Hans Springstein
09.02.2016 | 20:07 26

Merkels Heucheln und der Kampf um Aleppo

Syrien Der Westen samt Bundeskanzlerin Merkel heuchelt im Fall Syrien, was das Zeug hält, und will von seiner Schuld an diesem Krieg und der Zerstörung des Landes ablenken

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Hans Springstein

Russland und dessen Präsident Wladimir Putin sind wieder einmal schuld an dem Krieg in und gegen Syrien und an dessen Opfern, die schon in Hunderttausenden Toten und Millionen Flüchtlingen gezählt werden. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel am 8. Februar klar gemacht, wie unter anderem Spiegel online an dem Tag berichtete. "Wir sind in den letzten Tagen nicht nur erschreckt, sondern auch entsetzt, was an menschlichem Leid für Zehntausende Menschen durch Bombenangriffe entstanden ist, vorrangig von russischer Seite", wurde Merkel zitiert. Die Kanzlerin sagte das ausgerechnet in Ankara, als sie den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan besuchte. Das ist jener, der nicht nur zur gleichen Zeit Krieg gegen die Kurden führen lässt, sondern seit Jahren alle möglichen „Rebellen“ in Syrien unterstützt, darunter auch islamistische Gruppen.

Aber das kümmert die Kanzlerin anscheinend wenig und so äußert sie in der türkischen Hauptstadt kurz nach der Kritik an Moskau Verständnis für Ankaras Krieg gegen die kurdischen „Terroristen“: „Man muss allerdings auch sagen, dass bei terroristischen Aktivitäten jedes Land auch das Recht hat, gegen Terrorismus vorzugehen.“ Merkel schert sich in dem Fall natürlich nicht um den Wahrheitsgehalt ihrer zugearbeiteten Worte und genauso wenig um die Doppelmoral ihrer Politik und Äußerungen. Der syrische Präsident Bashar al-Assad wird auf solches Verständnis in dem Krieg, der Syrien und seiner Regierung aufgezwungen wurde, lange warten können. Er steht einfach auf der falschen Seite. Ganz anders als Berlin, das von Anfang an an dem Krieg für den Regimewechsel in Damaskus beteiligt war und weiterhin die Anti-Assad-Kräfte unterstützt.

Der Krieg in und gegen Syrien ist und bleibt eines der größten Verbrechen der Gegenwart. Das kann nicht oft genug betont werden, gerade angesichts der in diesem und anderen Zusammenhängen ununterbrochen wiederholten Lügen und Heucheleien auch von deutschen Politikern und ihrer medialen Lakaien. Und nicht oft genug kann und muss wiederholt werden, dass der Westen samt seiner arabischen Verbündeten an diesem Verbrechen, an diesem Krieg mit all seinen Zerstörungen, Opfern und Leid, Schuld trägt. Er ist der Brandstifter einer Katastrophe, die ein entwickeltes Land zerstört hat und weiter zerstört. Nicht Damaskus hat diesen Krieg begonnen, auch nicht Moskau, sondern jene, die hofften, im Zuge des „Arabischen Frühlings“ auch die Verhältnisse in Syrien neu in ihrem Interesse ordnen zu können. Und das waren und sind überhaupt nicht die Interessen der Menschen in Syrien, egal wie sie zu Assad und der syrischen Führung stehen.

Die Situation im nordsyrischen Aleppo ist Teil dieser Katastrophe und zugleich ein aktuelles Beispiel für die westliche Heuchelei, in welche die deutsche Bundeskanzlerin wenig überraschend weiter mit einstimmt. Wer fragt denn noch danach, wie es kam, dass Aleppo zur angeblichen „Rebellenhochburg“ wurde, die es nie war? Darüber berichtete damals, 2012, kaum eines der Medien, die heute wie Spiegel online erklären, dass „Putins Bomber“ Aleppo zum „zweiten Grosny“ machen. Einer der wenigen Berichte darüber, wie die nordsyrische Stadt von den „Rebellen“ erobert wurde, stammte von dem Fotografen Carsten Stormer und wurde im März 2013 im Magazin The Germans veröffentlicht (online hier). Er beschrieb u.a., wie der Krieg im Juli 2012 nach Aleppo getragen und die Stadt zum Schlachtfeld gemacht wurde: „Wochenlang haben die Aufständischen den Angriff auf Aleppo geplant. Bis Ende Juli 2012 war die Stadt von Kämpfen weitestgehend verschont geblieben. Nur in manchen Stadtteilen, wie Salah Eddine, kommt es täglich zu Massendemonstrationen und Zusammenstößen zwischen Regierungsanhängern und Opposition.“ Gerade in der Zweimillionen-Einwohnerstadt Aleppo wohnten viele Regimefreunde und reiche Kaufleute, die vom Regierungsapparat profitierten und ihn noch immer unterstützten, berichtete Stormer vor drei Jahren. Auch davon, dass die in die Stadt eindringenden „Rebellen“ nagelneue Waffen auch westlicher Produktion mitbrachten und vor ihrem Untertauchen in den Stadtvierteln ihre Kampfanzüge gegen zivile Kleidung eintauschten. Die „Revolution“ habe Aleppo erst spät erreicht, meinte der Fotograf nicht ohne Sympathien für jene, die vermeintlich nur gegen die Unterdrückung durch das Assad-Regime und für die Freiheit kämpften. Es sei die Stadt gewesen, „von der viele glauben, dass das Regime zusammenbricht, wenn sie fällt“. Das dürfte nicht der einzige Irrtum derjenigen gewesen sein, die diesen Krieg anzettelten, und jener, die ihn führten und führen.

