Jörn Kabisch
26.01.2009 | 22:00 232

Willkommen

Probebetrieb Der Freitag hat ein neues Gesicht. Testen Sie die Website. Kommentieren Sie unsere Beiträge und unseren Auftritt. Ihre Meinung ist uns wichtig!

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Liebe Leserinnen und Leser,

schön, dass Sie unsere neue Website besuchen. Wir hoffen, dass Sie Spaß dabei haben, unser neues Angebot zu erforschen. Denn es gibt viel zu entdecken. Nicht nur exklusive Freitag-Artikel, sondern auch Beiträge von unserem britischen Medienpartner The Guardian. Es gibt Blogs, Leserkommentare und vieles mehr. Sie werden sehen: Es lohnt sich, in unserem Angebot zu stöbern. Der Online-Auftritt, den Sie zur Zeit sehen, ist noch eine Beta-Version. An einigen Stellen muss noch etwas geschraubt werden. Das bedeutet, dass sich die Seite noch etwas langsam aufbaut und Sie vielleicht mal auf einen Link stoßen werden, der vorübergehend ins Nichts führt, oder auf ein Layout, das nicht ganz korrekt ist.

Erstmals finden Sie auf unseren Seiten auch die Möglichkeit, andere Freitag-Leser zu treffen. Unter dem Menüpunkt “Community” sind Sie herzlich eingeladen, eigene Artikel zu schreiben oder die Artikel anderer Freitag-Leser zu kommentieren. Kommen Sie mit uns ins Gespräch, setzen Sie eigene Akzente und vertreten Sie Ihre Meinung in Ihrem eigenen Blog! Die besten Beiträge werden wir online besonders hervorheben oder in der gedruckten Zeitung veröffentlichen.

Die Lesegewohnheiten im Netz sind naturgemäß unterschiedlich. Ihnen werden andere Dinge auffallen als uns. Deshalb möchten wir Sie gerne um Unterstützung bitten. Melden Sie uns alles, was Ihnen fehlerhaft erscheint. Und bleiben Sie neugierig!

Viel Spaß auf den neuen Webseiten wünscht Ihnen

Ihre Freitag-Redaktion

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Kommentare (232)

bembel 05.02.2009 | 14:25

Hallo zusammen,
zuerst einmal Gratulation zum neuen Online-Auftritt, auf den ersten Eindruck gelungen :-)
mit dem Seitenlayout habe ich allerdings beim Firefox Probleme, habe ich auch schon in der identi.ca Gruppe gepostet und mal ein Screenshot gemacht: http://identi.ca/notice/2146396
liegt das an einer statischen Seitenbreite oder einer Voreinstellung der Bildschirmauflösung?
Momentan sind die Ladezeiten teilweise etwas lang, liegt aber sicher am großen Ansturm am ersten Relaunch-Tag :-) Ansonsten Glückwunsch, die neue Seite ist auf dem richtigen Weg!!!
mit besten Grüßen

christian kleinschmidt 05.02.2009 | 15:15

Der allererste Eindruck zum neuen Freitag: Da habt ihr ja ganz schön dick aufgetragen. Bin noch ein wenig auf der Suche nach der Bescheidenheit des alten Freitag, die mir doch immer recht gut gefallen hat. Bin sehr gespannt auf die Printausgabe. Doch warum keinen zweifarbigen Zeitungstitel mehr? Der hätte doch das alte mit dem neuen wunderbar verbinden können? So kommt er, d.h. zumindest der Onlineauftritt erstmal ein wenig konservativ daher. Hingegen haben die LeserInnen doch mit rot-schwarz auch verschiedentliche politische Assoziationen verbunden?
Die Idee um das "Meinungsmedium" find ich sehr interessant und bin sehr gespannt, was sich daraus entwickelt.
Alles Gute!

Krusenstern 05.02.2009 | 15:55

Der "neue" Freitag ist als Online-Format ein spannendes Unternehmen. Damit setzt diese kleine aber feine Wochenzeitung mutig in die Praxis um, was die grossen Holzmedien der deutschsprachigen Länder "verschlafen" haben und/oder was deren Manager sich nicht getrauen.
In gedruckter Form hat der "neue" Freitag allerdings einen kleinen Nachteil: Er ist in südlicheren Gefilden, zum Beispiel hier am Zürichsee, an den Kiosken nicht zu finden.

Interferenz 05.02.2009 | 17:13

Tag zusammen!
Als begeisterter Leser und Abbonent des "Freitag" und zugleich als junger Mensch, der basisdemokratische, journalistische Initiativen im Internet sehr schätzt und unterstützt, beglückwünsche ich die Redaktion des "Freitag" zum gelungenen Relaunch.
Es sieht tatsächlich nach einem Quantensprung aus, was da geschehen ist. Von einer sehr klassischen Zeitung, die vor allem durch differenzierte Analysen bestach, aber in Punkto Interaktion mit der Leserschaft nicht gerade zur Advantgarde gehörte, hin zu einem Projekt was nun in genau diesem Punkt zu den progressivsten Erscheinungen im deutschsprachigen Raum gehört, die mir bis jetzt untergekommen sind.
Wenn es nun gelingt die eben angesprochenen Vorteile des "alten 'Freitag'" mit den Möglichkeiten die der "neue" bietet zu verbinden, könnte daraus etwas ganz großes werden. Ein erster Blick in die neue Ausgabe stimmte mich zuversichtlich! Ich wünsche viel Erfolg und viele interessante, differenzierte und lesenswerte Communitybeiträge!

drikkes 05.02.2009 | 17:41

Ich kenne den "alten" PapierFREITAG nicht, aber diese Onlineunternehmung hat sich so spannend angehört, daß ich mich direkt angemeldet habe. Stört doch keinen, wenn ich in alter Rechtschreibung schreibe? Ich ja schließlich auch ein Meinungsausdruck. Hoffentlich erlangt der FREITAG auch die nötige Relevanz, um eine gewisse Durchschlagskraft zu erreichen.
Es ist nur eine Kleinigkeit, ich weiß, aber wahrscheinlich gerade deshalb relativ einfach zu ändern. Mich stört es jedenfalls: Da mein Nutzername mit "s" endet, heißt mein Weblog hier "drikkess Blog" - das sieht extrem unschön aus, wie ich finde. Und andere S-ender bestimmt auch.

Ich wünsche viel Erfolg!

drikkes 05.02.2009 | 17:41

Ich kenne den "alten" PapierFREITAG nicht, aber diese Onlineunternehmung hat sich so spannend angehört, daß ich mich direkt angemeldet habe. Stört doch keinen, wenn ich in alter Rechtschreibung schreibe? Ich ja schließlich auch ein Meinungsausdruck. Hoffentlich erlangt der FREITAG auch die nötige Relevanz, um eine gewisse Durchschlagskraft zu erreichen.
Es ist nur eine Kleinigkeit, ich weiß, aber wahrscheinlich gerade deshalb relativ einfach zu ändern. Mich stört es jedenfalls: Da mein Nutzername mit "s" endet, heißt mein Weblog hier "drikkess Blog" - das sieht extrem unschön aus, wie ich finde. Und andere S-ender bestimmt auch.

Ich wünsche viel Erfolg!

Uta 05.02.2009 | 18:23

Oh je, alle jubeln und freuen sich. Bin ich die einzige, die ein mulmiges Gefühl im Bauch hat?
Ich fand den bisherigen "Freitag" gut, er war mir vertraut mit seinem ruhigen Äußeren, mit seiner schlichten Aufgeräumtheit. Jetzt ist alles bunt, riesige Überschriften knallen mich an und eine eine spitze Schrift springt mir schrill entgegen. Ich weiß noch nicht, ob mir das gefällt. Ich hoffe aber, daß ich mich daran gewöhne.
Mehr Angst macht mir der neue Internetauftritt. Ich arbeite sowieso fast den ganzen Tag am PC, soll ich jetzt auch noch meine Abende in Blogs und Kommentarforen des "Freitag" verbringen?? Oder das Gefühl haben, etwas zu verpassen oder unmodern zu sein, wenn ich auf den inter-netten Teil der Zeitung verzichte??
Ich wünsche mir, daß ich meinen "Freitag" nicht verliere - und dem "Freitag" wünsche ich, daß er sich nicht verliert.

dominik 05.02.2009 | 18:38

Erst einmal Glückwunsch. Ich denke die ersten Erwartungen der meisten Leser sind erfüllt worden. Ob die neue Ausrichtung allgemein funktioniert, wird sich aber wohl erst in den nächsten Monaten herausstellen.
Ich finde das Vorhaben sehr interessant und las bereits den "alten" Freitag gerne.

Ich finde vor allem auch die Kooperation mit dem Guardian sehr interessant und gut umgesetzt. Allgemein hoffe ich aber, dass man sich auf Inhalte und nicht unbedingt (technische) Konzepte konzentriert. Nur mit Qualität kann sich der Freitag auf lange Zeit behaupten.

ebertus 05.02.2009 | 19:05

Statische Bandenwerbung darf sein, die klicke ich bei Interesse auch schon mal an und das Projekt lebt ja betriebswirtschaftlich nicht im luftleeren Raum. Die bunte Flicker/Flackerwelt nervt jedoch absolut. Wenn das der "Fortschritt" sein sollte, so begrüßen wir ein weiteres Mainstream-Medium. "Function follows form" wird, nein muß sich unter diesen Rahmenbedingungen dann irgendwie auch im Inhalt niederschlagen. Schade, meine Besuche beim "alten" Freitag waren häufig, beim "Neuen" erst mal beobachtend, den Browser selektiv neu konfigurierend, ggf. eine separate Instanz basteln, ohne Java-Script...

Headcase 05.02.2009 | 19:12

Bis dato absolut katastrophaler Online-Auftritt. Ein aktuelles Mac Book Pro in Verbindung mit Firefox artet in ein derartiges Geruckel aus, dass die Heide wackelt. Die Lüfter drehen auf als ob man neueste 3D-Shooter spielt. Ich weiß, da oben klebt noch das "Beta"-Siegel, aber bitte unbedingt nachbessern, sonst ist die Seite unlesbar. Zum generellen Design: Genial die technische Reminiszenz an die Steinzeit, wenn man die Auflösung der Seite betrachtet. Warum habt ihr nicht gleich auf 640x480 optimiert? Nicht das Opa Pachulke noch scrollen müsste. Da sei Gott vor. Und ein überfordertes Webdesign. Zum Inhalt: "Schnurrbart-Renaissance?" "Peinliche Auftritte?" "Mann trägt Augenbraue wild?". Ist das die Augsteinsche Auslegung einer linken Qualitätszeitung?

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s-e- 05.02.2009 | 20:34

Sehr geehrte Damen und Herren vom neuen Freitag, es tut mir Leid gerade Ihnen, meinem Lieblingsblatt, eine solche Email schreiben zu müssen: das neue Design des Freitags ist nicht nur ein Gewand, sondern geradezu ein neuer abstoßender Kern. Gemäß dem allgemeinen öffentlichen Singsang vom Scheitern der innerdeutschen Integration 20 Jahre nach dem Fall der Mauer, hat sich jetzt auch der Freitag mit seinem neuen Mantel unangenehm wetterfest gemacht. Die "Ost-West Wochenzeitschrift" ist jetzt ein "Meinungsmedium" und rot druckt sie ja auch nicht mehr. Ganz zeitgemäß. In der Krise ruckt der Deutsche gern nach rechts, nicht wahr? Zur Krönung habe ich im neuen Alltagsteil -der sich (welch' Überraschung!) in nichts von ähnlichen Teilen in anderen Wochenzeitschriften unterscheidet - einen Abwisch aus dem "neuen" (diese "Ideen" haben lange Bärte) Schmierbuch des wenig talentierten Chef-Demagogen der Titanic vernehmen müssen: eine Schande für Ihr Blatt. Nur weil Herr Sonneborn nachweisbar gute Beziehungen zu den gängigen Medien wie dem Spiegel hat und gute Rezensionen kriegt, heißt das doch noch lange nicht, dass sein Blödsinn (ich spreche hier explizit als Freund der Satire: Sonneborn hat nichts aber auch gar nichts mit Satire zu tun) bei meinem Freitag abgedruckt werden kann. Wo ist denn der Humanismus im Freitag geblieben? Mit dem alten Kleid in der Giftmülltonne? Ebenso die Seite 2, einstiges Zugpferd des Freitag: jetzt langweiliger gegoogelter Bilderwust. Das find ich ja sogar beim LiveFeed auf Bild.de (chapeau!) ausführlicher und interessanter. Ihre blogg- und website-links wird niemand benutzen, sie stören einfach nur den Lesefluss. Der Freitag war ein einzigartiges Printmedium, schon vergessen? Dieses Anbiedern an das Internet ist völlig überzogen. Wenn ich Freitag lese, dann ist das Internet (und auch der Fernseher: man glaubt es kaum) aus, wenn ich mich im Internet nach Nachrichten umsehe, habe ich den Freitag nicht zur Hand. Zum Bloggen brauche ich auch den Print-Freitag nicht. Wozu soll ich noch den Print-Freitag kaufen, wenn ich ja alles im Internet lesen kann? Sie wollen den Print-Freitag wohl abstoßen? Traurig, traurig. Erhöhter Übersetzungs-Anteil (sonst hielt es sich in Grenzen) habe ich gesehen; die meisten der "Neuen" in der größten Redaktion aller Zeiten sind wohl Übersetzer und nicht Journalisten? Ich kaufe mir einfach den Guardian, warum die Kopie lesen, wenn ich das Original lesen kann? Überhaupt dieses höher, schneller, weiter: wohin denn? Zur Wochenzeitschrifts-Finanz-Blase? Oder möchten Sie DIE ZEIT mitsamt Helmut Schmidt aufkaufen? Sie drucken ja mittlerweile anstatt Leserbriefe nur noch Liebesbriefe an sich nach der Art: "ich bin gespannt auf den neuen Freitag" oder "juhu, endlich mitbloggen", "Bravo, und viel Glück!" usw. Das trieft. Ich höre hier auf.

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s-e- 05.02.2009 | 20:34

Fazit: der neue Freitag ist fade, ordnet sich in die Reihe der Flachbildschirme unter den Wochenzeitschriften ein und unterscheidet sich in nichts mehr von anderen Wochenzeitschriften, wie beispielsweise dem Zentralorgan der Meckergermanisten aka DIE ZEIT. Er versucht eine Annäherung an das Internet, die völlig überzogen und unsinnig ist. Meine Befürchtungen seit Ihren Ankündigungen des neuen Freitag haben sich bewahrheitet: der Freitag ist tot und Sie haben ihn umgebracht. PS: Die einzige Mitbestimmung die noch bleibt (neben dem tollen Bloggen natürlich:!!!) ist wohl unser Abonnement zu kündigen? Vielleicht reißen Sie ja das Ruder noch einmal rum? Die Hoffnung stirbt zuletzt. Nach dem Freitag.

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jacob-fricke 05.02.2009 | 21:14

Alles noch sehr ungewohnt und leider auch etwas unübersichtlich. Dennoch gefällt mir das neue Layout (Zeitung Internet) ausgesprochen gut. Die Kritik einiger Kommentatoren finde ich hingegen maßlos überzogen bis ungerecht.

"Wozu soll ich noch den Print-Freitag kaufen, wenn ich ja alles im Internet lesen kann?" Ähm der Freitag war bisher auch vollständig als PDF und kostenlos im Internet verfügbar. Das hat mich zumindest nicht davon abgehalten, ihn dennoch in gedruckter Form zu kaufen.

Viel Erfog!

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jacob-fricke 05.02.2009 | 21:14

Alles noch sehr ungewohnt und leider auch etwas unübersichtlich. Dennoch gefällt mir das neue Layout (Zeitung Internet) ausgesprochen gut. Die Kritik einiger Kommentatoren finde ich hingegen maßlos überzogen bis ungerecht.

"Wozu soll ich noch den Print-Freitag kaufen, wenn ich ja alles im Internet lesen kann?" Ähm der Freitag war bisher auch vollständig als PDF und kostenlos im Internet verfügbar. Das hat mich zumindest nicht davon abgehalten, ihn dennoch in gedruckter Form zu kaufen.

Viel Erfog!

Andreas MüGo 05.02.2009 | 21:33

Ein Ahoi für den neuen Freitag und genügend Puste für die weitreichenden Vorhaben.
Die neue Printausgabe und der neue Internetauftritt zeigen waghalsige Duftmarken im deutschen Medien"wald".
Trotz Abwrackprämie und Staatsintervention, trotz Krise des kapitalismus: Der Freitag kommt neu und er kommt hoffentlich genau zur richtgen Zeit.
Der alter Freitag war schon wichtiger denn je , wird es der neue auch, ich hoffe sehr !!!!!!

Eichsfelder 05.02.2009 | 22:11

Ich kann viele der hier angeführten Argumente nachvollziehen. Vom alten Freitag ist nichts mehr zu sehen, leider. Konsumiger sind die vielen kleinen Artikel, was ich mir persönlich immer gewünscht habe. Auch einen "umgangssprachlichen" Ton der langen Artikel, allerdings ohne Abstriche am Inhalt und der Sichtweise. Wo sind die Fotos mit den ausgefallenen Motiven? Nur noch typische Nachrichtenbilder! Wo die schlichte Übersichtlichkeit, die kein Inhaltsverzeichnis brauchte? Die viele Farbe stört überall, aber im Logo fehlt das wichtige Rot.Irgendwo kam hier im Blog schon der Vergleich zu "Die Zeit". Das war auch mein erster Gedanke beim Durchblättern. Dazu kann ich nur sagen: ich habe "Die Zeit" nie abonniert! Nach der Umwandlung vom SONNTAG zum FREITAG habe ich mich schon einmal vom Abo getrennt. Das ist die effektivste Art des Protests. Vielleicht erleben wir hier wirklich das Ende der letzten "anderen" Zeitung. Erkennen wird man es an den massenhaften Kündigungen der alten Abonnenten. Doch dann ist diese Art des FREITAGS trotzdem verschwunden - für immer!!! Diese Bloggs jedenfalls werden kein Zurück einleiten. Aber für ein endgültiges Begräbnisist es nach einer ersten Ausgabe (hoffentlich) noch zu früh. Die Angst jedoch bleibt.

Eichsfelder 05.02.2009 | 22:11

Ich kann viele der hier angeführten Argumente nachvollziehen. Vom alten Freitag ist nichts mehr zu sehen, leider. Konsumiger sind die vielen kleinen Artikel, was ich mir persönlich immer gewünscht habe. Auch einen "umgangssprachlichen" Ton der langen Artikel, allerdings ohne Abstriche am Inhalt und der Sichtweise. Wo sind die Fotos mit den ausgefallenen Motiven? Nur noch typische Nachrichtenbilder! Wo die schlichte Übersichtlichkeit, die kein Inhaltsverzeichnis brauchte? Die viele Farbe stört überall, aber im Logo fehlt das wichtige Rot.Irgendwo kam hier im Blog schon der Vergleich zu "Die Zeit". Das war auch mein erster Gedanke beim Durchblättern. Dazu kann ich nur sagen: ich habe "Die Zeit" nie abonniert! Nach der Umwandlung vom SONNTAG zum FREITAG habe ich mich schon einmal vom Abo getrennt. Das ist die effektivste Art des Protests. Vielleicht erleben wir hier wirklich das Ende der letzten "anderen" Zeitung. Erkennen wird man es an den massenhaften Kündigungen der alten Abonnenten. Doch dann ist diese Art des FREITAGS trotzdem verschwunden - für immer!!! Diese Bloggs jedenfalls werden kein Zurück einleiten. Aber für ein endgültiges Begräbnisist es nach einer ersten Ausgabe (hoffentlich) noch zu früh. Die Angst jedoch bleibt.

klagefall 05.02.2009 | 22:12

Bei aller Kritik am Online-Auftritt sollte nicht vergessen werden, dass die gedruckte Zeitung ein Riesenschritt nach vorn ist. Natürlich war der alte Freitag angenehm vertraut und ist es immer ein Wagnis, die Nische zu verlassen. Ich denke aber, dass anderenfalls der Fortbestand der Zeitung in Frage gestanden hätte. Und es bleibt ja jedem unbenommen, weiterhin einfach nur die Zeitung zu lesen. Wenn jeder Leser auf die Idee käme, auch nur einen Kommentar zu hinterlassen, dürfte der Traffic die Internetseite vollends lahmlegen.

Online rumpelt es noch gewaltig. Die Navigation ist nicht gerade intuitiv. Die Möglichkeit, Artikel direkt kommentieren zu können, finde ich sehr gut. Vielleicht hätte man zunächst einmal das etablieren sollen, ehe man jetzt einen vielstimmigen Chor von mehr oder weniger zufällig entstandenen Blogs von der Leine lässt.

