Juliane Beer
09.06.2016 | 14:15 33

Visionen? Brauchen wir!

Buchbesprechung Der Ökonom Stefan Mekiffer erklärt in „Warum eigentlich genug Geld für alle da ist“ den Irrsinn, der nach wie vor an den Universitäten der westlichen Welt gelehrt wird

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Juliane Beer

Visionen? Brauchen wir!

Foto: NORBERTO DUARTE/AFP/Getty Images

Aus den Reihen meiner Generation tönte jahrelang die Beschwerde, dass ein großer Teil der Nachkommenschaft sich nur noch auf popkulturelle Trends fokussieren würde, ansonsten unpolitisch, kritiklos und konsumaffin wäre. Zurecht, wie ich damals fand.

Das scheint Schnee von gestern zu sein. Die herrschenden Verhältnisse zwingen offenbar dazu, sich Gedanken über den Zustand der Welt zu machen, auch wenn die Verpopung aller Lebensbereiche, mundgerecht serviert gerade für 20 bis 30-jährige, weiter voranschreitet.

Ob man in diesem Alter momentan ganz old-fashioned marxistischen Jugendorganisationen beitritt oder wie vor wenigen Jahren der Occupy-Bewegung, oder aber ganz klassisch in einer Partei mitmischt, ist wahrscheinlich eine Frage des Sentiments.

Mir gefällt besonders die Gruppe derer, die Visionen hat. Wer Visionen hat, sollte meiner Meinung nach eben gerade nicht zum Arzt gehen, wie Helmut Schmidt es einst empfahl. Ob es sich dabei um Share Economy, Grundeinkommensprojekte oder neue Formen des Zusammenlebens handelt – die ideologiefreie Frische, mit der diese Projekte ersonnen und vorangetrieben werden, lässt im Gegenteil auf einen recht intakten Geisteszustand schließen. Dazu später mehr.

Zunächst zur Sache:

Zu der Gruppe der wendigen jungen Geister gehört der 28jährige Ökonom Stefan Mekiffer. Er schrieb das Buch, das er nach eigener Aussage zu Beginn seines Studiums der Wirtschaftslehre gern selbst gelesen hätte:

„Warum eigentlich genug Geld für alle da ist“

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Mekiffer will den Irrsinn aufzeigen, der nach wie vor an den Universitäten der westlichen Welt gelehrt wird. Die angebliche Alternativlosigkeit des Wirtschaftssystems, die aber letztlich nur ein riesiger Kontrollapparat ist. Das gelingt ihm. Bei jedem seiner Beispiele, anschaulich und unterhaltsam dargebracht, erkennt man bereits nach dem ersten Absatz: Diese Nummer wird scheitern.

Genau. Willkommen in unserer Realität. Dies ist kein Buch, das Fachwissen erfordert. Einzige Voraussetzung: Man muss in der westlichen Welt leben. Schon erkennt man die Alltäglichkeit der fatalen Herrschaft des Geldes, hier mit wasserdichtem, kerngesundem Menschenverstand und philosophischer Pfiffigkeit entlarvt. Und wir alle spielen immer und immer noch mit, sogar dann noch, wenn wir bereits zu den vielen gehören, die nur noch am Gnadentropf des Kapitalismus hängen, damit aber immerhin den guten Zweck erfüllen, ein warnendes Beispiel für die jenigen abzugeben, die unermütlich im Takt des Mantras „Du kannst es schaffen“ weiter strampeln.

Anhand des Beispiel eines Dorfes, das sich einst selbst versorgte, stellt Mekiffer dar, wie eine Geldwirtschaft tiefgreifend die Gesellschaft wandelt – und schließlich zerstört.

Wie detailliert hinterfragt man im Alltag, was hinter der heiligen Kuh Bruttoinlandsprodukt steckt? Warum wird Religion im Westen oft als nicht mehr zeitgemäß belächelt, der genauso emotional besetzte Religionsersatz Wirtschaft aber nicht? Was genau ist in Griechenland, das angeblich gerettet wurde, passiert? Warum kommt das Land nicht auf die Beine, warum leben immer mehr Menschen dort auf der Straße, haben keine Krankenversicherung und nichts mehr zu essen, obwohl doch bereits Unsummen geflossen sind?

Die Antworten sind erschütternd.

Eigentlich kennen wir sie bereits. Oder erahnten sie zumindest, aber… okay, nicht heute. Es gibt ja doch keinen echten Ausweg. So wird es uns zumindest von klein auf suggeriert.

Wir haben den über Jahrhunderte ersehnten Wohlstand längst erreicht, sagt Mekiffer, wir kämen mit der Hälfte der Arbeitszeit bestens über die Runden, wenn diese gerecht verteilt wäre. Er untermauerte seine These anschaulich.

Und warum hören wir nicht endlich auf mit dem Wahnsinn?

