Ivo von der Blauen Möwe gegen Hans vom Weißen Hirsch

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Wenn Fußballvolk vor den Bildschirmen nationalisiert, werd ich auf Allenvieren den Belag der Autobahnen testen. Bin gespannt, wer sich noch um diese Zeit an den Rändern der Zivilisation aufhält.

Die deutschen Fußballkommentatoren können genüsslich davon erzählen, welcher unwestliche Spieler gerade in welchen Ligen Europas oder Deutschlands spielt. Da schwingt eine kleine und große Portion Kolonialismus mit. Fußballkolonialismus! Da ist man wer.

Titos "Bratstvo i jedinstvo" ist fast vergessen. Um so mehr spürt man, wie Nationalismus die Menschen von den wirklichen Problemen dieser Welt abhält. Deutschland hat genügend Kartenspiele in der Welt verteilt, damit sich Völker gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben können. Wir waren noch nie stark darin, andere Länder und Völker für "Brüderlichkeit und Einheit" zu begeistern.
Das darf man uns zugestehen, wir haben jede Abspaltung begrüßt, die unserer Sache dient. So billig bekamen wir Europa nie wieder.

Auch Ivo lässt sich längst von Hans bezahlen. Ivo kann sogar oft schönere Deutschsätze formulieren als Hans. Tief im Herzen trägt er aber immer noch die Blaue Möwe.

Und so ganz kann ich den Eindruck nicht überwinden, dass Ivo mit mehr Herz für sein Land spielt. Hans dagegen hatte mehr Glück mit dem Weißen Hirsch, historisch betrachtet. Das ändert nichts an seiner Schuld. Er ist verantwortlich für die Falschfahrer auf den Straßen der Geschichte.

Sollte ich auf Allenvieren feststellen, dass Ivo gegen Hans 2:1 gewinnt, unterstütze ich den Ausgleichssport Fußball um so mehr. Andere können auf der Standspur weinen und die Tränensäcke durch die Autobahnmeisterei "Bruderzwist" abholen lassen.

Wenn es der Sache dient, hat Sport nichts mit Politik zu tun.

http://kyf.net/freitag/blaudummy.gif

F.Y.http://kyf.net/freitag/utb.php?d=18.06.2010-1 Bei einem Freitag ohne Youtube müsste man das Beschreiben wieder lernen.

F.A. Ein Freitag im Amazonas. Noch keine Kundenrezensionen vorhanden. Das Medium meditiert.

07:53 18.06.2010
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Gustlik

aufgedacht und nachgeschrieben
Gustlik

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