Sind die Grünen eine linke Partei?

Fragebogen Der neue Freitag feiert Jubiläum. Und mit ihm die Freitag Community, die nie um Meinungen verlegen war. Wir haben gefragt, koslowski hat geantwortet
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community
Sind die Grünen eine linke Partei?

Halten Sie die Grünen für eine linke Partei?

Nein. Sie hat allenfalls einen linken Flügel. Insgesamt jedoch ist sie eine Funktionspartei aus verschiedenen Milieus der bürgerlichen Mitte, die mit allen politischen Konkurrenten (außer der AfD) Koalitionen eingehen kann.

Kannten Sie den alten Freitag (vor 2009)?

Ja, habe ich am Kiosk gelegentlich gekauft.

Welchen finden Sie besser – den neuen oder den alten?

Der alte Freitag hatte für mich Wessi einen exotischen Reiz, weil er stärker als andere Printmedien ostdeutsche Reailtäten zum Thema machte und ostdeutsche Perspektiven präsentierte. Der neue Freitag hat dieses Alleinstellungsmerkmal aufgegeben. Immerhin hat er seine irgendwie linke Grundorientierung behalten – deswegen lese ich ihn noch ziemlich regelmäßig, aber ohne neugieriges Warten auf die nächste Ausgabe und ohne Herzklopfen.

Schaffen wir das?

Meinen Sie die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Migranten? Wir könnten es schaffen. Leider haben AfD, CSU und Teile der CDU seit 2016 die öffentliche Debatte bestimmt. Das Wahljahr 2019 wird zeigen, ob man mit restriktiver Flüchtlingspolitik und fremdenfeindlichen Parolen gewinnen kann. Ich fürchte: Man kann.

Welche_n Blogger_in/Autor_in lesen Sie am liebsten?

goedzak / wwalkie / magda / achtermann – Daniela Dahn, Michael Angele, Michael Jäger

Welche_n Blogger_in/Autor_in würden Sie auf freitag.de gerne (noch häufiger) lesen?

poor on ruhr / 30sec / dreizehn – Georg Seeßlen, Georg Fülberth

Wie sind Sie auf die Community aufmerksam geworden?

Über die Print-Ausgabe.

Und wann haben Sie sich auf Freitag.de angemeldet?

In 2010, als ich nach der Pensionierung plötzlich viel Zeit hatte.

Haben Sie davor schon geschrieben?

Nein.

Augstein oder Blome?

Habe ich nie geschaut.

Wer ist Ihr Community-Blome – wer regt Sie am meisten auf?

Kollegen mit einer Mission, einem SPD-Trauma und schlechten Manieren.

Vermissen Sie die „Zwei aus der Poststelle“?

??

Wenn Jakob Augstein „Journalist und Gärtner“ ist, sind Sie …

Gelegenheitsblogger und Kümmerer.

Kommunitarismus oder Kosmopolitismus?

Kosmopolitismus, weil er in seiner Gestalt als linksliberaler Bildungsbürger inzwischen eine Hassfigur bei Rechten und wirklich Linken geworden ist.

Worüber haben Sie sich beim Freitag am meisten geärgert?

Über seine Sympathie für einen russischen Machtpolitiker und seine Freude am SPD-Bashing.

Und worüber am meisten gefreut?

Das Feuilleton ist gut geworden.

Sind Sie Abonnent_in? Oder waren es einmal?

Zur Zeit nicht. Ich war Abonnent zwischen 2010 und 2015 (?).

Lesen Sie die „Zeit“?

Gelegentlich im Netz.

Oder die „taz“?

Gelegentlich im Netz.

Lieber auf Papier oder im Netz?

Ich lese täglich die SZ, natürlich auf Papier und beim Frühstück.

Was mögen Sie lieber, lange oder kurze Texte?

Lange Texte, den Luxus kann ich mir leisten (Ruhestand).

Wie lange müssen wir noch auf die Überwindung des Kapitalismus warten?

Ich warte nicht, denn er wird mich (Jg. 1944) überleben.

Was ist ihr Lieblings-Totschlagargument?

„Das musst du pragmatisch sehen.“ - „Das wird nicht funktionieren“ – „Dafür gibt es keine Mehrheiten“

Und welche Gretchenfrage stellen Sie gerne?

Wie halten Sie es mit Europa?

Wen würden Sie gerne mal trollen?

Es fällt mir niemand ein.

Was kann die Community besser als die Redaktion?

Wahrscheinlich nichts.

Mein peinlichster Mausrutscher war ...

Keine Ahnung.

Wie sind Sie auf Ihren Nickname gekommen?

Eine neue Schulklasse nannte mich so, weil mein Kürzel mit der ersten Silbe des Namens von Alfred Tetzlaffs Nachbarn identisch ist.

Und was ist für Sie das vollkommene Glück?

Ohne Schmerz aufwachen; die Lebenslust der Kinder in der großen Pause der benachbarten Grundschule; einen Ausbildungsplatz und eine kleine Wohnung für einen jungen Flüchtling finden, im Buchladen auf ein paar gute Verse stoßen …

Wer sonst noch geantwortet hat?

Hier finden Sie alle weiteren Fragebögen

06:00 07.02.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

koslowski

"In Saloniki / weiß ich einen, der mich liest, / und in Bad Nauheim./Das sind schon zwei." (Günter Eich, Zuversicht)
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