Die Antwort mag lauten: Weil wir so erzogen sind, weil es (immer noch) zu bequem ist, einfach mitzumachen, selbst wenn von den Armen ganz selbstverständlich eine immer höhere Moral gefordert wird, keineswegs aber von der ´besitzenden Klasse`, um mal den etwas altmodischen Kampfbegriff einzuwerfen.

Der Faktor Psychologie, an dem letztlich das ganze Elend klebt wie am Fliegenfänger, ist das einzige, was meiner Meinung nach etwas zu kurz kommt im Buch. Es kostet einfach zu viel Energie und zu viel Mut, aus Traditionen auszubrechen. Unsere Spezies hat mehr als einmal bewiesen, dass sie aufgrund dieser Schwachstelle zur Verfügungsmasse mutieren kann; in Puncto Wirtschaft zu einer Konsum-abhängigen Armee, die willig hilft, für den Profit weniger die Umwelt zu zerstören, andere Länder auszubeuten, und ihnen dafür gönnerhaft `Entwicklungshilfe´ zu zahlen. Wir verkaufen unsere kostbare Lebenszeit für einen Appel und ein Ei, denn wir haben gelernt, es gern zu tun, danach zu lechzen, malochen zu ´dürfen´.

Mekiffers Lösung lautet „Schwundgeld“, also zinsloses Geld, Geld mit Verfalldatum. Unter anderem soll damit auch ein bedingungsloses Grundeinkommen gezahlt werden.

Über zinsloses Geld ist bereits viel geschrieben worden, von nachvollziehbar bis utopisch, es liest sich jedoch immer interessant. Vielleicht ist Geld mit Verfalldatum wirklich ein gangbarer Weg aus dem Dilemma. Der lange Todeskampf des Kapitalismus treibt die Menschen ja keinesfalls mehr zur Einnahme der ollen Medizin Sozialismus, wie sie bereits mehrmals erfolglos versucht worden ist.

Bei Mekiffer wird für Kooperation plädiert, weil Wettbewerb in seiner letzten Konsequenz nur in den weltweiten Ruin führen kann. Es gibt im Buch Parallelen zur Idee Sozialismus. Sie sind vom ideologischen Muff befreit und neu überdacht. Deshalb ist es ja so unter anderem so nötig und wichtig, dass man Visionen hat.


Der Autor:
Stefan Mekiffer, Jahrgang 1988, hat Wirtschaft, Kulturwissenschaften, Politikwissenschaften und Philosophie in Maastricht, Paris und Berlin studiert. Neben seiner Tätigkeit als Autor gründet Stefan Mekiffer gerade einen Waldgarten und tritt als Klezmer-Musiker auf. Er lebt in Berlin und Landau. (Quelle der Autoreninformation: Hanser Verlag, wo das Buch „Warum eigentlich genug Geld für alle da ist“ kürzlich erschienen ist)

Wir sind gerade darum bemüht, Stefan Mekiffer für Herbst 2016 in unsere BGE-Radiosendung Der Bedingungslose Nachmittag einzuladen.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (33)

Heinz 10.06.2016 | 08:55

»Ist genug Geld für alle da?«

Im Prinzip ja, aber wieviel?

Bevor ich das vorhandene Geld als Grundeinkommen verteilen kann, sollte ich wissen, wieviel eigentlich vorhanden ist:

Volkseinkommen 2015 BRD: 2.300 Milliarden Euronen.
Einwohner der BRD: 82 Millionen.
Einkommen pro Kopf pro Monat: 2.300 Euro.

Soviel haben nicht einmal einige Familien im Monat.

Die Grundsicherung beträgt in der BRD je nach den vielen Berechnungsgrundlagen mit allen Nebenleistungen zwischen 800 und 1.100 Euro im Monat.

Das sind ein Drittel bis zur Hälfte des monatlichen Pro Kopf Einkommens und könnte bereits heute als Grundeinkommen in Form einer Negativsteuer kostenneutral eingeführt werden, wenn die Bürokraten der Parteienoligarchie endlich auf die Reichsgrundsätze zur Fürsorge über Jugendliche und Arbeitsscheue von 1922 und 1924 verzichten würden.

Heinz 11.06.2016 | 12:18

»Bei Mekiffer wird für Kooperation plädiert, ...«

Bei den Parteioligarchen nicht!

Die Präambel des GG lautet:

»Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Präambel
Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.
Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk

Als säkularer Staat ist die Bezeichnung "vor Gott" verzichtbar, weil hier nicht näher beschreibbar ist, "Wer oder Was" damit gemeint sein könnte und je nach Sektenzugehörigkeit sehr unterschiedlich ausgedeutelt wird.

