Äthiopien fällt wegen Covid-19 aus. Sie wird auf den 29. August verschoben.

3. April Der für Gesundheit zuständige Schweizer Bundesrat (Minister), Alain Berset, erklärt: „Masken sind für Pflegefachpersonen notwendig, aber für gesunde Personen bringen sie keinen Mehrwert.“

6. April In Kalenderwoche 14 (30.3.-5.4.) wird mit 20‘642 Sterbefällen ein Höchststand registriert, der dem Höhepunkt der ersten Covid-19-Welle entspricht. Auf dem Höhepunkt der Grippewelle 2018 (Kalenderwoche 10) hatte es 26‘777 Sterbefälle gegeben. Auf dem Höhepunkt der Grippewelle 2019 (Kalenderwoche 9) hatte es 20‘790 Sterbefälle gegeben, 2017 waren es 23‘640 in Kalenderwoche 5.

11. April Der Züricher Tagesanzeiger interviewt Tanja Stadler zu einer Studie, in der sie den R-Wert-Verlauf modelliert hat und aus der sie schließt, dass der Anstieg der Infektionen bereits vor dem Lockdown abflachte. Die Studie erscheint später in der begutachteten Fachzeitschrift Swiss Medical Weekly, wobei allerdings die Interpretation einer anderen Sprachregelung folgt. Tanja Stadler wird in die Swiss National COVID-19 Science Task Force kooptiert und fällt in der Folge nicht mehr mit abweichenden Meinungen auf. Eine Studie des Robert-Koch-Instituts mit ähnlicher Methodik kommt wenig später bezüglich Deutschlands zu analogen Ergebnissen.

30. April Christian Drosten postet auf medRxiv ein nicht begutachtetes Manuskript „An analysis of SARS-Cov-2 viral load by patient age“ und bewirbt dieses am Folgetag in den Massenmedien. Er behauptet, dass die Viruslast bei Kindern genauso hoch sei wie unter Erwachsenen und argumentiert damit gegen die Wiederöffnung der Schulen. Bereits in der Folgewoche wird die Studie breit als statistisch unzureichend kritisiert. Drosten begegnet der Kritik mit dem auf medRxiv ungewöhnlichen Vorgehen, die Ursprungsversion zu löschen und postet am 9. Juni eine veränderte Version. Auch diese wird bis zum Jahresende in keiner begutachteten Fachzeitschrift erscheinen.

13. Mai Die Welt berichtet, dass der Bundesinnenminister Horst Seehofer einen Mitarbeiter des Ministeriums mit einem „Verbot zur Führung der Dienstgeschäfte“ belegt hat. Der Mitarbeiter im Bereich „Schutz kritischer Infrastrukturen“ hatte in einer Studie in Bezug auf die Covid-19-Maßnahmen festgestellt: „Der Kollateralschaden ist inzwischen höher als der erkennbare Nutzen.“

14. Mai Benjamin Reuter identifiziert im Tagesspiegel den Mitarbeiter des Innenministeriums als Oberregierungsrat Stephan Kohn (SPD) und bezeichnet die Wissenschaftler, die Stephan Kohn zugearbeitet und ihn mit einer Pressemiteilung unterstützt haben, als „zehn vermeintliche Experten“. Unter den zehn „vermeintlichen“ Experten befinden sich sechs Professoren auf dem Gebiet der Medizin und zwei weitere Ärtze, darunter mit Andreas Sönnichsen der Vorsitzende des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM). Desweiteren behauptet Reuter, Kohn habe den Experten nur Teile der Studie vorgelegt, obwohl aus der Pressemitteilung ganz klar hervorgeht, dass ihre Unterstützung Kohns auf einer Kenntnis der gesamten Studie beruht.

8. Juni Vor 71 Jahren erschien George Orwells Roman „1984“ erstmals in Großbritannien.

13. Juni Vor 71 Jahren erschien George Orwells Roman „1984“ erstmals in den USA.

15. Juni Die äthiopische Regierung verschiebt die anstehenden Wahlen auf unbestimmte Zeit. Als Begründung wird die Covid-19-Epidemie angeführt. Der Regierungspartei drohen bei den Wahlen Verluste an Parlamentssitzen.