Auf jeden Fall: Ahoi und viel Glück!

klagefall 05.02.2009 | 22:13

Bei aller Kritik am Online-Auftritt sollte nicht vergessen werden, dass die gedruckte Zeitung ein Riesenschritt nach vorn ist. Natürlich war der alte Freitag angenehm vertraut und ist es immer ein Wagnis, die Nische zu verlassen. Ich denke aber, dass anderenfalls der Fortbestand der Zeitung in Frage gestanden hätte. Und es bleibt ja jedem unbenommen, weiterhin einfach nur die Zeitung zu lesen. Wenn jeder Leser auf die Idee käme, auch nur einen Kommentar zu hinterlassen, dürfte der Traffic die Internetseite vollends lahmlegen.

Online rumpelt es noch gewaltig. Die Navigation ist nicht gerade intuitiv. Die Möglichkeit, Artikel direkt kommentieren zu können, finde ich sehr gut. Vielleicht hätte man zunächst einmal das etablieren sollen, ehe man jetzt einen vielstimmigen Chor von mehr oder weniger zufällig entstandenen Blogs von der Leine lässt.

Auf jeden Fall: Ahoi und viel Glück!

klagefall 05.02.2009 | 22:15

Bei aller Kritik am Online-Auftritt sollte nicht vergessen werden, dass die gedruckte Zeitung ein Riesenschritt nach vorn ist. Natürlich war der alte Freitag angenehm vertraut und ist es immer ein Wagnis, die Nische zu verlassen. Ich denke aber, dass anderenfalls der Fortbestand der Zeitung in Frage gestanden hätte. Und es bleibt ja jedem unbenommen, weiterhin einfach nur die Zeitung zu lesen. Wenn jeder Leser auf die Idee käme, auch nur einen Kommentar zu hinterlassen, dürfte der Traffic die Internetseite vollends lahmlegen.

Online rumpelt es noch gewaltig. Die Navigation ist nicht gerade intuitiv. Die Möglichkeit, Artikel direkt kommentieren zu können, finde ich sehr gut. Vielleicht hätte man zunächst einmal das etablieren sollen, ehe man jetzt einen vielstimmigen Chor von mehr oder weniger zufällig entstandenen Blogs von der Leine lässt.

Auf jeden Fall: Ahoi und viel Glück!

Patty 05.02.2009 | 22:39

Ich empfinde absolut genauso...als mein Freund die Zeitung heut mit Heim brachte, hatte ich ihn zuerst fragen wollen, wie er denn darauf kommt die TAZ zu kaufen ...ich musste dann die traurige Feststellung machen, dass diese so unseriös und kommerziell wirkende Titelseite dem neuen Freitag gehört. Für mich ein großes Dilemma...vor allen Dingen, dass es sich für die Verleger wahrscheinlich sogar gelohnt hat, weil sie nun eine größere Masse (den Mainstream) abdecken und somit ihre Kosten abdecken können. Sehr traurig.

Patty 05.02.2009 | 22:40

Ich empfinde absolut genauso...als mein Freund die Zeitung heut mit Heim brachte, hatte ich ihn zuerst fragen wollen, wie er denn darauf kommt die TAZ zu kaufen ...ich musste dann die traurige Feststellung machen, dass diese so unseriös und kommerziell wirkende Titelseite dem neuen Freitag gehört. Für mich ein großes Dilemma...vor allen Dingen, dass es sich für die Verleger wahrscheinlich sogar gelohnt hat, weil sie nun eine größere Masse (den Mainstream) abdecken und somit ihre Kosten abdecken können. Sehr traurig.

Luigi 05.02.2009 | 23:54

Aber worin liegt denn eure Angst?
Der Freitag ist so wie es heute gestartet ist ein anderes Medium geworden. Da gebe ich euch recht, aber ein Medium das komplett anderst daher kommt wie die Zeit oder anderes. Es bietet dem Leser die Möglichkeit sich zu äussern und an Politischen und anderen Diskussion zu beteiligen. Neues ist immer Schmerzhaft aber nach einer kurzen Weile vergeht der Schmerz und Ihr werdet euch sicher mit dem Neun Fretag anfreunden und es wie den alten nicht mehr missen wollen.

conosco 06.02.2009 | 00:09

TRACKBACK: Ich lese das Blatt ja schon seit seiner ersten Ausgabe und auch den Vorgänger Volkszeitung hatte ich etliche Jahre im Abo. Da kommen locker schon bestimmt über 30 Jahre zusammen. Inhaltlich war das manchmal durchaus spannend (wenn auch oft ziemlich dogmatisch). Aber das Layout und der Schreibstil haben mich in den letzten Jahren mehr als einmal an meinem Abonnement zweifeln lassen. Langeweile pur. Letztendlich hat dann aber doch immer die Faulheit und die Solidarität mit der mutigen Redaktion gesiegt, die sich mit Hungerlöhnen um ein lesbares Gegengewicht zu den etablierten Medien bemühte. Und nun heute die angekündigte Überraschung in der Post. Aber nicht nur das gedruckte Blatt sieht jetzt wirklich wie eine Zeitung aus (zum Lesen hatte ich noch keine Zeit). Vor allem der neue Online-Auftritt des Freitag, der Social Media und gedruckte Zeitung verzahnen soll, ist ein in der deutschen Presselandschaft bisher einzigartiger Schritt. http://www.pr-kloster.de/2009/02/05/der-neue-freitag-ein-spannendes-experiment/

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s-e- 06.02.2009 | 01:22

Ja, aber der Unterschied ist doch jetzt, dass man beim Lesen immer das Gefühl hat sofort ins Internet gehen zu müssen, den links zu folgen, ständig zwischen Computer und Print-Ausgabe zu schwanken. Wozu noch die Zeitung lesen? Worauf ich hier anspiele ist die Unruhe, die der neue Freitag produziert und die Schnellebigkeit die er suggeriert. Die Printausgabe wird noch unnötiger, obwohl das Haptische - mit Verlaub - das Lesevergnügen an einer Zeitung ausmacht. Für schnellebiges Laberbaber gibt es 40 Millionen andere Internetseiten, die mich nicht interessieren.

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s-e- 06.02.2009 | 01:38

Ich kann mich die Meinung von Uta und Eichsfelder nur anschließen: WO IST DER FREITAG? WAS IST HIER PASSIERT? Das hat auch nichts mit dem Schmerz am Neuen zu tun (siehe Luigi): hier ist nichts mehr von dem "Geist"(pardon) des Freitag. Wo sind die Berliner Abende, die Seite 2, Ultimo, die qualitativen/künstlerischen Zeichnungen, linksbündig, differenzierte Leserbriefe, Medientagebuch, das Dokument der Woche u.v.m. Es will ja keiner, dass alles immer genauso und nicht anders gemacht wird wie gewohnt (das wäre rigide) aber: WO IST DER FREITAG? Das wird auch nicht durch die (zugegebenermaßen lobenswerte) erhöhte Beiteiligung der Leser und die vielen bunten Bildchen sowie der neuen Schriftart besser.

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s-e- 06.02.2009 | 01:50

Das kann ich absolut nachvollziehen, der neue Freitag ist eine Katastrophe. Ist das die Zeitung, die ich abonniert habe? Nein. Der Titel hätte willkürlicher nicht gewählt werden können, denn er sagt: NICHTS. Das Ziel ist wahrscheinlich den Freitag zur wöchentlichen Grobpapierbeilage des Spiegels oder der SZ (ähnlich der Monde Diplomatique für TAZ) zu degradieren. Ratet mal, an welchem Wochentag die Beilage in der SZ oder im Spiegel dann drin wäre? Ich werde mein Abo kündigen müssen. Traurig und schade, das Ende dieser wunderbaren Insel unter den Zeitungen...

Johnnie Foxtrott 06.02.2009 | 02:50

Hallo auch,
Auch wenn ich dem alten Freitag noch ein wenig hinterherweine, so ist eines gewiss: Dies war genau der richtige Schritt, um Holzbrinck und Konsorten paroli zu bieten - der Zeitpunkt hätte nicht besser passen können.
Ich werde auf jeden Fall versuchen, diese Sache zu unterstützen wo ich kann.
Viel Erfolg!
Dennoch ein Dorn im Auge: Werbung für die "Deutschland-Card" ... ich bitte euch! Besorgt euch doch einfach einen vernünftigen Ad-Manager, ich hoffe nicht, dass ihr momentan den Inhalt der Werbebanner bestimmt.

der Robert 06.02.2009 | 03:41

Erstmal Glückwunsch zu eurem Mut!

Da es aber sehr spät ist gleich ein paar Anregungen:
1. Bei breiten Bildschirmeinstellungen (16:10), die dank Laptop udn fallenden Preisen für Breitbildschirme immer mehr benutzt werden, verschenkt ihr 1/4 der Seite an gähnende Leere. Dieser Platz muss besser gefüllt werden! Gebt dem Text Luft zum Atmen!
2. Der WYSIWYG-Editor macht nicht wirklich immer was er soll.. da ich nicht in der Materie bin weiß ich nicht, wie man das behebt. Aber eine Anlehnung an wordpress wäre ganz nett (inklusive der Funktionen für die formatierung VOR ALLEM der Funktion vorformatierten Text einzufügen).

Mstislawski 06.02.2009 | 06:28

Noch
stehe ich wie die Kuh vorm neuen Tor. Die Vielfalt überfordert mich. Ich glaube aber, daß das etwas Positives sein könnte...
Ich gratuliere den Freitag-Machern zu dem neuen Unternehmen und wünsche nach dem Anfangserfolg gediegenes Weiterkommen mit dem eigenen Profil.
Wenn ich das erste Lehrgeld bezahlt haben werde, will ich gern mit in die Speichen greifen.
Übrigens: Ich bin einer, der seit SONNTAGS-Zeiten an Eurem Blatt gewachsen ist. Die Jungen fechtens besser aus. Mir gefällts bei Euch!
JG

digitus 06.02.2009 | 09:51

Also zuerstmal: Glückwunsch zum "Relaunch"!

Ich bin noch etwas gespalten, was meine Meinung zu all dem Neuen angeht, deswegen versuche ich mal so differenziert wie möglich und nach online und print gretrennt meine Eindrücke zu schildern:

Online: Während die alte Seite reichlich handgestrickt wirkte, ist es mir jetzt etwas zu bunt. Die Inhalte sind jedoch gut dargestellt und die Kommentarmöglichkeiten finde ich sehr gut [einzig die Unmengen an Mehrfacheinträgen dürfen nicht passieren - bitte schmeißt sie mal händisch raus, die Lesbarkeit leidet darunter]. Was ich aber nicht brauchen kann ist der Overkill an Flash und Filmchen - das schreckt mich eher ab. Es ist schön, mal Jakob Augstein zu sehen (Hallo!) aber ich will das Filmchen nicht jedesmal ansehen müssen, wenn ich die Seite wieder besuche, um nach neuen Kommentaren zu suchen. Also vielleicht eher als separater Link auf der Seite?!
Was mir fehlt (oder ich noch nicht gefunden habe) ist das Archiv und das e-Paper (das ich als Abonnent gerne genutzt habe, um mein eigenes Offline-Archiv zu haben).

Print: Ich bin hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach der alten, seriösen und zurückhaltenden Optik und der Begeisterung für das neue Erscheinungsbild - ein Unterschied wie Tag und Nacht. Positiv: Der Freitag ist leckerer anzusehen, man bekommt richtig Lust, ihn in die Hand zu nehmen und zu blättern. Negativ: Das Erscheinungsbild ist wirklich etwas beliebiger, etwas weniger charakteristisch geworden - mich hat das Layout irgendwie an "Die Woche" (1993-2002) erinnert.
Dennoch: Ich lese gerne im neuen Freitag; und wenn das lebhafte Layout die Verkaufszahlen am Kiosk in die Höhe treibt und so das Überleben meines Freitag sichern, solls mir recht sein ...

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s-e- 06.02.2009 | 15:53

Vielleicht sollte der Freitag sich in Medienmedium umbenennen, so viele Technikbegeisterte! Eine Computer-Wochenzeitschrift wäre doch suuuuuper innovativ und überaus toll. Alle finden das Neue super, nur: in zwei Monaten ist der Reiz des Neuen weg. Dann herrscht nur noch das Große Blabla. Das war einmal eine LINKE WOCHENZEITSCHRIFT. Und tschüss, für mich wars das. Viel Spaß mit der leeren, nichtssagenden Technik.

der henning 06.02.2009 | 16:14

Hallo

Eine Frage an das Community Team. Ist beabsichtigt in die Blogs noch die Möglichkeit des Einbettens von Videos zu implementieren? Ich hatte nämlich gerade schon einen Blog Eintrag der sich am Ende auf ein Video bezog das ich eigentlich gerne eingebunden hätte.. Ist da noch was zu erwarten oder wird das verboten weil der Freitag Angst vor Urheberechtsklagen hat- was ich nachvollzieh konnte.

Grüße aus Marburg

digitus 06.02.2009 | 19:20

Nichts für ungut, aber das Fazit "der neue Freitag ist fade, ordnet sich in die Reihe der Flachbildschirme unter den Wochenzeitschriften ein und unterscheidet sich in nichts mehr von anderen Wochenzeitschriften, wie beispielsweise dem Zentralorgan der Meckergermanisten aka DIE ZEIT" ist ziemlich überzogen und undifferenziert ... Vielleicht solltest Du, lieber S.E., nochmal in aller Ruhe den "neuen" Freitag lesen, dann viel von dem "alten" und guten Freitag-Journalismus in neuem Gewand entdecken und in ein paar Wochen erst überlegen, ob Du derartige Klagegesänge schreiben musst ...

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s-e- 06.02.2009 | 19:45

Lieber Digitus, ich habe den Freitag, wie jeden Donnerstag, in Ruhe gelesen. Das Fazit ist im ersten Schock entstanden. Ich habe nicht vor, mich auf faule Kompromisse, nicht beim Freitag, einzulassen. Die Leistung ist abgefallen, auch wenn da noch ein paar gute Artikel im neuen drin sind. Mein Anspruch ist nicht übertrieben hoch oder unzeitgemäß, sie sind mit dem (alten) Freitag gewachsen. Ich frage mich, lieber digitus, was gefällt Ihnen am neuen Freitag?

digitus 06.02.2009 | 20:53

Hallo S.E., mir gefällt das frischere und ansprechende Layout, die neue Typografie, die Mischung aus kurzen und langen Texten (die, wie ich finde, weiterhin hohe Qualität haben und klar links sind), die insgesamt bessere Lesbarkeit. Ob es wirklich so bunt sein muss, ist dahingestellt. Flach ist der "neue" Freitag aber ganz bestimmt nicht (und das nicht nur, weil der Umfang größer ist ...).

Sonntagsfreundin 06.02.2009 | 22:11

Die vielen Werbe-Annoncen, Bildchen, Geblinke und Geflimmere, grelle Farben.... Als ziemlich anstrengend und wenig originell empfinde ich die neue Internetpräsenz des Freitag. Geht da nicht die Konzentration auf das Wesentliche verloren - anspruchsvollen, kritischen Journalismus zu vermitteln, bei dem es in erster Linie um den Inhalt geht, der in bester Manier von der Aufmachung unterstützt wird? In diesem Fall empfinde ich das Layout eher als hinderlich - man sieht schwer durch, die Seite ist vollbeladen mit unwichtigen Informationen und Designs...
Die "Internet-community" des Freitag als Durchbruch in der Medienlandschaft zu verkaufen, ist augenscheinlich fehlplatziert. Blogs und Foren gibt es seit Jahren - auch auf Internetseiten von Zeitungen. Neu ist die Idee nicht. Das die schriftlichen Selbstversuche der "community" auch ziemlich viel Müll hervorbringen, ist auch hier schon nach kurzer Zeit in einigen Blogs und Kommentaren zu bemerken. Wenn der nichtssagende neue Untertitel "Meinungsmedium" bedeutet, dass jeder die Möglichkeit hat, seinen unreflektierten Senf dazu zu geben, fragt sich, was die Früchte eines solchen Vorhabens sind. Ob dies zur Mediendemokratie beiträgt, hängt auch davon ab, ob und wie der neue Freitag seine Kritiker beherzigt und in die künftige Richtung der Zeitung, sowohl in Design-Fragen wie inhaltlich, mit einbezieht. Soll dies ernsthaft geschehen, wird das Abdrucken einzelner Sätze und Beiträge aus den Blogs in der Print-Version nicht ausreichen.
Damit es gleich gesagt ist: auch ich bedauere die Umgestaltung des Titels in zartem rot und schwarz. Bereits auf solch einfache Weise hat sich der Freitag in der Vergangenheit von anderen Zeitungen unterschieden. Die Klarheit und bewusste Zurückhaltung auch in der Gestaltung wussten viele Leser zu schätzen.
Mein erster Eindruck des Online-Auftritts ist daher, dass sich die neue Internetseite in ihrem Layout nicht von denen anderer Mainstream-Zeitungen in Deutschland unterscheidet. Viel zu plakativ, aufgeregt und konservativ in ihrem Design kommt sie daher. Traurig, der Freitag hat sein Gesicht verloren.

digga 06.02.2009 | 22:22

Mir gefällt der neue online-Freitag sehr gut. Hell, frisch, ambitioniert und vernetzbar. Sogar die (bisher gelesenen) Artikel scheinen ungemein davon zu profitieren: ich finde sie unangestrengter und damit lesbarer als zuvor. Als hätte jemand entdeckt, daß der geneigte Leser beim Lesen auch durchaus Vergnügen empfinden darf.


Sexy das, alles guten Wünsche!

digga 06.02.2009 | 22:23

Mir gefällt der neue online-Freitag sehr gut. Hell, frisch, ambitioniert und vernetzbar. Sogar die (bisher gelesenen) Artikel scheinen ungemein davon zu profitieren: ich finde sie unangestrengter und damit lesbarer als zuvor. Als hätte jemand entdeckt, daß der geneigte Leser beim Lesen auch durchaus Vergnügen empfinden darf.


Sexy das, alles guten Wünsche!

tuxlon 06.02.2009 | 22:40

Da ist er also nun der neue "der Freitag". Wieso aber plötzlich mit Artikel und in fadem und konservativen schwarz? Warum musste schon auf der ersten seite das rote "Frei" sterben?
Es mag sein, dass heutzutage ein poppiges und buntes Layout neue Leser anspricht, doch irgendwie passt dieses an die "Woche" erinnernde Layout nicht zu dem, was der Freitag bisher war, ein kritisches, linkes Wochenblatt, das dieses Land so dringend nötig hat! Ich hoffe nicht, dass sich über kurz oder lang auch die inhaltliche Ausrichtung an das beliebige neue Layout anpasst!
Nach der ersten Ausgabe kann man natürlich noch nicht viel sagen: doch finde ich den Teil "Alltag" dem Freitag nicht würdig, er könnte so auch in der ZEIT erscheinen. Doch Freitag ist und war bisher zum Glück eben nicht die Zeit.
Ih hoffe nicht, dass ihr in Zukunft auf eure anregenden Diskussionsseiten verzichtet nur um belanglose Interviews im Freitag zu platzieren.
Es ist sicherlich ganz interessant zu sehen, was aüßerhalb des deutschen Sprachraums so geschrieben und gedacht wird, schade nur, dass ihr es nur bis auf die britischen Inseln geschafft habt, eine außereuropäische Sichtweise der Dinge wäre sicherlich weit interessanter. Aber vielleicht kommt es ja einmal zu einer Zusammenarbeit mit der "La Jornada" aus Mexiko, das wäre dann wirklich mal ein anderer Blickwinkel auf das internationale Geschehen.

Ich persönlich wünsche mir doch den ruhigen, vertrauten und kritisch reflektierenden Freitag zurück. Gerne kann ich auf die vielen bunten Bilder, eingefärbte Seiten und solchen Schnickschnack wie das "A-Z der Woche" verzichten.
Dennoch, die Hoffnung stirbt zuletzt und solange immer nocht der Großteil der "alten" Freitagredakteure bei euch schreibt, ist ja vielleicht nicht mit dem Schlimmsten zu rechnen.

