Ingo Sarp

Ingenieur und Philosoph, der nach einer besseren Welt sucht
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RE: Schwarz-Rot-Gold 2016 | 04.07.2016 | 19:48

Ein guter Beitrag! Ein bisschen Patriotismus schadet nicht und kann das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Andere Länder sind da wesentlich lockerer. Da schwenkt man Fähnchen oder hisst die Nationalflagge im Vorgarten, ohne dass jemand auf die Idee käme, dort könnte ein Nationalist wohnen. Warum sollen wir unsere Fahne den Rechten überlassen? Nehmen wir ihnen doch einfach eines ihrer Symbole!

Ich bin nicht stolz darauf, ein Deutscher zu sein, denn dafür kann ich nichts. Aber ich bin glücklich darüber, denn es hätte durchaus schlechter kommen können. Und wenn nun eine Vertretung meines Landes etwas gewinnt oder wenigsten gut spielt, warum soll ich mich darüber nicht freuen dürfen?

Es ist ein Problem der Linken und zunehmend auch der Grünen, dass sie in dieser Hinsicht so verkrampft und engstirnig sind. Schon 2014, unmittelbar nach dem Finale, beeilten sich Vertreter der Linken festzustellen, dass nicht "wir" Weltmeister geworden sind, sondern 11 Fußballspieler, die auf einem Rasen in Rio herum liefen. Es wundert mich nicht, dass solche Spaßbremsen an Zustimmung verlieren.

RE: Vorboten des Untergangs | 04.07.2016 | 19:02

Es geht meistens um Geld und Bequemlichkeit. Umwelt- und Klimaschutz finden alle toll, nur darf es nichts kosten oder Mühe machen. Da geht doch unsere ehemalige Klimakanzlerin mit bestem Beispiel voran: Was Geld kostet, schadet dem Aufschwung. Erst einmal brauchen wir mehr Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum. Dann, irgendwann, vielleicht, können wir uns auch mal mit dem Klima, der Umwelt oder der Armut befassen... Dabei könnte gerade daraus ein neuer Wirtschaftszweig entstehen. Aber so ist das nun einmal: Der Mensch ist zwar mit Vernunft begabt, aber die meisten machen selten Gebrauch davon.

Ab und zu muss ich meinen Frust auch mal loswerden! ;-)

RE: Haben Sie nichts verstanden, Herr Juncker? | 02.07.2016 | 16:33

Schön, dass in diesen Zeiten des Misstrauens und der Politikverdossenheit noch jemand so viel Vertrauen in unsere Politiker hat! Aber etwas genaueres Hinsehen schadet trotzdem nicht. "Politiker werden dafür gewählt, das umzusetzen, was sie für sinnvoll halten, nicht dafür, das umzusetzen, was die Wähler fühlen." Nein, sie werden gewählt, um den Willen ihrer Wähler umzusetzen, sie sind ja die Vertreter der Wähler. Wenn sie der Meinung sind, dass der Wählerwille aufgrund falscher Informationen zustande kam, dann müssen sie begründen, warum sie etwas anders umsetzen wollen. Diese Transparenz fehlt in Brüssel leider zum großen Teil.

"Derzeit fühlen die Leute die Dinge falsch." Richtig! Und das selbstherrliche Auftreten von Herrn Juncker verstärkt dieses Gefühl noch, vor allem bei denen, die sich für "das Volk" halten. CETA und TTIP stehen hier als Beispiele dafür.
Junckers Äußerung, die nationalen Parlamente nicht fragen zu wollen, kam erst nach dem Brexit-Votum und hat also damit nichts zu tun. Ja, für die Briten zählten Geld (weil unklar ist, was damit geschieht), Zuwanderung (weil sie fürchteten, die EU würde sie zur Aufnahme von Flüchtlingen zwingen) und Angst vor Kontrollverlust ("we want our country back!", als hätte die EU die Insel beschlagnamt). Auf dem Kontinent denken viele ähnlich, wie man am Erstarken der Europa-Gegner sehen kann. Und Juncker liefert den europaskeptischen Populisten durch seine ungeschickten Äußerungen weitere Munition. Darum geht es hier.

TTIP geht uns übrigens alle an, denn wenn die Befürchtungen hinsichtlich der möglichen Folgen wahr werden, werden wir alle die Zeche zahlen müssen. Darum würde ich dagegen stimmen, wenn ich könnte. Schon deshalb, weil auch diejenigen, die darüber abstimmen sollen, den Inhalt des Vertrages nicht kennen. Insofern bin ich da ebenso inkompetent wie meine Volksvertreter.
Sicher, die repräsentative Demokratie hat sich insgesamt bewährt und wir können nicht ständig zu allem Referenden abhalten. Aber wenn große Wahlversprechen aus bestimmten Gründen abgeändert werden müssen, möchte ich mitreden dürfen.

