Blog zum Fall Grindel

Luxusuhr Und die Fakten
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Reinhard Grindel ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als DFB-Präsident zurückgetreten. In der Hauptzentrale des DFB, in Frankfurt am Main, gab er seine “Abschiedspressekonferenz”, zu der natürlich zahlreiche Journalisten geladen waren. Grindel wirkte dabei, ähnlich griesgrämig, wie bei seinen Amtsgeschäften, die er dort zu verrichten hatte, vielleicht sogar ein wenig zu dezent, so wie ein Biedermann könnte man meinen, ging es dem Spitzenfunktionär an den Kragen beim DFB und das ist nicht wenig!
Man hörte gerüchteweise von “Heckenschützen” beim DFB, die Grindel offenbar „von hinten in den Rücken schossen“, aber unsichtbar für jeden Fußballinteressierten blieben.
Da hat der scheidende Präsident wohl einige Feinde beim DFB, die an seiner Montage als Präsident wohl beteiligt waren. Diese Intriganten, haben ihre “Arbeit” jedoch routiniert und leise verrichtet und blieben dabei diskret und waren verschwiegen, fast wie richtige Spione.
Aber die Schuld am Rücktritt von Grindel als DFB-Präsident allein dem DFB in die Schuhe zu schieben, ist sicher zu kurz gedacht. Denn Grindel machte sich angreifbar, weil er Geschenke meistens auch von Sportfunktionären, auch aus dem Ausland entgegennahm, die aber auf Grund seines Ehrenamtes beim DFB nicht lauter waren. Die Affäre gipfelte dann aber damit, das Grindel eine “Luxusuhr” von einem russischem Funktionär geschenkt bekam, die Grindel ebenfalls entgegen nahm und als „Privatgeschenk“ deklariert wurde, über die Grindel den DFB aber nie informiert hat, so dass die “sündhaft” teure Uhr (geschätzter Wert 6000 Euro), ihm jetzt zum Verhängnis wurde.
So wurde ihm speziell wegen dieser „Uhr“, eine geldgierige und raffgierige Mentalität unterstellt, die er aber vor der Öffentlichkeit nicht mehr entkräften konnte. Und selbst auf der Pressekonferenz in Frankfurt, versuchte er vergeblich, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe aus der Welt zu schaffen, was ihm aber nicht gelang.
Seine Maßanzüge jedoch, die er in der DFB-Zentrale immer trug, die penibel am Körper des kräftigen Mannes saßen, machten ihn zum Verwechseln ähnlich mit einem Schweizer Spitzenbanker, aber auch wenn der Vergleich hingt, ist er aber nun nicht einmal mehr DFB-Präsident; sondern eher wieder ein Politiker. So war er doch bis einschließlich 2016 Mitglied des „Deutschen Bundestages“ und es nicht auszuschließen, das Grindel in sein früheres Metier zurückkehren wird, mit der bitteren Erfahrung aber, als DFB-Präsident in Frankfurt frühzeitig gescheitert zu sein.

11:29 03.04.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Karl Valentin

Schreiber mit einem Schuss Ironie
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