Kunstaffin, diskursfähig: der Serienkiller in Ute Cohens „Falscher Garten“

Psychothriller So manch ein Psychothriller braucht hunderte von Seiten, in Ute Cohens „Falscher Garten. Eine schwarze Kapriole“ kommt die Autorin schneller zur Sache
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 45/2022
Ute Cohens „Falscher Garten“: Eine „gewitzte Studie über die menschliche Fähigkeit zur Selbsttäuschung“, findet unsere Autorin
Ute Cohens „Falscher Garten“: Eine „gewitzte Studie über die menschliche Fähigkeit zur Selbsttäuschung“, findet unsere Autorin

Foto: picture alliance / S7 Photo I Florian Pelok

Valverde ist ein Serienkiller, wie er im Buche steht. Und zwar in jener Art von Schmöker, wie er sich massenhaft an grusellüsterne Leserinnen verkauft. Von einem unheilbaren Drang nach irdischer Gerechtigkeit getrieben, tötet er fünf wohlhabende Damen von miesem Charakter und gestaltet aus ihren geschundenen Körpern eine bizarre Skulptur. Der Mörder fühlt sich als Künstler und reagiert ungehalten, wenn sein Werk auf verständnislose Rezensenten stößt. Als „Uckermark-Bestie“ möchte er sich nämlich nur ungern titulieren lassen.

Aber der Mann hat auch andere Seiten. Als Liebhaber und Ersatzpapi gibt er sich sensibel und verständnisvoll. Sein Musikgeschmack (Iggy Pop, Robert Fripp, Ornette Coleman) verspricht Disti

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