Frau von Allerwelt

Werbekritik Oscar-Preisträgerin Halle Berry wirbt für Schuhe von Deichmann. Blöd nur: Liegen Marke und eingekaufter Star image­mäßig zu weit auseinander, wirkt es schnell lächerlich

Halle Berry kommt zu spät zum Dreh. Weil sie sich in ihrer Umkleide nicht für die richtigen Schuhe entscheiden kann. Lieber die feschen Riemchensandalen oder die trendigen Peeptoes? Als sie endlich am Set ankommt, sind die Scheinwerfer aus, und nur noch die Putzfrau ist da. „I just love these shoes“, säuselt Berry entschuldigend. Ach, das Leben kann schon hart sein.

Die Billig-Schuhmarke Deichmann hat nach den Pussycat Dolls und Cindy Crawford jetzt Berry als neues Promi-Gesicht gewonnen und mit ihr einen Werbeclip gedreht, der den Glamour des alten Hollywood zitiert. Mit aufwendig produzierten Bildern soll gezeigt werden: Hier geht es um Prestige-Produkte für die stilbewusste Dame von Welt. Angeblich hat die oscarprämierte Schauspielerin eine vierzigteilige (!) Schuhkollektion für Deichmann entworfen. Sie setze sich mit „Herzblut, modischem Geschick und Weitblick“ für die Marke ein, betont Deichmann.

Aber mal ehrlich: Wer hat Halle Berry jemals außerhalb der Werbekampagne in 40-Euro-Schuhen gesehen? Der Imagetransfer von der gefeierten Schauspielerin auf die Allerweltstreter scheitert an mangelnder Glaubwürdigkeit. Der Spot verweist auf eine generelle Gefahr von Promi-Testimonials. Liegen Marke und eingekaufter Star image­mäßig zu weit auseinander, wirkt es schnell lächerlich.

Der Trainingsanzug der Kollektion „Madonna für H“ schaffte es übrigens bis in den Resteverkauf – mal sehen, wie hoch Berrys Schuhe im Kampfgetümmel des Sommerschlussverkaufs gehandelt werden ...

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Geschrieben von

Juliane Löffler

Onlinerin beim Freitag. Quelle: Papier

Juliane Löffler

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