Hans Springstein
14.08.2012 | 10:37 6

Nachträge zum Aleppo-Text vom 27. Juli

Syrien Im Folgenden einige Informationen und Hinweise auf Beiträge zu Aleppo in Fortsetzung meines Textes "Aleppo soll das neue Benghasi werden"

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Hans Springstein

Die Zeitschrift inamo hat auf ihrer Homepage einen Text aus der libanesischen Zeitung An-Nahar zu Aleppo und wer den Krieg in diese Stadt brachte, übersetzt. Das Original ist auf arabisch. Dank an inamo fürs Übersetzen:

"Nicht nur das Regime ist verantwortlich für die Zerstörung von Damaskus und Aleppo (02.08.2012)

Wer ist verantwortlich für die Zerstörung von Damaskus und Aleppo, fragt an-Nahar (Libanon): “Innerhalb weniger Tage, wurden große Teile der syrischen Städte Damaskus und Aleppo zerstört“. Seit 500 Jahren hätte man dies nicht mehr gehabt, oder man würde das vergleichen mit dem Luftangriff Frankreichs auf Damaskus (1945). In der Tat, es ist eine Katastrophe. Wer ist aus ethischen Gründen dafür verantwortlich? Man soll nicht anfangen damit, das Regime für alles verantwortlich zu machen. Über dieses brutale Regime, seine Gewalt und seine kriminelle Energie und Tyrannei gäbe es gar nichts zu streiten, aber man müsste schon fragen – insbesondere seit Beginn der Konfrontationen in Damaskus und Aleppo: „who is responsible for this forced military intervention that turned into a disaster for the two cities?“

Da gäbe es eine klare Antwort drauf: Es wäre die bewaffnete syrische Opposition und die internationalen und regionalen Kräfte, die eine solche Konfrontation fördern. Der Autor fragt, ob das eine Bestrafung der zwei Städte sei, weil sie sich nicht am Protest beteiligt hätten? Die Verantwortlichen in Ankara, Washington, Doha und Riayd wüssten genau wie das Regime reagieren würde und dass das Resultat die Zerstörung der zwei Städte wäre. Es gäbe kein revolutionäres politisches Ziel das die Zerstörung der zwei Städte rechtfertigen würde. Aber, was den ethischen Aspekt betrifft: Wer kann garantieren, dass den ökonomisch reichen Ländern ein zerstörtes Syrien, gar nicht ungelegen käme? „Könnte, so der Autor weiter, eine Revolution durchgeführt werden, ohne Damaskus und Aleppo zu zerstören? „Wouldn’t have been ethically more correct to leave the regime in front of its responsibility for the oppression and destruction? Are two cities like Damascus and Aleppo not worthy of being given a priority for preserving their safety? All this criticism is of course based on a main position…: that of rejecting the militarization of a real and deep revolution stemming from Syrian society. This revolution included real youth members. We don’t know where these members are now that the rifle has entered into play. Who can offer guarantees now? No one can.” - An-Nahar, Lebanon"

Selbst bei der Welt gibt es Zweifel an den "Rebellen": "... Umso unverständlicher ist es, dass die Rebellen nicht mehr Verantwortung gegenüber den Einwohnern von Aleppo zeigen. Ihr Hauptquartier in al-Sahur lag inmitten eines dicht besiedelten Wohngebiets, und ein Krankenhaus grenzte unmittelbar an die Militärbasis. Ein Standort, der elf Zivilisten das Leben kostete. Eine Bombe der syrischen Luftwaffe traf ein Wohnhaus hinter der Kommandozentrale. Ein Volltreffer der FSA-Basis hätte womöglich noch fatalere Folgen gehabt: Im Keller wurden dort Panzergranaten gestapelt.
Das neue Hauptquartier der FSA liegt kaum zehn Fahrminuten von der alten Basis entfernt - in einer ehemaligen Schule und mitten in einem Wohngebiet: Vierstöckige Häuser mit Balkonen. Zwischen den Wohnblöcken liegen Rasenflächen. Kleine Kinder spielen im Gras. Über ihnen kreist ein Kampfflugzeug. Diesmal dreht es ab, aber es wird kommen. Es scheint, als würde die FSA ihren Tod billigend in Kauf nehmen. ..." (Welt online, 10.8.2012)

Die junge Welt brachte am 10. August einen Bericht von Karin Leukefeld über den Kampf um Aleppo: "... »So viele junge Soldaten wurden von diesen Leuten entführt. Wer sich nicht anschließt, wird umgebracht.« Verschiedene Stadtteile von Aleppo seien von den Kämpfern »besetzt« worden, sagt Sores. Sie griffen Polizeistationen und Einrichtungen der Sicherheitskräfte an, seien mit Granatwerfern (RPG) und Schnellfeuergewehren ausgerüstet. Er habe sie selbst gesehen, seiner Meinung nach seien nur einige von den Männern Syrer, die anderen kämen »wer weiß woher«. Reden würde er mit ihnen nicht, die Aleppiner wollten sie nicht in der Stadt, ist sich Sores sicher. ..."