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s-e- 06.02.2009 | 22:44

"Traurig, der Freitag hat sein Gesicht verloren." Ja, mein Reden. Und darüber hinaus: nicht nur das Gesicht, sondern den Geist. Die Zeitung ist nicht mehr das, was sie war. Der Geist ist weg, gekommen ist Geklimper und oberflächliches Gelaber. Die Qualität wird ja durch die vielen Schreibfehler-Blogger auch in keiner Weise gehalten, geschweige denn verbessert. In zwei Monaten sind wir mit dem Freitag da, wo Zeit und Spiegel heute sind: im Maistream-Mülleimer.

kds 06.02.2009 | 23:22

Der neue Freitag, er setzt auf Affirmation (im Community-Geschwafel zusätzlich noch auf den Punkt gebracht) anstelle von Reflektion. Die bereits in den letzten Monaten von kritischen Kommentaren befreite Leserbriefseite ließ selbiges vermuten. Zum Denken habe ich immer noch meinen eigenen Kopf, eines "Meinungsmediums" (welch grausame Wortschöpfung) bedarf es dafür ganz sicher nicht. Artikel die in Länge und Schreibweise plump Einzelideen als Sichtweise verkaufen, eine Alltagsseite die irgendwie hip ist, aber vor allem den originären Alltagsblick des Freitags vermissen lässt, eine Politikseite in der ein inhaltlich völlig überforderter A. Brie anstelle des wesentlich kompetenteren T. Pflüger schreibt, etc. pp.. Schade um die eingegangene, manchmal etwas sperrige, aber doch nonkonforme und im anspruchsvollsten Sinne immer noch ehemals innovativste Zeitschrift hier. Eine Weiterentwicklung des alten Freitags mit seiner Diskussionskultur ist dies sicherlich nicht. Was bleibt nun übrig? Eine Kundendatei als Anschubfinanzierung für ein neues Projekt von Herrn Augstein jr. und ein paar bestehenden Arbeitsverträge für nicht zu gut bezahlte alte Freitagsredakteure. Meine Kundendaten werden mit der erfolgten Abokündigung nun hoffentlich recht bald gelöscht. KDS

Jakob Augstein 07.02.2009 | 13:09

Ich verstehe Sie. Wenn man zufriedener Leser einer Zeitung ist, muss man es als Zumutung empfinden, wenn das Erscheinungsbild dieser Zeitung derart grundlegend verändert wird. Es ist nur so, dass der Freitag nicht weitermachen konnte wie bisher. Ohne Veränderung hätte diese Zeitung eine düstere Zukunft gehabt. Dann wäre eine große Chance vertan gewesen: Die Chance auf eine relevante, hörbare, kritische Gegenstimme zum Mainstream.
Wenn Sie die Artikel in der ersten Printausgabe gelesen haben, sehen Sie, dass wir unseren publizistischen Kurs nicht verlassen haben. Ich kann mir keine relevante deutsche Wochenzeitung vorstellen, die den Vontobel-Leitartikel abgedruckt hätte. Ein solches Bekenntnis zum wirtschaftspolitische Umsteuern würde in anderen Redaktionen der neoliberalen Zensur zum Opfer fallen.

Es ist mir wichtig, dass die alten Freitag-Leser verstehen, dass es sich inhaltlich weiter um ihre alte Zeitung handelt. Und dass wir durch die äußeren Veränderungen und vor allem die Erweiterung um das Internet neue Leser gewinnen wollen.
Und dennoch weiß ich, dass es nicht nur um inhaltliche Fragen geht. Sondern um atmosphärische und kulturelle. Man liest eine Zeitung nicht nur mit dem Kopf. Sondern auch mit dem Herzen. Ich wünsche mir nur, dass sich der alte und der neue Freitag aneinander gewöhnen, voneinander lernen, miteinander weitermachen. Uns ist das in der Redaktion geungen. Das war kein einfacher Prozess. Aber ein beeindruckender. Das kann uns auch außerhalb der Redaktion gelingen.

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s-e- 07.02.2009 | 23:55

Auch hier: mein Reden. Genau so ist es. Eine Zumutung auch für die Redakteure, deren Job jetzt auf die Zusammenstellung der geschmierten Hulahupp-Beiträge von gratis-Bloggern reduziert wird anstatt fundierte Beiträge zu recherchieren und zu erstellen. Ich überlege hin und her, was ich mache. Abo kündigen, oder hier weiter kämpfen. Für den Erhalt des Freitag, der, auch wenn er seine Macken hatte, die beste Wochenzeitschrift dieser Republik war. Wir können den "Freunden der Beliebigkeit" zwar Ihr neues Spielzeug nicht wegnehmen, aber sie dennoch kritisieren und vielleicht (die Hoffnung stirbt zuletzt) eine Änderung ihres Schnullibulli-Konzepts bewirken. Was meinen Sie? Unterschriftensammlung, Verein gründen?

nunatak 08.02.2009 | 01:33

Die Begeisterung vieler anderer hier kann ich noch nicht so richtig teilen! Ich begleite den Freitag schon seit einigen Jahren und war lange Zeit der Meinung er stelle das beste und unterstützenswerteste Printmedium hierzulande dar. Daher habe ich mich vor ein paar Jahren ganz bewusst trotz oder auch gerade wegen des Angebots des epapers für ein Print-Abo entschieden. Einfach weil ich der Meinung war, diese Zeitung hat es verdient bezahlt und unterstützt zu werden.

Das Abo hatte ich mittlerweile wieder gekündigt, da der Freitag seit ca. 2 Jahren stark ins schwächeln gekommen war. Ob sich mit dieser Designänderung eine postitive Entwicklung einstellt? Ich bin da doch eher pessimistisch. Denn entgegen all dem Gerede, der Freitag wolle sich als Mitmachmedium und als etwas völlig anderes in der Medienlandschaft präsentieren, das Erscheinungsbild dieses Webauftrittes lässt das genaue Gegenteil erwarten. Portale dieser Art gibt es bereits zu Tausenden!

Ich hoffe stark, dass der Freitag als epaper wieder eingeführt wird. In vollem Umfang als PDF. Das war und wäre ein echtes Zeichen für eine andere Art der Mediengestaltung! Nicht weil ich den Freitag gerne umsonst lesen möchte. Ich würde es tun in der Hoffnung, dass er sich dahin entwickelt, wieder ein lohnenswertes Abonnement zu sein. Doch ohne die Funktion eines epapers werde ich dies möglicherweise niemals herausfinden.

elgreco 08.02.2009 | 12:26

Das ist also der „neue Freitag“. Mein Eindruck - wieder wurde ein informatives, objektives und nicht mainstreamverpflichtetes online Portal abgeschafft. Der grafische Auftritt, wirr und altbacken! Die optische Nähe zur ZEIT unübersehbar! Meine Tool Favoriten teilen sich in „Presse“ und „Linke Presse“. Bisher stand FREITAG in der Rubrik „ Linke Presse“. Nach kurzem Überblick - Themen und Autoren – „Der Freitag“ gehört in „Presse“ wie Bild, FAZ, FR, SR u.s.w. Ich trauere um meine alten FREITAG elgreco

Ta.Pa. 08.02.2009 | 12:36

Immer wieder das gleiche Schema. Es langweilt! Junges innovatives Team stellt sich einer mutigen spannenden Aufgabe. In diesem Fall: Die Hebung eines ihrer Meinung nach verstaubten linken Wochenblattes auf Weltniveau, kaschiert unter dem beliebten Wort Rettung. Am besten noch ergänzen mit: Es werden Arbeitsplätze gerettet, gar geschaffen. Im ersten Schritt finden sich alle ein zum Brainstorming „Sowas richtig neues, frisches innovatives. Ja genau und die Zielgruppe wird auch gleich größer. Vernetzung, Web 2.0, Blog, Interaktion, die Leser schreiben ihre Beiträge selbst. Eine nie dagewesene Verzahnung zwischen Print und Internet. Ja, genial. So machen wir es. Youtube, Facebook und… eine internationale Kooperation - ja, mmmm? The Guardian, Super! Supertoll genau das ist es! Und ganz wichtig das design!!!! Ja Auf jeden Fall einen gewagten Schrifttyp. Ja! Und rot - nee. Rot ist out. Einfach dezent schwarz als Reminiszenz zur früheren Einfachheit. Oh ja. Ausgezeichnet und mehr Bilder, das wollen die Leser. Inhalte Naja bisschen aufpeppen und ab und zu mal etwas richtig Gewagtes, Einmaliges in der Medienlandschaft. Und die die am alten festhalten wollen, was machen wir mit denen? Ach, das wird sich legen am Anfang etwas hochkochen und bald vergessen sein. Vielleicht ein paar Worte von: Es war notwendig sonst ganz schlimm oder so ähnlich und gemeinsam neue Wege gehen, Das wir einen Neuausrichtung mit Zielgruppenwechsel vorhaben sagen wir natürlich nicht. voneinander lernen und naja blabla. Und fertig ist das neue Projekt. Es ist traurig wie diese innovativen Horden alles was ein wenig anders ist dem monetären Einheitsbrei zum Fraß vorwerfen. Eine Umkehr wird es nicht geben so realistisch darf man sein. Und das schlimmste wird noch sein, dass es funktionieren wird. Vielleicht noch ein Preis für die ambitionierte Zeitung vom jungen Augstein. Am Ende jedoch wurde etwas tatsächlich Einmaliges getötet.

maddino 08.02.2009 | 13:34

Ich bin schwer enttäuscht neben dem lay-out, das ich wirklich mehr als einfallslos und beliebig finde und dem Schock mit den Werbungen für Messer und Reisebüros jetzt die "linke FAZ". Danke Jakob Augstein das letzte links-intellektuelle printmedium ist dabei auf den Friedhof getragen werden. Der Freitag war für mich als Andersdenkender die letzte Insel zwischen extrem linken medien wie der Jungen Welt und dem etwas zu aufgeweichten Tageszeitungen à la TAZ. Schade. Jetzt bleibt mir nur noch der DIPLO einmal im Monat. Ich werde den Freitag abbestellen! Allein der Titel dieser Ausgabe ist eine Farce. Wo sind die Leute, deren Meinung und Analysen man in anderen Zeitungen sonst nicht finden kann. Wo ist das gesamtdeutsche, wenn Herr Augstein von der linken FAZ redet. Der Freitag reiht sich in die Beliebigkeit einer blitzsauberen Medienlandschaft ein.

pkaras 08.02.2009 | 15:51

Ich muss sagen, dass ich den bisherigen unkommerziellen Internet-Auftritt vom Freitag wirklich vermisse. Kein Schnick-Schnack, purer Inhalt, der durch einzigartige redaktionelle Arbeit (Recherche, Differenzierung, Analyse etc) bestach und unersetzlich war. Der bisherige Freitag war für mich, und das seit über 10 Jahren, notwendig, um meinen Blick von diesen mainstream-neoliberalen-(post)postmodernen vorgefertigten Gedankenschablonen, die allgegenwärtig sind und die letztenendes zur politischen Desorientierung dieser Gesellschaft beitragen, zu befreien und ihn auf Alternativen aufmerksam zu machen in dieser angeblichen alternativlosen Zeit.
Die Redakteure bleiben, das ist beruhigend. Und wenn jaugstein sagt, dass der bisherige Freitag so nicht weiter machen konnte, eben aus finanziellen Gründen, dann finde ich es gut, dass er die Zukunft dieses Blattes für's erste gerettet hat.
Die Kooperation mit dem Guardian kann ich nicht beurteilen, einige Artikel fand ich nicht sonderlich interessant, evtl soll es die Boulevardecke abdecken, um neue Leser zu gewinnen. Mal gucken, was das bringt.
Schade finde ich, dass es auf der Internetseite keinen Zugang zum Archiv gibt (oder habe ich ihn vielleicht nicht gefunden wegen Gewöhnungsbedürftigkeit oder wg. Beta-Fassung?).
Äusserst bedauerlich ist, dass das rot im 'Freitag' verschwunden und der ganze Titel auf schwarz erscheint.
'Freitag' ist linkshumanistisch und das sollte man ihr auch ansehen,
Muss dieser Blog über's 'Kochen und Gärten' sein? Das kann man sich auch wirklich woanders besorgen.

aliquis 08.02.2009 | 20:45

Den kritischen Kommentaren kann ich mich nur anschließen!
Da ist eigentlich schon das Wesentliche gesagt.
Eine persönliche Meinung hätte ich jedoch noch kurz:
Zu allererst: Die neue Rubrik "Alltag" bitte sofort wieder einstellen und dem Politik-Teil ein paar Seiten mehr geben. Was soll denn das? Welcher Jungredakteur durfte sich da austoben und einen "ZEIT-Leben" Aufguss zusammenrühren? Den Vogel schießt "Habemus Papam - Jetzt auf You Tube" ab. Das passt in den "Rheinischen Merkur - Christ und Welt", aber nicht in den Freitag. Findet Ihr jetzt den Vatikan hip? Oder seid Ihr nur von allen guten Geistern verlassen? Wahrscheinlich beides... Will keiner lesen, interessiert niemand, also ab damit in die Tonne. Schade um das Papier! Sollte der Autorin entgangen sein, dass ein Rechtsradikaler sich für den Stellvertreter hält? Mit keinem Wort den aktuellen Skandal zu erwähnen, grenzt schon an Ratzingers Zynismus.
Wenn man keine Meinung hat, versucht man es mit bunten Bildchen. Das ist billig, aber weder neu noch lebendig noch jung! Denkt Ihr wirklich, wegen zwei Seiten "Tilda im Glück" wirft jemand seinen FOCUS oder SPIEGEL oder STERN weg und greift zum Freitag?
Ach ja, und die Koch/Garten-Rubrik - Glückwunsch! Wer hätte gedacht, dass sich der Freitag auf diese Weise ändern muss, um sich treu zu bleiben? Das hat sich noch nicht mal der Aust im SPIEGEL getraut. Ich bin gespannt auf den nächsten Teil: Englische Gärten in Köln-Kalk, mit Trüffel-Pesto abgeschmeckt... Und zusätzlich als BLOG - welch ein Fortschritt!

dieterb 09.02.2009 | 05:25

Freitag in Breitwand!
Ich kann mich den höchst kritischen Meinungen nur anschließen. Der Freitag ist tot. Inhaltloses Kimbim. Da kann ich mir gleich bei der Suedeutschen die Panorama-Seiten ausschneiden. Sogar Seßlen wird inhaltslos. Halt nein, das ist wohl ein versteckter Kommentar! Es wäre ihm ja zuzutrauen! Richtig: Freitag ab jetzt in Breitwandformat! Schön bunt, historisierend, "es war einmal", aber reine Verpackung. Reicht es nicht, wenn wir die Laberfritzen überall finden, gerade auch in der Politik, muß es jetzt auch noch im Freitag sein? Diese Zyniker ohne den Willen, dicke Bretter zu bohren?
"WO IST DER FREITAG? WAS IST HIER PASSIERT? Das hat auch nichts mit dem Schmerz am Neuen zu tun (siehe Luigi): hier ist nichts mehr von dem "Geist"(pardon) des Freitag. Wo sind die Berliner Abende, die Seite 2, Ultimo, die qualitativen/künstlerischen Zeichnungen, linksbündig, differenzierte Leserbriefe, Medientagebuch, das Dokument der Woche u.v.m. Es will ja keiner, dass alles immer genauso und nicht anders gemacht wird wie gewohnt (das wäre rigide) aber: WO IST DER FREITAG?"

gebrauchsspur 09.02.2009 | 10:33

Mit dem neuen Webauftritt ist der angenehme Minimalismus der bisherigen Site verloren gegangen. Sehr schade und macht den Freitag verwechselbar. Das finde ich sehr ungeschickt.
Gut finde ich, konsequent auf Diskussion, zusätzlich zur Analyse zu setzen.
Und in dieser Begeisterung ist ein Setzen auf bunte Farben, viele Buttons und noch mehr this n that verständlich.
Ich fände es aber gut, wenn Ihr den Mut fändet, die Seite wieder ein Stück zu entrümpeln und euch zu fragen: Was ist wirklich nötig, um den Inhalt - die Berichte und die Diskussion - nach vorn zu bringen.
Denn in der jetzigen Form "brüllt" die Seite einem entgegen. Und ich gehe davon aus, daß Ihr einen ruhigen, differenzierten Diskussionsstil vorzieht.
Ansonsten - wie gesagt - der richtige Gang in die Diskussion. Hoffentlich nicht in die Beliebigkeit.
Toi toi toi!!

Anne 09.02.2009 | 14:26

Ich habe einen alten Freitag aufgehoben –zum Glück, denn das pdf –Archiv ist offenbar abgeschafft? Mein Freitag ist vom 22.12. 2006. Auf der Titelseite ist ein wunderbares Bild: Straßenkinder aus Istanbul auf dem Diyalog Theaterfest in Berlin. Darunter steht: „Seid überzeugt, dass das Geheimnis des Glücks die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber der Mut ist“. Mit diesem Perikles-Zitat möchten wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, glückliche Weihnachtstage und ein Neues Jahr voller Optimismus wünschen, wie er bei diesen Straßenkindern aus Istanbul zu spüren ist, die ihren Weg aus dem Elend suchen. Reportage dazu auf Seite 3“ Dafür habe ich den Freitag geliebt: Er hatte eine klare Identität, eine linke engagierte Haltung, die getragen wurde von einem eigenständigen, gleichberechtigten Team. Damit ist es jetzt vorbei. Im Impressum der letzen Freitagausgaben steht der Name Augstein gleich drei Mal: Er ist der Verleger, Mitglied der Chefredaktion und Geschäftsführer. Das Erscheinungsbild der neuen Zeitung „der Freitag“ kann nicht hervorgegangen sein aus einer gemeinsam erarbeiteten Lösung mit den alten Autoren des Freitag. Warum sollten sie auch das Gegenteil von dem als zukunftsweisend beschließen, was diese Wochenzeitung so ansprechend und einzigartig gemacht hatte. Statt Straßenkindern sind auf dem neuen Titelblatt nichtssagende Politikerköpfe abgebildet. Das Schriftbild ist dem der taz, der Frankfurter Rundschau und anderen angeglichen. Das schöne programmatische rote „Frei“ ist weg .Die Botschaft ist : „Auf in die neue Beliebigkeit!“ Im Inneren der Zeitung finden sich zwei mal 1000 Quadratzentimeter digitaler Ramsch: Was will mir der deutsche Reichstag unterm Abendhimmel sagen – warum die übergroße Abbildung einer Alkoholikerdarstellerin? Ich empfinde das als Anmache. Ich möchte mich nicht durch so etwas durchlavieren müssen, um an die Inhalte zu kommen. Und auch diese werden sich ändern. Sie werden nicht mehr im Kontext eines gleichgerichteten Engagements stehen, sondern im Blick auf die Bedienung diverser Kundeninteressen ausgesucht werden. Engagement für zeitpolitische Fragen, wie man es im alten Freitag vermittelt bekam und das einem mit der Zeitung verbunden hat, kann nur unter gleichberechtigten Bedingungen möglich sein. Herr Augstein hat die Zeitung gekauft. Er kann damit machen, was er will. Es ist seine Spielwiese. Den Freitag, wie er war, wird es nicht mehr geben, nicht deswegen, weil er sich „ändern muss um sich treu zu bleiben“ (o.ä)., sondern wegen der veränderten Machtverhältnisse. Es ist ein großer Verlust, ich bedaure das sehr und bedanke mich für die vielen Jahre engagierter Berichterstattung des alten Freitag.

lufraat 09.02.2009 | 14:35

Auch ich war gespannt auf den neuen Auftritt. Und auch ich bin enttäuscht von dem, was hier zu sehen ist. So wenig konform der alte Freitag mitsamt seines Internetauftritts war, so häufig gab es interessante, differenzierte Beiträge zu lesen, nicht in der Bildungsbürger-Diktion der "Zeit", nicht in der Klassenkämpfer-Attitüde von Medien wie "jungle world". Manchmal etwas altbacken vielleicht, trotzdem angenehm konzentriert und nachdenklich. Der neue Freitag hingegen scheint zumindest im Internet blind einem "Web 2.0"-Hype hinterher zu rennen, scheint vergessen zu haben, was die eigentliche, wesentliche Qualität des Blattes war. Kritik und Analyse treten hinter das Affirmativ-Modische zurück, "meinungsstark" ist hier das Gegenteil von Qualität. Am traurigsten ist vielleicht, dass auch der Freitag jetzt einer PR-Logik zu folgen scheint, die schon viele interessante Unternehmungen verwässert und gleichgeschaltet hat und dabei nicht einmal versteht, wie die eigentliche Zielgruppe tickt.
Jammerschade.