Abgesehen davon, daß sich die Rumpfrepubliken der Berliner Republik Deutschland BRD selbst nicht alle einheitsstaatlich als Länder bezeichnen, sondern als Freistaat oder Hansestadt, ist mit dieser Präambel nicht das ganze deutsche Volk aufgeführt, sondern nur Teile davon, die in Schrumpfgermanien leben. Andere deutsche Völker leben in Frankreich, das sind die Elsässer, in Österreich, das sind alle Länder von Tirol bis zum Burgenland, und die deutschen Kantone in der Schweiz. Kleinere deutsche Minderheiten leben in Luxemburg, in Belgien und über die ganze Welt verteilt. Die Präambel des GG der BRD ist also anmaßend.

"Die Deutschen in den Ländern ( ... ) haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet."

Eine freie Selbstbestimmung hat es in Deutschland niemals gegeben. Weder in der Weimarer Republik, noch in der BRD und dazwischen sowieso nicht. Zum Beispiel waren nach dem totalen Umbruch im ersten Deutschen Bundestag von 1949 noch drei (3) parteiunabhängige Abgeordnete vertreten; seither ist dies niemals wieder geschehen.

In der BRD wird in den Parteizentralen von Parteioligarchen bestimmt, wie verwaltet wird. Die Präambel des GG der BRD macht also eine Falschaussage. Das Volk bleibt draußen im Lande - und soll dort gefälligst auch bleiben.

Die Wirklichkeit ist in der BRD keine Kooperation der Parteien mit den Bürgern und Bürgerinnen, sondern gegen sie.

Die Parteien kooperieren mit den Parteispendern - "Wer anschafft, bestimmt!"

dos 11.06.2016 | 17:41

Das hier propagierte "Schwundgeld" nimmt zwar systematisch einen Realismus ins Geld auf, - nämlich daß auch statische Wertpersistenz/-aufbewahrung stets mit Kosten u./o. Verlusten verbunden ist -, doch sprechen unangenehme Folgen und hoch aufwendige Verfahren erstmal dagegen:
Wo der Wert gehorteten Geldes schrumpft, gehen die Leute halt ins Gold, in andere, - auch schwarze oder Natural - , Währungen u. ä., nicht zwingend in den reproduktiven oder investiven Verbrauch, wie man sich das auf Propagandistenseite halt so ausmalt.
Singulär eingeführt, verteuer(te)n sich Importe drastisch, weil es unattraktiv ist, Ware gegen garantiert verfallendes Geld herzugeben - siehe die katastrophalen Folgen der Abwertungen Italiens u. a., - die es z. B. der ital. Jugend seit je (Post-WKII) sehr schwer bis nahezu unmöglich mach(t)en, sich persönlich/biographisch deutlich über die Landesgrenzen hinaus zu orientieren. So kommt zwar die Welt nach Italien, aber das ist etwas anderes, - vor allem vor dem Hintergrund massiver Wohnungsknappheit für junge Italiener seit je (hoher Eigentums- statt Mietanteil macht auch untere Mittelklasse/oberer Anteil des unteren Drittels zu Knappheitsintereessenten wegen der Wertsteigerungs/- zumindest Werterhaltungsperspektive auch ohne fortlaufende Gebäudeinvestitionen, - die sich die "unteren" der Eigentümer oft gar nicht leisten können) und vor dem Hintergrund, daß auch durch den Zwang zur Kreditwürdigkeit, - um Wohneigentum erwerben zu können -, die Einbindung in das System der (zu 99,9% familiären) gegenseitigen Verbürgungen gefördert wird/wurde, - zumindest in den 80gern noch, um überhaupt auch nur ein Konto eröffnen zu können! (Was die 200-Mrden-Drohung italienischer Schwachbanken heute besonders sp(r)itzig macht.)

Und auch die ZB'en folgen ja eh noch der alten Idee, auch ohne Mekiffer, ein gewisser "Schwund" im Geldwert/Inflation sei nötig, um Schuldner zu ent- und Geldhorter & -verleiher zu be-lasten um "dadurch" Kredit-Spending zu befördern.

Das funktioniert aber nicht mehr so, weil auch EK zur Verfügung steht, - und noch mehr zur Verfügung stünde -, soweit es überhaupt sinnvolle Invest.-Möglichkeiten gibt.
Die werden aber durch erhöhte Kreditvergabe- (MFI/Banken) und K.-Aufnahme/Nachfrage-Möglichkeiten (Unternehmen, siehe den jetzt beginnenden Ankauf von U.-Anleihen durch EZB & NCBs) kaum noch vermehrt (schlechte Fin.-Real-Wirtschaftsk/o/u/pplung). Wir haben oft schon kapitalfinanzierte (Dumping-) Preise über Jahrzehnte, also mit sehr langfristig-marktstrategischer Perspektive investierte Kohle. Da noch mehr draufzuschütten bringt fast nichts mehr an Belebungsreizen. Unter gegebenen Bedingungen und angelegten Aspekten von Wettbewerblichkeit "lohnen" sich auf die Dauer eh nur 5-30% aller Investments, - das ist auch eine kulturelle Frage, vergl. "the winner takes ist all"-Mentalität, kulturbedingte Ergebnisse von "ABC-Analysen" u. ä. - , aber für eine Kreditausfallrate von 70-95% ist unser Bankensystem ja auch nicht ausgelegt, und es ist fraglich, ob es da ein anderes geben könnte/sollte.