Passend auch dieser Ausschnitt aus einem Bericht des österreichischen Standard: "... Die Bevölkerung ist in Gegner und Anhänger gespalten. Zudem gibt es Berichte über wachsende Unstimmigkeit unter den Kämpfern sowie zwischen Rebellen und Bewohnern. Die Aufständischen regelten ihre Konflikte häufig durch Entführung rivalisierender Kämpfer, berichteten Einwohner. ..." (Der Standard, 3.8.2012)

Der Standard beschrieb am 5. August das Ziel der "Rebellen" in Aleppo: "... Am Sonntag stieß die FSA von ihrer wichtigsten Basis im Salaheddin-Quartier Richtung historische Altstadt vor. Ihr Ziel ist es, die mittelalterliche Zitadelle einzunehmen. Sie ist das Zentrum der Altstadt und gehört zum Unesco-Weltkulturgut. Die Rebellen erhoffen sich von der Einnahme dieses Burghügels, von dem aus man die ganze Stadt im Blick hat, dass sie ganz Aleppo kontrollieren können. ..."

Zum Thema gehört auch das: "UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat der bewaffneten syrischen Opposition die Eskalation von Gewalt in der Stadt Aleppo vorgeworfen." (Quelle: RIA Novosti, 11.8.2012)

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (6)

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Ehemaliger Nutzer 14.08.2012 | 13:10

Auch wenn Ihre Beiträge und Kommentare mit noch so seriösem Anschein daherkommen, sie werden immer zynischer und propagandistischer.

Dass der Despot Assad inzwischen sogar zivile Anhänger seines totalitären Systems mit Waffen ausrüstet, um so besser getarnt gegen die eigene aufständische Bevölkerung vorzugehen, verschweigen Sie natürlich, wie so vieles andere.

iDog 14.08.2012 | 14:59

Sie schulden uns immer noch mindestens eine schlüssige Erklärung dafür, dass Sie noch nie auch nur eine zuverlässige Quelle genannt haben für ihre Mainstream-Lienientreue Meinung, ihre fantasielosen Retourkutschen und Bildzeitungs-Zweizeiler, die sich nicht nur auf plumpe Beschuldigungen anderer Leser beschränken , sondern auch auf einen naiven und nicht angebrachten Minimalwortschatz : "Verschwörungstheoretiker, Propaganda, Despotie ... den sie anscheinend unreflektiert von der internationalen Kriegstreiberelite übernehmen. Ich weiss nicht, ob sie das berühmte Einsteinzitat mit den Schaafen kennen.

Ich fragen sie mit aller Hochachtung vor jeder anderen Meinung: Was glauben sie führt dazu , dass die anerkannte intellektuelle Welt sowie hier offensichtlich sachlich sehr gut nicht nur zu diesem Thema informierte Leser nicht ihre stereotype und unfundierte Meinung teilen? Kann es sein, dass sie sich einen Schuh anziehen ohne zu merken, dass der gar nicht passt und nie passen wird. Oder kann es ein, dass sie sich einen Schuh anziehen, obwohl sie genau wiessen, dass es nicht ihr eigener ist?

Ich habe es schon einmal gesagt: sollten sie keine nachvollziehbaren Argument für ihre Meinung vorbringen können oder sachliche Quellen, wäre zumindest ich sehr dankbar, wernn sie endlich ihr papageinehaftes Wiederholen der immer gleichen Parolen beenden würden. Es nervt ... und trägt nur zu einer Störung einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema bei. Oder ist es das was sie erreichen wollen? In dem Fall wären sie logischerweise der Propagandist.

Ich bin sehr gespannt ob sie jetzt auch zum drittemal kneifen ... wobei ich zu bemerken wage, dass ein erneutes nicht reagieren ihrerseits auf diese dritte Aufforderung mal endlich ihre Argument auf den Tisch zu packen einer Bewahrheitung meiner Annahme gleichkommt, dass sie nur unreflektiert die von oben verordnete NATO Propaganda nachplappern.

Und vorbeugend sei bemerkt ; es geht hier nicht darum ob Assad ein Diktator ist, denn selbst das gibt keinem anderen Staat das Recht zu militäreichen Intervenitionen, solange dieser kein anderes Land angreift. Es geht darum, ob die NATO mit ihren angeheurten Söldnertruppen, das Recht hat einen Krieg zu lancieren.

Also sagen sie uns bitte endlich, um was es ihnen geht! Und was man íhrer Meinung nach ernst nehmen kann bzw was ihrer meinung nach nicht einseitig ist.