18. Juni Nach einer hohen Zahl positiv verlaufener SARS-Cov-2-Tests in einem Schlachthof von Tönn!es in Gütersloh werden Schulen und Kindergärten geschlossen. Dazu bemerkt Philipp Hennecke, Infektionsimmunologe an der Uniklinik in Freiburg auf quarks: „Diese Maßnahme [hat] keinerlei wissenschaftliche, sondern allenfalls pragmatische Gründe“. Er fährt fort: „Es gibt keine wissenschaftlichen Befunde, die nahelegen, dass Kinder in der COVID-19-Pandemie eine herausgehobene Rolle spielen“. Eher sei davon auszugehen, „dass Kinder in der Mehrzahl der Fälle von Erwachsenen angesteckt werden und nicht umgekehrt“. Siehe dazu auch 10. Dezember.

26. Juni Die Swiss National COVID-19 Task Force veröffentlicht einen Policy Brief zu einer Covid-19-Eindämmungsstrategie (später auf 1. Juli datiert). Sie empfiehlt darin das Tragen von Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln. Der gleiche Policy Brief zitiert eine Studie, nach der selbst das Einstellen des öffentlichen Verkehrs wenig Einfluss auf die Zahl der Covid-19-Fälle hatte. Das Marienhospital in Essen-Altenessen und das St. Vincenz Krankenhaus in Essen Stoppenberg werden geschlossen.

1. Juli Die Höchstzahl belegter Intensivbetten in Deutschland im Juni betrug laut DIVI-Intensivregister 20‘541. Die Sana-Klinik in Riedlingen stellt die stationäre Versorgung ein und schließt die Notaufnahme.

16. Juli Wie SWR bekanntgibt, wird das Krankenhaus 14 Nothelfer in Weingarten am Bodensee Ende September schließen. „Seit Mitte März war das Krankenhaus in Weingarten als Reserve für Covid-19-Patienten gedacht. Damit wurden die Operationen eingestellt und das wirtschaftliche Fundament brach weg.“

25. Juli Der Berner Epidemiologe Christian Althaus, Mitglied der Swiss National COVID-19 Science Task Force, veröffentlicht auf medRxiv einen nicht begutachteten Artikel, in dem er und seine Koautoren auf der Basis von Modellrechnungen behaupten, dass die nichtpharmazeutischen Interventionen in der Schweiz die Ausbreitung von Covid-19 maßgeblich gedämpft hätten und dass es wichtig sei, schnell zu handeln. Er bewirbt diesen Artikel in Massenmedien. Die Studie wird bis mindestens zum 25. Dezember in keiner begutachteten Fachzeitschrift erscheinen. Vermutlich wird das niemals geschehen.

1. August Die Höchstzahl belegter Intensivbetten in Deutschland im Juli betrug laut DIVI-Intensivregister 20‘842.

19. August Die Positivrate bei den SARS-Cov-2-Tests von Reiserückkehrern aus so genannten Risikoländern ist statistisch nicht unterscheidbar von der mittleren Positivrate in Deutschland insgesamt. Diese Schlussfolgerung wird sich in der Folgezeit erhärten.

25. August Ein begutachteter Artikel von John P. Ioannidis, Sally Cripps, und Martin A. Tanner im International Journal of Forecasting mit dem Titel „Forecasting for COVID-19 has failed“ erscheint erstmals on-line. Die Autoren argumentieren, dass Vorhersagen über Epidemieentwicklungen auch in der Vergangenheit häufig um Größenordnungen falsch lagen. Wenn drakonische Maßnahmen anhand extremer Vorhersagen getroffen würden, müsse man auch für die Abschätzung der Kollateralschäden dieser Maßnahmen extreme Vorhersagen heranziehen, um zu einem ausgewogenen Urteil zu gelangen.

1. September Die Höchstzahl belegter Intensivbetten in Deutschland im August betrug laut DIVI-Intensivregister 20‘313.

23. September Der deutsche Entwicklungshilfeminister Gerhard Müller sagt voraus, dass an den Lockdown-Folgen insbesondere durch Hunger mehr Menschen sterben werden als durch Covid-19.