Hingegen können die potentiellen EKs &FKs aus der Geldhortung dann wieder Invest-Chancen sehen, wenn Nachfrage da ist. Die kann durch direkte Geld-Spritzen in die Bedarfsfelder angeregt werden, - am besten ohne Verschuldung, durch nicht rückzahlbare NB-/ZB-Tender, unter Preisbeobachtung u. ggfls. -kontrolle der jeweiligen Segmente/Sektoren (Abkehr von ausschl. Globalsteuerung).

dos 11.06.2016 | 19:04

Und "die Alternative" (Schwundgeld zum Kap'mus!? - guter Witz, muß ich mir merken!) muß zwangsläufig scheitern, solange sie in der Beurteilung von so oder anders, vorher/nacher mit Begründung ausscheidet, sie müsse erst "gelebt" werden, und könne bloß dann erst beurteilt werden. Das gilt nämlich für alles, wenn voll entfaltete Tatsachen gewürdigt werden sollen, aber es braucht eben auch eine Vorbeurteilung/Vor-Urteil, das lange vor dem entfalteteten Versuch steht, um eine Wege-Wahl abzuwägen und zu treffen. Da bleibt Schwundgeld die meisten Antworten schuldig oder gerät schnell ins Gegenteil gedachter Ziele oder erweist sich als eh lange Zeit gültig (Inflationszeit = PostWKII bis ca. 2005 in Europa). Hingegen ist der unbestimmte Verweis auf späteres "Dann wirst Du es schon anders sehen ..." ( wenn nur die circuli vitiosi aus falschem Leben und falschem Bewußtsein durchtrennt wurden ...) vielfach schiefgegangen.

Heinz 11.06.2016 | 20:30

Ich fürchte, wer das Freigeld mit dem Fiatgeld vergleicht, begeht gleich einmal mehrere Fehler:

1. Freigeld basiert auf geleisteter Dienstleistung, kann darum gar nicht über das Realwachstum hinaus wachsen.

2. Das sogenannte Schwundgeld wurde eingeführt, um das Horten von Bargeld zu verhindern. Nach dem WK1 war die gesamte Währung wegen Politikversagen zusammen gebrochen und in Wörgl wurde das Freigeld als Bargeld eingeführt, um die Wirtschaft zu beleben oder überhaupt erst einmal wieder in Gang zu bringen. Die Gemeinde Wörgl war in den Versuch eingebunden und hatte praktisch die Staatsstelle übernommen. Der Freigeldversuch von Wörgl war darum ein geschlossenes System inklusive Staatsquote.

3. Ein Ausweichen auf Gold stand damals gar nicht zur Debatte. Auch heute steht ein Ausweichen auf Gold bei einem Freigeldsystem überhaupt nicht zur Debatte, weil Gold in der erforderlichen Menge heute gar nicht mehr zur Verfügung steht.

4. Heute brauchen wir im Giralverkehr kein Schwundgeld als Bargeld mehr, sondern eine Umlaufsicherung und eine Sicherung gegen die Abwanderung in die soziale Hängematte im Steuerparadies.

dos 11.06.2016 | 23:15

zu 3.:

"Zur Debatte" stand Gold vielleicht damals nicht(??), weil das Schwundgeld eine Zweitwährung war, während die erste jeweils deflationär aufgestellt/betrieben wurde, sich also zur Werthortung recht gut eignete. Solche Zweitwährungen gibt's inzw. viele, - denen zum Wertnutzen für ihre Verwendungen eine entsprechend hohe Staatsquote fehlt, d. h. die Möglichkeit, Steuern und Abgaben in diesen Währungen zu bezahlen, - eine gewisse Steuererhebung und -treue, vorausgesetzt, - funktioniert also unter z. B. griech. Verhältnissen auch wenig.