kla 09.02.2009 | 19:40

Worüber ich wie andere ernsthaft gestolpert bin, ist die nähere Bezeichnung „das Meinungsmedium“ ( auch wenn ich zugegebenermaßen mehr über den Freitag als den Freitag selbst gelesen habe). Nun habe ich herausgefunden, was damit eigentlich gemeint sein soll, es bleibt trotzdem das anfängliche Unbehagen und die Irritation. Die erste Assoziation, die ich dazu habe ist, es handelt sich um ein Medium, das Meinungen der Gesellschaft und der Zeit spiegelt und es klingt damit ein bisschen billig. Oder es handelt sich um ein Medium, das Meinungen bildet. Was ja alle Medien tun. Er steckt (wohl) dahinter aber die Intention, die Leserschaft zu beteiligen, formuliert als „die Meinung der Leser ist dem Freitag wichtig“ und sie wird zunächst umgesetzt durch den Aufruf aktiv zu werden. Also „Meinungsmedium“, in dem Meinungen viel Platz haben sollen. Angesichts des allgemein gehalten Begriffs, frage ich mich, was sind das für Leser, die mitmachen und um was für „Meinungen“ handelt es sich? Offen für alle? Kommt man da nicht zwangsläufig in der Mitte an und bildet damit dann die gesamte Leserschaft aller politischen Zeitungen ab? Gut man könnte sagen, eine ganz bestimmte Klientel ließt den Freitag, entsprechend werden die „Meinungen“ sein, aber das kann sich ja einerseits ändern und andererseits können zumindest die Kommentare aus allen Richtungen kommen. Und wenn ich da an Kommentare auf FAZ.net denke, gruselt es mich. Oder ist vielleicht doch Meinungsmedium im Sinne eines linken Meinungsmediums gemeint, auf dass der geballte Ruf der sich bildenden linken Community etwas öfter gehört wird und wenigstens die Schallwellen Bewegung in was auch immer bringen? Versteht mich nicht falsch, mir geht es hier nicht um eine Diskussion darum, wer was wie beitragen darf und an wen sich diese Zeitung richtet oder nicht (obwohl sich so eine Diskussion vermutlich zwangläufig entwickelt), sondern dass der Begriff für mich außerordentlich schwammig ist und eigentlich nichts über die Haltung und den Anspruch des Freitags aussagt. Überhaupt nichts. Und das macht mich misstrauisch und ist mir nicht so richtig sympathisch. Das gibt den Zweifeln über die zukünftige Natur des Freitags Nahrung. Oder anders ausgedrückt, es wird überhaupt nicht klar in welche Richtung das Experiment gehen soll oder eben wo es herkommt, auch wenn im Vorfeld viel beschrieben, versichert und die angestrebte bzw. beizubehaltende Positionierung verkündet wurde.

micha74 09.02.2009 | 21:09

Rettung oder Untergang? Ganz sicher bin ich mir nicht. Der neue Freitag ist irgendwie - hipp? Hm. Dieses Understatement des alten Freitag gefiel halt so gut. Irgendwie hatte es was, zu denen zu gehören, die dieses kleine aber feine Blättchen kannten. Das ist wohl vorbei. Viele Artikel gefallen mir ja auch im neuen Freitag, die hätten so auch in den alten gepasst. Und mal ehrlich - auch da gab es mal dünne Ausgabe und Texte, entsprechende Leserbriefe zeug(t)en davon. Also woher kommt das Unbehagen? Von Seiten wie "A-Z der Woche" oder von all den kleinen Infos oder sind es neue Texte wieder über Tilda Swinton? Ich bin mir nicht sicher. Manches von der hier geäußerten Kritik kann ich (noch nicht) teilen. Am Ende zählt der Inhalt, nicht die Verpackung. Aber wenn ich in den letzten Tagen sehe, dass es (zumindest hier in Leipzig) den Freitag jetzt fast überall gibt, dann frage ich mich, wäre diese Offensive nicht auch mit dem alten Freitag möglich gewesen? Lag dessen Schwäche den wirklich in Inhalt oder Layout? Selbst hier in Leipzig, unter Leuten die bewusst "anders" lesen, gab es es viele, die den Freitag einfach nicht gelesen haben. Warum? Weil sie von der Existenz dieser Zeitung nichts wussten. Ob sie ihn jetzt noch lesen werden? Mal sehn.

micha74 09.02.2009 | 21:09

Rettung oder Untergang? Ganz sicher bin ich mir nicht. Der neue Freitag ist irgendwie - hipp? Hm. Dieses Understatement des alten Freitag gefiel halt so gut. Irgendwie hatte es was, zu denen zu gehören, die dieses kleine aber feine Blättchen kannten. Das ist wohl vorbei. Viele Artikel gefallen mir ja auch im neuen Freitag, die hätten so auch in den alten gepasst. Und mal ehrlich - auch da gab es mal dünne Ausgabe und Texte, entsprechende Leserbriefe zeug(t)en davon. Also woher kommt das Unbehagen? Von Seiten wie "A-Z der Woche" oder von all den kleinen Infos oder sind es neue Texte wieder über Tilda Swinton? Ich bin mir nicht sicher. Manches von der hier geäußerten Kritik kann ich (noch nicht) teilen. Am Ende zählt der Inhalt, nicht die Verpackung. Aber wenn ich in den letzten Tagen sehe, dass es (zumindest hier in Leipzig) den Freitag jetzt fast überall gibt, dann frage ich mich, wäre diese Offensive nicht auch mit dem alten Freitag möglich gewesen? Lag dessen Schwäche den wirklich in Inhalt oder Layout? Selbst hier in Leipzig, unter Leuten die bewusst "anders" lesen, gab es es viele, die den Freitag einfach nicht gelesen haben. Warum? Weil sie von der Existenz dieser Zeitung nichts wussten. Ob sie ihn jetzt noch lesen werden? Mal sehn.

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s-e- 10.02.2009 | 00:37

Ich habe hier etwas aufschlussreiches für kla und alle, die sich dafür interessieren, ob die neue Freitag-Redaktion am Gedankenaustausch mit ihren Lesern interessiert ist , oder nicht. Auf einen meiner (zugegeben etwas spitzen Beiträge) im Blog zur Freitag-Wunschliste (http://www.freitag.de/community/blogs/bembel/freitag-community-was-sich-aendern-sollte-eine-wunschliste) habe ich folgenden Kommentar von Tessa, einer Redakteurin des neuen Freitag, bekommen, der mich stark gewundert hat. Wer will, kann ja die Korrespondenz genauer durchlesen. Ist das das neu Meinungsmedium, die neue Beteiligung der Leser am journalistischen Prozess? Hier der Eintrag:

Tessa schrieb am 09.02.2009| 16:10 Uhr
Wie schade, und wie langweilig nur, dass Ihre Beiträge hier die trotteligsten sind, und weder durch Inhalt und Qualität überraschen. Wer sich aufregen kann, müsste doch in der Lage sein irgendwo an anderer Stelle Journalismus von herausrageneder Qualität allein auf die Beine zu stellen. Wo können die interessierten Leser und Leserinnen denn diese nun finden?

knorpeli 10.02.2009 | 09:38

Nun ja, als uralter Freitag-(und Freitag-Vorgänger-)Leser wird man ja wohl etwas bedenklich den Kopf wiegen dürfen......... Doch: Wenn es heute notwendig ist, zur Vermittlung von kritischem, geistreichen, unkonventionellen Meinungen und Analysen und Gewinnung neuer LeserInnen ein derartig modisches (modernes meine ich damit nicht...) Erscheinugsbild anzunehmen, dann will ich das akzeptieren! Schließlich lebt eine Wochenzeitung nicht von mir allein. Obwohl mich die Struktur und Gestaltung eher verwirrt, als das sie mir hilft. Ehrlich gesagt habe ich mich dabei ertappt, dass ich nicht der Reihe gelesen, sondern Artikel überspringen habe - ist mir früher nie passiert! Inhaltlich jedoch wiegt meine Kritik etwas schwerer. Diese letzte Seite, welche "Kunden" sollen damit gefangen werden? Von langweilig bis belanglos habe ich das empfunden. Und: ist diese Schauspielerin wirklich so interessant, dass ihr eine Seite gewidmet werden muss? Mein Vorschlag: Alltag straffen, mehr Politik! Überdenkt mal bitte die "Focus"ssierung eures Auftrittes. Danke. Ich versuchs noch ein wenig mit euch; es wäre schade, wenn eine langjährige Beziehung durch modisches Gezicke der einen Seite in die Brüche ginge! Viel Glück!

Sawo 10.02.2009 | 12:13

Anne hat es am 09.02.2009 | 13:26 Uhr auf den Punkt gebracht: "Herr Augstein hat die Zeitung gekauft. Er kann damit machen, was er will. Es ist seine Spielwiese." Mein Eindruck ist, dass der neue Eigentümer sich seinen eigenen Spiegel basteln will. Er setzt dabei nicht nur auf Information und Kommentar, sondern auf Unterhaltung und Animation, wird in der ganzen Aufmachung so beliebig und konturlos, wie alle anderen Mainstream-Medien. Schade, sehr schade. Das Verschwinden des "alten" Freitag ist ein großer Verlust!

obskuro 10.02.2009 | 12:52

puuh, ganz ehrlich: mich nervt die Website ziemlich:
Alles hat massiven Delay, v.a. das Einloggen und das Absenden von Text; die Menüs und selbst die Kommentarfunktion sind unglaublich unübersichtlich.
Der Login kann nicht gespeichert werden, ich muss bei jedem Besuch der Seite den verzögerten und umständlichen Login machen, der mich zuletzt auf eine Art Suchergebnisseite geführt hat (??)

jayne 10.02.2009 | 15:53

mein bescheidenes resümée nach einer knappen woche beobachtung des relaunches, in dem ich allein auf das erscheinungsbild eingehen möchte:
1. die website wirkt mir zu nervös, es gibt zu viele ablenkungen über, neben und unter den artikeln, zum teil bewegte bilder, zu vieles, auf das man noch so klicken kann - das mag manch nutzern gefallen, aber es fördert auch eine oberflächrigere und flüchtigere wahrnehmung des ganzen.
2. ist nicht mehr nachzuvollziehen, welche beiträge jeweils in der printausgabe erschienen sind und welche rein digital.
3. zu oft tauchen dieselben autoren oder autorinnen auf, die den aktuellen tageswust zwischen den wochenausgaben bewältigen müssen - mir fiel es auf bei Tom Strohschneider beispielsweise, und damit verbunden
4. als print ist der freitag nach wie vor eine wochen-, keine tageszeitung, und man könnte dem redaktionell durchaus auch rechnung tragen. Das heißt nun nicht, daß täglich nichts neues "nachgeschoben" werden könnte, aber es müßte, so ein vorschlag von mir, an den inhalten der jeweils letzten wochenausgabe orientiert sein, könnte verscheidene dort angesprochene oder angerissene themen oder problematiken vertiefen, ergänzen.
5. halte ich es grundsätzlich für einen gewinn, daß es eine kommentarfunktion gibt, verhängnisvoll indes den ansatz, jeden kommentator potentiell auch noch zum blogger zu machen, indem man ihm die eröffnung beliebig eigener blogs anheimstellt - ich habe das gefühl, daß dies mit der zeit etwas zum bersten bringen und auseinandertreiben wird, was als projekt angelegt war, konzentriert und komplex: den freitag.

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s-e- 10.02.2009 | 16:05

Liebe jayne,
Punkt 1 kann ich so unterschreiben und dazusetzen: die Werbung für die GEZ, Congstar u.ä. nervt
Punkt 2: genau. Es ist völlig unübersichtlich, gerade nicht zwischen Print und Online sinnvoll verzahnt.
Punkt 3: Es riecht wirklich nach Bewältigung des Beliebeigen.
Punkt 4: der mit Punkt 2 zusammnhängt teile ich genau: eine übersichtliche Wochenzeitung ist (oder war?) das Konzept: darauf sollte wieder fokussiert werden.
Punkt 5: sehe ich ähnlich.

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s-e- 10.02.2009 | 16:57

Liebe Mitleser,
wir sammeln konstruktive, inhaltliche Kritik am Print-Freitag in einer Liste, die der Redaktion des neuen Freitag zugeführt werden soll. Ich bitte Euch mitzumachen, mitzugestalten, hier etwas zu bewegen. Zeigen wir doch mal, dass wir nicht nur meckern können. Wir können den Kopf nicht in den Sand stecken, das führt längerfristig zur Erstickung . Also: auf zum Subotnik, schreibt im neuen Blog! (Stichwort: "Kritikliste").

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Ehemaliger Nutzer 10.02.2009 | 22:36

Ich lese den Freitag seit Jahren online und fand ihn immer prima. Den neuen Webauftritt finde ich nach dem ersten Eindruck positiv, weil er interaktiv ist - im Gegensatz zum alten Freitag. Gut ist auch, dass Blogger und Kommentatoren in die inhaltliche Gestaltung einbezogen werden sollen. Man wird sehen, ob das klappt.
Das Interaktive bringt leider eine gewisse Unübersichtlichkeit mit sich, ein Link jagt den nächsten, die eigentlichen Artikel sind nicht mehr so gut zu finden. Vielleicht wäre es ganz gut, den Lesern die Möglichkeit zu geben, einfach die Print-Artikel online zu lesen, ohne den ganzen Firlefanz drumherum
Wichtig ist jedenfalls, den Freitag stärker in die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussionen einzubringen - sowohl ganz konventionell als auch interaktiv. Er ist immerhin eine der ganz wenigen Zeitungen, die in einem emanzipatorischen und unideologischen Sinn links sind.
Viel Glück!

nunatak 11.02.2009 | 10:06

Das mit dem neuen Layout des Freitag ist doch für uns gewohnte Freitagsleser vor allem eine Gewohnheitssache. Auch wenn es einem manchmal schwerfällt es zuzugeben, da sind die meisten dann eher konservativ und stöhnen erstmal auf, bei so grundlegenden Veränderungen. Das wird sich geben, da bin ich mir sicher!
Wichtig ist, dass wirklich daran festgehalten wird, der inhaltlichen Linie, der eigenen Freitag-Philosophie treu zu bleiben. Daran wird sich das Überleben des Freitags entscheiden.
Und sicher, eine linke Zeitung mit linken Lesern tut sich schwerer daran zur Selbsterhaltung auch mit Werbeeinnahmen zu wirtschaften. Das gabs beim Freitag bisher nur sehr gering. Auf der Website, gabs das garnicht. Da fallen jetzt die 3-4 Banner auf einer einigen Seite schon arg auf. Da muss man sich echt stark dran gewöhnen. S.E. hat schon recht, ihr solltest als euch selbst treu bleibend, stärker darauf achten für wen ihr euren Werbeplatz hergebt. Aber dass sich der Online-Freitag nun auch so finanziert, das müssen wir Leser akzeptieren um weiterhin in den Genuss dieses wertvollen Blattes zu kommen. So sehe ich das.

nunatak 11.02.2009 | 10:06

Das mit dem neuen Layout des Freitag ist doch für uns gewohnte Freitagsleser vor allem eine Gewohnheitssache. Auch wenn es einem manchmal schwerfällt es zuzugeben, da sind die meisten dann eher konservativ und stöhnen erstmal auf, bei so grundlegenden Veränderungen. Das wird sich geben, da bin ich mir sicher!
Wichtig ist, dass wirklich daran festgehalten wird, der inhaltlichen Linie, der eigenen Freitag-Philosophie treu zu bleiben. Daran wird sich das Überleben des Freitags entscheiden.
Und sicher, eine linke Zeitung mit linken Lesern tut sich schwerer daran zur Selbsterhaltung auch mit Werbeeinnahmen zu wirtschaften. Das gabs beim Freitag bisher nur sehr gering. Auf der Website, gabs das garnicht. Da fallen jetzt die 3-4 Banner auf einer einigen Seite schon arg auf. Da muss man sich echt stark dran gewöhnen. S.E. hat schon recht, ihr solltest als euch selbst treu bleibend, stärker darauf achten für wen ihr euren Werbeplatz hergebt. Aber dass sich der Online-Freitag nun auch so finanziert, das müssen wir Leser akzeptieren um weiterhin in den Genuss dieses wertvollen Blattes zu kommen. So sehe ich das.

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s-e- 11.02.2009 | 13:43

Liebe/r nunatak,
da gebe ich Ihnen recht: das Design ist ein enormer Rundumschlag, der gewöhnungsbedürftig ist. Was jetzt wichtig ist, denke ich, ist die konstruktive Kritik an der Redaktion, um zu erreichen, dass sie der "Freitag-Philosophie treu bleiben". Denn, vollkommen richtig: letztendlich wird der Inhalt das Überleben der ehemals besten Wochenzeitschrift sichern. Deshalb, bitte, arbeiten Sie mit, ergänzen Sie unsere Liste zur Verbesserung/Rettung/Wiederbelebung des Print-Freitag im Kritikliste-Blog.

Anne 11.02.2009 | 14:39

Es ist sehr schwierig geworden, die Kommentare im Zusammenhang zu lesen, sie sind gewissermaßen schon im Papierkorb gelandet. Dabei wurden viele grundsätzliche Sachen gesagt. Einen Beitrag, der mir besonders gut gefallen hat, der mir sehr zutreffend erscheint, füge ich deshalb noch einmal unten an. Er ist von Ta.Pa. Darin wird auch klar, dass es kaum möglich ist , eine konstruktive Wunschliste aufzustellen, so gut ich das Engagement von S.E. auch finde. Beim dem neuen "der Freitag" ist etwas ganz Grundsätzliches geschehen, eben wie Ta.Pa. schreibt "eine Neuausrichtung mit Zielgruppenwechsel". Es wäre ja auch möglich gewesen, dass für den bestehenden Freitag Geld in die Werbung investiert worden wäre. Aber das ist nicht geschehen. Dabei war der Freitag einfach zu wenig bekannt. Das haben wir gemerkt, wenn wir Probeabonnements verschenkt haben, die weitergeführt wurden, und wir bekamen Dank dafür, auf diese Zeitung aufmerksam gemacht zu haben. - Es ist keine Kontinuität zwischen altem und neuem Freitag da. Der alte Feitag war mit der Nummer 5-2009 erledigt. Es wird nicht mehr weitergezählt. Es kann auch nichts wirklich mit der alten Belegschaft ausdiskutiert oder gemeinsam entwickelt worden sein. In kürzester Zeit ist der alte Freitag durch etwas Neues ersetzt worden, ein Selbstverwirklichungsprojekt des Herrn Augstein. Für das, was den alten Freitag ausgemacht hat, das große Engagement der Autoren, das doch nur in einem selbstbestimmten Rahmen vorstellbar ist, kann da eigentlich kein Platz mehr sein. Ta.Pa. schrieb am 08.02.2009 | 11:36 Uhr Immer wieder das gleiche Schema. Es langweilt! Junges innovatives Team stellt sich einer mutigen spannenden Aufgabe. In diesem Fall: Die Hebung eines ihrer Meinung nach verstaubten linken Wochenblattes auf Weltniveau, kaschiert unter dem beliebten Wort Rettung. Am besten noch ergänzen mit: Es werden Arbeitsplätze gerettet, gar geschaffen. Im ersten Schritt finden sich alle ein zum Brainstorming „Sowas richtig neues, frisches innovatives. Ja genau und die Zielgruppe wird auch gleich größer. Vernetzung, Web 2.0, Blog, Interaktion, die Leser schreiben ihre Beiträge selbst. Eine nie dagewesene Verzahnung zwischen Print und Internet. Ja, genial. So machen wir es. Youtube, Facebook und… eine internationale Kooperation - ja, mmmm? The Guardian, Super! Supertoll genau das ist es! Und ganz wichtig das design!!!! Ja Auf jeden Fall einen gewagten Schrifttyp. Ja! Und rot - nee. Rot ist out....(bitte dort weiterlesen, hier wirds zu lang)

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s-e- 11.02.2009 | 16:43

Liebe Anne,
ich weiß, ich weiß, das Unternehmen "Konstruktive Kritik" ist wenig erfolgsversprechend. Aber, werden wir hier den Pappnasen einfach so das Feld überlassen? Einfach zulassen, dass unser Freitag eingestampft wird und dann keiner was dazu sagt oder kritisert, damit dann das ganze von den Machern unter "Mit überschwenglichem und allgemeinem Wohlwollen wurde die Umstellung von den Lesern aufgenommen" (o.ä.) in der neuen Ausgabe des Freitag und von anderen Medien zu lesen bekommen. Nein. Die Medien-Konkurrenz schläft nicht. Die lesen sich das hier durch (das ist das einzige was nach der Kommerzialiserung unseres Freitags noch zieht bei der Redaktion) und kommen zu einem differenzierteren Urteil. Das ist der Druck neben dem von uns als Leser und (man höre!) den wirklich zahlenden Kunden des Freitags. Wobei ich ja wie erwähnt mein Abo gekündigt habe. Aber, vielleicht wird der Freitag irgendwann auferstehen, vielleicht gibt es auch eine Wende im System (ja ich weiß: wir brauchen ein Wunder). Aber, ich lass mich hier niht rausmobben. Nicht, um den Freitag sang- und klanglos untergehen zu lassen. Wir brauchen mehr Leute, die zeigen: ja, wir vermissen das, wir wollen das, das ist Mist (diese Liste wird sehr lang) usw. Denn: ich will nicht gesagt bekommen: alle wollten es so. Die Kritik muss weiter gehen! Mach bitte bitte mit, beteilige Dich, liebe Anne. Zeige: hier gibts intelligente Menschen, die man nicht einfach so abtun kann als Meckerer, die sich gegen den Unfug sträuben. In diesem Sinne: Freitag o muerte!