Nun ist die syrische Armee dank russischer Unterstützung auf Grundlage eines Vertrages zwischen Damaskus und Moskau aus dem Jahr 1980 auf dem Vormarsch und anscheinend kurz davor, auch jene Stadtviertel von Aleppo zu befreien, die noch in den Händen der angeblichen „Rebellen“ sind. Und schon melden sich wieder alle westlichen vermeintlichen Menschenfreunde, die als „Freuende Syriens“ natürlich nichts Anderes im Sinn haben, als die Interessen der vom Krieg geschundenen und an ihm leidenden Syrer. Dabei wird auch hierbei weggelassen oder nur verschämt gesagt, um welche „Rebellen“ es sich handelt, die einzelne Viertel von Aleppo weiter beherrschen. Das war immerhin bei Spiegel online am 5.Februar zu lesen: „Die bewaffnete Opposition in Aleppo setzt sich aus einer Vielzahl von Milizen zusammen, wobei die Moderaten stetig an Bedeutung verlieren. Derzeit sind islamistische Gruppen tonangebend. In den vergangenen Tagen soll zudem die radikalislamistische Nusra-Front ihre Präsenz in der Stadt ausgebaut haben.“ Das Online-Magazin stützt sich auf die ominöse Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London, deren Glaubwürdigkeit ich nicht einschätzen kann. Zur Erinnerung: „Die Al-Nusra-Front gilt als syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.“, wie u.a. die Deutsche Welle am 26. September 2015 online berichtete.

Aber wen kümmert das schon und warum sollte die Bundeskanzlerin mal genauer nachfragen? Und Terroristen, das sind sowieso immer nur die Anderen. Die Bilder von zehntausenden Flüchtlingen an der türkischen Grenze, die angeblich aus Aleppo stammen und vor den Angriffen der syrischen Truppen und russischen Bomber fliehen, sorgen für neue westliche Betroffenheitsheuchelei. Bei den aktuellen Fotos fiel mir ein, was der Fotograf Stormer 2013 über die „Rebellen“ aus Aleppo berichtete: „Die Tarnanzüge tauschen sie gegen Zivilkleider, schlüpfen in Jeans und Hemden.“ Das taten sie, als sie die Stadt überfielen. Warum sollten sie das nicht auch bei ihrer Flucht daraus tun? Aber das ist nur so ein Gedanke.

Und wen kümmert die Wahrheit, wenn behauptet wird, Russlands Luftangriffe auf die terroristischen Anti-Assad-Kräfte sei Schuld, dass es unlängst keine Friedenslösung in Genf gab? Putin und Assad würden die Friedensverhandlungen torpedieren, behauptete u.a. Die Welt online am 4.Februar. Ähnlich war es von Vertretern der USA und der Bundesrepublik zu hören: „Der Westen macht das Assad-Regime und die Verbündeten in Moskau verantwortlich: Sie wollten keine politische Lösung.“ berichtete Zeit online am selben Tag.

Es könnte auch anders gewesen sein, wenn stimmt, was u.a. die junge Welt am 9. Februar veröffentlichte: „Kerry gibt syrischer Opposition Schuld an Bombardements“. Der US-Außenminister John Kerry habe laut eines Berichts des britischen Internetportals Middle East Eye (MEE) der syrischen „Opposition“ die Schuld am Verlassen der Gespräche und der Wegbereitung für eine gemeinsame Offensive der syrischen Regierung und Russlands gegen Aleppo gegeben. Und Kerry habe gegenüber Journalisten am Freitag erklärt, dass sowohl Russland als auch Iran, ein weiterer Verbündeter Sy­riens, ihm gesagt hätten, dass sie auf einen Waffenstillstand in Syrien vorbereitet seien. Auf diese interessanten Äußerungen des US-Außenministers wies immerhin auch die FAZ in ihrer Online-Ausgabe am 7. Februar hin, mitten in einem Beitrag über die armen Opfer russischer Bomben in Aleppo. Auf offener Bühne war von Kerry natürlich nichts dergleichen, dafür nur antirussische Vorwürfe zu hören, woran Uli Gellermann in seinem Blog Rationalgalerie am 8. Februar erinnerte.

