Jamal Tuschick - Straßenranddschungel

#TexasText/Jamal Tuschick Space gives you time. Time gives you space. If I take the space for myself in a fight to be closer to the enemy, I have to ask myself whether I am not stealing my time advantages.

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„Beherrschte Menschen sind sehr gefährlich, weil ein aktiver Vulkan in ihnen brodelt; nur äußerlich sind sie rigide und voller Selbstkontrolle. Vergesst bitte nicht: Alles, was kontrolliert wird, erfordert so viel Anstrengung und Energie, dass die Beherrschung nicht dauernd aufrechterhalten werden kann. Ihr werdet euch irgendwann entspannen müssen.“ Osho

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“Find time to reconnect with yourself … maybe you will surprised at the new pattern you are creating.” Gesehen auf #Instagram, margaritagyoga, Quelle

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„Eine kleine Stille kam zwischen uns, so präzise wie ein an der Wand hängendes Bild.“ Jean Stafford

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„Die Räume zwischen den Gedächtnisbildern können nur vermutet werden.“ Britta Boerdner

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„Ich möchte euch sagen, dass Sex göttlich ist.“ Osho

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„Das Gehirn baut ab, der Fuß bleibt auf dem Gas.“ Jörg Blech im Spiegel, Quelle

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Sehen Sie ferner https://jamaltuschick.de/index.php?article_id=4600

und

https://jamaltuschick.de/index.php?article_id=4599

und

https://jamaltuschick.de/index.php?article_id=4598

und

https://jamaltuschick.de/index.php?article_id=4597

und

https://jamaltuschick.de/index.php?article_id=4596

Forcierte Ungezwungenheit

In den 1950er Jahren entstand in und an der Enz ein Fluss- und Lichtbad. Eine beinah unberührte Ursprünglichkeit säumt die Anlage im Spektrum zwischen Straßenranddschungel, Böschung und Luftwurzellabyrinth auch noch im ewigen Sommer Neunzehnhundertneunundneunzig.

Karibisch findet Navin Steinbrecher die Augenblicksstimmung. Der Vierzehnjährige verbirgt sich vor der Familienmeute im Unterholz. Doris, seine Mutter, eine ehemalige Leistungsschwimmerin, die es versäumte, den Leuten mit Erfolgen im Gedächtnis zu bleiben, krault jenseits der Flussbadgrenzen.

Die Duschen und Umkleiden befinden sich in einer karmesinroten Baracke. Wie ein Schildhäuschen steht die Pommesbude auf der Liegewiese. Die Kinderschlange davor verändert ständig ihre Gestalt.

Navins Stiefvater Raimund präsentiert seinen Vorturnerkörper im Lotussitz.

Doris und Raimund sind sich in Poona über den Weg gelaufen. Sie hätten sich auch bei einem Kraichgauer Weinfest kennenlernen können. Raimund stammt aus Knittlingen (der Geburtsstadt des Magiers Johann Georg Faust). Doris wurde im Kreiskrankenhaus Mühlacker geboren. Siebzehn Autofahrminuten verstreichen zwischen den Städten, wenn man sich an die Straßenverkehrsordnung hält.

Die gemeinsame Heimat war ein Argument in der Fremde. Zuhause zieht es nicht mehr. Auch die von Osho gepredigte Göttlichkeit der Sexualität, Stichwort From Sex to Superconsciousness, verliert in dem umgebauten Stallschober, den sich Doris, Navin und Raimund mit einer Fledermauskolonie und noch viel mehr nachtaktiven Geschöpfen teilen, ihre kosmische Dimension. Dazu morgen mehr.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Jamal Tuschick

Interessiert an Literatur, Theater und Kino

Jamal Tuschick

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