Anne 11.02.2009 | 18:48

Also gut, ich versuche es: Als erstes mal das rote Frei zurück! Das wäre eine vertrauensbildende Maßnahme. Dann: eine bessere Bezahlung für die Redakteure. Sie müssen ja in einem Abhängigkeitsverhältnis trotzdem gute Arbeit leisten können Von den freien Mitarbeitern ist zu lesen, sie müssten auf eigene Kosten recherchieren und alle Spesen selbst zahlen und bekommen dann 1,3 Cent pro Zeichen, das macht bei einem zweispaltigen Artikel von 4000 Zeichen so etwa 50 Euro. Sie sollen also aus Idealismus für die Vision von Herrn Augstein arbeiten. Das kann keine Grundlage für eine gute Zeitung sein. (Siehe http://www.mediencity.de/Ueberleben-und-leben-lassen-bei-Jakob-Augsteins.5467.0.2.html)

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s-e- 11.02.2009 | 19:55

Liebe Anne, liebe Mitleser, werte Redaktion, werter Herr Augstein,

stimmt das? Ist die Bezahlung der freien Mitarbeiter beim neuen Freitag (wir erinnern uns: eine linke Wochenzeitschrift) so schlecht? Wenn ja, warum? Ist Ihnen hochwertiger Journalismus nichts wert? Ich zitiere affirmativ einen Mitleser aus seinem Blog:

Hier DFZF: "Falls es an den finanziellen Ressourcen mangeln sollte um dieses Konzept zur Blüte bringen zu können hätte man sich erst gar nicht auf dieses Experiment einlassen sollen. Aus Mist wird nun mal kein Gold nur weil man ihn sich selbst überlässt."

w.Smith 11.02.2009 | 20:37

Also da auf meinen Kommentar im Kritikblog noch keine Antwort dazu kam, hier nochmal die Frage:
Mir ist in den letzten 2 Tagen mindestens 2-3 mal aufgefallen, dass ein User namens "Freitag der Zweite" bzw. "Freitag der Dreizehnte" einen Kommentar zum Kritikblog hinzugefügt hätte. Nach Klick auf den Link zum Blog konnte ich diese Kommentare jedoch nie finden!
Was ist da los?? Kann mir das jemand erklären?? (Ich will keine Verdächtigungen aufstellen oder so, aber interessieren würde mich das schon)

w.Smith 12.02.2009 | 01:19

Ein Blick auf A-Z genügt. Das ist nicht Freitag. Das ist irgendeine Neonkacke. Sorry für die drastischen Worte, aber das ist meine Meinung dazu. Dachte so was gibts vllt im SZ Magazin oder in der Neon für irgendwelche konsumgeilen Yuppies, aber hier...traurig, traurig.
Jedenfalls in meinem Umfeld wird von den kritisch denkenden, die vielleicht durch den neuen Freitag angesprochen werden sollen, den Freitag deshalb niemand in die Hand nehmen, vielmehr wird er wegen so was gemieden.
Wir Studenten können uns so einen unnützen Mist eh nicht leisten, geschweige denn das wir es wollen, da in meinem Umfeld (studiere Energie/Umwelttechnik) sowieso eher Theorien diskutiert werden, die auf weniger Konsum hinauslaufen, eher eine Diskussion die das ständige Wirtschaftswachstum hinterfragt.
So etwas passt vielmehr in ein hedonistisches Yuppiemagazin als in eine Zeitung, die angeblich den Anspruch hat die herrschenden gesellschaftlichen Entwicklungen zu hinterfragen. Mir kommt es fast vor wie ein Messerstoss in mitten das Herz des Freitags.
Was das mit dem "Freitag der Zweite" soll frage ich mich immer mehr. S.E. wann werden wir blockiert?

Es grüßt ein nachdenklicher, pessimistischer in die Zukunft schauender w.Smith

FrauRem 12.02.2009 | 11:51

Ich habe voller Neugierde den neuen FREITAG gekauft. Vermisse schmerzlich das rote FREI - , das Layout insgesamt ist ziemlich langweilig. Inhaltlich aber interessant. Vorallem auch in dieser Mischform mit dem Internet. Ich bin eine alte FREITAG Leserin, habe ihn (vor nun bald 20 Jahren!) in ein winziges bayerisches Dorf ab der 2. oder 3.Nummer abonniert (vorher ab der ersten Null-Nummer die TAZ...) und voller Begeisterung jahrelang gelesen. Seit ich in Berlin wohne, habe ich das Abo beendet; nicht nur, weil ich hier den FREITAG auch am Kiosk kaufen kann, sondern weil er mir zu Links-Partei-lastig wurde. Ich definiere mich auch als "links", aber das hat nicht unbedingt etwas mit der LINKEN zu tun, die ich teilweise als reaktionär empfinde. Die Bemerkung (die aber offenbar keine war) von Jakob Augstein, "links von der FAZ" finde ich daher keineswegs verwerflich. Schließlich ist die FAZ eine der wenigen journalistisch solide gemachten Zeitungen, politisch längst nicht meine Richtung, intellektuell ja. Ich bin gespannt auf den nächsten FREITAG und die Zukunft. Viel Erfolg, Mut, Kritikbewusstsein!

marsborn 12.02.2009 | 13:31

Eine anspruchsvolle Mitmachzeitung bei deren Artikel keine einseitige Botschaft bleiben, sondern ohne Zeitverzögerung echte Dispute nach sich ziehen? Ich bin dabei! Ich bin gespannt. Denn mir fehlt ein Gewürz in der deutschen Meinungslandschaft: Der Spiegel wird immer dröger und berechenbarer, die Zeit schwelgt überwiegend im intellektuellen Wellness-Light-Thinking-Bereich, bei taz und junger welt etc. kann man sich (nach Kenntnisnahme der aktuellen Themen bei spiegel online) immer schon ausmalen, wer dann was auf welche Weise dazu sagen wird. Wo ist die funktionierende, die wilde öffentliche Spielwiese für Denker und echte Auskenner? Bislang: Lost in Blogosphäre. Möge der neue Freitag das missing link sein, das uns fehlt! Ich wünsche den Machern jedenfalls einen langen Atem und den alteingesessenen Freitag-Fans Mut zum Neuanfang. Die alte Nische des Geistes bekommt nun kurz vor dem endgültigen versteinern eine neue, eine echte Chance. Das ist erstaunlich, erfreulich und einiges wert in Zeiten wie diesen. Viel Erfolg, Freitag! (dein Robinson)

Trauerschnäpper 12.02.2009 | 13:44

"Ich wünsche mir nur, dass sich der alte und der neue Freitag aneinander gewöhnen, voneinander lernen..." ...dies würde ich mir auch wünschen lieber Herr Augstein, wobei das Voneinanderlernen mir das wünschenswerteste scheint. Mit der Erfüllung von Wünschen ist das immer so eine Sache, aber noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass der "neue" Freitag sich doch wieder ein klein wenig am Alten orientiert, denn so schlecht war er weiß Gott nicht!

Konkret wünsche ich mir:
-weniger bunte Bilder! Durch das neue Design ist der Freitag auf den ersten Blick kaum noch von BilligBillig-Postwurfsendungen und sog. kostenlosen Wochenzeitungen zu unterscheiden. Die berechtigte Parallele zur "NEON" wurde hier oft genug genannt. Wer soll damit geködert werden frage ich mich? Neonleser? Mich schreckt es ab!
-weniger bunte Bilder! Wie angenehm minimalistisch, (teilweise künstlerisch) waren die gut ausgewählten SW-Fotos und Karikaturen. Ich bin täglich umgeben von einem Rausch an grellen Bildern, da war es eine Wohltat konzentriert dem Artikel folgen zu können, ohne permanent links und rechts von bunten detailreichen Abbildungen beballert zu werden.
-weniger bunte Bilder! Die Zeitung wirkt dadurch aufgeblasen und unkonzentriert. Ich habe beim Frühstück lieber eine dünne karge zweiteilige Ausgabe in der Hand, als einen Blätterwald, der zu gefühlten 50 % aus, leider teilweise nichtssagenden, Bildern besteht. Den umweltrelevanten Aspekt des gestiegenen Papierverbrauchs für inhaltsleere Bildchen möchte ich hier gar nicht weiter erörtern.
-weniger bunte Bilder! - MEHR INHALT (oder eine knappere Ausgabe) ich fühle mich an Zeiten der Schülerzeitungsredaktion erinnert, als man um das Heft voll zu machen schnell noch Fremdartikel, Übersetzungen aus dem Netz und sinnfreie Listen und Aufzählungen eingebaut hat. Wo ist die Witzeecke im Freitag, oder "dumme Politikersprüche", vielleicht demnächst noch mit Fotostory? Mit der Chronik kann ich gut leben - aber "A-Z" ist im Vergleich zur Kehrseite einfach nur noch traurig....

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s-e- 12.02.2009 | 13:45

Liebe Mitleser,
ich habe jetzt herausgefunden, wer für das Design und den Aufbau des neuen Freitag KONKRET Modell gestanden hat. Die ZEIT.
Ja, ganz konkret. Habe ich heute zum ersten Mal wieder seit Jahren gekauft (wir erinnern uns vorher hatte ich den Freitag und brauchte die ZEIT nicht). Das Design ist fast dasselbe, die Schrift ist sehr ähnlich. Bunte Bildchen, niveaulose Anzeigen, elitäre von oben herab Artikel. Der neue Freitag ist eine wahrliche Kopie! Und: die ZEIT kostet 3,40 Euro, ist drei Mal (mindestens) so umfangreich wie der Freitag. Trotz der uns bekannten Mängel (wir erinnern uns: wir waren einmal nicht ohne Grund Freitagabonennten), ist die ZEIT nun konkurrenzlos. 2,90 Euro für den Hybrid-Nichtssager-Freitag (Preiserhöhung wie bereits mehrfach erwähnt wird auch bald kommen)? Das ist doch kein Vergleich, da kann ich auch die 0,50 Euro noch drauf legen und eine "richtige" Zeitung kaufen.
Traurig, dass jetzt eine so schlechte Wochenzeitung wie die ZEIT nun ohne richtige Konkurrenz ist, wenn der Freitag so bleibt wie er ist. Was sollte das alles, wollen wir die ZEIT kopieren und schlussendlich mit ihr fusionieren, die FAZ anbiedern und den Spiegel (Annoncen!) umgarnen, mit dem neuen Freitag?
Quo vadis, Freitag? Was ist das Charakteristische, das Marktmarkenquentchen des neuen Konzepts? So zu sein wie alle anderen?
Bin mal gespannt, ob ich heute noch einen Freitag zugestellt bekomme, wenn nicht muss ich ihn wohl nochmal (letztmalig evt.) kaufen. Das wird sehr aufschlussreich und die Diskussionen spannend.
Sind die Kritiker auch im Freitag zitiert? Oder ist alles "supertoll" gelaufen mit der Umstellung und von den Lesern toll aufgenommen worden? Friede, Freude, Eierkuchen. Wieviele Abokündigungen sind eingegangen? Wir werden es sehen, heute.

Trauerschnäpper 12.02.2009 | 13:45

Teil2 (da die Kommentare wohl auf 3000 Zeichen begrenzt sind)

.....
Ich bin kein Nostalgiker oder Verfechter des EwigGestrigen. Ich bin ein 25jähriger Abonennt des Freitags (also vielleicht gerade die Zielgruppe, die mit dem neuen Design anvisiert werden soll?), der in den letzten 3 Jahren die gut recherchierten, tiefgründigen Artikel des Freitags lieben und schätzen gelernt hat. Ich hab die Zeitung erfolgreich weiterempfohlen und weitere drei Jahresabos verschenkt. Ich kann verstehen, dass sich die Zeitung verändern muss - aber doch bitte auf eine Art und Weise die, wie sie so schön sagen, auf einem Voneinanderlernen basiert und nicht in einen kompletten Umsturz alter Werte mündet.

Ich bin gespannt, ob das Aufbegehren der Leserschaft seinen Anklang in der Redaktion des neuen Meinungsmediums findet. Zwei... drei Ausgaben werde ich noch abwarten, ehe ich über eine Fortführung des Abos entscheide. Ich wünsche viel Erfolg bei dem Kraftakt, neue Leser zu begeistern ohne angestammte vor den Kopf zu stoßen. Na, und einen kleinen Wunsch hab ich noch - das rote "FREI" muss wieder her! In diesem Punkt bin ich dann doch ein klein wenig nostalgisch, ich geb es zu.

Uwe 12.02.2009 | 16:27

Insgesamt stehe ich den Änderungen positiv gegenüber. Nach dem Einstieg von Herrn Augstein hatte ich die Befürchtung der Freitag würde zu einem Mainstream-Blatt und hatte das ABO zum nächsten Zeitpunkt gekündigt. Dies werde ich zurück nehmen, denn der Freitag ist unverwechselbar geblieben.
EInen Kritikpunkt allerdings habe ich: Ich habe keine Möglichkeit gefunden, Kommentare zu meinem Blog evt. zu löschen.
Denn ich hätte schon gerne die Kontrolle über meinem Blog um evt. Schlammschlachten zu verhindern. Zumindest habe ich diese Möglichkeit nicht gefunden, vielleicht gibt es diese Möglichkeit aber auch gar nicht,
Deshalb werde ich bis auf weiteres meinem Blog einstellen.
Ansonsten freue ich mich auf den neuen Freitag.

spa 12.02.2009 | 20:31

spa schrieb auf http://www.helmholtzplatz.de/der-neue-freitag-ein-meisterstuck.html : Ich übertreibe nicht, wenn ich über den Neustart der Wochenzeitung Freitag sage: Ein Meisterstück. Für die, die diese Zeitung nicht kennen: Es handelt sich um eine linksliberale Wochenzeitung, die 1990 durch Fusion einer Ost- und einer Westzeitung entstand. Linskliberal mit der Betonung auf links. Kluge Köpfe schrieben meistens kluge Dinge aus einer aufgeklärten Perspektive durch eine sensible Brille über Politik, Kultur und das Leben in den großen und kleinen Zusammenhängen. Der Freitag war immer mehr eine Meinungszeitung als ein Berichtsmedium. Diskussion nahm breiten Raum ein. Und doch machte sich sowas wie ein Mief breit, etwas Altbackenes, den Änderungen der Zeit irgendwie doch hinterherschauend. Es war der Muff von knapp 20 Jahren. So mancher abonnierte die Zeitung nur noch aus Solidarität; sie durfte nicht untergehen. Das machte sich auch wirtschaftlich bemerkbar, die Zeitung fuhr in einem unsicheren Boot und der Heimathafen war alles andere als ordentlich. Und so machte sich Jakob, der Sohn des früheren Spiegelchefs Rudolf Augstein daran, sein Erbe in die Zeitung zu investieren. Behutsam sollten sie sein die Veränderungen, so die Ankündigung. Man werde sorgfältig mit der Zeitung umgehen. Und dann war es soweit: Der neue Freitag erschien. Es war nicht nur ein optischer “relaunch” (wie man in der Branche sagt). Nein es war eine Neugeburt. Beim lesen spürt man, da hat jemand eine neue Vision von Zeitung. Beim Versuch der Verbindung von Print und Online haben schon viele viel Geld in den Sand gesetzt. Der neue Freitag könnte das erste ernstzunehmende intellektuelle Produkt sein, dass diesen Spagat mit Bravour hinbekommt. Schön ist, dass der Freitag in der Unterzeile endlich dazu steht, was er schon immer ist, Meinungsmedium. Herzlichen Glückwunsch an Augstein junior und die (neue) Freitag-Redaktion.

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s-e- 12.02.2009 | 21:50

Eindrücke zum neuen "der Freitag. Das Meinungsmedium" (Nr. 7; 12.02.09)

Zuerst einmal die Details, dann das Fazit.

Die Titelseite vermisst nach wie vor das rote Frei. Stattdessen blinkt rote Leuchtreklame oben rechts. Die Community-Sprechblasen nerven an sich in der ganzen Zeitung.
Die Headlines auf Seite 1 sind langweilig bis peinlich.

Der Kommentar von Arend ist gut, wenig vielversprechend das herausgehobene Zitat auf der Eingangsseite "Wenig versetzt die Deutschen so in Raserei, wie die Angst um ihr Erspartes." Nichtssagend.
Seite 2: katastrophal. Nichts, nichts, nichts. Unscharfe Bilder wechseln sich ab mit Schlagworten: "Banker noch mal gierig" etc. Danke wenigstens für den Schorlemmer. Ich wusste gar nicht, dass er nun Gast ist beim Freitag. Vielleicht besser so: das nennt man ja Braindrain. Die Legende: wie Idioten werden die Leser durch das Augsteinsche Inferno geführt. Die Frage ist nur: wo ist Vergil? Der Gärtner? Der Koch? Netzvorschau nervt.
Politikteil scheint jetzt wohl vom "Guardian" diktiert zu werden. Ich wusste gar nicht, dass sich die Verhältnisse aus GB so einfach auf die BRD übertragen lassen (das ist freilich eine andere Frage). Aber man lernt nie aus.

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s-e- 12.02.2009 | 21:50

Zeitgeschichte-Artikel sind OK, wenngleich auch da die Blog-Farbpalette nervt.
Post-Seite ist einigermaßen differenziert, natürlich sind auch selbstgemachte PR-Enten darunter (Knoche-Gattringer; Großmann etc.). Das pidginmäßige Zitat (wenngleich der angespielte Inhalt fairerweise gesagt ungewohnt gut und gehaltvoll für diesen Blogger ist) von chris97 als bestes Zitat der Community anzupreisen, halte ich nur für koherent mit dem neuen Konzept.
S. 13 ist ZEIT pur. Bäh. Das tut weh. Guardian-Übersetzung: Geschmackssache. Meiner nicht.
S.14: DAS hat nichts mit "Medientagebuch" zu tun. Um Gottes Willen, was soll das?
Geschmackloses Bild auf Seite 16. Wer, außer Guido Knopp, will diese Fratzen in einer linken Wochenzeitschrift sehen (wenngleich auch kommentiert). Der Bilduntertitel ist einfach schmerzhaft: "Adolf Hitler (r.) und Heinrich Himmler (M.) lassen sich die Befestigungsanlangen des Westwalls erklären". Das könnten kranke Hirne sich so bei Mama in die Küche hängen. Bäh, widerlich.
Auf Seite 17 kurzes Aufatmen: gelungener Artikel.
Werbung in eigener Sache, auf der ganzen Seite 18: super dargestellt das Hierarchiegefälle des Freitag-Bloggens, das Elitedenken, das an der ZEIT so abstoßend ist. Hier keine Reflexion darüber. Es wird nun klar: hier spricht die neue Bourgeoisie.
S. 19: Urban, Mitbegründer und 34 Jahre lang Mitglied der Wissensabteilung der SZ: das ist das neue unverbrauchte Team für den neuen Freitag. Ganz außergewöhnlich, kein Mainstream, NEEEEIIIINNNN.

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s-e- 12.02.2009 | 21:51

Beim "Kiosk" auf S. 20 kommt Werbung für Magazine und Augstein feiert sich selbst: "Wir müssen die linke FAZ werden." Ein Skandal. Kommt das jetzt in jedem Freitag, die eigene Lorbeerkranzverleihung?
Alltag: Katastrophe. Zweimal Blutbilder im ganzen Heft (S. 14 + 22): bestenfalls "shocking". Ist das die neue BILD (immer freitags...) für Reiche?
Seite 22: "Kampf der Plapperer" spricht für das ganze Konzept des neuen Freitag.
Seite 24: lobenswert.
S. 26 "Macht der Düfte" trivialster Müll: "Come in, find out" [im Sinne von raus].
S. 27: "Koch oder Gärtner?": ich wüsste die Antwort. Und sie heißt nicht Gärtner und auch nicht Koch. Sie heißt "Niveau". Darüber wurde schon genug gesprochen. Wenngleich nun klar ist, warum diese Rubrik überhaupt hier im Freitag auftaucht: Das ist Augsteins Liebling. Da kommt es nicht auf das oben Gewünschte an.
A-Z: billige, scatterbrained, Info-Werbepost. Wenn das in meinen Post-Briefkasten geflattert käme, würde es mich 5 Sekunden kosten, damit ein romantisches Kaminfeuer zu nähren. A-Z zeigt den wahren "Geist" des neuen Freitag: Werbung-Propaganda-Blabla-Flut für neoliberale Neu-Yuppies auf dem Weg zum Cyber-Glück.