Doch was kümmert das die Kanzlerin, frage ich mich ein weiteres Mal, plappert sie doch anscheinend nur nach, was in Washington vorgesprochen wird. Sie wird sich höchstens ein wenig ärgern über solch einen Bericht aus dem Backstage-Bereich, denn die anscheinend von Kerry als friedensunwillig bezichtigte „Opposition“, das sind eben jene Kräfte, die der Westen unterstützt, mittendrin von Anfang an die deutsche Bundesregierung. Die hatte der Delegation des „Hohen Verhandlungskomitees“ (HNC), einem von Saudi-Arabien gesponsertem Anti-Assad-Bündnis, organisatorisch, beratend und finanziell in Genf geholfen, wie die Deutschen Wirtschafts-Nachrichten am 3. Februar berichteten. Die Information bestätigte Außenminister Frank-Walter Steinmeier indirekt in einem Interview mit der Welt am Sonntag, veröffentlicht am 30. Januar: „Wir fördern jetzt auch ganz konkret den Verhandlungsprozess, durch politische Flankierung, Beratung durch Experten und finanzielle Unterstützung.

Aber Russland ist wie Assad schuld, am Krieg, an den Toten, an den Flüchtlingen, tönt es nun aus Berlin wie auch aus anderen westlichen Hauptstädten, unwidersprochen und unhinterfragt von den bundesdeutschen Mainstream-Medien. Könnte es anders sein, vielleicht so wie es ansatzweise die Schweizer Juristin Carla Del Ponte sieht? Die hatte als Mitglied der UN-Untersuchungskommission zu möglichen Menschenrechtsverletzungen in Syrien in einem Interview mit dem Schweizer Sender RTS am 8. Februar die russischen Luftangriffe auf islamistische Terror-„Rebellen“ wie die von Al-Nusra, Daesh (IS) und andere in Syrien insgesamt als „gute Sache“ bezeichnet, nicht ohne zu behaupten, dass Russland kaum Unterscheide zwischen „Terroristen“ und anderen mache. Zu viel Verständnis kann aber auch Putin nicht erwarten, wo kämen wir denn dahin? Unterdessen geht der Krieg in und gegen Syrien weiter, auch in Aleppo.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (26)

namreH 09.02.2016 | 21:50

Danke für diese ausführliche Einschätzung der aktuellen, schlimmen Entwicklung in Nord-Syrien. Insofern ergänzen sich Ihr Beitrag mit dem knapperen von Mopperkopp: „Terroristen Willkommen II“.

Ich habe vorhin in einigen journalistischenVerlautbarungen der „Leitmedien“ zum Thema bei den Kommentaren ein wenig reingeschaut. Es sind beachtlich viele dabei, die der dortigen Meinungsmache vollkritisch entgegenstehen. Das lässt hoffen, dass viele politisch Interessierte sich hier nicht mehr einfach vereinnahmen lassen. Vor allem aber dürfte das beginnende journalistische Schwadronieren von Kriegsgefahr mit Russland – die ja nur vom Westen ausgehen könnte – vorerst auf keinen fruchtbaren Boden bei den meisten „Normal“- Bürgern fallen. Das gibt Hoffnung. (z.B. FAZ Danke für diese ausführliche Einschätzung der aktuellen, schlimmen Entwicklung in Nord Syrien. Insofern ergänzen sich Ihr Beitrag mit dem knapperen von Mopperkopp: „Terroristen Willkommen II“. Ich habe vorhin bei einigen journalistischenVerlautbarungen der „Leitmedien“ bei den Kommentaren ein wenig reingeschaut. Es sind beachtlich viele dabei, die der dortigen Meinungsmache vollkritisch entgegenstehen. Das lässt hoffen, dass viele politisch Interessierte sich hier nicht mehr einfach vereinnahmen lassen. Vor allem aber dürfte das beginnende journalistische Schwadronieren von Kriegsgefahr mit Russland – die ja nur vom Westen ausgehen könnte – vorerst auf keinen fruchtbaren Boden bei den meisten „Normal“- Bürgern fallen.

Z. B. bei der FAZ – „Syriens Stalingrad“....welch eine irrsinnige Überschrift http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/krieg-in-syrien-aleppo-steht-vor-der-einkesselung-14060645.html.

Das gibt Hoffnung.