"Gold" ist hier nur eine Metapher für Wertaufbewahrungsmittel- u. -formen, die (angeblich, erhofft) dem "Schwund" jedweder Genese, gleich ob verordnet, durch Selbstzerfall, Bewachungskosten usw. verursacht, widerstehen könnten. Im "New Deal" wurde mit den Hortungen ganz massiv aufgeräumt, z. T. war selbst Goldbesitz bis auf einen Ehering verboten, und das hat(te) seinen Grund. In der Folge schwappten alle solche Werte in die Nachbarschaft und einige andere Auslandsinvestitionen und triggerten die Casinofizierung und Bordellisierung Mittel- u. Südamerikas ganz wesentlich. Das kommt zur exportfördernden Dollarverbilligung durch de-facto-Abkehr vom Goldstandard (Ankauf: ca. 20 $, Verkauf: ca. 35 $ je Unze) als zusätzliche Mittelausstatung (durch rausgeschmuggelten Schmuck u. a. Wertaufbewahrungsmittel) des Auslands für US-Waren noch hinzu.

zu 4.:
Ja im wesentlichen, aber "Umlaufsicherung" ist nicht mehr per klass. Monetarismus/Globalsteuerung machbar.
Siehe Vermögenspreisinflation, z. B. Stadthäuser: deren z. T. enorme Preissteigerungen sind zwar rechnerisch gegen die Verluste auf dem Land aufzuwiegen, - aber das entspricht nicht den tatsächlichen Strömen, ist KEINE bloße "Umlagerung" von Vermögen, für die es m. o. w. "gute" Gründe geben könnte ...

smukster 12.06.2016 | 09:15

Wenn alle wichtigen Ressourcen und Waren im Überfluss vorhanden und keine 'knappen Güter' mehr sind, ergibt weder die Hortung von Geld noch die von Gold noch irgendeinen Sinn. Wozu denn? Zähne verkronen?

Der Fortschritt insbes. der Informationstechnologie entzieht dem Kapitalismus seine Basis, und damit gilt was Idog oben sagte: Mit den alten 'Weisheiten' kommen Sie bei der Analyse des Neuen nicht weit. 'Geld' bekommt eine völlig andere ökonomische Funktion.

smukster 12.06.2016 | 09:26

Hmm. Entweder kommt es im Artikel nicht richtig rüber, oder das Buch krankt an einer zu oberflächlichen Analyse. Die Beschreibung der bestehenden Probleme ist ja richtig (und altbekannt), aber den Fortbestand eines anachronistischen Systems auf die "psychologische Gewohnheit" zu schieben ist doch arg simpel.

Dann "Schwundgeld" als Lösung zu präsentieren, zäumt das Pferd von hinten auf: Wenn die Wirtschaft nicht wächst, können auch die Vermögen nicht mehr wachsen. Das passiert derzeit automatisch, und zur weiteren Stabilisierung dessen genügt schon die Beibehaltung der Nullzinsen und eine allmählich auf 3-5% steigende Inflation. Ist viel einfacher als Geld mit 'Verfallsdatum'.

Heinz 12.06.2016 | 10:29

»Wenn alle wichtigen Ressourcen und Waren im Überfluss vorhanden und keine 'knappen Güter' mehr sind, ...«

Im Prinzip ja, aber für welchen Wirtschaftsraum gilt das?

Die Anhäufung von Vermögen (durch kumulierte Gewinne) in den USA und EU suggerieren einen Überfluß, den es global nicht gibt.

Nicht in "Diesem unserem Lande" gibt es diesen Überfluß nicht überall, weil die Verteilung dafür sorgt, daß die Volkswirtschaft in D eigentlich nach der BCG.Matrix ausgemolken wird, also eine CashCow ist. Ein beliebig bewegliches Kapital (Geld) fließt also als Gewinn ab und vagabundiert in die soziale Hängematte im Steuerparadies.

Mein Ansatz dazu ist, die Sozialtransfers eines Grundeinkommens regional zu binden und damit einen Grundumsatz als regionale Kaufkraft zu sichern. Das geht meiner Ansicht nach nur mit einer regionalen Währung, die umlaufgesichert ist und nicht konvertiert werden kann, also nur über Waren und Dienstleistungen getauscht wird.

iDog 12.06.2016 | 22:26

Ich schrieb nix von Schwundgeld, sondern von anderen ökonomischen Ansätzen ( kein Witz). Und von Ihrer Art auf solche zu reagieren. Man bekommt den Eindruck , Sie könnten sich noch nicht so recht mit der Realität, dass der Kapitalsimus am Arsch ist - oder zumindest diese (hoffentlich letzte) Runde, arrangieren.

Aber es gibt ja genug Leute, die sich mit anderen Ansätz nicht nur theoretisch beschäftigen.

dos 12.06.2016 | 23:41

|| Ich schrieb nix von Schwundgeld, sondern von anderen ökonomischen Ansätzen ( kein Witz). ||

Daß sie das sorgfältig unterscheiden, wurde nicht deutlich. Hier war bisher das Schwundgeld der einzig sichtbar werdende (andere ökonom.) Ansatz. Da will ich Sie keinesfalls unbedingt mit hineinrühren, wenn das nicht zutrifft.

|| Und von Ihrer Art auf solche zu reagieren. Man bekommt den Eindruck , Sie könnten sich noch nicht so recht mit der Realität, dass der Kapitalsimus am Arsch ist - oder zumindest diese (hoffentlich letzte) Runde, arrangieren.||

In der Tat liegt es mir fern, mich mit schlechten Realitäten zu arrangieren.
Und was das letzte Röcheln des Kap'mus angeht, habe ich das als Ankündigung seit etwa 1967, da war ich 9 Jahre, etwa gefühlte 50 Mal vernommen. Von der Transformation, vor der er steht, habe ich geschrieben.

||Aber es gibt ja genug Leute, die sich mit anderen Ansätz nicht nur theoretisch beschäftigen.||

Ja, und zwar seit langem und immer wieder mit Uralt-Rezepten.

