"HEILIGER BIMBAM" 2014 wie 1914

Kassandra 1918 "Wir lernen sehr wohl aus den irrtümern der Geschichte, nämlich einfallsreich Irrtümer zu begehen, auf die wir, ohne Kenntnis der Geschichte, nie gekommen wären"
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Ist die Lage von 1914 im Jahr 2014 wieder da. als hätte die Menschheit aus einhundert Jahren Geschichte nichts gelernt?

Um in etwa mit dem am 23. Dezember 1918 geborenen Altbundeskanzler Helmut Schmidt zu sprechen:

"Wir lernen sehr wohl aus den irrtümern der Geschichte, nämlich einfallsreich Irrtümer zu begehen, auf die wir, ohne Kenntnis der Geschichte, nie gekommen wären"

1914 war das Szenario der internationalen Politik durch eine undurchsichtige Gemengelage von öffentlich gemacht und geheim eingegangenen Bündnisverpflichtungen der damaligen Großmächte England, Deutschland, Frankreich, Russland, k.u.k. Donaumonarchie, Osmanisches Reich, Italien, USA, Japan, wie es Christopher Clark in seinem Bestseller "Die Schlafwandler", die Geschichte am Vorabend des Ersten Weltkrieges, mit unwägbaren Risiken, untereinander, gegeneinander behaftet, geprägt, die unabdinglich im kolossal kolonialen "Stil" der Zeit angestrebt sein wollten.

1914, wie 2014, beherrscht eine Niedrigzinsphase eine Weltwirtschaft, einen Welthandel in nie dagewesenem Maße, der sich gerade aus einer tiefen Depression der Jahre 1882- 1898, auf dem Weg zu neuen bis dato unbekannten Ufern und Wachstumszahlen, erholt zu haben schien, .

Der Grund ist 1914, wie 2014, der gleiche. Einem anwachsenden Sparaufkommen der Privathaushalte in den entwickelten Ländern, steht eine sinkende staatliche und private Investitionsbereitschaft in gemeindenahe Projekte gegenüber.

Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, erklärt sich zwar nicht zu einem historischen Vergleich von 1914 und 2014, weist aber in seinem heutigen Deutschlandinterview mit Gerd Breker durchaus auf allgemeine wirtschaftliche Gefahrenlagen hin, die n. m. E. einen Vergleich geradezu aufdrängen.

Um den Geldzufluss internationaler Investoren zumindest zu halten, wenn nicht gar zu steigern, sind in der neueren Geschichte der Staaten der Welt, gewählte, nicht gewählte Regierungen, noch immer auf exotische Unternehmungen, darunter die Option auf Hochrüstung, regionale Krisen- , Kriegs- , Katastrophenszenarien gekommen, um eine längst in Auflösung befindliche Kreditwürdigkeit des eigenen Standortes weiterhin "ungestört", prolongierend, vorgaukeln zu können.

1914 war es die k.u.k. Donaumonarchie, mit der das Deutsche Kaiserreich nach dem Attentat von Sarajewo auf den österreichischen Thronfolger, vertraglich gebunden, in Nibelungentreue in den Krieg gegen Russland und damit gegen Frankreich, England zog.

Heute scheint ein Szenario denkbar, dass das Japanische Kaiserreich nach dem dreifachen GAU der AKW- Meiler von Fukushima im März 2011, 2014 nach einem militärisch nichtigen Ereignis, einem Credit Event zwischen Japan und China wg. drei kleiner Inseln einen unerklärten Krieg gegen China vom Zaume bricht, die USA, vertraglich gebunden, zur Nibelungentreue drängt, um von innenpolitischen Konfliktgemengelage, immenser Staatsverschuldung, gepaart mit sinkender Kreditwürdigkeit der öffentlichen Hand und der Privathaushalte abzulenken.

2014 wie 1914 scheinen die Regierungen der entwickelten Länder eines, wie der Teufel das Weihwasser, als Ausweg und Lösung aus ihrer Gefahrengemengelage, zu meiden, die Stärkung der Kaufkraft der Privathaushalte ihrer Bürger, statt gutes Geld der Steuerzahler schlechtem Geld für überdimensionierte Projekte, fremdfinanzierte Hochrüstung, Krisen, Kriege, Katastrophen zu Lasten Dritter hinterher zu schmeißen.

"Ist die Not am größten, naht auch schon die Rettung",

meinte der Dichter Friedrich Hölderlin (1770- 1845)

Wenn das 1914 nicht geklappt hat, weil zuviele Regierenden lieber schneidig ihre Hacken sinnlos zusammen geklappt, statt, freudig lösungsorientiert, ihr Hirn aufgeklappt haben, warum soll das 2014 nicht doch klappen mit Hölderlins Sinnspruchstiftung.
JP

http://www.deutschlandfunk.de/voraussichtlicher-export-rekord-wirtschaftsweiser-warnt-vor.694.de.html?dram:article_id=273108
Beitrag vom 27.12.2013
VORAUSSICHTLICHER EXPORT-REKORD

Peter Bofinger im Gespräch mit Gerd Breker

Peter Bofinger, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/helmut-schmidt-der-zukunft-zugewandt
JOACHIM PETRICK 22.12.2013 | 04:04 6
Helmut Schmidt der Zukunft zugewandt

19:08 27.12.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Joachim Petrick

Aktuelles: Meine sichere Route- Refugee-Airlift - Petition "Luftbrücke für Flüchtlinge in Not" an die MdBs des Bundestages erhofft Debatte
Joachim Petrick

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