Die einzig vernünftige Reaktion auf die gegenwärtige, brisante Situation vor Ort ist das sofortige Bemühen AllER die verschobene Friedenskonferenz so schnell wie es nur geht in Gange zu bringen. Da hätte die UNO (und ihr blasser Leiter) endlich eine Chance zu zeigen, dass es doch Sinn hat, diese Weltorganisation zu stärken – vor allem, wenn es um Krieg und Frieden geht…..um Friedenssicherung. Wie heißt es doch noch so richtig:

Die Friedenssicherung ist eine der Hauptaufgaben der Vereinten Nationen. Sie sind der Vermeidung und Beendigung internationaler Konflikte zentral verpflichtet. Der hohe Stellenwert wird dadurch deutlich, dass bereits im ersten Artikel der UN-Charta das Ziel formuliert wird,

„… den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen.“

UN-Charta, Art. 1 Ziff. 1(https://de.wikipedia.org/wiki/Vereinte_Nationen#Aufgaben_und_Ziele)

mymind 09.02.2016 | 22:50

Danke für den Beitrag!

Äußerungen wie Haltung von Merkel als auch Steinmeier zum Syrienkrieg sind derart verlogen, dass es oftmals schwer fällt zu glauben, was man da liest & hört. Es ist eine Beleidigung der menschlichen Intelligenz als auch der Empathie über die kriegerischen Geschehnisse, die von chauvinistischen Staaten in West & Nahost inszeniert, angefacht oder zumindest geduldet wurden.

Wie Du auch schreibst, dass sie den Schwarzen Peter ausgerechnet in Ankara nach Moskau schiebt, lässt sich nicht mehr allein mit doppelmoralischen Floskeln erklären, sondern stellt die Krönung für Abwesenheit von politischem & menschlichem Anstand dar. Es ist allgemein bekannt, dass die aktuelle türkische Regierung nicht nur als Terrorhelfer in Syrien fungiert, sondern an einer langanhaltenden Tradition festhält, zur Durchsetzung ihrer Interessen mit Extremisten zu kooperieren bzw. diese zu unterstützen bzw. mit ihnen lukrative Geschäfte zu tätigen. Gleichzeitig bekämpft sie mit äußerster Brutalität separatistische Bewegungen im eigenen Land. Alles zusammen beinhaltet das stärkste Bindeglied & die größte Gemeinsamkeit, die sie mit vielen westlichen, sog. demokratischen Regierungen verbindet & wo mit zweierlei Maß gemessen wird.

Merkels Äußerungen lassen sich auch nicht mit Schleimdiplomatie erklären. Sicherlich ist sie bzgl. der Eingrenzung der Fluchtbewegung auf die Kooperation mit Erdogan angewiesen _ nicht umsonst besucht sie ihren verhassten Bruder im Geist so oft _ der im Moment seine Macht nicht anders ausspielt, wie sie es jahrelang vorgemacht hat & was offensichtlich nicht nur in Griechenland verstanden wurde & eine entsprechende Reaktion im Mai 2015 auslöste. Vielmehr zeigt ihr Verhalten eine Eigenschaft, dass sie unter Druck den Duktus in ihren Reden zuspitzt & die Scheinposition der um Ausgleich & Vermittlung bemühten Politikerin offenbart_ s. auch Fauxpas, Freudscher Versprecher oder Affront?

Übrig bleibt von der Forbes-prämierten ´Mächtigsten Frau der Welt´ eine sich völlig überschätzte Kanzlerin, der die Not & das Elend vieler Menschen in & jenseits der Kriegsgebiete sehr lange ziemlich egal waren _ bis vor einem halben Jahr, als sie aus bislang nicht bekannten Gründen ihr Herz entdeckte & ein freundliches Gesicht zeigen wollte. Die Wandlung kommt zu plötzlich, um ihr glauben wie folgen zu können. So wie ihre Äußerungen in Ankara deutlich zeigen, dass sie keine Probleme damit hat, Frösche zu küssen, auch wenn sie dafür Kröten schlucken muss. Damit kennt sie sich schließlich aus _ ist offensichtlicher einfacher in dem Politdschungel als eine aufrichtige Haltung zu beweisen.

janto ban 09.02.2016 | 23:00

Leider überschattet Ihre Russland-Hörigkeit wie immer die brauchbaren Gedanken. Oder wie macht Putin das nur, dass er ausschließlich die Terroristen vor die Tore der Türkei treibt, während das, was Sie konsequent den Westen nennen, immer nur die Zivilgesellschaft trifft..? Das müssen echt fortschrittliche Bomben sein, die der da hat. Respekt.