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s-e- 12.02.2009 | 21:51

FAZIT: Eine koherente Struktur ist in diesem Exemplar des neuen Freitag nicht zu erkennen. Die Blogs tauchen willkürlich irgendwo auf und verwirren die ruhige Lektüre (die eh nicht mehr gegeben ist). Man ertappt sich beim Überfliegen der Artikel (etwas, das man von sich als Freitag-Leser nicht unbedingt kennt). Die Artikel sind bis auf genannte Ausnahmen bestenfalls mittelmäßig. Der Themenfokus der Ausgabe insgesamt, á la "links ist, was kritisch mit dem Zweiten Weltkrieg umgeht" wirkt zu gestelzt und: ist NICHT ZUREICHEND. Man hat nicht das Gefühl nach der Lektüre auf dem neuesten Stand zu sein, im Ggs. zum alten Freitag. Wenigstens manche Bilder sind ein wenig besser geworden. Ein wenig. Rot kommt nur noch als Blog-Legenden-Farbe vor. Das neue Motto insgesamt scheint zu sein: Yuppiehremos. Links war gestern.
Werbung, das leidige Thema: neben der Konkurrenz auch eine Partei: insgesamt gesehen katastrophal: Die Grünen, Der Spiegel (Zitat: "Spiegel-Leser wissen mehr"), seitenübergreifend und schön bunt für Öger-Tours, Berliner Journalisten (Magazin).
Alles in allem: wenig Perlen, viel Junk. Auf Wiedersehen. Je ne regrette rien: die Kündigung meines Abos war vollauf berechtigt. Und ja: Die Richtung ist nun nicht nur absehbar, sondern völlig klar.
Die Umstellung des einzigartigen Freitag auf ein kommerzialisiertes Mainstream-Medium in der Beliebigkeit ist geglückt!

Der Freitag ist nun keine weise, tiefsinnige Eule im weiten, öden Tal der Tiefflieger mehr, sondern: ein maskierter Kampfpanda. Vielen Dank, Herr Augstein, Sie haben mich (wochenzeitschriftstechnisch) heimatlos gemacht.

Anne 13.02.2009 | 00:31

Ich habe heute mein Abonnement mit folgendem Begleitschreiben gekündigt:
"Leider muss ich mein langjähriges Abonnement kündigen. Ich kann die alte und die neue Zeitung nicht zusammenbringen. Zu sehr erscheint mir das Ganze als eine „feindliche“ Übernahme. Ich verweise auf meine Kommentare zu Ihrem Artikel „Willkommen“; den ersten davon gebe ich noch einmal wieder. Es tut mir sehr leid. Ich werde den alten Freitag sehr vermissen."
Der heutigen zweiten Ausgabe des "der Freitag" habe ich entnommen, dass die gedruckte Ausgabe von 14.000 auf 80000 erhöht wurde. Wenn man das mit dem alten Freitag gemacht hätte, hätte man auch erreichen können, dass er mehr gelesen wird. Man sieht daran, dass allen Versicherungen zum Trotz der alte Freitag Herrn Augstein überhaupt nicht erhaltenswert war.

Pjotr 'Petka' Pustota 13.02.2009 | 00:42

Vielleicht solltest du dir die Rubrik A-Z mal genauer ansehen und mal lesen was da steht.
In der aktuellen Print-Ausgabe unter D wie Datenschutz eine Kritik an RFID-Chips (ohne viel Phantasie), unter K wie Kunst ein Hinweis auf die Kulturhauptstadt Europas, unter S wie Straßenkunst gibt es ein Beispiel für Aktions-Guerilla und nicht zu vergessen unter Z wie Zivilcourage ein Aufruf gegen die NPD-Demo in Dresden am 14.02.
Sicherlich ist auch einiges Schnick-Schnack, aber richtig lesen lohnt.

mgrauhaar 13.02.2009 | 08:20

Nachdem ich die Ausgabe vom 12.2. gelesen habe, verstärkt sich mein mulmiges Gefühl. "Der Freitag" ist nun wirklich eine völlig neue Zeitung. Leider. Ich habe nicht einen Artikel gefunden, der mich zum Nach-Denken angeregt hätte, zum Verweilen, zum Weiter-Denken, zum noch-einmal-Lesen. Das war beim "Freitag" anders. Ich breche nicht den Stab. Noch nicht.
Zum Einzelnen aber: der Politik-Teil fällt mir zu gering aus. Der Alltag ist überflüssiger Tand, wobei ein oder zwei Artikel im Kultur-Teil hätten stehen können. Die Seite A-Z gehört wohl eher in den "Focus", nicht in den Freitag. Die verstreuten community-Teile wirken allesamt wie am falschen Platz.
Der Internet-Auftritt ist genauso verwirrend wie der jeder anderen Zeitung auch. Dafür kann/darf ich die Zeitung auch nicht mehr als pdf-Datei speichern.
Ach ja, da war dann noch das rote Frei im alten Freitag. Mein Vorschlag wäre, das Frei ab sofort in der Farbe der community zu gestalten. Das gäbe einen Sinn, einen Hintersinn. Wahrscheinlich fühle ich mich als Leser,Leserbriefschreiber, Blogger immer freier als jeder Verleger oder Redakteur, der damit sein Geld verdienen muß. Und da steht das Kreuz am Scheideweg. Geld verdient sich besser mit Mainstream.
Ich breche nicht den Stab. Noch nicht. Gut Ding will Weile haben. Aber vielleicht bin ich irgendwann so frei, auf den Freitag zu verzichten.

Trauerschnäpper 13.02.2009 | 12:40

Ich glaube so überstürzt das Abo zu kündigen ist auch nicht der richtige Weg. Mir fehlt der "Freitag" ungemein aber noch will ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass eine Rückbesinnung innerhalb der Redaktion stattfindet - zumindest teilweise. Wenn alle alten Abonnenten wegbrechen und sang und klanglos das Feld räumen verschwinden auch die letzten, kritisch mahnenden Stimmen. Damit etwas Gutes geschaffen wird, bedarf es immer einer gewissen Reibung. Man kann nach einem "Relaunch" nicht sofort einen "Backslide" durchziehen - aber man kann Stück für Stück an einer Annäherung arbeiten. WIE? - das ist hier deutlich genug besprochen worden.

NUR MUT - und viel Glück

Ein deutlicher erster Schritt wäre es "A-Z" aus der gedruckten Ausgabe zu verbannen. Wer es im Netz lesen mag, der soll es tun - aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Zeitungsleser einen gewissen Nutzen daraus ziehen mag - oder gar Genuß bei der Lektüre empfindet.

ein weiterer Schritt ist das Wörtchen "Frei" zu färben - sicherlich printtechnisch kein Aufwand, dem "neuen" Leser wird es nicht weiter stören, aber für den "alten" wäre es Zeichen der Hoffnung.

bin gespannt auf die nächste Ausgabe - und werde noch zwei weitere abwarten, ehe ich über die Fortführung des Abos nachdenke. Ich will ja nicht kündigen, ich will weiterhin eine geschmack- und gehaltvolle Zeitung lesen! Die Redaktion will sicherlich eine solche schaffen und so bin ich bin voll Zuversicht, dass es gelingen kann. Nur Mut....

klagefall 13.02.2009 | 13:07

Diese Argumentation verkennt m.E., dass der Freitag ja mal eine verkaufte Auflage von 50.000 hatte und sich dann auf das jetzige Niveau herunterentwickelt hat. Mittelfrsitig wäre die Einstellung die einzige Alternative gewesen, die alten Eigentümer werden ja nicht ohne Grund verkauft haben. Wenn man jetzt versucht, eine Gegenentwicklung zu beginnen, finde ich das begrüßenswert.

Zur feindlichen Übernahme: Der Eigentümer hat sämtliche Redakteure übernommen. Alle arbeiten weiter an der Zeitung mit. Der Anteil längerer Artikel scheint mir sogar noch gestiegen zu sein. Ich finde es auch diesen Menschen gegenüber ungerecht, nach zwei Ausgaben im neuen Layout (die erweiterte Redaktion besteht ja schon länger) den Stab zu brechen.

Tarantandy 13.02.2009 | 13:14

Ich war gespannt auf den „neuen“ Freitag. Einige der in Ausgabe 5 gezeigten Auszüge gefielen mir wegen der Form nicht gut, bzgl. des angekündigten Inhalts fand ich aber manches interessant. So die versprochene Wochen-Chronik. Und den Ausbau des „Alltag“-Teiles. Leider war der erste Eindruck ziemlich enttäuschend. Es ist eine völlig veränderte Zeitung. Was sollte dieses lange Kokettieren mit der engen „Leser-Blatt-Bindung“, wenn das Blatt zukünftig eine völlig andere Leserschaft ansprechen soll. Das Seriöse, Dezente in der Gestaltung ist weg: verglichen mit dem alten Freitag macht der neue einen schreierischen Eindruck. Wie ein Werbeprospekt von Aldi oder Lidl. Und die Utopie ist weg: „Frei“ ist nicht mehr rot. Ich kritisiere weniger, dass das „Ost-West“ in der Unterzeile fehlt. Schlimmer finde ich, dass „Der Freitag“ keine Wochenzeitung mehr ist. Die aufgeräumt und nachdenklich über die Ereignisse der vergangenen Woche räsoniert: aus einer klaren, alle Autorinnen und Autoren letztlich verbindenden Grund-Warte heraus. Stattdessen nun permanente Unruhe, und eine wuchernde Beliebigkeit. Die Wochen-Chronik? Sechs Bildchen mit je einigen Zeilen Text. Da wäre viel mehr drin. Der Ausbau des „Alltag“? Es ist ein Umbau geworden, der nicht mehr viel mit „Alltag“ zu tun hat. Und schon gar nicht mit dem, den in der Vergangenheit Autorinnen wie Annett Gröschner oder Tina Veihelmann geprägt haben. Oder andere, die sensibel und mit einer Prise Ironie Geschichten, die der Alltag besser schreibt als die meisten Drehbücher, aufgeschrieben haben. Das dritte Buch sollte besser den Titel „Boulevard“ tragen. Unterirdisch und überflüssig „A-Z“. Allerdings wäre es unangemessen, „Der Freitag“ nur zu kritisieren. Fakt ist, dass sich weiterhin sehr gute Artikel darin befinden. Und dass es quantitativ mehr geworden sind, es also mehr Lese-Stoff gibt. Wenn zur Finanzierung dessen inzwischen vier (wir erinnern uns: vor wenigen Wochen gab es keine einzige) ganzseitige Anzeigen nötig sind, ist das ein Sachzwang. Der das Lese-Vergnügen stört, aber den ich in Kauf zu nehmen bereit bin. Die Gestaltung der Print-Ausgabe sollte aber unbedingt wieder dezenter werden. Das Unruhige, Hektische, Bunte – wenn es denn sein muss – ist im Internet besser aufgehoben.

der Freitag 13.02.2009 | 14:38

Liebe Leser,
wir lesen Ihre Kommentare, Ideen und Anregungen unter diesem Artikel und in anderen Beiträgen selbstverständlich und nehmen sie auf. Bitte verstehen Sie, dass nicht jeder Kommentar, hier sind es derzeit 186, sofort beantwortet werden kann. Wenn Sie konkrete Kritik zu einem Artikel haben, vermerken Sie bitte diese dort. So ist sie für den Redakteur oder die Redakteurin dort schnell zu finden und zu beantworten.
Viele Grüße,
Tessa

w.Smith 13.02.2009 | 15:00

vielen dank für die Antwort. Schön zu hören, dass sie die Meinungen hier lesen. Hätte ja auch sein können, dass es bei den langsam recht viel werdenden Blogs und Artikeln und noch viel mehr Kommentaren untergeht. Mir geht es zumindest so, dass ich shcon langsam das Gefühl habe den Überblick zu verlieren. Da wäre das doch nur verständlich. Aber natürlich ist die Redaktion ja auch nicht nur eine Person, so kann man sich das ja etwas aufteilen.
Grüsse

der Freitag 13.02.2009 | 15:16

Liebe/r w.Smith,
auch die Arbeitsteilung spielt sich hier noch ein, auch gewöhnt sich die Redaktion nun daran, dass rund um die Uhr Leser ihre Texte diskutieren können und den Dialog suchen. Daher kommen unsere Antworten nicht immer sofort, aber Sie können sich sicher sein, dass zunächst einmal alles gelesen wird. Wie Sie selbst feststellen, ist hier nach einer Woche schon sehr viel passiert. Viele neue Texte, viele Kommentare. Die Übersichtlichkeit wird auch bald besser werden, so dass die Navigation durch die Blogs einfacher wird. Auch ein Userverzeichnis wird es geben.
Viele Grüße,
Tessa

Metall 13.02.2009 | 16:28

Die Webseite und noch viel weniger gefällt mir die Gestaltung des neuen Print-Freitags. Viele sinnfreie neue und/oder aufgeblähte Kategorien (A-Z, Alltag, Guardian). Das Weglassen des roten Frei, begräbt auch noch das letzte Stück Differenziertheit zu TAZ, SZ, FAZ und Co. Dafür viele sensationsheischende nichtssagende Bilder und Bildunterschriften wie in den anderen industriehörigen Magazinen. Weiterhin grauenhafte Anzeigen von (vmtl.) generösen Werbekunden über die mit Sicherheit in Zukunft kein kritisches Wort mehr fallen wird. Der Freitag muss Werbung machen, sonst ist es aus? Mag sein. Aber auch dann gibt es Alternativen. Diese zwar nur noch im Netz, jedoch garantiert nicht bei Freitag.de. Illusionen brauchen sich die Kritiker nicht zu machen. Der alte Freitag wird mutwillig beerdigt inkl. Zielgruppenwechsel. Warum ein Neon-Leser nach Abschluss der Pubertät bspw. zum Freitag greifen soll aber nicht zur SZ wird wohl nur Herr Augstein wissen. Schade, um die schöne Zeit. Meine Abokündigung geht Ihnen zu. MfG

bandidorosso 13.02.2009 | 16:40

Was haben sie gegen gute Fotografie? Ich wäre froh, wenn es dem Freitag mit einer modernen Bildsprache und qualitativ hochwertigen Fotostrecken gelänge, sich vom üblichen Pressebilder-Einheitsbrei abzugrenzen.
An (S)icher (E)llenlang gewannt: als fotografiestudent muss ich leider konstatieren, nicht zuletzt in dieser Hinsicht, ist die ZEIT meiner Meinung mit gewissen Abstrichen beinahe vorbildlich. Werfen sie mal einen Blick in das Zeit-Magazin, sofern sie sich außer politischen Grabenkämpfen auch für Kunst und Kultur interessieren. Just in der aktuellen Ausgabe ist eine komplette Strecke vom Altmeister der Farbfotografie William Eggleston. Wer solche Arbeiten einfach als bunte Bilder abtut, hat wohl wenig Ahnung und Geschmack.
Ich als ehemaliger und neuer Freitagleser und Betrachter (!) möchte sowas auch im Freitag sehen. Im übrigen kann gerade die Kunst, wozu ich auch gute Fotografie rechne, einen hochgradig politischen Impetus haben.

Philip Grassmann 13.02.2009 | 19:28

Vielen Dank für die vielen Kommentare. Es stimmt, wir haben die Freitag optisch stark verändert. Daran hat es viel Kritik gegeben. Aber das mussten wir tun. Denn der Freitag muss wachsen, damit es ihn weiter geben kann. Und das bedeutet, dass wir neue Leser brauchen. Wir glauben, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Druckauflage, haben wir von 14.000 auf 80.000 erhöht und obwohl wir noch keine verlässlichen Zahlen haben, gibt es Meldungen von einzelnen Grossisten, dass der Freitag trotz der erhöhten Auflage ausverkauft war. Das ist nur ein Anfang. Es wird sicherlich auch wieder Rückschläge geben. Aber unser Ziel ist, das wir die Stimme des Freitag wieder hörbarer machen. Und dabei sind wir einen kleinen Schritt weiter gekommen.
Viele Leser haben Schwierigkeiten, sich an das neue Erscheinungsbild zu gewöhnen. Ja, es stimmt, es ist immer ein großes Risiko, wenn man das Layout so stark verändert, wie wir es getan haben. Aber bitte, liebe Kritiker, schaut auch auf die Inhalte: Es sind die gleichen Inhalte wie bisher. Es sind die gleichen Autoren, wie bisher. In der kommenden Ausgabe wird Michael Jäger einen Leitartikel über das Grundeinkommen schreiben, Altvater ist dabei, Strohschneider, Dell, Arend. Das sind alles Autoren, die für die Qualität des Freitag stehen. Und das wird auch so bleiben.
Richtig ist aber auch, dass es noch viel zu tun gibt. Wir sind erst am Anfang unseres Weges. Deshalb sind uns Ihre Anregungen und Ihre Kritik auch so wichtig. Wir werden in den kommenden Monaten noch an der Zeitung und unserem Online-Auftritt arbeiten. Und es wird ganz sicher Veränderungen geben.In welche Richtung? Das liegt auch an Ihnen.
Noch ein Wort zu den vielen Fragen nach dem Freitag-Archiv, das derzeit nicht erreichbar ist. Das hat technische Gründe, die mit unserer Software zu tun haben. Die Techniker arbeiten mit Hochdruck daran und es wird nur noch einige Tage dauern, dann sind wieder alle Freitag-Artikel ab 1999 abrufbar. Das gleiche gilt für die Übersichtsseiten. Und für das E-Paper. Die Nummer 6 wird in der kommenden Woche ins Netz gestellt. Also: bleiben Sie weiter kritisch. Und lassen Sie uns über den neuen Freitag streiten. Damit er noch besser wird.

w.Smith 13.02.2009 | 21:18

Guten Abend Herr Grassmann,
schön von ihnen zu hören. Dennoch scheint es mir so, dass das neue Layout, eigentlich nicht zu Debatte steht, gleichzeitig schreiben sie, dass wir darüber streiten sollen...
Ich würde Ihnen gerne eine Frage stellen, die hier schon mehrfach gestellt wurde:
Warum dieser radikale Schnitt? Wäre eine Auflagenerhöhung, das heißt das Wachsen des Freitag, nicht auch auf Basis des alten Layouts möglich gewesen? Ich schreibe bewusst Basis, denn Veränderungen sind ja nicht per se schlecht. Aber zum Beispiel, hätte doch zumindest ein gleichgebliebener Titel (nicht der Untertitel) für ein Wiedererkennungseffekt bei den langjährigen Lesern gesorgt, für ein heimisches Gefühl.
Was mir in den letzten Tagen als ich die Zeitung nochmal durchgegangen bin, aufgefallen ist, dass doch irgendwie die Lesbarkeit gelitten hat. Auch von anderer Seite (meiner Mutter) wurde mir dies bestätigt. Schwierig zu sagen woran genau das liegt.
Ich denke, dass es zumindest in Teilen von vielen Farben, vielen kleinen Texten und Einschüben kommt. Da hatte der alte Freitag eine ganz andere Übersichtlichkeit.

Jakob Augstein 14.02.2009 | 13:16

Lieber wSmith,
in der Tat kann das Layout nicht zur Debatte stehen. Layout eignet sich für demokratische Prozesse gar nicht. Das sind handwerkliche Fragen und Geschmacksfragen. Und vor allem Gewöhnungsfragen. Ich glaube, wir haben da ein sehr modernes und gleichzeitig klassisches Zeitungslayout. Die Lesbarkeit der Schrift sollte eigentich höher sein als bisher. Die neue Schrift läuft etwas weiter. Bei den Überschriften sehen Sie es sofort. Aber auch im Lauftext ist es so. Wir haben nach wie vor einen sehr niedrigen Bildanteil. Man könnte das auch böse als Bleiwüsten bezeichnen. Aber ich finde es richtig so weil wir nun mal keine Tageszeitung sind.
Das alte Layout des Freitag war mir fast zu glatt und zu still. Wir wollen eine kontrastreiche Zeitung sein. Dann sollten wir auch ein kontrastreiches Layout haben. Der Freitag sah früher ein bisschen aus wie die Zeit. Davon wollten wir uns stärker abheben.
Um diesen Neustart auch unmissverständlich nach draußen zu demonstrieren haben wir uns auch von dem alten Logo verabschiedet. Das ist ein herber Eingriff. Gewiss. Aber wir haben es uns mit dieser Entsheidung wirklich nicht leicht gemacht. Und sie hat gewiss nichts mit mangelndem Respekt für den alten Freitag zu tun. Sie sehen ja, dass die nue Zeitung von den Redakteuren und den Autoren des alten Freitag gemacht wird. Es handelt sich optisch um eine Neugestalung und inhaltlich um eine Erweiterung. Beides schien notwendig, um das wirtschaftliche Überleben zu sichern - und den gleichen publizistischen Auftrag zu erfüllen wie bisher.
Die Debatte, die wir hier vorschlagen und einfordern geht um den Inhalt, die Ausrichtung, die Themen und die Feinjustierung der neuen Teile der Zeitung, insbesondere Chronik und A-Z.

w.Smith 14.02.2009 | 13:30

Das ist ja schonmal gut zu wissen. Wobei ich mir von Anfang an gedacht habe, dass das Layout nicht zur Debatte steht, das ändert man eben nicht mal von einem Tag auf den anderen.
Die Schrift der Texte finde ich ok. Unter dieser leidet die Lesbarkeit nicht, vielmehr kommt mir die Zeitung an vielen Stellen einfach etwas zu überladen vor. Ich weiß nicht genau was da beim alten Freitag anders war. Der neue kommt einfach aufgeregter daher, während man bei dem alten einfach sich komplett auf den Text konzentrieren konnte! Ich weiß nicht wie man da was drehen kann, dazu kenne ich mich zu wenig aus, aber wäre schön wenn da was zu machen ist.
Und was Chronik und A-Z angeht, ich glaube damit werde ich mich nie so richtig anfreunden können. Wenn in A-Z gute Sachen drin stehen sollten, dann damit wahrscheinlich noch eher, als mit der Chronik.
Als politisch interessierter Mensch weiß ich eh was die Woche über passiert ist. Viel interessanter fände ich dort eine Themenseite wo zum Beispiel wie schon in meinem Blog vorgeschlagen, Redakteure und Autoren ihre Ansichten zum neuen Freitag beschreiben könnten und dazu eine Karrikatur wie im alten Freitag und unten der Gastkommentar, das würde die Seite etwas entzerren und nicht so überladen wirken lassen.

