„Günter Gaus Medien- Akademie“ in Gründung?

Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

„Günter Gaus Medien- Akademie“ in Gründung?

Am 23. November 2009 wäre Günter Gaus (1929- 2009) achtzig Jahre alt geworden. Günter Gaus war 1991 Mitbegründer und Mitherausgeber des Meinungsmediums der Freitag.
Ist das nicht spätestens ein Einlass, über das Für und Wider der Gründung einer “Günter Gaus Medien Akademie“

mit angeschlossenem Meinungsmedium der Freitag nachzudenken?

Welche Maßstäbe, Kriterien, Erwartungen, Hoffnungen, Finanzierungsmodelle, Perspektiven wären als Allgemeines wie Alleinstellungs- Merkmal an solche Gründung einer „Günter Gaus Medien- Akademie“ zu knüpfen?


Wie viel versprechend und aussichtsreich wäre ein direkter Anschluss des Meinungsmediums der Freitag, samt Freitags- Community an die „Günter Gaus Medien- Akademie“?

Wir schauen uns die Augen reibend interessiert betroffen, viele Fragen offen.

Günter Gaus war als Grenzgänger zwischen Publizistik, Medien,
Wissenschaft hier, Politik, Diplomatie da, im strengsten Sinne des Wortes in der Wahrnehmung von Trennungsschärfe in seinem jeweiligen Rollenverstandanis bis zur Schmerzgrenze präzise.

Stets hat Günter Gaus unter seinem jeweiligen Rollen- Hut darauf geachtet, die Tassen in den Schränken anderer unversehrt und die Tassen in seinem eigenen Schrank daheim in Hamburg- Reinbek heil zu lassen, ohne zu vergessen, wenn es an der Zeit war, seinen vorherigen Rollen- Hut abzusetzen.

Warum gewinnt diese klare Trennungsschärfe, dieses klare Abgrenzungsvermögen Günter Gaus, einmal Intendant des SWR, dann Chefredakteur des Wochenmagazins Der Spiegel, dann Erster Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in der DDR/Ostberlin,danach, neben dem Regierenden Bürgermeister von Westberlin, Peter Glotz, Wissenschaftssenator,heute besondere Bedeutung?

Ich erkenne folgende Gründe:
Weil wir es schon immer geahnt, aber seit der Ära des US- Präsidenten George W. Bush wissen, was es an heillosen Wirkungen auf demokratisch verfasste Gesellschaften entfaltet, wenn Medien den Rang von „inbeded“ regierungsnah anstreben und auch noch auf dem Silbertablett von Kriegsberichtserstattung im und über den Irak feil geboten bekommen.

Günter Gaus hat all diesen Verlockungen unversehrt, wie aus der reinen Lehre der Publizistik und Medien Wissenschaft, widerstanden.

Darüber hinaus gingen von Günter Gaus auch niemals solche Einladungen an Medienleute aus, sich in den Rang von regierungsnah, inbeded zu begeben.

Die Hochstimmung von manchen Medienleuten, die ihr Glück gar nicht fassen konnten, wenn sie quasi mit an Kabinettstischen saßen, war Günter Gaus lebenslang genauso fremd, wie regierungsfreundliche Hofberichtserstattung.

In seiner legendären Dresdner Rede benennt Günter Gaus seine "Innere Verfassung" mit dem Satz:

"Ich nehme mir die Freiheit heraus, Hüte nicht zu grüssen"

Die Frage, wer in der bundesdeutschen Medienlandschaft könnte die Nachfolge von Günter Gaus antreten, stellt sich für mich insofernganz anders, weil ich meine, dass eine einzelne Person, nicht einmal die Tochter von Günter Gaus, Bettina Gaus, trotz und wg. ihrer eigenen Verdienste um die deutsche und internationale Publizistik, die Nachfolge Günter Gaus gar nicht antreten könnte.

Die Nachfolge Günter Gaus könnte nach meiner Einschätzung nur eine "“Günter Gaus Medien Akademie“ antreten.

Mein Wunsch ist es, dem Für und Wider der Gründung einer „Günter Gaus Medien- Akademie“ ein Forum zu bieten.

Deshalb trage ich hiermit meinen Wunsch an die Freitag Redaktion heran, für dieses Forum, ein Forum „Günter Gaus Medien- Akademie“ unter www.freitag.de freizuschalten. Danke!

tschüss
JP

22:35 25.11.2009
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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