30. September Das St. Josefs-Hospital in Bochum-Linden wird geschlossen.

1. Oktober Die Höchstzahl belegter Intensivbetten in Deutschland im September betrug laut DIVI-Intensivregister 20‘541.

8. Oktober Der Spezielle Beauftragte der WHO für die Covid-19-Pandemie spricht sich in einem Videointerview mit The Spectator gegen Lockdowns als primäres Mittel zur Eindämmung der Pandemie aus. Wie die New York Post referiert, stellt er fest, dass Lockdowns die Armen entsetzlich stark weiter verarmen. Das gelte auch bezüglich der Konsequenzen der Lockdowns in reichen Länder auf arme Länder. Da die Einschätzung bezüglich der Schädlichkeit von Lockdowns mit derjenigen von Donald Trump übereinstimmt, versuchen sich in den Folgetagen viele Medien an einer Neuinterpretation der völlig klaren Aussagen.

24. Oktober Der Exekutivdirektor des Internationalen Währungsfonds für Indien, Sri Lanka, Bangladesch und Bhutan, Surjit S Bhalla, rechnet in The Indian Express scharf mit der Lockdown-Politik ab. Er argumentiert anhand der Zahlen und anhand von Erfahrungen in früheren Epidemien, dass die Lockdowns nicht gewirkt haben und dass das angesichts der Situation bei ihrer Verhängung auch nicht zu erwarten war.

26. Oktober Der für den 4. Dezember geplante Parteitag der CDU, auf dem ein neuer Vorsitzender gewählt werden sollte, wird wegen Covid-19 auf unbestimmte Zeit verschoben. In Umfragen unter Parteimitgliedern, unter CDU-Wählern und in der Gesamtwählerschaft führt der von der gegenwärtigen Parteiführung nicht erwünschte Kandidat Friedrich Merz.

1. November Die Höchstzahl belegter Intensivbetten in Deutschland im Oktober betrug laut DIVI-Intensivregister 20‘094.

14. November Frankreich verschiebt die für Ende März 2021 geplanten Regionalwahlen auf Juni 2021. Die Regierungspartei hat derzeit geringe Erfolgsaussichten. Aus der äthiopischen Provinz Tigray feuern regionale Kräfte Raketen auf die Hauptstadt des Nachbarlandes Eritrea ab. Nach der auf unbestimmte Zeit verschobenen Parlamentswahl erkennen sie die äthiopische Regierung nicht mehr an, die mit Eritrea militärisch zusammenarbeitet.

23. November Mit 19‘600 Sterbefällen wird in Kalenderwoche 47 (16.-22.11.) laut dem Statistischen Bundesamt der bisherige Höhepunkt wöchentlicher Sterbefälle in Deutschland während der zweiten Covid-19-Welle erreicht. Diese Zahl ist um 3752 Fälle höher als in der gleichen Kalenderwoche des Vorjahrs. Sie ist allerdings niedriger als in Kalenderwoche 5, vor Beginn der Covid-19-Epidemie in Deutschland.

1. Dezember Die Höchstzahl belegter Intensivbetten in Deutschland im November betrug laut DIVI-Intensivregister 20‘576.

10. Dezember Wie National Geographics mitteilt, hat eine umfassende isländische Studie an etwa 40‘000 infizierten Personen ergeben, dass Kinder unter 15 Jahren nur halb so wahrscheinlich mit SARS-Cov2 infiziert werden wie Erwachsene und die Infektion auch nur mit halb so hoher Wahrscheinlichkeit weitergeben. Fast alle Übertragungen auf Kinder stammen nicht von anderen Kindern, sondern von Erwachsenen. Daraus folgt, dass der Betrieb von Schulen und Kindergärten kein ernstzunehmendes Epidemierisiko darstellt.

11. Dezember Die Covid-19-Datenanalysegruppe der Ludwig-Maximilians-Universität München veröffentlicht ihren Bericht Nr. 4. Darin heißt es unter anderem: „Eine Stabilisierung bei den gemeldeten Ansteckungen gab es schon in der 3. Oktoberwoche, also vor Inkrafttreten des “Lockdown Light”.“ und „Ein deutlicher Rückgang der Zahlen im November ist in keiner der untersuchten räumlichen Ebenen zu erkennen.“. Der Bericht kommt auch zu dem Schluss, dass der Teil-Lockdown die älteren Menschen kaum geschützt habe: „Die bisherigen Corona-Maßnahmen verfehlen den Schutz der Ältesten“. Das wird am 18.12. auf br24 referiert. In diesem Beitrag stellt Göran Kauermann, der zu der Gruppe gehört, auch die potentielle Wirksamkeit der neuen verschärften Maßnahmen für den Schutz älterer Personen in Frage.