Sonntagsfreundin 14.02.2009 | 20:08

Was macht denn bitte ein Herr Detlev Hustedt in der Geschäftsführung des Freitags? Die Axel-Springer Presse und Konsorten und den Freitag jemals auch nur gedanklich zusammen zu bringen, erschien mir in der Vergangenheit ein Ding der Unmöglichkeit. Auf personeller Ebene ist's nun geschehen! Da erklärt sich einem doch einiges im Zusammenhang mit der Umwandlung des alten Freitag hin zu einer völlig anderen Zeitung. Die Auffassung aus vorherigen Kommentaren, der Prozess, dem der Freitag unterworfen wurde, mute einer "feindlichen Übernahme" an, scheint so gar nicht mehr so abwegig. Fragt sich nur, wie lange die "alten" Freitag-Redakteure da noch mitmachen.

Jakob Augstein 14.02.2009 | 20:31

Liebe Sonntagsfreundin,
Detlev Hustedt hat bei der Welt einmal das Anzeigengeschäft verantwortet und danach bei der Woche. Er hat außerdem auch für die Zeit gearbeitet. Nun können Sie von diesen Zeitungen halten was Sie wollen - ich tue es wenigstens und halte von ihnen ganz unterschiedliche Dinge. Aber unser Geschäftsführer ist ein Fachmann in seinem Gewerbe. Aber sein Geschäft ist nicht der Inhalt der Zeitung. Wir haben eine strenge inhaltliche Trennung zwischen Verlag und Redaktion. Der Springer Verlag ist - natürlich - ein sehr professionell arbeitendes Unternehmen mit sehr viel Know How. Wenn wir das für den Freitag einsetzen können - um so besser. Übrigens haben das auch schon die früheren Verleger so gesehen und den Springer Verlag darum schon vor Jahren mit dem Vertrieb des Freitag betraut. Das heisst, die Zeitung, die Sie kennen und lieben wurde und wird ihnen schon seit jeher von Springer gebracht. Nur so als Info am Rande.
(Wir haben bei uns die Unterscheidung zwischen alter und neuer Redaktion inzwischen überwunden. Weil wir in den vergangenen Monaten sehr hart und sehr eng miteinander gearbeitet haben. Um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Warum begegnen Sie dem Wandel und der Erneuerung nicht mit etwas weniger Misstrauen?)

jkob 15.02.2009 | 13:41

liebe redaktion, liebe leute,


ich bin zwar kein abonnent, aber dennoch ein langjähriger leser des Freitag, aus tagen als es noch eine volkszeitung gab. euer experiment finde ich sehr spannend und der anfang ist vielversprechend. auch die anbindung an den Guardian ist eine gute idee.

dass die website und "die blogs" noch einige technische schwierigkeiten aufweisen, wisst ihr ja, ich persönlich finde es sehr störend, dass man die kommentare zu den beiträgen nicht einfach runterscrollen kann, damit man die diskussion rasch überblicken und nachvollziehen kann. das würde ich ändern. ansonten wünsche ich uns allen viel glück, gute und gute inhalte.
lg
jkob

bandidorosso 15.02.2009 | 14:14

@Freitag der Zweite: genau deshalb kommentiere ich hier. was ist ihr problem damit und was ist daran peinlich? ich bin der meinung, dass man durchaus eine diskussion über die bedeutung der bilder in einer zeitung führen solle. denn das verstehe ich unter kritischer auseinandersetzung. und warum nicht an dieser stelle? im übrigen bin ich in erster linie student der fotografie und möchte auch damit bald mein geld verdienen. daher auch meine ernst gemeinte frage bezüglich dem einsatz von "bunten bildern". ferner zu meiner person und warum ich hier für den freitag unterwegs bin: ich habe meine magisterarbeit in politikwissenschaften und medienwissenschaften mit dem titel "masse macht medien" geschrieben und aufgrund dieser theoretischen expertise hat man mich neben vier anderen jungen leuten eingestellt, damit wir als "studentische mitarbeiter" versuchen unsere unterschiedlichen kenntnisse beim neustart dieser guten zeitung, die ich auch schon vorher mit überzeugung las (neben anderen wie übrigens auch der ZEIT), mit einzubringen. das versuche ich nach bestem wissen und gewissen, auch an dieser stelle. mfg daniel

Tarantandy 16.02.2009 | 11:59

Nun habe ich auch den 2. neuen Freitag durch, und wiederhole meine Freude über mehr Lesestoff bei altbekannter Qualität.
An das neue Layout muss ich mich noch gewöhnen, wird aber vielleicht; vielleicht wäre es ein gangbares symbolisches Zugeständnis an die Alt-Leser, das "Frei" wieder rot zu gestalten?
Freue mich auch, dass bei der Wochenchronik und "A-Z" die Verantwortlichen auch noch "Luft nach oben" sehen. Da darf man gespannt sein.
Ich vermisse die "Berliner Abende" und ähnliche Artikel des alten "Alltag"-Teils - ansonsten fällt meine persönliche Bilanz von Freitag Nr. 7/09 aber sehr gut aus.

vomsehen 16.02.2009 | 12:56

Hallo..., Vorweg: ich finde das Gesamtprojekt gut und mutig und vielversprechend. Gerade jetzt, wo der "Spiegel" wieder sichtlich dünner wird mangels Werbeseiten... immer ein guter Gradmesser für die Tiefe der "Krise".


Kritik habe ich in erster Linie an der technischen Seite: Wenn man, wie ich, etwas älteres Matzerial benutzt, kriegt man schnell Probleme (ich zumindest). Das poppt dann immer eine Fehlermeldung auf, die besagt, dass ein Skript auf Eurer Seite bei mkir zu verzögerungen führen würde. Und dann ist der Ofen aus bzw. der rechner abgestürzt.

Ich weiß nicht, ob das ein Einzelproblem ist. Es tritt auch nicht immer auf, sondern je nach Mondphase - oder so ähnlich...

schönen gruß und viel glück.

vomsehen

knorpeli 16.02.2009 | 13:21

Die Lesegewohnheiten im Netz sind naturgemäß unterschiedlich - ja da haben sie sicherlich Recht.
Für mich sind die Konstruktion und inhaltliche Füllung der Website und die Printausgabe allerdings völlig kongruent! - nämlich unübersichtlich, teilweise belanglos, man bleibt einfach nicht hängen.
Ich lese den Freitag, nun die zweite Nummer, lange nicht so konzentriert wie früher. Die Website ist eher verwirrend als einladend. Modernes Layout hin, notwendige höhere Leserzahlen her - ich glaube nicht, dass man ein in sich stimmiges Konzept, wie es der "alte" Freitag war völlig kaputt machen muss, um mehr Leser zu erreichen.
Wenn sie schreiben, dass die Autoren die gleichen sind wie früher, dann mag das zwar stimmen. Aber es kommt doch auch aufs Umfeld an, in denen sich diese teilweise hervorragenden Autoren befinden. Wie kann ich mich ernsthaft z.B. mit einem kapitalismuskritischen Artikel auseinandersetzen, wenn mir die Optik eher die Anwesenheit auf einem Jahrmarkt vorgaukelt?
Ich gebe mir Mühe, sehr viel Mühe, denn ein Projekt wie der Freitag wäre es Wert zu überleben. Doch ich denke, wenn es so weiter geht, werden sie das ohne mich schaffen (müssen).
Es gibt Alternativen, wie Lunapark, die Blätter, Widerspruch, Sozialismus, etc., etc...... - die müssten mir dann in Zukunft genügen.
Einen herzlichen Gruß

w.Smith 16.02.2009 | 17:29

Nun gestern Abend wieder hier in die graue Tristess Hamburgs gekommen und gleich noch etwas in den neuen Freitag reingelesen.
Insgesamt kam mir die zweite Ausgabe beim ersten Überfliegen lesbarer und nicht mehr so überladen wie Ausgabe 1 vor, was vielleicht auch an den etwas weniger grellen Bildern lag. Über die Bilder lässt sich da bestimmt relativ viel machen was diesen Punkt angeht.
Also erstmal ein positiver Eindruck, vielleicht auch deswegen, weil ich mich langsam an das neue Layout gewöhne, dass ich jedoch nichts desto trotz immer noch kritikwürdig finde. In den letzten Tagen habe ich einige weitere Gespräche mit nicht-Freitag-Lesern geführt, die mir bestätigt haben, dass das neue Layout sehr an das von Taz usw. erinnert, was ich wegen der Besonderheit des Freitag immer noch schade finde. Da bin und bleibe ich der Meinung hätte man ihn auch optisch von diesen Blättern absetzten können.
Die Chronik finde ich nicht nur verbesserungswürdig sondern, sollte man denke ich auch über Alternativen dazu nachdenken, die ich an anderer Stelle schon einmal angedacht hatte. Dies vorallem, da ich der Meinung bin, dass ein politsch interessierter Leser, und ich denke, dass der Freitag eigentlich fast nur Leser hat auf die dies zutrifft, schon so informiert sind, was in der Woche passiert ist, dass die Chronik nicht notwendig ist. Da darauf bis jetzt noch keine Reaktion kam, also nochmal ein Alternativvorschlag zur Diskussion für die Chronik.

Für die Seite 2 fände ich also auch passend zum Gastkommentar eine Diskussionsseite ganz interessant. Wie auch schon im alten Freitag würden verschiedene Autoren ihre Meinung zu einem bestimmten Thema schreiben.
Als Anfang könnte ich mir zum Beispiel gut vorstellen die Redakteure und Autoren des Freitag mit ihrer Meinung zum neuen Freitag zu Wort kommen zu lassen.
Auch die Berliner Abende vermisse ich immer noch sehr. Wäre es nicht vorstellbar diese wieder im Alltag ins Blatt zu nehmen, ebenso wie Texte, die im alten Freitag unter der Kategorie Alltag standen?!
Und da von Tarantandy aufgegriffen, könnte ich mir auhc immer noch gut vorstellen, dass sich ein Rot gefärbtes "frei" sich ganz gut machen würde, auch um den Freitag von anderen Blättern abzusetzen!

Noch eine Frage bleibt: Warum schreibt der "Freitag"-Herausgeber Schorlemmer einen "Gast"(!!!)-Kommentar?
Über eine kleine Erklärung des "repressiven Mediengebrauchs" würde ich mich auch noch freuen!

Sonia 16.02.2009 | 17:54

Die Idee, einen Internetauftritt zu forcieren, der die echte Kommunikation mit Redaktion und Autoren erlaubt, finde ich prinzipiell sehr gut, das nehme ich gerne an. Was an eurem Auftritt nervt, sind die vielen Vielfachmeldungen, die hohe Rezeption suggerieren, was dann aber gar nicht der Fall ist. Auch läuft das Ganze noch ziemlich lahm und das Blättern dauert ziemlich. Dass es die übliche Internetwerbung gibt, ist wohl nicht zu vermeiden. Weniger begeistert mich der neue Print-Freitag: Zu unruhig, zu bunt, zu zerfasert - und viel zu viel Nebensächliches oder Verzichtbares. Was könnte man bei so viel Platz nun alles unterbringen, wenn man auf das Zeitgeistige verzichtete!

virulator 16.02.2009 | 19:36

Die schnörkellose "alte" Freitag-Seite, schwarze Schrift auf weißem Hintergrund, alle Artikel blitzschnell zu finden und die gesamte Zeitung als pdf - eine wohltuend übersichtliche Ausnahme im Netz (gewesen).
Was gibt es nun (neben sicherlich interessanten Kommentar- und Diskussionsmöglichkeiten) ? Als erstes auf der Startseite überflüssige Flash-Spielereien, Blinkendes an den Rändern, Werbefenster, die erst unschädlich gemacht werden müssen (im Firefox z.b. durch die Erweiterung "Adblock !"). Trends angucken unter "A-Z" - musste das sein ?
Nein, das muss "man" "heute" nicht so machen, das ginge auch einfacher und mit dem Schwergewicht wie vom Freitag gewohnt auf dem Inhalt und nicht auf "style"-Unsinn.

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Ehemaliger Nutzer 16.02.2009 | 21:07

Nur zu dem Punkt mit Layout und taz: Ich kann mich dem gar nicht anschließen. Die Taz sieht für mich völlig anders aus, irgendwie noch einen tick "konservativer" (ich weiß nicht, wie ich das sonst nennen soll). Bei mir läuft da bei Layoutvergleichen viel über die Typografie und die schrift ist in meinen Augen komplett anders. Auch was das Arbeiten mit Farben angeht kann man das nicht vergleichen (was aber wohl auch daran liegt, dass die taz nunmal fast komplett Schwarzweiß ist.
Ich für meinen Teil muss (besonders was die Schrift angeht) an den Guardian denken.
Was man aber sicher sagen kann ist, dass das Layout irgendwie "hipper" geworden ist.
Mir gefällt es größtenteils. Manchmal laufen die Zeilen nicht schön, da könnte man noch mehr drauf achten. Ein bisschen weniger Bild dürftes sein und dafür mehr Text. Und dieser Lila Online-Block rechts oben auf der Titelseite ist mir zu klobig. Da würde dem Layout ein bisschen Raum gut tun.

Kurz noch zur Chronik: Die ist denke ich für Leute, die evtl. keine Tageszeitung lesen ganz nett, auch so informativ, aber auf Seite zwei hat die nun wirklich nix verloren. Wenn dann irgendwo auf die letzten Seiten des Politikteils, von mir aus auch auf DIE Letzte.

w.Smith 16.02.2009 | 21:44

ich spreche wollte ja jetzt nicht so ins Detail gehen was das Layout angeht. Aber auf meine Frage zur Beurteilung des Layouts haben einfach erstmal die meisten gesagt "Och das sieht nach irgendwas so Taz oder Sueddeutsch oder so die Richtung aus" Für mich ist das auch shcon einfach an der Titelseite fest zu machen. Auch wenn die Schrift anderst ist, die Zeile oben drüber ist irgendwoher bekannt und wenn es nur von der doofen konservativen Tageszeitung in meiner Heimat kommen sollte. Ebenso wie der Titel auf der Titelseite platziert ist erinnert an bekannte Formate.
Aber stimmt, der lila (oder rote) Block ist etwas eigentümlich.

thguen 16.02.2009 | 22:28

irgendwie kämpfe auch ich mit den Unbilden des unbedingt Neuem und verzweifle immer wieder daran. DIe SUche nach den PDF-Downloads ist ein WIndmühlenkampf und nur bis zur Ausgabe 2009/04 unter Archiv auch zu finden. Wir laufen diese Woche auf 2009/08 zu und ich kann die Nummern 05-07 nirgends finden. Absicht?!? Im Chaos des Angebotes verschwinden die Artikel, die blogs schreiben sich zu tote und kaum einer hat auch nur die Chance, diese Unmenge an Vielfalt zu wägen und angemessen wahrzunehmen. Wir ersaufen in den Entäußerungen und wenden uns ab. Ich kann den heutigen, neuen Freitag so niemanden empfehlen, und das ist Schade. Der gelegentlich gezogene Vergleich mit DIE ZEIT ist ebenso nicht haltbar, als vielmehr dieser, neue Freitag in seiner vielfältigen Beliebigkeit und wahrscheinlich bald auch in seinem gedrucktem Gewicht seinem Pendant immer ähnliche wird, als er vorher auch nur ansatzweise war. Ein Rest Hoffnung bleibt, daß sich mit diesen Rückmeldungen zum Neuen nicht nur kritisch sondern auch kreativ auseinandergesetzt wird. Manchmal bedarf es nicht viel, um wirklich neu und anders zu sein und trotzdem klar und deutlich ...

In diesem Sinne

klagefall 17.02.2009 | 00:10

Ich will ja nicht alles loben, aber die Chronik auf Seite 2 gefällt mir sehr. Den Wert wird man erst sehen, wenn man ein ganzes Jahr nebeneinander legt. Ich habe und lese keine Tageszeitung -- am liebsten wäre mir übrigens ein Guardian Weekly auf deutsch. Außerdem geht die Chronik m.E. über eine bloße Abbildung des Tagesgeschehens hinaus, sondern ist schon redaktionell gewichtet.

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Ehemaliger Nutzer 17.02.2009 | 00:17

@w.smith: gut, wenn du damit meinst, dass sie üblichen Zeitungen ähnlicher geworden ist, dann könnte das sein. Ich muss gestehen, dass ich nicht beurteilen kann , wie das vorher war. ich habe nur einmal kurz eine "alte" Ausgabe in der Hand gehabt und sie mir nicht genauer angesehn. was ich noch weiß ist, dass das rot-schwarz sehr markant war, aber ein anderer riesen Unterschied ist mir nicht in Erinnerung geblieben.

w.Smith 17.02.2009 | 01:30

@cms: ich fand den alten Freitag insgesamt übersichtlicher. Im Vergleich zu jetzt kommt es mir so vor als ob nicht jeder cm² so intensiv genutzt wurde. So war einfach etwas mehr weiß zwischen Bild und Text bzw. Überschrift und Text. Ich finde, vorallem jetzt im Nachhinein, dass dies sehr gut für die Lesbarkeit war und ich den Text viel konzentrierter gelesen habe. Aber wie gesagt, so langsam gewöhne ich mich an das neue Layout (bis auf das fehlende rot;-) und es war nicht mehr ganz so abschreckend für mich wie bei Ausgabe 1.
@ klagefall: ich finde, dass fast ein etwas ausführlicherer Blick auf spiegel.de oder sueddeutschte.de (oder beide) einmal am Tag reicht und man braucht definitiv keine Chronik. Da denke ich der Platz könnte für interessantere Dinge genutzt werden. Ich finde es relativ unnötig, einen so kurzen Text zu einem Thema zu haben und dazu noch ein von der Fläche ebenso großes Bildchen. Das wirkt doch entweder langweilig (wenn man schon darüber bescheid weiß) oder abgedroschen, da über das Thema aus den paar Worten sowieso keine wirkliche Information gezogen werden kann! Ich will das jetzt nich mit Boulevard direkt vergleichen, aber ob da jetzt eine fette Überschrift da steht die man kurz liest oder 6 Bildchen die man vielleicht im vorbeischaun gerade noch sieht... Zumindest mir geht es so, dass wenn ich die Bilder der letzten Ausgaben schon gesehen hatte, ich wusste um was es geht und den Text gleich weggelassen habe.

mgrauhaar 18.02.2009 | 00:21

Sicher war der alte, rot-schwarze Freitag mit seinem prägnanten, schlichten Layout wesentlich lesbarer. Aber wenn wir hier eine ausschließliche Diskussion um das Layout führen, wem oder was es wohl gleichen mag, spielen wir dem Herausgeber in die Hände.
Mir ist die Form lange nicht so wichtig wie der inhalt. Einen langweiligen Inhalt können sie noch so schön verpacken, sie werden einen alten Freitag-Leser damit nicht gewinnen oder behalten.
Führen wir eine Diskussion um die politischen Inhalte. Über eine solche Diskussion möchten dann Dinge wie Chronik, A-Z, Bildchen und Beliebiges aus dem Alltag wie von selbst verschwinden.
Aber @ wSmith: das rote Frei liegt mir denn doch sehr am Herzen.

w.Smith 18.02.2009 | 11:08

Ja stimmt mgrauhaar, wichtig ist über die Inhalte zu diskutieren, und die schon in sofern, als dass das neue Layout ja sowieso nicht zur Diskussion steht. Mich würde die Meinung der Redaktion oder Herrn Augsteins zu meinem Vorschlag was die Chronik usw angeht interessieren. Ebenso habe ich noch keine Antwort zum "Gast"kommentar Schorlemmers usw. meines letzten Eintrages hier gelesen. Also liebe Redaktion beteiligt euch doch wieder an der Diskussion hier!

w.Smith 20.02.2009 | 19:47

Nun liebe Redaktion, lieber Herr Augstein,
eigentlich hat mir die Diskussion hier über das Blatt Spass gemacht und ich dachte, dass sie auch an konstruktiven Vorschlägen interessiert sind, aber aus der nicht Reaktion muss ich entweder schließen, dass meine Einträge hier wegen dem allgemeinen Verlust des Überblicks untergegangen sind oder dass diese Diskussion doch nicht mehr gewollt ist. Schade eigentlich!