Übrigens findet Erdogan auch, dass da oben alle Terroristen sind. Der meint aber andere. Und die USA meinen wieder andere und Saudi Arabien wieder andere. Aber gut, dass Sie noch den Durchblick haben.

janto ban 09.02.2016 | 23:04

|| ... dass sie den Schwarzen Peter ausgerechnet in Ankara nach Moskau schiebt, lässt sich nicht mehr allein mit doppelmoralischen Floskeln erklären, sondern stellt die Krönung für Abwesenheit von politischem & menschlichem Anstand dar. ||

Doch doch. Genau damit. Realpolitik heißt das. Habe ich mir von Putinvollverstehern gleich zu Beginn der sog. Ukraine-Krise erklären lassen. Es gibt keine Werte. Nur Interessen. Remeber..? Wo gehobelt wird, da fallen Späne. In der Ost-Ukraine wie überall.

mymind 09.02.2016 | 23:04

Die Bilder von zehntausenden Flüchtlingen an der türkischen Grenze, die angeblich aus Aleppo stammen und vor den Angriffen der syrischen Truppen und russischen Bomber fliehen sorgen für neue westliche Betroffenheitsheuchelei. Bei den aktuellen Fotos fiel mir ein, was der Fotograf Stormer 2013 über die „Rebellen“ aus Aleppo berichtete: Die Tarnanzüge tauschen sie gegen Zivilkleider, schlüpfen in Jeans und Hemden.Das taten sie, als sie die Stadt überfielen. Warum sollten sie das nicht auch bei ihrer Flucht daraus tun? Aber das ist nur so ein Gedanke.…

Nach dem Abschuss der SU-24 seitens der türkischen Regierung erklärte Erdogan: >>Wir verteidigen nur unsere Sicherheit und die Rechte unserer Brüder», in Anspielung auf die turkmenischen Rebellen<<

Die türkische Grenze scheint auch die Grenze der Brüderhilfe zu sein. Warum will die türkische Regierung ihre Brüder wohl nicht ins Land lassen? Das auch mal nur als Anreiz zu weiteren Gedanken…

mymind 09.02.2016 | 23:30

Es gibt keine Werte. Nur Interessen.

Das habe ich nie so geschrieben, sondern jemand anders _ an den solltest Du Dich wenden.

Leider stellt dieser Satz die Realität dar, was ich aber nie bejubelt habe. Das eine ist Interessenspolitik, was alle Staaten betreiben _ wenn es nicht nur im Sinne ihrer Eliten sondern auch ihrer Bürger geschieht & dabei die restliche Welt nicht ausgebeutet & vergessen wird _ spricht nicht viel dagegen. Etwas anderes ist eine Interessenspolitik, die Staaten in Kriege treibt, eine sog. Opposition militärisch ausbildet & ausstattet, um unliebsame Regierungen per Krieg zu beseitigen, parallel aber von Menschenrechten & Werten schwadroniert , während sie Extremisten für ihren Regime Change benutzt _ so etwas nenne ich verlogen & anstandslos _ gemessen an meinen Werten! Nicht nur bzgl. Ukraine ist immer die Betrachtung von Aktion & Reaktion zwingend erforderlich.

Ich habe MM in meinen Kommentaren zigmal in den vergangenen Jahren dargelegt , wenn Du das immer noch nicht kapiert hast, dann tut es mir leid für Dich! Du argumentierst in anderen Zusammenhängen oftmals schlau genug, um die Hintergründe nicht kapieren zu können. Was Dich diesbezüglich am Denken hindert, ist Dein einstudiertes Feindbild. Mein Tip: Befrei Dich davon.

namreH 10.02.2016 | 00:40

Gewiss, die Zeiten sind vorbei, die Goethe - wohl etwas ironisch - so beschreibt:

Ein Gespräch von Krieg
Ab Zeile 888 Faust 1

BÜRGER
Nichts bessres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
wenn hinten, weit in der Türkei,
die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

ZWEITER BÜRGER
Ach ja Herr Nachbar, ja, so laß ichs auch geschehn:
Sie mögen sich die Köpfe spalten,
mag alles durcheinandergehn:
Doch nur zu Hause bleibs beim alten!

Er selber hat es dann aber doch noch hautnah erlebt, was es heißt, wenn der Krieg vor die eigene Haustüre kommt.

Als die Stadt von französischen Soldaten geplündert wurde, war auch das Haus am Frauenplan bedroht: Christiane trat eindringenden Soldaten energisch entgegen und konnte die Plünderung so lange aufhalten, bis Goethe den offiziellen Schutz des französischen Kommandanten erreicht hatte. Wenige Tage später, am 19. Oktober 1806, ließen sich Goethe und Christiane in der Sakristei der Jakobskirche trauen.

Sie hatte ihm wahscheinlich sogar das Leben gerettet!

