Benedikt XVI, ein Papst mit Herz ohne Hörsinn?

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Was ist verhängnisvoller, was befreiender, ein genwäriger Hörsturz im päpstlichen Herzen oder der Sturz des Heiligen Stuhls?

Was mich insbesondere an der Rede Papst Benedikts XVI verstört hat, ist die klammheimlich polarisierende Positionierung eines Kulturkampfes der christlich- abendländisch- jüdischen Religionskultur gegen die morgenländisch islamische Religionskulur, indem Papst Benedikt XVI wohlweislich mit kaltem Hauch Philosophen der Antike in Athen, Rom im Sinne angeblich chistlicher theologischer Maximen bei der Findung und Setzung von Recht, historisch aberwitzig umdeutend, für den Katholizismus vereinnahmt, den Islam als dritten Stamm der abrahamiitischen Religionen mit seinen Recht bildenden Heiligen Orten im frühen Mittelalter aber selbst nach den Einlassungen unseres Bundespräsidenten Christian Wulff, angesichts von nahezu vier Millionen glaubensnahen, glaubensfernen Muslimen/innen in Deutschland:

"Der Islam ist Teil der deutschen Gesellschaft geworden"

mit beredtem "Herzen ohne Hörsinn", robust eisern wie kievig professoral lächelnd, ignoriert.

Kaltschnäuzig finde ich Papst Benedikts XVI hoch ambitionierte Einlassung auf das Gleichnis ( Bibel, 1. Buch der Könige Altes Testament ) von der Bitte Salomos an Gott, ihm ein
"Hörendes Herz"
für seine Regentschaft als König des Volkes Israel vom Stamme Abrahams zu schenken, um dann selber als angemaßter Stellvertreter Gottes auf Erden vom Heilien Stuhl "Papamobil" mit forschem Sinn, angesichts dringlicher Anfragen von Bundespräsident Christian Wulff sein "Herz ohne Hörsinn" zu offenbaren..

Deshalb meine Fragen:
Ist Benedikt XVI , auf dem völkerrechtlich anerkannten Heiligen Stuhl ein Papst mit Herz ohne Hörsinn?

Was ist verhängnisvoller, was befreiender, ein Hörsturz im päpstlichen Herzen oder der Sturz des Heiligen Stuhls?

In dem Feitag Blog von Michael Jäger:

www.freitag.de/politik/1138-durfte-der-papst-schweigen

Papstrede | 22.09.2011 19:55 | Michael Jäger
Durfte der Papst schweigen?
Ein Papst spricht im Bundestag: welch eine Sprecherposition! Doch über die eigentlich interessanten Fragen sprach er nur hinter verschlossenen Türen mit der Kanzlerin

geht es für mich u.a. um die hochinteressante Einlassungen des Bloggers ChristianBerlin:

"wenn man voraussetzt - wie der Papst das getan hat - dass sich der Identitätskern Europas schon in der Antike herausgebildet hat, dann kann der Islam bei dieser Matrixbildung keine Rolle gespielt haben, weil es ihn da noch nicht gab."

Meine Antwort:

Gerade darin sehe ich den päpstlichen Versuch, die Entwicklung des Menschenrechts, der Rechtsstaatlichkeit kaltschnäuzig relativierend in die Antike zu verlegen, um sich unangemessen mit fremden Federn schmückend, den Islam federlos aussehen zu lassen.

Damit dementiert Papst Benedikt XVI selber seine Grundsatzrede vom angeblich leidlichen Relativismus des Glaubens und Denkens in dieser unserer Zeit als lebendiges Beispiel an professoral praktiziertem Relativismus.

Mehr professoral theologisch theophratisch bombastischer Relativismus auf dem Heiligen Stuhl wie in diesem Pontifikat Papst Benedikt XVI war und ist bei Lichte betrachtet so heikel nie gewesen.

Das wiederum sei Papst Benedikt XVI mit
"Hörendem Herzen"
bei allem intelletuell brennenden Sinnen & Trachten als Vorliebe und Neigung durchaus vergönnt.

"Natürlich ist die Negativ-Erwähnung problematisch. Sei steckte m.E. in dem vergleichenden Satz, das Christentum habe als einzige Religion seine Voten zur Regelung weltlicher Rechtsfragen nicht aus einer Offenbarung abgeleitet. Da muss man fragen, ob diese religionsgeschichtliche Einschätzung stimmt."

Meine Antwort:

Du drückst Dich da fraglos zurückhaltend aus.
Warum?
Voten zur Regelung klerikaler wie weltlicher Rechtsfragen werden bis heute in der Römisch Katholischen Kirche demokratiefern hinter verschlossenen Türen im Vatikan durch ein kadinal erlesen ausgewähltes Volk der Wenigen abgeleitet, um dann als göttlich seligsprechende Eingebung und heilige Offenbarung, urbi et orbi, verbreitet zu werden..

Da hat Papst Benedikt XVI wohl im intellektuell hochtrabenden Eifer seiner professoralen Rede "Spiritus Sanktus" ein Eigentor geschossen.

Übrigens haben alle? europäischen Staaten die Menschenrechtskonvention unterschrieben - bis auf den Vatikan!"

Mutmaßlich hat der Vatikanstaat als erste völkerrechtich anerkannte Steueroase seit den Bauernkriegen von 1525 mit der Schweiz als Appendix Anhang, ebensowenig die UNO Charta gegen Korruption und Abgeordnetenbstechung unterzeichnet, geschweige denn raifiziert wie Deutschland.

tschüss
JP

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Geschrieben von

Joachim Petrick

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Joachim Petrick

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