Dieter Hölterhoff 20.02.2009 | 19:58

Ich bin mir sicher, dass dies nicht die richtige Stelle ist, möchte aber zu dem Leserbriefteil - den ich hier nicht gefunden habe - und auch den Bloggern Stellung nehmen. Ich halte es für ein demokratisches Medium für unwürdig, wenn sich Menschen ohne ihre vollen Namen zu nennen mit einer meinung oder einem Beitrag äußern. Aktive Demokratie und wehrhafte Demokratie lebt nur von und durch Offenheit - also auch derer, die sich zu Wort melden. Ich möchte deshalb Herausgeber und Redaktion dringend bitten, dieses Problem zu erörtern. Wir leben nicht mehr in den Zeiten, in denen Briefträger mit "falscher" Meinung vom Berufsverbot bedroht waren.
Wenn zu bestimmten Themen aus dem betrieblichen Alltag Anonymität hilfreich ist, dann sollte der/die Schreiber/in dies im Beitrag vermerken und nur unter dieser Voraussetzung eine Freigabe erteilen.
Der wehrhafte Demokrat steht zu seiner Meinung!

w.Smith 20.02.2009 | 20:58

Hallo Herr Hölterhoff,
ich kann ihre Anliegen vollkommen verstehen. Dennoch habe auch ich bewusst meinen Namen gewählt. Zwar mag es heute keine Berufsverbote mehr geben, dennoch mache ich mir wie ich auch mit meinem Namen andeute, über die zunehmende Überwachung in unserem Lande große Sorgen.
(Nach dem neuesten Vorschlag der Union soll es nun auch den Geheimdiensten möglich sein minderjährige zu überwachen) Nun mögen sie sagen, dass da auch ein unechter Name in einem Internetforum nichts dagegen bringt. Doch ist es zumindest ein sichtbarer Hinweis auf die Thematik.

Mfg W.Smith

Moosgard 21.02.2009 | 12:16

Nicht das ich es nicht versucht hätte mit dem neuen Meinungsmedium. Nein, nein der Wille war da. Gleichwohl auch meine neuen Erfahrungen mit ihm.

1. Diese WILLKOMMEN Seite zu Beispiel: Hier versammeln sich viele Leute die an einer Auseinandersetzung mit der Redaktion ein ernsthaftes Interesse haben. Ihre Beiträge hier reinstellen mit Anregungen, Kritik, Meinungen. Nur... alle sprechen in einen leeren Raum. Die Reaktion der Redaktion beschränkt sich auf eine Antwortfrequenz die, na ich sage mal, seeehr übersichtlich ist. Diese Seite hat für mich den Charakter einer Opferanode.

2. Die SEITE 2: Wenn ich als aller erstes lesen darf, dass die Dinge die die Redaktion diese Woche wirklich wichtig fand eh auf ihrer Homepage stehen stellt sich mir die Frage: "Halte ich die zusammen gefegten Reste aus der Redaktion oder der Homepage in den Händen? So zu sagen die Rumkugel des Meinungsmagazins?"...
3. ...
4. ...
5. ...
...Haben die anderen schon alles geschrieben.

Wenn mit Nr. 19 dann mein Langjähriges Abo ausläuft werde ich trotzdem (gelegentlich) an einen Kiosk gehen und etwas in Meinungsmedium rein blättern.
Bis dahin...

P.S.
Als ich gestern meine Abo-Kündigungs-Bestätigung in Händen hielt war ich froh und dankbar. Denn oben rechts, in der Ecke, war noch der Briefkopf vom FREItag. Ich empfand es wie einen letzten Gruß. Quasi ein letzter Blick in den Sarg - oder die Hand voll Erde die ich werfen durfte. Danke.

Sonia 23.02.2009 | 11:41

Also, dem w.smith Dank für die Anregung, wie man einen Werbefilter einbaut, das schreibt er unter meinem letzten Kommentar. Ich habs allerdings noch nicht versucht.
Was mir immer wieder auffällt an den Kommentaren zum neuen Freitag: Ist da nun die hingeschiedene Woche oder die alte Tante taz über uns gekommen? Da scheint mir doch ein gewichtiger Unterschied im Layout.
Dass die neuen Inhaber die rote Freiheit gekappt haben, scheint auch mir symptomatisch. Und manche der ganz alten Kolumnen wie der Berliner Abend fehlen einfach sehr: Ich hab jetzt ein bisschen nostalgisch die paar letzten nachgelesen. Ja, und schön wäre es schon, wenn sich hier auch die Redakteure mit Stellungnahmen beteiligen würden, aber wahrscheinlich haben die paar Leute, schaut mal ins Impressum, alle Hände voll zu tun, das überhaupt zu stemmen. Vielleicht ist das mit dem virtuellen Disput auch eine Illussion, weil keine Seite den Nutzen sieht: Die eine Seite kann die Vorschläge nicht aufnehmen, die andere ist frustriert, weil sie ins Leere gehen.

Philip Grassmann 26.02.2009 | 23:33

Lieber Herr Hölterhoff,
Ich bin da ganz Ihrer Meinung. Wenn wir debattieren wollen, wenn wir uns um den richtigen Weg streiten wollen, wenn wir uns gegenseitig Ernst nehmen wollen - dann sollten wir uns nicht davor scheuen, mit unseren Namen für unsere Meinung einzustehen. Das machen Journalisten jeden Tag, denn sie schreiben unter ihrem Namen in der Zeitung/online. Und ich finde, das sollte auch in der Freitag-Community so sein.
Aber wir werden auch niemanden aus der Community ausschließen, wenn er unter Pseudonym schreibt. Jeder muss das für sich entscheiden. Das Netz ist frei, ebenso wie die Freitag-Community. Ich persönlich meine aber, jeder sollte zu seinen Ansichten stehen. Und zwar mit Namen
viele Grüße, Ihr Philip Grassmann

Philip Grassmann 26.02.2009 | 23:53

Lieber Moosgard,
ok, ich gebe zu, dass die Reaktionen auf die Kritik ebenso wie auf die vielen Anregungen zahlenmäßig nicht gerade überwältigend war.Das hängt damit zusammen, dass wir als Redaktion in den vergangenen Wochen sehr viel zu tun hatten mit dem Relaunch und dem neuen Online-Auftritt. Aber lassen Sie uns doch mal inhaltlich ins Gespräch kommen (Und ich will Sie jetzt nicht von Ihrer Abo-Kündigung abbringen) Es stimmt ja, wir haben das Layout stark verändert. Aber ich sagen Ihnen auch: Ohne diese Änderung hätte des den Freitag nicht mehr sehr lange gegeben. Die Kritik an dem so genannten neuen Freitag entzündet sich immer wieder an den gleichen Themen: 1.) zu bunt. 2) die Chronik stört. 3.) der Alltag-Teil gefälllt vielen Leseren des so genannten alten Freitag nicht. 4.) Häppchen-Journalismus. Und meine Antwort auf diese Kritikpunkte lautet: Optisch hat sich einiges verändert, aber inhaltlich ist der Freitag der gleiche geblieben. Es verwundert mich offen gesagt immer wieder (und damit sind jetzt nicht Sie gemeint) dass viele Leser uns vorwerfen, wir seien jetzt ins neoliberale Lager abgedriftet. Wer sich die Mühe macht, die Zeitung zu lesen, wird das nicht bestätigt finden. Ich kann da nur (unter anderem) das Wochenthema der Ausgabe 9 empfehlen. Oder den Leitartikel von Michael Jäger von Ausgabe 8. Oder das Wochenthema der Ausgabe 7.
Wir haben die Zeitung mit dem Alltag erweitert. Ja, es ist richtig, dass diese Lage nicht der Ort für politische Debatten ist. Sondern für Unterhaltung. Aber für kritische, intelligente Unterhaltung. Und ich finde, der Freitag hat dadurch gewonnen. Man muss den Alltag ja nicht lesen. Aber wer sich darauf einlässt, wird es mit Gewinn tun. Nehmen Sie nur mal den Aufmacher über Mickey Rouke. Da geht es eigentlich nicht um einen Hollywood-Star, sondern um eine gescheiterte Existenz, die sich ins Leben zurückkämpft. Ich finde, dass ist ein Thema für den Freitag. Ebenso wie das Interview mit Frau Bergemann über ihre Fotokunst in der DDR.
Also, wie wärs: Machen Sie uns doch mal Vorschläge, was Sie gerne imn Freitag lesen möchten. In der Zeitung, aber auch Online.
Viele Grüße,
Ihr Philip Grassmann

w.Smith 27.02.2009 | 21:10

Lieber Herr Grassmann,
schön dass es doch noch eine Reaktion der Redaktion hier im Willkommensbereicht gibt, ich dachte schon der sei aufgegeben worden!
Sie fassen die Kritikpunkte der alten Freitagleser relativ gut zusammen, (ich würde noch die Rückkehr der Berliner Abende hinzufügen, die hier sehr oft angeklungen ist).
1.Was den Punkt angeht, dass die Zeitung zu bunt sei, so muss ich ihnen sagen, dass ich da schon eine Veränderung seit der ersten Ausgabe festgestellt habe, die ich eigentlich als positiv bewerte. Aber vielleicht war die erste Ausgabe auch einfach nur ein Farbenschock und ich habe mich seitdem daran gewöhnt, aber mir kommt die Bildauswahl besser vor.
2. Was die Chronik angeht, so stört diese finde ich weniger, als dass sie wie ich finde nicht unbedingt nötig ist. Ich finde man könnte den Platz besser für etwas anderes nutzen. In anderen Kommentaren bzw. meinem Blog habe ich z.B. vorgeschlagen, dort eine Diskussion über ein bestimmtes Thema laufen zu lassen, zu dem sich verschiedene Autoren äußern. Oder was ich sehr schön fände, (wenn nicht an stelle der Chronik, dann an anderer Stelle) die neue Redaktion vorzustellen. Ich fände dies sehr interessant, um ein kleinwenig über den Hintergrund der Redakteure zu erfahren. So könnten Punkte "was verbinde ich mit dem Freitag", "woher komme ich" "wo will ich im Freitag hin" und vieles mehr in so einer Präsentation behandelt werden. Dies würde zum Beispiel sehr dazu beitragen zu verstehen aus welcher grundlegenden Position heraus ein Autor schreibt.
Ich persönlich als "alter Freitagleser" empfinde den Alltag-Teil als Bereicherung des Freitags, jedoch liegt darin noch viel Verbesserungspotential. So finde ich die Seite A-Z immer noch nicht richtig gut, auch wenn sie sich in den letzten Ausgaben verbessert hat. Ich habe jedoch immer noch das Gefühl, dass da teilweise Werbung für irgendwelche "hippen" Dinge gemacht wird..
An anderer Stelle habe ich vorgeschlagen, Musik in den Freitag zu bringen, was gut in den Alltag passen würde.
was meinen sie mit Häppchenjournalismus?
Bisher sind meist nur relativ kurze Texte aus den Blogs abgedruckt? Soll das so bleiben oder würden auch gute Texte abgedruckt, wenn sie vom Umfang eine Randspalte sprengen würden?
Soweit so gut
mfg w.Smith

Uta 28.02.2009 | 01:00

Eine der ersten „Westreisen“ führte meinen Papa nach Südtirol, in die Dolomiten, an das Grab seines Vaters. Sein Mitbringsel war ein Zelten: komprimierte Trockenfrüchte, mit vielen Rosinen.
Daran muß ich denken, wenn ich jetzt die ersten Ausgaben des neuen „Freitags“ vor mir habe. Der alte „Freitag“ war ein Zelten. Der neue ist eher ein Gugelhupf: Viel Luft und Hefe, und die Rosinen muß man suchen

denoc 01.03.2009 | 18:40

Liebe Redaktion
der Leitartikel von Jacob Augstein "an der Staatsgrenze" macht unmissverständlich deutlich, wohin die Reise geht. Die große Anzahl von Kommentaren zu dem Artikel zeigen, dass viele Leser nicht einverstanden sind,dass der neoliberalen Weltanschaung auch in dieser Zeitung eine Plattform zur Verfügung gestellt wird.
( Meine Kritik kann jeder unter Kommentaren zu dem Artikel finden). Mich interessieren ausschließlich die Meinungen der "alteingesessenen" Journalisten und Herausgeber. Wie seht ihr die Entwicklung von "Freitag"? Seht ihr eine Kontiunität zu der alten Zeitung oder einen radikalen Bruch? Könnt ihr eine Zusammenarbeit mit der neu aufgestellten Redaktion langfristig vorstellen? Nach meiner Beobachtung meldet ihr euch zu selten zu den neuen Entwicklungen in dieser Zeitung. Viele Leser würden sich über eine Stellungnahme freuen und dass seid ihr den Lesern schuldig.( Wer seine Meinung ungern veröffentlichen möchte, kann sich auch unter einem Pseudonym dazu äußern oder mir eine Nachricht schicken).

thorinius 09.03.2009 | 12:57

Liebe Redaktion,
"jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" und ich wünsche Ihnen viel Durchhaltevermögen und Kraft, Ihre Ideen hier zu verwirklichen, die ich für sinnvoll halte.
Ihre Frage nach Kritik zur Gestaltung nehme ich beim Wort, denn: Mir fielen zwei Dinge auf:
Die Videos sind nicht betitelt, man spielt sie sozusagen "blind" ab, ohne zu wissen, was jetzt kommt, das wirkt und unprofessionel. Bei der Anmeldung kann man die AGB und die Datenschutzrichlinien öffen, diese öffnen sie aber nicht als neues Fenster, so dass man zur Anmeldung wieder die Zurücktaste klicken muss, das empfand ich als unpraktisch.

frohes Schaffen,
Ihr Thorinius

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Ehemaliger Nutzer 29.03.2009 | 13:47

Eine Frage, die ich an anderer stelle schon einmal gepostet habe, die aber dort scheinbar untergegangen ist:

Mich stört es, dass ich mich jedes mal, wenn ich meinen Webbrowser neu aufmache, neu anmelden muss, um in der Community mitreden zu können. Bei praktisch jedem Forum/jeder Community ist es möglich bei der Anmeldung anzuklicken "angemeldet bleiben" (oder ähnliches). Wäre das nicht auch hier möglich? Oder gibt es einen Grund, dass es dieses Feature nicht gibt?

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Ehemaliger Nutzer 30.03.2009 | 00:54

Danke.

Noch etwas anderes, was mir gerade auffällt und das ich gerne anregen würde:
Wenn ein Blogeintrag zu einem Artikel "erhoben" wird, dann bleibt bisher ja der Blogbeitrag weiterhin bestehen. Zudem wird beim entsprechenden Autor weder auf den Artikel verwiesen, den er (wenn auch ursprünglich als Blogbeitrag) geschrieben hat, noch kann man beim Artikel auf den Autornamen klicken und so direkt zum Autor kommen. Das kommt mir alles etwas befremdlich vor.
Dass man den ursprünglichen Blogbeitrag nicht löschen will, weil damit auch evtl. abgegebene Kommentare verloren gehen ist irgendwie verständlich, aber diese Doppelbelegung ist irgendwie trotzdem nicht das gelbe vom Ei. So muss man evtl. an zwei Stellen über das selbe diskutieren (das ist mir bisher nicht passiert, aber grundsätzlich ist das auf jeden Fall denkbar). Außerdem
Und für den Autor ist es nach kurzer Zeit nur noch schwer zu verfolgen, wenn jemand unter seinen Artikel etwas schreibt. Ich überprüfe beispielsweise immer, ob zu meinen Beiträgen etwas neues geschrieben wurde, indem ich auf meinen Namen klcike und mir dort die Zahl der Antworten anschaue. Das geht bei Artikeln eben nicht. Die Suchleiste ist da zwar hilfreich, besser wäre es aber denke ich, wenn beides gehen würde.
Und der Link vom Artikel zum Autor wäre für den Autor natürlich ein bisschen Werbung.

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Ehemaliger Nutzer 31.03.2009 | 11:55

Gerade habe ich festgestellt, dass meine Rezension "Frosch, Drache, Schwein" jetzt plötzlich (nachdem sie ein eigenständiger Artikel war), nun "nur noch" verlinkt wird; d.h. wenn man auf den Link im Kultuzressort klickt, dann gelangt man zum ursprünglichen Blogbeitrag.
Ich hatte ja oben kritisiert, dass die bisherige Lösung, dass Artikel und Blogbeitrag parallel existieren, ihre Nachteile hat. Wie das jetzt (in meinem Fall) gelöst ist mag mir aber auch nicht gefallen. Ich finde, dass "nur" ein Link in den Blog den Artikel aus den restlichen, von Redakteuren verfassten, Artikels negativ ausschließt. Ich befürchte, ein nur verlinkter Blogeitrag könnte auf einige Leser abschreckend wirken. Außerdem geht so das Einfügen von Bildern durch die Redaktion wieder verloren, was ich schade finde.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass bei anderen Beiträgen noch eine, ich nenne sie mal, Zwischenseite existiert, mit Bild und kurzer Einführung und dann einem Link. Das ist ein wenig komplex (man muss sich erst durchklicken, bis man zum eigentlichen Beitrag kommt), aber irgendwo auch wieder sinnvoll.

Ich denke, die für den Leser beste Variante wäre, wenn es eine Variante gäbe, Blogbeiträge durch die Redaktion (im System) aufzuwerten, so dass der Blogbeitrag zu einem Artikel wird, aber nicht mal parallel existiert, die Kommentare bleiben erhalten und der Text ist weiterhin auch auf der Autorenseite verlinkt, aber eben unter einer Rubrik "Artikel". Und die Redaktion sollte die Möglichkeit bekommen, den Beitrag im redaktionnelen Rahmen zu bearbeiten (korrigieren, Bilder einfügen, ggf. redigieren).
Ich weiß leider nicht wie einfach das zu verwirklichen wäre. Es wäre aber in meinen Augen die beste Lösung.

So oder so halte ich es aber für äußerst sinnvoll, wenn solche Bloggerartikel Einheitlich präsentiert werden.

Grüße,
Christoph

floffimedia 10.04.2009 | 03:53

Etwas, wie ich finde, essentiell wichtiges funktioniert bisher noch nicht: Zitieren!
Ich wollte einen Satz aus dem Text durch den html-Tag

hervorheben und er wurde gar nicht angezeigt. Die Funktion, zu kommentieren, ist für eine vernünftige Diskussion extrem wichtig.
Ein Vorschlag von mir wäre, einen Button einzublenden, wenn der Nutzer einen Abschnitt aus dem Text kopiert, der den Text automatisch mit der Zitieren-Formatierung in das Kommentarfeld einfügt.
Auf jeden Fall würde ich mich über eine baldige technische Lösung sehr freuen.

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rainer-kuehn 15.07.2009 | 23:40

Ein Durchstart ... ich lese den Freitag seit Jahren; als es ihn noch namentlich gar nicht gab, und ich schrieb auch ein dreckig dutzend Mal im Freitag kulturjournalistisch, und ich bin ihm treu nun seit über zwanzig Jahren. Nach Eingewöhnung in die communitysatte Online-Version und dem Wiederfinden bekannter Autoren und Themen bin ich doch zufrieden mit dem neuen Freitag. Aber auf der linken Seite ist man nie wirklich zufrieden ...

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rainer-kuehn 15.07.2009 | 23:43

Ein Durchstart ... ich lese den Freitag seit Jahren; als es ihn noch namentlich gar nicht gab, und ich schrieb auch ein dreckig dutzend Mal im Freitag kulturjournalistisch, und ich bin ihm treu nun seit über zwanzig Jahren. Nach Eingewöhnung in die communitysatte Online-Version und dem Wiederfinden bekannter Autoren und Themen bin ich doch zufrieden mit dem neuen Freitag. Aber auf der linken Seite ist man nie wirklich zufrieden ...