Daher laufen die Leute in Scharen zu den Rechten, weil DIESE Lösungen angeblich ja erst gelebt sein müssten, bevor man sie beurteilen darf/kann usw., obgleich das ja schon passiert ist etc.

iDog 13.06.2016 | 01:36

Jetzt schütten sie das Kind mit dem Bade aus. Die faschistische Funktion bzw. Variante des Kapitalismus kennen wir tatsächlich. Hab ich in der Schule vortwärts und rückwärts gelernt. Und von der Oma auch reichlich aus erster Hand gehört. Und wem dergleichen nicht reichte, der schaut heute nach Osten.

Und wer sich von der offensichtlich inszenierten und finazierten rechten Gefahr Angst einjagen läßt, wohlmöglich von denen , die gleichzeitig Abhilfe versprechen, weil sie sonst nichts mehr zu versprechen sich weagen können, der hat Grund sich mal in Ruhe ein paar eigenen Gedanken zu machn, vielleicht auch über sich selbst.

Sie täuschen sich aber mit Sicherheit, wenn sie meinen würden, dass der derzeitige Übergang nichts einzartiges habe. Immerhin ist der Kapitalismus in einer einzigartigen Krise, nämlich in der Krise der Arbeit. Und da ist sie wider die abstrakte Arbeit bzw. die Abstrahierung der Arbeit , denn sie fragten letztens, was damit gemeint sei - also bitte bei Marx nachlesen oder in der zeitgemäßen Sekundärliteratur.

Diese Arbeit, die alleine das Kapital erzeugt und den Kapitalisten fett und fetter machte bevor dieser sich vor dem nicht mal antikapitalistischen, sozialen Kampf der Arbeit gegen das Kapital in die Automatisierung und Rationalisierung flüchtete, wird immer weniger. Vor allem in den ehemaligne Kernländeren des Kapitalismus drängt immer weniger Arbeit und also Lohn zum Konsum. Und weil Maschinen nun mal recht wenig konsumiere : Stagnierendes und dann negatives Wachstum hält son Kapitalismus nicht lange aus. Da wird dann schon von Hubschraubergeld gefaselt und BGE , die Finanzwelt bricht in ie Spekulation aus etc. pp, um die Systemleiche weiter künstlich zu beatmen.

An der Stelle nun wird so viel Lebenszeit frei, dass man beginnt zu bemerken, dass das "Uraltrezept" , nämlich der Kampf der Arbeit gegen das Kapital nicht nur längst verloren und vorbei ist, sondern auch nie ein wirklich relevanter war. Er ging eben nie gegen das Kapital, sondern um Arbeit und damit für das Kapital, und hat also nie einen emanzipatorischen Charakter gehabt.

Der akute Kampf geht direkt gegen die abstrakte , entfremdete Arbeit selbst, und damit wirklich gegen das Kapital, zumal sich das schon selber aushebelt und den gleichnamigen Ismus bereits zur Minderheitenveranstaltung gemacht hat.

Die Franzosen hier haben diese Ausgrenzungsprinzip des Kapitalismus ganz gut verstanden, nicht nur bei den Nuits Debout , sondern auch bei den Massenstreiks der Gewerkschaften. Die alten PC Leute sind alle auf Rente. Daher braucht man sich nicht mehr um die Produktionsmittel zu kümmern - wie dunnemals, man kümmert sich um selbstbstimmte Arbeit. Und von da aus um eine andere Ökonomie. Solidarische Subsitenz hat wahrscheinlich mehr Lebensqualität zu bieten als die 35 Stunden Woche mit Hinriss oder banalen Servicleistungen abzuraspeln bis der Artzt kommt.