14. Dezember In der angesehenen und begutachteten medizinischen Zeitschrift JAMA Network Open, erscheint eine Analyse zur Übertragung von Covid-19 in Haushalten, also dort, wo die meisten Infektionen erfolgen. Es handelt sich um eine Metaanalyse von 54 Studien mit 77‘758 Teilnehmern. Bei symptomatischen Fällen beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung 18%, bei asymptomatischen Fällen nur 0.7%, wobei der Unsicherheitsbereich bei asymptomatischen Fällen Null einschließt. Dass Übertragungen durch asymptomatische Personen bei flüchtigen Kontakten im öffentlichen Raum eine epidemiologisch signifikante Rolle spielen, ist damit hochgradig unwahrscheinlich.

15. Dezember EU Open Data beendet die Bereitstellung tagesaktueller Daten der positiven SARS-Cov2-Tests und der Covid-19 zugeordneten Sterbefälle.

17. Dezember Zu Jahresende wird das insolvente Krankenhaus in Ingelheim geschlossen, wie SWR mitteilt.

18. Dezember Die NZZ diskutiert eine Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), die den Epidemieverlauf durch PCR-Tests an Abwasser verfolgt. Es werden die gleichen Tests angewendet wie in der medizinischen Diagnostik. „Die UFZ-Wissenschafter beispielsweise sammelten von Mitte Oktober bis Ende November Proben aus rund 50 Kläranlagen in ganz Deutschland. Die ersten beiden Wochen seien ausgewertet, in fast allen Proben habe man das Virenerbgut nachgewiesen.“ Gefährlich sei das Abwasser aber nicht. Die Hülle des Virus sei zerstört, nur RNA-Bruchstücke würden im Abwasser vorkommen. Das reicht für positive Tests.

22. Dezember Der Bundesinnenminister Horst Seehofer verbietet deutschlandweit den Verkauf von Silvesterfeuerwerk. Ein Zusammenhang zwischen der Übertragung von SARS-Cov-2 und dem Abbrennen von Feuerwerk besteht nicht. Die behauptete Gefahr einer durch das Feuerwerk verursachten Überlastung des Gesundheitswesens ist statistisch völlig haltlos.

24. Dezember Laut dem Deutschen Intensivregister DIVI sind in Deutschland 19‘767 Intensivbetten belegt. Das ist weniger als der Mittelwert vom 1. Juni bis 24. Dezember, der 19‘985 beträgt. Der bisherige Jahreshöchststand von 20‘784 belegten Intensivbetten war am 16. Juli erreicht worden. Der bisherige Höchststand im Dezember betrug 20‘752.

31. Dezember In ihrer Neujahrsansprache betont die Bundeskanzlerin, dass alles, was der jungen Generation wichtig sei, insbesondere die Entdeckung der Welt, Geselligkeit, die bestmögliche Ausbildung und Lebensfreude, in Wahrheit unwichtig sei. Geradezu schädlich sei Kultur, zumal diese häufig auch noch zum Subversiven neige. Umgekehrt könne man nun allerdings nicht schließen, fuhr sie fort, dass Gesundheit und Wohlergehen der älteren Generation die höchsten Staatsziele seien. Wenn dem so wäre, erklärte sie, hätte man die Kapazitäten im Gesundheitswesen ausgebaut und nicht abgebaut und die Altenpflege finanziell bessergestellt.

Zugegeben, den Eintrag vom 31. Dezember habe ich erfunden. Aber nicht erlogen.

14:11 26.12.2020
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Gunnar Jeschke

Naturwissenschaftler, in der DDR aufgewachsen, gelebt in Schwarzheide, Dresden, Wako-shi (Japan), Bonn, Mainz, Konstanz und Zürich.
Gunnar Jeschke

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