Ob heute schon wieder so leichthin über Krieg geredet wird, weil die meisten Lebenden bei uns gar nicht aus eigenem Erleben Krieg kennen? Im Fernsehsessel Krieg ansehen tut ja nic ht weh!

smukster 10.02.2016 | 02:46

Merkel ist zwischen a rock and a hard place, was soll sie machen? Dass sie in Ankara mit Engelszungen redet ist angesichts der Flüchtlingssituation und dem eskalierenden Konflikt in D und EU nicht sonderlich erstaunlich, schließlich braucht sie Erdogan dringend, um die Fluchtrouten dichtzumachen - egal wie. Anscheinend sollen europäische Grenzer oder Soldaten in die Türkei um sicherzustellen, dass diese ihren Teil der Abmachung einhält - und nicht einfach ohne Gegenleistung kassiert.

Dass verbal Russland verantwortlich gemacht wird heißt noch lange nicht, dass irgendjemand das auch wirklich glaubt - nicht zuletzt sind Merkels Worte bei weitem nicht so drastisch, wie manche Medien glauben machen; eine wirkliche Verurteilung klingt ganz anders. Deeds speak louder than words; Hauptsache ist, dass Ankara und Riad kein grünes Licht für einen Einmarsch bekommen - und bislang gibt es keinen Grund daran zu zweifeln.

Ja, in den Medien gibt es gerade eine neue anti-russische Offensive (ganz übel derzeit: Guardian), aber die Abmachung zwischen Washington und Moskau vom Oktober gilt weiterhin. Also wird der syrisch-russische Vormarsch weitergehen.

Gustlik 10.02.2016 | 07:32

Danke. Gute Zusammenfassung des bisherigen Geschehens. Scheinbar ist unsere Erwählte, erst später hinzugestoßen und beteiligt sich nun daran, Putins Russland im Theater der Welt als Bedrohungskulisse aufzubauen. Hier wird alles entsprechend auf der Bühne hin und her gezerrt..., um für eine neue Aufrüstung günstige Bedingungen zu schaffen.
Alle machen bei diesem Spiel mit... von Bild bis Spiegel. Schämt EUCH!

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Ehemaliger Nutzer 10.02.2016 | 09:15

Russlandhörigkeit finde ich hier nicht, es ist m.E. einer der besten Artikel überhaupt zum Thema Syrien in der aktuellen Berichterstattung. Dafür danke ich zunächst.

Es es zu offensichtlich, dass viele der gemachten Behauptungen nicht stimmen (können), wenn selbst die US Uni MIT aus Boston dem CIA bescheinigt, dass der Giftgasangriff nicht von Assad ausgegangen sein kann. Jeder Krieg begann mit einer Lüge, dieser - wenn es sich statistisch unsinnig einreiht - wohl auch.

Schauen Sie sich mal die Diskussionen Sanders-Clinton in den USA an, da sehen und hören Sie eindeutig, das es 2 Gesellschaften gibt, die nichts gemeinsam haben.

h.yuren 10.02.2016 | 09:16

danke, lieber hans, fürs zurechtrücken der kulissen. die herrschaften wirds nicht sonderlich beeindrucken, aber hier im forum gilt es.

es ist gut zu differenzieren, wenn ich auch dazu neige, der herrschaft ihren löwenanteil am krieg zuzurechnen. herrschaft in diesem und jedem anderen land. bevor die nicht zurechtgestutzt ist, wird der krieg innen und außen weitergehn. nicht ein einziger vernunftbeweis weit und breit, nur machtbeweise überall. das kann auf die dauer nicht gutgehen. es ist in der langen geschichte der herrschaft noch nie gutgegangen.

den tieren sagen wir nach, dass sie bloß instinktiv agieren. auf der stufe bewegt sich die menschheit. systemversagen? ja, das ist mehr als nur wahrscheinlich.

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Ehemaliger Nutzer 10.02.2016 | 09:22

"Dass sie in Ankara mit Engelszungen redet..."

Ist ein Fehler. So wird man nicht vorankommen, jedenfalls nicht im aktuellen Umfeld. Es müssen derzeit klarer die eigenen Vorstellungen verkauft werden, sonst fällt der Umgang mit Ankara Deutschland, Merkel, auf die Füße.

Derzeit schickt sie Gelder durch die Gegend, ohne die EU zu fragen. Aus meiner Sicht mehr als logisch, dass sich einige Mitgliedsstaaten dagegen sperren.

Aber viel wichtiger: was wird denn mit den Flüchtlingen in der Türkei geschehen, wie sind die Bedingungen für deren Unterbringung? Erdogan hat schon gesagt, ein Controlling der Gelder für die Flüchtlinge kommt nicht in Frage (!). Gehen wir also davon aus, es kommt nur ein drittel wirklich bei den Hilfebedürftigen an, was kann damit für die Hundettausenden umgesetzt werden? Wenn es zu ersten veröffentlichen Problemen kommt, wird sich Deutschland kaum noch rausreden können und merkt dann, dass es mit Erdogan auf das falsche Pferd gesetzt hat. Das wissen die jetzt auch schon, machen es aber trotzdem.