Sie sehen also, dass sich die Zeiten und Ansätze doch irgendwie änderen. Wie sollte es auch anders sein, wenn der noch vorherrschende Kapitalismus sich selber ändert.

dos 13.06.2016 | 02:36

So wird schon eher ein Schuh draus, aber vieles ist halt falsch:

||Sie täuschen sich aber mit Sicherheit, wenn sie meinen würden, dass der derzeitige Übergang nichts einzartiges habe. ||

Wo hab' ich das gesagt/gemeint?
Einzigartigkeit ist für Situationen ausgesprochen üblich, - auch wenn man sie oft zu vielen Klassen, Typen/Topoi unter verschiedenen Aspekten zusammenfassen kann.

||Immerhin ist der Kapitalismus in einer einzigartigen Krise, nämlich in der Krise der Arbeit. Und da ist sie wider die abstrakte Arbeit bzw. die Abstrahierung der Arbeit , denn sie fragten letztens, was damit gemeint sei - also bitte bei Marx nachlesen oder in der zeitgemäßen Sekundärliteratur.||

Ok: sie woll(t)en also die tauschwertbildende Arbeit = abstrakte Arbeit abschaffen.

||Diese Arbeit, die alleine das Kapital erzeugt ...||
falsch, oft beschrieben,

|| ... und den Kapitalisten fett und fetter machte bevor dieser sich vor dem nicht mal antikapitalistischen, sozialen Kampf der Arbeit gegen das Kapital in die Automatisierung und Rationalisierung flüchtete, wird immer weniger.||

Das war aber seit je Merkmal entfalteten Kap'mus, die Automatisierung und Rationalisierung, das ist nichts neues.

||Vor allem in den ehemaligne Kernländeren des Kapitalismus drängt immer weniger Arbeit und also Lohn zum Konsum.||

Ja, erstens, weil soziale Schere immer weiter auseinandergeht, wofür Gewerkschafter und ein paar Heloten ja emsig kämpfen, da geht viel in neue Kapitalbildung in den enteilenden Gut- u. Bestverdienerschichten, und zweitens fehlt Geld zur Verausgabung in den Niedriglohnbereichen.
Insgesamt aber nimmt die Lohnsumme deutlich zu, was man auch an den Rentenerhöhungen sieht.


||Und weil Maschinen nun mal recht wenig konsumiere : ||

muß man die Kaufkraft (auch, aber nicht nur: ab-)schöpfen und dahin lenken, wo der BEDARF hoch ist, und die Kaufkraft zu knapp.

|| Stagnierendes und dann negatives Wachstum hält son Kapitalismus nicht lange aus. ||
Das ging auch anderen Systemen so, daß Rückgänge alles destabilisierten.
Aber das muß eben nicht sein, Stagn. & neg. Wachstum, wenn man die fehlende Kaufkraft an den richtigen Stellen ersetzt.

||Da wird dann schon von Hubschraubergeld gefaselt und BGE , die Finanzwelt bricht in ie Spekulation aus etc. pp, um die Systemleiche weiter künstlich zu beatmen.||

Selbst mit diesem blöden Gebrumm um sie herum ist sie beatmet deutlich vitaler als jene Projekte, die die abstrakte, also tauschwertheckende Arbeit abschaffen wollen.

||An der Stelle nun wird so viel Lebenszeit frei, dass man beginnt zu bemerken, dass das "Uraltrezept" , nämlich der Kampf der Arbeit gegen das Kapital nicht nur längst verloren und vorbei ist, sondern auch nie ein wirklich relevanter war. Er ging eben nie gegen das Kapital, sondern um Arbeit und damit für das Kapital, und hat also nie einen emanzipatorischen Charakter gehabt.||

Da ist sicher was dran.

||Der akute Kampf geht direkt gegen die abstrakte , entfremdete Arbeit selbst, und damit wirklich gegen das Kapital, ...||
Ja?, wo denn?
|| ...zumal sich das schon selber aushebelt und den gleichnamigen Ismus bereits zur Minderheitenveranstaltung gemacht hat.||
???

|| Die Franzosen hier haben diese Ausgrenzungsprinzip des Kapitalismus ganz gut verstanden, nicht nur bei den Nuits Debout , sondern auch bei den Massenstreiks der Gewerkschaften. ||
Hab ich eher weniger den Eindruck.


||Die alten PC Leute sind alle auf Rente. Daher braucht man sich nicht mehr um die Produktionsmittel zu kümmern - wie dunnemals, man kümmert sich um selbstbstimmte Arbeit. Und von da aus um eine andere Ökonomie.
Solidarische Subsitenz hat wahrscheinlich mehr Lebensqualität zu bieten als die 35 Stunden Woche mit Hinriss oder banalen Servicleistungen abzuraspeln bis der Artzt kommt.||

Letzteres sehe ich ganz ähnlich, aber darin keinen Weg aus massiver, tauschwertheckender Arbeit.
Und erst recht nicht über verrentete Parteikommunisten, so nett das ist.

||Sie sehen also, dass sich die Zeiten und Ansätze doch irgendwie änderen. Wie sollte es auch anders sein, wenn der noch vorherrschende Kapitalismus sich selber ändert.||

Hab' ich das bestritten? Wenn ich z. B. quasi/scheinbar "prähistorisch" werde, bezieht sich das auf bestimmte Teilaspekte wie z. B. die Sozialisierung von Verlusten u. ä.

iDog 13.06.2016 | 20:21

"Ja?, wo denn?"