RE: Haben Sie nichts verstanden, Herr Juncker? | 02.07.2016 | 15:36

Zitat: "Brauchen wir diese KrummeGurkenTruppe in Brüssel noch?"
Ja, hier und da schon. Einige übergeordnete Dinge, die alle Länder betreffen, müssen zentral geregelt werden. Andere sind wiederum bei regionalen Institutionen besser aufgehoben. Da muss die EU ein wenig reformiert werden. Eine Bevormundung, wie viele sie fürchten, sehe ich darin noch nicht. Letzlich ist es egal, ob die Gurken in Brüssel oder in Berlin geradegebogen werden.

Die EU ist kein Zentralstaat, richtig. Aber so etwas wie die "Veringten Staaten von Europa" würde mir schon gefallen. Nur ist die aktuelle EU dafür noch nicht geeignet. Sie ist zu schnell gewachsen, nicht alle Mitglieder passen wirklich dazu. Ein Vorbild könnte - ausgerechnet - Großbritannien sein mit einer zentralen Regierung und Nationalstaaten mit eigenen Befugnissen. So etwas entsteht aber nicht per Vertrag von heut auf morgen, sondern dauert 2-3 Generationen. Der Europarat ist mir eine Nummer zu groß.

RE: Warum Merkel Recht hat und Seehofer irrt | 24.03.2016 | 19:19

"Hypothetisch" ist doch schon mal besser als "alternativlos"...

RE: Warum Merkel Recht hat und Seehofer irrt | 24.03.2016 | 18:55

Da gebe ich Ihnen weder recht noch Recht. Ich finde die Anwendung nicht diffus, denn aus dem Kontext wird deutlich, ob es sich um Recht im juristischen Sinne oder im Sinne von Richtigkeit handelt. Wenn ich sage "du hast recht" (empfohlene Schreibweise ;-) ), dann meine ich "ich stimme dir zu". Wenn ich sage, "du hast das Recht (jur.), xy zu tun", dann muss ich dieses Recht näher definieren, nämlich mit Artikel und einer Ergänzung. Somit ist die Überschrift doch klar! Außerdem ist es m. M. n. ein Adjektiv, aber das hat dann endgültig nichts mehr mit dem Thema des Beitrags zu tun...

RE: Warum Merkel Recht hat und Seehofer irrt | 23.03.2016 | 18:17

Zum ersten Punkt gebe ich Ihnen durchaus Recht. Europa ist eine Werte-Gemeinschaft, wobei der Fokus aus den monetären Werten liegt. Deshalb gleube ich auch nicht daran, dass sich Europa in absehbarer Zeit wirklich zusammenrauft. Und deshalb habe ich auch den Konjunktiv verwendet.

RE: Warum Merkel Recht hat und Seehofer irrt | 23.03.2016 | 18:02

Ja, könnte man, aber das wäre einen eigenen Beitrag wert. Es ging mir mehr um die Anbiederung von Teilen der Union an die neuen Rechten, die ich für fatal halte. Den Hinweis auf unsere Mitverantwortung für die Krise konnte ich mir nicht verkneifen.

RE: Warum Merkel Recht hat und Seehofer irrt | 23.03.2016 | 17:57

Beide Schreibweisen sind zulässig, ich bin da eben etwas altmodisch. So wird die Doppeldeutigkeit doch noch schöner...

RE: Schwere Wirkungstreffer | 16.03.2016 | 19:57

Die Linke hat ein paar grundsätzliche Probleme: Sie ist entweder mit sich selbst beschäftigt oder damit, gegen etwas zu sein, das konkrete Programm ist dünn, viele führende Mitglieder sind dogmatisch, verbohrt und spaßbefreit. Das macht sie auf die Dauer unattraktiv. Die AfD ist da nicht besser, aber immerhin neu. So bleibt mir die Hoffnung, dass auch sie bald langweilig wird und damit für viele uninteressant.

Es ist beinahe schon traditionell ein Problem der Linken (und in diesem fall sind alle Parteien links der "Mitte" gemeint), dass sie untereinander und miteinander zerstritten sind und stur auf dem beharren, was sie für den einzig richtigen Weg halten. Lieber überlassen sie den rechten das Feld, als dass sie auch nur einen Millimeter von ihrem Weg abweichen würden. Denken wir an Weimar!

Und, so traurig es ist: Hie rund da sind die Rechten aktiver, schließen Lücken, die die Regierungen geschaffen und die Linken nur kritisiert haben: Fahrdienste, Discobusse, Einkaufshilfen... Damit gewinnen sie unpolitisch Zuneigung. Der Erfolg der Rechten ist auch eine Folge einer falschen Sparpolitik.

Die Linke muss sich einmal überlegen, warum es ihr nichht einmal gelingt, wenigstens ihre eigentliche Klientel für sich zu gewinnen. Offenbar hat sie vor allem von Protestwählern gelebt, denn welcher echte Linke würde AfD wählen? Gibt es zu wenige Linke in diesem satten Land? Das wäre schlimm, denn wir brauchen dringend eine wirkliche und gute opposition, eine, die auch bereit wäre, selber Verantwortung zu übernehmen.