McCormick 10.02.2016 | 10:51

Wie wenig wissen wir doch alle darüber , was wirklich in syrien passiert. Der Informationaswert der deutschen Medien dazu ist gleich null, und zwar außnahmslos. was wir aus deutschen Medien erfahren ist das folgene:

1. merkel sucht den schulterschluss mit Saudi und Erdogan

2. z.Z. läuft eine neue dämonisierungskampanie gegen Putin (ganz nach dem Motto: Putin ist an der Flüchtlingskrise schuld)

3. Die Friedensgespräche in genf bekommen nicht die mediale Aufmerksamkeit die man erwarten könnte (schließlich würde ein frieden in Syrien helfen die Flüchtlingskrise einzudämmen, und ist das nicht merkels großes Ziel?)

Die Gespräche in genf scheinen eine Totgeburt zu sein, wobei sich der geneigte beobachter schon vorher gefragt hat wer den da mit wenn reden soll, IS mit al-Qaida mit Asad mit den Kurden?

McCormick 10.02.2016 | 11:09

Das Asad Aleppo einnehmen will halte ich für ausgemachten quatsch mit soße. im ersten halbjahr 2015 stand Asad kurz vor dem zusammenbruch. Palmyra fiel an den IS und idlib an al-Qaida. Durch das russische Eingreifen hat sich die Front zwar stabilisert, deutliche vormärsche der syrischen Regierung gab es aber auch nicht.

Das Hauptproblem der syrischen Armee bleibt nämlich bestehen und wird eher immer größer. Es gibt keine willigen Soldaten mehr, und wenn ein junger syrer den einberufungsbefehl erhält, macht er sich auf den weg nach deutschland... wenn er es den nicht schon ist. Durch diesen Personalmangel sind breite Offensiven unmöglich und die eroberung einer Großstadt mit den folgenden Häuserkampf wäre fatal.

Das russische Engagement in syrien ist übrigens sehr übersichtlich und darauf ausgelegt, es über jahre hinaus auf dem jetzigen level aufrechterhalten zu können.

McCormick 10.02.2016 | 11:30

Nachtrag:

Es ist nicht nur so das syrien in die Steinzeit zurückgebomt wird. Auch dort wo keine Bomben fallen und nicht gekämpft wird, gibt es zusehens keine perspektive mehr. Die syrische Wirtschaft wird nur noch von iranischen Krediten im Komazustand gehalten. In weiten Teilen des Landes ist die öffentliche Ordnung zusammengebrochen, am besten funktioniert es Gebieten unter Kontrolle der Regierung und... des IS. Die Regionen um idlib oder im Süden haben schon seit Jahren keine öffentliche Verwaltung/ Ordnung mehr.

Vor diesem Hintergrund und im Angesicht der tatsache, dass die Konfliktparteien noch lange nicht Kriegsmüde sind und externe parteien bereit sind weiter zu eskalieren (z.B. Saudi oder Türkei mit einer möglichen Bodentruppeninvasion), wird es noch schlimmer werden.

Für merkel heißt das potentiel mehr syrische flüchtlinge die sich auf den weg nach deutschland machen. Kann es sein, dass wir bald häßliche Bilder sehen werden? Und die jetzige Medienkampanie gegen Putin, der deutsche Öffentlichkeit klarmachen soll, wer der Schuldige dieser Bilder ist? Der Iwan, der schon vor jahren als neuer feind der nato auserkoren wurde... und demensprechend medial bearbeitet wird!

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Ehemaliger Nutzer 10.02.2016 | 13:03

Es wird höchste Zeit, dass hier endlich die Zivilsgesellschaft auf die Straße geht. Wer weiß, vielleicht wartet man in der Politik sogar darauf? Politik soll gestalten, ist aber oft genug doch weniger actio als eher reactio.

Geben wir doch der Merkel einen kleinen Anstoss: raus auf die Strasse. Selbst die "alte Friedensbewegung" wäre dabei willkommen. Und alle, die mit der aktuellen Politik unserer "Verbündeter" nicht einverstanden sind sollen auch mitmachen.

Die NATO ist ein Untoter. Es wird höchste Zeit dessen Unwesen zu beenden. Und Souveränität gegenüber den USA wäre auch ein hohes, aber erreichbares Ziel.