Anscheinend machen Sie dabei noch nicht mit , und in unmittelbarer Nähe ihres Rechners ist anscheined auch nichts im Gange. Was soll ich da sagen. Bei mir hier in Frankreich und um mich herum sehe ich da doch einiges. Es sind Viele mehr, als man denkt, die die Schnauze gestrichen voll haben und es anders versuchen ....

Immerhin hat die Realität zumindest einen bemerkenswerten Aspekt, dem sich keiner entziehen kann: Sie erscheint gerade dann Gestalt anzunehmen, wenn man aufhört an das zu glauben, was man vorher für dieselbe gehalten hat. Versuchens Sie 's mal.

Heinz 15.06.2016 | 09:50

»Warum wird Religion im Westen oft als nicht mehr zeitgemäß belächelt, der genauso emotional besetzte Religionsersatz Wirtschaft aber nicht? «

Das ist keine Frage, sondern eine falsche Frage; die Religion des Westens wird in der Börse zelebriert, nennt sich je nach Sekte Neoliberalismus oder Wirtschaftsliberalismus.

Die Götter heißen Bulle und Bär.

• Das Opfer ist die Realwirtschaft und die Wertschöpfung.
• Die Hohepriester sind die Superreichen.
• Die Nützlichen Idioten sind die selbst ernannten "Funktionseliten."

Heinz 15.06.2016 | 10:31

ff.

Damit kommen wir zum Kern des Problems

„Warum eigentlich genug Geld für alle da ist“

Es ist nicht "genug" Geld da, sondern:

Es ist zu viel Geld da!

1. Der traditionelle Börsenmarkt der Couponschneider.

Die Ersparnisse der Reichen wurden in AktienVermögen umgewandelt und an der Börse gehandelt. Der Mehrwert dieser Aktien wurde jährlich als Rendite ausgeschüttet und war für viele (reiche) Leute die Altersrente.

Diese Reichen zogen also zwischen ein bis zehn Prozent aus der gesamten Wertschöpfung, die soziale Kritik schenke ich mir hier einmal.

Reiche konnten ihre Rendite also verbrauchen oder weiter sparen; sparten sie die Rendite oder Teile davon, entsprach das einem Zinseszins, der im Vermögen, dem Aktienportfolio kumulierte - sie wurden also leistungslos reicher.

2. Die aktuellen Börsenzocker sind ganz anders.

Heute zocken an der Börse die Reichen und Superreichen, große Pensionsfonds von Kleinsparern und Versicherungen. Das Portfolio der Anleger hat nur noch einen geringen Anteil an Aktien, also Realwerten. Die Lottoscheine der Börse heißen Future und Option; gehandelt wird in Hochfrequenz und das virtuelle Finanzvolumen übersteigt die reale Wirtschaft um ein vielfaches. Das virtuelle Finanzvolumen selbst aus Krediten, also geschöpftem Fiatgeld, erzeugt kein Wachstum, das kann nur die RealWirtschaft mit einer realen Wertschöpfung.

3. Die Rechnung ist einfach

Die historischen Couponschneider entzogen der Realwirtschaft ca. 1 bis 10 % an Wertschöpfung und Karl Marx befand das schon als ungerecht.

Die heutigen Börsenzocker entziehen der Realwirtschaft mit ihrem überproportionalen virtuellen Kapital die gesamte Wertschöpfung.

Die Folge ist, daß sich das Hamsterrad schneller dreht, schneller drehen muß, weil sich die Umlaufgeschwindigkeit des virtuellen Geldes dramatisch erhöht hat - die Hochfrequentbörse und virtuelles Geld braucht keine Sau.

4. Fazit

Das Geld ist auf die Realwirtschaft zu begrenzen und mit dem realen Wachstum der Wertschöpfung zu erhöhen.

Lethe 15.06.2016 | 11:08

Der Fehler in Mekiffers Ansatz liegt in der fehlenden Berücksichtigung des Faktors Mensch. All diese Veränderungen müssten aktiv betrieben werden, von Menschen, die sowohl den dazu notwendigen Einfluss haben als auch daran interessiert sind. Leider gehören die Menschen, die den notwendigen Einfluss haben, zu denen, deren Privilegien vom bestehenden System abhängen. Es ist nicht einzusehen, was diesen Personenkreis dazu bewegen sollte, etwas derart massiv gegen ihre Interessen Laufendes zu initialisieren. Das Wunder von Wörl, schon und gut, hielt wieviele Monate vor?

Man kann natürlich immer hoffen, dass junge Idealisten beim Marsch durch die Instanzen nicht mutieren. Leider gibt die Erfahrung für diese Hoffnung nicht viel her.