Wohlan!

smukster 10.02.2016 | 13:12

Geringe mediale Aufmerksamkeit ist nicht unbedingt negativ; oft werden erst dann konstruktive Gespräche und Kompromisse möglich. Derzeit sind aber die Saudis offenbar noch nicht bereit dazu; sie versuchen die Zustimmung der NATO für einen Einmarsch zu bekommen, was ihnen aber nicht gelingen wird. Der Vormarsch der Armee geht zwar langsam, aber durchaus stetig voran - wenn es so weitergeht (warum ist Aleppo "Quatsch mit Soße"?) ist es nur eine Frage der Zeit, bis die "Rebellen" gesprächsbereit werden. Wenn.

Die erneute Dämonisierungskampagne gibt es zwar, aber sie wird nicht ausreichen die strategische Lage zu verändern und die Abmachung der Amerikaner mit den Russen vom Oktober in Frage zu stellen.

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Ehemaliger Nutzer 10.02.2016 | 13:25

Realpolitische Alternative:

Grundlage ist die Erkenntnis, das ein Problem gelöst werden muss. Das ist wichtig für die Analyse: Die echte Analyse ergäbe (wahrscheinlich), das westliche Interessen, des Kapitals und der Machtsicherung, es nicht zulassen konnten, das sich mit Syrien tatsächlich eine echte Demokratie durchsetzt. Syrien war ja im Vergleich zu den Nachbarländern sehr gut entwickelt. Nun, die offizielle Version wird dann die medial verbreitete, von der US Uni MIT widerlegte wertgestützte Kriegsthese "Giftgas" gegen das eigene Volk sein...

Wie auch immer, kommen die > 1Mio Kriegstoten seit 9/11 nicht von Assad, sondern durch den Staatsterror der Westmächte, also durch uns. Nun sollte man logischerweise, da dieser Kriegsdropsch gelutscht ist, dazu übergehen, mindestens den Flüchtlingen zu helfen: durch einen Fond, der jedes Westmitglied anteilig zahlen lässt, allein aus humanitären Gründen (siehe auch "Friedensnobelpreis") sollten die USA ihr Portemonnaie gut öffnen.

Allen echten Flüchtlingen geht es sehr schlecht, die würden sich sicherlich mit dem zugesicherten Überleben solange, bis sich die Lage zuhause entspannt hat, zufrieden geben.

Also baut man fondfinanziert riesengroße Flüchtlingsunterkünfte (Fema Camps, US Standard ;-) ) in Grenzgebieten, in denen dann in aller Ruhe und nach geltendem Recht verpflichtend registriert und sortiert wird. Parallel dazu schaut man sich die möglichen Kapazitäten in den einzelnen EU Ländern an.

Das hätte zur Folge, dass sich diejenigen, deren Ankunft keine Flucht als Hintergrund hat, sich überlegen, ob sie wirklich in die westlichen Werte eintauchen wollen, die würden dann nämlich dort enden, wo sie nicht hinwollen.

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Ehemaliger Nutzer 10.02.2016 | 14:14

Die Frage ist doch: warum die Türkei? Was wollen wir von und mit denen? Deren politische Kultur ist der unsrigen so fremd, wie sie nur sein kann. EU Mitgliedschaft? Diese Frage stellt sich für micht nicht. Wie wäre es, wenn man in Syrien direkt ein Lager aufstellt, finanziert und betreibt? Oder konkret in Griechenland? Einfach machen, dann braucht man die Türkei nicht. Ich kenne viele Türken und Kurden, nette Nachbarn. So aber, wie ich die Türkei derzeit mit Erdogan erlebe: brauch ich nicht, nehme ich nicht einmal geschenkt. Das Land praktiziert das Gegenteil dessen, was ich von einem Staat erwarte, zumal dann, wenn er in die EU möchte.

Gunnar Jeschke 12.02.2016 | 22:46

„Der Westen hat die Verbrechen der Oppositionskräfte immer vertuscht, während er gleichzeitig unablässig die syrische Regierung und ihren Präsidenten verurteilt.“

Von wem stammt wohl dieser Satz?

Des Rätsels Lösung: Monsignore Jean-Clément Jeanbart, Erzbischof von Aleppo.

Das heute journal des ZDF hat sich gerade an dem Spagat versucht, über die Haltung dieses katholischen Geistlichen zur gegenwärtigen Lage um Aleppo zu berichten und dennoch fest die ideologische Linie zu halten.

Haben Sie schon mal jemandem bei Spagatversuch zugesehen, der es nicht konnte und es hat Ihnen mit wehgetan? Genau das trifft es.

Der Journalist im komfortablen Mainzer Studio war sich völlig sicher, dass er die Lage in Syrien beurteilen könne, der Bischof von Aleppo hingegen nicht. Ich will nicht sagen, dass er wissentlich log oder heuchelte. Von Intelligenz zeugte es allerdings nicht.